sekanzlerThemenstarter20 Beiträge · seit 201328. Okt. 2013 · #1Guten Morgen. Schon gehört oder im Internet gesehen?
Namibia will in den USA offenbar ein Spitzmaul-Nashorn unter Jägern versteigern lassen. Das meldet Hitradio Namibia unter Berufung auf eine Meldung in der Allgemeinen Zeitung. Die erwarteten Einnahmen von mindestens 250.000 US Dollar gehen an den Save the Rhino Trust...
Burschi4'140 Beiträge · seit 200928. Okt. 2013 · #2Hallo,
das ist nichts Ungewöhnliches. In Namibia werden immer wieder mal ältere Bullen, die für die Zucht nicht mehr in Frage kommen, für den Abschuss freigegeben. Ob es sich in diesem Fall um ein solches Tier handelt, weiß ich nicht, nehme es aber mal an. So lange es auf unserem Planeten solche Idioten gibt, die dafür solche Unsummen ausgeben, habe ich für dieses Vorgehen sogar auch gewisses Verständnis, auch wenn mein Innerstes sich dagegen sträubt.
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
lionfight1'324 Beiträge · seit 201328. Okt. 2013 · #3Auch wenn ich überhaupt nicht nachvollziehen kann wie jemand Freude und Faszination am Töten von Tieren empfinden kann, halte ich das für den Weg der Zukunft.
Arterhaltung wird im immer stärkeren Maße durch Zucht und Tötung von Tieren profitieren.
In Südafrika leben immer mehr Wildzuchtfarmen davon und leisten herausragende Arbeit.
Alle essen zwar gerne Wildfleisch, aber dafür Geld bekommen für den Abschuss wird abgelehnt. Das ist für mich scheinheilig.
Warum sollte man nicht Tiere züchten um einen kleinen Teil davon zum Abschuss freigeben?
Auch wenn es pervers klingt: Die Natur profitiert davon.
Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
Serengeti354 Beiträge · seit 201028. Okt. 2013 · #4lionfight schrieb:
Alle essen zwar gerne Wildfleisch, aber dafür Geld bekommen für den Abschuss wird abgelehnt. Das ist für mich scheinheilig.
Gruß!
der Joe
Tja, Nashorn, Löwe und Leopard schmecken bestimmt lecker 🤪
Erika2'338 Beiträge · seit 200728. Okt. 2013 · #5Hallo zusammen
Darf eigentlich so ein schiesswütiger Perversling das Horn oder gar das ganze Tier als Trophäe mit nach Hause nehmen? Weiss das jemand?
Wer bereit ist, 250‘000 bis 1‘000‘000 U$ (gemäss Hitradio Namibia) auf dem Tisch zu legen nur um ein Nashorn abballern zu dürfen, muss schon ziemlich abartig veranlagt sein. Und ob das eingenommene Geld dann wirklich dazu beiträgt, dass die Nashorn-Wilderei gestoppt wird, bezweifle ich.
Gruss
Erika
lionfight1'324 Beiträge · seit 201328. Okt. 2013 · #6Erika schrieb:Hallo zusammen
Darf eigentlich so ein schiesswütiger Perversling das Horn oder gar das ganze Tier als Trophäe mit nach Hause nehmen? Weiss das jemand?
Beim Nashorn habe ich da meine Zweifel.
Bei Kudu und Co. geht das. Ist allerdings höchst kompliziert und teuer.
Habe das selbst erlebt bei 2 Hawaiianern, die diverse männliche Antilopenköpfe und komplett ausgestopfte Tiere in die Heimat überführt haben.
Der Spaß hat am Schluss mehrer 10.000 Rand + Einfuhrzoll gekostet.
Sollen die nur blechen ...
Gruß!
der Joe
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maggus785 Beiträge · seit 200828. Okt. 2013 · #7Hi Erika,
ja, darf er, vorausgesetzt es wird eine CITES Genehmigung erteilt, was für das Nashorn aus Namibia wohl dann auch der Fall ist!
Ich denke mal, das Tier wird dann in Namibia entsprechend präpariert ( ausgestopft ) und es fallen dann auch entsprechende Einfuhrzölle an.
Gruß
Markus
GUGuido.Gast28. Okt. 2013 · #8Hallo,
ob man mit Trophäenjagd Naturschutz finanzieren kann, ist ein komplexes Thema, zu dem es glaube ich kein pauschales Ja oder Nein gibt. Man kann immer nur den Einzelfall betrachten und beurteilen.
Beispielsweise gibt es in Namibia einige Conservancies, die fast ausschließlich Einnahmen über die Trophäenjagd erzielen. Trophäenjagd geht im Zweifelsfall eben immer. Man muss dazu nicht in Infrastruktur, etc. investieren und kann sehr schnell mit der "Verwertung" des Wildbestandes loslegen. Daneben erzielen diese Conservancies höchsten noch ein paar Einnahmen mit dem Verkauf von Wild an private Game Reserves oder mit dem Verkauf von Wildfleisch. Stand jetzt fehlen am Markt die Voraussetzungen um da überall Lodges zu bauen und die Hauptnutzung dieser Gebiete kurz- oder mittelfristig von Trophäenjagd auf normalen Foto-Tourismus umzustellen. In anderen, touristisch bereits gut genutzten Conservancies wie der Torra Conservancy würde ich in Frage stellen, ob die Trophäenjagd da unter dem Strich noch einen sinnvollen Beitrag zum Naturschutz leisten kann.
Ein anderes Thema gerade bei der Jagd auf Nashorn, Löwe und Elefant ist, dass bei solch riesigen Summen große Anreize für Korruption u.ä. entstehen können. Man braucht dann auf allen Ebenen sehr integere Leute, damit am Ende nicht Tiere unnötig zu Problemtieren oder überzähligen Tieren erklärt werden oder "versehentlich" das falsche Tier geschossen wird, das rein zufällig als Trohäe mehr hermacht.
Wer sich mehr für das Thema interessiert, findet in den nachfolgenden Studien noch eine Reihe an interessanten Zahlen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Trophäenjagd
http://www.africanwildlifeconservationfund.org/wp-content/uploads/2011/09/Economic-and-conservation-significance.pdfhttp://www.ifaw.org/sites/default/files/Ecolarge-2013-200m-question.pdfBeste Grüße
Guido
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200628. Okt. 2013 · #9Hi Erika,
hallo zusammen,
wie Sven schreibt geht das Geld ja an den "Save the Rhino Trust", d.h. eine Nicht-Regierungsorganisation!. Somit wird es auch zweckdienlich genutzt, denn die Aufgabe des Save the Rhino Trust ist der Schutz der Nashörner. Das da natürlich ein Teil auch für Verwaltungskosten etc. drauf geht ist klar.
Somit soll wohl auch dem Thema Korruption aus dem Weg gegangen werden, da eben kein Regierungsapparat das Geld verwaltet.
Der Save the Rhono Trust hat dazu auch bereits auf seiner Website Stellung genommen:
http://savetherhinotrust.org/Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
sekanzlerThemenstarter20 Beiträge · seit 201328. Okt. 2013 · #10Sorry, Leute, bin heute sehr am Rödeln und komme erst jetzt nochmal zum Posten. Hitradio Namibia hat recherchiert und die Meldung sofort korrigiert: Der Erlös der Auktion fließt in den Naturschutz-Fonds der Regierung.
Der Save the Rhino Trust hat mit dem von Christian erwähnten Statement auf seiner Website klar gestellt, dass er mit der ganzen Sache nichts zu tun hat und dass es sich um eine Falschinformation handelt, die von Medien der USA und Englands verbreitet wurde...
FLFlowerrunner132 Beiträge · seit 201128. Okt. 2013 · #11Tja, Nashorn, Löwe und Leopard schmecken bestimmt lecker
Gerade die letzten beiden..., die Natives sind verrückt danach.
Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie die darauf "stehen".
(Dazu gibt es auch Bilder.)
Es gibt viele Feste, wo das zum absoluten Höhepunkt gehört.
Trophäen mitnehmen
Das ist so alt wie die Menschheit selber.
In jeder Kultur, auch am Amazonas, gibt es da.
Fleischessen und Jagd
Ich kann verstehen, dass ein kleines Böckchen einem Fototouristen leid tut.
Oder auch ein starker Kudu-Bulle.
Aber:
Wer Fleisch ist -.und das sind fast alle- sollte sich mal überlegen, woher die Salami von heute morgen stammt und was für ein Leben (und Tod) dieses Tier hatte.
Of Topic:
Von den vielen Dönerbuden und das quasi alle Hähnchen in der BRD jetzt Halal (isl. Schlachtritus) sind möchte ich gar nicht reden...
GUGuido.Gast28. Okt. 2013 · #12Hallo,
Flowerrunner schrieb:Fleischessen und Jagd
Ich kann verstehen, dass ein kleines Böckchen einem Fototouristen leid tut.
Oder auch ein starker Kudu-Bulle.
Aber:
Wer Fleisch ist -.und das sind fast alle- sollte sich mal überlegen, woher die Salami von heute morgen stammt und was für ein Leben (und Tod) dieses Tier hatte.
Of Topic:
Von den vielen Dönerbuden und das quasi alle Hähnchen in der BRD jetzt Halal (isl. Schlachtritus) sind möchte ich gar nicht reden...
Bei Löwen, Nashörnern usw. geht es um eine nachhaltige Nutzung und Arterhalt. Diese Arten sind massiv vom Aussterben bedroht. Es geht in keinster Weise um die Lebensbedingungen, denn diese Tiere führen bis zu Ihrem Abschuss ein freies Leben in der Natur und haben in der Regel einen kurzen, stressfreien Tod. Bei der Sau oder Kuh in der Massentierhaltung geht es dagegen in keinster Weise um Arterhalt sondern ausschließlich um akzeptable Haltungsbedingungen. Die deutsche Kuh ist alles andere als vom Aussterben bedroht. Wahrscheinlich gab es noch nie so viele wie heute.
Deswegen finde ich es völlig unsinnig, wenn zum wiederholten Mal versucht wird, diese Themen miteinander zu vermixen. Man kann sich auch glaubhaft für Löwen oder Nashörnern engagieren und sich mit der Trophäenjagd auseinandersetzen, wenn man Fleisch isst. Zumal es auch nicht primäres Ziel der Trophäenjagd ist, ein Steak auf den Tisch zu bekommen.
Beste Grüße
Guido
(Nur für's Protokoll: Bin 95%-Vegetarier, so dass mich derartige Kritik ohnehin nur wenig anficht.)
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200628. Okt. 2013 · #13OFF TOPIC
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Hi Guido,
Bin 95%-Vegetarier,
...und die 5 %?
Viele Grüße
Christian
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GUGuido.Gast28. Okt. 2013 · #14Hallo Christian,
travelNAMIBIA schrieb:...und die 5 %?
Sind ein bisschen problematisch. In der Praxis bin ich einfach kein militanter Fleischgegner. Das schmeckt durchaus. Ein paar mal pro Jahr - gerade auf Reisen - gibt es vielleicht doch etwas mit Fleisch, was dann aber aus besseren Haltungsbedingungen als Aldi-Fleisch in Europa stammen sollte. Mir ist bewusst, dass das letztlich keine konsequente Haltung ist. In Bezug auf die ziemlich abartige Massentierhaltung völlig konsequent zu sein, bedeutet zwangsweise eine rein vegane Ernährung. Kein Käse, keine Eier, ... Da weiß ich nicht, wie ich das hinbekommen soll. Und da bin ich auch noch nicht restlos überzeugt, dass das dauerhaft gesund ist.
Es muss letztlich jeder mit sich selbst ausmachen, was er da für verantwortbar hält. Ich finde das für mich derzeit so OK, was nicht ausschließt, dass ich das zukünftig mal ganz anders sehe.
Soweit so Off-Topic, würde dann lieber wieder die Trophäenjagd als die deutsche Massentierhaltung diskutieren 😎
Beste Grüße
Guido
FLFlowerrunner132 Beiträge · seit 201128. Okt. 2013 · #15At GUIDO
Du hast Recht.
Bis auf den Löwen..., der ist nicht wirklich gefährdet.
Zumal der sich auch in kürzester Zeit wieder stark vermehren kann, was beim Rhino so leider nicht der Fall ist.
sekanzlerThemenstarter20 Beiträge · seit 201328. Okt. 2013 · #16Ich gebe Guido Recht - Massentierhaltung und Trophäenjagd sind verschiedene Dinge und man kann einen Trophäenjagd-Kritiker nicht nach Hause schicken, nur weil er Fleisch isst.
Aber beides fällt für mich unter das Thema "Verhältnis zwischen Mensch und Tier". So betrachtet, darf man den Trophäenjagd-Kritiker durchaus fragen, wie er denn zur Massentierhaltung steht. Der Respekt gegenüber der Kreatur ist in der "industriellen Fleischproduktion" ebenso verloren gegangen wie das Wort Tier.
Ich frage mich, ob es nicht das daraus (und aus der gnadenlosen Vernichtung des Lebensraumes) herrührende schlechte Gewissen des Menschen ist, das die Diskussion um die Jagd derartig emotional auflädt...
PS - Ich mag keine Zeigefinger 😐 dafür aber Fleisch und Braais 😉
maggus785 Beiträge · seit 200828. Okt. 2013 · #17Hi,
ich denke in diesen Dingen wie Jagd, Naturschutz, Fleisch essen,..hat jeder seine persönlich Grenze an einem anderen Punkt, was für den einen noch ok ist, ist für den anderen schon pervers!
Generell verhalten wir uns alle extrem umweltschädlich, denn wir reisen gerne nach Afrika mit dem Flugzeug, obwohl wir alle wissen wie schädlich dieses Verhalten ist und machen es dennoch!
Gerne neigen wir auch dazu, andere zu verurteilen, wo deren Grenzen sind, ohne darüber nach zu denken, was man selbst besser machen kann, aber dies liegt wohl an der Natur des Menschen.
Aber ist jetzt wirklich off, off topic, sorry!
Zum eigentlichen Thema:
Wenn der Ertrag aus dem Abschuss des Nashorns zum Schutze und dem Erhalt des Lebensraumes von Nashörnern dient, ist es für mich ok diesen Abschuss möglichst teuer zu verkaufen!
So kann hieraus noch ein wirtschaftlicher Nutzen erfolgen, denn wenn das Nashorn dann ein paar Jahre später am natürlichen Tod gestorben ist, hat es keinen großen Wert mehr.
Gruß
Markus
Oberfranke46 Beiträge · seit 201128. Okt. 2013 · #18Das Thema zu Sanders heiligen Löwen scheint ausgelutscht zu sein.
Schon wird eine "neue Sau" durch's Dorf getrieben : ein Nashorn !
Bevor alle Alibi-, Pseudo-, Möchtegern-, Lehnstuhl- und sonst. selbsternannten " Naturschützer" ihr ganzes Gift verspritzt haben, wäre es an der Zeit, dass wieder mal ein König kommt und ein paar Elefanten schiesst !! 😗 😗 😗
sekanzlerThemenstarter20 Beiträge · seit 201330. Okt. 2013 · #19Stimme Markus zu. 2009 hat ein Spitzmaul-Nashorn 170.000 US-Dollar gebracht, auf der Autkion werden Gebote ab 250.000 US-Dollar erwartet.
Außerdem gibt es Experten, die sagen, dass im Nordwesten Namibias ein Nashorn-Überschuss herrsche - sonst wäre auch das Patenschafts-Programm des Umweltministeriums nicht zu rechtfertigen, das vorsieht und fördert, dass Nashörner aus dem Gebiet gefangen und unter strengen Auflagen in anderen geeigneten Gebieten Namibias - auch Privatparks - ausgesetzt werden.
Natur per se hat leider in unserer wachstumswahnsinnigen Wirtschaft nur dann Bestand, wenn sie Gewinne einfährt.
Hier noch eine Info, gerade auf
Hitradio Namibia gemeldet, ausführliche Meldung in der Allgemeinen Zeitung, sobald sie online erscheint:
Der namibische Umweltminister Herunga hat erklärt, die namibische Regierung wolle mit der Versteigerung eines Spitzmaul-Nashorns unter Jägern in den USA auch für die Jagd-Destination Namibia werben.
Toni_1962256 Beiträge · seit 201230. Okt. 2013 · #20Ich finde diese Versteigerung sinnig und ganz geschickt ...