ElisThemenstarter25 Beiträge · seit 201303. Nov. 2013 · #1Liebe Namibia-Experten,
wir möchten Namibia im August mit unseren beiden Kindern bereisen. Haben unter anderem evtl. vor den Etosha-Nationalpark zu besuchen.
Wie seht Ihr das mit der Malarieprophylaxe - Eure Erfahrungen?
Danke für Eure Mühe
Es grüßt Euch herzlich eine Afrika-Beginner-Familie
absolute Fans 🙂
marc21191 Beiträge · seit 200703. Nov. 2013 · #2Hallo Elis
Ueber Malariaprophylaxe ist schon viel geschrieben wordem. Ich verstehe Eure Frage gut, ging mir bei meinem ersten Aufenthalt in Tropenregionen ebenso. Man hätte gerne Tips und Hilfe, abseits von Panik oder zu grosser Gelassenheit.
Dennoch: aus rechtlichen Gründung (Haftungsklagen) finde ich es schwierig in einem Forum schriftlich dazu Stellung zu nehmen. Dazu kommt, dass nur mit genauer Reiseroute überhaupt eine Rsikoabschätzung gemacht werden kann. Dies und Eure individuelle Risk Tolerance wird dann zu einer Empfehlung führen. Perönliche Tips sind meiner Meinung nach deshalb eher problematisch.
Ich würde einen Tropenarzt mit Namibia-Erfahrung fragen.
LG
Marc
BAbade1 Beiträge · seit 201303. Nov. 2013 · #3Hallo Elis!
Hier sollte man sich wirklich bei ausgewiesenen Fachleuten Rat holen, gerade auch wegen der Kinder. Am sichersten ist man da bei Tropenmedizinern aufgehoben. Es lohnt sich wirklich nicht an dieser Stelle zu lässig zu sein. Die Folgen sind enorm.
Grüßt mir den Ethosha Park und sagt ihm, wir kommen auch bald wieder.
Schönen Urlaub
Marianne
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200603. Nov. 2013 · #4Hallo Ellis,
schaut Euch mal im Forum um. Erst in den letzten Tagen haben wir uns hier die Köpfe heiss diskutiert über die Malaria-Prohpylaxe. Und ich nehme einfach mal an, jetzt wird diese Diskussion zum 100tausendsten male wieder anfangen.
Deshalb finde ich den post von Marc sehr gut: Geht mit Eurer Route in ein Tropeninstitut, falls eines in der Nähe ist, und last Euch dort beraten.
Gruss Beate
PS: ich bin absoluter Befürworter der Prophylaxe
ElisThemenstarter25 Beiträge · seit 201303. Nov. 2013 · #5Vielleicht sollten wir den Etosha NP wegen der Malariagefahr im August auslassen 🙁
Wir tragen Verantwortung für die Kinder, bei uns beiden wüßte ich gleich wie ich mich entscheinden würde. Doch die Prophylaxe für Kinder halte ich für zu belastend.
Was denken andere darüber?
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200604. Nov. 2013 · #6Elis schrieb:Vielleicht sollten wir den Etosha NP wegen der Malariagefahr im August auslassen 🙁
... ihr solltet eure Kinder auch mit Autan einreiben, bevor ihr sie hierzulande im Dezember auf den Schulweg schickt.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
ElisThemenstarter25 Beiträge · seit 201304. Nov. 2013 · #7Wie meinst Du das?
Bin für jeden ausführlichen Satz dankbar Wolfgang 🙂 ich sehe, Du bist ein erfahrener "Afrikaner" - genau so einen suche ich ... :_))))
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200604. Nov. 2013 · #8... ihr seid zu einer Zeit unterwegs, zu der die Mücken so aktiv sind wie bei uns im Winter. Ich bin ein Freund von Malariaprophylaxe, aber im August in Namibia würde ich nochmal gründlich darüber nachdenken.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Toni_1962256 Beiträge · seit 201204. Nov. 2013 · #9Guten Morgen 🙂
Wahrscheinlich habe ich es überlesen, aber wie alt sind deine Kinder?
OROrgula86 Beiträge · seit 200704. Nov. 2013 · #10Auf keinen fall auslassen! Ich war auch dort mit Kindern ohne Prophylaxe! Einschmieren aufpassen und gut. Als ich in Botswana war haben wir Prophylaxe gemacht, war auch kein Problem. Aber da waren wir auch drei Wochen, bei zwei tagen, tät ich aufpassen
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201204. Nov. 2013 · #11Elis schrieb:Vielleicht sollten wir den Etosha NP wegen der Malariagefahr im August auslassen 🙁
Wir tragen Verantwortung für die Kinder, bei uns beiden wüßte ich gleich wie ich mich entscheinden würde. Doch die Prophylaxe für Kinder halte ich für zu belastend.
Was denken andere darüber?
Wir haben 8 Jahre in Tsumeb gelebt, waren während der Saison laufend in der Etoschapfanne. Dann bin ich den gesamten Bereich der Etoschapfanne und angrenzenden Farmen in Trocken- und Regenzeit zu Fuß durch. Immer wieder, und wir haben zum Teil in Astgabeln geschlafen, und wurden aufgefressen durch Moskitos. Meine Kinder sind in Tsumeb geboren, und sind mit uns als Babys und Kleinkinder in die Etoschapfanne. Wir leben alle noch, auch ohne Prophylaxe. Und ohne Malaria.
Wenn man natürlich richtig panikartig zu reagieren neigt, dann sollte man sich zuhause einsperren und bloß nicht den Fuß aus dem Haus setzen. Auch in Europa gibt es Stechmücken.
Selbst in Windhoek kannst Du Dir Malaria einfangen, wenn ein Infizierter in der Nähe ist und ein Moskito den Infizierten und Dich angeknabbert hat.
Wenn man auch davor in Panik gerät, sollte man lieber zuhause bleiben.
Deine Kinder täten mir leid, wenn Du ihnen das vorenthalten würdest. Denn jedes Jahr fahren tausende Kinder ohne Prophylaxe in die Etoschapfanne, und überleben das! 😄 😄 😄
Was ich als unbedingt erforderlich ansehe, sind Impfungen wie Polio und Tetanus!
Toni_1962256 Beiträge · seit 201204. Nov. 2013 · #12swakop 🙂
es geht doch nicht um Panik, sondern um berechtigte Fürsorge von Eltern 🙂
traurig und bedenklich wäre es doch eher, wenn Eltern Risiken für die Kinder nicht abwägen würden ... 😉
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200604. Nov. 2013 · #13Swakop1952 schrieb:Elis schrieb:Vielleicht sollten wir den Etosha NP wegen der Malariagefahr im August auslassen 🙁
Wir tragen Verantwortung für die Kinder, bei uns beiden wüßte ich gleich wie ich mich entscheinden würde. Doch die Prophylaxe für Kinder halte ich für zu belastend.
Was denken andere darüber?
Wir haben 8 Jahre in Tsumeb gelebt, waren während der Saison laufend in der Etoschapfanne. Dann bin ich den gesamten Bereich der Etoschapfanne und angrenzenden Farmen in Trocken- und Regenzeit zu Fuß durch. Immer wieder, und wir haben zum Teil in Astgabeln geschlafen, und wurden aufgefressen durch Moskitos. Meine Kinder sind in Tsumeb geboren, und sind mit uns als Babys und Kleinkinder in die Etoschapfanne. Wir leben alle noch, auch ohne Prophylaxe. Und ohne Malaria.
Wenn man natürlich richtig panikartig zu reagieren neigt, dann sollte man sich zuhause einsperren und bloß nicht den Fuß aus dem Haus setzen. Auch in Europa gibt es Stechmücken.
Selbst in Windhoek kannst Du Dir Malaria einfangen, wenn ein Infizierter in der Nähe ist und ein Moskito den Infizierten und Dich angeknabbert hat.
Wenn man auch davor in Panik gerät, sollte man lieber zuhause bleiben.
Deine Kinder täten mir leid, wenn Du ihnen das vorenthalten würdest. Denn jedes Jahr fahren tausende Kinder ohne Prophylaxe in die Etoschapfanne, und überleben das! 😄 😄 😄
Was ich als unbedingt erforderlich ansehe, sind Impfungen wie Polio und Tetanus!
Hallo,
mit derselben Begründung bräuchtest Du auch beim Autofahren keinen Sicherheitsgurt tragen.
Stell Dir vor, ich fahre seit 40 Jahren Auto, überall auf der Welt. Und ich hatte noch keinen Unfall. Für was brauche ich denn dann einen Sicherheitsgurt???
Beate
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201204. Nov. 2013 · #14@ Beate
Keiner hat abgeraten, ich sehe es dennoch als Panikmache an, jemandem Prophylaxe für die Etoschapfanne zu empfehlen, zumal Du auch in Mariental oder Windhoek eine Malaria einfangen kannst. Man kann auch vorab vor Angst sterben. Im August hat es auch zumeist noch nicht geregnet, alles ist trocken und es gibt kein offenes Wasser. Wo sollen denn die Moskitos groß brüten? Ja, in den Regenwassertonnen an den Häusern. Aber auch da fehlt mir die Malariainfektion. Bisher. Ist nie auszuschließen.
Deine Argumente hinken. Gewaltig! Und wem die Aussagen Anderer nicht passen aufgrund vorgefaßter Meinung, der sollte lieber nicht fragen.
Die Einheimischen in NAM lachen sich sowieso über solche Panikmache kaputt. Wo kämen sie hin, wenn sie das ganze Jahr Prophylaxe in sich hineinziehen würden? Mit Leberzirrhose ins Krankenhaus?
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200604. Nov. 2013 · #15Swakop1952 schrieb:@ Im August hat es auch zumeist noch nicht geregnet, alles ist trocken und es gibt kein offenes Wasser. Wo sollen denn die Moskitos groß brüten?
Naja, es ist schon ein Unterschied, ob ich dort lebe oder nur Urlaub mache. Wenn ich dort lebe, muss ich mit dem Gefahren leben (in Deutschland ist das eben wieder vergleichsweise der Autoverkehr). Aber warum sollte man im Urlaub unnötiges Risiko eingehen?
Abgesehen davon: genau aus den von Dir genannten Gründen nehme ich Malarone. Da muss man nicht lange vorher mit der Einnahme beginnen sondern kann in Ruhe schauen, ob es Moskitos gibt. Und wenn ja, dann fängt man halt an. Wenn keine Moskitos unterwegs sind, dann lässt man es sein.
Gruss Beate
Toni_1962256 Beiträge · seit 201204. Nov. 2013 · #16Swakop1952 schrieb:
Die Einheimischen in NAM lachen sich sowieso über solche Panikmache kaputt. Wo kämen sie hin, wenn sie das ganze Jahr Prophylaxe in sich hineinziehen würden? Mit Leberzirrhose ins Krankenhaus?
Swakop,
ich lese ja gerne deine Postings, die informativ, oft auch provokativ, auf jeden Fall in ihrer Art durchaus sympathisch sind und in ihrer Offenheit dir eigen.
Aber das mit der namibischen Bevölkerug, die sich über Panikmache wegen Malarie kaputt lachen, geht nun doch zu weit, da dies unverantwortlich von dir dargestellt ist. Du weißt sicherlich selbst als aufgeklärter Kenner Namibias, dass für Kinder unter fünf Jahren Malaria die wichtigste Todesursache in Namibia ist!
Die Einstellung der Gesundheitsvorsorge Einheimischer in Afrika bezüglich Malaria, Aids und Bilharziose, um mal diese zu nennen, sollte kritisiert und nicht beklatscht werden!
Ansonsten weiter so 🙂
GUGuido.Gast04. Nov. 2013 · #17Hallo,
beate schrieb:[mit derselben Begründung bräuchtest Du auch beim Autofahren keinen Sicherheitsgurt tragen.
Stell Dir vor, ich fahre seit 40 Jahren Auto, überall auf der Welt. Und ich hatte noch keinen Unfall. Für was brauche ich denn dann einen Sicherheitsgurt???[/quote]
Hier geht es um Risikoabwägungen und der immer wieder gebrachte Vergleich mit dem Sicherheitsgurt hinkt da etwas. Für eine Risikoabwägung ist nicht nur die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadens maßgeblich, sondern auch die Art des drohenden Schadens.
Bei einem Autounfall hat man eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dauerhafte, nicht heilbare Schäden oder sogar den Tod zu erleiden. Eine Malaria ist dagegen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gut behandelbar und heilbar. Einzige Vorbedingung dafür ist eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung. Insofern kann eine Entscheidung pro Gurt und contra Prophylaxe rational und logisch sein.
Davon abgesehen ist es im August in der Regel nicht nur zu trocken, sondern auch zu kalt. (Anopheles)Mücken sind nachtaktiv und wechselwarme Tiere, d.h. die können im Gegensatz zu uns ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren und sind komplett von den Außentemperaturen abhängig. Das es bei uns in Deutschland im Winter keine Mücken gibt, liegt ja auch nicht an mangelnder Feuchtigkeit. Feuchtigkeit und Pfützen und somit Plätze zur Eiablage haben wir dann üblicherweise mehr als genug. Es gibt aber keine Mücken, weil es für die wechselwarmen Tiere (und deren Larven) dann zu kalt ist. Okaukuejo hat im August eine Durchschnittsmindesttemperatur von 8°C und da funktioniert die Anopheles nicht richtig und die Larvenentwicklung schon gar nicht.
Klar bleiben immer Restrisiken, aber wenn man sich gegen alles absichern will, dann muss man auch Malariaprophylaxe nehmen, wenn man von Frankfurt nach Grönland fliegt oder so. Ab und an fangen sich nämlich Leute am Flughafen Frankfurt durch eingeflogene Moskitos eine (sogenannte Flughafen-) Malaria ein.
Ansonsten kann ich mich nur dem anschließen, was hier immer wiederholt wird: Man lasse sich fachlich beraten, informiere sich am besten zusätzlich selbst noch etwas und entscheide dann eigenverantwortlich.
Beste Grüße
Guido
GUGuido.Gast04. Nov. 2013 · #18Hallo,
Toni_1962 schrieb:Du weißt sicherlich selbst als aufgeklärter Kenner Namibias, dass für Kinder unter fünf Jahren Malaria die wichtigste Todesursache in Namibia ist!
Nur interessehalber: hast Du dafür eine Quelle? Der WHO-Malaria-Report 2012 weist auf Basis der Daten für 2010/2011 nur 6-36 Malaria-Todesfälle insgesamt für Namibia aus. Natürlich kann man bei Statistiken aus Namibia häufig ein Fragezeichen setzen. Aber auch die WHO ist sich der unterschiedlichen Datenqualität in verschiedenen Ländern bewusst, stuft einerseits die Datenqualität für Namibia als recht hoch ein und setzt andererseits Korrekturfaktoren und Spannen an um ein plausibles Maß an statistisch nicht erfassten Fällen einzurechnen.
Beste Grüße
Guido
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200904. Nov. 2013 · #19Hallo Toni,
Du weißt sicherlich selbst als aufgeklärter Kenner Namibias, dass für Kinder unter fünf Jahren Malaria die wichtigste Todesursache in Namibia ist!
Dem muss ich widersprechen. Wir waren gerade am Freitag im Katutura State Hospital und Central Hospital in Windhoek zur Hospitation auf den Kinderstationen. Lt. den dort arbeitenden Ärzten sind die häufigsten Todesursachen Infektionen durch verunreinigtes Wasser und mangelnde Hygiene sowie Unterernährung!
Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit
www.butterblume-in-afrika.de
Erika2'338 Beiträge · seit 200704. Nov. 2013 · #20Liebe Beate, du schriebst:
mit derselben Begründung bräuchtest Du auch beim Autofahren keinen Sicherheitsgurt tragen.
Stell Dir vor, ich fahre seit 40 Jahren Auto, überall auf der Welt. Und ich hatte noch keinen Unfall. Für was brauche ich denn dann einen Sicherheitsgurt???
Dein Vergleich hinkt ein wenig, weil:
Eine Malariaprophylaxe ist eventuell schon nach kurzer Zeit mit sehr unangenehmen Nebenwirkungen verbunden.
Beim Sicherheitsgurt tragen ist auch nach Jahrzehnten mit keinen Nebenwirkungen zu rechnen.
Viele Grüsse
Erika