Susa6687 Beiträge · seit 201230. Sept. 2012 · #283
Ich habe mir den Reiseführer vom Reise-Knowhow Verlag gekauft, überarbeitet 2012.
Mit diesem Verlag bin ich fast immer zufrieden.
VG Susi
erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200901. Okt. 2012 · #284
Auf der Fahrt von Ranohira (Isalo Nationalpark, dem widmen wir uns später noch ausführlich) nach Tulear fahren wir durch eine ziemlich trostlose Gegend.
Kaum zu glauben, dass hier weit ab von jeglicher Wasserversorgung überhaupt Menschen leben.
Hier wird mit primitivsten Mitteln Rum aus Zuckerrohr gebrannt:
Wir haben öfters mal Rum probiert, aber nicht den Fusel, den sie dort machen - bei uns würde man das höchstens noch als E10-Beimischung verwenden.
In Ranohira hatten wir noch unsere leeren Trinkwasserflaschen mit Leitungswasser aufgefüllt. Es gibt Gegenden, wo die Menschen über 50km und mehr das Wasser von der Küste auf klapprigen Seifenkisten-Wägelchen ins Dorf transportieren. In so einem Dorf halten wir und verteilen unter großem Hallo die Flaschen:
Wir haben nicht verstanden, warum sie diese Mühe auf sich nehmen und nicht woanders hinziehen, wo man leichter an Wasser herankommt. Viel mehr als Maniok, dem man erst durch Erhitzen die Blausäure austreiben muss, wird da auch nicht wachsen. Während die Behausungen aus Stroh sind, hat man die Gräber mit soliden Steinmauern und Wellblechdächern gebaut. Damit ließe sich wenigstens Regenwasser auffangen. Macht man aber nicht. Das sind die Rätsel, die wir auf dieser ersten Reise nicht lösen können.
Was aber bleibt, ist wieder einmal eine Korrektur des eigenen Koordinatensystems: Dinge, über die man sich früher aufgeregt hat, verblassen zur Trivialität angesichts dieser Lebensumstände und man weiß die einfachen Dinge - wie einen Wasserhahn - um so mehr zu schätzen!
Ja, die Menschen in dieser wasserlosen Gegend gaben uns Rätsel auf. Wie kann man dort überleben? Klaus erklärte es uns so: wo ein Madagasse geboren ist, geht er freiwillig nicht fort. Stattdessen müssen die Kinder mit seifenkistenähnlichen Gefährten die bis zu 50 km lange Strecke nach Tuelar an der Küste zurücklegen. Von dort transportieren sie in großen gelben Plastikbehältern das Wasser wieder heim. Auch fallen uns in dieser Gegend auf jedem der Taxi-Brousse diese gelben Teile auf. Man nutzt jede Transportmöglichkeit, die sich bietet. Und wann immer Klaus und Nicole durch diese Gegend fahren, halten sie mal hier, mal dort in einem der Dörfer an und verteilen die Flaschen, die ihre Gäste tagelang gesammelt und mit Leitungswasser gefüllt haben. Die Menschen dort sind sehr dankbar.
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Ankunft von Klaus und Nicole in dem Dorf und eh man es sich versah, war man umzingelt von all den Frauen und Kindern. Jeder stand dann glücklich strahlend mit einer Flasche Wasser da, es gab keinen Streit, es war einfach nur rührend...
Wir wollen noch einmal kurz nach Manakara zurückkehren. Wir haben noch ein paar schöne Aufnahmen vom dortigen Markt. Alles in allem war es für uns das angenehmste und schönste Markterlebnis auf der ganzen Reise.
Liebe Beate, wir haben keinen dieser attraktiven Hüte gekauft. Stattdessen haben wir uns für eine wunderschöne Matte entschieden, die wir zum Transport unseres gigantischen Bast-Chamäleons benutzen wollten. Naja, diese Matte liegt leider immer noch in Antsirabe und das Chamäleon mußte ich dann spontan in den Arm nehmen beim Besteigen des Flugzeuges. Was mir einen scherzhaften "Du-Du-Finger" des Bordpersonals eingebracht hat. 😮 Man darf doch keine Tiere aus Madagaskar ausführen!!! 😗
Bei dieser liebenswerten Person haben wir den besten Pfeffer unseres Lebens gekauft! In rauhen Mengen, versteht sich.
Das Gemüse war wie immer schwer lecker anzusehen!
Ja, Hüte gab es dort scheinbar an jedem 3. Stand...😳
Wenn wir ganz genau schauen würden und ein zwei Hüte auf dem letzten Foto anheben könnten, läge der, welcher unsere Tochter gekauft hat wohl noch dort - waren wir doch erst im Juli in Manakara. Der gemahlene Zimt ist neben dem Pfeffer auch sehr zu empfehlen - der riecht so was von intensiv, mh.
erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200905. Okt. 2012 · #291
Madame Poivre in Manakara:
Ich hoffe, der Vorrat an Pfeffer reicht bis zur nächsten Reise 🤪
Viele Leute unterwegs, und keine shit happens Ereignisse 😗
Säckeweise Leckereien - wenn man sie richtig zubereiten kann.
erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200908. Okt. 2012 · #292
Auf der Fahrt von Antsirabe Richtung Süden haben wir einen Abstecher zum Lac Tritriva gemacht - einem 160m tiefen, dunkelgrünblauen See inmitten eines Vulkankraters. Der Ozeanforscher Jacques Cousteau hat hier die unterirdischen Zu- und Abflüsse erforscht.
Von der richtigen Stelle aus betrachtet, hat der See übrigens fast die Form von Madagaskar:
Und natürlich sollte auf unserer Tour der Isalo Nationalpark nicht fehlen. Hier im Süden Madagaskars findet man inmitten einer Trockenzone ein Bergmassiv aus Sandstein, welches stark erodiert und von tiefen Canyons durchzogen ist, welche von Bächen durchströmt werden. Besonders reizvoll sind die natürlichen Schwimmbecken, wahre Oasen inmitten der trockenen Landschaft ringsumher. Beginnen möchte ich mit dem Paradies für Geologen.
erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200912. Okt. 2012 · #296
Von mir auch noch mal den Château ... ähhh Châpeau de Pâpe:
Der Isalo-Nationalpark ist in der Tat landschaftlich beeindruckend und wird uns an dieser Stelle noch eine Weile beschäftigen. Nicht so beeindruckend sind allerdings:
- das Parkmanagement, das horrende Eintrittsgebühren verlangt und dafür nicht mal die Handvoll Kilometer Zufahrtsstraße vom Zustand Geröllhalde in den Zustand Schotterpiste verwandeln kann. Wir haben mal ausgerechnet, dass die täglich ca. 5000 Euro einnehmen, dafür könnte man eine Menge machen. Landet wahrscheinlich alles in den falschen Kanälen. So ist das eben mit den großen Nationalparks, wo Politiker ihre Finger im Spiel haben.
- unser Guide, den wir ja wieder nehmen mussten und der mit Abstand am teuersten auf der ganzen Reise war, dafür sich aber am wenigsten Mühe gegeben hat.
Zurück zu den positiven Seiten, einem beeindrucken Sandsteingebirge, das so ganz anders aussieht als die Granitfelsen von Andringitra:
Auch Gräber haben wir in den Felshöhlen gesehen:
Der Blick in die Ferne:
Das Rätselhafte in der Nähe:
Preisfrage: was haben wir hier - einen Ast oder ist da noch mehr?
ich tät mal sagen, das Tierchen hat unser Guide entdeckt. 😉 Ich darf aber stolz von mir behaupten, dass ich im Ranomafana einen Uroplatus phantasticus (Blattschwanzgecko) selbst entdeckt habe, nachdem der Guide meinte, da drüben wär einer. Suchenden Auges fand ich ihn dann ganz allein. 🤩 Aber ansonsten, schwierig, wirklich schierig... Liebe Grüße,
ich tät mal sagen, das Tierchen hat unser Guide entdeckt. 😉 Ich darf aber stolz von mir behaupten, dass ich im Ranomafana einen Uroplatus phantasticus (Blattschwanzgecko) selbst entdeckt habe, nachdem der Guide meinte, da drüben wär einer. Suchenden Auges fand ich ihn dann ganz allein. 🤩 Aber ansonsten, schwierig, wirklich schierig... Liebe Grüße,
Moose.
ich würd mal behaupten: den wirklich - wirklich tollen foto's (photo phantasticus perfectus) entsprechend, habt ihr ein geschultes auge! ob mit oder ohne guide.
Ich möchte unseren Ausflug in den Isalo NP mit dem botanischen Teil des Parks fortsetzen. Durch die Wasserläufe in den Canyons entstanden, wie bereits erwähnt, einige natürliche Schwimmbecken. Sie weisen eine einzigartige Flora und Fauna auf. Das Paradies auf Erden, wenn das Wasser denn wärmer gewesen wäre. 🤩