Quo vadis, SA?

1'048 Antworten · 262k Aufrufe · gestartet 26. Sept. 2006 von Yoshikawa
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931 Beiträge · seit 200629. Jan. 2007 · #41
@Yoshi,

wenn man deiner 'Presseschau' folgt bekommt man den Eindruck ein Bürgerkriegsland zu bereisen. Dagegen ist Bogota eine Wellness-Oase....

Natürlich ist es wichtig die Entwicklung kritisch zu beäugen. (Sicherheits- ) Probleme zu verniedlichen oder gar zu verschweigen ist immer der falsche Weg.

Aber warum so erschreckend einseitig? Auch dein Hinweis andere könnten ja auch positivere Links bzw. Informationen zur Verfügung stellen hilft mir nicht wirklich...

Du sagst niemand müsse deinen Links zu folgen. Das ist sicher richtig, aber bestimmt nicht deine Absicht, oder? Zumindest bei der Thread Überschrift 'Quo vadis, SA' würde ich mir daher etwas mehr Ausgewogenheit wünschen.

Gruss

Ulli
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ThemenstarterGast29. Jan. 2007 · #42
Moin zusammen!

Yoh, Ausgewogenheit ist fürwahr eine "wohlfeile" Forderung 😎

Bei einer, aus meiner Sicht, seit dem letzten Jahr sich rapide verschlechternden Situation in Südafrika in sicherheitspolitischer, sozialer und auch wirtschaftlicher Hinsicht ist es nach meiner Überzeugung nicht opportun, zu versuchen, ausgewogen im Sinne von "einerseits/andererseits" zu sein.

Soll ich versuchen, den Usancen der US-amerikanischen Presse zu folgen, die jedem "Einerseits" ein "Andererseits" gegenüber stellt, wie abstrus das auch immer sein mag (Beispiel: Darwinismus vs. Kreationismus)?

Ich weise wieder einmal auf die Möglichkeit hin, die südafrikanischen Veröffentlichungen, z.B. unter der südafrikanischen Sektion "Crime & Courts" auf www.iol.co.za über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Das sind im Wesentlichen meine Quellen! Wenn Ihr jetzt noch in Rechnung stellt, dass dort nur die Spitze des Eisbergs dargestellt wird, dann nähert Ihr Euch der wirklichen Dimension des Problems an.

Es gibt, bezogen auf Südafrika, kein "einerseits/andererseits" mehr!

Ich lasse mich von Euch aber gern eines Besseren belehren.
Jedoch: Tut, wie wir Norddeutschen sagen, ein wenig Butter bei die Fische! Will sagen: Geäußerte Emotionen und Einschätzungen sollten zu den tatsächlichen Ereignissen passen!

Gruß, Michael<br><br>Post geändert von: Yoshikawa, am: 29/01/2007 20:03
3'766 Beiträge · seit 200630. Jan. 2007 · #43
Quo Vadis SA,

ich habe mir lange überlegt ob ich meinen Senf hinzufügen soll?

Einerseits muss man Michael zu 100% zugestehen das seine Links der Wahrheit entsprechen und ja nicht an den Haaren herbei gezogen sind, zum anderen ist es wohl auch eine Tatsache das die Häufigkeit und Schwere der Delikte im südlichen Afrika in keinem Verhältnis zu den Bevölkerungsdichten stehen die diese Länder aufweisen.

Auch kann es wohl keinem ernsthaften Afrikainteressierten entgangen sein, das politische wie wirtschaftliche Tendenzen in eine andere Richtung zeigen und von unseren Wunschvorstellungen immer mehr abweichen scheinen.

Auch muss man Michael zugestehen dass seine Kolumne einzig für eben solche negativen Berichte eröffnet wurde. Was und wie der einzelne in diesem Forum mit diesen Infos anfängt und wie er damit umgeht, so denke ich, so sollte jeder in der Lage diese Themen differenziert zu betrachten.

Auch ist aus meiner Sicht klar das Afrika von vielen im Forum wie „ihr Kind“ angesehen wird, und wer will sich den schon zugestehen das sein Kind ungezogen oder gar kriminell ist, obwohl es äusserlich doch so sexy, charmant und lebensfroh ist.

Was ich etwas weniger gut finde ist die Masse der Artikel, beschreiben sie doch einige Male den selben Sachverhalt und erwecken den Anschein einer Kumulation der Ereignisse die so auch ein übersteigertes Bild zeichnen könnten.

Wie eine Ausblendung der "guten" Seiten, kann auch das stetige zeigen der "schlechten" Seiten einen negativen Effekt bewirken und den natürlichen Verdrängungsprozess der in uns Menschen latent vorhanden ist stärken und uns gegenüber dem Negativen immunisieren, was so auch sehr bedenklich sein kann.

Was mich aber am meisten stört, weil es oft unschöne Reaktionen herbeiführt, ist das man auf diese Post Antworten kann!

Ich würde meinen das es im Forum eigentlich 2 Menüs geben sollte, eines Quo Vadis PLUS und eines Quo Vadis MINUS, und die Links sollten als solche nicht kommentiert werden können, bei einer Tageszeitung können wir dies ja auch nicht, ausser wir schreiben einen Leserbrief.

Da dies nun aber kaum zu verwirklichen ist, würde ich vorschlagen unter diesen Links, auch wenn sie negativer natur sind, auf Anmerkungen weitgehendst zu verzichten (ausser es wäre eine Fehlmeldung),, sie ändern leider nichts an den Tatsachen.

Und wie auch schon erwähnt, ist es nun mal leider so das negative Nachrichten sich besser verkaufen und die „gute Nachricht des Tages“ nur so am Rande wahrgenommen wird.
Und wenn wir beim Beispiel Fernsehen sind, wer hindert uns daran den „Kanal“ einzuschalten oder zu wechseln?


Ehlicherweise muss ich gestehen, das mich schlechte Nachrichten einerseits erschrecken und abstossen, auf die andere Seite aber auch in ihren Bann ziehen, ich denke dies gilt für sehr viele Menschen nicht nur für mich.

Meine lieben FoMi’s, es wird wohl nichts an der sachlichen Wahrheit vorbeiführen, und ich würde mich freuen einen Tread zu lesen mit dem Namen Quo Vadis Plus.

Gruss euer Virus Africanum, Kurt
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120 Beiträge · seit 200630. Jan. 2007 · #44
Hallo zusammen

Ich finde es sehr wichtig und hilfreich, dass wir auch in diesem stimmigen Forum über die Gefahren auf Reisen ins Südliche Afrika hinreichend informiert werden. Ich würde auch lieber die Augen vor den Tatsachen verschliessen und Afrika so sehen, wie ich es gerne möchte: nämlich durch die Rosabrille als heile Welt und Traumland.

Aber Überfälle sind leider an der Tagesordnung und da soll man nichts beschönigen . Nur durch sachliche Information können wir uns auch entsprechend richtig verhalten und allenfalls Zwischenfälle vermeiden. Vorallem Afrika-Neulingen ist damit sicher sehr gedient.

Ich wünschte mir, ich wäre auch besser aufgeklärt geworden, so hätten wir uns die leidige Erfahrung mit einem Überfall vielleicht ersparen können. Über Mittag, an helllichten Tag, die Schulbücher im Rucksack und nicht etwa schmuckbehangen. Wir waren auf dem Weg von der Schule zu unserer Hostlady in CT. Durch einen normalerweise belebten kleinen Park (zu dem Zeitpunkt war er ausgerechnet menschenleer)mussten wir gehen und da ist der bewaffnete Überfall passiert. Es ist nicht sehr berauschend wenn einem eine Pistole ins Gesicht gehalten wird.🤢
Uns wurde aber vorgängig sowohl von der Schule wie auch von der Hostfamily versichert, dass es überhaupt K E I N Problem sei, das kurze Stück zu Fuss zu gehen!

Ein weiteres Beispiel:
Ein Jahr nach dem Vorfall bin ich wieder nach Kapstadt gereist, diesmal mit meinem Mann. Wir waren in Kommetjie in einem Guesthouse untergebracht. Nachdem uns der Guesthousemanager versichert hatte, dass es tagsüber absolut sicher sei dem Long Beach entlang Richtung Noordhoek zu wandern, haben wir uns auf „die Socken gemacht“.

Nach unserer Rückkehr haben wir unserer Tischnachbarin von unserer schönen einsamen Strandwanderung erzählt. Sie hat uns bloss entsetzt angeschaut und gesagt, dass in der vorangehende Woche zwei Spaziergänger an diesem einsamen Ort ermordet worden seien und man den Strand meiden sollte, auch tagsüber! 🙁
Auf Informationen vor Ort, soweit sie von Tourismus-Abhängigen kommen, würde ich mich NIE mehr verlassen.

Ich werde immer wieder nach Afrika reisen, dieser Kontinent lässt mich nicht mehr los 😎 Aber immer mit einer ganz speziellen Aufmerksamkeit und Vorsicht (leider 🤢 ) .

Liebi Grüessli
Madeleine
1'457 Beiträge · seit 200630. Jan. 2007 · #45
au weia, was hab ich da wieder angezettelt. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es sich eben NICHT um einen ganz normale südafrikanische Presseschau handelt.
3'766 Beiträge · seit 200630. Jan. 2007 · #46
@ Konno

keine Angst wir verstossen dich deshalb nicht 😄 ist schon OK wenn hinterfragt wird;) dann kann sich ja jeder eine Meinung machen aus dem gelesenen,

Kopf hoch 🤩 nicht traurig sein Konno 😛

Lieben Gruss aus CH, Kurt
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8 Beiträge · seit 200630. Jan. 2007 · #48
Hallo Leute,
mal ganz naiv gesprochen: Ist es nicht einerseits (um schon wieder einerseits und andererseits zu schreiben;))so, dass die zweifellos vorhanden und zweifellos gewaltätige und gefährliche Kriminalität im südlichen Afrika bis zum gewissen Grad nachvollziehbar und voraussehbar ist, dass präventive (Staats)Gewalt das problem nur verschlimmern würde und dass die Situation durch hohe, stacheldrahtbewährte Mauern nur verschlimmert wird (auch eine Art Gewalt, die nur Gegengewalt hervorrufen kann!)?
Ist es nicht andererseits so, dass Gefahr bei Einhaltung aller menschlich möglichen Sicherheitsvorkehrungen (wie z.B. bei Cheetah beschrieben) nie vollständig auszuschließen ist und dass der immer wieder zitierte Hinweis auf die Gefahren Europäischer Großstädte nicht von der Hand zu weisen ist? IMHO verhält es sich so: wisse um die Gründe für Gewalt und respektiere diese (bis zu einem gewissen Grad, NICHT "gutheiße sie"!), halte die Augen offen und bewege Dich aufmerksam und nicht auffällig. Und wisse darum, dass Besuche in hungrigen Gebieten unseres Planeten immer mit einem Rest Risiko behaftet sind, der nun einmal quasi Naturgesetz ist.

Alles Liebe
Sven
meine Namibia-Reiseseite
3'766 Beiträge · seit 200630. Jan. 2007 · #49
inkubus schrieb:
Hallo Leute,
mal ganz naiv gesprochen: Ist es nicht einerseits (um schon wieder einerseits und andererseits zu schreiben;))so, dass die zweifellos vorhanden und zweifellos gewaltätige und gefährliche Kriminalität im südlichen Afrika bis zum gewissen Grad nachvollziehbar und voraussehbar ist, dass präventive (Staats)Gewalt das problem nur verschlimmern würde und dass die Situation durch hohe, stacheldrahtbewährte Mauern nur verschlimmert wird (auch eine Art Gewalt, die nur Gegengewalt hervorrufen kann!)?
Ist es nicht andererseits so, dass Gefahr bei Einhaltung aller menschlich möglichen Sicherheitsvorkehrungen (wie z.B. bei Cheetah beschrieben) nie vollständig auszuschließen ist und dass der immer wieder zitierte Hinweis auf die Gefahren Europäischer Großstädte nicht von der Hand zu weisen ist? IMHO verhält es sich so: wisse um die Gründe für Gewalt und respektiere diese (bis zu einem gewissen Grad, NICHT "gutheiße sie"!), halte die Augen offen und bewege Dich aufmerksam und nicht auffällig. Und wisse darum, dass Besuche in hungrigen Gebieten unseres Planeten immer mit einem Rest Risiko behaftet sind, der nun einmal quasi Naturgesetz ist.

Alles Liebe
Sven
meine Namibia-Reiseseite
Im Kern mag das ja so Stimmen, aber würdest du den Stacheldraht von deiner Mauer nehmen "bevor" das Problem gelöst ist?

Der Staat in Südafrika ist keineswegs represiv in SA (sein dem Ende der Arpartheit) im Gegenteil, die Staatsgewalt ist schlicht und einfach gar nicht mehr vorhanden, schlecht bezahlte und ausgebildetet Polizisten nenne ich nicht "Staatsgewalt"

Und es sind nicht die hungernden Mütter die diese unglaubliche Gewalt ausüben, da sind sehr oft banale intressen im Spiel wie sich bereichern und ohne viel Mühe zum Geld zu kommen auf dem Buckel der Gesellschaft. Kann man es in Kauf nehmen oder verstehen das diese Kriminellen keine Rücksicht auf das Leben anderer nehmen. Es werden ja auch durchaus nicht nur Reiche überfallen, ausgeraubt und vergewaltigt.

Es gibt auch andere Länder mit hoher Armut zB in Asien die nicht annähernd so grosse Verbrechensraten haben wie Teile von Afrika.

Sicher, Armut, mangelnde Schulbildung und hohe Arbeitslosigkeit sind die Bausteine zur Gewalt. Aber Frage ich mich, kann man all dies für immer und ewig diesen Umständen zuschreiben?

Wenn es doch bei diesen Verbrechen nur ums Uebeleben ginge, worin besteht dann der Sinn der arbeitenden Bevölkerung oder dem Tourismus schaden bei zu fügen und sich eigentlich dem so wichtigen Bruttosozialprodukt selbst zu berauben.

Die Geschiche Afrikas hat sicher einen Teil dazu beigetragen, nur so denke ich, muss Geschichte auch mal Geschichte sein, denn sonst wird niemals etwas wie eine Zukunft entstehen.

Ich denke auch das gerade das suchen bei anderen an der Schuld dieser Miesere tief in teilen der afrikanischen Bevölkerung verankert ist, und es sollen auch andere für sie richten aus ihrer Sicht

Der Weg der Gewalt ist da aber nur hinderlich, wieso sollte ich in eine afrikanische Zukunft investieren auf die Gefahr hin mein ganzes Eigentum zu verlieren. Gibt es doch Personen die glaube einen Weissen auszurauben wäre gar kein Raub weil alles so wie so der arfikanischen Bevölkerung gehöre. Dies ist der falsche Weg aus meiner Sicht.

Wo kämmen wir hin wenn wir für jede Wirstschaftsflaute die USA oder die Asiaten verantwortlich machen würden. Was würden wir sagen wenn sozial benachteiligte Personen (und von denen gibt es in Europa weiss Gott genug) einfach ein Auto steheln weil sie keines haben. Oder die alleinerzihende Mutter ein Geschäft ausraubt nur weil das Geld nicht wirklich reicht. Es ginge ein riesen Aufschrei durch die Gesellschaft und alles würde nach dem Rechtsstaat schreien.

Genau aus diesem Grund wäre es so wichtig das die Staatsgewalt in Afrika funktionieren würde (und bitte nicht mit Staatsteror verwechseln) Schule, Gesundheitswesen, Arbeitsstellen und funktionirende Polizei sind es was es braucht.

Aber so beherrschen und terorisieren diese Mörderbanden die ganze Gesellschaft. Und dafür gibt es wirklich keinen plausiblen Grund, auch nicht in der Geschichte. Kriminel ist Kriminel egal wo auf dem Planeten, und wir reden nicht von jemanden der einem Touristen einen Apfel klaut um zu überleben. Ich habe auf dieser Welt viele unglaublich arme Menschen kennen gelernt und sie würden nie Gewalt als legitimes Mittel einsetzen um ihre wirtschaftliche Existenz zu verbessern. Und genau diesen Leuten gehört unsere Aufmerksamkeit und nicht den Mörderbanden.

Afrikanisch Probleme mit meiner eropäischen Sicht zu vereinbaren, ich glaube da muss ich noch 1000 Jahre leben, aber ich geb nicht auf.

Gruss Kurt
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8 Beiträge · seit 200631. Jan. 2007 · #50
VirusAfricanum schrieb:
aber würdest du den Stacheldraht von deiner Mauer nehmen "bevor" das Problem gelöst ist?
Nein!
Niemand hat gesagt, dass es so einfach wäre. Es war mir nur wichtig, auch diesen Aspekt aufzuzueigen und mein ungutes Gefühl als unbeteiligter Beobachter bei meinen Reisen durch dieses so wunderbare Stückchen Erde, das von Gewalt so unterschiedlicher Art förmlich zerissen wird, zu beschreiben.
Ich denke nur, dass beides einander verstärkt: die Mauer und der Ausgesperrte (potentielle Verbrecher)
In Südafrika haben Politiker versucht dieses Problem anzugehen, die die Sitaution kennen, die auf beiden Seiten der verscheidensten Mauern im Lande gelebt haben. Auch die hagen keine nennenswerten Fortschritte errungen. Niemals würde ich behaupten, etwas sachliches zur Lösung des Problems beitragen zu können. Nein, so einfach ist es wirklich nicht.
Und es sind nicht die hungernden Mütter die diese unglaubliche Gewalt ausüben, da sind sehr oft banale intressen im Spiel wie sich bereichern und ohne viel Mühe zum Geld zu kommen auf dem Buckel der Gesellschaft.
Nein, es sind nicht die hungernden Mütter, aber es sind die, deren Mütter hungern, die jeden Tag Hunger, Elend und Krankheit sehen und leben. Die verhärtet sind im Geist und im "Bauch".
Kann man es in Kauf nehmen oder verstehen das diese Kriminellen keine Rücksicht auf das Leben anderer nehmen. Es werden ja auch durchaus nicht nur Reiche überfallen, ausgeraubt und vergewaltigt.
Nein, da hast Du leider Recht. Aber Gewalt aus perspektiv- und MAchtlosigkeit kanalisiert sich selten in die "richtigen" Kanäle - WENN es die gibt!
Ich denke auch das gerade das suchen bei anderen an der Schuld dieser Miesere tief in teilen der afrikanischen Bevölkerung verankert ist, und es sollen auch andere für sie richten aus ihrer Sicht
😵
Genau aus diesem Grund wäre es so wichtig das die Staatsgewalt in Afrika funktionieren würde (und bitte nicht mit Staatsteror verwechseln) Schule, Gesundheitswesen, Arbeitsstellen und funktionirende Polizei sind es was es braucht.
Hey, jetzt bist Du der mit den einfachen Lösungen...
Afrikanische Probleme mit meiner eropäischen Sicht zu vereinbaren, ich glaube da muss ich noch 1000 Jahre leben, aber ich geb nicht auf.
Hört, hört, weise gesprochen!;)
In diesem Sinne!

Sven
ThemenstarterGast01. Feb. 2007 · #52
Moin Inkubus,

Du hast VirusAfricanum hier die einfachen Lösungen unterstellt.
Genau aus diesem Grund wäre es so wichtig das die Staatsgewalt in Afrika funktionieren würde (und bitte nicht mit Staatsteror verwechseln) Schule, Gesundheitswesen, Arbeitsstellen und funktionirende Polizei sind es was es braucht. Hey, jetzt bist Du der mit den einfachen Lösungen...
Ich sehe das nicht so. Die hier genannten Bereiche sind mehr oder weniger unverzichtbare Bestandteile eines Staatswesens, welches für sich in Anspruch nehmen will, seinen Bewohnern ein Leben in Würde und mit Chancen für die Zukunft zu bieten.

Eine weitere unverzichtbare Voraussetzung möchte ich hier noch erwähnen, nämlich das staatliche Gewaltmonopol. Dieses, im Zusammenspiel mit einem funktionierenden Justizwesen, ermöglicht es dem Einzelnen, Vertrauen in die gesellschaftlichen Regeln mit ihren Chancen, aber auch ihren Sanktionen zu entwickeln. Im Idealfall wirkt es dem Versuch, sich durch Beziehungen oder die Kalaschnikow Vorteile im darwinistischen Kampf aller gegen aller zu erschleichen, entgegen. 😉

In Südafrika sind genau diese Bereiche mittlerweile zerstört. Die Bevölkerung -und zwar alle Völker, Rassen, Nationen, Stämme; wie immer Ihr sie nennen wollt- leidet unter dem Zerfall sämtlicher Bindungen, die einer derartigen Auflösung der gesellschaftlichen Beziehungen normalerweise entgegen steht. Aus diesem Grund hat die Korruption, das Stillen der persönlichen Gier, auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen mit Zugang zu staatlichem Geld von oben nach unten in nur 12 Jahren das Land so zerfressen können, dass wohl kaum noch Hoffnung besteht.

Ich möchte Euch noch auf eine Tatsache hinweisen, die in den Diskussionen häufig untergeht. Die Dreiparteienkoalition aus ANC, Kommunistischer Partei und dem Gewerkschaftsbund Cosatu hat 1994 einen in weiten Teilen der ersten Welt zugehörigen Staat übernommen. Hier haben nämlich keine, an relativ kurzfristigen Ergebnissen interessierte Kolonialisten gelebt, sondern Menschen, die das Land als ihre Heimat betrachteten und enstprechend in den Aufbau des Landes investiert hatten. Bessere Startbedingungen für eine schwarze Regierung gab es auf dem ganzen Kontinent noch nie.

Ungefährdet in ihrer Machtsausübung hat sie es nicht nur nicht geschafft, die Kluft zwischen arm und reich zu vermindern, den Kindern in den Townships eine vernünftige Schulbildung zu verschaffen, das Gesundheitswesen für alle mit einem aktzeptablen Standard zugänglich zu machen und Strom und sauberes Wasser allen zukommen zu lassen.

Diese Regierung hat, im Gegenteil, Schul- und Gesundheitswesen verrotten lassen. Sie hat die Infrastruktur (Straßen, Eisenbahnen und teilweise auch die Luftverkehrsinstallationen) vergammeln lassen und eine massive Lücke in der Stromversorgung entstehen lassen, welche die Wirtschaft Millionen kostet. Geld, welches an anderer Stelle dringend gebraucht würde.

Diese Regierung hat in einer Mischung aus Gier und Inkompetenz die Zukunft seines Volkes fast verschleudert. Ich glaube, dass dieses Land nahe dem "Point of no Return" steht.

Gruß, Michael

Post geändert von: Yoshikawa, am: 01/02/2007 04:23<br><br>Post geändert von: Yoshikawa, am: 01/02/2007 04:25
8 Beiträge · seit 200601. Feb. 2007 · #53
swisschees schrieb:
@inkubus
Zimbabwe hat mit 80% Abreitslosen und einer sehr represiven Staatsgewalt deutlich weniger Probleme mit der Kriminalität. So konnte ich mich in Bulawayo Nachts ohne Risiko im Stadtzentrum frei bewegen.

Gruss swisschees
Sicher!
Aber 1.)haben wir uns z.B. in Katima Mulio auch nachts als einzige Weiße ohne Angst auch nach Sonnenuntergang bewegt. Gänzlich ohne repressive Staatsgewelt. (OK, ist NAM, nicht ZAR, Punkt für Dich!)
und
2. hinkt der Vergleich mit Simbabwe in meinen Augen doch gewaltig. Simbabwe hat eine solch repressive Staatsgewalt, die Zorn, der zweifellos da ist, auch nur unterdrückt. Was ist DAS denn wert???

Letztlich würde Staatsgewlt die Kriminalität unterdrücken. Klar! Eine funktionierende Staatsgewalt gehört zweifellos zu einem funktionierenden Staat (wobei mich interessieren würde, wieviele von uns eine repressive, bis an die Zähne bewaffnete Staatsgewalt südamerikanischer Couleur in Europa gutheißen würden. Und darauf läuft es hinaus.).
Aber eine Staatsgewalt, die vorhandene Wut, vorhandenes Elend und ähnliches berechtigte destruktive Emotionen unterdrückt, statt deeskaliert - das ist NIE eine Lösung. In meinen Augen ist DIES die Lehre aus der Geschichte jeglicher Nation, ob ZAR oder meiner.
Der Ansatz muss ein anderer (oder besser viele weitere) sein.

Ob und inwiefern die südafrikanische "schwarze" Regierung in einem Land, in dem jegliche vorhanden (Unterdrückungs-)strukturen mal eben weggebrochen sind, so ideale Startbedingungen hatte, ist wohl eine andere Diskussion.

Nein, einfache Lösungen gibt es keine. Und staatliche Unterdrückung ist ganz sicher auch keine. Zumindest keine langfristige.

Andererseits habe ich ein wenig das Gefühl, dass wir ein wenig aneinander vorbeischreiben. Sollte dem so sein, nix für ungut!

In diesem Sinne
ThemenstarterGast02. Feb. 2007 · #54
Moin Inkubus,

ich gebe Dir darin Recht, dass die Polizei des Apartheidsstaates, Teil des Unterdrückungsapparats gewesen ist und dass das Feuern des größten Teils des Personals, soweit es denn nicht von allein gegangen ist, nachvollziehbar ist.

Nicht verständlich ist aus meiner Sicht die nahezu sofortige Umsetzung von AA im Staatsdienst und den halbstaatlichen Unternehmen. Was passiert, wenn man jemanden auf einen Arbeitsplatz setzt, für den er die Bildungs–/Ausbildungsvoraussetzungen nicht mitbringt, dürfte jedem klar sein. Wenn man dies jedoch für alle Institutionen durchsetzt, auf die man Zugriff hat als Regierung, dann ist der Abstieg programmiert. In diesem Zusammenhang muss man wissen, dass nach dem Aufstand in Townships von 1972 (Auslöser war die Einführung von Afrikaans als Unetrrichtssprache) nahezu jede Generation ohne eine nennenswerte Schulbildung aufgewachsen ist, dass es also viel zu wenig geeignete schwarze Bewerber für die Arbeitsplätze gibt, die laut AA mit Schwarzen besetzt werden müssen.

In dieser Entwicklung liegt auch der Unterschied zur Entwicklung Zimbabwe. Dort haben Mugabe und seine ZANU/PF die weiß dominierte Wirtschaft zunächst in Ruhe gelassen –wenn man die parteieigenen Fimrenkonglomerate einmal außer Acht lässt. Erst als nach dem kostspieligen Kongo-Abenteuer die Wirtschaft einbrach und vom erstarkenden MDC die Machtfrage gestellt wurde, begann die Suche nach einem Sündenbock, mit den bekannten Ergebnissen.

In Südafrika hingegen erfolgte der Griff nach der Wirtschaft sofort. Zunächst AA, dann BEE (Black Economic Empowerment oder auch Black Elite Enrichment). Letzteres ist eine Art Ablasshandel für die Wirtschaft, damit sie ihre Geschäftstätigkeit weiter führen kann. Profitieren tut hiervon jedenfalls ausschließlich die politisch hochrangig vernetzte Schicht.

Hier nun noch zwei Links:

Auswirkungen von Kriminalität, die wohl keiner im Radar hat:
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=15&art_id=qw1170248581571B212

Buthelezi zu Affirmative Action
http://www.mg.co.za/articlepage.aspx?area=/breaking_news/breaking_news__national/&articleid=297671

Gruß, Michael

Quelle: www.mg.co.za<br><br>Post geändert von: Yoshikawa, am: 02/02/2007 09:44
ThemenstarterGast05. Feb. 2007 · #55
Moin zusammen,

heute `mal nicht ausschließlich Südafrika, sondern einiges aus dem Afrika-Schwerpunkt von ZEIT-online:

http://www.zeit.de/2007/06/Ghana
http://www.zeit.de/2007/01/EWP-Shikwati
http://www.zeit.de/2005/01/Wei_a7er_Mann


Die FNB (First National Bank) plante eine Kampagne gegen die Kriminalität. So war die Kampagne geplant:
http://www.sundaytimes.co.za/TheVault/Documents/FNBCampaignbriefing.pdf
Diesen offenen Brief hätten 2,5 Millionen Zeitungsleser an den Präsidenten schicken können:
http://www.sundaytimes.co.za/TheVault/Documents/Pamphlet.pdf
Das war das Script für die Fernsehwerbung:
http://www.sundaytimes.co.za/TheVault/Documents/Scriptofad.pdf
Dann bekam die Bank Besuch von der Regierung, die sie an die Konten erinnerte, die die Bank für sie führt:
http://www.sundaytimes.co.za/PrintEdition/Article.aspx?id=375432
Das war sehr überzeugend…
http://www.sundaytimes.co.za/News/Article.aspx?id=376396
http://www.mg.co.za/articlePage.aspx?articleid=297881&area=/breaking_news/breaking_news__national/%20
…und führte zu einem raschen Sinneswandel:
http://www.news24.com/News24/South_Africa/Politics/0,9294,2-7-12_2064429,00.html
Die bereits gedruckten Werbeeinleger wurden schnellstens eingesammelt und vernichtet.

Gruß, Michael

Quelle: www.sundaytimes.co.za<br><br>Post geändert von: Yoshikawa, am: 05/02/2007 10:35
3'766 Beiträge · seit 200613. Feb. 2007 · #57
Hallo Yoshikawa,

weillst du noch unter uns 😎

ich hab mich in dieser Kolummne schön mächtig aufgeregt und zT auch
amüsiert, und jetzt wo nichts mehr kommt von Yoshikawa vermisse ich seine Post's 🙁

Also her mit den News 😛 - Gruss Kurt
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3'766 Beiträge · seit 200613. Feb. 2007 · #59
Ulli schrieb:
Mit Yohsikawa kann ich und will ich nicht mithalten 😉

Da ich meine dass das Land durchaus auch positive Meldungen verdient hat hier ein Beispiel:

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,461694,00.html

Gruss

Ulli
musst du auch nicht 😛

diese Meldung macht sehr viel freude, auch wenn es durchaus mehr sein dürfen, danke für deinen Post und Gruss VA
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1'036 Beiträge · seit 200613. Feb. 2007 · #60
Virus Africanum schreibt
ich hab mich in dieser Kolummne schön mächtig aufgeregt und zT auch
amüsiert, und jetzt wo nichts mehr kommt von Yoshikawa vermisse ich seine Post's
Nicht aufregen auch mal schmunzeln ohne die Realität schön oder schlecht reden.......

Lies mal diesen Artikel zum schmunzeln ???? also helfen können sie sich....

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