Peter1969Themenstarter107 Beiträge · seit 201214. Okt. 2013 · #21
Hallo Lil,
schön dass dir die Bilder gefallen. 🙂
Der kleine ist süss, nicht? Leider hab ich nicht allzu viele Bilder machen können, musste mich ziemlich verbiegen und er hat auch nur recht kurz hochgeschaut. Aber eins hab ich noch:
Ich will mal sehen, dass es nachher wieder eine Runde weiter geht..... 🙂
Peter1969Themenstarter107 Beiträge · seit 201214. Okt. 2013 · #22
06.11.
Guten Morgen. Heute haben wir wieder einen Ausflug gebucht. Das Ziel heißt Victoria Falls in Zimbabwe. Auch diese Tour bietet African Odysee an, wir haben uns wegen der Grenzproblematik und der unsicheren Verhältnisse in Zimbabwe für eine voll geführte Tour entschieden. Vor dem Hotel sollen wir abgeholt werden, aber da kommt der Jeep schon etwas zu spät. Der ist auch nur der Zubringer, an der Grenze ist man schnell, nur rund 20 km. Doch unser Fahrer begleitet uns nicht, sondern wir müssen in der Grenzstation wieder ein volles Visumprogramm über uns ergehen lassen. Pass, Sichtvisum, Gebühr fürs Visum und viele, viele Stempel, dann dürfen wir in Roberts Reich einreisen. Dort werden wir von einem Transport Bus aufgesammelt, der für weitere Reisende als Flughafen Zubringer dient. Offenbar gibt es ab Victoria Falls gute Verbindungen, dass man dorthin zum weiterfliegen fährt. Die Grenze war übrigens ganz anders als erwartet. Kaum Militär, keine schwerbewaffneten Truppen, sondern sehr bürokratisch. Auch die Landschaft und die Strassen sind recht annehmbar. Vermutlich hat man eine falsche Perzeption, aber wahrscheinlich achten die Machthaber auch darauf, dass diese letzte Einnahmequelle keinen Schaden nimmt. Die Fahrt nach Victoria Falls dauert rund 70 Minuten und wir werden am Grand Hotel abgesetzt. Dort werden wir nach kurzer Wartezeit von unserem Guide Peace abgeholt, der uns die kurze Strecke zum Eingang der Falls bringt. Der Eintritt ist im Paket enthalten gut, und wir erfahren, dass Zimbabwe keine eigene Währung mehr hat. Durch Hyperinflation gibt es nur noch Dollar, Euro oder Rand. Interessant aber ziemlich schlecht für die Einwohner. Victoria Falls wirkt übrigens wie aus dem viktorianischen Zeitalter, sehr aufgeräumt und saubere Häuser. Auch die Falls sind gepflegt. Wir laufen den Randweg entlang bis an die Ende der Bruchkante. Hier am Danger Point kann man sowohl nach Sambia hinüberschauen als auch tief in den Grabenbruch, der hier rund 1,2 km lang ist. Welche Rolle spielen eigentlich die Victoria Fälle in der weltweiten Wasserfall Rangliste? Nun genau weiß man das nicht. Die höchsten sind sie keinesfalls, da gibt es viel höhere, wenngleich die schmaler sind. Auch von der Breite her sind die Iguacu Fälle bedeutender. Aber bei der Wassermenge und dem Gesamteindruck sind die Victoria Falls doch vorne mit dabei. Der Danger Point ist in der Trockenzeit wenig kritisch, weil der Boden trocken und die Gischt niedrig ist. Auch ist dieser Teil der Fälle jetzt relativ karg. In der Regenzeit aber hat man hier einen riesigen Gischtvorhang und der Boden ist lebensgefährlich glitschig. Unweit dieser Stelle ist auch die Brücke über den Sambesi von Zimbabwe nach Sambia. Dort herrscht reger Verkehr und auch Bungee Jumping könnte man hier machen. Nun ja nichts für uns. Wir gehen lieber weiter durch den Regenwald, der hier durch die Gischt atypisch ganzjährig gebildet wird und schauen uns die Fälle aus verschiedenen Perspektiven an. Zwischen 90 und 110 m hoch ist die Fallkante, die relativ senkrecht herab fällt und auch die Wassermenge ist trotz der Trockenzeit ordentlich. Auf der anderen Seite kann man auch in den Pools an der Kante baden. Wenn es sonst keinen Kitzel gibt. Aber richtig gut sehen kann man die Fälle nur von der Simbabwe Seite. Der Weg zieht sich ein ganzes Stück bis man an den Knick des Devils Catarct kommt, an dem auch das Denkmal zu Ehren des ersten Weißen, des berühmten Afrikaforschers und Humanisten David Livingstone steht. Wir sind ganz schön angefeuchtet, die Luft ist doch sehr schwül.
Im Bus nehmen wir erstmal jede Menge kühles Wasser zu uns und unser Fahrer bringt uns in eines der Hotels, zum Mittagessen. Das besteht aus einem leckeren Burger und einem einheimischen Bier. Danach sind wir wieder frisch und munter und besuchen kurz einen Markt. Nun ja, gehört wohl dazu, aber die Händler hier haben Mondpreise und sind nicht willens meine ernsthaften Angebote anzunehmen. Nun denn, ich muss nichts kaufen obwohl bei richtigem Preis ein schöner Löwe schon drin gewesen wäre. Aber 15 $, kommt Freunde, in Swakopmund haben die Viecher aus Holz grade mal 3 EUR gekostet. Nun denn. Unser letzter Stopp ist auf einer Krokodilfarm. Hier wird Krokodil verarbeitet, zu Fleisch, vor allem aber zu Leder. Der Manager weiß gleich, dass wir nichts kaufen dürfen, also keine Verkaufsversuche, sondern wir schauen die Farm an. Mächtige Tiere, gefüttert mit Elefantenfleisch (das von der Jagd übrig bleibt). Na ja und die vielen Tiere dienen nur der Befriedigung irgendwelcher unnützen Modeaccesoires. Nett ist, dass ich kurz ein Mini Croc in die Hand nehmen kann, das war es dann aber auch. Zurück in den Bus der uns sicher zurück zur Grenze bringt. Eine weitere Aus- und Einreisprozedur, dann haben wir auch Simbabwe hinter uns. Ganz schön anstrengend, vor allem wegen der Temperatur. Aber nach einem lockeren Bier sind wir wieder erholt. Wir relaxen noch ein wenig auf der Terrasse und schauen dem Treiben auf dem Chobe zu. Zum Abendessen gibt es heute wieder Brai, zum Glück ruhiger, die Zikaden sind heute andersweitig unterwegs. Hier ist es einfach schön, unten der Fluss, lauwarmen Temperaturen und gutes Ambiente, schade dass wir morgen abreisen müssen. Aber das Erlebnis hier war klasse. Kann man uneingeschränkt weiterempfehlen.
Steffi82672 Beiträge · seit 201116. Okt. 2013 · #23
Hallo Peter,
also von dem Mini-Löwen würde ich auch jederzeit einen Nachschlag nehmen 😗 , da schließe ich mich Lil an!
Ansonsten hoffe ich, dass es bald weiter geht und ihr weiterhin soviel seht! 🙂 Ich bin gespannt!
Liebe Grüße Steffi
... die im Übrigen das Problem mit der voll zu gestaubten Kabine sowohl vom Hilux als auch vom Ranger kennt und der bislang kein Mittel dagegen eingefallen ist! 😉
Peter1969Themenstarter107 Beiträge · seit 201217. Okt. 2013 · #24
Weitergehen, dem Wunsch kann geholfen werden. Wobei wir gefahrem sind. Aber immerhin waren die Pisten in Botswana weniger staubig...
Bin ja froh, dass wir nicht die einzigen waren, die eingestaubt sind.... aber blöd ist das schon....
07.11. Heute verlassen wir Kasane und wollen uns auf dem Weg ins Okavango Delta mal die Makgadikgadi Pans etwas näher anschauen. Vorher auschecken im Hotel. Sehr kommod, sehr schnell und sehr, sehr günstig die Touren mit African Odysee. Über diese Rechnung beklagen wir uns nicht. Und das Hotel war wie gesagt sehr schön. Diese ariden Pfannen sind geologisch sehr interessant und bieten auch eine bunte Tierwelt, so viele Vögel und auch Erdmännchen. Die Strecke dort hin ist nicht sonderlich attraktiv, jedenfalls bis Nata und über lange Strecken eine Baustelle.
Zum Glück ist die Ersatzpiste gut befahrbar und die Bauaktivitäten auch schon weit fortgeschritten. In Nata biegen wir dann nach Rechts ab in Richtung Maun. Im Ort machen wir halt im großen Shopping Center, das immerhin eine Tankstelle, eine Bankfiliale und einen Supermarkt mit Schnellimbiss verfügt. Die ganze Infrastruktur ist wichtig, weil der Ort an der Magistrale zwischen Lusaka und Gaborone liegt. Entsprechend sind hier auch Busse zugegen. Ab hier lässt auch die Verkehrsdichte nach und die Vegetation wird trockener.
Nicht angeschaut haben wir die Nata Bird Sanctuary, zur Regenzeit ist hier aber wirklich eine bunte Vogelwelt zu sehen und sicher sehr sehenswert. Bei Gweta weist ein blauer Ameisenbär darauf hin, dass wir unser Tagesziel, das Hotel Planet Baobab erreicht haben. Wir checken ein und wundern uns zugleich über die Haftungsverzichtserklärung, die wir unterschreiben sollen. Das Hotel haftet für nichts, auch wenn die Angestellten unseren Wagen anzünden und die Koffer klauen.
Das weckt doch sofort bedenken, oder? Der Manager ein gelangweiter Blondi geleitet uns zu den Huts, auf die Frage nach dem per Mail angefragten Ausflug in die Pans meint er , es wäre zu heiß heute, wir sollten uns am Pool erholen und den Trip morgen machen. Ach ja, morgen sind wir aber wieder weg. Nun ja, dann eben kein Trip in die Pans. Zweites wundern, war das doch wegen der Gefahr in den Pans die einzige Möglichkeit die Pans und die Tierwelt dort zu erfahren. Blondi entschwebt, und wir schauen uns die Huts an. Au weia, ist die Anlage schon wenig gepflegt und in die Jahre gekommen, ist das innerer der Huts eine Katastrophe. Keine Steckdosen, kein richtiges Licht. Die Betten getrennt voneinander, also nur für Paare in Trennung zu empfehlen und die Unterlage lieblos aus Beton. Darauf eine dünne Matratze, das mag der Rücken nicht. Und darüber das Bett dreckig und voller Viechzeug, darüber ein löchriges Moskitonetz, auf dem auch ein Auszug aus der Insektenwelt von Botswana zu finden ist. Und zwischen Wand und Dach ist eine wunderbare breite Lücke, durch die alles herein kriechen kann, was nachts Lust hat uns zu besuchen. Dass dies häufig der Fall ist, zeigen auch Bad und Toilette, in denen sich auch weitere Tierkadaver neben dem Dreck der hier drin ist finden. Pfui.
Wir schauen uns doch etwas ratlos uns frustriert an, schließlich wird dieser Laden auch noch im Katalog beschrieben. Gehört da unser Erachtens nicht rein – und wir nicht hierher. Das ist wirklich zu viel des Guten. Zumal auch keine Klimaanlage vorhanden ist, d.h. Nachts hätten wir lauschige 32 Grad gehabt. Die Blicke in der Lobby sind köstlich, als wir klarmachen, dass das kein Platz ist an dem wir länger bleiben wollen. Vorher haben wir per Telefonat in Maun ein Zimmer bekommen in der Maun Lodge. Hoffentlich ist das besser. Aber jetzt geht es erstmal nach Maun und es wird schnell brenzlig. Kurz nach Gewta, das wir mal kurz angeschaut haben, verfinstert sich der Himmel sehr seltsam und wir kommen direkt auf einen Buschbrand zu. Heftiger schwarzer Qualm am Himmel und die Flammen schlagen aus dem Busch links und rechts der Strasse. Aufgeregte Strauße rennen umher und es riecht verqualmt. Gut dass die Strasse breit und am Rand jeweils eine Schneise ist. Und bald ist der Spuk dann auch vorbei, was das die Haftungsfreistellung des Planeten? Die weitere Fahrt nach Maun ist ereignislos und wir finden auch gleich die Maun Lodge. Vernünftige Preise und saubere Zimmer mit Klimaanlage nebst einem freundlichen Empfang warten auf uns. Dazu ein gutes Abendessen im angeschlossenen Restaurant.
Da vergisst man doch gleich die 200 km extra die noch zu fahren waren und wir verbringen eine gute und kühle Nacht.
Peter1969Themenstarter107 Beiträge · seit 201218. Okt. 2013 · #25
So wir sind in Maun und heben erst Mal ab...
08.11.
Nach dem Frühstück im selben Restaurant checken wir aus der Maun Lodge aus. Weil wir früher in Maun sind als geplant, fahren wir gleich zum Flughafen weil wir uns nach Flügen über das Okavango Delta erkundigen wollen. Nicole platzt fast vor Vorfreude….
Zwei Anbieter ziehen wir ernsthaft in Erwägung. Kavango Air im Terminal, nett aber etwas rustikal und Mack Air gegenüber mit modernen Büros und Computer. Kleiner Vorteil für Mack Air, weil man dort in Bezug auf die Flugzeiten flexibler ist. Wir buchen einen 1 h Flug für nachmittags 16 Uhr. Prima. Die Zwischenzeit nutzen wir zu einem Besuch im Shopping Center, wo Richtig viel los ist. Wir brauchen Geld, also ziehen wir Pula am Automaten und einkaufen müssen wir auch wieder die üblichen Dinge. Aber es gibt ja Spar, auch hier, fast wie daheim, nur die Auswahl weicht ein wenig vom Bekannten ab. Trotzdem nett. Auch Moskito Spray muss wieder mit. Bisher war der Verbrauch hoch, aber das Ergebnis gut. Mit dieser Ausrüstung fahren wir hinaus zu unserer heutigen Lodge die wir für 3 Tage beziehen werden.
Angekommen in der Thamalakane Lodge melden wir uns zum einchecken. Zu unserer Überraschung haben wir keine separaten Räume, sondern gemeinsam ein Chalet, mit 2 Schlafzimmern. Hmm, nun für uns ist das kein Problem, aber die Trennwand geht nicht bis hoch zu Decke und so sind wir froh, dass wir nachts alle ruhig schlafen. Leider hat das Chalet einen aus unserer Sicht entscheidenden Nachteil. Es gibt keine Klimaanlage.
Etwas mager für ein 4* Lodge, da war sogar die Maun Lodge besser und nur wegen der Lage am Fluss wiegt das den Nachteil unseres Erachtens nicht auf. Auch ein paar unerwünschte Gäste gibt es hier, mit 8 Beinen und vielen Augen. Und leider außer reichweite. Auch das Insektenspray nehmen die haarigen Viecher nicht ernst. Also bleibt es bei der Warnung, bleibt ihr oben und wir unten. Ich hoffe dass das hält. Immerhin sind die Fenster und Moskitonetze in gutem Zustand und es gibt Strom, so dass wir den Verdampfer einschalten können.
Damit verlassen wir die Lodge, denn unser Rundflug rückt näher. Schnell sind wir am Flughafen, wo wir erfahren dass wir weitere Mitflieger haben, was den Gesamtpreis reduziert, denn bezahlt wird das Fugzeug, egal wie viel Leute dann drin sitzen. Bevor es los geht trinkt sich Nicole in der Airport bar noch mal Mut an, wir trinken ebenfalls ein Bierchen. Dann geht es ins Terminal, wir bekommen ganz professionell Flugscheine ausgehändigt und müssen durch die Security, schließlich ist das hier ein internationaler Flughafen mit Asphaltpiste auch für größere Maschinen. Fast schon langweilig nach unseren Abenteuern im Vorjahr.
Auch der Flieger ist nicht nur größer (7 Sitze) sondern auch Brandneu – eine Gipsland V8. Holger und ich schauen uns kurz an, ich sitze vorn als Co Pilot, er nimmt die letzte Reihe mit Blick auf beide Seiten. Und Nicole und Ela gehen in Reihe 2. Hier gibt es keine Gewichtsthemen und Balance Fragen. Also kann es losgehen. Ich muss zugeben, das hätte ich nicht gedacht, dass ich mal ins berühmte Okavango Delta komme. Früher was das alles so fern und eigentlich nur aus dem Fernsehen bekannt, z.B. aus dem Film –lustige Welt der Tiere – und jetzt heben wir selbst hier ab und fliegen darüber…..
Anfangs fliegen wir noch über Maun, aber schnell wir das Land feuchter und wir sehen die ersten Wasserläufe die dann im trockenen Boden versickern. Auch Mokoros sehen wir auf dem Boden und alsbald die ersten Tiere. Besonders gut zu sehen sind die Büffel und die Elefanten, ebenso wie die Hippos. Die Landschaft ist extrem abwechslungsreich und jede Menge große Tiergruppen kreuzen unseren Weg. Auch Antilopen kann man sehen, aber die sind von hier oben doch relativ klein. Und unser Pilot muss eine gewisse Höhe halten, denn es fliegen auch Vögel über das Delta. Der Flug geht relativ zielstrebig nach Norden und das Wasser wird mehr und die Flussläufe intensiver.
Hippopfade und Pools sind gut sichtbar und auch viele Elefanten tummeln sich im Delta. Eine interessante Perspektive. Der Flug ist sehr ruhig und sogar Nicole ist einigermaßen zufrieden. Von oben ist der Blick doch anders, man erkennt erst die große Weite und Besonderheit dieses Feuchtgebietes, das von Trockensavannen und ariden Zonen umgeben ist. Leider geht der Flug viel zu schnell zu Ende und gegen Ende macht das Wetter auch eine Kapriole. Als Vorbote der Regenzeit kommt ein kleiner Sturm auf und es wackelt und regnet Richtung der Landung. Aber bei der breiten Asphaltpiste ist das kein Thema und wir setzen sicher wieder auf. Nach dem Flug gönnen wir uns ein weiteres Bier, auch bis der kurze Sturm vorbei ist und treten dann den Rückweg in die Thamalakane Lodge an. So einen Flug kann man unbedingt empfehlen. Interessante Aussage von jemand, der vor 2 Jahren noch betont hatte nie in so eine kleine Maschine zu steigen, oder? Zurück in der Lodge buchen wir beim lokalen Anbieter noch einen Game Drive ins Okavango Delta, was wir von oben gesehen haben, wollen wir jetzt auch aus der Nähe sehen. Morgen um 6 geht’s los. Das Abendessen finde in der Lodge statt, essen a la carte und die Filetsteaks sind nicht nur preiswert sondern auch sehr lecker. Damit lässt es sich gut schlafen, Moskito frei und auch die Spinnen bleiben wo sie sein sollen…
Peter1969Themenstarter107 Beiträge · seit 201220. Okt. 2013 · #27
@ Lil - aber gerne doch. So ein Flug ist schon eine tolle Sache... Schade, dass der Flieger nicht langsamer und tiefer fliegen konnte, da hätte man sicher noch bessere Bilder machen können.... 😉
Deine Bilder vom Okavango Delta sind ganz ganz toll. Wir haben vor zwei Jahren auch so einen Rundflug gemacht und hatten bei Weitem nicht so viel Glück wie ihr. Außer schöner Landschaft und ein paar wenigen Tieren war´s nicht soooooo überwältigend.
Peter1969Themenstarter107 Beiträge · seit 201220. Okt. 2013 · #29
@ Bayern Schorsch
Schön dass Du mit an Bord bist.... 🙂
Ich glaube das mit den Tierenist Glücksache, ich weiss nicht inweiweit die Piloten die Option haben gezielt Herden zu suchen bzw. zu finden. Aber ich bin doch recht zufrieden im nachhineine, nachdem es von oben doch sehr schwierig war, Bilder zu machen.... 🙂
Peter1969Themenstarter107 Beiträge · seit 201223. Okt. 2013 · #30
So jetzt wirds Zeit dass wir mal ins Delta kucken....
10.11. Am heutigen Tag haben wir keine Zeit für ein großes Frühstück. Damit wir einigermaßen ins Delta kommen, müssen wir früh aufbrechen. Kurz nach 6 fährt unser Safari Jeep vor und unser Fahrer Kaizer holt uns am Büro von xxx ab.
Ein klassischer Jeep, wir nehmen Platz und machen uns auf die Fahrt in die Moremi Game Reserve. Nur die ersten 15 der rund 70 km Anfahrt sind geteert. Danach kommt eine ziemliche sandige Piste, die wenn man nach 45 km abbiegt auch durch das Delta nach Kasane führt. Das ist aber eine Strecke die man nur mit mehreren Fahrzeugen und Tiefsand Erfahrung bestreiten sollte. Bei der Piste ist das gut vorstellbar und schneller kommt man auch nicht voran.
Nach rund 1,5 h erreichen wir den Eingang zum Park und müssen durch einen Veterinärzaun. Noch weitere 40 min später sind wir am Eingang zum Park wo wir den Eintritt entrichten (durch den Veranstalter erledigt) und machen auf dem Parkplatz /Camping Platz eine kurze Frühstücksrast. Ich habe heute etwas Magenprobleme und halte mich beim Frühstück zurück, das aber zugegeben sehr nett zubereitet und lecker ist. Auch die sanitären Einrichtungen hier sind sauber und gut zu benutzen, später wird es keine mehr geben. Um uns herum fliegen Rotschnabeltokos, vielleicht in der Hoffnung einen Brocken zu ergattern. Wir hingegen wollen Tiere sehen.
Deshalb geht’s jetzt weiter. Schnell sehen wir ein paar nette Impalas und auch Giraffen dürfen natürlich nicht fehlen. Mit dem Fernglas suchen wir immer wieder Tiere. Als wir scheinbar einen Löwen gefunden haben, erweist sich dieser als er aus dem Busch tritt als schlechtgelaunte Hyäne. Wenn die könnte würde sie uns vermöbeln, so aber zieht sie grantig ihres Weges. Wir folgen auch dem Weg weiter der in Richtung 3rd Bridge führt.
Bald kommen wir an die Ausläufer des Flusses der hier durch die Landschaft mäandriert. Wasser bedeutet leben und so findet sich hier eine bunte Ansammlung an Tieren. Zebras, Kuhantilopen, Kudus und Impalas. Kaizer meint einen Wildhund gesehen zu haben und nimmt – unerlaubterweise- die Verfolgung auf. Wir kurven ziemlich wild durch die Gegend und tatsächlich hinter einen Anhöhe liegt im Schatten ein einzelner Wildhund. Angesichts der Seltenheit dieser Tiere ist das schon ein Riesenerfolg. Leider lässt sich der Hund nicht zum Aufstehen bewegen. Aber auch im Liegen ist er ein interessanter Anblick.
Diese famosen Jäger haben die feinsten Jagdtaktiken entwickelt die in ca. 90 % der Fälle zum Erfolg führen. Dabei verhalten sich die Tiere unheimlich sozial. Nicht die stärksten Tiere wie bei Löwen oder die ranghöchsten wie bei den Hyäne fressen zuerst, sondern die kleinen und die verletzten Tiere. Nach diesem Erlebnis scheuchen wir eine Gruppe Impalas auf, die sich beim herannahen unseres Jeeps davon machen.
Dabei bekommen wir zu sehen, sowie hoch schnell und weit diese Tiere zu springen in der Lage sind. Unglaublich…. Die Kuhantilopen sehen das entspannter. Wir gehen zurück auf den Pfad und folgen dem Fluss. Erst erspähen wir einen Adler der vom Baum abhebt. Dann am Wasserlauf einige stolze Kudus, die hier vorbei schreiten, mit ihren wunderbaren Hörnern. Auf dem Rücken der Tiere hocken auch die frechen Madenhacker und im Wasser tummeln sich ägyptische Gänse. Wenig weiter dann ein paar der sehr hübschen Litschis.
Die Farbe ist sehr hübsch und die Tiere haben eine besondere Eleganz. Was wir gerne sehen würden, wäre mal ein Hippo an Land. Und siehe da, wenige Minuten später taucht tatsächlich so ein Behemoth aus dem Wasser auf, schaut und an – lacht uns aus und trottet gemächlich von dannen. Schick. Leider bleibt das für eine Weile alles tierische, vielleicht sind wir verwöhnt, vor allem nach Chobe, aber richtig viele Tiere sieht man wahrscheinlich nur wenn man das Geld für eine Lodge im Delata in die Hand nimmt. Hätte man vielleicht machen sollen, denn die Anfahrt raubt doch Zeit und die beste Zeit des Tages verpasst man so. Aber 300 EUR / Tag ausgeben, ohne zu wissen ob es sich lohnt? Auch nicht gut, aber das wäre für ein nächstes Mal schon eine Option.
Wir passieren noch eine Gruppe Impalas die wunderschön dastehen. Dann machen wir eine Pause unter einem schönen Baum und Kaizer bereitet uns eine leckere Mahlzeit zu. Hühnchen mit Reis, Getränke dazu und wir haben uns ein schönes kaltes Bier mitgebracht. Nett. Picnic im Okavango Delta, das hat man auch nicht alle Tage. Nach dem Essen ist es dann auch Zeit dem Rückweg anzutreten. Der verläuft vergleichsweise ereignisarm und zieht sich halt relativ lang. An der Lodge verabschieden wir uns von Kaizer der einen super Job gemacht hat und werden dann noch gebeten in die Stadt mitzukommen, um die Fahrt zu bezahlen.
Man hat wohl Angst, wir würden ohne Zahlung verschwinden. Eine junge Dame begleitet uns, damit wir auch wirklich das Büro finden. Wir waren am Vorabend schon kurz dort, aber leider keiner mehr da. Im Büro bezahlen wir dann brav und buchen für den kommenden Tag gleich noch eine Tour mit einem Mokoro. Das steht hier noch aus und die Geister scheiden sich an diesen Touren. Wir wollen uns unser eigenes Bild machen. Der jungen Tswana erzählen wir dann noch von Deutschland und sie hält uns für reiche Menschen, weil wir Autos haben. Ich stelle das in Frage, wir haben zwar mehr Güter und andere Gimmicks, aber ob wir reich sind wird dadurch nicht beantwortet. Schöne Häuser gibt es auch hier, wie wir im vorbeifahren sehen. In der Lodge machen wir uns schnell fertig fürs Abendessen und nehmen dieses auf der Veranda ein. Heute kommt ein Stromausfall dazwischen. Weniger nett. Denn dann läuft auch der Ventilator im Zimmer nicht und es ist sehr heiß heute. Auch die Moskitoverdampfer arbeiten dann nicht.
Und wie wird das Essen gekocht? Das fragt man sich hier auch noch, aber es wird improvisiert und das Essen dauert zwar länger, ist aber bei Kerzenschein sehr schön und das Filet trotzdem super lecker Wir trinken heute lieber Bier, denn ohne Kühlung dürfte der Wein nicht optimal temperiert sein. Aber nach dem Essen im Zimmer zurück ist der Strom dann auch repariert und der Strom läuft wieder. Trotzdem wird es eine sehr heiße Nacht. Im Zimmer herrschen sicher 28 Grad, eine schöne Schwitzerei und ein echter Abzug bei einer Lodge die 4* haben soll. Nun denn mal sehen was wir morgen auf dem Mokoro Trip erleben.
Peter1969Themenstarter107 Beiträge · seit 201227. Okt. 2013 · #31
So heute steht also der Mokoro Trip auf dem Plan. Nach dem Frühstück werden wir wieder abgeholt und dieses mal in südwestlicher Richtung ins Delta gefahren. Dort ist die Bootsanlegestelle. Das Transportmittel heute ist ein Jeep. Auch nicht schlecht und notwendig, denn die Piste ist bald wieder echter Tiefstand. Auf dem Weg kommen wir am Polerdorf vorbei und wieder an einem Veterinärzaun, nach innen geht das aber ohne Probleme.
An der Bootsanlegestelle liegen schon einige Mokoros. Heute sind die Boote aus Plastik, früher waren die aus dem Leberwurstbaum. Aber durch den großen Bedarf wäre das heute nicht mehr möglich und die Bäume sind geschützt. Kurze Zeit später trifft auch eine ganze Menge Leute ein. Unser Chefpoler stellt sich vor, ein stämmiger großer Kerl mit wilden Schuhen (früher mal geschlossene Boots) der sich als Judge vorstellt. Er ist der Boss und verantwortlich. Ok. Haben wir verstanden. Noch eine kurze Biopause (in freier Natur, ob es hier Löwen gibt?) dann geht’s ins Boot. Wir sitzen ganz flach am Boden mit einem Rückensitz und sollen uns nicht stark bewegen, auch wenn wir z.b. Schilfstängel ins Gesicht bekommen.
Bevor es losgeht nimmt Judge der unser Boot steuern wird, noch schnell ein paar Schlucke Wasser aus dem Wasserlauf… uhhh wohl bekomms… ein wildes Ritual. Jetzt geht’s schon los. Langsam gleitet das Boot über das Wasser, wie erwartet ist die Balance trügerisch aber Judge scheint Erfahrung zu haben. Das Boot von Ela und Holger wird von Rasta gesteuert, Jack fährt mit dem Proviant Boot voraus. Die Kanäle sind recht eng und Schilf wächst quer über den Wasserlauf. Die Wasserläufe werden von Hippos geschaffen, die hier Nachts durch das Wasser pflügen. Scharfes Schilfgras schneidet die Arme und schlägt gegen den Hut. Man ist froh über lange Ärmel und einen Hut. Meine Sonnenbrille hat leider vor 2 Tagen den Geist aufgegeben. Also muss ich den Gleiss so ertragen und die Sonne spiegelt sich hart auf dem Wasser. Ab und zu auch ein Spritzer ins Boot und Tiere die mitfahren wollen.
Und dann Seerosenteiche, mitten im Schilf. Die sind wirklich schön anzuschauen. So geht es quer durchs Wasser unterwegs treffen wir auch andere Mokoristen, die – ziemlich fertig- von einem Mehrtagesausflug zurückkehren. Nach kurzweiliger Fahrt erreichen wir unser Zwischenziel, eine Insel im Delta. Dort landen wir an und Judge wird mit uns einen Nature Walk unternehmen. Vorher noch die Verhaltensregeln: Löwe: in die Augen schauen und rückwärts laufen, Leopard, nicht anschauen und rückwärts laufen. Elefant, zickzack laufen und dicken Baum suchen, Flusspferd dasselbe. Büffel- erst in Panik verfallen, wenn Judge in Panik verfällt. Oha, das ist ja nicht ohne….. Und wir laufen hintereinander los. Immer schön vorsichtig. Keine Ahnung ob das ernst ist, aber wir halten uns lieber an die Regeln. Der Walk ist interessant, auch weil Judge immer wieder interessante Dinge über die Tiere und die Natur zeigt oder erzählt, z.B. den Dung und den Dung Beetle. Sehen tun wir hingegen nur ein paar Vögel und eine Litchi die schnell davonrennt als sie uns bemerkt. Trotzdem führt der Walk durch viele interessante Zonen und zieht sich lange hin. Unterwegs dann doch die Nebenwirkung des Wassers, Judge muss mal austreten Stomach Problems Nun ja. Als wir wieder den Rastplatz erreichen ist unser Mahl schon vorbereitet. Wieder lecker Huhn mit Reis und die Cola schmeckt doch besser als Okavango Wasser. Durst haben wir heftig, der Walk bei 30 Grad das will kompensiert sein.
Auch die Guides Essen, klar haben sie verdient, die rudern uns hier durch das ganze Delta. Danach geht es auch wieder zurück. Wir würden den Weg nie finden, aber Judge und Rasta navigieren sicher durch das Schilf und nach weiterer Fahrt sind wir wieder zurück an der Anlagestelle. Wer jetzt meint man würde viele Tiere sehen auf so einer Tour, der irrt, aber trotzdem fanden wir die Tour interessant und aufschlussreich weil man einen Einblick in die Natur des Deltas und auch der Bewohner bekommt. Ein nettes Trinkgeld sichert uns freudige Gesichter, aber das haben sich die Jungs redlich verdient und wer weiß wie viel vom Tourerlös für die Leute abfällt. Wir werden wieder zur Lodge zurückgebracht. Auch das problemlos und zuvorkommend. Der Service ist wirklich gut und wir haben das was von Maun aus im Delta möglich ist auch möglich gemacht. Natürlich haben wir nach so einem Abenteuer ordentlich Hunger und Durst und es gibt zur Feier des Tages ein schönes Glas Wein (und noch ein paar Biere zum Durst löschen). Auch heute bleiben die Spinnen an der Decke und die Nacht ist etwas kühler, weil ein kühler Wind aufgekommen ist. Sehr schön, heute träumen wir von Mokoros.