marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200730. Okt. 2013 · #1
Unsere Reise
5. Oktober Lusaka Pioneer Lodge 6./7. Oktober Tafika South Luangwa NP 8./9. Oktober Chikoko Tree Camp South Luangwa 10. Oktober Tafika 11. Oktober Pioneer Lodge, Lusaka 12./13. Oktober Mc Bride Kafue NP 14./15. Oktober Mayukuyuku Kafue NP 16./17. Oktober Kaingu Kafue NP 18. Oktober Pioneer Lodge Lusaka
5. Oktober 2013
Unsere Reise nach Sambia beginnt am 4. Oktober abends. Wie bei all unseren Afrikareisen sind wir zwei Familien, damit wir mit zwei Autos bei etwaigen Pannen besser gerüstet sind... Aber zuerst werden wir pilotiert. Unsere Freude fliegen mit Emirates via Dubai, wir nehmen den Flug mit Swiss via J’burg. Swiss kommt beim Rücvkflug bereits frühmorgens in Zürich an, Emirates erst am Nachmittag und unsere Tochter muss danach wieder in die Schule. Mit (Eltern) und ohne (Tochter) Wein vergeht der Flug im Flug, die Koffer werden direkt nach Lusaka durchgecheckt, bei der Ausreise aus Südafrika werden unsere Gelbfieberimpfungen kontrolliert. Weshalb dies bei der Ausreise und nicht bei der Rückreise getan wird ist schleierhaft und epidemiologisch nicht ganz eimfach zu erklären.
Nach einem angenehmen Aufenthalt in J’burg kommen wir am Nachmittag im gemütlichen internationalen Flughafen von Lusaka an. Dies ist nun Sambia – „real Africa“, wie werden die ersten Eindrücke wohl sein? Wie im Forum berichtet werden Fingerabdrücke und Foto gescannt - ein Vorgang der rasch geht. Die Visas erhalten wir problemlos. Die ganze Einreise ist einfach und die Beamten äusserst freundlich. Diese Freundlichkeit wird uns auf der Reise in Sambia durchgehend begleiten. Nach der Ankunft Geldwechsel und Transfer ins Pioneer Camp wo wir eine Nacht bleiben. Gut wechseln wir unsere $ in Kwachas. In den Camps kann man meistens nur so bezahlen, allenfalls noch mit Kreditkarte. Es empfiehlt sich allen, welche die Ferien nicht mit Tellerwaschen verbringen wollen nach der Ankunft in Sambia zuallererst Geld zu wechseln.
6. Oktober
Frühmorgendliches und rasches Umpacken bei einer Laune die mit Sambia nicht gamz im Einklang ist, da wir einen Teil des Gepäcks für die zweite Woche in Lusaka lassen. Wir werden ujs schon noch an die afrikanische Stimmung gewöhnen...Die Flüge innerhalb von Sambia erlauben maximal 15kg Gepäck pro Person. Zeltplanen, Heringe, Ueberbrückungskabel, Reifenpannenspray .... bleibt dürfen nicht mitreisen. Zuerst geht es also für eine Woche nach Tafika in den South Luangwa NP. Das erste Mal in Afrika gehen wir in eine Lodge und werden neben Gamedrives auch drei Tage zu Fuss unterwegs sein, mit Führer. Mal sehen wie das wird. Unsere Tochter hat uns im Vorfeld die Hölle heiss gemacht:„Mit Führer zu reisen ist nicht Afrika. Ich will doch in keine dieser doofen Lodges ...“. Die Erklärung, dass gerade in Sambia lokale Führer gut ausgebildet werden und ganze Familienclans finanziell über Wasser halten überzeugt unsere jugendliche Tochter nicht. Wir fliegen trotzdem von Lusaka zum Mfuwe International Airport (es gibt tatsächliche eine Verbindung nach Lilongwe!), und werden hier von Lloyd abgeholt, der auf dem Weg nach Tafika eine Ueberraschung plant.
Ich freu mich auf den Bericht und bin gespannt, was Ihr von Kafue erzählt - wir waren ja im September dort 😉
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200730. Okt. 2013 · #3
Schade müssen wir nicht nochmals durch den Zoll...
Tatsächlich ist die Freude gross, als wir bereits bei der Fahrt nach Tafika ein ganzes Rudel Wildhunde beobachten dürfen. Wenn man sie sieht darf ist es klar, es sind Hunde, richtige Hunde, keine Hyänen, keine Wölfe etc. Wie man den Fotos entnehmen kann gibt es bei allen Hunden ein Schuhspiel-Gen. Nicht nur unsere Welpen, auch dijenigen in Afrika spielen jedenfalls gerne damit. Mit dieser Beobachtung haben wir bereits zu Beginn unserer Sambiareise einen bedeutenden Beitrag zur zoologischen Forschung gelsistet.
Lloyd der seit vielen Jahren Guide ist und neben Tafika aufwuchs kennt die drei Plätze des Rudels und wird uns in den nächsten Tage noch weitere Leckerbissen zeigen. Doch vorerst fahren wir jetzt nach Tafika zum Mittagessen. Hier werden wir von der Familie Coppinger begrüsst und freuen uns am Luxus nicht kochen zu müssen, kein Zelt aufzustellen ..., wobei dieser Luxus nicht allen so behagt wie mir 😉 Unter unserem "Haus" tummeln sich Hippos und Kroks im Luangwa. Tafika liegt wirklich wunderbar.
Am Nachmittag und frühen Abend dann ein Gamedrive. Die Tierdichte ist ähnlich wie im Moremi in Botswana. Wir sehen Elis, Büffel, Hippos, Kroks, Impalas, Pukus, Zebra, Kudu, Giraffe, Hyäne, Geier ..... und noch eine Ueberraschung die wir in Afrika bisher nie beobachten konnten: eine Leopardendame!
Nach einem ausgezeichneten Abendessen (danke Heather) früh ins Bett. Tagwache in Tafika ist um 05.00 Uhr!
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200731. Okt. 2013 · #5
7. Oktober
Der Morning Drive beschert uns ein aufgedunsenes totes Hippo, allenfalls verendet an Milzbrand. Es wird von Hyänen, Krokodilen und Geiern besucht. Erstaunlich wie schnell sich die Krokodile das Uferbord des Luangwa herunterstürzen!
Wenig weiter sichten wir ein Löwenrudel und wiederum viele, viele Tiere. Als wir Lloyd sagen wir möchten gerne einen Leoparden am Tag sehen erblicken wir eine halbe Stunde später ein stolzes Männchen unter einem Baum. Wir möchten ihn aber im Baum sehen und Sekunden später springt er hoch. Lloyd hat magische Kräfte ...
Er erzählt von seinem Dorf Mkasanga, davon dass es jeden Abend von Elefanten besucht wird, welche die Früchte ernten. Da das Dorf vom Nationalpark lebt haben sich die Bewohner daran gewöhnt und protestieren auch dann nicht wenn es durchaus zu gefährlichen Situationen kommen kann. Wie anders gehen wir in Europa mit Wildtieren um. Kaum killt ein Wolf ein paar Schafe wird er erlegt, und Bären haben bei uns sowieso keine Ueberlebenschance. Am Nachmittag besuchen wir dann Mkasanga. Tafika unterstützt die Schule, bezahlt drei Lehrern ihr Gehalt, vergibt Stipendien für Studien und unterstützt die lokale Krankenstation. Sicherlich ist unser Aufenthalt im Tafika Camp für Zambia nützlicher und nachhaltiger als der zweite Teil unserer Reise - selbstständig im Auto mit Dachzelt.
Bei der Rückfahrt vom Mkasanga sehen wir Genet, Honigdachs, Stachelschwein und vor allem einen wunderbaren Sonnenuntergang. Wieder lassen wir uns von der Tafika Crew verwöhnen und geniessen das vorzügliche Abendessen. Beim vertrauten Grunzen der Hippos schlafen wir ein.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200731. Okt. 2013 · #6
8. Oktober
Frühmorgens 06.30 setzen wir über den Luangwa. Wir dies sind unsere zwei Familien, Brent unser Guide, Steward der Scout und George der Teeträger. Letzerer wird sich als viel mehr erweisen, aber davon später. Nun sind wir also abgenabelt von der Umwelt, nur wir neun zu Fuss unterwegs. Still gehen wir hintereinander, ab und zu unterbrochen von Brent der über Pflanzen spricht, uns zeigt weshalb junge Adler (welche waren es nur??) noch lange Schwanzfedern haben, Tierstimmen deutet, Spuren sichtet ... Vor drei Jahren waren wir in Namibia kurz zu Fuss unterwegs. Dies hier ist nicht vergleichbar – es gibt absolut keine menschlichen Spuren und das Wissen von Brent und Steward ist immens. Tatsachen plausibel erklärend vergeht die Zeit im Flug, trotz Temperaturen um 45° und einer Strecke von ca. 20 km die wir meist an der Sonne zurück zu legen haben.
Zuerst sehen wir Vögel und ein paar Pukus. Dann auf einer Waldlichtung Zebras mit einigen Wildebeasts. Ein Stück Stosszahn das wir finden wird von Steward an sich genommen und später ZAWA (Zambia Wildlife Authority http://www.zawa.org.zm ) übergeben. Bis vor einigen Jahren wurde Elfenbein von Elefanten die eines natürlichen Todes starben offiziell verkauft. Da dies die Wilderei aber eher förderte verkauft ZAWA nun kein Elfenbein mehr.
Dann plötzlich wird die Landschaft offener und wir stossen auf Elefanten. Die einen überholen wir mit dem Wind und als sie uns bemerken entfernen sie sich. Gegen den Wind sind wir vorsichtiger und drehen ab, wenn die Rüsseltiere sich zu uns hin bewegen. Eine Gruppe mit Jungtieren kreuzt unseren Pfad. Ob die Elis Menschenbabies ebenso süss finden wie wir die jungen Elefanten? Danach erblicken wir noch eine Roanne Antilope. Gegen Mittag kommen wir in Chikoko an, unserem zuhause für zwei Nächte, an. Gekocht wird mit Holz, gebacken im Erdofen. Wir kriegen ein Mittagessen und legen uns dann für zwei Stunden hin.
Am Nachmittag folgt nochmals ein Gamewalk. Wir beobachten aus der Nähe wie zwei Elefantenbullen durch den Luangwa waten, wir kommen im Wind etwas nahe an zwei Büffel (einzeln sind sie gefährlicher als in einer Herde) und gehen rasch weiter, sehen im Abendlicht die ersten Hyänen umherstreifen. Der erste Tag im Busch endet früh und um 20.30 gehen wir bereits ins Bett.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200931. Okt. 2013 · #7
Die Fuß-Safari hört sich sehr spannend an. Meist entdeckt man ja zu Fuß deutlich weniger Tiere, als mit dem Auto, da die Tiere Menschen bedrohlicher finden als Autos. Das scheint bei Euch ganz anders gewesen zu sein.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200731. Okt. 2013 · #8
Wir haben tatsächlich unglaubliches Glück gehabt und mit Brent und Steward zwei absolute Profis die uns führten. Dies hat sicherlich auch eine wichtige Rolle gespielt. Trotzdem sahen wir mit dem Auto doch noch mehr Tiere als zu Fuss. Die Begegnungen zu Fuss waren aber schon sehr eindrücklich, für uns alle ein Toperlebnis.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200701. Nov. 2013 · #10
Hoi Mari
Die erste Woche haben wir über das Büro von Chris McIntyre (Bradtführer Zambia) gebucht, und zwar bei Claire Scott die unglaublich hilfreich ist. Gut war, dass Expert Africa alle Lodges selber kennen. Die zweite Woche haben wir selber organisiert.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200701. Nov. 2013 · #11
9. Oktober
Um 06.00 sind wir bereits unterwegs, die Temperatur ist noch sehr angenehm. Wir sehen Baboos, die gelben in Zambia sind viel weniger aufdringlich als die Verwandten weiter südlich. Wir sehen Monkeys, Impala, Puku ... Brent zeigt uns Markierungsspuren von Hippos, wir sehen ausgebleichte Schädel von Elefanten.
Gegen 08.00 Uhr hören wir wie die Paviane schreien, und auch die Vögel pfeifen laut. Für Steward und Brent ist klar, dass es Warnschreie wegen eines Raubtieres sind. Wir gehen in die Richtung des Lärms, beobachten die Affen und folgen der Blickrichtung. Nach einer halben Stunde, mittlerweile ist es wieder ruhig geworden liegt 30 Meter vor uns ein Leopard im Gebüsch. Er sieht uns und verschwindet weiter ins Gebüsch oder hinter dem Gebüsch ein Bord hinunter. So genau kann man das nicht erkennen. Langsam machen wir einen Bogen ans andere Ende des Gebüsches und plötzlich faucht es und der Leopard flieht in 20 Meter Entfernung davon. Wir verfolgen ihn nicht weiter, da Leoparden bei längerer Verfolgung in Bedrängnis lautlos angreifen. Wenigstens stirbt man bei einem Leopardenangriff im Gegensatz zu demjenigen von Löwen sofort durch Genickbiss... Das ist doch sehr beruhigend.
Als nächstes gehen wir in Richtung Luangwa. Aus der Ferne sehen wir auf einem Ast Geier sitzen, leider auf der andern Seite des Luangwa. Brent versucht eine Stelle zu finden an der wir durchwaten könnten. Das Wasser steht allerdings zu tief und wegen der Kroks verzichten wir auf eine Durchquerung. Nun ist Tea Time. George zeigt uns wie er Tee kocht. Mit einem Holzstab, Sand und Elefantendung entfacht er innert zwei Minuten ein Feuer. So einfach geht das. Wir versuchen es später ebenfalls, leider steht nur Hippodung zur Verfügung, klar dass wir das so nicht schaffen ☺.
Fazit: ein toller Morning Walk. Leoparden sind zu Fuss viel seltener zu sehen als Löwen. Nach anstrengenden vier Stunden (es ist mittlerweile etwas wärmer geworden) folgt die Siesta.
Am späteren Nachmittag erleben wir eine wunderbare Abendstimmung. Tiere sahen wir wieder viele. Natürlich sind sie nicht so nahe wie bei einem Drive mit Autos, aber das Erlebnis ist dennoch viel eindrücklicher. In der Ferne sehen wir eine Giraffe die elegant vor uns davon galoppiert und immer wieder Pausen einlegt um zu uns zu blicken. Dann plötzlich ein Urschrei ganz in der Nähe, wir sind beinahe wieder in Chikoko angelangt. Sofort ist allen klar, dass etwas geschehen ist. Wir gehen schnell in Richtung Schrei und sehen 30 Meter von Chikoko entfernt das letzte Aufbäumen eines Zebras, das von einer stattlichen Löwin erlegt wurde. Gebannt sehen wir ihr zu, wie sie zu fressen beginnt. Es dunkelt und in einem Bogen gehen wir zurück nach Chikoko, der direkte Weg wäre via Zebra/Löwin. 30 Meter von uns entfernt verspeist die Löwin ihr Zebra und wir Chicken. Wir haben uns nicht getraut die Löwin um ein Stück Zebra zu bitten (im Tausch gegen Chicken). Das Bushmeat überlassen wir somit der Fauna. In der Nähe sehen wir bereits die ersten Hyänen. Alleine wird Mama Leo keine Chance haben.
Immer wieder leuchten wir mit der Taschenlampe. Die Löwin bleibt trotz Rufens alleine. Entweder ihr Rudel ist zu weit entfernt oder sie ist eine einsame Löwin ohne Gesellschaft. Etwas aufgeregt gehen wir zu Bett und bald sind wir umringt von ungefähr fünfzehn hungrigen Hyänen. An Schlaf ist vorerst nicht zu denken, immer wieder sehen wir nach, wie sich die Hyänen langsam dem Kill nähern. Leider haben wir keine Infrarotkameras. Dieser Tag wird uns ein Leben lang im Gedächtnis bleiben. Wir hatten wieder einmal unglaubliches Glück!
La Leona2'779 Beiträge · seit 200701. Nov. 2013 · #12
hallo marc21 das ist ja ein Hammer was ihr alles auf der Fuss-safari erlebt habt! Ich bewundere deine/eure Nerven! Freue mich schon auf die Fortsetzung. Einer meiner Lieblingsorte in Zambia war der Aufenthalt bei Chris McBride, hoffe er ist immer noch bei seinen Löwen.
liebe Grüsse leona
Gruss Leona
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200701. Nov. 2013 · #13
Liebe La Leona
Ja es war toll und mit Brent und Steward waren wir sehr gut aufgehoben, dass alles ganz facile war. Die beiden sind absolute Profis und man weiss es sofort, wenn man mit ihnen zusammen ist. Chris McBride folgt in einigen Tagen.
marimari2'240 Beiträge · seit 201102. Nov. 2013 · #15
marc21 schrieb:Hoi Mari
Die erste Woche haben wir über das Büro von Chris McIntyre (Bradtführer Zambia) gebucht, und zwar bei Claire Scott die unglaublich hilfreich ist. Gut war, dass Expert Africa alle Lodges selber kennen. Die zweite Woche haben wir selber organisiert.
Champagner8'672 Beiträge · seit 201002. Nov. 2013 · #16
Hallo Marc,
ich bin auch ganz fasziniert von deinem Walk - mein Kaffee ist neben dem Lesen her kalt geworden....! 20 km bei 45°C stelle ich mir allerdings schon heftig vor!
Jetzt bin ich mal gespannt, was sonst noch kommt - Ihr scheint ja keine Warmduscher-Weicheier-Tour gemacht zu haben 😎 !
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200702. Nov. 2013 · #18
Hi Marc,
interessanteTour mit tollen Sichtungen. Wir waren im September/Anfang Oktober ebenfalls in Sambia - auch mit Gamewalks im North Luangwa. Wir waren lediglich etwas näher an eine Büffelherde heran gekommen, trotzdem ein tolles Erlebnis. Wir hatten interessehalber unser Navi zum Tracken dabei, wir "schafften" auf unseren Walks nie mehr als etwa 8 km. in gut drei Stunden. 20 km hätte ich nicht an einem Stück bei der Hitze gehen wollen, zumal wir teilweise im tiefen Flussbettsand versackten - ok, ich am meisten 😉
Freue mich auf die Fortsetzung.
Volker
Bye bye Forum
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200702. Nov. 2013 · #19
Auch wir haben unsere Route mit dem GPS mitverfolgt. Wir kamen durchschnittlich auf 4kmh. Bei einem morgendiichen Walk von 4 Stunden schafften wir 16km. Allerdings ist South Luangwa flach und nicht sandig, also sicher einfacher als Euer North Luangwa Trecking. Dorthin möchte ich übrigens auch noch reisen.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200702. Nov. 2013 · #20
10. Oktober
Abschied von Chikoko: natürlich ist das Erste das uns interessiert, was mit dem Zebra geschehen ist. Aber wir sehen gar nichts, keinen Knochen, kein Blut im Sand einfach nichts, als wäre nichts geschehen, als wäre es eine Fata Morgana gewesen, ein Trugbild der spannenden Sorte. Weiter hinten sehen wir noch eine Hyäne müde davon trotten dem wohlverdienten Schlaf entgegen. Nach dem Frühstück machen wir einen kurzen Abstecher dorthin wo wir die Hyäne entdeckten. Nun sitzt ein Geier am Boden und tatsächlich finden wir als letztes Zeichen des Zebras auf dieser Welt seine Lendenwirbelsäule samt Becken.
Die Löwin verbrachte übrigens einen Teil der Nacht neben Brents Hütte. Durch den leichten Regen am Vorabend ist es einfach der Spur zu folgen. Wir beschliessen auf der Rückkehr nach Tafika die Löwin zu suchen. Im sandigen Boden zeigt Brent uns die verschiedenen Tierspuren. Einige Baboos beobachten neugierig unsere Erkundungen, lassen sich aber in ihrer Morgenaktivität ansonsten nicht stören.
Das Verfolgen der Spur ist nicht immer ganz einfach. Manchmal müssen wir uns durch dornige Büsche bewegen, oft finden wir die Spur nicht weil der Boden hart ist. Gleichzeitig muss auf den trockenen erdigen Abschnitten jeder Fusstritt genau gesetzt werden, will man sich nicht verstauchen. Still und konzentriert bewegen wir uns vorwärts. Bisher sahen wir heute Morgen Hyäne, Eli, Zebra, Puku, Impala, Hippo, Löwe. Allerdings sahen wir die Tiere ruhend als Spuren am Boden und nicht als sich bewegende Wesen. Wer nun annimmt wir seien enttäuscht gewesen geht falsch. Das Suchen nach der Löwin war ein spannender Krimi, das ruhige Gehen ohne Worte meditativ. Ein solcher Morgen ist genauso ein Teil des Bush Walks wie der gestrige Tag. Die Suche wird abgebrochen, als wir die Spur endgültig verloren haben.
Zum Abschluss zieht es uns in Richtung Luangwa entlang dessen Ufer wir gegen Tafika wandern wollen. Kurz vor dem Ufer befiehlt Brent uns zu stoppen. Wir sollen alle zusammen den Schritt an die Böschung machen, und wir werden belohnt. Als an die Klippe treten stürzen sich hundert Kroks ins Wasser; ein eindrückliches Schauspiel. Sogar die nahen Hippos drehen ihre Köpfe und wundern sich über dieses Krokodil-Ballett. Ob die Reptilien wohl unser Gesicht, unsere nach vorne schauenden Augen, als (missgebildete) Leoparden interpretieren?
Nach der Tea Time folgen wir dem Flusslauf und sehen zum Abschied eine wunderbare Gruppe von Thornicroft Giraffen, diejenige Unterart die nur in Sambia beheimatet ist und eine wichtige Rolle in der Schaffung des Luangwa NP gespielt hat.
Wir überqueren den Fluss, werden nach Tafika chauffiert, geniessen das Mittagessen und machen wieder einmal Siesta. (Picco ha ragione: sempre di nuovo l’Africa e l’Italia. Come nell’ estate Italiana la siesta ti fa bene per godere la serata.)
Für den abendlichen Drive schlägt und Lloyd vor nochmals die Wildhunde zu suchen. Auf dem Weg dahin finden wir ein Rudel vollgefressener Löwen, komplett mit Jungen. Natürlich sind wir hier viel näher als zu Fuss. Wie ich so neben dem müden Löwenmännchen (eher ein Löwensupermann) sitze habe ich doch ein leicht mulmiges Gefühl. Von uns aus könnte man auch von etwas weiter entfernt beobachten, als wir zu nahe hinfahren rennen dann auch die Jungtiere weg. Das bekannte Paradox kommt mir in den Sinn: manchmal sieht man aus Distanz klarer als aus der Nähe, genauso wie man mit langsamer Bewegung schneller ans Ziel kommen kann als mit grosser Geschwindigkeit. Eigentlich ist doch dies ein Teil des Reizes den Afrika auf uns ausübt: weniger kann mehr sein.