Toni_1962256 Beiträge · seit 201204. Nov. 2013 · #21Guido. schrieb:Hallo,Toni_1962 schrieb:Du weißt sicherlich selbst als aufgeklärter Kenner Namibias, dass für Kinder unter fünf Jahren Malaria die wichtigste Todesursache in Namibia ist!
Nur interessehalber: hast Du dafür eine Quelle?
Guido
Es existieren verschiedenste Statistiken bzw. Meldungen, offizielle wie auch inoffizielle (wie RK, ÄoG). Diese verschiedenen Quellen einzeln zu diskutieren ist mühsam und fast brotlos, werden aber gesammelt, ausgewertet und bewertet und speisen so den den Bericht des Millenium-Development-Goals, auf den ich mich beziehe. Als SADC Land ist ja auch Namibia verpflichtet konkrete Entwicklungsziele, auch eben in der Gesundheitsentwicklung, bis 2015 zu erreichen. Der Millenium-Bericht ist jedoch aus 2005, der sicherlich hinsichtlich der Aussage zu Malaria überholt sein mag und sein wird, denn Fortschritte sind ja laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in vielen Bereichen vorhanden.
Meine Aussage ist somit zu relativieren 🙂
GUGuido.Gast04. Nov. 2013 · #22Hallo Toni,
Toni_1962 schrieb:http://www.millennium-entwicklungsziele.de/pages/namibia/ziel06.htm
Danke für die Rückmeldung, damit lässt sich das dann auch aufklären. Die o.g. Seite wurde letztmalig am 06.02.2006 aktualisiert* und die Datenbasis, auf der die Aussage bezüglich Malaria als häufigster Todesursache bei Kindern unter 5 fällt, dürfte noch mal älter sein. Die Milleniumsziele wurde ja schon 2001 verabschiedet. Angesichts der riesigen Fortschritte, die Namibia bei der Bekämpfung von Malaria erzielt hat, ist das mittlerweile nicht mehr aktuell und nicht mehr zutreffend. 2004 hatte Namibia noch über 610.000 Malariafälle pro Jahr; 2011 nur noch gut 14.000. das ist ein Rückgang um fast 98%. Es wird mittlerweile als realistisch angesehen, dass Namibia Malaria in wenigen Jahren komplett eliminiert hat.
Beste Grüße
Guido
* Sichtbar am HTTP-Last-Modified-Header
Toni_1962256 Beiträge · seit 201204. Nov. 2013 · #23Ich diskutiere ungern über absolute Zahlen, weil sie das Problem nicht treffen und sogar kontraproduktiv sind und somit durchaus gefährlich 😉 :
Die Frage ist eben nun, WIESO stirbt Malaria aus?
Doch nicht durch "kaputt lachen" Einheimischer, sondern durch Aufklärung, Vorsorge
und die Sterblichkeit sinkt wegen medizinischer Behandlung beim "case" ... medizinischer Betreuung von Einheimischen ...
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200604. Nov. 2013 · #24Erika schrieb:Liebe Beate, du schriebst:mit derselben Begründung bräuchtest Du auch beim Autofahren keinen Sicherheitsgurt tragen.
Stell Dir vor, ich fahre seit 40 Jahren Auto, überall auf der Welt. Und ich hatte noch keinen Unfall. Für was brauche ich denn dann einen Sicherheitsgurt???
Dein Vergleich hinkt ein wenig, weil:
Eine Malariaprophylaxe ist eventuell schon nach kurzer Zeit mit sehr unangenehmen Nebenwirkungen verbunden.
Beim Sicherheitsgurt tragen ist auch nach Jahrzehnten mit keinen Nebenwirkungen zu rechnen.
Viele Grüsse
Erika
Naja, wenn Du einen Sicherheitsgurt trägst hast Du bei einem Unfall auch schöne blaue Flecken.
Und andersherum: ich habe mit Malaronie noch nie irgendwelche Nebenwirkungen gehabt und ich habe es wirklich schon oft und lange genommen.
(Zum Unterschied zu Lariam, das böse Nebenwirkungen hatte).
Gruss Beate
Daktari79 Beiträge · seit 201004. Nov. 2013 · #25Ich komme leider viel zu selten dazu hier ins Forum zu schauen, lese immer gerne diverse Reiseberichte und versuche auch gerne bezüglich Gesundheitsfragen zu helfen, also zurück zu deiner Frage Elis und wie bereits früher schon mal ausgeführt:
Bezüglich „Malariaprophylaxe“ ist es wirklich essentiell einen kompetenten Arzt aufzusuchen, idealerwiese einen, der sich regelmäßig „reisemedizinisch“ weiterbildet; das muss nicht zwangsläufig ein Tropenmediziner sein, sondern kann auch ein guter Hausarzt, Internist oder Pädiater sein! Eine Liste reisemedizinisch erfahrener Ärzte gibt es u.a. auf der Homepage des Centrums für Reisemedizin (www.crm.de). Dieses Forum, so gut es manchmal auch ist, ersetzt keinesfalls diesen Arztbesuch.
Ob eine Prophylaxe angebracht und welches Medikament am besten dafür geeignet ist oder ob eines gar kontraindiziert ist hängt von diversen Faktoren ab, u.a.: Reiseziel, Reiseverlauf und Aufenthaltsdauer, Alter (der Kinder), (mögliche) Schwangerschaft, andere bestehende, i.d.R. chronische Erkrankungen, bekannte Allergien oder die regelmäßige Einnahme anderer Medikamente (einige hemmen oder verstärken die Wirkung bestimmter Anti-Malaria Medikamente, so dass evtl. eine Dosisanpassung erforderlich sein kann). Ganz pauschal „Ja“ oder „Nein“ zu sagen, ist bei solchen vagen Anfragen ohne Hintergrundinformationen im Forum nicht möglich.
Darüber hinaus ist die Grundeinstellung sicherlich ganz entscheidend, ein (über)vorsichtiger oder ängstlicher Mensch wird sich eher auch für eine sehr wahrscheinlich unnötige Prophylaxe entscheiden, weil er/sie den Urlaub sonst vielleicht gar nicht genießen könnte – dann ist das absolut okay und legitim; nur die eine richtige Entscheidung gibt es i.d.R. nicht. Darum sollte man jede individuelle Entscheidung respektieren und akzeptieren ohne diese ständig zu kommentieren. Man darf gerne seinen Standpunkt vertreten und seine Entscheidung für den jeweiligen Fall offenlegen, es ist aber sicherlich nicht hilfreich, die anderen zu kritisieren und dadurch weiter zu verunsichern.
Ganz wichtig – ob mit oder ohne medikamentöse Prophylaxe ist eine konsequente und effektive Expositionsprophylaxe:
- Anwendung von Moskitonetzen (Imprägnierung z.B. mit Nobite® Verdünner)
- Einreiben unbedeckter Hautstellen mit mückenabweisenden Mitteln mit den Wirkstoffen DEET (z.B. Nobite® Haut) oder Icaridin (z. B. Autan® oder Nobite® Haut sensitive)
- Tragen von hautbedeckender, heller imprägnierter Kleidung ( z.B. mit Nobite®Kleidung einsprayen )
- Aufenthalt in mückensicheren Räumen (Klimaanlage, Fliegengitter)
Bezüglich medikamentöser Prophylaxe:
- Wenn ihr euch unsicher seid, startet die Prophylaxe kurz bevor ihr in den Etosha-NP fahrt und nehmt diese – je nach Medikament – für den empfohlenen Zeitraum danach weiter ein
- Solltet ihr eine Woche nach Eintritt in den Park bereits wieder im Flieger sitzen, könnt ihe euch auch in Deutschland testen lassen - direkt oder nur bei Auftreten von Fieber und/oder anderen Symptomen
- Wenn ihr es euch zutraut, nehmt „Rapid Diagnostic Tests“ und „Stand-by Treatment“ (Coartem/Riamet oder Malarone) mit
Fazit: Lasst euch gut von einem Reisemediziner beraten – insbesondere was die Kinder angeht!!!
Hoffe es hilft ein wenig!
Viele Grüße,
Uwe
GUGuido.Gast04. Nov. 2013 · #26Hallo,
Toni_1962 schrieb:Ich diskutiere ungern über absolute Zahlen, weil sie das Problem nicht treffen und sogar kontraproduktiv sind und somit durchaus gefährlich 😉 :
Da komme ich nicht ganz mit? Weil Zahlen Deine Aussage widerlegen, sind Zahlen nun kontraproduktiv und gefährlich? Man kann (und muss) Zahlen durchaus kritisch hinterfragen und interpretieren, aber auf welcher Basis will man denn sonst diskutieren? Kontraproduktiv und gefährlich ist es eher, die Zahlen zu ignorieren. Das beweisen nicht zuletzt Deine Beiträge in diesem Thread. Würde man sich nicht an die Zahlen sondern an Annahmen wie von Dir halten, dann müsste man nun die maximalen Anstrengungen und zusätzliche Mittel in die Malalariabekämpfung stecken, weil das vermeintlich die Hauptursache für frühzeitig sterbende Kinder in Namibia ist. Tatsächlich wurde das Problem in den letzten Jahren schon massiv entschärft und man kann mit einiger Wahrscheinlichkeit mehr für die Kinder erreichen, wenn man zusätzliche Anstrengungen und Mittel in andere Problemfelder investiert.
Beste Grüße
Guido (Zahlenmensch 😎 )
Toni_1962256 Beiträge · seit 201204. Nov. 2013 · #27Guido
Jetzt haben wir uns falsch verstanden bzw. ich mich leider missverständlich ausgedrückt. 🙂
Ich finde mich mit den aktuellen Zahlen nicht widerlegt, es zeigt im Gegenteil, dass mit Lachen über Panik von den Einheimischen nichts zu erreichen ist, sondern nur mit Fürsorge und Vorsorge und Umsicht trotz des Lachens der Einheimischen. Das wollte ich auf Swakops Beitrag zeigen.
Gerade eben die seit 2005 sinkenden Zahlen zeigen ja, dass dies wahrscheinlich nicht durch Lachen erreicht wird.
Diese Zahlen stehen also nicht im Gegensatz zu meiner Aussagenabsicht ... 😉
Warum ich aber kein Mensch absoluter Zahlen bin, werde ich dir bei Gelegenheit sagen 🙂
Daktari79 Beiträge · seit 201004. Nov. 2013 · #28Die Zahlen bezüglich der Prävalenz von Krankheiten oder deren Ursachen für die Kindersterblichkeit beruhen auf groben Schätzungen und Hochrechnungen von stichprobenartigen Untersuchungen (Surveys) und variieren gewaltig – sie sind mit Vorsicht zu interpretieren; es werden ohnehin längst nicht alle Fälle dokumentiert oder gemeldet, geschweige denn die Richtigkeit der Diagnose oder die Ursache des letalen Ausgangs kontrolliert. In vielen Regionen Afrikas wird insbesondere die Malaria überdiagnostiziert, allein das Vorhandensein von Fieber rechtfertigt häufig die Diagnose Malaria - die tatsächliche Ursache des Fiebers wird dabei oft ignoriert bzw. gar nicht weiter untersucht.
Generell gesprochen sind in Afrika die mangelhafte Betreuung und Fürsorge der Neugeborenen (das fängt natürlich schon in bzw. vor der Schwangerschaft an mit der Konsequenz, dass es viel zu viele Frühgeburten und untergewichtige Neugeborene gibt) sowie Erkrankungen der unteren Luftwege und Durchfallerkrankungen bei den unter-Fünfjährigen die bedeutendsten Killer.
Die Malaria spielt in einigen Regionen einzelner Länder eine ganz bedeutende Rolle, ist aber kaum noch führend in der Gesamtstatistik einzelner afrikanischen Länder. In Tansania hat insbesondere die kostenlose Verteilung von imprägnierten Moskitonetzen an schwangere Frauen und Kinder unter 5 Jahren in vielen Regionen zu einem deutlichen Rückgang der Malariaprävalenz geführt.
ElisThemenstarter25 Beiträge · seit 201304. Nov. 2013 · #29Mädchen 13 - Junge 11
Danke für Eure Mühe 🙂
ElisThemenstarter25 Beiträge · seit 201304. Nov. 2013 · #30Danke lieber Uwe, für deine netten ausführlichen Worte