JUKoehler415 Beiträge · seit 201022. Nov. 2012 · #101
Guggu, das ist so wunderschön! Eigentlich muss ich jetzt arbeiten, aber ich kann mich noch nicht losreißen. Tolle Aufnahmen, interessanter Trail (wurde schon mehrmals dazu eingeladen, aber noch nie geschafft).
GugguThemenstarter2'261 Beiträge · seit 201122. Nov. 2012 · #102
Liebe Franzicke, Bele, Hanne und Jens-Uwe,
ich freue mich soooo, dass euch der RB gefällt. 🙂 🙂 Es war für mich eine große Überwindung das hier anzufangen.
Es spornt unheimlich an, wenn man merkt die Mühe lohnt sich, und, nicht dass es unbedingt viel geholfen hat, ich habe noch nie so viel über deutsche Rechtschreibung nachgedacht wie in den letzten 2 Wochen. 🤩 🤩
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201122. Nov. 2012 · #103
Hallo Guggu,
ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen - ein toller Bericht mit supertollen Bildern! Und dann kommen die Erinnerungen wieder hoch - wir müssen an der D 707 an den gleichen Stellen gehalten haben, um Fotos zu schießen! 😄
franzicke2'085 Beiträge · seit 201222. Nov. 2012 · #104
Ach Guggu, mach's dir bloß nicht so schwer ... und lass nicht zu, dass der eigene Perfektionsanspruch sich in den Weg und Schreibfluss stellt. Ich freu mich sehr auf Fortsetzung, Grüße Franzicke
GugguThemenstarter2'261 Beiträge · seit 201122. Nov. 2012 · #106
13.8.2012 Tok Tokkie Trail Tag 2
Am nächsten Morgen werden wir um 6 von Domingo mit einer Tasse Tee oder Kaffee geweckt. Franz füllt warmes Wasser in das Waschbecken – welch Luxus doch beides ist. 🙂
Zum Frühstück gibt es Müsli, Joghurt, Brot und Aufschnitt - alles liebevoll hergerichtet. Kurz nach 7 sind wir startbereit. Los geht’s über die ersten Dünen, manchmal ein Schritt hinauf dann 2 Zurück in den teilweise weichen Sand.
„Stop“, ruft Domingo unvermittelt und deutet mit seinem nun als Zeigestab dienenden Stock auf einen etwa Centstück großen Punkt im Sand. Der Eingang zum Bau einer Radspinne. Er markiert die Öffnung mit einem Grashalm und schiebt den Sand mit den Händen vorsichtig beiseite. Nach einigem Wühlen fördert er einen fast zehn Zentimeter langen Schlauch aus seidigem Gespinst zu Tage. Im Innern lauert das gespenstisch bleiche Insekt, auch „White Lady“ genannt. Lässt sich ein Beutetier verleiten, das Nest zu betreten, zieht es mit einem Faden, zack, die Falltür zu.
Den Vormittag verbringen wir damit, über den Horseshoe zu klettern. Oben angekommen gibt es eine Kaffeepause. Jetzt wissen wir warum Domingo diesen großen Rucksack trägt. Termoskannen mit Kaffee und Tee und selbstgemachte Muffins. Weiter geht es auf steinige Piste hinunter. Die Flächen, die wir danach durchwanderten, waren mit Feenkreisen übersät. Bis heute gibt es noch keine wissenschaftliche Erklärung, warum in diesen Kreisen keine Vegetation wächst.
Domingo zeigt auf eine Baumgruppe in der Ferne, dort werden wir Mittagspause machen. Die Landschaft ist wunderschön, die Farben der Gräser wechselten von gelb bis saftiges grün. Dazu der orangene Dünensand und die hohen Berge im Hintergrund.
Der Rastplatz will nicht näher kommen, irgendwann haben wir es aber doch geschafft. Nicht dass wir uns da nur unter ein Baum setzen. Nein, da steht ein Pavillon mit ein Liegestuhl für jeden. Und unsere Magic Box mit den Getränken ist auch schon da.
Es gibt Gemüsequiche, belegte Brote und hargekochte Eier. Daneben steht ein Baum mit einem rießigen Gesellschaftsvogelnest. Wir lehnen uns zurück, lauschen die Vögel und dösen alle ein.
Um ½ 3 geht es weiter und nach 2 h erreichen wir das nächste Nachtlager. Es ist inzwischen ein bisschen windig, aber warm (noch). Frans und Bellinda sind auch schon da; es gibt warmes Wasser uns wir benützen alle die Eimerdusche
Wir lernen dazu und ziehen alle die Sachen für die Nacht schon an. Ich schon die Fleesmütze auf meine nassen Haare. Dort bleibt sie auch bis Ende des Trails. Ich bin gerade nicht lecker Mädche. 😕
Wir fühlen uns Pudel wohl und sind auch stolz auf unsere Marschleistung. Wir gönnen und reichlich Aperitif aus der Magic Box und dann gibt es Pilzquiche, Wildgulasch mit Reis u. Salat und zum Schluß Apfelkuchen mit warmer Vanillesoße. Ach, wie geht es uns gut!
Domingo schaut in den Himmel und meint es könnte in der Nacht Nebel geben. Wie Recht er doch hat. Kurz nach 8 liegen wir wieder in unsere angewärmten Bettrollen, es wird ein bisschen Sterne geguckt oder auch gezählt. Albertino meint er hat ab 3000 auch schon manche 2x gezählt, aber egal. Ich wache ca. 4 Uhr auf weil die Blase drückt. Ich überlege soll, soll nicht, quäle mich dann aber doch aus meinen warmen Kokon hinter den nächst besten Busch. Als ich mich wieder hineingewurstelt habe, werden die Sterne auf ein Mal schwächer und dann ganz weg. Der Nebel ist da.
Ich ziehe die Haube über und schlafe weiter...........
Der Trail scheint ja wirklich super zu sein. Wir hatten den auf unserer diesjährigen abgesagten Reise auch gebucht gehabt. Ich sehe es wäre die richtige Entscheidung gewesen. Bin gespannt wie es morgen weiter geht.
Hattet ihr nicht Angst, dass euch nachts Schlangen im warmen Bett besuchen kommen?
casimodo4'528 Beiträge · seit 200722. Nov. 2012 · #109
Hallo Guggu,
Mannomann..... Du verstehst es wirklich, ein fast schmerzendes Fernwehgefühl in mir zu entfachhen. Was nützen 2 Ticker, wenn Sie noch so fern in der Zukunft liegen.
Deine Schilderungen und die Fotos vom Tok Tokkie sind unglaublich schön. Das wäre auch was für Casimodo und Esmeralda.
Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung und Danke Dir für die schönen WOrte und Bilder.
Jetzt jammer nicht mit Deinen beiden Tickern, die sich ja wohl noch vermehren... es gibt Leute die sind ticketlos (auch wenn sie vielleicht einen Tick haben) 😄 😛
franzicke2'085 Beiträge · seit 201222. Nov. 2012 · #112
... also an den Tok Tokkie Trail hatte ich ja ehrlich gesagt noch gar nicht gedacht - bis jetzt 😉 das ließe sich ja ganz trefflich mit dem KTP verbinden. Und schon hat nicht nur der Casimodo neue Pläne ... Mal blöd gefragt - wie gut muss man denn tatsächlich zu Fuß sein? Ich hab 'n leicht lädiertes Knie und hab immer totale Hemmungen bei der Vorstellung, ich würde so ne Truppe aufhalten ... Aber jetzt will ich dich nicht weiter aufhalten und freu mich mal wieder auf Fortsetzung Franzicke
SASASOWEWI3'080 Beiträge · seit 200922. Nov. 2012 · #113
Ich glaube da könnte selbst ich mich begeistern mal zu Fuss zu laufen, bei der Umgebung. Aber den Einwand mit den Schlangen finde ich nicht unbegründet
@Carsten, ich trau mich schon garnicht mehr hier Ticker einzustellen weil ich so oft unterwegs bin.... aktuell sinds noch genau 14 Tage bis es wieder los geht.... hier türmt sich schon die Ausrüstung...
lg sasowewi
GugguThemenstarter2'261 Beiträge · seit 201123. Nov. 2012 · #114
@ all. Danke für das positive Feedback, lieb von euch. 🙂 😘
Ich versuche der Abschnitt mit dem Tok Tokkie Trail etwas ausführlicher zu beschreiben, da hier im Forum bisher nicht so viel darüber berichtet wurde und viele Interesse geäußert haben.
Es war wunderschön in diese Landschaft zu Wandern und ich habe mich keine Sekunde unbehaglich gefühlt oder Angst gehabt. Ich denke, wenn da große Gefahr bestünde, dass Schlangen in die Schlafrolle kriechen könnten, wurde es in dieser Form nicht stattfinden. 😗 Vielleicht war der Hinweis "aufpassen auf giftige Kriechtiere" dazu gemeint das Ganze ein bisschen mehr Abenteuertouch zu geben?? Wir haben auf jeden fall keine gesehen. Natürlich klopfe ich auch meine Schuhe vor dem Anziehen aus, sogar nachts im Halbschlaf, aber das mache ich überall. 🤩 Wir hatten allerdings Spuren und Dung von Antilopen um unsere Schlafplätze und im "Esszimmer", ich habe sie leider nicht gesehen. 🙁
Meiner Meinung nach, muss man nicht besonders körperlich fit sein um den Trail zu machen. Wer gerne läuft und auch mal Sonntags 3-4 Stunden am Stück wandert, ist hier gut dabei. Das ist vielleicht ein bisschen anders bei sehr warmen Temperaturen - die hatten wir ja nicht. 😕 😉
Mir war es persönlich zu kurz, ich hätte es um mindestens 1 Tag länger gehabt und war ziemlich traurig als dieses "Abenteuer" vorbei war.
Liebe Grüße Guggu
PS. Mein Mann hat gestern den RB so weit durchgelesen und meint ich stelle zu viele Fotos hinein. Da ich diesbezüglich noch keine Klagen bekommen habe, und ich mich schlecht entscheiden kann, mache ich weiter wie bisher.
Alexa1'249 Beiträge · seit 201223. Nov. 2012 · #115
Hallo Guggu, genau, es können gar nicht zu viele Fotos sein! Vor allem wenn sie so schön sind!! Die Bilder von dem Trail sehen ja echt toll aus, da könnte man sich wirklich überlegen, mal so etwas zu machen, auch wenn ich noch die darüber nachgedacht habe. Das muß schon ein richtig tolles Naturerlebnis sein. Weiterhin vielen Dank für den tollen Bericht! LG Alexa
Also...wenn man über die Anzahl der Fotos meckern möchte, dann nur in soweit, dass es zu wenig sind. Man kann gar nicht zuviele Fotos hier einstellen (finde ich). Also einen lieben Gruß an Deinen Mann 😎 😄
franzicke2'085 Beiträge · seit 201223. Nov. 2012 · #117
... tja, also - bisher klang das mit deinem Mann doch eigentlich alles ganz vernünftig 😉 Auf Bilder will hier aber wohl so überhaupt gar keiner verzichten ... Liebe Grüße Franzicke
GugguThemenstarter2'261 Beiträge · seit 201123. Nov. 2012 · #119
14.8.2012 Tok Tokkie Trail Tag 3
Um 6:15 kommt der Weckdienst mit Tee und warmem Wasser für die Katzenwäsche angeschlottert. Wir haben dicker, fetter Nebel und 4°, immerhin mit ein + als Vorzeichen, und es macht richtig Spaß aufzustehen. 🤩
Wir ziehen noch Windjacken über die Schlafmontur und darüber noch den Poncho. Franz und Bellinda frieren und sie tun mir richtig leid, der Frühstücktisch wird aber gedeckt wie immer. Ich trinke Kaffee und esse nur Porridge mit braunem Zucker, alles andere ist mir zu kalt. Mit viel Galgenhumor und Geschlottere sind wir 7:45 wieder startklar. Es weht ein kalter Wind, der dann aber den Nebel weg bläst. Um 9 scheint wieder die Sonne. So ist es in der Wüste, innerhalb kurzester Zeit große Temperaturschwankungen. 🙄
Domingo schreitet weiter zügig voran über die jetzt unbewachsenen Dünen. Eine Düne hoch zu laufen ist wie eine Rolltreppe entgegen der Laufrichtung hochsteigen. Es ist ziemlich mühsam wegen des weichen und nachgebenden Sandes. Domingo erzählt, der Sand komme aus den Drakensbergen im Osten Südafrikas. Von dort hat ihn der Oranjefluss, gut zweitausend Kilometer mitgeführt. An der Flussmündung hat der Benguela-Meeresstrom die Sedimente mitgerissen und weiter im Süden wieder an Land gespült. Von dort hat der Südwestwind die feinen Körner landeinwärts getragen und so, nach und nach, diesen 95 000 Quadratkilometer großen Sandkasten angelegt, durch den unsere Gruppe seit zwei Tagen stapft. „So was geschieht natürlich nicht über Nacht“, sagt Domingo. Im Gegenteil: 80 Millionen Jahre habe das gedauert. „Es heißt, die Namib sei die älteste Wüste der Welt“, fährt er fort.
Domingo entdeckt dann ein Namaqua-Chameleon, den wurden wir niemals sehen.
Während der Wanderung besuchten wir NaDEET (Namib Desert Environmental Educational Project), wo uns bei einer kurzen Führung die Ziele des Projektes erklärt wurden und was die Schulkinder hier bei Ihren Klassenausflügen lernen können.
Gegen Mittag erreichten wir wieder das Tok Tokkie Farmhaus, an dem unser Trail zu Ende ist. Zum Abschluss gab es noch einen leckeren Kuchen, so dass wir die Weiterfahrt nach Sechsriem gestärkt in Angriff nehmen konnten.
Leider gingen diese Tage, denen wir der Natur so nahe sein durften, viel zu schnell vorbei.
Maura und Luca fahren in die Wolwedans Lodge, die Chemnitzer in der Sossusvlei Lodge und wir ins Desert Camp. Die Chemnitzer werden in der Lodge einen Tisch für 6 reservieren, dann können wir den Abend noch zusammen verbringen.
Wir bewältigen wieder die Farmpad, Maura & Luca warten am letzten Tor ob wir es auch schaffen. Nett! 🙂
Da ich z. Zt. Strohwitwe bin habe ich Zeit und hab mir jetzt deinen Bericht auf einmal genehmigt. Vielen Dank dass du uns auf deiner Reise mitnimmst - da kommen Erinnerungen hoch. Wir haben die Tour letztes Jahr gemacht. Allerdings sind wir immer im Dezember/Januar in Namibia und deshalb kann ich die Kälte nicht nachvollziehen, uns ist immer sehr heiß. 😁