Hi Topobaer, ich wünsche Euch ein erlebnisreiches 2014. Habe heute, nach 2 Wochen offline, Deinen einmalig schönen und spannenden Bericht gleich nachgeholt. Ihr hattet wirklich tolle Erlebnisse. Hoffentlich geht's noch ein bisschen weiter.
Durch Löwengebrüll in der Ferne wachen wir an diesem Morgen auf. Es gibt die Raubkatzen also auch hier.
Wir beginnen den Tag nicht mit dem Frühstück, sondern mit einer Bootstour auf der Xakanaxa Lagoon
Unser Kapitän ist ein sehr ruhiger und angenehmer Begleiter. Er redet nur wenig, aber was er zu sagen hat, stellt sein gutes Auge und sein Wissen über das Delta klar unter Beweis.
Wir sind überrascht, wie riesig die Lagune ist. Von der Campsite sieht man nur am Bootsanleger einen Kanal und ansonsten riesige Schilfflächen. Erst bei der Bootstour zeigt sich das verzweigte Kanalsystem. Dazu gibt es noch riesige freie Wasserflächen, mit denen ich nie gerechnet hätte.
An Tieren sehen wir in erster Linie Vögel. Zu Anfang im ersten Licht des Morgens nur Schattenrisse.
Als die Sonne höher steigt, im besten Licht.
In der Ferne sehen wir auch ein paar Lechwes und natürlich gibt es auch Hippos. Die sind hier aber sehr scheu und verschwinden sofort, wenn wir uns nähern.
Kurz vor Ende der Tour steht ein Elefant direkt auf der Uferkante und weidet dort das Schilf ab. Unser Kapitän steuert das Boot direkt unter den Koloss, der aus unserer Froschperspektive noch beeindruckender wirkt. Wenn der einen Schritt nach vorn macht, fällt er uns ins Boot.
Dann gibt es erst einmal Frühstück auf der Campsite, was mir wieder die Gelegenheit gibt, mich den kleinen Tieren zu widmen.
Ich vermute, dass es ein Skink ist, kenne aber nicht die genaue Bezeichnung.
Nach dem Frühstück ziehen wir zur 3rd Bridge Campsite um. Wir nutzen die Fahrt als Gamedrive, sehen aber nur wenige Tiere. Außer Impalas; die sieht man hier im Delta immer und überall.
Und natürlich Wasservögel, wie diesen Löffler.
Gegen Mittag kommen wird in 3rd Bridge an und checken ein. Die Campsites sind alle geteilt und werden an zwei Parteien vergeben. Durch unsere frühe Ankunft konnten wir uns wenigstens noch die Seite mit dem Wasserhahn sichern.
Wie immer nutzen wir die Mittagszeit zu einer gemütlichen Siesta. Die ist hier auf der Campsite besonders kurzweilig, denn es wimmelt nur so vor zutraulichen Vögeln. Eine Schirrantilope treibt sich ebenfalls am Rande der Campsite umher. Bei der Hitze bin ich allerdings zu träge, um auf Fotopirsch zu gehen und so müsst Ihr jetzt Euer Kopfkino bemühen.
Unser nachmittäglicher Gamedrive führt uns dann nach Mboma Island, wo wir von der Boatstation aus eine Mokoro Tour machen wollen. Auf dem Gamedrive wieder nur die üblichen Verdächtigen Impalas, Warzenschweine und Giraffen. Die Strecke ist landschaftlich traumhaft schön, aber auch sehr tiefsandig.
Von der Mboma Boat Station aus machen wir eine 90min. Mokorotour auf einem ganz kleinen Kanal. Völlig unspektakulär, aber sehr, sehr schön. Die Ruhe, die Stille, die Langsamkeit – dazu noch alles aus der Froschperspektive. Da kann man die Seele baumeln lassen.
Die Sonne steht schon tief, als wir Mboma Island, mit seinen großen Grasflächen verlassen.
Den Sundowner legen wir unterwegs ein. Dafür muss immer Zeit sein und wir finden auch wieder einen sehr schönen Platz mit einem sehr fotogenen Baum.
Auf der Weiterfahrt in der Dämmerung meint Kathrin, dass Sie gerne noch einen Honigdachs sehen würde. Sie hat es kaum ausgesprochen, da sehen wir einen links von uns durchs hohe Gras laufen. Wir stoppen sofort, aber er ist schon weg. Da fällt uns ein Fellbündel in der Astgabel eines Baums, direkt neben unserem Auto ins Auge. Das Fellbündel plumpst gleich darauf zu Boden und entpuppt sich als weiterer Honigdachs. Er knurrt uns an, was aber eher niedlich, als bedrohlich ist und verschwindet dann leider auch im Gebüsch. Aufgrund der fortgeschrittenen Dämmerung sind die Fotos dieses Erlebnisses leider alle für die Tonne.
Das Fleisch ist alle, deshalb gibt es zum Dinner Nudeln mit Tomaten-Thunfisch Soße.
Guggu2'261 Beiträge · seit 201107. Jan. 2014 · #244
Lieber Topobär, vielen Dank für deine wunderschönen Fotos. Diese 2 gefallen mir besonders gut - das Licht eingefangen wie einst William Turner. *Schwelg*
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200907. Jan. 2014 · #246
Hallo Picco,
Du warst noch nicht im Delta, weshalb Du auch das Licht dort nicht kennst. Das Licht dort ist sehr weich und hat einen goldenen Schimmer. Früh am Morgen und kurz vor Sonnenuntergang ist es besonders intensiv und zu diesen Zeiten sind die Bilder gemacht worden. Dazu noch etwas mit Blende und Zeit spielen und schon hast Du solche Fotos.
Vielleicht schaust Du ja mal über den ostafrikanischen Tellerrand und erlebst es einmal selbst.
piolet195 Beiträge · seit 201307. Jan. 2014 · #247
Guido. schrieb:Hallo,
immer wieder spannende Gegend auch wenn wir da im Mai/Juni bislang immer fast keine Tiere und schon gar keine Elefanten gesehen haben. Insbesondere hast Du da ein paar hübsche Steinformationen fotografiert, die ich nicht kenne. Ich übernehme heute mal den Kartenservice, weil ich nicht ganz verstanden habe, welche Route Ihr gefahren seid. 😎
Du schreibst, dass Ihr für Gai-as einen Umweg gefahren seid. Die grüne Route ist quasi die "Standard-Route" vom Rhino Camp über Gai-As zum Deception Valley/Huab. Ihr seid dann die rote Route gefahren?
📎 hdc54e4a.gif
Beste Grüße
Guido
Hallo Guido, topobär,
die grüne Route kenne ich, Rot wäre also mal eine Alternative für das nächste Mal. Daher eine Frage zum unteren Teil: Seid Ihr zum roten Ausgangspunkt den Ugab von unten herauf gekommen? In meiner t4a Karte ist dort eine Lücke im Trail direkt vor dem roten Startpunkt. Wie ist die Strecke bis Gai-As? Steht in t4a als "not recommended" drin. Du schreibst aber , dass du sie die schönere findest.
Gruß piolet
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200907. Jan. 2014 · #248
Hallo Piolet,
wenn Du von der Küste kommend die D2303 fährst, zweig nach ca. 45km eine Piste zum Ugab ab. Den Ugab dann noch ein paar Kilometer nach Osten, dann geht's nach Norden in den Zebra-Canyon. Du kannst auf dem Kartenausschnitt noch die dunkle gestrichelte Linie erkennen.
Ich bin inzwischen so viele Strecken gefahren, die bei T4A als "not recommended" bezeichnet wurden. Da kann man einfach nix drauf geben, zumal ja meistens nicht genannt wird, aus welchem Grund "not recommended".
Silke1611223 Beiträge · seit 201307. Jan. 2014 · #252
Hallo Topobär,
die Schilffotos sind richtig märchenhaft. 🙂
Magst du veraten, welche Einstellungen du dabei an deiner Kamera hattest? Das wäre sehr nett von dir , vielen Dank im voraus.
lieben Gruß Silke
leben und leben lassen
4 Wochen Namibia 2009
3 Wochen Namibia 2010
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200907. Jan. 2014 · #253
Hallo Silke,
ich fotografiere ja bekanntlich nur mit einer Bridgekamera. Die hat auch verschiedene Programm-Einstellungen für diverse Einsatzmöglichkeiten. Die Schilf-Fotos habe ich mit dem Programm für Sonnenuntergänge gemacht. Witzigerweise habe die Sonnenuntergänge selbst aber lieber auf die klassische Art und Weise (Unterbelichtung) fotografiert.
Geweckt werden wir an diesem Morgen von Pavianen, die auf unser Auto springen und auf Lucias Zelt kacken. Elende Mistviecher.
Nachdem ich sofort die Zwille rausgeholt und ein paar Warnschüsse auf die Affen abgegeben habe, machen sie einen großen Bogen um unsere Campsite. Die Nachbarn haben dafür umso mehr das Vergnügen mit der Bande.
Plötzlich taucht ein Hippo auf. Es hat anscheinend die Zeit vertrödelt und jetzt liegt der voll besetzte Campingplatz, auf dem gerade alle mit den Frühstücksvorbereitungen beschäftigt sind, zwischen dem Hippo und seinem Pool. Erst steht es eine Weile unschlüssig rum, bevor es auf direkter Linie zu seinem Pool stürmt. Direkt über die Site unserer Campnachbarn, die sich gerade noch mit einem Hechtsprung hinter ihrem Auto in Sicherheit bringen können. Ein paar andere Camper sehen die Chance auf spektakuläre Fotos und folgen dem Hippo in Richtung Pool, worauf hin sich das Tier plötzlich umdreht und die Verfolger attackiert. Sind die plötzlich schnell und haben Glück, dass der dichte Baumbestand ausreichend Deckung bietet.
Das war mal eine aufregende Ouvertüre für den Tag. Danach können wir aber ganz entspannt frühstücken. Wir brechen dann auf in Richtung South Gate. Die Fahrt dorthin wollen wir aber noch als Gamedrive nutzen.
Die für die Campsite namensgebende 3rd Bridge ist nur noch rudimentär vorhanden. Ein unter Wasser liegender Knüppeldamm, bei dem einige Abschnitte fehlen. Dort geht’s dann jeweils in ein tiefes Loch.
Im Bereich zwischen 3rd Bridge und 4th Bridge gibt’s heute keine Tiere, weshalb wir beschließen, uns hier nicht lange aufzuhalten und dafür lieber den Bodumatau Loop zu fahren. Hier gibt es dann wieder reichlich Tiere.
Zwischendurch gibt es immer mal wieder Furten zu durchqueren. In einer sehr tiefen Furt finde ich ein südafrikanisches Nummernschild. Ich deponiere es gut sichtbar neben der Furt. Vielleicht kommt der Besitzer ja zum suchen.
Highlights auf dem Loop sind ein Honigdachs, der sich erfolgreich jedem Versuch eines scharfen Fotos widersetzt und eine riesige Herde Büffel, durch die wir mitten hindurch fahren. Ich finde es immer schwierig solche Tiermassen zu fotografieren und konzentriere mich deshalb lieber auf die einzelnen Individuen der Herde.
Nachdem wir dann auf die Hauptpiste stoßen, führt uns diese durch kahle Mopane-Wälder zum South Gate. Kurz bevor wir dieses erreichen, sehe ich einen mit „Black Pools“ ausgeschilderten Abzweig. Da ich davon noch nichts gehört hatte und unser GPS keinerlei Pisten in dieser Gegend anzeigt, verzichten wir. Nach dem was ich danach hier im Forum über die Black Pools gelesen habe, sicher ein Fehler.
So schön es auch wieder im Delta war - unterm Strich war dies der Moremi-Aufenthalt mit den schwächsten Tiersichtungen. Ich weiss, das ist Jammern auf hohem Niveau.
Die Piste zwischen Vet.Zaun und Beginn des Asphalts ist eine Katastrophe, mit zahlreichen sehr tiefen Weichsandlöchern. Hier werden wir noch einmal ordentlich eingestaubt.
Unsere letzte Nacht in Botswana verbringen wir auf der Campsite der Thamalakane River Lodge. Die Campsite ist eine trostlose Sandfläche, aber die Sanitäranlagen sind sehr gut und sehr sauber. Der Rest der Lodge ist ein grünes Paradies. Aus diesem Grund verbringen wir auch einen großen Teil des restlichen Tages auf der Terrasse der Lodge, mit schönem Blick auf den Thamalakane River.
Während wir dort sitzen kommt plötzlich Wind auf und steigert sich innerhalb kürzester Zeit. Bald fliegen die ersten Sonnenschirme und alles andere, was nicht fest montiert ist. Ein kleiner Tornado zieht über uns hinweg. Über dem Wasser kann man ihn deutlich erkennen. Ein beeindruckendes Naturschauspiel, bei dem in der Lodge aber einiges zu Bruch gegangen ist.
Vor dem Essen machen wir den Wagen abgabefertig und packen unsere Taschen für den Flug. Besonders eklig ist mal wieder der Kühlschrank. Die Brühe am Boden zu entfernen und ihn zu putzen bleibt an mir hängen.
Das Abendessen in der Lodge ist sehr gut. Botswana verabschiedet sich mit erstklassigem Rindfleisch.
Morgen dann noch ein letztes Highlight und dann ist auch diese Reise leider zu Ende.
Silke1611223 Beiträge · seit 201308. Jan. 2014 · #256
Hallo Topobär.
vielen Dank für den Tipp.
Ich habe mir (wegen stärkerem Tele) die FZ200 neu zugelegt und wenn ich deren Sonnenuntergangprogramm für eben diesen benutze, wirkt es auch oft total übertrieben.
Aber die neue Möglichkeit das Programm einzusetzen zu kennen ist klasse! 🙂
Viele Grüße Slke
leben und leben lassen
4 Wochen Namibia 2009
3 Wochen Namibia 2010
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200908. Jan. 2014 · #257
Heute können wir ausschlafen, denn wir müssen erst kurz nach 8:00Uhr losfahren.
Im Gegensatz zum erstklassigen Abendessen, ist das Frühstück auf der Lodge nur Durchschnitt.
Vor unserem Rückflug nach Hannover steht noch ein Rundflug über das Okavango-Delta auf dem Programm, welchen ich Kathrin zum Geburtstag geschenkt habe. Ich habe extra einen kleinen 4-Sitzer gebucht, so dass wir 3 allein mit dem Piloten unterwegs sind.
War es beim Frühstück noch bedeckt, so reißt der Himmel jetzt pünktlich zum Start auf und die Sonne spiegelt sich auf den unzähligen Wasserflächen des Deltas.
Wir fliegen die ganze Zeit sehr niedrig auf nur 400ft. Das ist deutlich tiefer als die Verbindungsflüge zu den Unterkünften im Delta. Dadurch kann man auch viel besser Tiere sehen, viel besser als ich je gedacht hätte. Die Elefanten sind natürlich auch aus der Luft am besten zu erkennen.
Aber auch Hippos, Gnus, Büffel, Zebras, Lechwes und selbst die größeren Wasservögel sind gut zu erkennen.
Sehr beeindruckend ist es auch, wenn wir auf einer Höhe an großen Raubvögeln vorbeifliegen.
Es war ein herrlicher Abschluss einer gelungenen Reise. Die gewaltigen Ausmaße des Deltas und die gesamte Landschaftsform lassen sich nur aus der Luft wirklich erfassen. Viel zu schnell sind wir wieder zurück auf dem Boden.
Die Rückgabe des Autos erfolgt direkt am Flughafen und ist innerhalb von 5min. erledigt. Wir waren mit Bushlore sehr zufrieden, was sich auch daran zeigt, dass wir auch unsere nächste Afrikareise mit einem Fahrzeug dieses Vermieters durchführen werden.
Unser Abflug nach Johannesburg verzögert sich dann leider um 2 Stunden. Der Ausfall der zentralen Flugzeugbetankung auf dem Airport von Johannesburg bringt den gesamten Flugverkehr im südlichen Afrika durcheinander. Auch der Weiterflug nach Frankfurt verzögert sich entsprechend. Glücklicherweise gibt es vormittags eine Vielzahl von Flugverbindungen von Frankfurt nach Hannover, so dass wir hier problemlos auf eine spätere Maschine umbuchen können. Um kurz nach 9:00Uhr landen wir in der Heimat.
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200708. Jan. 2014 · #258
Topobär schrieb:Hallo Silke,
ich fotografiere ja bekanntlich nur mit einer Bridgekamera. Die hat auch verschiedene Programm-Einstellungen für diverse Einsatzmöglichkeiten. Die Schilf-Fotos habe ich mit dem Programm für Sonnenuntergänge gemacht. Witzigerweise habe die Sonnenuntergänge selbst aber lieber auf die klassische Art und Weise (Unterbelichtung) fotografiert.
Womit Picco nicht ganz unrecht hat: das eingefangene Licht wird bei den Motivprogrammen der Bridgekameras intern modifiziert. Ich kenne die Szenerie im frühmorgendlichen Delta durch mehrere Bootstouren, das Licht ist zwar schon etwas Besonderes, aber so warm - sprich so wenig blau, dafür mehr rot/gelb - habe ich es nie erlebt.
Trotzdem sehr schön anzusehen 🙂
Bye bye Forum
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200708. Jan. 2014 · #259
Drechselschorsch schrieb:Guten Tag Silke und Volker, Topobär hat ja ganz klar gesagt er habe das Programm"Sonnenuntergang" benutzt. Hierbei wird lediglich der Weißabgleich in Richtung "Rot" verschoben Das war mir sofort beim Anschauen des Bildes klar. Dieser Effekt kann auch leicht mit einen Bildbearbeitungs-Progarmm erzielt werden, weil dort der Rotanteil kontinuierlich bestimmt werden kann. Somit war Picco´s Vermutung schon richtig. Gruß Georg