Zweimal Gabun - das erste und das letzte Mal

84 Antworten · 35,6k Aufrufe · gestartet 22. Juni 2012 von Kiboko
Antworten
Themenstarter1'250 Beiträge · seit 200922. Juni 2012 · #1
Reisebericht Gabun
nach einer 41-stündigen Rückreise bin ich heute seit 11 Uhr wieder daheim.
Hier kommt ein brühwarmer erster Teil vom Reisebericht!

Die Reisevorbereitung war schon reine Nervensache. Erst spät konnte ich das Visum beantragen. Am Tag vor der Abreise habe ich am Briefkasten den Postbooten aufgelauert. Kurz nach 14 Uhr einen Briefumschlag mit Reisepass und Visum in Empfang nehmen. Somit konnte die gebuchte Reise am nächsten Tag um 04:20 beginnen. 🤩

Am Flughafen habe ich mich mit Axel (Licht-Angler) getroffen. Der Flug ging mit „Eier-Franz“ über Paris nach Libreville. Die Sitze in der „Schweineklasse“ der B777 sind eine mittelschwere Katastrophe. Die Bestuhlung ist so eng, dass da fast genauso viele Beförderungsfälle abgewickelt werden können, wie in einen Jumbo. Es gibt keinen Platz für die Beine. Die Sitze sind leicht nach vorn geneigt. Rücken und Po schmerzen. An Schlaf ist nicht zu denken. Ein Gabunese wurde aus Frankreich ausgewiesen und hat trotz zweier Sicherheitsbeamten lautstark die Passagiere unterhalten.

Es waren nur ganz wenige Touristen an Bord. Vermutlich waren wir die einzigen. Alle anderen fahren zum Arbeiten nach Gabun. Vor den unfreundlichen Beamten bei der Einreise wurde eindringlich gewarnt. Er konnte kein Englisch, ich kein Französisch. So stammelte ich etwas von Tourist und Park-Du-National. Da lächelte er und zeigte mit Fingern eine 11. Sollte ich nur 11 Tage Visum erhalten? Ich brauchte doch 15 Tage? Zeichensprache hin und her. Ergebnislose Diskussion mit Händen und Füßen. Axel war an einen anderen Schalter etwas schneller durchgekommen. Inzwischen war ich der letzte in der Halle. Ein Beamter vom Nachbarschalter erklärte mir dann, dass es 11 Nationalparks in Gabun gibt. Alles OK. Ich war in Gabun.

Wir wurden von Paul und Issie, vom der örtlichen Reiseagentur abgeholt und ins Hotel „Orchidee“ gebracht. Dort beichtete Paul uns, dass der Flug am nächsten Tag in den Loango Nationalpark nicht stattfindet. Sie könnten uns aber am nächsten Tag dort hinfahren. Allerdings müssen wir 300 EUR für den Treibstoff bezahlen. Die Kosten für den Wagen und Fahrer übernimmt die Agentur. Zähneknirschend haben wir zugestimmt.
Kann man in Afrika 700 km an einen Tag zurücklegen? Issie und Paul können das. Um 5 Uhr ging es mit einem Affenzahn durch das noch schlafende Libreville. Auf der Teerstraße nach Lambarene kamen wir flott voran. Trotz Geschwindigkeitsbeschränkungen mit 30, 50 oder 70 km/h tanzte die Tachonadel lustig um die 120er Marke und näherte sich nur selten der 100. Dabei wurden wir durchaus noch überholt. Die Straße hat einen sehr geschwungenen Verlauf. In der Ideallinie wurde auch die Gegenfahrbahn intensiv genutzt. Wobei auf die Einsehbarkeit des Straßenverlaufs keine Rücksicht genommen wurde. Aber das macht der Gegenverkehr auch nicht. Danach ging es auf Schotterpiste weiter – mal auf der Piste, manchmal auch etwas daneben. Mal drehten sich die Räder schneller als das Auto. Dann standen sie, während das Auto sich noch bewegte. In den Kurven fuhren wir auch mal eher seitwärts um die Ecken. Löcher in der Piste wurden mutig übersprungen. Ziel der Raserei war es noch vor Feierabend ein Erdölfördergebiet zu durchqueren. Dort ging es kilometerlang an Rohrleitungen, Pumpen und Tankanlagen vorbei. Auf der Piste gab es einen Leopard, ein paar Elefanten zu sehen. Die Wildschweine hätten wir fast überfahren. Die letzten Kilometer wurden im Boot zurückgelegt.

Dann waren wir 3 Nächte in Sette Cama im Loango Nationalpark. Seit 2,5 Monaten sollen keine Gäste dort gewesen sein. Die Hütten waren in einen abgewirtschafteten Zustand. Vom Türgriff über Dusche und Klospülung war alles etwas desolat. Die morgendliche Fußsafari durch Wald und Savanne brachte kaum Fotoergebnisse. Im Abendlicht am Strand entstanden ein paar schöne Bilder von Waldelefanten und Sitatungas. Morgendliche Bootsfahrten brachten ein paar Bilder von Vögeln und nur ganz kurz auftauchenden Hippos. In den Mittagspausen konnten in der Lodge einige Vögel fotografiert werden. Insgesammt war das Wildlife im Luango enttäuschend.

Am Folgetag ging es wieder mit einem Affenzahn 700km zurück nach Libreville. Ein Elefant und ein Ducker sind so schnell vor dem heranrasenden Auto geflüchtet, das davon keine Bilder möglich waren.

Dann ging es für einen Tag in den Pongara Nationalpark. Der liegt gegenüber einer Flussmündung nicht weit von der Hauptstadt entfernt. Das Boot geht aber erst um 9 Uhr. Vor Augen hatte ich einen Touristen-Ausflugskahn, der jeden Tag um 9 Uhr fährt. Weit gefehlt. Es war ein Angler-Speed-Boot mit dickem Außenborder. Paul bestand darauf, dass wir unser komplettes Gepäck mit an Bord nehmen, obwohl wir die nächste Nacht im Zug nach Lope verbringen werden. Mit einem Affenzahn fegte das Boot über die Bucht.
Dabei hüpfte es von Wellenkamm zu Wellenkamm.
Passierte die Anlegestellen der Lodges am anderen Ufer. Dann ging es auf dem Atlantik die Küste entlang. Bucht um Bucht, Lodge um Lodge flogen vorbei. Durch die Gischt und die Schläge des Bootes auf den Wellenkämmen waren Fotos währen der Fahrt unmöglich. Nach gut einer Stunde hielten wir an einer Lodge. Der Kapitän ankerte vor der Küste. Das Boot schaukelte in den Wellen. Dann tauchte von der Lodge her ein Schwimmer mit einem Kinderschlauchboot auf. Darauf lag ein Plastikfass. Ich dachte da an noch nichts Böses. Vielleicht waren wir so eine Art Postschiff wie bei den Hurtigrouten in Norwegen. Das Plastikfass wurde an Bord geholt. Wenig später verschwinden darin Axel's Fotorucksack und meine Fototasche. Schnell packte ich noch meine D300+500er in einen wasserdichten Beutel und dann wurde es ernst. Schwuppdiwupp saßen Axel und ich im Kinderschlauchboot. Das Schlauchboot tanzte wie wild auf den Wellen. Mit den Händen krallte ich mich am Rand fest. Mit den Beinen klammerte ich meine Kamera fest. Der Arsch war schon nass. Die Füße ebenfalls. Das Wasser strudelte
um meine Kamera im Platikbeute. Dann haben uns starke Hände durch die Brandung an Land gezogen. Ein großer Brecher spülte uns an Land. Dann musste das Aussteigen ganz schnell gehen, bevor der nächste Brecher kommt. Danach konnten wir verfolgen, wie die Plastiktonne mit unseren weiteren Fotogeraffel, sowie unsere ungeschützten Wäscherucksäcke ebenfalls auf das kleine Schlauchboot verladen wurden und durch die Brandung an Land gezogen wurden. Beim Gedanken an die Fotoausrüstung bleibt das Herz stehen. Aber irgendwie ist alles gut gegangen.
Im Nationalpark angekommen, ist die Lodge überrascht, das hier zwei Naturfotografen mit großen Tüten kommen, um Tiere zu fotografieren. Sie wurde nur informiert, dass zwei Touristen zum Mittagessen kommen. Schnell wurde ein Guide organisiert und wir haben eine mehrstündige Wanderung.
Im Wald bin ich bis an die Knie im Schlamm versunken ...
... Schuhe und Hose waren sowieso schon nass.
In der Savanne geht es über Rasenbuckelpiste und dann durch
den Tiefsand am Strand entlang.
Die mitgenommenen Getränkevorräte nehmen rapide ab.
Eine Mordsschinderei. Als Belohnung gibt es ein paar Bilder
von einen Bienenfresser, der viel zu weit weg ist.
Gesehen haben wir wenig. Es sind nur wenige Fotos entstanden. Gelohnt hat sich der Aufwand nicht. Das Essen – Languste! – war superlecker und hat die Reise gelohnt. Dafür aber Gepäck und Fotoausrüstung derartige Risiken auszusetzen ist aber irgendwie hirnverbrannt. Warum hat niemand etwas vorher gesagt? Nach dem Essen ging es wieder per Schlauchbootshuttle zurück zum Boot. Diesmal konnten Rucksack und Fotoausrüstung durch einen Zusätzlichen Müllbeutelschutz besser geschützt werden. Beim Transport hat Axel zwei große Brecher abbekommen und wurde dabei durchnässt. Ich hatte etwas mehr Glück und bin glimpflich davongekommen. Das Umsteigen auf ein tanzendes Mini-Schlauchboot in einem ebenfalls tanzenden Boot auf dem Atlantik ist auch eine kitzlige Angelegenheit. Dann haben wir wieder mit hoher Geschwindigkeit die Atlantikwellen durchpflügt und es ging zurück nach Libreville.

Paul bringt uns dann direkt zum Bahnhof. Dort werden zwei Gepäckträger angeheuert, die unsere Rucksäcke mit Plastikfolie einwickeln und beschriften. Die sollten dann auch auf uns aufpassen. Während Paul schnell die Heimreise angetreten hat. Für das Gepäck waren 2400 CFA Transportkosten und nochmal 2000 CFA für die Gepäckträger fällig. Das Hauptgepäck musste dann im Gepäckwagen reisen. Nach mehreren Stunden Warterei, mehrfache Prüfung von Fahrkarte, Pass und Visum durften wir den Wagen erster Klasse besteigen. Der Zug war sehr komfortable. Die Klimaanlage zeigte ihr ganzes Können und so reisten wir in einer rollenden Tiefkühltruhe durch das nächtliche Gabun. Einschlafen durften wir nicht, mussten wir doch am richtigen Bahnhof aussteigen. Dummerweise hält der Zug auch an Stationen, an denen kein Halt vorgesehen ist. Die Lok steht am Bahnhofsgebäude. Dann folgen der Generator- und die Gepäckwagen. Der Wagen erster Klasse steht bereits in der Dunkelheit. Die Bahnhofsnamen sieht man erst, wenn der Zug bereits wieder losgefahren ist. Gegenüber dem Fahrplan hat der Zug auch schon über eine Stunde Verspätung eingefahren. Bei jedem Halt springen wir auf und wollen aussteigen, aber es ist noch nicht Lope. Nach zwei Uhr morgens kommen wir an. Besteigen einen offenen Geländewagen. 4 Weitere Touristen werden noch zu einen anderen Hotel gebracht und gegen 3 Uhr sind wir im Hotel Lope.

Am folgenden Vormittag ist keine Pirschfahrt für uns gebucht. Aber wir können um 07:30 eine Erste Tour durch die Savanne unternehmen. Außer einen Schlammbadenden Büffel in großer Entfernung gibt es aber keine Tiere zu sehen.

Die Nachmittagspirschfahrt soll um 16 Uhr beginnen. Wir müssen uns das Auto mit zwei Französinnen, 3 Chinesen und ihren Privatguide teilen. Um 16:15 geht es endlich los. Dann holt der Fahrerguide noch seinen Guidekumpel ab. Dann geht es zum Gate des Lope Nationalparks. Dort muss sich jeder in ein Buch eintragen. Um 16:40 geht es endlich los. Immerhin sehen wir eine Herde Büffel, ein paar Elefanten, ein Affen und als es schon viel zu dunkel war noch ein paar Büffel. Die Fluchtdistanz ist sehr groß (mehrere 100m). Lange Brennweite, bei einsetzender Dunkelheit mit einer Horde von Leuten im Auto und jede Menge Geschaukel machen das Fotografieren zum Roulettespiel. Dann verliert ein Chinese noch seinen Objektivdeckel. Da wird ein Teil der Strecke rückwärts abgefahren, um blöden Deckel zu suchen 🤪 …

Fortsetzung folgt.

Gruss Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
2'610 Beiträge · seit 200722. Juni 2012 · #2
Hallo Kiboko,

vielen Dank für deinen Bericht!!!

Gabun ist ja nicht gerade ein typisches "Touristenland" und wurde in früheren Zeiten wohl nicht umsonst "das Grab der Europäer" genannt 🙂 Dir ist es aber doch wohl gelungen 😉 und ich freue mich auf die Fortsetzung deines Berichtes.

Grüße Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
1'419 Beiträge · seit 200922. Juni 2012 · #3
Hallo Bernd,

ich lach mich hier grad schlapp wobei ich weiss dass Dir in den Situationen sicher nicht zum Lachen war 🤩 ... aber so im Nachhinein .... *g* Hach ja, so kaum ferquentierte Reiseziele sind schon was Besonderes *an Sao Tomé denkt* 😄

Ich bin auch schon gespannt wie es weitergeht und auf die Pics auch ^^

Grüssle
janet
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
409 Beiträge · seit 200722. Juni 2012 · #4
Hallo Bernd,

willkommen zurück. Hätte noch Stunden so weiterlesen können..B) So lustig es einem rüberkommt - so bescheiden mag man sich in der Situation fühlen. Willkommen im touristischem Neuland..

Auch wenns nicht immer spaßig zuging, bitte weiterschreiben und ein paar Fotos wären schön.

Gruß und schönen Abend noch 🤪

Uli
Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben.
8'054 Beiträge · seit 200822. Juni 2012 · #5
Hallo Bernd,

Ich lache mich auch kaputt. Ich kann mir die verschiedene Szenen genauestens vorstellen!B)

Freunde von uns arbeiten in Libreville. Wenn sie uns besuchen, erzählen sie uns immer wieder über das Land......😗

Wenn Du nicht viele Tiere abfotografiert hast, gibt es wenigstens einige Kloschüssel???:P

Freue mich schon auf die Fortsetzung und kann mir schon denken was da noch so kommen wird, hihi!!!😜

Liebe Grüsse
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
195 Beiträge · seit 200923. Juni 2012 · #6
Hallo Bernd,

vielen Dank für diesen sehr spannenden Bericht. Ich hoffe, eine Fortsetzung folgt bald. Im Gegensatz zu meinen Vorrednern fand ich das gar nicht komisch, womit ich meine, dass ich eher mitgelitten, als mich amüsiert habe. Dass du aber gleich nach der Rückkehr angefangen hast darüber zu berichten, zeigt wie tief beeindruckt und aufgewühlt du von dem Erlebten bist. Insofern war die Reise eine wichtige Erfahrung und andere Leute, die mutig genug sind, sich in wenig bekannte Gefilde zu begeben, wissen schon mal, worauf sie sich einstellen können.
LG Ina
3'175 Beiträge · seit 200623. Juni 2012 · #7
Hallo Bernd!

Auch vielen Dank fuer den Bericht.

Haette da mal bitte eine Frage. Was veranlasst einen denn ueberhaupt eine Reise nach Gabun zu machen, sprich durch was bist du auf die Idee gekommen dahinzu fliegen????

Neugierige Gruesse aus Rundu

Joerg
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
236 Beiträge · seit 200723. Juni 2012 · #9
Bernd,
Ich liebe Deine Reiseberichte!!! 🤩
Also gib mir mehr davon! 😉
LG
Chris
Tiefsandtaucher: Unser privater Reise- und Abenteuerblog für Individualreisende und Selbstfahrer mit vielen Reiseberichten aus dem südlichen und östlichen Afrika Blog: https://www.tiefsandtaucher.de Facebook: https://www.facebook.com/tiefsandtaucher/
8'672 Beiträge · seit 201023. Juni 2012 · #10
Mönsch Bernd, ich glaub die Forumsgemeinde kann froh sein, dass sie Dich wieder heil zurück hat - das klingt nach dem reinsten Horrorurlaub (übrigens toller Threadtitel!!!!).

Ich würd den Rest aber trotzdem noch lesen - also nur zu 😉 !

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
388 Beiträge · seit 201223. Juni 2012 · #11
Hallo Bernd,

herzlich willkommen zurück! Ich habe beim Lesen Deines Berichts zwischen Schmuzeln, Entsetzen und Mitleid geschwankt. Bei Deiner farbigen Beschreibung konnte ich manche Szene förmlich vor mir sehen.
Schade, wenn sich die schönste Zeit des Jahres am Ende so entwickelt.🤢:S
Mich würde auch interessieren, wie Ihr eigentlich auf dieses Reiseziel gekommen seid.

Manchmal wünsche ich mir ja, so 100 Jahre früher geboren zu sein, um viele Reiseziele in ihrer Ursprünglichkeit vor der Erfindung des Tourismus zu erleben. Bei Deinem Bericht kommen mir aber Zweifel, ob das wirklich ein tolles Erlebnis ist 😉

Auf jeden Fall freue ich mich auf die Fortsetzung und hoffe auf einige Deiner bekannt fantastischen Photos.

Viele Grüße Kerstin
842 Beiträge · seit 201023. Juni 2012 · #12
Hallo Bernd !

Schön zu lesen, dass Du wieder zurück bist !

Auch ich freue mich auf die Fortsetzung des Berichts über diese Reise in das nicht-so-touristische Gabun ! 🙂 Deine Sorge um das Fotogeraffel kann ich mir nur zu gut vorstellen - ich fürchte, ich hätte mich da auch erheblich gesorgt !!!

Ich hoffe, dass Du/Ihr doch noch eine schöne Reise hattet - und dass der Titel einfach darauf schließen lässt, dass Du/Ihr Dich/Euch nun weiteren bzw. anderen nicht-touristischen Destinantionen widmen wirst/werdet ! 🙂

Freue mich, hier bald wieder von Dir zu lesen !!!
Beste Grüße & gutes Wiedereinleben in der Heimat !

Antje - zur Zeit ein bisschen im Schwedenfieber
6'152 Beiträge · seit 200624. Juni 2012 · #13
Hallo Bernd,

na da können wir froh sein, dass Du und Axel wieder heile hier angekommen
seid. Habe wie Carten - auch mitgelitten mit einem leichten schmunzeln.
Kann mir vorstellen, dass Du nun erstmals von so exotischen Urlauben genug
hast . Freu mich auf die Fortsetztung.
Schönen Sonntag wünscht Dir
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
119 Beiträge · seit 201024. Juni 2012 · #14
Hallo Bernd

Ich bin im Senegal 14 Jahre aufgewachsen, weil mein Vater dort gearbeitet hat. Ich kenne auch Gabun gut.

Ich finde es nicht richtig, dass Du ein Land nur darauf reduzierst wie man Deine Kameraausrüstung behandelt und wie viele Tiere Du in möglichst kurzer Zeit vor die Linse bekommst. Unter diesen Gesichtspunkten ist Gabun sicherlich nicht das richtige Land, wie es Sambia anscheinend auch nicht war „Trauerspiel mit Happy End“ war dort der Titel Deines Reiseberichts.

Gabun ist ein Land der Hügel und der Hochebenen, fast vollständig mit dichtem Regenwald bewachsen. Dass dort ein Vorwärtskommen nicht so einfach ist sollte eigentlich von beginn weg klar sein. Auch ist es sicher nicht so einfach im dichten Regenwald Tier vor die Linse zu bekommen.

Die Amtssprache in Gabun ist Französisch. Mit Englisch geht es dann halt nicht so einfach. Jedenfalls leben in Gabun, wie in Sambia neben den Tieren auch Menschen und die sind durchaus sehr freundlich, habe aber sicherlich kein einfaches Leben. Das in diese Ländern vieles improvisiert ist und ein Zug auch einmal an Stationen hält, die nicht vorgesehen waren ist halt so. Dies sollte man sich immer vor Augen halten und bewusst sein wenn man solche Länder bereist.

Gruss Carmen
4'528 Beiträge · seit 200724. Juni 2012 · #15
Hallo Carmen,

ich möchte Kibokos Reisebericht jetzt auf gar keinen Fall zerdiskutieren.
Ich finde, er schildert das Erlebte nur aus seiner Sicht und macht nicht ein ganzes Land fertig.

Ich habe ihn nur kurz beim Treffen in Kronau kennenlernen dürfen, zum Reden war leider zu wenig Zeit. Sein Multivisionsbericht über seine Tansaniareise mit unglaublich schönen Fotos und irren Effekten war das Beste, was ich in der Art jemals gesehen habe. Und daher kann ich auch die Enttäuschung nachvollziehen.

Viele Grüße
Casimodo
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
392 Beiträge · seit 200824. Juni 2012 · #16
Hallo Bernd,

mir scheint dass Du Dich nicht ausreichend über Land und Begebenheiten informiert hast, und ich muss daher Carmen und ihrem Beitrag vollumfänglich zustimmen.

Für Dich wäre ein Land wie Namibia oder Südafrika, indem es viele Tiere zu fotografieren gibt und Dir, auf deutsch gesagt, der Arsch hinterhergetragen wird, glaube ich angebrachter.

Die Erwartungen, die Du an das Land hattest, konnten ja gar nicht erfüllt werden und das ist schade. 😕

Dennoch möchte ich natürlich auch gern lesen wie es weiterging. 😉

Viele Grüße,

Otji
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst Du nur das Zauberwort. - Joseph von Eichendorff
2'772 Beiträge · seit 200624. Juni 2012 · #17
Ich habe Bernd vor ein paar Jahren - leider auch nur kurz auf einem Treffen im Harz kennen gelernt - dennoch glaube ich dass er sich schon vorbereitet hat und in etwa wusste, was in etwa auf ihn zukommt. Was dann genau passiert, weiß man nie!

Deshalb finde ich Otjis Kommentar ...Für Dich wäre ein Land wie Namibia oder Südafrika, indem es viele Tiere zu fotografieren gibt und Dir, auf deutsch gesagt, der Arsch hinterhergetragen wird, glaube ich angebrachter.... doch etwas zu heftig.😠

Ausserdem... warum soll nicht auch einmal eine negative Erfahrung hier geschildert werden.. so wie man es selbst erlebt hat. Muss denn jeder Bericht himmelhoch-jauchzend und rosarot-positiv sein? Nein, gerade solche Berichte sind doch auch mal interessant! Es handelt sich hier um Bernds eigene Erfahrungen. Da braucht man ihm nicht gleich eine gewisse Inkompetenz vorwerfen.

Bernd ist leidenschaftlicher Fotograf, mit einer nicht gerade billigen Ausrüstung. Darf er da nicht einmal um sein Equipment bangen?

Auch negative Erfahrungen gehören zum Reisen und nichts anderes hat Bernd hier geschildert.

Wenn einer Reiseerfahrung hat, dann ja wohl Bernd.

Lg Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
119 Beiträge · seit 201024. Juni 2012 · #18
Pascalinah schrieb:

Bernd ist leidenschaftlicher Fotograf, mit einer nicht gerade billigen Ausrüstung. Darf er da nicht einmal um sein Equipment bangen?

Auch negative Erfahrungen gehören zum Reisen und nichts anderes hat Bernd hier geschildert.

Lg Pascalinah
Sicher darf man das. Nur der Titel stört mich etwas.

Zweimal Deutschland - das erste und das letzte Mal

Ein ambitionerter Wellenreiter kommt nach Deutschland. Die Wellen an der Ostsee sind für ihn natürliche eine Zumutung ...

Aber deshalb ein ganzes Land zu disqualifizieren wegen eines einzelen Aspekts finde ich nicht fair. Deutschland hat noch 1000 andere Dinge zu bieten nehme ich an?

Gruss Carmen
2'779 Beiträge · seit 200724. Juni 2012 · #19
Reisende haben oft einen unheilbaren Optimismus - vor der Reise. Und vernachlässigen ob der blauäugigen Vorfreude ihre Pflicht die gebuchten Leistungen genaustens zu prüfen. Diese Kontrolle ist dann vorallem wichtig, wenn man sich die Reise selber zusammenstellt (Gefahr dass man die Etappen falsch einschätzt und nicht korrigiert wird) und direkt von lokalen Anbietern bucht (jeder Anbieter kennt nur seine Leistung unabhängig woher der Gast kommt und wohin er als nächstes geht).

Es ist nicht Misstrauen gegnüber dem Gastland wenn man sich bis ins kleinste Detail mit seiner Planung beschäftigt. Ich bin da wohl manchmal etwas pedant (und sicherlich habe ich eine "déformation professionnelle"), um hier nur ein Beispiel zu nennen: wenn zB ein Bootstransfer irgendwo notwenig ist, dann frage ich schon bei der Buchung was für ein Boot eingesetzt wird, wielange die Fahrt dauert, im Falle von Tagesausflügen frage ich ob es ein Schattendach hat, ob Getränke selber mitgebracht werden müssen, ob noch andere Passagiere im selben Boot sein werden etc etc.

Darum ist eine Reiseplanung oft so wahnsinnig aufwendig und darum gibt es auch die vielen Spezial-Reisebüros, oft nur auf ein einziges Land spezailisiert.

Für Individialreisende welche lieber alles selber machen, und dazu zähle ich auch mich und zwar nicht weil ich knausrig bin sondern wegen der Reisephilosphie, gibt es meines Erachtens nur eine Lösung: unabhängig sein, eigenes Fahrzeug mieten, Puffertage einplanen damit Überraschungen absorbiert werden können.

Nun lese ich deinen Bericht gespannt weiter Bernd und hoffe es gibt noch ein paar schöne Anekdoten.
gruss leona
Gruss Leona
2'772 Beiträge · seit 200624. Juni 2012 · #20
Carmen,

das sind Bernds Empfindungen, na und? Fühlst du Dich persönlich auf den Schlips getreten... so macht es für mich den Anschein 😉
Ich könnte die Überschrift für Malle und Kreta mein Eigen nennen.


Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278