Trophäenjäger erlegt Wüstenlöwe

191 Antworten · 27,3k Aufrufe · gestartet 03. Okt. 2013 von sekanzler
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4'129 Beiträge · seit 200810. Okt. 2013 · #81
Meines Wissens hat Philip Stander früher einige bedeutende Löwen mit diesen individuellen Brandzeichen versehen.
In den Anfängen hatte er nur die Möglichkeit einige Löwen mit altmodischen Funk-Halsbändern zu besendern,– sie konnte er nur finden, wenn er in ihrer Nähe war. Das hat er bevorzugt mit relativ standorttreuen Löwinnen gemacht, aber natürlich auch mit bedeutenden Löwen.
Zu der Zeit flog er die weiten Strecken in der Wüste ab, um die Löwen zu finden (das war teuer und brachte nicht die Ergebnisse, die er für seine Forschung brauchte). Mittels solcher Brandzeichen war/ist es auch möglich, einen Löwen auf große Entfernung zu identifizieren.
Es ist natürlich so, dass ein solches Brandzeichen eine Trophäe unattraktiv macht, was ihm die NAPHA/Herr Kai-Uwe Denker vorwirft, aber ohne diese Brandzeichen und seine wissenschaftliche Arbeit gäbe es dort heutzutage überhaupt keinen Löwen mehr, den irgendein Trophäenjäger schießen könnte - höchstens gekaufte, für Canned Hunt 🤢

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 10. Okt. 2013
392 Beiträge · seit 200811. Okt. 2013 · #82
Widerwärtig, alle miteinander.

Wollen dick abkassieren, nichts weiter.

Wenn alle Löwen tot sind, geht man halt zu den Geparden und Leoparden über, wenn die alle tot sind, dann halt zu anderen Tieren wie Caracals. Wenn die alle weg sind, tja, dann gibt es ja noch arme Menschen, die man jagen kann - wie im Film "Harte Ziele" mit Jean-Claude van Damme.

🤢

Wer macht eigentlich Jagd auf die Jäger? Warum werden Leute, die Wilderer erschießen, auch noch dafür mit einem Todesurteil belegt? 🤢
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst Du nur das Zauberwort. - Joseph von Eichendorff
2'048 Beiträge · seit 200711. Okt. 2013 · #83
Otji,
du rufst hier zur Gewalt gegen Menschen auf - schäm dich
Wer macht eigentlich Jagd auf die Jäger? Warum werden Leute, die Wilderer erschießen, auch noch dafür mit einem Todesurteil belegt? 🤢
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
7'272 Beiträge · seit 200611. Okt. 2013 · #84
Hallo

Hier einige Bilder die ich von Rosh aufgenommen habe. Einem Wüstenlöwen mit Sender der zumindest im Moment noch lebt.

hc7eb6fa.jpg


h3977030.jpg


he478667.jpg


haec48ed.jpg


Wenn man den Löwen nur von vorne sieht, ist der Sender praktisch nicht sichtbar. Von der Seite ist er aber offensichtlich.

Wenn ich mich nun in die Lage eines Jägers und eines Jagdführers versetze der einen solchen Löwen während mehreren Stunden folgt. Das in einem Gebiet in dem ich weiss, dass es einige Löwen mit Sendern gibt.

Ich bin erstaunt, dass der Jäger überhaupt in der Lage ist so einen Löwen zu treffen. Wenn er nicht mal den Sender sieht. 🙄

Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
571 Beiträge · seit 200611. Okt. 2013 · #85
ch bin erstaunt, dass der Jäger überhaupt in der Lage ist so einen Löwen zu treffen. Wenn er nicht mal den Sender sieht. 🙄

Sehr treffend!

Übrigens sieht man auf Deinem Frontalbild auch sehr deutlich, dass die Mähne rund herum regelmäßig niedergedrückt ist. Und das habe zumindest ich bislang bei allen Halsband-Mähnenlöwen so beobachtet. Kann natürlich auch eine besonders pfiffige Frisur sein 😠
steinbeisser
284 Beiträge · seit 201011. Okt. 2013 · #86
Warum bezeichnet ihr diese Typen eigentlich immer wieder als "Jäger"?
Das hat doch mit Jagd überhaupt nichts mehr zu tun.
"Schießbudenfiguren" wäre da vielleicht eher angebracht.

Gruß

Fredi
Die Massai haben erzählt, dass sich zwei Löwen das Grab als Ruheplatz ausgesucht haben. Von dort haben sie eine gute Sicht ins Tal und auf das Wild. Ich darf nicht vergessen, es Denys zu erzählen, er würde sich darüber freuen. ( Frei nach Tanja Blixen)
Gast11. Okt. 2013 · #87
Hallo,

wer nicht täglch auf die DesertLion-Website guckt: es gibt noch mal ein Statement zum Abschuss und den aktuellen Diskussionen:
Comments on hunting of Xpl-77. The trophy hunting of an adult male lion in the Torra Conservancy on 27 Sep 2013 has generated a lot of public interest. Due to several press releases and remarks in the social media, the Desert Lion Conservation Project has been asked to comment on the developments.

The conservation and protection wildlife and the environment are in the interest of all Namibians. Especially since the various forms of tourism and the utilisation of wildlife resources (both consumptive & non-consumptive) contribute to a major industry in Namibia that provides income and support to many sectors of society.

With these two contrasting forms of wildlife utilisation running side-by-side and essentially competing of the same resources, it is not surprising that conflict will arise. Consumptive use of wildlife, such as hunting, may have a more immediate impact on the resource than does the non-consumptive form, such as photographic tourism. Both forms, however, have to be sustainable to ensure optimum benefits to Namibia and to ensure the long-term conservation of the wildlife resources.

There is an obvious conflict of interest between the supporters of the two forms of wildlife utilisation. This has unfortunately led to unnecessary criticisms. The Desert Lion Conservation Project can see no value in responding to comments made, for example, about anthropomorphism and infanticide. The reality is that both hunting and non-consumptive tourism are recognised forms of wildlife utilisation in Namibia. Both generate significant income to Namibia and to the local communities that share their land with the wildlife populations. Furthermore, some local communities suffer significant losses from species like lions, cheetahs and leopards that prey on their livestock. The point of concern should ideally be focused on sustainability rather than the type of utilisation.

The management and sustainable utilisation of wildlife resources are complex, especially when dealing with free-ranging large carnivores in an arid environment. This can possibly only be achieved if all the involved parties collaborate. The Desert Lion Conservation Project strives to contribute to this process by systematically collecting important ecological and behavioural data on the desert-adapted lion population in the Kunene Region of Namibia and by making this information freely available to the authorities and the public. In the case of the recent shooting of Xpl-77 (the “Dorob Male”) a concerted effort was made to remain objective and to provide only the facts. There can be little doubt that the death of Xpl-77 was a setback to the social dynamics of a population in the process of recovering from a significantly skewed sex ratio.
Although the hunting of Xpl-77 is currently the subject of a heated debate in the social media, the Desert Lion Conservation Project cannot comment on the complexities surrounding the event. Instead, we hope that this incident will lead to better communications and collaboration between all the relevant stakeholders towards a common goal of sustainable utilisation and long-term conservation of this unique population of desert-adapted lions.
Quelle: http://www.desertlion.info/gpscollars/gps_dorob.html

Beste Grüße

Guido
46 Beiträge · seit 201111. Okt. 2013 · #89
@christian
@lillytrotter
Abgesehen davon, daß ein Brandzeichen Tierquälerei ist, und Verbrennungen 3. Grades verursacht , wird dies einem guten Präparator kein Kopfzerbrechen bereiten, ebensowenig wie eine Schussverletzung.

@travelNAM
wenn schon, denn schon...auch auf deutsch
www.az.com.na/natur-umwelt/dr-stander-reagiert-auf-berichte.413425
33,1k Beiträge · seit 200611. Okt. 2013 · #90
Hallo Oberfranke,
@travelNAM
wenn schon, denn schon...auch auf deutsch
mein Link ist Deutsch - AZ.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
4'129 Beiträge · seit 200811. Okt. 2013 · #91
Ich hab mir nun alles durchgelesen und nun müsst ihr ganz tapfer sein, 😗 is’n bissl länger geworden, aber ich muss das jetzt mal loswerden:


Wenn es nicht alles soo peinlich wäre, könnte man schmunzeln, denn es hat ja schon was, so’n öffentlicher „Katzenjammer“ des Professional Hunters Herr Fred Bezuidenhout…
Der NAPHA Vorsitzende Kai-Uwe Denker hatte zuvor die saubere Vorlage dafür veröffentlicht: ...ein Tier, an dem ein Mensch “manipuliert” hat, sei als Trophäe wertlos…
- Hubääh! 😣
Und - Wohlbekomms! 😈


Der Trophäenjäger als Naturschützer…
Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die meisten namibischen Jagdfarmen hoffnungslos überjagd sind und man für wirklich große Trophäen zum Nachbar-Farmer betteln gehen muss…
Und im Damaraland gab es kaum noch Löwen, als Philip Stander dort mit seinem Desertlion Projekt begann. Alles abgeschossen.
Nun gibt es dort wieder viele Löwen. Und das hat nichts mit sog. „weißen Naturschutzideologen“ zu tun!
Die Clans sind stolz auf ihren Naturschutz und ihre große Löwenpopulation, man lässt sich international beglückwünschen – siehe dazu den Vortrag von John Kasaona bei You Tube: http://www.youtube.com/watch?v=HN-7RokWxa0


Es ist schon ein Kreuz, was die bösen ignoranten Nicht-Jäger (u. kritischen Jäger) so alles von einem Trophäenjäger erwarten: Sie sollen sich an die Jagdethik halten und ehrenhaft jagen. - Was bedeutet das schon, für einen Professional Hunter und seinen Kunden: Ein wissenschaftlich wertvolles Tier?! – Schließlich dürfen Löwen dort bejagt werden und die PH’s brauchen ihre hochwertigen Trophäen, damit die Kasse klingelt. Ein Löwe wird durch ein Sendehalsband noch kein “Heiliges Tier”!, tönt es da als Begründung. Und nun hören wir die neue Variante: Das Argument der Wertlosigkeit eines „manipulierten“ Tieres und die herzzerreißende Zerknirschtheit des PH’s.

Um was gehts?
Können diese Sorte Jäger nicht weiter, als bis zum Ende ihres Rohrs schauen?
Sie sind nicht der Nabel der Welt! Es kann sich doch nicht jeder Professional Hunter seine eigene Ethik zurechtzubiegen, wenn es um’s Geld geht!?
Desertlion ist schließlich nicht ihr Lieferant für jedwelche Abschüsse nach Trophäenjägers Begehr!!

Es geht um Naturwissenschaft, um Forschung zur Arterhaltung, um Diversität und um die Bevölkerung dort, denen das Land gehört und um nachhaltiges Wirtschaften mit natürlichen Resourcen. Nicht nur um den Geldbeutel von Professional Huntern und die Befriedigung von Trophäenjägern!
Die Löwen im Damaraland dürfen bejagd werden, es gibt aufgrund des Desertlion Projektes nun sogar einen Löwen-Überschuss. Das ist für die Besitzer der Concessions eine erhebliche wirtschaftliche Größe. Im Rahmen des Desertlion Projektes wird sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet, um der Bevölkerung den nachhaltigen Nutzen der Löwen aufzuzeigen, sie werden trainiert, Schutzmaßnahmen werden getroffen (aber z.T. nicht genutzt! - man kriegt ja für jedes gerissene Tier bezahlt...) und bis auf wenige Ausnahmen, sind die Clans dort zufrieden über den erheblichen Zuwachs an Einkommen und die Ausgleichszahlungen bei gerissenem Vieh.

Auch die PH’s und ihre Kundschaft könnten zufrieden sein, - wenn man denn die Einsicht in diese Zusammenhänge haben wollte und weniger “wertvolle” Trophäen schießen würde! . Aber diese Leute haben ein anderes Weltbild und schießen, quasi als Kollateralschäden, die wissenschaftliche Arbeit eines Dr. Philip Stander ins Abseits, schädigen das soziale und reproduktive Gefüge der Löwenpopulation sowie das Image Namibias nachhaltig!

Der Löwenforscher Dr. Philip Stander ist international in einem Atemzug mit George Schaller, Cyntia Moss, Jane Goodall und Diane Fossey zu nennen, - wobei der Fanatismus einer Diane Fossey bei Philip Stander definitiv nicht vorhanden ist! Er arbeitet für und mit der Bevölkerung, nicht gegen sie.
Namibia ist sich des Wertes seines Ausnahmewissenschaftlers offensichtlich noch immer nicht bewusst! Und die Professional Hunter sehen in ihm nur einen „Löwen-Produzenten“, bei dem sie ernten wollen oder gar ein Recht auf bestimmte Abschüsse hätten.

Man kann durchaus von einem Professional Hunter erwarten, dass er einen männlichen Löwen von einem weiblichen unterscheiden kann (das konnte derzeit der PH K.Wright angeblich nicht – und das breite Halsband des Xpl-44 hatte er auch nicht gesehen…) und jetzt wieder ein „Beurteilungsproblem“: Man gibt sich kreuzunglücklich, den Xpl-77 erschossen zu haben, weil es einem nicht gelungen ist, das breite Halsband mit dem Faust-großen Sender zu sehen…
Und den wohlbekannten Xpl-77 kannte man natürlich auch nicht. Selbst ich bin in der Lage, nach einiger Zeit die einzelnen Individuen auf der Desertlion HP zu unterscheiden. Ein namibischer Professional Hunter kann das offensichtlich nicht...? Dass sie sich zu derartigen Peinlichkeiten hinreißen lassen ist eine Schande für den Stand. Keinen Arsch in der Hose, sagt man bei uns dazu. - Aber dafür haben sie ja ihr Gewehr.

Und natürlich hat auch niemand bei Desertlion auf der Seite gespickt. Nein! Wo denken wir hin. Tssess!
Man hatte ja kein Netz fürs Mobile! - Also, ähm, - dann hatte man wohl ein SatPhon. Oder wie ist es zu erklären, dass man einen Tag vor dem Abschuss mit Russel Vinjevold telefonierte, um der verabredeten “Beistands-Anfrage” genüge zu tun (damit nicht wieder aus “Unkenntnis” das falsche Tier geschossen wird... 😗 ) – spätestens seit diesem Telefonat wusste man genau, welche beiden männlichen Löwen in dem Gebiet waren. Der eine davon war einfacher zu schießen: Er hielt grade Hochzeit.

Es ist die weidmännische Pflicht eines jeden Professional Hunters/Trophäenjägers, sich den Abschuss eines für die Forschung und Reproduktion wertvollen Löwen zu verkneifen!

Alles wäre kein Problem, wenn sie sich auch mit den “zweitrangigen” Trophäen zufrieden geben würden, davon gibt es genug, aber das bringt weniger Geld.
Aber freiwillig werden sie es nicht tun. Da nützt es nur, wenn die Regelung von ganz oben kommt, denn die Besitzer der Hegegegebiete = sprich Jagdgebiete = sprich Consevancys und die Propessionel Hunter sehen es als ihr Recht an dort nun zu “ernten”, die Früchte des Desertlion Projektes.
Löwenjagd ist dort nicht verboten, es gibt mittlerweile ziemlich viele Löwen und auch Philip Stander hat nichts gegen die Trophäenjagd an sich. ABER –
Einige Professional Hunter bilden sich dort ein, nach Gutdünken die schönsten Trophäen, die mächtigsten Mähnenlöwen abschießen zu können, wohl wissend, dass gerade diese Tiere von größter wissenschaftlicher und reproduktiver Bedeutung sind.
Und damit zerstören sie die Strukturen in den Löwenrudeln und zerschlagen die wissenschaftliche Forschung von Monaten – und es ist ihnen egal, dass sie die Reproduktion der Abschüsse der Zukunft gleich mit wegschießen. Soweit mögen sie nicht denken (siehe leergeschossene Jagdfarmen).
Dieser Löwe, Xpl-77, hatte nicht ohne Grund einen GPS-Sender! Natürlich haben sie den gesehen!! Sie haben den Löwen eine Tag beobachtet, sie haben ihm einen Köder ausgelegt... - Jeder Tourist, der mal etwas intensiver Löwen mit dem Fernglas beobachtet hat, weiß, dass man solche Sender fast permanent sieht. Jeder, der gern fotografiert muss lange Geduld haben, bis ein besenderter Löwe endlich mal günstig steht/liegt, damit endlich mal das Halsband nicht deutlich am Hals zu sehen ist. - Wie peinlich ist das denn, als Professional Hunter zu behaupten man sei blind und unfähig und konnte das GPS-Halsband nicht sehen... 😊 Tja, muss wohl an der Gegend liegen, passiert den Trophäenjägern dort bei den Wüstenlöwen ja öfters...


...und weithin schallt das jämmerliche Klagen der zerknirschten Jägerlein in die Öffentlichkeit...

und erst wenn dem MET endgültig klar ist, dass diese Trophäenjagd mit zweifelhafter Ethik dem Ruf Namibias schadet, wird etwas geschehen!

Bittere Grüße
lilytrotter





Nachtrag: wieder gelöscht
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 14. Okt. 2013
Gast11. Okt. 2013 · #92
Oha,

gleich 12 Artikel zum Dorob-Male-Abschuss in der heutigen Online-Ausgabe der AZ. In den englischsprachigen Medien des Landes ist das Thema aber leider überhaupt kein Thema. Ob die Empörungswelle bei den "Oberen" ankommt, ist deshalb fraglich.

Die Frage ist, was man nun macht, damit es nicht nur bei einer Welle der öffentlichen Empörung und Wut bleibt, sondern eine Verbesserung - also mehr Nachhaltigkeit - bei der "Löwennutzung" erreicht wird.

Ist es realistisch, ein totales Verbot der Trophäenjagd auf Löwen in Namibia zu erreichen oder (eine Nummer kleiner) zumindest mal ein zeitlich befristetes Verbot für die Trophäenjagd auf männliche Löwen in der Kuneneregion?
Oder trotz der momentanen Verärgerung besser eine Lösung zusammen mit NAPHA suchen? Beides gleichzeitig zu versuchen, dürfte sich ausschließen.

Und natürlich ist im Detail alles noch viel komplizierter und es stellen sich weitere Fragen, wie z.B. welchen Einfluss können und dürfen wir als Nicht-Namibier überhaupt nehmen?

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 11. Okt. 2013
4'129 Beiträge · seit 200811. Okt. 2013 · #93
Ich halte ein Jagdverbot für unrealistisch und nicht im Sinne der Concessions/Clans/Landbesitzer. Sie haben das Recht ihre Resourcen zu nutzen.

Meines Erachtens geht es nur, wenn alle beteiligten Organisationen sich immer wieder gemeinsam „an den Tisch setzen“ und wenn strenge Auflagen gemacht werden mit empfindlichen Sanktionen dahinter.
Eine sehr klare und schmerzhafte Sanktion, die viel bewirken könnte, wäre ein Ausfuhrverbot für solche Trophäen – oder gar die Vernichtung einer solchen Trophäe.

Völlig an der Problemlösung vorbei, gehen Beschimpfungen. Man kann nicht an einer gesellschaftlichen Tradition einfach vorbeischauen oder diese an sich kriminalisieren. Es sind nur ihre Auswüchse. Die Organisationen sind mächtig und könnten es besser regeln. Dazu kann ein Staat seine Jägerschaft durchaus kriegen, wenn er will...
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 11. Okt. 2013
46 Beiträge · seit 201111. Okt. 2013 · #94
Hi travelNAM,

Bitte nicht immer so oberlehrerhaft, 😈 manchmal hilft es wenn man Zahlen richtig liest.

Du: 413424
Ich: 413425
😛

Gruss um die Ecke
2'349 Beiträge · seit 200911. Okt. 2013 · #95
Hallo Formi,

heute in der AZ ("Allgemiene Zeitung", Windhoek) erschienen:

publilshed by the Allgemeine Zeitung on 11.10.13


Der Löwe darf nicht umsonst gestorben sein – Ziel ist nachhaltige Nutzung und Schutz


Es kommt zu Konflikten, wenn eine zweigleisige nachhaltige Nutzung um dieselbe natürliche erneuerbare Ressource durchgeführt wird, aber dies darf nicht dazu führen, dass der Naturschutz darunter leidet. Das Wüstenlöwen-Projekt stellt allen kostenlos Informationen zur Verfügung.
Von Dirk Heinrich


Nachdem der sogenannte Dorob-Löwe mit der Forschungsnummer Xpl-77 Ende vergangenen Monat legal von einem Trophäenjäger im Beisein eines Berufsjägers erlegt worden war, gab es zahlreiche Berichte und Stellungsnahmen von verschiedenen Personen und Organisationen. Die AZ sprach mit dem Berufsjäger, der die Jagd geführt hatte (siehe Seite 16) und bat den Forscher Flip Stander um eine Stellungnahme auf verschiedene Berichte. „Die Hege und der Schutz von Wildtieren und der Umwelt liegt im Interesse vieler Namibier, vor allem nachdem verschiedene Arten der nachhaltigen Nutzung durch Tourismus und unterschiedliche Formen der Jagd eine beachtliche Beitrag zur Wirtschaft leisten und große Teile der Gesellschaft unterstützen“, sagte der weltbekannte und geachtete Forscher. Mit diesen beiden Methoden der nachhaltigen Nutzung der natürlichen erneuerbaren Ressourcen, die teilwiese Hand in Hand laufen und letztendlich um die selbe Ressource konkurrieren, sei es nicht überraschend, dass es zu Konflikten komme. Die direkte Nutzung der Ressourcen, wie durch die Jagd, habe einen sichtbaren Einfluss auf die besagte(n) Tierart(en), während die indirekte Nutzung durch Fotosafaris einen weniger sichtbaren Einfluss habe. „Beide Arten der Nutzung müssen nachhaltig durchgeführt werden, um den bestmöglichen Vorteil für Namibia zu erhalten sowie gleichzeitig langfristigen Naturschutz zu gewährleisten“, sagte Dr. Stander. Es sei natürlich, dass es Interessenskonflikte zwischen den verschiedenen Gruppen der nachhaltigen Nutzung der natürlichen erneuerbaren Ressourcen gebe, so Stander, und dies habe leider zu unnötigen Kritiken geführt. „Im Namen des Wüs­tenlöwen Naturschutz-Projektes ist es von keinem Wert irgendein Kommentar in Bezug auf Vermenschlichung oder Kindesmord zu geben. Die Realität ist, dass der Tourismus und die Jagd beide anerkannte Formen der nachhaltigen Nutzung von wilden Tieren in Namibia sind“, sagte Stander. Beide Arten der Nutzung generieren beachtliche Einkommen für Namibia und die ländliche Bevölkerung, die ihren Grund und Boden mit den wilden Tieren teilen müssen. Zahlreiche Gemeinschaften haben teilweise beachtliche Verluste durch die freilebenden wilden Tiere wie Löwen, Leoparden und Geparden, die ihr Vieh reißen. „Das Augenmerk sollte deshalb eher auf die Nachhaltigkeit gerichtet werden und nicht auf die Art der Nutzung“, betonte Dr. Stander.
Das Management und die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen wie wilde Tiere sei sehr komplex, vor allem wenn man es mit freilebenden großen Raubtieren in einem ariden Gebiet zu tun hat. Dies ist nur möglich wenn alle Interessenträger zusammenarbeiten. „Das Wüstenlöwen-Projekt (Desert Lion Conservation Project) versucht einen Beitrag zu leisten, indem systematisch wichtige ökologische Daten und Verhalten der Löwenbestände, die sich den Umständen der Wüste und ariden Kunene-Region angepasst haben, zu sammeln und diese Informationen umsonst an die Behörden und die breite Öffentlichkeit weiterzureichen“, sagte Flip Stander. Im Falle des vor kurzem erschossenen Dorob-Löwen Xpl-77 sei ein gezielter Versuch unternommen worden nur die reinen Fakten bekannt zu geben. Es besteht kein Zweifel, dass der Tod von Xpl-77 ein gewaltiger Rückschlag für die soziale Struktur der Löwenbestände in der Kunene-Region bedeutet, da diese sich von dem Ungleichgewicht im Geschlechterverhältnis noch erholen müssen. „Wir hoffen dass dieser Vorfall zur Folge hat, dass es eine bessere Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen allen Interessenträgern gibt, um das gemeinsame Ziel der nachhaltigen Nutzung und des langfristigen Schutzes dieses einmaligen Bestandes an Löwen, die sich der Wüste angepasst haben“, sagte Dr. Flip Stander.


LG, Otji
852 Beiträge · seit 200611. Okt. 2013 · #96
Hallo!

Auf jeden Fall ist Bewegung in der Angelegenheit! Das ist schon mal gut.

Wie jeder sehen kann, sind Wildtiere heutzutage ein "Produkt" das vom Menschen in verschiedener Weise genutzt wird.
Das sagt auch Stander, persönlich wäre mir eine Welt lieber, wo das nicht der Fall ist, aber das ist leider vorbei.... Vielleicht hat auch der Jäger und Sammler die Tiere als Konsumprodukt gesehen, wer weiß. 😣

Es geht also um Geld bei der "Produktnutzung", viel Geld wie Stander sagt. Jetzt würde mich mal interessieren wie viel eine Conservancy so zirka jährlich aus der Nutzung Ihrer Naturressourcen/Jagdverpachtung erhält(ohne Lodgen). Sind die genehmigten Abschussquoten öffentlich? Wie sehen die Verträge aus, die ein Outfitter/PH mit der Community abschließt?

Hat jemand Antworten?

Christian
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2'516 Beiträge · seit 200911. Okt. 2013 · #97
Hallo lilytrotter,

ich hab jetzt alles durchgelesen ( ich meine deine Niederschriften ),hab lange mit mir gerungen,ob ich antworten soll,denn im Ergebnis sind wir uns einig,da gehe ich voll mit dir d ´ accord,aber trotzdem hast du ein paar ( in meinen Augen ) "faule Eier" gelegt--und deshalb musst du jetzt tapfer sein. 😉

Du schreibst,dass die meisten namibischen Jagdfarmen hoffnungslos überjagd wären.Ich kenne einige Farmen,auf denen Jagdgäste geführt werden,aber den Satz kann ich so nicht stehen lassen.Man muss differenzieren:es gibt "normale Farmen"-also mit Viehzucht- mit normalen,wilddurchlässigen Zäunen.Auf denen werden einheimische,wild lebende Wildarten bejagt-normalerweise von einem Jagdführer,der sich die Erlaubnis von mehreren Grundeigentümern besorgt.Das ist auch gut so,denn so steigt die Chance,einen reifen,dann hoffentlich auch "kapitalen" Trophäenträger zu finden.Die wachsen nämlich nicht auf den Bäumen.Daraus nun zu schliessen,die eigene Farm wäre überjagd,ist falsch,denn bis ein sagen wir mal Kudu "reif" ist,vergehen mal locker runde zehn Jahre-und viele der älteren Männchen erreichen dieses Alter nicht einmal-wegen Tollwut,wegen Dürre,wegen Grossräubern,oder wegen Jägern,die halt mit der Altersansprache des afrikanischen Wildes hoffnungslos überfordert sind ( oder sich noch nie damit beschäftigt haben ).Und normalerweise gibt es halt nun mal nur ein territoriales Männchen pro Revier.Wenn das erlegt ist,will aber trotzdem der nächste und der übernächste Jagdgast auch einen Kudu ( z.B. ).So macht es durchaus Sinn,farmübergreifend zu jagen.
Anders sieht es auf reinen Jagdfarmen aus,die wildsicher gezäunt sind.Hier werden,um den Nachschub an Trophäenträgern sicher zu stellen,immer wieder Wild aus Zuchtfarmen oder aus Wildfängen ausgesetzt,die auf Auktionen ersteigert werden.
Auch tummeln sich hier etliche Arten,die etwa im ariden Namibia eigentlich nicht zuhause sind,wie Bontebok,Blessbok,Nyala,Wasserbock,Roan,Sable und dergleichen mehr,nur um dem Jagdgast eine volle Palette anbieten zu können.Ich persönlich halte diese Art von Bejagung weit fragwürdiger als die Jagd auf frei ziehende Tierarten auf Farmen,die zur Hege des Wildes meist in Conservancys organisiert sind.

Übrigens war die Zahl des Wildes in Namibia bis in die sechziger Jahre weit unter der heutigen,weil das Wild damals als grasfressende Konkurrenz rigoros von den Farmern verfolgt wurde.Erst mit dem Aufkommen der Trophäenjagd bekam das Wild einen Wert-und bekam so das Recht auf Koexistenz.

Zur Ethik bei der Jagd nur soviel.Ich glaube schon,dass sehr viele Jäger aus dem zentraleuropäischen Bereich hohe Ansprüche an sich selbst haben-natürlich gefärbt nach den einzelnen Ländern -das wird für einen Engländer anders sein wie für einen Deutschen-trotzdem gibt es natürlich leider immer auch "schwarze Schafe",die dann ganz schnell das Ansehen einer ganzen Klientel ruinieren können.Die Hauptkundschaft für solche exorbitant teuren Jagden kommt aber mehrheitlich aus USA und Russland,wie Swakop schon richtig schrieb.

Nun hat ein Löwe dran glauben müssen,ganz legal mit gültigen Papieren.Und der Jagdführer ist geknickt,der Gast sowieso.Ich war bei der Jagd nicht dabei,aber nach eigener Aussage hatten die zwei Jäger den Löwen eineinhalb Stunden lang vor dem Schuss beobachtet ( nicht einen Tag,wie du geschrieben hast ) und das Halsband nicht gesehen.Ich will das mal einfach so stehen lassen ( obwohl es mir schwer fällt,daran zu glauben ),jedenfalls ist der Spass an der Jagd und der Trophäe jetzt begrenzt.Nun,wenn alleine dieser Umstand,der sich natürlich auch in Jägerkreisen herumspricht,dazu führt,dass nächstes Mal "noch genauer hingeschaut" wird,dann war die ganze Aktion nicht ganz umsonst.

Weiter schreibst du,dass die Einsicht der Jäger fehlt und sie sich nicht mit einer zweitklassigen Trophäe ( was soll das sein ?) zufrieden geben wollen.Ja wie denn auch,bei runden 30.000.- US$,die so ein Trophäenlöwe kostet.Denn die Trophäenlizenz ist ja nicht gestaffelt nach erst-zweit-oder drittklassig,sondern die kostet immer gleich viel.Logisch,dass dann ein Mähnenlöwe gesucht wird,und eben kein Mähnenloser.Hier liegt das Problem dann eher einzig bei der Permitausstellenden Behörde.Entweder es gibt "genug" Trophäenträger,sodass ein Eingriff zu rechtfertigen ist,oder eben nicht.Dann stellt sich die Frage,warum trotzdem ein Permit ausgestellt wird?Ist es Unwissenheit ( kann eigentlich nicht sein-Dank der unermüdlichen Forschungsarbeit von Dr.Stander ) oder werden da Bündelchen von Noten unter dem Tisch verschoben?Ich weiss es nicht,und hätte deshalb wirklich gern eine Antwort auf die Frage,wie die Abschusskontingente zustande kommen-die ich übrigens schon mal gestellt habe.Vielleicht weiss ja jemand mehr hierzu.



Ach ja,deine etwas schadenfrohe Bemerkung bezüglich des Katzenjammers sei dir gegönnt.

Dein zweites post übrigens unterschreibe ich ohne Anmerkung.

So,soviel von mir.

Viele Grüsse,fotomatte
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
4'129 Beiträge · seit 200811. Okt. 2013 · #98
D’accord, fotomatte.
Danke für deine Ergänzungen und deine sachliche Kritik.
Meine Formulierung bezüglich der Jagdfarmen, war zu pauschal und ruft nach Präzisierung. Danke, dafür.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 11. Okt. 2013
2'516 Beiträge · seit 200912. Okt. 2013 · #99
Hallo,

@lillytrotter: Bitte,gern geschehen.
Es freut mich,wenn jemand in dieser emotional so aufgewühlten Debatte zugänglich bleibt für andere Sichtweisen.

@christian:Du schreibst:"vielleicht hat auch der Jäger und Sammler die Tiere als Konsumprodukt gesehen,wer weiss."
Von welchem Jäger sprichst du hier.Von dem "antiken Jäger und Sammler" der Vorzeit,der genau das tun musste,um zu überleben,oder vom heutigen Freizeitjäger.Der sieht die Tiere/das Wild natürlich als Konsumprodukt,denn er hat eine Summe X für die Jagdreise bezahlt,also erwartet er eine Gegenleistung Y dafür,die sich zusammen setzt aus 1. dem Jagderlebnis,also dem Aufspüren,Finden und Erlegen eines Wildes in möglichst unberührter Natur sowie 2. einer möglichst grossen,unter Gleichgesinnten Ansehen versprechenden Trophäe.
Genau dieser Umstand nun hinterlässt bei der erbeuteten Trophäe und dem damit verbundenen Erlebnis ein "G´schmäckle",weil es jetzt halt nix war mit unberührter Natur und einer wilden Kreatur.Denn ein vermaledeites Halsband stört die Idylle.

Weiter schreibst du: "Wildtiere sind heutzutage ein Produkt,das vom Menschen in verschiedener Weise genutzt wird."
Genau darum geht es.Es geht um Geld,um viel Geld.Wie auch sonst in einer globalisierten Welt,die als einzig richtige Maxime nur beständiges Wachstum ausgibt.( wohlwissend,dass beim Ausbleiben des Wachstums das ganze Konstrukt Weltwirtschaft zusammen bricht wie ein Kartenhaus,ja schon nur ein Stillstand Rezession bedeutet ).

Die Antwort bezüglich der Lizenzvergaben und der Erlöse daraus würden mich auch interessieren,ich erwarte aber nicht wirklich eine Antwort darauf.

Viele Grüsse,fotomatte
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
852 Beiträge · seit 200612. Okt. 2013 · #100
@Fotomatte

Mit Jaegern und Sammlern meinte ich ironisch die Jaeger der vorindustriellen Zeit.

Zu meinen Fragen habe ich versucht im Netz eine Antwort zu finden. Genaues laesst sich nicht finden, aber soviel kann ich sagen:

- Im Jahre 2010 hat die Torra Conservancy aus der Tropaeenjagd einnahmen in Hoehe von Zirka 400.000 Rand erzielt. Die Einnahmen aus dem Lodgebetrieb waren zirka 2,5 mal so hoch.

Leider habe ich keine Aufstellung gefunden wieviele Wildtiere geschossen wurden. Auch ist nicht in Erfahrung zu bringen um welche Tiere es sich handelt.

Gruss

Christian
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