LottaThemenstarter401 Beiträge · seit 201112. Aug. 2014 · #101
1. - 3.7.14 Salt Rock: The Saffron House (VORSICHT: viel Text, wenig Bilder 😉 )
Salt Rock hatten wir gewählt, weil wir noch gern 2 Tage am Meer verbringen wollten. Wir hatten uns einen kleinen, idyllischen Ort vorgestellt, mussten uns aber eines Besseren belehren lassen. Uns gefiel es nicht!!!! War eher eine reine Feriensiedlung für Leute aus Durban; im östlichen Teil noch sehr schöne Strandhäuser (wie in Malibou 🙂 ), dann aber in Richtung Ballito viele, viele Terrassenappartementhäuser an der Küste, die sich bis Durban zogen. Wirkte so´n bisschen so wie Touri-Dörfer in Mallorca. Muss man nicht hin!!! Was schön war, war der Strand-man konnte tolle Strandwanderungen machen! Und das taten wir dann auch am Nachmittag nach unserer Ankunft 🙂
Aber richtig Strandurlaub im Sommer würde ich da auch nicht gern machen wollen - da darf man ja gaaaar nix 🤢
Abends suchten wir verzweifelt ein nettes Restaurant, gab aber nichts vernünftiges. Wir landeten im - oh Gott, ich trau mich das gar nicht zu schreiben, bitte nicht Lachen 😊 - Siggi's German Restaurant . Zu unserer Entschuldigung: man konnte dort draußen sitzen und die Atmosphäre war ganz nett (das Essen, naja).
Am nächsten Tag begannen wir uns zu langweilen. Also beschlossen wir nach Durban zu fahren und die Stadt zu besichtigen. Gut, Reiseführer und Menschen hatten uns abgeraten, aber wir dachten, wir versuchen es mal. Die Fahrt dorthin zog sich durch Neubausiedlungen, Terrassenhäusern und weiße Wohnblocks. In Durban selbst haben wir uns erst mal verfahren (wie sollte es anders sein 😄 -blöde Namensänderungen) und landeten im Hafenviertel-lt. Reiseführer ein ganz besonders gefährliche Gegend 😕 Sah auch irgendwie "un-nett" aus 🤢 Mit viel Glück, guten Nerven und mal wieder einigen grauen Haaren mehr, fanden wir schließlich das Einkaufszentrum "Workshop", wo wir in der Tiefgarage parkten. Alle Habseligkeiten verstauten wir im Kofferraum(mein Mann hängte sich nur eine Kamera um und das fand ich schon verrückt 🙁 ), ließen das Handschuhfach offen, versteckten auch noch unsere Kreditkarte unter der Fußmatte (die hatte ich blöderweise noch im Portemonnaie) und sagten "tschüss" zu unserem Autochen, in der Hoffnung, es in ein paar Stunden wiederzusehen 😕 Irgendwie war uns ja doch etwas mulmig! 🤨 Treppe hoch, Handtasche quer übergehangen und rein ins Gewühl 🙂
Vor dem Zentrum führten irgendwelche Leute (Groß und Klein) an verschiedenen Stellen irgendetwas vor: Mal Tanz, mal einen Rapp, mal erzählten sie etwas, was wir nicht verstanden.....
Wir schauten und staunten 🙂 Dann schlängelten wir uns durch das Gewühl (immer schön die Handtasche und die Kamera festhalten 😉 ) und suchten die Touristeninfo-dort wollten wir uns einen Stadtplan besorgen. Gesagt, getan... In der Info war es, bis auf einen Angestellten, menschenleer-es schien hier wirklich keine Touris zu geben außer uns 😕 Das Englisch des Herrn war mal wieder unverständlich, trotzdem fanden wir den Stadtplannach einiger Suche. Gut gerüstet zogen wir nun Richtung Jumma Musjid Moschee und Indischem Markt los... Auf dem Stadtplan sah das nicht weit aus, zog sich aber ganz schön, weil: CHAOS; CHAOS; CHAOS
Menschenmassen, keiner hielt sich an Verkehrsregeln, überall Verkaufsstände, Krach, Geschrei etc. p.p. Aus den Geschäften dudelte Musik in ohrenbetäubender Lautstärke, man verstand sein eigenes Wort nicht mehr. Hinzu schien das Schlange-Stehen in Durban bis zur Perfektion ausgebildet zu sein, uns wurde nicht klar, warum vor dem einen Fast Food Restaurant mind 50 Menschen anstanden-vor dem Nachbar Stand aber kein einziger 😕 Diese Schlangenbildung engte den Bürgersteig enorm ein, hinzu kamen noch diverse Bretterbuden am Bordsteinrand-und den restlichen Platz beanspruchten Fliegende Händler, die Kleidung aus Altkleidersäcken aus Europa (da bin ich mir ganz sicher!) vom Boden weg verkauften. Vergessen habe ich noch die Garküchen, aus denen es nicht wirklich lecker roch (ganz ehrlich: es stank bestialisch 🤪 ) Hinzu kamen noch Berge von Müll, die sich gleichmäßig über den Bürgersteig verteilten. Die Straße als Fußweg zu benutzen war auch keine gute Idee, wenn man überleben wollte. Also Augen zu und durch-ich ignorierte einfach das weiche, matschige Gefühl unter meinen Füßen, wenn ich mal wieder irgendwo reingetreten war und guckte auch nicht, was es wohl war-wollte ich gar nicht wissen 😗
Wir kamen langsam vorwärts und an einer großen Kreuzung hatten wir irgendwie die Orientierung verloren. Wir hatten uns in der Touri-Info den Stadtplan eingeprägt, damit wir ihn nicht so offen in der Hand halten mussten und so direkt als Touristen erkannt werden-war aber völlig unnötig: 3 Weiße, davon einer mit Photoapparat, eine mit langen blonden Haaren und die 3. zwar Kurzhaarig, aber auch blond - na, wenn das mal keine Touris sind 😄 Tatsächlich wir waren die einzigen Weißen in der ganzen Innenstadt!!!!! Also gaben wir unsere "Tarnung" auf und beugten uns zu Dritt über den Stadtplan, irgendwo hier musste doch die Moschee sein! Maximal 2 Minuten schauten wir auf den Plan bis wir von einem Schwarzen, der aus einem Geschäft gekommen war, angesprochen wurden. "Ob er uns irgendwo hinbringen könne", errieten wir aus dem Englisch. Da man ja als welterfahrene Touristen weiß, dass man niemals auf so ein Angebot eingehen darf (hinterher kostet's viel Geld, oder man wird beklaut, entführt, im schlimmsten Fall in irgendeiner dunklen Ecke ermordet), winkten wir nicht gerade freundlich ab. Der nette Herr erklärte uns dann, dass wir keine Angst haben bräuchten, ihm gehöre hier der Laden und er wolle uns doch nur helfen! Oh Gott, was haben wir uns geschämt 😊 😊 😊 😊 Er erklärte uns dann den Weg zur Moschee auf dem Stadtplan (wir waren wirklich fast das) und wir bedankten uns so herzlich wir konnten, um unsere anfänglich Unfreundlichkeit wenigstens einigermaßen wett zu machen 😕
Moschee gefunden! War aber doch ziemlich schwierig, wir hatten uns so'n Gebäude aus 1000 und einer Nacht gedacht, war aber von unten Außen fast nicht zu erkennen, da es in einem Gewirr aus kleinsten, dunklen Gassen (nur für Fußänger) versteckt lag. Sah aus, wie in einem Basar, viele Kopftücher und Burkas - kurz dachte ich mir, wenn dich jetzt jemand in so einen Hinterhof zerrt und dich abmurkst-das merkt hier keiner! ; ganz schnell verdrängte ich diesen Gedanken 🙄
Am Eingang der Moschee wußten wir nicht so genau, ob wir wohl mal einen Blick ins Innere werfen könnten; wir standen so ein wenig unschlüssig rum; v.a. wir beiden Frauen. Dann wurden wir aber auch schon von dem "Hüter" (ich weiß nicht, wie man die richtig bezeichnet) angesprochen. Er gab uns allen eine schwarze "Kutte", die wir überziehen mussten, Schuhe aus und rein!! 😁 Wir bekamen eine ca 1 Stunde dauernde Privatführung durch alle Räume der Moschee 🙂 🙂 🙂 Verstanden haben wir nicht alles, aber er hat sich super Mühe gegeben, uns den islamischen Glauben zu erklären. Dazwischen beteten die Männer und warfen uns ab und zu mal einen schrägen Blick zu. Auch er fragte uns, woher wir kämen und war neugierig. Irgendwie hatte wir aber alle 3 den Eindruck, dass er mit der Antwort "Germany" nichts anfangen konnte. Richtig wohl haben wir beiden Frauen uns nicht wirklich gefühlt-war irgendwie komisch. Außerdem roch es nach "Füßen" und meine Tochter dachte immer nur an Fußpilz 😵 Aber eine wirklich tolle Erfahrung-ich weiß jetzt auch, wie doll man unter diesen schwarzen Gewändern schwitzt!!!! Irgendwann kamen wir wieder raus auf die Straße, nach der Stille in der Moschee erneut ein Schock für alle Sinne (inkl. Verkaufsstand für Woodoo oder Heiler Artikel: Knoch, Haare, Hörner etc. Leider, leider kein Bild). Kurz besuchten wir noch den indischen Markt (wurden überall angesprochen), waren aber irgendwie so überwältigt von den Eindrücken, dass wir nur noch zum Auto und raus aus dieser Stadt wollten.
Unser Wagen freute sich genauso wie wir, uns wiederzusehen! Wir fuhren zur marina (fast direkt gefunden 🙂 ) und tranken erst mal ein Bier!!! 😄 Das hatten wir uns verdient!!
Ziemlich erledigt fuhren wir über Umhlanga zurück, dort sollte es tole Restaurants geben. War abernix. Dann schauten wir noch in einem mozambiquanischen Restaurant in Ballito vorbei, da war alles voll und totale Hektik. DAS WOLLTEN WIR NACH DIESEM TAG GAR NICHT MEHR! Also, wo sind wir gelandet - klar, bei Siggi 😁 Schnitzel, Bier, draußen sitzen, RUHE - Oh Mann, wie schön 😛 😛 😛
Beim nächsten mal gib´s noch was zur Unterkunft- für alle Planer! Heute mag ich nicht mehr!!! Photos gab's so wenig, weil selbst meinem unerschrockenen Mann im Gewühl von Durban der Mut verlassen hat-die paar sind aus der "Hüfte" gemacht und dementsprechend schlecht 🤢
Resumee unseres Durban-Ausflugs: Wir sind nicht einmal in irgendeine brenzlige Situation gekommen! Die Leute waren nett und neugierig auf uns Ausländer. Das Problem war viel mehr in unseren Köpfen, weil wir vorab so viele Warnungen gelesen haben. Etwas mehr Unbedarftheit hätte uns gut getan 🙂
LottaThemenstarter401 Beiträge · seit 201112. Aug. 2014 · #102
So, letzter Beitrag jetzt erst fertig, also, wer früher schon angefangen hat zu lesen, der war zuuuu früh 🙂 Dauert bei mir immer ein bisschen mit allen Fotos und Änderungen 😉
Bernd1'182 Beiträge · seit 200613. Aug. 2014 · #103
Hallo Lotta,
schöner RB, tolle Fotos - vielen Dank!
Gruß, Bernd
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speed66751 Beiträge · seit 201113. Aug. 2014 · #104
Liebe Lotta,
ich kann mich nur anschließen: du hast eure Reise super anschaulich beschrieben - gerade die Eindrücke in Durban fand ich genial geschildert. Das kann ich total nachvollziehen. Vielen Dank fürs Schreiben und Teilen und die tollen Bilder! speed
lionfight1'324 Beiträge · seit 201313. Aug. 2014 · #105
Tolle Walbilder! Welche Brennweite habt Ihr da verwendet?
Bei der Hippo-tour: Welche Tageszeit war das? Welcher Touranbieter? Auch hier würde mich die verwendete Brennweite interessieren.
Danke für die Info!
Gruß! der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
LottaThemenstarter401 Beiträge · seit 201113. Aug. 2014 · #106
Da Interesse besteht, klinke ich mich mal als Ehemann und Knipser ein: Fotoausrüstung war eine Canon D1 Mark IV für die schnellen shots und eine 60D als backup, ansonsten hatten wir noch 'ne kleine Lumix dabei. Objektiv bei den Walen und bei schlechten Lichtverhältnissen (früh morgens und bei Dämmerung) war das EF 70-200mm 2.8 L II IS, ansonsten bei den Tierchen meist das neue Tamron 150-600mm. Sonst war noch das EF24-70 2.8L II, das EFS10-22mm und das EF100mm 2.8 Makro, der 2xExtender III (nie benutzt), 2 Stative (3- und 1-Bein), Bohnensack (hat sich super bewährt), Blitz, jede Menge Filter und sonstiger Kleinkram mit dabei (Gesamtgewicht ca. 18Kg, also nix mehr nur fürs Handgepäck 😠 ) Tour-Anbieter für Hippos ist der gleiche wie für die Wale, also Advantage (180 R p.P.) ca. 90Min, wir hatten die Spätnachmittags -Tour um 15.00Uhr, deswegen war das Licht optimal 😎 . Für' s whalewatching unbedingt die Cam gut wasserdicht einpacken (ich hatte den lens-coat), Filter und Sonnenblende montieren nicht vergessen; für die Wellenreitertour durch die Brandung kann man die Ausrüstung relativ sicher unter dem Sitz in einer Art Koffer unterbringen- bei dieser Etappe benötigt man auch beide Hände zum Festhalten, da ist ans Knipsen nicht zu denken (leider). Es lässt sich aber auch anschließend nicht vermeiden, dass alles mit Salzwasser durchtränkt wird 😈 Vermisst habe ich nur noch mehr Brennweite - kann nie genug sein - und ein paar Träger für das ganze Besteck, leider haben sich meine beiden Mädels meist geweigert 🙁 Günter
Freak9965324 Beiträge · seit 200914. Aug. 2014 · #107
Hi Lotta, vielen Dank für Deinen anschaulichen Bericht mit so vielen wunderbaren Fotos! Mich hat Deine Schilderung zum Bummel in Durban sehr gefreut. Man muss sich eben meistens doch einen eigenen Eindruck verschaffen! Wir hatten 2001 (als das Reiseland SA noch gar nicht so hoch im Kurs stand und vieles noch nicht so ausgebaut war wie heute) für den Weg von Durban nach Port Elizabeth die Strecke durch die ehemalige Transkei gewählt. Was gab es da für einen Alarm seitens der Freunde & entfernt-entfernt Verwandten, die in Pretoria lebten! Das sei sowas von gefährlich und die Strasse wahnsinnig schlecht und voller Schlaglöcher, die Bewohner würden Steine schmeissen, etc. Was war? Es war zum damaligen Zeitpunkt eine der besten (weil gerade erneuert) Strecken auf dem Weg bis Kapstadt, die Einwohner waren freundlich und zurückhaltend - zugegeben, wir wurden manchmal etwas angestarrt ( z. B. beim Tanken). Was lernten wir daraus? Die Ratschläge sind teilweise gut gemeint, aber veraltet, weil manch einer vor Ort seit Ewigkeiten keine aktuellen Erfahrungen gemacht hat. Im Fall dieser Strecke war es so, dass die meisten Südafrikaner die Strasse einfach nicht benutzt haben und somit nicht auf Stand der Dinge sein konnten. Fazit: einfach weiter so, immer selbst nachschauen 😁
Viele Grüße Melanie
Die Strasse gleitet fort und fort, weg von der Tür, wo sie beginnt, weit überland, von Ort zu Ort. Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Fusses nach, bis sie sich gross und weit verflicht mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiss es nicht.
J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe
LottaThemenstarter401 Beiträge · seit 201115. Aug. 2014 · #109
Zur Unterkunft in Salt Rock: The Saffron House 15 Robbins Road
Gefiel uns nicht! War äußerlich etwas runtergekommen, aber das war für uns nicht das eigentliche Problem. Die 2 Zimmer (2DZ mit großem Bad) waren auch wirklich ok, ´was komisch war, war die Atmosphäre! 🤢 Z.B. bei unserer Nachfrage nach einem netten Restaurant, wurde uns gesagt, auf dem Zimmer liegt ein Heftchen mit Tipps - da waren zwar welche aufgeführt, aber nur als Werbung. Der Frühstücksraum war die (ehemalige?) Küche des Hauses (die Familie wohnte in der umgebauten Garage), 3 kleine Tische, lieblos kunterbunt gedeckt, "Buffet" auf der Küchenanrichte; der Hausherr lehnte die ganze Zeit an dieser- man hatte den Eindruck, dass er nur wartete, dass wir endlich fertig sind. Er hat nicht einmal gefragt: "Was haben Sie heute vor? Hat es Ihnen gefallen? Wo fahren Sie als nächstes hin? etc..... Auch bei der Abschieds-Schlüsselübergabe kam gar nichts von ihm. Die Hausherrin hat nur das warme Frühstück zubereitet, ansonsten haben wir von ihr nichts mitbekommen. War irgendwie mehr als komisch. Aber da ja alles Geschmackssache ist, muss jeder für sich entscheiden, ob er dort wohnen möchte, bzw. ob er überhaupt nach Salt Rock will. 😕 Sauber war es auf jeden Fall! Da wir die Reise als Komplettpaket bezahlt haben, kann ich nichts zum Preis/Leistungsverhältnis sagen. Wenn man es günstig für 1 Nacht buchen kann, find ich es ok-aber keine zu großen Erwartungen! Hier ein paar Photos der Unterkunft:
LottaThemenstarter401 Beiträge · seit 201115. Aug. 2014 · #110
@Freak9965: Ja, eigentlich gebe ich Dir Recht. ABER...sind die weißen Südafrikaner (und ich denke schon, dass sie sich nach so langer Zeit als solche bezeichnen dürfen) alle vom Verfolgungswahn behaftet oder sperren sie sich selber zu Recht ein? Ich fand die Absicherungen ebenfalls etwas übertrieben, aber ich lebe auch nicht dort! Ich glaube einfach, als Tourist für 2 - 3 Wochen können und dürfen wir uns über die dortigen Umstände kein wirkliches Urteil erlauben! Bei uns ist alles gut gegangen-Glück oder ist es z. Zt. die Regel??? Meine Tochter, immer noch 18 Jahre alt , ist zur Zeit bis zum Uni-Beginn in Madrid. Sie schrieb mir heute, dass sie vor der Kathedrale von einer Blumenverkäuferin um 80 € "erleichtert" wurde- diese wollte Geld wechseln, meine Tochter wollte nett sein, und plötzlich fehlten ihr 80,- im Portemonnaie! Sie weiß nicht, wie das geschehen ist, die "Verkäuferin" natürlich weg; für ein junges Mädchen, das sich diesen Aufenthalt zusammengespart hat, war das ein Schock! Soll ich ihr jetzt sagen, dass sie keinem Menschen mehr helfen darf????? Ich denke, Sicherheitsprobleme gibt es in Afrika - aber, wie man sieht, leider auch in Europa. Von daher glaube ich schon, man muss vorsichtig sein - LEIDER- aber nicht nur auf anderen Kontinenten, sondern auch bei uns! Gesunder Menschenverstand hilft in den meisten Fällen! Ich hatte es für Durban schon einmal gesagt-und es gilt eigentlich für die ganze Reise: Wir haben uns nicht einmal bedroht gefühlt (außer bei "Henry" und den Elefanten 🙂 ), deshalb fahren wir auch weiterhin ohne große Angst in diese Länder, lassen aber die gleiche Vorsicht walten wie in Europa 🙂
Bernd1'182 Beiträge · seit 200616. Aug. 2014 · #111
Hallo Lotta,
vor etwa 20 Jahren haben wir gute Freunde in Zimbali / Ballito besucht, die sich in dem traumhaften Golf Resort ein sehr schönes Haus gebaut haben. Vorher hatten sie ein Haus in Sheffield (gleich neben Salt Rock). Da wurde zweimal eingebrochen. Danach haben sie sich ein besseres, vor allem besser geschütztes Haus in derselben Gegend gebaut. Auch da wurde eingebrochen und dazu haben sich konkurrierende Banden gegenseitig beschossen. Überall im Haus fanden sich Einschusslöcher. Das war unseren Freunden zu viel - deshalb bauten sie ein neues Haus in Zimbali.
Unsere Freunde haben im Handschuhfach ihres Autos einen Revolver - für den Notfall. Wenn sie notgedrungen in der Dunkelheit mit dem Auto unterwegs sind, halten sie unter keinen Umständen an - sie fahren auch bei Rot über die Kreuzung. Als wir sie ein anderes Mal besuchen wollten, haben sie uns abgeraten, weil es gerade einen Krieg der Taxifahrer in Ballito gäbe - es würde überall geschossen.
Natürlich kann vieles überall passieren, auch in Europa, auch in Deutschland. Ich glaube, ich kann das beurteilen, denn ich wohne nicht so weit weg von St. Pauli und der Bahnhofsgegend in Hamburg. Aber ich habe trotzdem keinen Revolver im Handschuhfach und ich fahre nicht bei Rot über die Kreuzung. Einen kleinen Unterschied sehe ich da schon.
Aber das alles gilt natürlich nur für die Ballungszentren. Wenn man die hinter sich gelassen hat, kann man das traumhafte Südafrika und die angrenzenden Länder ohne Angst und Sorge in vollen Zügen genießen. Wir machen das jedes Jahr immer wieder und immer länger.
Gruß, Bernd
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Bernd1'182 Beiträge · seit 200616. Aug. 2014 · #112
Doppelt
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LottaThemenstarter401 Beiträge · seit 201117. Aug. 2014 · #113
3. - 5.7.14 Montusi Mountain Lodge Royal Natal
Unsere letzte Etappe 🤢 Geht es Euch auch immer so, dass Ihr schon 2 -3 Tagen vor Ende der Reise traurig werdet??? Ich muss mir immer selbst in den Hintern treten, um auch die letzten Tage noch genießen zu können und nicht immer nur traurig zu sein. Über die N3 fuhren wir Richtung Norden. In Pietermaritzburg machten wir ein kleines Päuschen und besichtigten dieses kleine, nette Städtchen
Wir führten noch einige Studien hinsichtlich Schönheitsideal durch
Aber auch dort scheint ein Wandel stattzufinden
Über Bergville näherten wir uns den Drakensbergen. Teilweise dachten wir allerdings, auf einem anderen Kontinent zu sein - eher in Utah oder Arizona
Diesen jungen Mann beobachteten wir, als er tanzend (!!!!!) einen Feldweg entlangtrabte - vom Nirgendwo zum Nirgendwo 😉 Einfach unglaublich diese Lebensfreude 😛
Hinter Tugela kam sie in Sicht - die atemberaubende Kulisse der Drakensberge
Und bald danach fanden wir den Wegweiser zu unserer nächsten und letzten 😕 Unterkunft
Viele kleine Häuschen waren verteilt auf einem gepflegten Gelände. Eigentlich hatten wir ein 3-Bett Zimmer gebucht, bekamen aber ein eigenes Häuschen mit 2 Schlafzimmern, 2 Bädern, Wohnzimmer mit Kamin und Kochnische! Die Begrüßung auf der Lodge war sehr freundlich, wir buchten für den nächsten Morgen einen 2 stündigen Ausritt für unsere Tochter und für uns alle eine Massage am Abend - wir wollten uns mal so richtig entspannen. Nachmittags streiften wir einfach zu Fuß ein wenig durch diese einmalige Landschaft. Ich lass einfach mal wieder die Bilder sprechen
Abends gab es im großen Speisesaal ein Dreigang-Menu; leider waren sämtliche Vorhänge zugezogen, an Aussicht auf Berge, Landschaft oder Sterne war also nicht zu denken. Wir kamen uns ein bisschen vor wie in einer Gruft. 😕 Anschließend gönnten wir uns noch einen Absacker an der Bar mir 2 alten Bekannten aus der Leopard Mountain Lodge-wir hatten zusammen den Elefantenangriff er- und überlebt, so was schweißt zusammen und es gab viel zu erzählen 🙂
Am nächsten Morgen fuhren mein Mann und ich in Richtung Nationalpark, wir wollten uns ganz gemütlich die Gegend ein wenig anschauen (unsere Tochter war bereits mit einem Führer hoch zu Ross losgezogen. Diese Landschaft war einfach so traumhaft, dass ich das gar nicht beschreiben kann, sondern es mal wieder von Photos nur so wimmelt
LottaThemenstarter401 Beiträge · seit 201118. Aug. 2014 · #114
Immer wieder standen kleinere Dörfer am Wegesrand - die Armut war unübersehbar
In einem kleinen Handcraft-Market stiegen wir aus; ich brauchte dringend noch ein Geburtstagsgeschenk für meine Freundin. Das meiste gefiel uns nicht, aber in der Ecke, da standen wunderschöne, eckige Schalen, grob aus Holz geschnitzt. Von der Größe müssten sie so gerade in den Koffer passen, aber beim Anheben bekam ich einen Schrecken! Mann, waren die schwer!!!! Aber was tut man nicht alles für eine liebe Freundin 😉 Die würden wir auch schon noch irgendwie zu der anderen Holzschale und den diversen Glassachen aus dem Swaziland dazupacken können. Wir fahren ja erst morgen - Zeit genug, sich den Kopf darüber zu zerbrechen 😄 Zurück auf der Lodge hielten wir erst mal ordentlich Siesta in der Sonne und beobachteten die bunte Vogelwelt (VORSICHT-viele Vogelbilder 🙂 )
Am Nachmittag rafften wir uns noch einmal auf, die Buschmannzeichnungen direkt hinter dem NP-Eingang auf der rechten Seite zu besuchen (hatten wir als "Geheimtipp" gelesen - und möchte ich gern weiterempfehlen, weil wirklich sehr schön) Ein junges Mädchen stieg mit uns bei ordentlich heißen Temperaturen den Berg empor; wir stöhnten, japsten und schwitzten - sie lief in Jeans und Kapuzenpulli (es war ja immerhin Winter 🙂 ) leichtfüßig vor uns her. Die Zeichnungen selbst sollen nicht so ganz uralt sein, aber ein paar Jahrhunderte haben sie wohl doch auf dem Buckel; und schön waren sie allemal:
Beim Abstieg gingen die beiden Mädchen nebeneinander her. Ich hörte wie sie sich unterhielten: "Bist du verheiratet? Hast du Kinder? Was machst du? Wieviele Geschwister hast du?..." Da liefen eine 18-jährige aus Deutschland und eine 22-jährige aus Südafrika nebeneinander her und waren so neugierig aufeinander. Fand ich irgendwie toll!
Wir sahen noch ein paar Antilopen außerdem eine Horde Paviane, die den Berg ihr Eigen zu nennen schien. Glücklicherweise ließen sie uns aber in Ruhe.
Dann verabschiedeten wir uns von den Drakensbergen
... von Klippschliefern
... Heiligen Ibissen und anderen Vögeln
... und überhaupt von Afrika und seinen Menschen
Am nächsten Morgen fuhren wir über Bergville Richtung Jo-Burg - nicht ohne uns erneut zu fragen, ob Altkleiderspenden in Europa wirklich sinnvoll sind?
In Heidelberg ( 😄 😄 😄 ) aßen wir noch eine Pizza, bevor wir uns in das Gewühl der Straßen von Jo-Burg wagten (Stärkung muss sein 🙂 ) - aber, oh Wunder, wir verfuhren uns nicht, sondern fanden den Flughafen auf Anhieb 😄 War aber auch nicht ganz so schwierig, die Südafrikaner waren clever und haben riesige weiße Flugzeuge auf die Autobahnspur, die man nehmen muss, gemalt - das verstanden sogar wir Europäer 🤩 Ein letzter Abschied von unserem Autochen
und den Rest kennt ihr wahrscheinlich... Schlange stehen, einchecken, pünktlich (!) gestartet, die übliche Hektik in Abu Dhabi und dann rein in eine AirBerlin Maschine - zurück in Deutschland 🙂 Es fing gleich damit an, dass uns die Stewardess zurechtwies, als wir nach dem "Boarding complete" Plätze ändern wollten - so was sei nur mit ihrer Genehmigung erlaubt 🙁 Ok, wir werden es uns wieder abgewöhnen 😊 , jedenfalls bis zum nächsten Jahr 😛 Planen nämlich schon Namibia, diesmal vielleicht mit Dachzelt, wenn wir uns trauen 🤪
Eine schöne Geschichte gab's noch am Ende: Auf der Leopard Mountain Lodge hatte ich sie zum ersten Mal gesehen - weich, knuddelig und unheimlich schön gemacht. Auch am Flughafen in Jo-Burg begegnete ich ihnen erneut! Aber so ein Souvenir kauf man einfach nicht mehr in meinem Alter 🙁 Als ich zu Hause abends ins Bett wollte, saß er da, mitten auf meinem Kopfkissen 🤩 🤩 🤩
Mein Mann hatte ihn auf der Leopard heimlich gekauft und er hatte uns schon -ohne mein Wissen- die halbe Reise begleitet 😁
Hanne6'152 Beiträge · seit 200618. Aug. 2014 · #115
hallo Lotta,
glaube da ist Dir ein verkehrtes Foto reingerutscht 😉 mehr Wasser als Felszeichnungen 😛 Beste Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
LottaThemenstarter401 Beiträge · seit 201118. Aug. 2014 · #116
@Hanne: Oh ja 🙂, hab´s auch bemerkt und schon geändert :-D Du bist aber schnell 🙂 🤪 war doch mal wieder noch gar nicht fertig 😉 Jetzt aber 🤩 🤩 Danke an alle, die den Reisebericht begleitet haben-hoffe, er war nicht zu lang und mit zu vielen Bildern versehen! LG Lotta
Freak9965324 Beiträge · seit 200918. Aug. 2014 · #117
@ Bernd & Lotta:
Ich finde es widerspricht sich gar nicht, was wir drei da so an Erfahrungen erzählt haben, im Gegenteil. Vorsicht, na klar und auch ausreichend, passieren kann immer was. Aber angewendeter gesunder Menschverstand ist hilfreich und relativiert teilweise angstgetriebene Schilderungen.
(Unsere Hochzeitsparty vor zwei Jahren fand direkt auf St. Pauli in der St.Pauli-Bar neben der Davidswache statt. Schön war's, aber selbstverständlich sind wir nachts um 4.00h alle gemeinsam zum Hotel marschiert.... 😉 )
LG Melanie
Die Strasse gleitet fort und fort, weg von der Tür, wo sie beginnt, weit überland, von Ort zu Ort. Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Fusses nach, bis sie sich gross und weit verflicht mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiss es nicht.
J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe
Hanne6'152 Beiträge · seit 200618. Aug. 2014 · #118
hallo Lotta,
na ja - Dein Reisebericht hat mich deshalb so sehr interessiert, weil wir einen Teil im Januar/Februar auch fahren sind auch auf der Leopard Mountain Lodge 🙂 aber auch in Salt Rock -- für 1 Ü auf dem Weg von Oribi Gorge nach St.Lucia, allerdings in einer anderen Unterkunft, mal sehen wie es uns gefällt, ansonsten fahren wir einfach ein Stück weiter. Danke nochmals für den unterhaltsamen Reisebericht und die netten Fotos. Liebe Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Nane421'362 Beiträge · seit 201118. Aug. 2014 · #119
Hallo Lotta,
schön war`s 😁 😁 ! Hat wirklich Spass gemacht, mit Euch zu fahren und einige Fotos fand ich wirklich außergewöhnlich (Stadtleben in Durban, die Wale, etc.) ... Vielen Dank für`s zeigen 😘 !! Hab` übrigens seit neuesten einen "kleinen Leoparden 😉 ", der heisst auch HENRY 😁 ; super süsse Idee von Deinem Mann !!
Susi651'127 Beiträge · seit 201119. Aug. 2014 · #120
Hallo Lotta,
das waren ja noch einmal wunderschöne Bilder von den Drakensbergen 🙂 ...vielen Dank fürs Steigern meiner Vorfreude 😉 . Ich hoffe wir haben im nächsten Jahr genauso schönes Wetter dort wie ihr. Vielen Dank auch für deinen kurzweiligen Reisebericht. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit euch unterwegs zu sein, und dein Reisebericht war nicht nur so'n Appetitanreger für mich 🙂 .