marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200702. Nov. 2013 · #21
10. Oktober Schluss
Tatsächlich kommen wir danach zu den Wildhunden, gerade als sie von ihrem Tagesplatz aufbrechen. Die Welpen ziehen spielend mit den Eltern mit. Ich kann von diesen Tieren nicht genug kriegen, aber schlussendlich verschwinden sie doch im Wald. Zum Abschluss bringt uns Lloyd an ein Plateau an dem wir Elis im Sumpf Gras fressen sehen. Darunter ist eine Kuh mit zu kurzem Rüssel, vermutlich angeboren, mit dem Feldstecher lassen sich keine Narben feststellen. Unbeeindruckt von ihrer Behinderung frisst sie sich durchs Moor währenddem wir uns vor dem Abendessen einen Gin Tonic genehmigen. Der Sonnenuntergang ist prächtig, ein schöner letzter Abend im Luangwa Tal.
marimari2'240 Beiträge · seit 201102. Nov. 2013 · #23
Hoi zäma, Danke für den Bericht. Habe meine Proflight Flüge heute mal für August 2014 reserviert (warte aber immer noch auf die Flex-Rates). Wer weiss, wie viele Leute es aufgrund Deines Reiseberichts nächstes Jahr "last minute 🤩 " in den South Luangwa zieht 😄 - vorbuchen scheint mir (nach all dem) doch sicherer 😄 😄 😗 Gruss M.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200703. Nov. 2013 · #24
11. Oktober
Nach dem Frühstück verabschieden wir uns um 07.00 von Tafika, von unsern Zimmern, von der Gastgeberfamilie Coppinger, von Brent, Steward, George und allen Mitarbeitenden. Lloyd wird uns nach Mfuwe fahren und unterwegs Teile des NP zeigen, die wir bis anhin nicht gesehen haben. Wir sehen wiederum viele Tiere: eine Hipposchule mit Hippolehrer, einen alten Leoparden, welcher zu schwach ist um seinen Kill den Baum hinauf zu tragen, Elis, Büffel, Impalas und Pukus, Zebra, Geier, Adler, karminrote Bee-eaters, Störche, zärtliche Giraffen und müde Löwen.
Nach gut vier Stunden erreichen wir die Teerstrasse. Zeit genug um noch kurz die Firma Tribal Textiles anzusehen, welche Stoffe lokal färbt und näht. Wir kaufen einige Dinge, der Gewichtsobergrenze im Flugzeug allerdings nicht viel. In den Ständen vor dem schicken Tribal Textile Store hat es kleine Buden. Diese bieten handgeschnitzte Holztiere an, schöner als diejenigen im Store da weniger perfekt und spontaner.
www.tribaltextiles.co.zm
Nun ist es Zeit einzuchecken. Wir verabschieden uns von Lloyd, der uns zum Abschied noch Proviant mitgebracht hat. Der erste Teil unserer Reise ist vorbei und reisen vom Mfuwe International Airport voller schöner Eindrücke ab. Angekommen in Lusaka parkieren neben Proflight Ethiopian und Emirates. Daneben wird Lusaka auch von SAA, Air Botswana, Air Namibia, Kenya Airways und KLM angeflogen.
Am Flughafen wenden wir uns an den Europcar Schalter wo auch Voyagers Zambia vertreten ist. Ursprünglich wollten wir bei Hemingway die Autos reservieren, da war schon alles gebucht. Nun waren wir natürlich gespannt auf unsere Ford Bushrangers. KTM hat absolut Recht: sehr freundliche Mitarbeiter, recht gute Autos aber etwas alt. Positiv hervorzuheben sind die grossen Kühlschränke welche durch eine zweite Batterie versorgt werden. Gefallen hat uns im Vergleich mit den Autos die wir in Namibia gemietet haben auch die Einteilung der Fächer für Geschirr etc. Die Dachzelte waren tip top, die Blache der heulenden Wölfe kann nun mit einem Reissverschluss fixiert werden. Entweder wir hatten vor drei Jahren in Namibia alte Exemplare oder die heulenden Wölfe machen noch echte Innovationen 😉 . Nach der Uebernahme fahren wir ins Pioneer Camp wo wir unsere schönen und geräumigen Luxury Chalets beziehen.
Wir behändigen unsere dagelassenen Utensilien und machen uns ans Umpacken, was wie immer zu einer fröhlichen Familienatmosphäre beiträgt 😉 . Unterbrochen werden wir vom Nachtessen. Wir mussten uns entscheiden: entweder T-Bone Steak klein, T-Bone Steak gross, Rumpsteak klein oder Rumpsteak gross. Nach langem Ueberlegen entschied ich mich aus der vielfältigen Speisekarte nochmals ein grosses Rumpsteak zu bestellen. Da wir für 20.00 das Essen bestellt hatten, mussten wir pünktlich sein. Nach dem Essen verschwanden wir schnell in unsern Chalets, am nächsten Tag wollten wir früh abreisen.
vielen Dank für den interessanten Bericht. Zambia steht definitiv noch einmal auf der Liste bei uns, aber da steht leider schon so viel auf der Liste 😗
Ich freue mich auf die Fortsetzung und Eure Erlebnisse auf dem zweiten Teil Eurer Reise.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200703. Nov. 2013 · #26
AfricaDirect schrieb:Hallo Marc,
vielen Dank für den interessanten Bericht. Zambia steht definitiv noch einmal auf der Liste bei uns, aber da steht leider schon so viel auf der Liste 😗
Hoi Nicole
Für mich steht Zambia auch nochmals auf der Liste, aber eben auf der Liste steht noch anderes. Ich kann aber Zambia nur empfehlen!
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200704. Nov. 2013 · #28
12. Oktober
Nochmals folgt eine Umpackzeit. Wir haben zu viele Kleider mitgenommen und lassen Einiges im Pioneer Camp zurück. Dies geht nicht ganz ohne Nebengeräusche. Einigen von uns reichen für eine Woche campen zwei Hosen und zwei Hemden, andere finden dies viel zu wenig. Nach ein paar Runden netter Worte werden die Autos beladen, anstatt um 07.00 sind wir erst gegen 09.30 reisebereit. Nun müssen wir die Reservekanister auftanken und für eine Woche Proviant einkaufen. Nach dem Tanken bemerke ich den Zimmerschlüssel der Pioneer Camp in meiner Hose. Nun herrscht wirklich allerseits Frohsinn, ein guter Start in die zweite Woche! Ich fahre hin und zurück, die andern warten auf mich. Einkauf im Shopping Center Manda Hill. Nachdem wir uns noch mit einer zusätzlichen Schachtel Malarone eingedeckt haben, das in Zambia ohne Rezept erhältlich, dafür teurer ist als anderswo, stürmen wir Shoprite. Der Laden ist riesig. Ich kümmere mich vorerst um die Getränke (5 Liter Wasser pro Person und Tag, etwas Wein, Mosi-Bier, wenige Büchsen Cola und Sprite).
Nachdem ich es eingepackt habe gehe ich zurück: die Damen sind noch voll am Einkaufen. Wieviel Brot, Teigwaren, Reis, Büchsen, Milch, Eier .... Endlich gegen 13.00 scheint alles beisammen zu sein. Leider gibt es in Shoprite erst nach langem Bitten Schachteln um unsere Eroberungen einzupacken. Wieder geht etwas Zeit verloren. Das nächste Mal werden wir wieder bei SPAR einkaufen. Diese Läden sind einfach übersichtlicher. Auch in Lusaka gibt es diese Kette.
Auch wenn es bis zum McBride Camp im Kafue NP nur gut 220 km sind fahren wir ohne Mittagessen ab, ein Apfel muss genügen (wieso habt Ihr nur so viele Aepfel eingekauft????). Wir sind uns die afrikanischen Strassen aus Botswana und Namibia gewohnt, auch wenn die Strasse nach Mumbwe durchgängig geteert sein soll (150km).
Nach einigen Kilometern ist Stillstand. Im Stadtzentrum muss in die T2 abgebogen werden, beim Samstagsstau in Lusaka (auch an andern Tagen!) eine eher zeitraubende Angelegenheit. Immerhin schaffen wir es unsere zwei Ford Bushrangers hintereinander zu halten und uns nicht zu verlieren (nur der vordere hat ein GPS). Nach einer weiteren Stunde haben wir es geschafft und sind auf der T2.
Die Strasse nach Mumbwe ist in fabelhaftem Zustand! Wir fahren mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 70kmh! Ab und zu eine Strassensperre. Nie habe ich nettere Polizisten gesehen als in Zambia. Meist winken sie uns durch, manchmal fragt man sich gegenseitig wie es geht und was man macht, nur einmal müssen wir unsere (internationalen) Fahrausweise zeigen. Absolut problemlos.
In Mumbwe angekommen fahren wir an der Tankstelle vorbei. Ich hupe, da unsere Freunde aus unerfindlichen Gründen beschlossen haben, von der geteerten in eine schottrige Nebenstrasse abzubiegen. Ungerührt fahren sie weiter um nach weiteren 100 Metern eine noch kleinere noch holprigere Strasse zu wählen. Wir fahren durch einen armen Teil von Mumbwe. Das GPS will es so, dies sei der Weg zum Kafue NP, zum Kabulushi Gate. Gegenüber dem GPS sind Gefühle machtlos ☺. Immerhin hört die Strasse nicht einfach auf, aber die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt nun bei 20kmh. Immer grössere Potholes tauchen auf, andererseits wollen wir vor Einbruch der Dunkelheit noch McBride erreichen. Die armen Stossdämpfer!!
Nach zwei Stunden die Abzweigung zum Kafue NP. Mittlerweile ist es 17.00 und wir haben noch ca. 70km zu fahren. Nach einer weiteren Stunde sind wir endlich am Kabulushi Gate. Bis zu McBride wären es noch geschätzte zwei Stunden. Wir fragen deshalb die Rangers ob wir am Parkeingang übernachten dürfen. Wir dürfen nach Rückfrage beim Vorgesetzten. Anstatt Parkgebühren bezahlen wir für beide Autos eine Fee von 70$ und dürfen das Klo und die Dusche benutzen. Mangels Türe oder Vorhang stösst dieses Anbegot bei den weiblichen Mitreisenden auf verhaltenes Interesse. Dafür kriegen wir ein prächtiges Feuer.
Endlich wieder das erste Mal im Dachzelt. Das Aufstellen geht schnell, wir kennen noch jeden Handgriff. Leider sind vier Eier zerbrochen, Fahrtest nicht bestanden! Noch leiderer funktioniert der eine Kühlschrank nicht. Es ist eine Jubilee Edition, hat vermutlich zu lange gefeiert. Immerhin Weisswein und Bier waren in unserem funktionierenden Apparat. Das heisst alles neu verpacken. Da die Kühlschränke gross sind kommen wir mit einem aus. Wir kochen unsere Steaks und geniessen den ersten Abend (halbwegs) im Busch. Morgen früh geht es dann in den Kafue NP.
Sanne2'462 Beiträge · seit 200604. Nov. 2013 · #29
Oh, endlich geht es bei Euch in den Kafue 😉 Die Anreise ist echt abenteuerlich, die Beschilderung ja letztlich nicht vorhanden....
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200704. Nov. 2013 · #30
Hallo Sanne
Sanne schrieb:Oh, endlich geht es bei Euch in den Kafue 😉 Die Anreise ist echt abenteuerlich, die Beschilderung ja letztlich nicht vorhanden....
Richtig es gibt keine Beschilderung, im Nachhinein sind die Wegbeschreibungen im Huppe und Bradt aber gut; aber eben erst im Nachhinein ..... Wichtig auch: genug Zeit einplanen!
Sanne2'462 Beiträge · seit 200604. Nov. 2013 · #31
Ich war mir sicher, uns verfahren zu haben.. aber dank "Ilona" haben wir dann doch den Abzweig genommen, aber bis dahin war es dann eher ein "wir müssen aber nach Nordosten" 😉 und "so viele Wege scheint es hier ja nicht zu geben". Leider waren die Hinweisschilder von Ilona hinsichtlich Mine usw. vollständig unleserlich, da verblasst 😮
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200705. Nov. 2013 · #32
13. Oktober
Frisch ausgeschlafen erwachen wir um 05.00 Uhr. Im Unterschied zum weiter östlich gelegenen South Luangwa NP wird es hier etwa 15 Minuten später hell. Einige Vögel pfeifen bereits während wir die Zelte zusammenpacken. Mit dem Reissverschluss sehen die Zelte auch im gefalteten Zustand immer ordentlich aus. Ob die gewusst haben wie unsorgfältig wir die Dachzelte bis jetzt gefaltet hatten. Zum Zmorgä (Frühstück) gibt es vorerst Tee und Kaffee sowie einen Apfel 🙂 . Müesli, Kaffee, Brot, Käse, Ankä (Butter) und die obligaten Eier folgen dann in McBride. Nun ist mein Ehrgeiz erwacht: es darf kein einziges Ei mehr zerbrechen!
Wir fahren los und die Strasse wird, kaum zu glauben, noch schlechter. Wir umfahren umgestürzte Bäume, haben riesige Potholes vor uns. Es ist schon richtig einen 4x4 benötigt man nicht, aber den 2x2 der über genügend Bodenfreiheit verfügt möchte ich sehen. Die gesamte Strecke führt durch Wald. Gut die Hälfte der Fläche ist abgebrannt, teilweise raucht der Boden noch. Es ist offenbar in Zambia Mode, auch in den NP die Flächen abzubrennen. Wenn es alle paar Jahre mal geschieht ist dies sicher vertretbar, auch wenn es eigentlich spontan geschehen sollte. In der Frequenz wie es hier praktiziert wird tötet es aber alles Leben ab. Wir sehen keine Säugetiere, hören keine Vögel. Die einzigen Tiere die neben uns überleben sind die TseTse Fliegen, und die gibt es in rauen Mengen!! Kaum ist man ausgestiegen ist man von den Biestern umringt. Auf den ersten Blick sehen sie wie unsere gemütlichen Brämen (Bremsen?) aus. Aber nur auf den ersten Blick. Wir versuchen ihnen mit der Vernichtetaktik Herr zu werden. Leider sind sie erstens viel schneller als Brämen und zweitens EXTREM stabil. Es braucht ca. zehn Schläge bis so ein Tierchen tot oder zumindest bewegungslos ist. So wird man NIE zum Massenmörder. Später kommen wir dann auf eine bessere Taktik, aber soweit sind wir noch nicht. Wir werden auch gebissen, DURCH DIE KLEIDER. Trotzdem kommt keine Panik auf, wir sind nicht verbissen, bis jetzt sind es nur einige wenige rote Flecke, zudem versurrt der Schmerz nach kurzer Weile wieder.
Nach einer Stunde wackelt mein Frontschutzbügel bedenklich. Ich steige aus und begutachte die Situation, assistiert von hunderten von T-Fliegen. Unten rechts ist eine bereits geschweisste Stelle abgebrochen. Momentan lässt sich nichts machen, ausser zu beten dass der Grill nicht ganz abfällt – noch nicht jetzt wo noch so viele Lebensmittel im Auto vorhanden sind.
Nach 1 ¾ Stunden erreichen wir nachdem wir zuerst schöne Felsformationen durchfahren endlich offeneres Gelände und sichten einige Buschböcke sowie Impalas. Nach einer weiteren Viertelstunde über eine Strasse die einem Hippo Highway gleicht erreichen wir gegen 09.00 McBride. Zuerst wird uns von einem Mitarbeiter eine an der prallen Sonne liegende Stelle angeboten. Nochmals nachfragen hilft, und wir dürfen einen Platz belegen, welcher Sonnenschutz hat. Nun sind wir also in McBride. Von der Campsite aus sieht man den Kafue River zwar nicht, aber mir gefällt dieser Ort sehr gut. Es ist alles da was es braucht (Abwasch, WC, Dusche inkl. Warmwasser) und so gemacht, dass es gut in den Busch passt. Andere Campsites sind sicher luxuriöser ausgestattet. Gerade deshalb ist aber McBride so reizvoll.
Wir machen nun Frühstück – keine weiteres Ei in die Brüche gegangen! Es gibt alles was das Herz begehrt: Müesli, Brot, Ankä (Butter), Käse, Confi, Honig, Weetabix .... der Einkauf war nicht umsonst! Nach dem Frühstück wird der Frontschutzbügel zum Thema ....
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200705. Nov. 2013 · #33
13. Oktober Fortsetzung
Nun wird der Frontschutzbügel zum Thema .... Neben uns die einzigen touristischen Mitcamper. Weiter hinten befinden sich noch die Zelte der ZAWA Mitarbeiter die gerade eine Wildzählung machen. Wir werden für einmal nicht mit „How are you“ begrüsst sodern mit „Grüezi wiä gahts?“ Etwas überraschend ist, dass der Sprechende schwarzer Hautfarbe ist. Es stellt sich heraus, dass er seit längerer Zeit Schweizer Touristen durch den Süden Afrikas chauffiert. Er selber stammt aus Maun und sein Haus liegt direkt neben meinem Lieblingshotel dem Sedia. Stoff genug zum Plaudern, Zeit auch da seine Gäste auf einem Bush Walk sind. Wir kommen auf den Frontschutzbügel zu sprechen. Mit Briden und dickem Draht verarzten wir mit vereinten Kräften die gebrochene Stelle so, dass sich das Metallteil wieder zärtlich an unsern Ford Bushranger räkelt.
Immer wieder duschen wir, sind wegen der Hitze ansonsten eher wie tote Fliegen anzusehen. Immer wieder waschen wir uns und bleiben doch erhitzt. Zum Glück sind auch die TsTs zu müde um uns zu belagern. Gegen Nachmittag machen wir einen Gamedrive. Es gibt da eine heisse Quelle.
Trotz Gelüsten verzichten wir auf ein Bad, es soll allerlei Wild in der Nähe geben, auch wenn wir momentan nichts sehen. Wir fahren weiter zum Kafue, Tiere sehen wir ausser den allgegenwärtigen Impalas keine. Am Kafue gibt es die Hippo Lodge. Wir Erwachsenen genehmigen uns ein kühles Coke, was bei den Jugendlichen zu Protest führt. „Immer müsst ihr in diese Luxusorte gehen. Das ist doch einfach unerhört, ihr wollt gar nicht campen usw.“ Fazit: in diesen Ferien sprechen wir nicht mehr mit Euch.
Bei der Abfahrt von der Hippo Lodge sehen wir wieder mal Elis. Obwohl sie recht weit entfernt sind drohen sie uns bereits. Welcher Unterschied zu South Luangwa. Poaching ist hier wohl ein grösseres Problem. Wir sichten deutlich weniger Tiere als mit Guide, dafür sehen wir sie selber. Dies ist ein Reiz auf den wir nicht verzichten wollen. An einem Wasserloch bleiben wir stehen und beobachten Puku und Storch sowie grosse, schöne Kakteen.
Wir kommen früh genug zurück um bei Tageslicht die Zelte aufzubauen. Der Frontschutzbügel hält! Ein weiteres Tier sehen wir noch .... in der Toilette.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200707. Nov. 2013 · #34
14. Oktober Vormittag
Tagwache um 05.00 bin ich mir ja langsam gewohnt, auch wenn es Jahre her sind seit RS und WK. McBride meint es gut: um 04.00 meine ich im Halbschlaf ein leises Gurren zu hören. Ich drehe mich um 180° aber das Gurren wird lauter. Langsam werde ich wach und es wird mir bewusst, dass das Gurren von Löwen stammt. Sie sind deutlich zu weit weg, als dass ich etwas sehen könnte, abgesehen davon, dass es stockfinster ist. Irgendwann bemerke ich auch ein fahrendes Auto. Das Gebrüll kommt näher, entfernt sich wieder und ist kurz nach 5 Uhr morgens definitiv SEHR nahe. Ich verständige unsere Freunde, dass ein Aufstehen zum jetztigen Zeitpunkt suboptimal wäre. Wir warten also bis sich die Löwen etwas entfernen, was um 05.30 der Fall ist. Wir stehen auf, falten die Zelte zusammen und frühstücken. Der Plan heute ist es über Mumbwe nach Mayukuyuku zu fahren und wir rechnen mit ungefähr sechs Stunden Fahrzeit. Beim Abwaschen kommen wir nochmals in eine Attacke einer TseTse Brigade, wehren uns heldenhaft und fahren zur McBride Lodge um unsern Aufenthalt zu bezahlen. Vermutlich hätte es niemand gemerkt, wenn wir einfach wieder abgefahren wären, aber nicht gerade vertrauensfördernd, und fair ist es nicht auf diese Weise zu sparen. Beim Rundgang um die Autos wird auch klar dass mein Bushranger hinten links lahmt, nicht schlimm, aber so dass Luft nachgefüllt werden muss – nach dem Bezahlen unserer Schulden.
Die Lodge liegt, im Unterschied zum Camp nah am Fluss mit guter Sicht auf den Kafue, eine wunderschöne Lage. Wir treten bei McBride ein, das Portemonnaie in der Hand, da begrüsst uns ein älterer Herr, offensichtlich Chris McBride und fragt: „Do you want a cup of tea?“ Chris McBride, eine Legende unter Löwenexperten ist ein äusserst sympathischer und charismatischer Mann. In Wollveston, Hemd, (etwas fleckigen) Hosen und ohne Socken in hohen Schuhen strahlt er etwas von einem englischen Lord aus. Anwesend ist auch seine Frau Charlotte welche offensichtlich die Buchhaltung unter ihrer Obhut hat, ein Mitarbeiter der ZAWA welcher Wildzählungen macht sowie zwei Gäste bei denen es nicht ganz klar wird ob sie hier in einem Praktikum sind. Chris McBride erzählt über sein Leben am Kafue und fragt ob wir heute Nacht ebenfalls die Löwen gehört haben, er sei ihnen nachgefahren. Sie seien etwas 100 Meter von uns vorbeigegangen. Ob wir sie sehen wollen? Schade seien wir nicht gestern Abend gekommen, er hätte uns mit dem Boot zu einem Sundowner eingeladen. Den Sundowner hatten wir mit Weisswein, also ist der Löwendeal für uns natürlich spannend.
Nach den Löwen verabschieden wir uns und wollen die Lahmheit hinten links beheben. Die beiden Herren schaffen es nicht das Ventil des Kompressorschlauches an dem Rad zu befestigen. Der Schlauch muss kaputt sein, also Versuch mit dem Schlauch des anderen Autos. Aber auch hier geht gar nichts. Das kann ja lustig werden mit Plattfuss in der Pampa. Während wir beratschlagen betrachtet meine Tochter die noch zu jung fürs Autofahren ist, das Ventil und befestigt den Schlauch am Ventil des Hinterrads. Technische Begabung ist nicht allen gegeben... Der eine Kompressorschlauch ist aber tatsächlich kaputt! Wir wissen schon weshalb wir nie nur mit einem Auto in Afrika unterwegs sind.
Nach diesem Intermezzo brechen wir auf nach Mumbwe.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200707. Nov. 2013 · #36
14. Oktober Nachmittag
Nun geht es also die Holperstrecke zurück. Der Weg zum Gate durch den Wald ist tatsächlich etwas eintönig durch die halb abgebrannten Wälder und über die diversen potholes. Nach einer Stunde beginnt das Frontgitter wieder zu wackeln, anfänglich nur wenig, aber mit der Zeit bedenklich. Am Gate sehe ich nach und Briden sowie Drähte sind allesamt durchgescheuert. Mit dieser Wackelsache werden wir die Fahrt nicht durchhalten können. Wenn wir es bis Mumbwe schaffen, dann haben wir allenfalls die Möglichkeit einen Ort zu finden der schweissen kann. Bereits nach gut drei Stunden erreichen wir die Stadt. Unterwegs ist ausser potholes nicht viel los. Die gesamte Strecke begegneten uns drei Fahrzeuge, ein Ochsenkarren und diverse Velofahrer. Was die nicht alles auf ihren Rädern transportieren! Oft ist es Kohle, ganz Zambia, ein grosser Teil von Afrika kocht mit Holzkohle. Kein Wunder wird so viel Wald abgebrannt! Ueberall steht am Strassenrand Holzkohle zum Verkauf.
Wir erreichen also Mumbwe. Als Erstes tanken wir und die Dieselversorgung ist problemlos. An der Tankstelle wird mir erklärt wo sich die Garage befindet: rechts nach einem halben Kilometer wo am Strassenrand Fahrzeuge stehen.
Dies ist die Garage. Das Problem ist erkannt, das Gitter wird abmontiert. Gegen Barzahlung von 20 Kwacha gehen Gitter und das Befestigungsteil zum Schweisser. Nach einer halben Stunde kommen die beiden Jugendlichen zurück und das ganze Gitter wird wieder mit den Muttern befestigt. Nach 45 Minuten ist alles repariert, perfekt! That’s Africa. In der Schweiz hätte es zwei Tage gedauert, vielleicht hätte man auch ein neues Gitter bestellen müssen ...
Nun wechseln wir bei Barclays noch Geld. Problemlos sofern man genügend Zeit hat. Die Bank hat viele Kunden, glücklicherweise mehr Kunden als Stromunterbrüche: wir erlebten nur zwei davon. Etwas wird unsern Damen die vor der Bank warten klar. Wer zur bank fährt hat Geld und dies sieht man den Bankkunden auch an: gut gekleidet, Schuhe, Autos ohne Beulen.
Uns hat Mumbwe, obwohl in den Reiseführern steht es habe nichts zu bieten extrem gut gefallen. Es ist eine typische afrikanische Kleinstadt mit Strassenläden, andere sind nur spärlich vorhanden. Die Leute sind sehr freundlich. Wir sind in der Stadt die einzigen Weissen und ausserhalb der Tankstelle hält hier vermutlich selten jemand. Wir kaufen Tomaten, Zwiebeln, Mangos und eine Wurzel die man kochen kann aber wir nicht kennen. Leider ist sie dann drei Tage später schimmlig, sodass wir nicht über deren Geschmack erzählen können. Mumbwe gefällt uns so gut, dass wir alle das nächste Mal hier einen Halt einlegen werden!
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200707. Nov. 2013 · #37
marc21 schrieb:Mumbwe gefällt uns so gut, dass wir alle das nächste Mal hier einen Halt einlegen werden!
Soso, wir haben Mumbwa als "Ganovenstadt" kennen gelernt 😗
An der Tanke gab es eine kleine Schlange, wir wurden von einem Einheimischen angesprochen. Er meinte, Diesel wäre aus, er könne uns aber etwas aus dem Kanister verkaufen. Ich war etwas skeptisch ob der Aussage, stand da doch ein LKW, der betankt wurde. Wir lehnten also das Angebot ab, fragten ihn aber, ob er uns Eiswürfel für die Kühlbox organisieren könne - wir hatten zuvor eine gute halbe Stunde im Ort vergeblich danach gesucht. Klar, meinte er, kein Problem , er komme gleich wieder. Derweil ging ich vor zum Tankwart und fragte ihn nach Diesel,, er meinte, ich solle an den anderen Autos vorbei, die stünden hier für Benzin - von Dieselengpass keine Rede, wir konnten volltanken. Unseren "umgeschulten" Eisverkäufer resp. Hobbytankwart sahen wir nicht wieder. Ok, "Ganove" ist übertrieben, wir erlitten ja keinen Schaden, aber dreist war der plumpe Versuch von ihm schon 😵 Aber das sollte die einzige schlechte Erfahrung mit den "Händlern" sein, ansonsten machte es immer wieder Spaß, mit ihnen zu "dealen"
Bye bye Forum
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200707. Nov. 2013 · #38
Aber das sollte die einzige schlechte Erfahrung mit den "Händlern" sein, ansonsten machte es immer wieder Spaß, mit ihnen zu "dealen
Hallo Volker
Du hast so Recht: nie Kanister!!!! Wir hatten in unserem Hotel-VW Bus dieses Jahr wegen "Schlamm" im Tank einen grösseren Schaden. War aber in der Schweiz, im Engadin.
Wir hatten im ersten Moment in Mumbwe auch Bedenken. In der "Garage" gab es auch einen Typen welcher Geld für nichts wollte. Auf der andern Seite wollte der Garagist 200 Kwacha für die Reperatur. ich handelte ihn auf 150 runter, hatte dann aber ein schlechtes Gewissen und schenkte ihm noch ein Sackmesser, fühle mich ganz schuldig fürs Runterhandeln 🙁
Ganz allgemein hatte ich in Mumbwe aber ein sehr sicheres Gefühl, was nicht in allen Städten durchwegs der Fall ist. Darum noch ein paar Föteli.
La Leona2'779 Beiträge · seit 200707. Nov. 2013 · #39
marc21 schrieb:Hoi Leona
Bin nun bei meinem Bericht bei den McBrides angelangt.
LG Marc
Ja aber ich komme nicht aus dem Staunen heraus, was um Gottes Willen hat euch veranlasst nur einmal dort zu übernachten und dann gleich weiterzufahren? Trotzdem, eines muss man euch lassen, Anfängerglück! Wir waren 3 Tage bei Chris Mc Bride und haben die Löwen nicht gesehen! wenn du mal von unserer Reise lesen magst hier ein link
In Mumbwa habe ich zum ersten Mal jemanden mit der von den Tse Tse übertragenen Schlafkrankheit gesehen. unreal!
So und nun freu ich mich natürlich wie es bei euch weitergeht! liebe Grüsse
Gruss Leona
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200708. Nov. 2013 · #40
Hi Marc,
einige der Läden haben wir von innen gesehen auf der Suche nach Eiswürfeln. Mit Dealen meine ich nicht "Runterhandeln", sondern bei kleinen Händlern zu kaufen und nicht alles im Shoprite oder Spar zu kaufen.
Jetzt bin ich "beruhigt", dass Eure Gesamtreparatur mehr als 20 Kwacha - weniger als 3 EUR - gekostet hat 😗