San-Steinwerkstatt???

12 Antworten · 2'246 Aufrufe · gestartet 02. Mai 2014 von fotomatte
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Themenstarter2'513 Beiträge · seit 200902. Mai 2014 · #1
Hallo,

ein Schweizer Freund hat mich zu folgenden Bildern gefragt,ob das eine Werkstätte zur Steinbearbeitung der San sein könnte.Die Fotos wurden im Ugab-Rivier aufgenommen,mehr Infos habe ich leider nicht.
Über die "komische" Ausrüstung der Protagonisten muss sich niemand wundern,die Personen sind Reptiliensucher-anlässlich dieser Tätigkeit habe ich sie auch auf "Wüstenquell" kennen gelernt,und wir hatten eine feine Zeit miteinander.
Dazu gibt es demnächst mehr in meinem aktuellen Reisebericht zu lesen.

Über jede Info freue ich mich-Max übrigens auch,er liest mit.

📎 h38ef360.pdf



Vielen Dank vorab,
Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
538 Beiträge · seit 201202. Mai 2014 · #2
Hallo Matthias,
beim Stichwort "Wüstenquell" fiel mir das Video der Farm ein (im Netz). Es zeigt "dunkle Steine", die in Wirklichkeit aber Scherben sind, also Ton-Artefakte.

Was haben Deine Bekannten gefunden, sind es wirklich Steine?

LG.
rolfhorst
4'129 Beiträge · seit 200802. Mai 2014 · #3
Hallo, fotomatte! Hallo, Max!

Es gibt auch viele andere Gründe, warum Steine zerspringen: Wasser, Frost, Hitze, und undifferenzierte Schläge...
Vorweg: Ich kann hier nur mit meinem engagierten Laienwissen etwas dazu sagen. Zudem kann ich Ort und Lage natürlich nicht beurteilen.
Auch lässt sich nach den Fotos keine Aussage machen, welchem Zeitraum diese Steinstücke zuzuordnen sind, - kann sein, dass etwas älter; kann sein, dass jung.

Es spricht m.E. nichts für einen Abschlagplatz oder für zielgerichtet bearbeitete Stücke.
Pfeilspitzen (auch Fragmente) sind nicht dabei.

Allgemein befinden sich Historische Abschlagplätze dort, wo auch die Steinvorkommen sind. Die begehrten Steine wurden nicht erst davon getragen und dann bearbeitet, - denn, zerbricht das Werkstück muss man ggf. erneut weite Wege in Kauf nehmen, also wurde „vor Ort“ gearbeitet. Und in diesem Fall sind nur diese wenigen Stücke da.
Hinzu kommt, dass bei historischen Abschlagplätzen die Abschläge eine Patina haben. Es mag an den Aufnahmen liegen, aber die scheint hier zu fehlen.
...also, zwei entscheidende Indizien dagegen, dass das Abschläge sein könnten, auch wenn mitunter Meister Zufall Formen hervorbringt, die einen dazu verführen an „Bearbeitung“ zu glauben.
Das kennen wir gut...
Andererseits haben wir über die vielen Reisemonate in der Sahara schon einige tatsächliche steinzeitliche Abschlagplätze gefunden (insbesondere in Gegenden großer Felsritzungen und Reliefs), da sind dann massenhaft Abschläge - und Patina. Und das trainiert das Auge.

Gruß lilytrotter

Übrigens: Auch in der Neuzeit spielen einige Steinzeit und basteln sich Steinwerkzeuge, San und selbst Europäer: Wir kennen einen, der fährt dafür in die Sahara und stellt dort in stillen Stunden zur Erbauung exzellente Pfeilspitzen und Faustkeile her...
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
497 Beiträge · seit 201202. Mai 2014 · #4
Hi Fotomatte,

Ich denke schon, dass das Steinzeit-Messer und Sähespitzen darstellen können. Wenn du es genau wissen willst, dann schreibe mal Werner Pfeifer. Der ist selbst noch aus der Steinzeit ( https://www.facebook.com/werner.pfeifer.90 ) und kennt sich mit sowas sehr gut aus.

wpfeifer@lcfn.info

Liebe Grüße,
Sebastian
Info-Namibia www.info-namibia.com
Themenstarter2'513 Beiträge · seit 200903. Mai 2014 · #5
Hallo,

@Sebastian:Vielen Dank für die Info und die Adresse-werde ich probieren und berichten.Für mich sehen die Steine definitiv auch bearbeitet aus.

@lilytrotter:Herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort.Deine Argumentation bezüglich der Abschlagplätze klingt für mich plausibel,aber die Steine sehen für mich bearbeitet aus.

@rolfhorst:Es sind definitiv keine Scherben,und der Fundort hat auch nichts mit "Wüstenquell" zu tun.

viele Grüsse,
fotomatte
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38 Beiträge · seit 201203. Mai 2014 · #6
Hallo,
Dazu kann ich aus meiner Erfahrung sagen (viele Reisen durch Namibia und 34 Jahre Ehe mit einem Archäologen): die schwarzen Steinartefakte können viele tausend Jahre alt sein. Sehr verständlich beschrieben ist das Erkennen von prähistorischen Hinterlassenschaften unserer Vorfahren in Namibia in dem neu erschienenen Buch "Archäologischer Reiseführer Namibia" von Peter Breunig 🙂
Rheinische Grüße
Themenstarter2'513 Beiträge · seit 200931. Mai 2014 · #7
Sodele,

ich hole den Faden nochmals hoch in der Hoffnung,doch noch mehr raus zu bekommen.
Meine mail an Werner Pfeifer ist leider ohne Antwort geblieben-bis heute.Kann ja sein,dass er irgendwo im Busch sitzt-und deshalb keinen Empfang hat.
Also,sollte mir Jemand etwas zu den Steinen sagen können,wären ich-und vor allem Max-darüber sehr froh.

Viele Grüsse,
fotomatte
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886 Beiträge · seit 200731. Mai 2014 · #8
Hallo Fotomatte,

Zu den Steinen kann ich Dir leider nichts sagen, aber ich kann Dir sagen, dass Werner Pfeifer definitiv zur Zeit in Deutschland ist. Ich bin ihm letztes Wochenende begegnet und er erzählte, dass er 3x(?) wöchentlich in einem Museum bzw. Steinzeitdorf in Schleswig Holstein arbeitet. Es könnte sein, das es Albersdorf ist, bin mir nicht mehr ganz sicher, welchen Namen er genannt hat.

LG
Lisolu
zuletzt bearbeitet 31. Mai 2014
728 Beiträge · seit 200601. Juni 2014 · #10
Hallo Mathias,
als Schleswig-Holsteiner kann ich dir sagen, dass es sehr gut das Steinzeitdorf in Albersdorf in Dithmarschen sein kann. Die machen da "solche Sachen".
Ruf doch mal an - sind alles nette Leute:
http://neues.aoeza.de
Archäologisch-ökoligisches Zentrum Albersdorf.
Dort ist auch ein Foto vom "Steinzeitjäger Werner" zu sehen.Ist das Werner Pfeifer?
Gruß
Reinhard
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3 Beiträge · seit 201414. Juni 2014 · #11
Diese Steine finden sich häufig in ariden Gegenden des westlichen Namibias. Es sind sogg. "Windkanter", also Steine, die im Laufe der Zeit (Jahrtausende!) vom Sand, den der Wind transportiert, einseitig geschliffen werden - bis, ja bis irgendein Ereignis den Stein wendet - dann wird die nächste Seite geschliffen, es bildet sich eine Kante - bis, ja, bis wiederum ein Ereignis den Stein wendet ---usw. So entstehen diese schönen "natürliche Artefakte". Die Ereignisse? Starkregen schwemmt ihn weg oder ein Tier stößt dagegen oder eine Saatkorn geht auf und der Spross kippt den Stein um - oder, oder...
Die ersten brachte mir mein Schwager von Namibia mit, der ist Geologe. Die nächsten fand ich selber - im Soussoussflei, im Damaraland usw.
Manche glänzen wie lackiert - auch dazu haben die Geologen eine Erklärung (das Internet auch:-).
Europäer, Weltenbummler, Afrikaverhexter
6 Beiträge · seit 201418. Juni 2014 · #12
Hi,
ist das in der Nähe von Sorris Sorris? Sieht jedenfalls so aus. "Windkanter" sind das keine, das sind Abschläge und ein Kernrest aus einem dunklen vulkanischen Gestein, das sich für Steinwerkzeuge eignet. Auch bei den weißen Steinen (Quarze) auf dem Foto könnten Abschläge oder Geräte dabei sein, ist i.d.R. nur schwieriger zu erkennen.
Grüße von Bidi
2'060 Beiträge · seit 201324. Juli 2015 · #13
Hallo Matthias,

dein Thread hat mich von Anfang an fasziniert, doch konnte ich bislang nichts dazu beitragen. Nun wurden uns auf der heurigen Reise sowohl auf Omandumba während eines Scenic drives zu Felsmalereien als auch bei einem Ausflug mit Marius Steiner von Camp Aussicht aus Plätze gezeigt, wo solche Steine in Mengen herumlagen, und sie wurden in allen Fällen als Werkzeuge deklariert.

Gerade die Tatsache, dass es eine Gesteinsart war, die dort im weiten Umkreis sonst nicht vorkommt, wurde als Argument benutzt, dass diese Steine von Menschen hierher gebracht worden sind. Vielleicht waren es Tauschobjekte? Man hat ja auch Muschelschalen schon an Orten gefunden, wo weit und breit kein Meer ist oder war. Im übrigen waren einige dieser Plätze hoch oben in den Felsen, wo die Steine bestimmt nicht angeschwemmt worden sind.

Auf Omandumba gibt es einen kleinen Sammelplatz, wo solche Werkzeuge "ausgestellt" sind, dazu fand man auch Mahlsteine und Tonscherben. Im Farnhaus von Omandumba befindet sich ein komplettes Tongefäß und einige kaputte sowie weitere Fundstücke.

Ich kann nur wiedergeben, was uns gesagt und gezeigt wurde - beweisen kann ich es nicht. 😉
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2015