Mit Trophäenjagd Naturschutz finanzieren?

62 Antworten · 11,1k Aufrufe · gestartet 28. Okt. 2013 von sekanzler
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1'125 Beiträge · seit 202214. März 2023 · #41
Danke GinaChris, für den „Sally“-Hintergrund zur Gesetzesvorlage in GB.
Trotzdem ist es jetzt verwirrend für mich. Worüber und über welche Art von „trophy hunting“ wird in GB abgestimmt? Nach meinem Verständnis hat die Jagd, die von travelNAMINBIA oben verlinkt wurde, nix zu tun mit dem in Video dargestellten RSA-Modell von „trophy hunting“.
Und mW ist die Gatterjagd („canned hunting“) in RSA doch bereits verboten, aber es gibt ein Hintertürl, dass nämlich das Jagen (aber wo?!) von „captive bred“ erlaubt ist. Das Geschäftsmodell und Rätsel lautet: Findet den Unterschied!
Aber eigentlich ist es wurscht, weil das Eine wie das Andere auf toleriertem bzw. nicht geahndeten Gesetzes- und Regelbruch basiert. Man kann zwar trefflich und zu Recht die Korrumpierbarkeit von Staatsorganen kritisieren… aber praktisch ist es bei diesem Thema für Manche schon. Ethnostate udgl. vergeben das locker, wenn es für einen guten Zweck ist (Letzters war jetzt eine unsachliche und persönliche Bemerkung, die Schelte nehme ich auf mich).

Jedenfalls soll sich jetzt aber auch Letzeres ändern.
South Africa plans to ban captive lion breeding and bone trade
https://www.lifegate.com/south-africa-ban-lion-breeding-bone-trade
“……. “Our country will no longer breed captive lions, keep lions in captivity, or use captive lions or their derivatives commercially. I am instructing the Forestry, Fisheries and the Environment (FFE) department to put processes in place to halt the sale of captive lions, including the appropriate disposal of existing lion bone stockpiles and lion bone, hunting of captive bred lions, tourist petting interactions including so-called voluntourism, and cub petting, among others,” said Barbara Creecy, Minister of Forestry, Fisheries and the Environment....””

Das ist eine engagierte Ansage, falls im neuen Kabinett noch gültig 😕 . Denn es ist eine Riesenindustrie, mit einigen Tausenden für den „Abschuss“ gezüchteten Tieren. Angesichts der Beträge und Lobbys die hier im Spiel sind, wird es schwierig sein, wie die Exit-Strategie dafür ausschauen könnte und vor allem die Finanzierung. Jedenfalls Respekt, dass es angegangen wird.
Grüße
Und wer sich dafür interessiert, sollte sich mal das zig-zig-Millionen-$-Business mit lions and tigers and ligers in USA anschauen. Für ein Familienportrait beim Ligerstreicheln sind ein paar100$ fällig
zuletzt bearbeitet 14. März 2023
4'984 Beiträge · seit 201617. März 2023 · #43
Hunting Trophies (Import Prohibition) Bill
hat es heute Vormittag durch das "third reading" des House of Commons (Unterhaus) geschafft! 🙂

2 Änderungsanträge wurden angenommen:
1. Beschränkung auf Arten die in der roten Liste der gefährdeten Arten in Annex A und B gelistet sind
2. Einbindung eines Expertengremiums

Gruß Gina
zuletzt bearbeitet 17. März 2023
4'984 Beiträge · seit 201618. März 2023 · #44
Die (erwartete) Reaktion aus Botswana:


BOTStrophyhunting118032023.jpg


BOTStrophyhunting218032023.jpg


Gruß Gina
1'125 Beiträge · seit 202204. Apr. 2023 · #46
Mehr Meinungen und Reaktionen zum Trophäeneinfuhrverbot in UK
https://www.dailymail.co.uk/news/article-11855969/Britains-proposed-ban-big-game-trophies-arrogant-smacks-colonialism.html
https://www.dailymaverick.co.za/opinionista/2023-03-24-uk-trophy-hunting-import-ban-some-animals-more-equal-than-others/

Und … was sich gerade in RSA tut, nämlich: Zurück an den Start
Creecy withdraws threatened or protected species regulations

https://mg.co.za/environment/2023-04-04-creecy-withdraws-threatened-or-protected-species-regulations/
Für obig muss man registriert sein, aber hier steht es gratis, allerdings von der betroffenen Partei ... damit muss man halt fertig werden 😉
https://www.wrsa.co.za/2023/03/30/wrsa-phasa-welcomes-withdrawal-of-new-tops-regulations/
WRSA & PHASA WELCOMES WITHDRAWAL OF NEW TOPS REGULATIONS
zuletzt bearbeitet 04. Apr. 2023
785 Beiträge · seit 200817. Juni 2023 · #48
Hi,

Wie sieht es eigentlich mit dem Fleisch von den Wildtieren aus, dieses darf dann nach wie vor importiert werden, sieht wohl so aus, oder?

Ist doch dann irgendwie interessant, ich kann dann also als Brite, nach Afrika fliegen, dort diverse Tiere als Gastjäger auf einer Farm schießen, das Fleisch wird dann eventuell legal exportiert, der Konsument in GB freut sich über die Leckereien, die Trophäe, die ja sonst keiner will darf aber dann nicht eingeführt werden!

Hm...versuche gerade den Sinn zu finden!


Gruß Markus
4'984 Beiträge · seit 201617. Juni 2023 · #49
Hi Markus,

das Fleisch aus Trophäenjagd wird nicht exportiert, sondern vom Jagdinhaber selbst verarbeitet,
oder den Jagdhelfern überlassen.

Gruß Gina
785 Beiträge · seit 200817. Juni 2023 · #50
Hi Gina,

Ah, ist das so, warum eigentlich?

Soweit ich weiß, kann man als Ausländischer Jäger auch bei größeren Cullingjagten teilnehmen!

Gruß Markus
33,1k Beiträge · seit 200617. Juni 2023 · #51
Soweit ich weiß, kann man als Ausländischer Jäger auch bei größeren Cullingjagten teilnehmen!
Ja, das machen aber eigentlich nur Südafrikaner, da die eben das Fleisch einführen dürfen. Ich habe noch nie gehört (und kenne viele Jagdfarmer persönlich udn gut), dass z. B. ein Deutscher Jäger das Fleisch von einer z. B. Springbockernte mitnehmen wollte. Trophäenjagd ist klar von der reinen Fleischjagd, hier im Land als Biltongjagd bekannt, zu unterscheiden.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 17. Juni 2023
572 Beiträge · seit 201317. Juni 2023 · #52
maggus schrieb:Hi,

Wie sieht es eigentlich mit dem Fleisch von den Wildtieren aus, dieses darf dann nach wie vor importiert werden, sieht wohl so aus, oder?

Ist doch dann irgendwie interessant, ich kann dann also als Brite, nach Afrika fliegen, dort diverse Tiere als Gastjäger auf einer Farm schießen, das Fleisch wird dann eventuell legal exportiert, der Konsument in GB freut sich über die Leckereien, die Trophäe, die ja sonst keiner will darf aber dann nicht eingeführt werden!

Hm...versuche gerade den Sinn zu finden!


Gruß Markus
Servus Markus,

den Sinn darf man bei vielen Gesetzen und Verordnungen nicht suchen. Da ist häufig nichts zu finden...

LG Marcus
4'984 Beiträge · seit 201617. Juni 2023 · #53
Hi Markus,

1. ist der gemeine Trophäenjäger nicht am Fleisch des erlegten Tieres interessiert, sonst würde er ja "normal" jagen gehen.
2. werden Trophäenjagden meinst als Paket verkauft, welche das Fleisch des Tieres nicht beinhalten.
3. haben sämtliche Länder aus denen die meisten Trophäenjäger ins südl. Afrika kommen,
rigorose Einfuhrbeschränkungen/-bestimmungen was gejagtes Wild betrifft.

Gruß Gina
785 Beiträge · seit 200817. Juni 2023 · #54
Hi,

Sorry ich habe mich nicht deutlich ausgedrückt.

Mir ist schon klar, dass der Trophäenjäger nicht das Fleisch der geschossenen Tiere mitnimmt, dies wäre wohl viel zu aufwendig.

Aber klar kommt auch das von diesem Jäger erlegte Wild in den Handel, wird von lokalen Metzgern gekauft und lokal, vielleicht sogar auch international vermarktet.

Gruß Markus
zuletzt bearbeitet 17. Juni 2023
572 Beiträge · seit 201317. Juni 2023 · #55
GinaChris schrieb:Hi Markus,

1. ist der gemeine Trophäenjäger nicht am Fleisch des erlegten Tieres interessiert, sonst würde er ja "normal" jagen gehen.
2. werden Trophäenjagden meinst als Paket verkauft, welche das Fleisch des Tieres nicht beinhalten.
3. haben sämtliche Länder aus denen die meisten Trophäenjäger ins südl. Afrika kommen,
rigorose Einfuhrbeschränkungen/-bestimmungen was gejagtes Wild betrifft.

Gruß Gina
Huhu,

zu 1.:
es gibt keinen Unterschied zwischen der sog. Trophäenjagd und "normalem" jagen. Bei beiden Varianten werden Tiere getötet und das erbeutete Fleisch als hochwertiges Lebensmittel verwertet. Das ist in Afrika so, und selbstverständlich auch in Europa. Wenn das erlegte Wild eine "Trophäe" hat, wird diese in der Regel "an die Wand gehängt". In Afrika ist dies wesentlich ausgeprägter als in Europa, in nahezu jedem Restaurant oder in den Lodges sind Gehörne an den Wänden zu finden. Diese wurden eher selten mit einem 3-D-Drucker gebastelt.
Und ja, es gibt sicher auch Zeitgenossen, die ausschließlich an einer Trophäe interessiert sind, und ansonsten mit der Jagd nichts zu tun haben, das ist aber die absolute Minderheit, insgesamt gesehen.

zu 2.:
Das stimmt zu 95%, es macht ja auch keinen Sinn, Fleisch aus Afrika nach Europa zu exportieren, da gibts doch auch genügend... Es gibt allerdings auch andere Fälle. Wenn ich also z.B. in Österreich auf Gams jagere, bin ich Trophäenjäger. Wenn ich dann aber das Fleisch mitnehme nicht mehr? Oder wie ist das dann????

Leute, diese Diskussion dreht sich doch ewig im Kreis. Ich kann jeden Jagdgegner verstehen, der das dann auch konsequent durchzieht. Bitte aber nicht gegen die Jagd wettern und Fleisch beim Aldi kaufen! Und bitte, schreibt anderen Ländern nicht vor, wie sie mit dem Thema Jagd umzugehen haben. Das sollte doch jeder für sich selbst entscheiden dürfen!

LG Marcus
4'984 Beiträge · seit 201618. Juni 2023 · #56
Hi Marcus,

ich habe mit keiner Silbe geschrieben dass ich Jagdgegnerin bin.
Und mir ist sehr bewusst, dass das Wildtier auf meinem Teller nicht irgendwo tot umgefallen ist.
Jedoch habe ich persönlich ein moralisches Problem damit, ein Tier vorsetzlich nur deshalb zu erschießen,
um mir dessen Kopf/Geweih/Fuß was immer, auf einem Holzbrett an die Wand zu nageln.
Und deshalb besteht in meiner Denkweise, sehrwohl ein Unterschied zwischen einem Jäger,
und einem Trophäenjäger.
Und deshalb schätze ich Fluglinien, die den Transport von Wildtiertrophäen verweigern.
Und deshalb setze ich einen Smiley hinter meine Zeilen über die Info,
dass das geplante Trophäenimportverbot im House of Lords seine nächste Hürde genommen hat.

Gruß Gina
145 Beiträge · seit 201718. Juni 2023 · #57
Die ethische Einzelfallbetrachtung kann ich nachvollziehen, aber wenn ich mir das große Ganze angucke, dann stelle ich bei der Fahrt durch Namibia immer wieder fest:
Jagdfarm/Fotofarm = Busch halbwegs intakt. Tiere zu sehen.
Rinderfarm = Land in der Regel überweidet. Busch ziemlich mitgenommen. Keine Tiere zu sehen.

Von daher glaube ich, dass das die Trophäenjagd im Ganzen eher positive Auswirkungen hat.
zuletzt bearbeitet 18. Juni 2023
16,9k Beiträge · seit 201218. Juni 2023 · #58
XynxNet schrieb:
Rinderfarm = Land in der Regel überweidet. Busch ziemlich mitgenommen. Keine Tiere zu sehen.
Das kommt immer darauf an, wem die Farm gehört: Farmer oder Neu-Farmer.

LG
Logi
33,1k Beiträge · seit 200618. Juni 2023 · #59
Und deshalb schätze ich Fluglinien, die den Transport von Wildtiertrophäen verweigern.
Und deshalb setze ich einen Smiley hinter meine Zeilen über die Info, dass das geplante Trophäenimportverbot im House of Lords seine nächste Hürde genommen hat.
Trophäenjagd finanziert Tierschutz. Ohne die Einnahmen haben die Tiere keinen wirklichen Wert mehr und stellen nur noch Konkurrenz zum Nutzvieh dar. Wozu sowas führt, kann man in vielen Ländern des Kontinents leider sehen. Ob man den Trophäenjäger "mag", der sich eine Trophäe an die Wand hängt, ist ja ein ganz anderes Thema. Man darf dabei aber nicht das große Gesamtbild verlieren. Das Trophäentier würde so oder so genutzt werden, entweder nur für Fleisch oder eben zusätzlich noch für viel Geld für die Trophäe.

Aber das Thema haben wir hier ja auch schon sehr kontrovers seit Jahren diskutiert.

Viele Grüße
Christian

P.S. Für Namibia hat das, was in Großbritannien im Raum steht, eh kaum Auswirkungen, da nur eine Handvoll der 6000 Trophäenjäger pro Jahr aus dem Vereinigten Königreich kommen.
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 18. Juni 2023
128 Beiträge · seit 202410. Sept. 2024 · #60
Hallo,

vor 10-15 Jahren oder so war ich hier schon mal aktiv, weiß aber meine Nutzerdaten nicht mehr, lese nur noch selten passiv mit. Spielt ja auch keine Rolle. Zum Thema Trophäenjagd will ich keinen neuen Disput zünden. Es wird sich hier ohnehin kein Konsens herstellen lassen. Aber den neuesten Artikel von Chris Bakkes zum Nordwesten wollte ich hier mal teilen:

https://www.dailymaverick.co.za/opinionista/2024-09-09-south-sudan-and-namibia-are-poles-apart-in-their-treatment-of-african-wildlife-protection/

Der Artikel ist meines Erachtens aus 2 Gründen interessant. Das MEFT wirft allen Gegner der Trophäenjagd immer vor, dass die alle keine Ahnung haben. Laut MEFT alles unwissende Schreibtisch- und Sofa-Warriors aus Europa und Amerika, die null Ahnung haben und nicht verstehen, wie erfolgreich der Wildtierschutz in Namibia funktioniert. Bakkes war 20 Jahre vor Ort und hat in der Region wahrscheinlich mehr Erfahrung als jeder MEFT-Mitarbeiter. Deshalb greift das übliche MEFT-Abwehrpalaver zu Jagdkritikern bei Bakkes nicht. Und Bakkes untermauert seine Aussagen mit Statistiken, die das MEFT nicht widerlegen kann. Sicherlich sind Teile des Artikels diskutabel, aber die Game-Count-Zahlen zeichnen ein verheerendes Bild.

Liebe Grüße