R1Rainer 1Themenstarter1 Beiträge · seit 201424. Okt. 2014 · #1
Hallo zusammen,
bin ganz frisch hier und will mich erst einmal vorstellen : 51 Jahre alt oder jung,wie auch immer.Wir leben an der deutschen Nordseeküste und planen jetzt unseren ersten Urlaub in Namibia .Die komplette Familie soll mit und auch wenn die Kinder eigentlich nicht mehr mit Mami und Papi 😄 in den Urlaub fahren,wollen sie hier natürlich ungern zuhause bleiben. Wir dachten an eine Selbstfahrertour,die ich mir gerade von einem Anbieter aus Südafrika zusammenstellen lasse. Jetzt bin ich allerdings auf der Seite des auswärtigen Amtes auf Warnungen vor der hohen Kriminalität (Diebstahl,Überfälle,etc.)gestossen und bin ein wenig irritiert und überlege,ob es nicht sicherer ist,eine geführte Tour zu unternehmen. Selbstfahrertour würde uns aber besser gefallen !! Wie sind denn die Erfahrungen ?
Gruß
Rainer
freshy3'883 Beiträge · seit 201124. Okt. 2014 · #2
Hallo Rainer, ja, die Kriminalitätsrate ist im südlichen Afrika höher als bei uns. Andererseits liegt die Kriminalitätsrate in den europäischen Urlaubsgebieten, bei besonderen Anlässen (Messen, Weihnachtsmärkte) und großen Städten ebenfalls höher als sonstwo. Es ist wichtig, die üblichen Vorsichtsmaßnahmen jederzeit im Auge zu behalten und nicht zu vernachlässigen.
Dies ist ein Forum, in dem sich sehr viele Selbstfahrer tummeln. Der eine oder andere von uns ist bestohlen, beraubt oder betrogen worden - stimmt. Doch die meisten Selbstfahrer haben keine negativen Erfahrungen gemacht. Außerdem schützt eine Gruppe keineswegs vor Kriminalität, wie eine Kollegin im Krüger NP erfahren musste, als ihr Bus von Kriminellen gestürmt wurde.
Gib doch mal Kriminalität oder ähnliche Schlagwörter bei der Suche ein. Die Tipps und Hinweise dort würde ich auf jeden Fall beherzigen. Wir waren jetzt 3 x in Namibia, Botswana und Südafrika als alleinige Selbstfahrer unterwegs, haben Vorsichtsmaßnahmen beachtet und wurden bisher weder bestohlen noch betrogen.
Lass dich nicht verunsichern, dir entgehen sonst wunderbare Erlebnisse und Erfahrungen!!! Das südliche Afrika eignet sich ganz vorzüglich als Selbstfahrergebiet.
lionfight1'324 Beiträge · seit 201324. Okt. 2014 · #3
freshy schrieb:Außerdem schützt eine Gruppe keineswegs vor Kriminalität, wie eine Kollegin im Krüger NP erfahren musste, als ihr Bus von Kriminellen gestürmt wurde.
LG freshy
Gibt es da nähere Info darüber?
Gruß! der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
Jens_Dietzel1'455 Beiträge · seit 200624. Okt. 2014 · #4
Hallo Rainer, ich lebe hier ja nun seit 4 Jahren und unzaehligen (selbstfahrer) Urlauben davor.
Bei mir noch NIE was geklaut worden, nur eine eingeschlagene Scheibe beim Auto, weil jemand meinte, dass in der Handtasche (Altkleidersammlung fuer eine Soup Kitchen) noch was drin sein koennte.
Namibia ist sicher weniger gefaehrlich als die Staedte in SA.
Gesunder Menschenverstand und das Bewusstsein, dass Du mit Deinem Fotoapparat ein mehrfaches Jahreseinkommen von vielen hier um den Hals traegst. Der Unterscheid arm-reich ist hier groesser als "hinterm Deich" 😎
Ich habe mich noch nie unsicher gefuehlt und auch schon einige Anhalter mitgenommen/Auto abgeschleppt und eher Freundlichkeit "abbekommen".
LG Jens
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201124. Okt. 2014 · #5
Hallo Rainer,
Willkommen hier im Forum!
Du fragst nach Erfahrungen - ich komme gerade zurück von unserer 7.Tour ins südliche Afrika (Südafrika, Namibia, Botswana) Ich! kann von keinen negativen Erfahrungen berichten - verhalte mich allerdings dort genau so wie in europäischen Metropolen. Die Zentralverriegelung des Autos wird betätigt, es bleibt NICHTS SICHTBAR im Auto liegen, Fenster und Türen werden nachts in der Unterkunft geschlossen, ebenso Fenster an Ampeln.
In den größeren Städten habe ich nur das Notwendigste bei mir - KK und größere Geldbeträge sind in einer flachen Bauchtasche am Körper. Wertvollen Schmuck sollte man auch nicht präsentieren - manchmal schüttle ich den Kopf.... Ansonsten kann ich Dir berichten, dass mein Un-Sicherheitsgefühl in Lissabon oder Barcelona weit mehr gefordert worden ist als in CPT oder WDH. Absolut tabu sind Nachtfahrten oder nächtliche Spaziergänge oä. - da nimmt man sich für wenig Geld ein Taxi.
Ganz viel Vorfreude wünsche ich Euch Strelitzie
Wildebeest3 Beiträge · seit 201424. Okt. 2014 · #6
...ich kann Strelitzie aus eigener (langjähriger) Erfahrung in Afrika und speziell in Namibia voll zustimmen. Und ein kleiner Tip für Namibiaanfänger: fast auf jedem Parkplatz in den Städten des Landes finden sich junge Schwarzafrikaner, oft mit "Hilfsuniformen" wie Warnwesten oder Schildern an der Brust, die sich bereit erklären, auf Ihr geparktes Auto aufzupassen. Bei zustimmendem Nicken oder einem "pass op, asseblief" wird ein kleiner Parkzettel hinter den Wischer geklemmt. Bei der Rückkehr gibt man 2 bis 5 NamD oder Rand - die ja in Namibia akzeptiert werden... Bisher war noch keines meiner Autos verschwunden 🙂 - und ein gutes Gewissen hatte ich auch 😉 Sonnige Tage auf der südlichen Halbkugel! Wildebeest
Europäer, Weltenbummler, Afrikaverhexter
freshy3'883 Beiträge · seit 201124. Okt. 2014 · #7
lionfight schrieb:
freshy schrieb:Außerdem schützt eine Gruppe keineswegs vor Kriminalität, wie eine Kollegin im Krüger NP erfahren musste, als ihr Bus von Kriminellen gestürmt wurde.
LG freshy
Gibt es da nähere Info darüber?
Gruß! der Joe
Diese Kollegin ist seit ca 6 - 8 Jahren nicht mehr meine Kollegin, es muss also vorher passiert sein. Es war eine größere Reisegruppe von einem bekannten Reiseunternehmer in D mit 20 - 25 Teilnehmern. Schmuck, Uhren, Geldbeutel, Fotoapparate mussten abgegeben werden, auch von den Kindern.
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201124. Okt. 2014 · #8
Nicht blind jedem helfen wollen nur weil dies Afrika ist und man meint man muß immer anhalten. Vorsicht Falle!
Wie vor kurzem in Wdh, als eine Person anhielt für zwei auf der Straße liegende Personnen mit einer Schlange daneben. Die Person dachte beide wurden von der Schlange gebissen. Natürlich wurde diese Person ausgeraubt.
Nur ein Beispiel!
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Eintracht545 Beiträge · seit 200624. Okt. 2014 · #9
Hallo Rainer,
also auch wenn hier manchmal der Eindruck entsteht, das Namibia ein sicheres Urlaubsland ist, dann liegt es auch daran das hier im Forum viele echte Namibiaprofis unterwegs sind.
Ich kann nur sagen auch Gruppenreisen sind gefährlich!
Für die klassische Gruppenreise wird oft mit Kleinbussen mit Trailer gefahren, in denen das Gepäck verladen wird. Weil ich schon so viele Geschichten über Reisende gehöhrt habe, die am Abend einer Etappe oder am Ende der Reise feststellen mußten das ihr Gepäck auf mysteriöse Weise verschwunden war. Ich bestehe immer darauf ebenfalls im Trailer bei meinem Gepäck mitzufahren. Okay ich sehe jetzt während der Fahrt/Safari nicht wirklich etwas vom Land, aber mir wurde noch nie mein Gepäck gestohlen.
In diesem Sinn, immer schön vorsichtig sein!
Nenette1'309 Beiträge · seit 200924. Okt. 2014 · #10
Eintracht schrieb:Hallo Rainer,
Ich bestehe immer darauf ebenfalls im Trailer bei meinem Gepäck mitzufahren. Okay ich sehe jetzt während der Fahrt/Safari nicht wirklich etwas vom Land, aber mir wurde noch nie mein Gepäck gestohlen.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200624. Okt. 2014 · #11
Jens_Dietzel schrieb:Gesunder Menschenverstand und das Bewusstsein, dass Du mit Deinem Fotoapparat ein mehrfaches Jahreseinkommen von vielen hier um den Hals traegst.
... das ist ein wichtiger Punkt, den sich viele Europäer aber gar nicht wirklich vorstellen können. Das Geld, das hier manchmal pro Person für eine Übernachtung ausgegeben wird, muss mancher afrikanischen Familie für ein ganzes Jahr reichen.
Natürlich gibt es dann den ein oder anderen Gelegenheitsdieb, der seine Situation ein wenig aufbessern möchte. Da muss ja nur zuhause ein Kind krank sein und das Geld für den Arztbesuch (oder die Fahrt dorthin) fehlen und schon sinkt eine vorhandene Hemmschwelle noch ein Stückchen und die Achtlosigkeit eines Touristen wird ausgenutzt.
Einige denken sich noch ein paar oft originelle Tricks aus, um Touristen aktiv abzulenken, aber das sind schon vergleichsweise wenige. Mit Waffengewalt dürften die wenigsten Reisenden konfrontiert werden (obwohl es ein Bekannter von mir in Tanzania gleich zweimal in zwei Tagen geschafft hat).
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Nenette1'309 Beiträge · seit 200924. Okt. 2014 · #12
BikeAfrica schrieb: Mit Waffengewalt dürften die wenigsten Reisenden konfrontiert werden (obwohl es ein Bekannter von mir in Tanzania gleich zweimal in zwei Tagen geschafft hat).
Gruß Wolfgang
Verwandte von Bekannten sind im September mitten in der Nacht auf einer Gästefarm in Südafrika von drei schwerbewaffneten Männern ausgeraubt worden. Es wurden mehrere Gäste in dieser Nacht "besucht". Das Erlebnis war traumatisierend. Den Namen der Lodge weiß ich nicht. Viele Grüße, Nenette
Eintracht545 Beiträge · seit 200624. Okt. 2014 · #13
Hallo Nenette,
jaa eehrlich 😎 !
Aber das war früher, Heute Reise ich ganz ohne Gepäck, da kann dann auch nichts geklaut werden.
Was auch sehr gut funktioniert, ohne Gepäck kann man ja immer nur das gleiche anziehen, kombiniert mit nicht mehr Waschen und immer laut und deutlich einen tiefen trockenen Husten. Da kommt dir dann spätestens ab dem zweiten Tag niemand mehr zu nahe! Okay mit der Zeit ist man ein wenig einsam, aber Sicherheit hat halt seinen Preis.
Vorsichtige Grüße
dergnagflow2'534 Beiträge · seit 200724. Okt. 2014 · #14
Eintracht schrieb:Ich bestehe immer darauf ebenfalls im Trailer bei meinem Gepäck mitzufahren. Okay ich sehe jetzt während der Fahrt/Safari nicht wirklich etwas vom Land, aber mir wurde noch nie mein Gepäck gestohlen.
Aber das ist jetzt ein Scherz, oder?
Korrektur: OK, nach deinem zweiten Post hab' ich's eh verstanden...
Liebe Fomies, wir möchten an dieser Stelle unsere Erfahrungen aus diesem Jahr liefern;
Wir können allen Vorschreibern nur zustimmen, immer den gesunden Menschenverstand einzusetzen, der aber (verständlicherweise) z.B. an Anreisetagen nicht uneingeschränkt funktioniert - der Nachtflug, der die anschließende Wagenübernahme, das Einkaufen und schnell noch ein paar Moneten am ATM ziehen - und schon kann es passiert sein. So erging es uns am ersten Tag nähe Jo'burg. Die vermeidlichen Täter hatten ausreichend Zeit uns zu beobachten und einzuschätzen, um uns dann mit geschickten Manövern aus dem Konzept zu bringen und an unsere Karte zu gelangen (wie, wissen wir bis heute nicht). Entscheidend scheint uns aber dann das Danach => Fehler Nr. 1: Spernummern nicht im Handy (Anfängerfehler) und auf dem Weg zum Auto vegehen schon wertvolle Minuten. Fehler Nr. 2 => Nummern mit Bandabfragen taugen in Stresssituationen sehr sehr wenig, besser Nummern mit direktem (oder zumindest sehr kurzem) Weg zu einem Mitarbeiten nutzen !!! In unserem Fall war so erst der dritte Anruf zielführend. Am Ende des Tages waren 1600€ weg, die wir gott sei dank erstattet bekamen (wenn auch nur vorläufig), da die ersten Abhebungen während unseres Anrufs erfolgten - und die Jungs sind schnell => neun Abhebungen in 5 Minuten an 2 verschiedenen Banken !!!
An den folgenden drei Tagen konnten wir es dann nicht lassen uns mit vielen Leuten darüber zu unterhalten (Lodge-Angestellte, Tankwarte....) und man bekommt dann so allerlei zu höhren. Hier beliebte Tricks im Alltagsgeschäft: - Doppelbuchungen an der Supermarkt-Kasse, bei denen die erste Buchung angeblich nicht funktionierte. - Kartenmißbrauch an der Supermarktkasse. Obacht, wenn eine zweite, offensichtlich offizielle Person neben der Kassiererin steht. - Störfunk auf Parkplätzne, die die zentrale Verriegelung des Autos stören => immer Verschluß nochmals testen. - die bereits zitierten Vortäschungen von Unfällen an der Strasse
Aaaaaaber, das passiert überall auf der Welt und ist nicht Afrika-spezifisch. Genießt die Länder des südlichen Afrika - sie geben Euch mehr zurück als sie nehmen. Tanja + Michael
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201225. Okt. 2014 · #16
Der Helfertrick an den Geldautomaten funktioniert nur durch die Dummheit bzw. Naivität der Opfer. Denn wie anders sollten die Täter an die PIN kommen ?
Wir haben dieses Spielchen einmal an der Nedbank abends in der Bülow-Straße (jetzt Bim-Bam-Bum-Name=unbekannt) erlebt.
Es sind 3 oder 4 Geldautomaten vorhanden. An dem einen spielt einer der Täter rum und tut geschäftig. Da meine Frau Geld ziehen will, steigt sie aus während ich direkt hinter ihr im Auto sitzen bleibe. Der Security Guard quatscht auf der anderen Straßenseite (wohl berechnend als Teil der Bande). Plötzlich springt der Täter rüber zu meiner Frau und will ihr "mit ausländischer Karte" angeblich helfen. Sie sagt ihm er soll abhauen, er tut es aber nicht. Dann sagt er ihr, sie solle links oben schauen während er blitzschnell die Abbruchtaste drückt. Da steht nichts, aber man geht auf die Ablenkung ein. Schon steht ein Zweiter hinter ihm, dem er die Karte weiter gibt. Dann will der vermeintliche Helfer den PIN wissen, um ihr zu "helfen". Sie glaubt die Karte sei noch immer im Automaten. Wieder sagt sie ihm er soll abhauen. Inzwischen sind der Security Guard ich ich hinter beiden, der Security Guard wohl erst weil ich ausgestiegen bin. Auf die Drohkulisse hin den Schädel mit dem mitgeführten Baseballschläger eingeschlagen zu bekommen, rückt der Zweite die Karte raus, und beide rennen weg.
Die herbeigerufene Polizei taucht wie üblich nicht auf.
Das alles spielte sich in wenigen Sekunden ab. Unsere Karte hatten wir zurück, und die nicht unsere PIN. Meine Frau hatte es in der Aufregung garnicht mitbekommen daß die Karte schon gar nicht mehr im Geldautomaten war. Wer in der Situation dann noch die PIN ausplaudert oder vor denen eingibt, der handelt eigentlich grob fahrlässig und sollte sich nicht wundern, wenn die Bank den Schaden nicht übernimmt.
1. Wir waren so blöd, abends Geld ziehen zu wollen 2. Meine Frau hat richtig reagiert und den Täter angeschrien, sich aber trotzdem ablenken lassen. 3. Seither gehen wir nur noch zu Zweit zum Geldautomaten, je nach Risikoeinschätzung. Dann bedient einer den Geldautomaten, während der andere mit dem Rücken zum Geldautomaten nach Außen absichert. Bevorzugt Geldautomaten im Separée, wie z.B. bei der Nedbank in Swakopmund. 4. Geld geht niemals in die mitgeführte Tasche, sondern nur in die Hosentasche oder Einkaufstüte. 5. Steigt man ins Auto, verriegelt man sofort. Man wird beobachtet.
Aber in Europa ist es heute nicht anders, selbst in kleinen Städten wie Siegburg kann einem das passieren durch die von Claudia Roth so vehement eingeladenen südosteuropäischen Freunde.
Du hast natürlich recht - man nutzt die persönliche Dummheit in der Situation aus. Das mit den "unterstützend" wirkenden Securitys an den Bankautomaten kann ich bestätigen. Ich vermute auch sie spielen eine entscheidene Rolle bei den Ablenkungsmanövern, da sie in der Regel im "richtigen" Moment für noch mehr Unruhe sorgen. In unserem Falle können wir uns zwar noch vorstellen, dass sie eine Unachtsamkeit zur Entwendung der Karte genutzt haben, nicht aber, wie sie an die PIN gekommen sind, da wir stets "abgedeckt" eingeben und schon gar nicht auf Anweisung Dritter. Wir haben uns angewöhn das Terrain mit 2 Personen nach hinten und nicht seitlich abzudecken, so sind auch die Augen unterschiedlicher fokussiert. Ich hoffe dies bleibt ein einmaliges Erlebnis.
die Entscheidung zwischen Selbstfahrerreise und Geführter Reise unter dem Kriterium Kriminalität gegen Touristen ist eigentlich nur für den Bereich "erster Tag und letzter Tag Windhoek" relevant. Außerhalb der Hauptstadt gibt es gelegentlich Taschendiebstahl in der Swakopmunder Hauptstrasse und ganz vereinzelt mal Einbrüche in Unterkünften von Gästen im Rest des Landes.Statistisch vernachlässigbar. Namibia ist ein unglaublich sicheres Reiseland für jede Art von Touristen.
Windhoek ist da eine ganz andere Nummer: Die touristischen Hotspots werden regelmäßig von Taschendiebstählern patrouliert. Die Stadthotels überwacht und belagert. Vom Prinzip gibt es keinen "garantiert" sicheren Ort in Windhoek
Am gefährdesten ist man frühmorgens nach der Ankunft in Windhoek in einem zentralen Hotel: Unausgeschlafen, Hotelzimmer noch nicht bekommen, alle Dokumente noch im Tagesrucksack, total weiß, alle um einen herum freundlich, Urlaubsstimmung, erstmal Geld ziehen, da läßt man sich auch gerne helfen.
Vermeidungsstrategien für Selbstfahrer - Touristen: Unterkunft weiter weg vom Stadtzentrum, damit man gezwungen ist, ein Taxi in die Innenstadt zu nutzen. Geld abheben nicht auf der Hauptstrasse sondern bei den Geldautomaten in den Vororten. Nicht aussehen wie ein Opfer Versetzt gehen, damit einer die Rückendeckung übernimmt. Rucksack vorne. Datensicherungen an zwei physisch getrennten Orten aufbewahren - bis zum einchecken am Flughafen.
Was wird getan? Zwischen der Tourismusindustrie und der Stadtpolizei gibt es enge Absprachen und regelmäßige Treffen. Vorgestern war ein Krisensitzungstreffen, da die Anzahl der bestohlenen Touristen in den letzten 3 Wochen rasant angestiegen ist.
Die Beherberguns- und Retaurationsbetriebe werden in Zukunft wohl mehr Überwachungskameras anschaffen, die an das Polizei-Überwachungsnetz angeschlossen werden. Die Stadtinnenzone kann nicht mit neighborhood watches abgesichert werden.
Man arbeitet an einer WhatsAppGruppe, damit noch schneller reagiert werden kann.
Die private Stadtpolizei ist effizient, hoch engagiert und arbeitet ununterbrochen daran, die Sicherheit in der Hauptstadt stetig zu verbessern. Viele Kriminelle werden gefasst, das Problem ist dann allerdings, diese schnell oder überhaupt zu verurteilen. Möglicherweise werden dazu in Zukunft "Schnellgerichte" eingerichtet, die Touristen die Gelegenheit geben, während sie noch im Land sind, als Zeugen auszusagen, so dass es auch zu Verurteilungen kommt. Rechltich sind diese Schnellgerichte noch nicht zulässig. Namibia bleibt ein langsamer Rechtsstaat.
Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek Carsten Möhle
P.S.: Die Relevanz der Entscheidung zwischen einer Selbstfahrerreise und einer Geführten Tour liegt eher in den Kriterien Vorbereitungszeit/Fahrsicherheit/Unfalltoleranz/ Kostenkontrolle/ Hintergrundinformationen/ Organisationsstressvermeidung.
Guten Morgen von der zur Zeit sehr stürmischen Nordseeküste 🤩 , ich habe die letzten beiden Tage mit Erschrecken von den vielen Überfällen in Namibia gelesen, aber gott sei Dank heute diesen Thread entdeckt, der mich wieder etwas beruhigt hat. Nichtsdestotrotz ist meine Urlaubsfreude (wir starten in gut 8 Wochen unsere erste Tour) etwas erloschen... Bin jetzt ein wenig verunsichert, was das "richtige" Verhalten angeht. Klar, man sollte nicht zu naiv und weltfremd auftreten, alles gut verstauen/verschließen, Geld abheben nur zu zweit, auf keine angebliche Unfälle oder sonstiges reinfallen, aber.... es geht bei mir schon mit diesem einfachen "alles verstecken/verstauen" los: - wir kommen am Flughafen früh morgens an, holen erstmal Geld, dann unseren Mietwagen und wollen uns dann eigentlich noch den Vormittag Windhoek etwas anschauen, bevor es zur ersten Gästefarm (ausserhalb von Windhoek, ca. Stunde Fahrt) geht. Das Auto ist voll beladen mit all unseren Sachen. Man soll ja Wertsachen nie im Auto lassen, sprich Handy, Geld, Kamera, aber mitnehmen am besten auch nicht, da man nie zu viel "am Mann" tragen soll. Also wie verhalten?!?!?!? - wie sicher sind die Lodges? Kann man, wenn man abends zum Abendessen geht, sowas wie Reiseunterlagen, Kamera im Zimmer lassen oder sollte man wirklich immer alles mitschleppen, was auf die Dauer ja manchmal echt etwas nervig sein könnte... - Wo sollte man mit den meisten Überfällen rechnen? Die Städte wie Windhoek, Swakopmund, usw. oder kann es auch auf den Gästefarmen mitten in der Natur oder am besten noch auf entlegene Pads auf den Weg dorthin vorkommen? Hmmm.... bin eigentlich immer eher etwas übervorsichtig, check vorher jede Lage und kontrollier alles 5x, aber irgendwie bin ich gerade total verunsichert, zumal ich weiß, dass meine drei Mitreisenden sich um sowas (und auch eigentlich um alles andere) sich keine Gedanken machen und es, wenn was schief läuft, an mir hängen bleibt... 🙁 Sarah
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201310. Jan. 2015 · #20
Hallo Sarah,
auch zu diesem Thema wird es immer unterschiedliche Meinungen geben, je nachdem was man schon erlebt hat oder wie vorsichtig/ängstlich man ist.
Zum Unterbringen von Wertsachen, Reiseunterlagen etc. kann ich dir daher nur meine persönliche Handhabung mitteilen. Ich benutze auf Reisen größere Umhängetaschen lieber als Rucksäcke, denn die Tasche habe ich vor dem Körper, kann den Arm auflegen und so weitgehend verhindern, dass jemand unbemerkt hineinlangt.
Andererseits kann auch ich so bequemer an meine Sachen gelangen, muss nicht jedes Mal den Rucksack absetzen oder den Partner bitten, etwas herauszunehmen - ist besonders bei Fotoutensilien günstig.
Diese Tasche trage nur ich, denn wenn zwei oder mehr Leute für etwas verantwortlich sind, bleibt es gern wo stehen, weil jeder denkt, der andere hat es. 😉 Ich lasse nie etwas in den Safes, denn auch da besteht die Gefahr, dass man es bei der Abreise vergisst.
Da ich ohnehin immer eine Tasche mitführe wegen einiger unerlässlicher Utensilien, macht es mir nichts aus, wenn diese auf Reisen etwas größer ausfällt und alles Wichtige enthält. Auch bin ich der Fotograf, so dass auch Kamera etc. in meiner Tasche sind: alles in einer Hand.
Diese Tasche trage ich stets bei mir, und damit sind wir bisher immer gut zurecht gekommen.
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
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