5. Oktober Lusaka Pioneer Lodge 6./7. Oktober Tafika South Luangwa NP 8./9. Oktober Chikoko Tree Camp South Luangwa 10. Oktober Tafika 11. Oktober Pioneer Lodge, Lusaka 12./13. Oktober Mc Bride Kafue NP 14./15. Oktober Mayukuyuku Kafue NP 16./17. Oktober Kaingu Kafue NP 18. Oktober Pioneer Lodge Lusaka
5. Oktober 2013
Unsere Reise nach Sambia beginnt am 4. Oktober abends. Wie bei all unseren Afrikareisen sind wir zwei Familien, damit wir mit zwei Autos bei etwaigen Pannen besser gerüstet sind... Aber zuerst werden wir pilotiert. Unsere Freude fliegen mit Emirates via Dubai, wir nehmen den Flug mit Swiss via J’burg. Swiss kommt beim Rücvkflug bereits frühmorgens in Zürich an, Emirates erst am Nachmittag und unsere Tochter muss danach wieder in die Schule. Mit (Eltern) und ohne (Tochter) Wein vergeht der Flug im Flug, die Koffer werden direkt nach Lusaka durchgecheckt, bei der Ausreise aus Südafrika werden unsere Gelbfieberimpfungen kontrolliert. Weshalb dies bei der Ausreise und nicht bei der Rückreise getan wird ist schleierhaft und epidemiologisch nicht ganz eimfach zu erklären.
Nach einem angenehmen Aufenthalt in J’burg kommen wir am Nachmittag im gemütlichen internationalen Flughafen von Lusaka an. Dies ist nun Sambia – „real Africa“, wie werden die ersten Eindrücke wohl sein? Wie im Forum berichtet werden Fingerabdrücke und Foto gescannt - ein Vorgang der rasch geht. Die Visas erhalten wir problemlos. Die ganze Einreise ist einfach und die Beamten äusserst freundlich. Diese Freundlichkeit wird uns auf der Reise in Sambia durchgehend begleiten. Nach der Ankunft Geldwechsel und Transfer ins Pioneer Camp wo wir eine Nacht bleiben. Gut wechseln wir unsere $ in Kwachas. In den Camps kann man meistens nur so bezahlen, allenfalls noch mit Kreditkarte. Es empfiehlt sich allen, welche die Ferien nicht mit Tellerwaschen verbringen wollen nach der Ankunft in Sambia zuallererst Geld zu wechseln.
6. Oktober
Frühmorgendliches und rasches Umpacken bei einer Laune die mit Sambia nicht gamz im Einklang ist, da wir einen Teil des Gepäcks für die zweite Woche in Lusaka lassen. Wir werden ujs schon noch an die afrikanische Stimmung gewöhnen...Die Flüge innerhalb von Sambia erlauben maximal 15kg Gepäck pro Person. Zeltplanen, Heringe, Ueberbrückungskabel, Reifenpannenspray .... bleibt dürfen nicht mitreisen. Zuerst geht es also für eine Woche nach Tafika in den South Luangwa NP. Das erste Mal in Afrika gehen wir in eine Lodge und werden neben Gamedrives auch drei Tage zu Fuss unterwegs sein, mit Führer. Mal sehen wie das wird. Unsere Tochter hat uns im Vorfeld die Hölle heiss gemacht:„Mit Führer zu reisen ist nicht Afrika. Ich will doch in keine dieser doofen Lodges ...“. Die Erklärung, dass gerade in Sambia lokale Führer gut ausgebildet werden und ganze Familienclans finanziell über Wasser halten überzeugt unsere jugendliche Tochter nicht. Wir fliegen trotzdem von Lusaka zum Mfuwe International Airport (es gibt tatsächliche eine Verbindung nach Lilongwe!), und werden hier von Lloyd abgeholt, der auf dem Weg nach Tafika eine Ueberraschung plant.
Teil 230. Okt. 2013
Schade müssen wir nicht nochmals durch den Zoll...
Tatsächlich ist die Freude gross, als wir bereits bei der Fahrt nach Tafika ein ganzes Rudel Wildhunde beobachten dürfen. Wenn man sie sieht darf ist es klar, es sind Hunde, richtige Hunde, keine Hyänen, keine Wölfe etc. Wie man den Fotos entnehmen kann gibt es bei allen Hunden ein Schuhspiel-Gen. Nicht nur unsere Welpen, auch dijenigen in Afrika spielen jedenfalls gerne damit. Mit dieser Beobachtung haben wir bereits zu Beginn unserer Sambiareise einen bedeutenden Beitrag zur zoologischen Forschung gelsistet.
Lloyd der seit vielen Jahren Guide ist und neben Tafika aufwuchs kennt die drei Plätze des Rudels und wird uns in den nächsten Tage noch weitere Leckerbissen zeigen. Doch vorerst fahren wir jetzt nach Tafika zum Mittagessen. Hier werden wir von der Familie Coppinger begrüsst und freuen uns am Luxus nicht kochen zu müssen, kein Zelt aufzustellen ..., wobei dieser Luxus nicht allen so behagt wie mir 😉 Unter unserem "Haus" tummeln sich Hippos und Kroks im Luangwa. Tafika liegt wirklich wunderbar.
Am Nachmittag und frühen Abend dann ein Gamedrive. Die Tierdichte ist ähnlich wie im Moremi in Botswana. Wir sehen Elis, Büffel, Hippos, Kroks, Impalas, Pukus, Zebra, Kudu, Giraffe, Hyäne, Geier ..... und noch eine Ueberraschung die wir in Afrika bisher nie beobachten konnten: eine Leopardendame!
Nach einem ausgezeichneten Abendessen (danke Heather) früh ins Bett. Tagwache in Tafika ist um 05.00 Uhr!
Teil 331. Okt. 2013
7. Oktober
Der Morning Drive beschert uns ein aufgedunsenes totes Hippo, allenfalls verendet an Milzbrand. Es wird von Hyänen, Krokodilen und Geiern besucht. Erstaunlich wie schnell sich die Krokodile das Uferbord des Luangwa herunterstürzen!
Wenig weiter sichten wir ein Löwenrudel und wiederum viele, viele Tiere. Als wir Lloyd sagen wir möchten gerne einen Leoparden am Tag sehen erblicken wir eine halbe Stunde später ein stolzes Männchen unter einem Baum. Wir möchten ihn aber im Baum sehen und Sekunden später springt er hoch. Lloyd hat magische Kräfte ...
Er erzählt von seinem Dorf Mkasanga, davon dass es jeden Abend von Elefanten besucht wird, welche die Früchte ernten. Da das Dorf vom Nationalpark lebt haben sich die Bewohner daran gewöhnt und protestieren auch dann nicht wenn es durchaus zu gefährlichen Situationen kommen kann. Wie anders gehen wir in Europa mit Wildtieren um. Kaum killt ein Wolf ein paar Schafe wird er erlegt, und Bären haben bei uns sowieso keine Ueberlebenschance. Am Nachmittag besuchen wir dann Mkasanga. Tafika unterstützt die Schule, bezahlt drei Lehrern ihr Gehalt, vergibt Stipendien für Studien und unterstützt die lokale Krankenstation. Sicherlich ist unser Aufenthalt im Tafika Camp für Zambia nützlicher und nachhaltiger als der zweite Teil unserer Reise - selbstständig im Auto mit Dachzelt.
Bei der Rückfahrt vom Mkasanga sehen wir Genet, Honigdachs, Stachelschwein und vor allem einen wunderbaren Sonnenuntergang. Wieder lassen wir uns von der Tafika Crew verwöhnen und geniessen das vorzügliche Abendessen. Beim vertrauten Grunzen der Hippos schlafen wir ein.
Teil 402. Nov. 2013
10. Oktober
Abschied von Chikoko: natürlich ist das Erste das uns interessiert, was mit dem Zebra geschehen ist. Aber wir sehen gar nichts, keinen Knochen, kein Blut im Sand einfach nichts, als wäre nichts geschehen, als wäre es eine Fata Morgana gewesen, ein Trugbild der spannenden Sorte. Weiter hinten sehen wir noch eine Hyäne müde davon trotten dem wohlverdienten Schlaf entgegen. Nach dem Frühstück machen wir einen kurzen Abstecher dorthin wo wir die Hyäne entdeckten. Nun sitzt ein Geier am Boden und tatsächlich finden wir als letztes Zeichen des Zebras auf dieser Welt seine Lendenwirbelsäule samt Becken.
Die Löwin verbrachte übrigens einen Teil der Nacht neben Brents Hütte. Durch den leichten Regen am Vorabend ist es einfach der Spur zu folgen. Wir beschliessen auf der Rückkehr nach Tafika die Löwin zu suchen. Im sandigen Boden zeigt Brent uns die verschiedenen Tierspuren. Einige Baboos beobachten neugierig unsere Erkundungen, lassen sich aber in ihrer Morgenaktivität ansonsten nicht stören.
Das Verfolgen der Spur ist nicht immer ganz einfach. Manchmal müssen wir uns durch dornige Büsche bewegen, oft finden wir die Spur nicht weil der Boden hart ist. Gleichzeitig muss auf den trockenen erdigen Abschnitten jeder Fusstritt genau gesetzt werden, will man sich nicht verstauchen. Still und konzentriert bewegen wir uns vorwärts. Bisher sahen wir heute Morgen Hyäne, Eli, Zebra, Puku, Impala, Hippo, Löwe. Allerdings sahen wir die Tiere ruhend als Spuren am Boden und nicht als sich bewegende Wesen. Wer nun annimmt wir seien enttäuscht gewesen geht falsch. Das Suchen nach der Löwin war ein spannender Krimi, das ruhige Gehen ohne Worte meditativ. Ein solcher Morgen ist genauso ein Teil des Bush Walks wie der gestrige Tag. Die Suche wird abgebrochen, als wir die Spur endgültig verloren haben.
Zum Abschluss zieht es uns in Richtung Luangwa entlang dessen Ufer wir gegen Tafika wandern wollen. Kurz vor dem Ufer befiehlt Brent uns zu stoppen. Wir sollen alle zusammen den Schritt an die Böschung machen, und wir werden belohnt. Als an die Klippe treten stürzen sich hundert Kroks ins Wasser; ein eindrückliches Schauspiel. Sogar die nahen Hippos drehen ihre Köpfe und wundern sich über dieses Krokodil-Ballett. Ob die Reptilien wohl unser Gesicht, unsere nach vorne schauenden Augen, als (missgebildete) Leoparden interpretieren?
Nach der Tea Time folgen wir dem Flusslauf und sehen zum Abschied eine wunderbare Gruppe von Thornicroft Giraffen, diejenige Unterart die nur in Sambia beheimatet ist und eine wichtige Rolle in der Schaffung des Luangwa NP gespielt hat.
Wir überqueren den Fluss, werden nach Tafika chauffiert, geniessen das Mittagessen und machen wieder einmal Siesta. (Picco ha ragione: sempre di nuovo l’Africa e l’Italia. Come nell’ estate Italiana la siesta ti fa bene per godere la serata.)
Für den abendlichen Drive schlägt und Lloyd vor nochmals die Wildhunde zu suchen. Auf dem Weg dahin finden wir ein Rudel vollgefressener Löwen, komplett mit Jungen. Natürlich sind wir hier viel näher als zu Fuss. Wie ich so neben dem müden Löwenmännchen (eher ein Löwensupermann) sitze habe ich doch ein leicht mulmiges Gefühl. Von uns aus könnte man auch von etwas weiter entfernt beobachten, als wir zu nahe hinfahren rennen dann auch die Jungtiere weg. Das bekannte Paradox kommt mir in den Sinn: manchmal sieht man aus Distanz klarer als aus der Nähe, genauso wie man mit langsamer Bewegung schneller ans Ziel kommen kann als mit grosser Geschwindigkeit. Eigentlich ist doch dies ein Teil des Reizes den Afrika auf uns ausübt: weniger kann mehr sein.
Teil 503. Nov. 2013
11. Oktober
Nach dem Frühstück verabschieden wir uns um 07.00 von Tafika, von unsern Zimmern, von der Gastgeberfamilie Coppinger, von Brent, Steward, George und allen Mitarbeitenden. Lloyd wird uns nach Mfuwe fahren und unterwegs Teile des NP zeigen, die wir bis anhin nicht gesehen haben. Wir sehen wiederum viele Tiere: eine Hipposchule mit Hippolehrer, einen alten Leoparden, welcher zu schwach ist um seinen Kill den Baum hinauf zu tragen, Elis, Büffel, Impalas und Pukus, Zebra, Geier, Adler, karminrote Bee-eaters, Störche, zärtliche Giraffen und müde Löwen.
Nach gut vier Stunden erreichen wir die Teerstrasse. Zeit genug um noch kurz die Firma Tribal Textiles anzusehen, welche Stoffe lokal färbt und näht. Wir kaufen einige Dinge, der Gewichtsobergrenze im Flugzeug allerdings nicht viel. In den Ständen vor dem schicken Tribal Textile Store hat es kleine Buden. Diese bieten handgeschnitzte Holztiere an, schöner als diejenigen im Store da weniger perfekt und spontaner.
www.tribaltextiles.co.zm
Nun ist es Zeit einzuchecken. Wir verabschieden uns von Lloyd, der uns zum Abschied noch Proviant mitgebracht hat. Der erste Teil unserer Reise ist vorbei und reisen vom Mfuwe International Airport voller schöner Eindrücke ab. Angekommen in Lusaka parkieren neben Proflight Ethiopian und Emirates. Daneben wird Lusaka auch von SAA, Air Botswana, Air Namibia, Kenya Airways und KLM angeflogen.
Am Flughafen wenden wir uns an den Europcar Schalter wo auch Voyagers Zambia vertreten ist. Ursprünglich wollten wir bei Hemingway die Autos reservieren, da war schon alles gebucht. Nun waren wir natürlich gespannt auf unsere Ford Bushrangers. KTM hat absolut Recht: sehr freundliche Mitarbeiter, recht gute Autos aber etwas alt. Positiv hervorzuheben sind die grossen Kühlschränke welche durch eine zweite Batterie versorgt werden. Gefallen hat uns im Vergleich mit den Autos die wir in Namibia gemietet haben auch die Einteilung der Fächer für Geschirr etc. Die Dachzelte waren tip top, die Blache der heulenden Wölfe kann nun mit einem Reissverschluss fixiert werden. Entweder wir hatten vor drei Jahren in Namibia alte Exemplare oder die heulenden Wölfe machen noch echte Innovationen 😉 . Nach der Uebernahme fahren wir ins Pioneer Camp wo wir unsere schönen und geräumigen Luxury Chalets beziehen.
Wir behändigen unsere dagelassenen Utensilien und machen uns ans Umpacken, was wie immer zu einer fröhlichen Familienatmosphäre beiträgt 😉 . Unterbrochen werden wir vom Nachtessen. Wir mussten uns entscheiden: entweder T-Bone Steak klein, T-Bone Steak gross, Rumpsteak klein oder Rumpsteak gross. Nach langem Ueberlegen entschied ich mich aus der vielfältigen Speisekarte nochmals ein grosses Rumpsteak zu bestellen. Da wir für 20.00 das Essen bestellt hatten, mussten wir pünktlich sein. Nach dem Essen verschwanden wir schnell in unsern Chalets, am nächsten Tag wollten wir früh abreisen.
Teil 604. Nov. 2013
12. Oktober
Nochmals folgt eine Umpackzeit. Wir haben zu viele Kleider mitgenommen und lassen Einiges im Pioneer Camp zurück. Dies geht nicht ganz ohne Nebengeräusche. Einigen von uns reichen für eine Woche campen zwei Hosen und zwei Hemden, andere finden dies viel zu wenig. Nach ein paar Runden netter Worte werden die Autos beladen, anstatt um 07.00 sind wir erst gegen 09.30 reisebereit. Nun müssen wir die Reservekanister auftanken und für eine Woche Proviant einkaufen. Nach dem Tanken bemerke ich den Zimmerschlüssel der Pioneer Camp in meiner Hose. Nun herrscht wirklich allerseits Frohsinn, ein guter Start in die zweite Woche! Ich fahre hin und zurück, die andern warten auf mich. Einkauf im Shopping Center Manda Hill. Nachdem wir uns noch mit einer zusätzlichen Schachtel Malarone eingedeckt haben, das in Zambia ohne Rezept erhältlich, dafür teurer ist als anderswo, stürmen wir Shoprite. Der Laden ist riesig. Ich kümmere mich vorerst um die Getränke (5 Liter Wasser pro Person und Tag, etwas Wein, Mosi-Bier, wenige Büchsen Cola und Sprite).
Nachdem ich es eingepackt habe gehe ich zurück: die Damen sind noch voll am Einkaufen. Wieviel Brot, Teigwaren, Reis, Büchsen, Milch, Eier .... Endlich gegen 13.00 scheint alles beisammen zu sein. Leider gibt es in Shoprite erst nach langem Bitten Schachteln um unsere Eroberungen einzupacken. Wieder geht etwas Zeit verloren. Das nächste Mal werden wir wieder bei SPAR einkaufen. Diese Läden sind einfach übersichtlicher. Auch in Lusaka gibt es diese Kette.
Auch wenn es bis zum McBride Camp im Kafue NP nur gut 220 km sind fahren wir ohne Mittagessen ab, ein Apfel muss genügen (wieso habt Ihr nur so viele Aepfel eingekauft????). Wir sind uns die afrikanischen Strassen aus Botswana und Namibia gewohnt, auch wenn die Strasse nach Mumbwe durchgängig geteert sein soll (150km).
Nach einigen Kilometern ist Stillstand. Im Stadtzentrum muss in die T2 abgebogen werden, beim Samstagsstau in Lusaka (auch an andern Tagen!) eine eher zeitraubende Angelegenheit. Immerhin schaffen wir es unsere zwei Ford Bushrangers hintereinander zu halten und uns nicht zu verlieren (nur der vordere hat ein GPS). Nach einer weiteren Stunde haben wir es geschafft und sind auf der T2.
Die Strasse nach Mumbwe ist in fabelhaftem Zustand! Wir fahren mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 70kmh! Ab und zu eine Strassensperre. Nie habe ich nettere Polizisten gesehen als in Zambia. Meist winken sie uns durch, manchmal fragt man sich gegenseitig wie es geht und was man macht, nur einmal müssen wir unsere (internationalen) Fahrausweise zeigen. Absolut problemlos.
In Mumbwe angekommen fahren wir an der Tankstelle vorbei. Ich hupe, da unsere Freunde aus unerfindlichen Gründen beschlossen haben, von der geteerten in eine schottrige Nebenstrasse abzubiegen. Ungerührt fahren sie weiter um nach weiteren 100 Metern eine noch kleinere noch holprigere Strasse zu wählen. Wir fahren durch einen armen Teil von Mumbwe. Das GPS will es so, dies sei der Weg zum Kafue NP, zum Kabulushi Gate. Gegenüber dem GPS sind Gefühle machtlos ☺. Immerhin hört die Strasse nicht einfach auf, aber die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt nun bei 20kmh. Immer grössere Potholes tauchen auf, andererseits wollen wir vor Einbruch der Dunkelheit noch McBride erreichen. Die armen Stossdämpfer!!
Nach zwei Stunden die Abzweigung zum Kafue NP. Mittlerweile ist es 17.00 und wir haben noch ca. 70km zu fahren. Nach einer weiteren Stunde sind wir endlich am Kabulushi Gate. Bis zu McBride wären es noch geschätzte zwei Stunden. Wir fragen deshalb die Rangers ob wir am Parkeingang übernachten dürfen. Wir dürfen nach Rückfrage beim Vorgesetzten. Anstatt Parkgebühren bezahlen wir für beide Autos eine Fee von 70$ und dürfen das Klo und die Dusche benutzen. Mangels Türe oder Vorhang stösst dieses Anbegot bei den weiblichen Mitreisenden auf verhaltenes Interesse. Dafür kriegen wir ein prächtiges Feuer.
Endlich wieder das erste Mal im Dachzelt. Das Aufstellen geht schnell, wir kennen noch jeden Handgriff. Leider sind vier Eier zerbrochen, Fahrtest nicht bestanden! Noch leiderer funktioniert der eine Kühlschrank nicht. Es ist eine Jubilee Edition, hat vermutlich zu lange gefeiert. Immerhin Weisswein und Bier waren in unserem funktionierenden Apparat. Das heisst alles neu verpacken. Da die Kühlschränke gross sind kommen wir mit einem aus. Wir kochen unsere Steaks und geniessen den ersten Abend (halbwegs) im Busch. Morgen früh geht es dann in den Kafue NP.
Teil 705. Nov. 2013
13. Oktober
Frisch ausgeschlafen erwachen wir um 05.00 Uhr. Im Unterschied zum weiter östlich gelegenen South Luangwa NP wird es hier etwa 15 Minuten später hell. Einige Vögel pfeifen bereits während wir die Zelte zusammenpacken. Mit dem Reissverschluss sehen die Zelte auch im gefalteten Zustand immer ordentlich aus. Ob die gewusst haben wie unsorgfältig wir die Dachzelte bis jetzt gefaltet hatten. Zum Zmorgä (Frühstück) gibt es vorerst Tee und Kaffee sowie einen Apfel 🙂 . Müesli, Kaffee, Brot, Käse, Ankä (Butter) und die obligaten Eier folgen dann in McBride. Nun ist mein Ehrgeiz erwacht: es darf kein einziges Ei mehr zerbrechen!
Wir fahren los und die Strasse wird, kaum zu glauben, noch schlechter. Wir umfahren umgestürzte Bäume, haben riesige Potholes vor uns. Es ist schon richtig einen 4x4 benötigt man nicht, aber den 2x2 der über genügend Bodenfreiheit verfügt möchte ich sehen. Die gesamte Strecke führt durch Wald. Gut die Hälfte der Fläche ist abgebrannt, teilweise raucht der Boden noch. Es ist offenbar in Zambia Mode, auch in den NP die Flächen abzubrennen. Wenn es alle paar Jahre mal geschieht ist dies sicher vertretbar, auch wenn es eigentlich spontan geschehen sollte. In der Frequenz wie es hier praktiziert wird tötet es aber alles Leben ab. Wir sehen keine Säugetiere, hören keine Vögel. Die einzigen Tiere die neben uns überleben sind die TseTse Fliegen, und die gibt es in rauen Mengen!! Kaum ist man ausgestiegen ist man von den Biestern umringt. Auf den ersten Blick sehen sie wie unsere gemütlichen Brämen (Bremsen?) aus. Aber nur auf den ersten Blick. Wir versuchen ihnen mit der Vernichtetaktik Herr zu werden. Leider sind sie erstens viel schneller als Brämen und zweitens EXTREM stabil. Es braucht ca. zehn Schläge bis so ein Tierchen tot oder zumindest bewegungslos ist. So wird man NIE zum Massenmörder. Später kommen wir dann auf eine bessere Taktik, aber soweit sind wir noch nicht. Wir werden auch gebissen, DURCH DIE KLEIDER. Trotzdem kommt keine Panik auf, wir sind nicht verbissen, bis jetzt sind es nur einige wenige rote Flecke, zudem versurrt der Schmerz nach kurzer Weile wieder.
Nach einer Stunde wackelt mein Frontschutzbügel bedenklich. Ich steige aus und begutachte die Situation, assistiert von hunderten von T-Fliegen. Unten rechts ist eine bereits geschweisste Stelle abgebrochen. Momentan lässt sich nichts machen, ausser zu beten dass der Grill nicht ganz abfällt – noch nicht jetzt wo noch so viele Lebensmittel im Auto vorhanden sind.
Nach 1 ¾ Stunden erreichen wir nachdem wir zuerst schöne Felsformationen durchfahren endlich offeneres Gelände und sichten einige Buschböcke sowie Impalas. Nach einer weiteren Viertelstunde über eine Strasse die einem Hippo Highway gleicht erreichen wir gegen 09.00 McBride. Zuerst wird uns von einem Mitarbeiter eine an der prallen Sonne liegende Stelle angeboten. Nochmals nachfragen hilft, und wir dürfen einen Platz belegen, welcher Sonnenschutz hat. Nun sind wir also in McBride. Von der Campsite aus sieht man den Kafue River zwar nicht, aber mir gefällt dieser Ort sehr gut. Es ist alles da was es braucht (Abwasch, WC, Dusche inkl. Warmwasser) und so gemacht, dass es gut in den Busch passt. Andere Campsites sind sicher luxuriöser ausgestattet. Gerade deshalb ist aber McBride so reizvoll.
Wir machen nun Frühstück – keine weiteres Ei in die Brüche gegangen! Es gibt alles was das Herz begehrt: Müesli, Brot, Ankä (Butter), Käse, Confi, Honig, Weetabix .... der Einkauf war nicht umsonst! Nach dem Frühstück wird der Frontschutzbügel zum Thema ....
Teil 805. Nov. 2013
13. Oktober Fortsetzung
Nun wird der Frontschutzbügel zum Thema .... Neben uns die einzigen touristischen Mitcamper. Weiter hinten befinden sich noch die Zelte der ZAWA Mitarbeiter die gerade eine Wildzählung machen. Wir werden für einmal nicht mit „How are you“ begrüsst sodern mit „Grüezi wiä gahts?“ Etwas überraschend ist, dass der Sprechende schwarzer Hautfarbe ist. Es stellt sich heraus, dass er seit längerer Zeit Schweizer Touristen durch den Süden Afrikas chauffiert. Er selber stammt aus Maun und sein Haus liegt direkt neben meinem Lieblingshotel dem Sedia. Stoff genug zum Plaudern, Zeit auch da seine Gäste auf einem Bush Walk sind. Wir kommen auf den Frontschutzbügel zu sprechen. Mit Briden und dickem Draht verarzten wir mit vereinten Kräften die gebrochene Stelle so, dass sich das Metallteil wieder zärtlich an unsern Ford Bushranger räkelt.
Immer wieder duschen wir, sind wegen der Hitze ansonsten eher wie tote Fliegen anzusehen. Immer wieder waschen wir uns und bleiben doch erhitzt. Zum Glück sind auch die TsTs zu müde um uns zu belagern. Gegen Nachmittag machen wir einen Gamedrive. Es gibt da eine heisse Quelle.
Trotz Gelüsten verzichten wir auf ein Bad, es soll allerlei Wild in der Nähe geben, auch wenn wir momentan nichts sehen. Wir fahren weiter zum Kafue, Tiere sehen wir ausser den allgegenwärtigen Impalas keine. Am Kafue gibt es die Hippo Lodge. Wir Erwachsenen genehmigen uns ein kühles Coke, was bei den Jugendlichen zu Protest führt. „Immer müsst ihr in diese Luxusorte gehen. Das ist doch einfach unerhört, ihr wollt gar nicht campen usw.“ Fazit: in diesen Ferien sprechen wir nicht mehr mit Euch.
Bei der Abfahrt von der Hippo Lodge sehen wir wieder mal Elis. Obwohl sie recht weit entfernt sind drohen sie uns bereits. Welcher Unterschied zu South Luangwa. Poaching ist hier wohl ein grösseres Problem. Wir sichten deutlich weniger Tiere als mit Guide, dafür sehen wir sie selber. Dies ist ein Reiz auf den wir nicht verzichten wollen. An einem Wasserloch bleiben wir stehen und beobachten Puku und Storch sowie grosse, schöne Kakteen.
Wir kommen früh genug zurück um bei Tageslicht die Zelte aufzubauen. Der Frontschutzbügel hält! Ein weiteres Tier sehen wir noch .... in der Toilette.
Teil 907. Nov. 2013
14. Oktober Vormittag
Tagwache um 05.00 bin ich mir ja langsam gewohnt, auch wenn es Jahre her sind seit RS und WK. McBride meint es gut: um 04.00 meine ich im Halbschlaf ein leises Gurren zu hören. Ich drehe mich um 180° aber das Gurren wird lauter. Langsam werde ich wach und es wird mir bewusst, dass das Gurren von Löwen stammt. Sie sind deutlich zu weit weg, als dass ich etwas sehen könnte, abgesehen davon, dass es stockfinster ist. Irgendwann bemerke ich auch ein fahrendes Auto. Das Gebrüll kommt näher, entfernt sich wieder und ist kurz nach 5 Uhr morgens definitiv SEHR nahe. Ich verständige unsere Freunde, dass ein Aufstehen zum jetztigen Zeitpunkt suboptimal wäre. Wir warten also bis sich die Löwen etwas entfernen, was um 05.30 der Fall ist. Wir stehen auf, falten die Zelte zusammen und frühstücken. Der Plan heute ist es über Mumbwe nach Mayukuyuku zu fahren und wir rechnen mit ungefähr sechs Stunden Fahrzeit. Beim Abwaschen kommen wir nochmals in eine Attacke einer TseTse Brigade, wehren uns heldenhaft und fahren zur McBride Lodge um unsern Aufenthalt zu bezahlen. Vermutlich hätte es niemand gemerkt, wenn wir einfach wieder abgefahren wären, aber nicht gerade vertrauensfördernd, und fair ist es nicht auf diese Weise zu sparen. Beim Rundgang um die Autos wird auch klar dass mein Bushranger hinten links lahmt, nicht schlimm, aber so dass Luft nachgefüllt werden muss – nach dem Bezahlen unserer Schulden.
Die Lodge liegt, im Unterschied zum Camp nah am Fluss mit guter Sicht auf den Kafue, eine wunderschöne Lage. Wir treten bei McBride ein, das Portemonnaie in der Hand, da begrüsst uns ein älterer Herr, offensichtlich Chris McBride und fragt: „Do you want a cup of tea?“ Chris McBride, eine Legende unter Löwenexperten ist ein äusserst sympathischer und charismatischer Mann. In Wollveston, Hemd, (etwas fleckigen) Hosen und ohne Socken in hohen Schuhen strahlt er etwas von einem englischen Lord aus. Anwesend ist auch seine Frau Charlotte welche offensichtlich die Buchhaltung unter ihrer Obhut hat, ein Mitarbeiter der ZAWA welcher Wildzählungen macht sowie zwei Gäste bei denen es nicht ganz klar wird ob sie hier in einem Praktikum sind. Chris McBride erzählt über sein Leben am Kafue und fragt ob wir heute Nacht ebenfalls die Löwen gehört haben, er sei ihnen nachgefahren. Sie seien etwas 100 Meter von uns vorbeigegangen. Ob wir sie sehen wollen? Schade seien wir nicht gestern Abend gekommen, er hätte uns mit dem Boot zu einem Sundowner eingeladen. Den Sundowner hatten wir mit Weisswein, also ist der Löwendeal für uns natürlich spannend.
Nach den Löwen verabschieden wir uns und wollen die Lahmheit hinten links beheben. Die beiden Herren schaffen es nicht das Ventil des Kompressorschlauches an dem Rad zu befestigen. Der Schlauch muss kaputt sein, also Versuch mit dem Schlauch des anderen Autos. Aber auch hier geht gar nichts. Das kann ja lustig werden mit Plattfuss in der Pampa. Während wir beratschlagen betrachtet meine Tochter die noch zu jung fürs Autofahren ist, das Ventil und befestigt den Schlauch am Ventil des Hinterrads. Technische Begabung ist nicht allen gegeben... Der eine Kompressorschlauch ist aber tatsächlich kaputt! Wir wissen schon weshalb wir nie nur mit einem Auto in Afrika unterwegs sind.
Nach diesem Intermezzo brechen wir auf nach Mumbwe.
Teil 1007. Nov. 2013
14. Oktober Nachmittag
Nun geht es also die Holperstrecke zurück. Der Weg zum Gate durch den Wald ist tatsächlich etwas eintönig durch die halb abgebrannten Wälder und über die diversen potholes. Nach einer Stunde beginnt das Frontgitter wieder zu wackeln, anfänglich nur wenig, aber mit der Zeit bedenklich. Am Gate sehe ich nach und Briden sowie Drähte sind allesamt durchgescheuert. Mit dieser Wackelsache werden wir die Fahrt nicht durchhalten können. Wenn wir es bis Mumbwe schaffen, dann haben wir allenfalls die Möglichkeit einen Ort zu finden der schweissen kann. Bereits nach gut drei Stunden erreichen wir die Stadt. Unterwegs ist ausser potholes nicht viel los. Die gesamte Strecke begegneten uns drei Fahrzeuge, ein Ochsenkarren und diverse Velofahrer. Was die nicht alles auf ihren Rädern transportieren! Oft ist es Kohle, ganz Zambia, ein grosser Teil von Afrika kocht mit Holzkohle. Kein Wunder wird so viel Wald abgebrannt! Ueberall steht am Strassenrand Holzkohle zum Verkauf.
Wir erreichen also Mumbwe. Als Erstes tanken wir und die Dieselversorgung ist problemlos. An der Tankstelle wird mir erklärt wo sich die Garage befindet: rechts nach einem halben Kilometer wo am Strassenrand Fahrzeuge stehen.
Dies ist die Garage. Das Problem ist erkannt, das Gitter wird abmontiert. Gegen Barzahlung von 20 Kwacha gehen Gitter und das Befestigungsteil zum Schweisser. Nach einer halben Stunde kommen die beiden Jugendlichen zurück und das ganze Gitter wird wieder mit den Muttern befestigt. Nach 45 Minuten ist alles repariert, perfekt! That’s Africa. In der Schweiz hätte es zwei Tage gedauert, vielleicht hätte man auch ein neues Gitter bestellen müssen ...
Nun wechseln wir bei Barclays noch Geld. Problemlos sofern man genügend Zeit hat. Die Bank hat viele Kunden, glücklicherweise mehr Kunden als Stromunterbrüche: wir erlebten nur zwei davon. Etwas wird unsern Damen die vor der Bank warten klar. Wer zur bank fährt hat Geld und dies sieht man den Bankkunden auch an: gut gekleidet, Schuhe, Autos ohne Beulen.
Uns hat Mumbwe, obwohl in den Reiseführern steht es habe nichts zu bieten extrem gut gefallen. Es ist eine typische afrikanische Kleinstadt mit Strassenläden, andere sind nur spärlich vorhanden. Die Leute sind sehr freundlich. Wir sind in der Stadt die einzigen Weissen und ausserhalb der Tankstelle hält hier vermutlich selten jemand. Wir kaufen Tomaten, Zwiebeln, Mangos und eine Wurzel die man kochen kann aber wir nicht kennen. Leider ist sie dann drei Tage später schimmlig, sodass wir nicht über deren Geschmack erzählen können. Mumbwe gefällt uns so gut, dass wir alle das nächste Mal hier einen Halt einlegen werden!
Teil 1107. Nov. 2013
Aber das sollte die einzige schlechte Erfahrung mit den "Händlern" sein, ansonsten machte es immer wieder Spaß, mit ihnen zu "dealen
Hallo Volker
Du hast so Recht: nie Kanister!!!! Wir hatten in unserem Hotel-VW Bus dieses Jahr wegen "Schlamm" im Tank einen grösseren Schaden. War aber in der Schweiz, im Engadin.
Wir hatten im ersten Moment in Mumbwe auch Bedenken. In der "Garage" gab es auch einen Typen welcher Geld für nichts wollte. Auf der andern Seite wollte der Garagist 200 Kwacha für die Reperatur. ich handelte ihn auf 150 runter, hatte dann aber ein schlechtes Gewissen und schenkte ihm noch ein Sackmesser, fühle mich ganz schuldig fürs Runterhandeln 🙁
Ganz allgemein hatte ich in Mumbwe aber ein sehr sicheres Gefühl, was nicht in allen Städten durchwegs der Fall ist. Darum noch ein paar Föteli.
LG Marc
Teil 1208. Nov. 2013
Die Fahrt von Mumbwe nach Mayukuyuku ist problemlos. Teerstrasse und dann 10km guter Schotter. Mayukuyuku liegt sehr schön am Kafue River, auch die Campsite. Von unserem Platz hatten wir einen offenen Blick auf den Fluss und konnten zusehen wie sich die Hippos abends aus dem Wasser rappeln. Bei einem Glas Weisswein ist das eine ziemlich gute Einstimmung auf das Abendessen. Die Waschgelegenheiten sind sehr sauber, geradezu luxuriös. Wirkliches Buschfeeling kommt aber höchstens dadurch auf, dass Dusche etc. nicht allzu nah beim Auto sind und wir deshalb abends dort nicht mehr hingingen.
Warmwasser wird wie an allen Orten mit Holz erzeugt. Eine Technologie ohne Gefahr von Stromausfall.
Teil 1309. Nov. 2013
15. Oktober
Heute planen wir einen Gamedrive. Mal schauen was es im Kafue zu entdecken gibt. Wir entscheiden uns zuerst entlang dem Fluss zu fahren, der Duiker Rd entlang, dann über die Hook Bridge, Mukame Loop und evtl. je nach Zeit noch den Shishembe Loop zu fahren.
Wir fahren sehr langsam um ja nichts zu verpassen, aber auch die Tracks beschleunigen uns nicht. Die Gegend ist teilweise abwechslungsreich, teilweise etwas monoton. Wir sehen bis zur M9 lediglich einige Impalas und Pukus. Währenddem Pukus gelassen sind, reagieren die Impalas sehr schreckhaft, wenn Autos nahen. Es ist spannend diese tierartlichen Unterschiede so eindeutig fest zu stellen. Ein schreckliches Erlebnis wird uns noch längere Zeit begleiten. Die ersten Impalas haben bereits geworfen, es naht die Regenzeit. Wir fahren um eine Kurve und zwei Impalas fliehen hastig, ein ganz frisch geworfenes Kitz im Schlepptau. Wir halten an, die beiden erwachsenen Tiere rennen weiter, vom Kitz keine Spur. Als wir weiter fahren liegt es mit gebrochenem Bein am Wegrand, mit absoluter Panik in den Augen.
WIR HABEN EIN IMPALA GETOETET!
Auch wenn dies Natur ist, sind wir als Eindringlinge schuld am Tod dieses Tieres. Von nun an werden wir noch vorsichtiger fahren. Bis zur M9 sehen wir keine Tiere mehr. Nach der Brücke biegen wir in den Südteil des Kafue NP ein, nach kurzer Zeit kommt der Mukambi Loop. Zu Beginn sehen wir auf der trockenen Erde einige Elis. Danach folgt eine endlose Strecke über betonharte Erdschollen. Wir fahren mit höchstens 10kmh, es fühlt sich an wie der schlimmste Bruchharst auf einer Skitour. Tiere ausser Pukus und Impalas sehen wir keine, auch wenn wir streckenweise dem Kafue folgen. Die Landschaft ist hier sehr kahl!
Die meiste Zeit fahren wir durch solche Landschaft
Kleine Termitenhügel auf harten Schollen ist ein prägendes Element der Gegend
Hookbridge über den Kafue
Hier die Elis des Mukambi Loops
Teil 1409. Nov. 2013
15. Oktober
Nach dem Mukambi Loop sind wir heiss und müde. Wir hatten Gelegenheit uns mit den TseTse zu messen und haben nun das Diplom in „TseTse Chasing“ erhalten. Wenn wegen einer Fotografie das Autofenster geöffnet wird dringen sie sofort ein. Die Taktik besteht nun darin bei jeder Fliege die sich am Fenster setzt das Fenster während der Fahrt langsam zu öffnen, zu sehen dass der Feind entweicht um anschliessend das Fenster mit grösster Geschwindigkeit zu schliessen. Auf Fahrerseite bei gewissen Strecken ein spannendes Unterfangen. Langsam spricht sich bei den TseTses herum, dass wir ein ernst zu nehmender Gegner sind, oder sind wir einfach schläfrig geworden?
Wir beschliessen nach Mayukuyuku zurück zu kehren. Wir verfahren uns und sehen uns ungeplant im Shishembe Loop.
Hier hat es Wasser und wir sehen auch wieder Tiere: Puku, Impala, Elis im Wasser. Spannend ist, im Unterschied zum South Luangwa NP, dass im Kafue die Tiere entdeckt werden müssen und nicht auf dem Reissbrett bereit stehen. Das gehört für uns auch zu einem richtigen Afrika Urlaub.
Bei der Rückkehr erblicken wir von der von Chinesen erbauten Spinal Rd noch Zebra, Liechtenstein Heartebeast und Kudu. Gegen 16.00 sind wir dann in der Nähe von Mayukuyuku, machen einen Abstecher an den Kafue und gehen auf einer kleinen Transitstrecke parallel zum Fluss zurück. Auf dieser letzten Teilstrecke hat es wieder Bäume über dem Track und v.a. sehr, sehr viele DORNEN.
Liechtenstein's Heartbeast, gibt es praktisch nur im Kafue NP
Teil 1510. Nov. 2013
16. Oktober
Heute brechen wir von Mayukuyuku auf und fahren der River Road entlang zur Kaingu Lodge. Das sind vielleicht 60km. Wir stehen auf und packen zusammen. Unsere Nachbarn, nette junge Leute stehen auch auf. Sie alle studieren im UK und sind das erste Mal in einem afrikanischen Nationalpark unterwegs. Unter ihnen hat es drei junge Damen aus Lusaka, der Rest kommt aus dem UK und Indien. Eine junge Engländerin ist noch ganz von der Nacht gezeichnet. Sie hatten ihre Zelte wunderschön unter Bäumen aufgestellt. In der Nacht kamen dann Elis und fanden selbstverständlich gerade diese Bäume besonders lecker. Es war bestimmt ein fulminanter Einstieg in den NP. Ich hatte am Abend zuvor noch gefragt ob sie wirklich diesen Ort wählen wollen. Da die Campsite sehr gepflegt ist dachten sich wohl alle „der übertreibt ein wenig.“
Wir lachen ein wenig, aber nur bis wir an unserem Auto den vorderen linken Pneu beachten. Voll platt, da nützt ein Kompressor rein gar nichts mehr. Im Reifen steckt tatsächlich ein megagrosser Dorn. Wie schön ist doch das offroad Fahren im afrikanischen Busch! Zuerst gehen wir es locker an, und schaffen es auch das Reserverad unter dem Fahrzeug zu Boden zu bringen. Dann aber bemerken wir, dass die Muttern für unsere Schraubenschlüssel zu gross geraten sind. Nun lachen die Engländer leise, da auch sie nur die Normschlüssel haben. Auch in der Lodge fragen wir vergeblich nach grösseren Schlüsseln. Da ist mit Reifenwechsel nichts zu machen. Wir sitzen tief im Schlamassel. Nicht auszudenken was tief im Busch geschehen wäre. Glücklicherweise haben wir pro Person und Tag 5 Liter Trinkwasser mitgenommen. Niemand kann uns da helfen! Ein kleiner Vorteil ist höchstens, dass wir nun länger in Afrika bleiben können/müssen. Auch ohne „Ibidumm-Zältli“ merken wir schliesslich, dass über den Muttern Kappen sitzen ☺☺, welche man mit einem einfachen Sackmesser entfernen kann.
Nun geht es ans Auto hochheben:
1. Versuch: der Wagenheber versinkt im Sand. Na wunderbar. Auf unserer Packliste bei der Abreise aus der Schweiz stand klipp und klar „Brett“. Ich meine darauf verzichten zu können, das hat es in Zambia auch, sofern man in Lusaka daran denken würde. Niemand auf der Campsite hat ein Brett. Bis sich da ein weibliches Wesen daran erinnert, dass wir ein Rüstbrett bei den Küchenutensilien haben. Gesagt, getan: Küchenbrett unter den Wagenheber, aber es reicht immer noch nicht. 2. Versuch: Hi-Jack. Wir setzen ihn seitlich an, bis es beinahe eine Beule in der Türe gibt. Der Lack ist bereits etwas ab (und eine mikroskopische Beule haben wir ebenfalls geschafft). Hi Jack geht wieder weg. 3. Versuch: Wagenheber unter die Achse und nun geht es wunderbar.
Mit dem Kompressorschlauch des zweiten Autos können wir beide Pneus (denjenigen der immer Luft verliert und den platten) füllen. Nach Duschen sind wir reisebereit. Uebrigens: die Pneus bei unserem Auto sind sehr abgefahren, das ist beim zweiten Fahrzeug deutlich besser. Diese ist aber auch nicht ganz problemlos: der Tank leckt und wir können jeden Morgen zwischen einem und zwei dl Diesel auffangen, damit nicht alles im Boden versickert. Bei diesem Bushranger funktioniert, das habe ich ja bereits erwähnt, der Kühlschrank nicht. Ansonsten sind aber beide Autos tipp top.
Die Landschaft ist ziemlich abwechslungsreich. Die River Road ist mit dem GPS einfach zu finden. Wir kommen zu einem Wasserloch, warten dort bis wir die Hitze und die eindringenden TseTses zu unangenehm empfinden. Säuger haben wir keine gesehen aber Wasservögel incl. schwarze Störche. Die Strecke führt durch Buschland, teilweise durch sandige Wadis.
Teil 1610. Nov. 2013
Schliesslich kommen wir zu einem Wegweiser und nehmen die New Road. Wie wohl die alte gewesen wäre? Auf der neuen schaffen wir ein Tempo von 10kmh. Wenigstens hat es keinen Gegenverkehr, oder ist es eine Einbahnstrasse ☺? Ueberholt werden wir auch nie. Den Spuren nach zu schliessen wird die Strecke definitiv selten befahren, sicherlich nicht jede Woche. Zu fahren ist es toll, Tiere sehen wir aber fast keine. Einige Impalas und Pukus, einmal warthogs, einmal im Unterholz einen waterbuck und einmal einen Duiker. Dafür gibt es wunderbare Bäume.
Teil 1710. Nov. 2013
Nach vier Stunden haben wir die Strecke geschafft und sind am Eingang zur Kaingu Lodge und Campsite. Dort soll man das Fahrzeug mit Insektenspray gegen TseTses behandeln. Den Sinn dahinter sehe ich nicht ganz, ausser das ganze Camp würde regelmässig mit Insektenvertilger besprüht. Egal wir tun es. Wir haben übrigens das Brevet „TseTse Vertreiben“ mit Erfolg bestanden und schaffen es innert zehn Minuten fünf TseTses aus dem Auto zu bugsieren, ohne dass sich wieder die gleiche Anzahl nach drinnen bewegt.
Wir kommen in Kaingu an, wo uns Julia und Gill, die Manager, SEHR herzlich begrüssen. Sie zeigen uns die Campsite, schön im Schatten von Bäumen gelegen. Unter uns der Kafue, den wir aber wegen der vielen Bäume kaum sehen. Die Waschanlage ist wie in Mayukuyuku sehr professionell, aber für mich beinahe etwas luxuriös. Wir stellen die Zelte auf und spazieren dann Richtung Rapids, wo man zwischen den Flussstufen geschützt von Crocs baden könne. Der Kafue mäandriert hier zwischen Felsen und Inseln. Landschaftlich ist dies ein echtes Highlight, das einen Umweg lohnt!
Unsere Brote sind übrigens mittlerweile alle schimmlig, na ja toasten könnte man sie noch, dann riecht man es nicht so penetrant. Julia bietet uns aber an, frisch gebackenes Brot zur Verfügung zu stellen. Wer könnte da nein sagen! Die Herren gehen zur Lodge, trinken ein Mosi und holen das Brot beim Eindunkeln.
Portraits der Reisenden, konform mit den neuen Datenschutzrichtlinien der EU (und selbstständig entschieden auch der Schweiz)
Das Nachtessen besteht aus Spags und als Sugo die (am Vorabend) lange gekochten Tomaten aus Mumbwe. Eines unser besten Essen in Zambia!!!
Teil 1811. Nov. 2013
17. Oktober
Ganz richtig dies ist ein Geburtstagskuchen, eine torta da nusch. Man kann sie gut transportieren und sie schmeckt auch in Afrika wunderbar. Das Frühstück mit Kuchen, Früchten, frischem Brot, Confitüre, weetabix ... ist ein Genuss. Bald brechen wir aber auf.
Der Geburstagsmorgen bringt eine Bootsfahrt auf dem Kafue. Gil führt uns durch die Inselwelt des Kafue, umrundet Felsen und Hippos – eine Zauberwelt zwischen Wasser und Fels, mittendrin liegt die Kaingu Lodge. Wir hatten uns auch für einen Gamedrive im NP interessiert, auf der andern Seite des Flusses. Dieser wäre aber ganztags gewesen, wir hingegen wollten nochmals einen halben Faultag einlegen bevor wir nach Lusaka zurück fahren. Nun bewegen wir uns mit dem Boot im Kafue und geniessen die Ausblicke auf Felsen, Vögel und Bäume. Trotz eifrigem Beobachten sehen wir ausser Pukus und Buschböcken keine Säugetiere die an Land leben.
Wir landen auf einer Insel mit Gras so grün und kurz wie englischer Rasen. Ob Julia und Gil die Hippos so abgerichtet haben? Es wäre sehr schön sich hier einen Sundowner zu genehmigen.
Teil 1912. Nov. 2013
und weil es so schön ist noch mehr Bilder vom Kafue. Landschaftlich ist dies sicher eine der reizvollsten Flusslandschaften in ganz Afrika.
Den Nachmittag verbringen wir faulenzend, lesend, für die Chemieprüfung lernend, Pneu aufpumpend, schwatzend und duschend. Die Sonne senkt sich und beim Eindunkeln haben die Bäume scherenschnittartige Konturen.
Selbstverständlich gibt es heute einen Sundowner Gin n' Tonic und danach ein feines Essen. Dank des perfekten Kühlschranks haben wir sogar nochmals Fleisch.
Dies war mein dritter Geburtstag in Afrika. Der erste in den Nxai Pans (Baines Baobab), das zweite Mail in Maun (Sedia Hotel) wo ich mich so auf den Hamburger gefreut hatte, leider war er verdorben. Und nun dieses Mal inmitten einer wunderbaren Flusslandschaft, begleitet von der besten Familie.
In heller Mondnacht gehen wir nochmals ins Dachzelt, morgen werden wir in Lusaka sein.
Teil 2012. Nov. 2013
18. Oktober
Unsere Zambiaferien neigen sich dem Ende entgegen.
Wir verabschieden uns von Julia und Gil, geben ihnen die überflüssigen Wasserflaschen, streichen uns für die Reise nach Lusaka Butterbrote und fahren los. Dieses Mal geht es via Itezhi Tezhi Road zur M9, zuerst aber auf der direkten Strasse zum Mweenga Gate. Die Strecke ist wiederum voller potholes, im Vergleich zur River Rd aber eine Autobahn, dafür ist die Landschaft um Einiges eintöniger. Wieder – wie auf dem Weg zu McBride sehen wir beinahe keine Tiere. Dafür muss vor kurzem ein Motorrad die Strecke gefahren sein. Ich fühle mich bereits als Scout, dass ich es bemerkt habe...
Nach knapp zwei Stunden kommen wir zum Gate. Eine junge und sehr hübsche Uniformierte fragt nach unseren Plänen, ich frage sie ob sie viel Arbeit habe, worauf sie antwortet: „Yes we have quite heavy traffic here.“ „How many cars a day?“ „About 50“.
An den Ständen kaufen wir eine warme Cola und fahren weiter auf der Itezhi Tezhi Rd Richtung M9. Nach insgesamt drei Stunden erreichen wir sie und haben bald Hunger.
Wir fahren in diese Waldlichtung und packen unsere letzten zwei Dosen Cola und die Eingeklemmten aus. Nun erscheint ein Bauer, lächelt uns zu. Wir geben ihm eine unserer zwei Colabüchsen. Da er nicht weiss wie öffne ich sie für ihn. Danach reichen wir ihm noch eines unserer Sandwiches. Nun essen wir alle zusammen und radebrechen Englisch. Es herrscht eine herzliche Stimmung, auch ohne viele Worte ist es für alle eine wunderbare Begegnung. Unsere Essensresten geben wir ihm ebenfalls: drei Schnitten geräuchertes Fleisch, welches mit dem Wort „meat!!“ sofort gegessen werden. Unser frisches Kaingubrot und den Käse geben wir ihm. Als er realisiert, dass es „bread and cheese“ sind freut er sich sehr. Wir lachen uns alle nochmals an und unser neuer Freund verschwindet wieder im Wald.
Nach der Abzweigung nach Mumbwe (leider haben wir keine Zeit für einen Stopp geht es weiter nach Lusaka. Unterwegs kaufen wir noch Mangos. Leider können wir keine so schön in Pyramiden angeordneten Tomaten kaufen. Das Meiste wird verrotten. Hätten wir nur die Möglichkeit Tomaten in Zambia einzumachen und im Winter bei uns als Sugo zu verkaufen. Das Transportwesen in Afrika ist noch nicht so ausgefeilt, dass Kleinbauern von einem funktionierenden Markt profitieren könnten. Immerhin sind sie Selbstversorger, könne das BIP nicht steigern, was andererseits aber auch ein falsches Bild von Afrika ergibt.