Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201028. Juli 2011 · #41
Ihr Lieben,
der Rest wird besser, zumindest gesünder. Ihr müsst nur noch durch einige Ausrutscher in puncto Unterkunft & Management, Verpflegung & Kochkunst und Wetter durch… Gelobt sei, was hart macht 😣
Die Fortsetzung wird etwas dauern, ich muss erst mal liegen gebliebenes aufarbeiten. Und einen Kurztrip planen... 😎
Liebe Grüße Beate
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201001. Aug. 2011 · #42
13. Juni 2011 Teil 1 Um 7.30 wachen wir nach einer recht ruhigen und guten Nacht auf. Wir gehen es langsam an, die letzten Tage stecken uns doch noch in den Knochen.
Mit unserem Bush Chalet sind wir ganz zufrieden. Es ist geräumig, allerdings ist die Lounge etwas eigenwillig möbliert: In den beiden riesigen Sesseln versinkt man, als Tisch gibt es einen kleinen Holzwürfel. Das Ganze passt irgendwie nicht richtig zusammen. Die Küchenzeile ist groß genug, aber wir haben ja eh nicht viel dabei. Die Betten sind genial, groß und gut. Und das Moskitonetz begeistert uns. Endlich mal eines, das groß genug ist und nicht so ein Sparstrumpf, in dem man sich bei jedem Umdrehen verheddert. 🙂 Nur der riesige Sessel im Schlafzimmer wirkt etwas deplatziert und nimmt einfach zu viel Raum. Im Bad stört uns die Anbringung des Duschkopfes in der kleinen Dusche. Denn das ganze Bad schwimmt nach dem Duschen unweigerlich. Draußen gibt es einen schattigen Grillplatz mit Tisch und Stühlen. Das warme Frühstücksbuffet lassen wir links liegen. Wir knabbern wie gehabt am Toast und versuchen etwas Müsli mit Obst und dazu Tee. Na ja... Es war wohl alles im Angebot auf diesem Buffet - aber zur Qualität können wir nichts sagen, da unser Appetit noch nicht wieder erwacht war. 🙁
Um 9.30 fühlt mein Schatz sich so fit, dass wir eine Fahrt in den Park wagen. Unser erstes Ziel ist Rietfontein. Unterwegs sitzt direkt neben dem Weg und in bester Position ein Lilac-breasted Roller auf einem Strauch
Das Gras steht sehr hoch hier und am Wasserloch tummeln sich einige Giraffen, Zebras und Springböcke. Wir bleiben eine ganze Weile stehen und freuen uns, im Park zu sein. Da alle mit fressen und saufen beschäftigt sind, sehen wir leider hauptsächlich die Rücken der Tiere. Real ist das ja noch ganz schön, auf den Fotos aber nicht mehr so ergiebig. Am Besten gefällt mir dieses elegante Duett
Weiter geht es nach Salvadora. Dort sehen wir wieder Springböcke am Wasserloch. Auf der weiten Grasfläche stehen Zebras und Springböcke.
Dann taucht am Horizont ein einzelner Elefant auf, noch ganz weit weg. Gemächlich kommt er in unsere Richtung. Die spannende Frage ist nun, zu welchem Wasserloch will er?
Wir wetten auf Charitsaub und fahren dorthin. Mit langen Hälsen scannen wir die Gegend und gerade, als wir aufgeben wollen um nach Salvadora zu fahren, sehen wir ihn kommen.
Mittlerweile kommen aus allen Richtungen etliche weitere Wagen angebrettert. Wir haben eine ganz gute Position oberhalb des Wasserlochs und warten. Der Herr ist über all die Zuschauer gar nicht erfreut und kommt mit Drohgebärden auf das Wasserloch zu. 😵 Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es nicht vielleicht angesagt sein könnte, etwas mehr Abstand zu ihm zu schaffen. Das geht aber leider nicht, da uns einige andere Wagen umzingeln und natürlich keiner sich auch nur noch einen Zentimeter bewegen will. 🤩 Die Lektion des Tages: Immer darauf achten, dass es einen Fluchtweg gibt! Würde der Elefant jetzt zum Angriff übergehen, kämen wir so schnell nicht weg. Der Preis für den Platz in der ersten Reihe... 😐
Irgendwann ist dann Platz hinter uns und wir fahren weiter nach Sueda. Da ist tote Hose, das Wasserloch ist trocken und Tiere sind nicht zu sehen. Aber wir sind fasziniert von der weiten Ebene. Überall gucken Köpfe oder zumindest Hörnchen aus dem hohen Gras: Springböcke en masse, Zebras, 1 Schakal und Kori Bustard. Und sehr windig ist es hier.
Wir machen Halt an der Toilette, zu deren Benutzung man ruhig eine Gasmaske bereit halten sollte. Wie stinkt es hier wohl im Hochsommer? 😣 Ansonsten ist bei uns alles im grünen Bereich. 🙂
Auf dem Weg nach Homob steht weit weg im Gebüsch ein Rhino. Am Wasserloch selbst - natürlich Springböcke.
Bei Homob gibt es eine freche Krähe, die wohl von Touristen gefüttert wird. Sie landet zielstrebig zuerst auf dem Dachzelt eines 4x4 und fährt ein Stück mit dem Wagen mit, dann kommt sie zu uns und setzt sich auf die Motorhaube. Ihr auffordernder Blick sagt alles...
Wir fahren zurück in Richtung Halali über die Detour und den westlichen Teil des Rhinodrive. An der Detour steht eine Gruppe Elefanten nah am Weg und lässt es sich schmecken. Nach der vorhin gemachten Erfahrung halten wir an der gegenüber liegenden Seite des Weges und haben eine wunderbare Sicht...
... bis... ja bis ein Wagen einer außerhalb des Parks liegenden Lodge angebraust kommt. Mit Speed und in einer riesigen Staubwolke kommt er zum Stehen. Und das genau zwischen uns und dem Elefanten. Wir sehen, nachdem sich der Staub gesetzt hat, nur noch khakifarbenes Blech 🤢 Kerl, hast du ein Glück, dass es im Park verboten ist auszusteigen und dass frau auch keinen Lärm machen soll 😈 Wir sind so wütend auf diese Rücksichtslosigkeit des Fahrers, dass wir uns nur schwer wieder beruhigen können. Ein Blick auf die Passagiere dieses Rüpels spricht dann Bände: Dick vermummt scheinen sie auf den Sitzen fest gefroren zu sein. Bleichgesichtig, mit einer weißen Schicht feinsten Etoshastaubes bedeckt, gucken sie missmutig in die Gegend. Einige zücken nicht mal mehr die Kamera. Diese Fahrt gehört wohl nicht zu den Highlights einiger Gäste. 🙁
Der Rhinodrive ist dann eine ziemliche Enttäuschung. Um so mehr, als er uns von einem Ranger auf Halali empfohlen wurde. Die Büsche stehen dicht und hoch bis an den Wegrand, dazwischen hohes Gras. Es ist nichts zu sehen. Dazu kommt, dass die pad in einem erbärmlichen Zustand ist. Viele dicke Steine auf der Oberfläche, dazwischen riesige Löcher. Fluchend rumpeln wir dahin. Dieses Stück ist die Herausforderung für den Magen, der sich bisher freundlicherweise ruhig verhielt. Wir hoffen, hier ohne Komplikationen durch zu kommen... 🤨
An Vögeln sehen wir unterwegs u.a viele Lilac-breasted Roller, Kori Bustard, Black Korhaan, Fork-tailed Drongo Pale Chanting Goshawk und einige Cape Vulture.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201001. Aug. 2011 · #43
Fortsetzung 13. Juni
Heute ist es viel windiger als gestern. Bei nur 20° sind wir um 13.00 zurück in unserem Chalet und machen Mittagspause mit Cräckern, Cola und unserem Medikamentencocktail. Ein kurzes Nickerchen tut gut. Aufruhr im Gedärm verschiebt dann die Abfahrt auf 15.00. 🙁
Wir nehmen den Weg nach Goas, in der Hoffnung den Rückweg dann vor dem Nachmittagsgang des uns schon bekannten Elefanten antreten zu können. Am Wasserloch sehen wir nur einige Impalas und Giraffen. Ich bin immer wieder erstaunt über die Gelenkigkeit der Giraffen. Aber wirklich bequem sieht es nicht aus...
Hier zeigt das Thermometer 28°, es ist windstill und wir sind die einzigen Zuschauer. So gefällt uns das! 🙂
Da ja schon um ca. 17.15 Sonnenuntergang ist, entschließen wir uns zurück zu fahren. Wir ziehen uns schnell um, dieseln uns dick mit Peacefull Sleep ein und begeben uns zum Moringa Wasserloch. Oh, hier zwischen den Steinen ist es ja viel wärmer als unten im Camp. Es sind bereits einige Gäste dort, wir finden aber noch einen guten Platz auf einer kleinen Mauer und richten uns ein. Unser Dinner haben wir dabei: Cräcker, Apfel, Wasser und Cola. Die Vorstellung kann beginnen. 😛 Was für ein schönes Fleckchen. Im Abendlicht sind viele Vögel mit lautem Gezwitscher auf Beutefang. Ansonsten sind erst einmal keine Tiere am Wasserloch. Es werden im Laufe des Abends auch nicht sehr viele. Zuerst kommt ein Impala ans Wasser
17.30 kommt ein Black Rhino und trinkt genüsslich.
Um 18.20 hören wir es im Gebüsch krachen und nach einer Weile kommt ein Elefant. Durch das Fernglas erkenne ich, dass er im rechten Ohr ein großes Loch hat. Und als wir gerade gehen wollen kommt noch ein Leopard. 🤩 Eine kleine aber feine Ausbeute! Wir sind groggy, ganz glücklich und ziehen uns früh ins Bett zurück.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201002. Aug. 2011 · #44
Ich muss den Bericht mal in kleineren Happen einstellen. Unser schmalbrüstiges Internet braucht ewig und verschluckt sich immer, wenn zu viele Bilder dabei sind 😵
14. Juni 2011 Teil1 Um 5.00 klingelt der Wecker und wir fühlen uns nach einer störungsfreien Nacht beide gut ausgeschlafen und halbwegs fit. 🙂 Da wir am Vorabend noch die Koffer gepackt haben, sind wir bereits um 5.40 beim Frühstück. Nur das Frühstück ist noch nicht richtig da. Überall gibt es Lücken: Brown Toast, Müsli, Obst fehlen und werden auch nicht hereingebracht. Das ist eine ziemliche Pleite, denn die dunklen Cornflakes mit dünnem Saft sind auch nur was zum Abgewöhnen. 🙁 Dann müssen wir uns eben für unterwegs noch Muffins vom Buffet mitnehmen. Gestern war ich mal kurz im shop, um zu gucken, ob ich denn unsere Diät mit irgendetwas aufpeppen könnte. Die Regale waren zur Hälfte leer und im Angebot waren eigentlich nur Konserven. Das Ganze wirkte schmuddelig und wenig einladend. Da war ja die „Bude“ in unserer alten Heimat besser ausgestattet. 😗
Um 6.25 sind wir der zweite Wagen, der das Camp verlässt. Es sind 9° und neben den Helio Hills geht die Sonne auf.
Dort scheuchen wir eine Gruppe von ca. 50 Guineafowls auf, die noch auf der pad schlafen. Sie sind ja unter normalen Umständen schon immer ein kopfloser Haufen, aber jetzt herrscht das pure Chaos. Laut schreiend rennen sie durcheinander, immer wieder zurück auf und über die pad. Wir kommen kaum an ihnen vorbei.
Unser erstes Ziel heute in Nuamses. Auf dem Weg dorthin sehen wir Unmengen frischen Elefantendung. Hier muss heute Nacht was los gewesen sein! Wir spähen zwischen alle die Büsche, aber es ist keiner mehr da. 🙁 Auch am Wasserloch sind wir mit vielen Vögeln alleine. Es ist eine schöne Stimmung und wir geniessen sie eine Zeit lang. Im Busch brüllt ein Löwe, aber auch er kommt nicht. Um 7.30 fahren wir weiter in Richtung Etoshapfanne. Das Wasser steht noch sehr hoch, der Weg zum lookout verliert sich in der Ferne im Wasser und es gucken nur noch die Begrenzungshölzer heraus. Hier sind viele Wasservögel, leider alle zu weit weg für Fotos. Weiter geht es in Richtung Westen. In der Ferne sehen wir auf dem Wasser und in der Luft rosa Wolken - Flamingos! Sehr schön! Dann liegt linker Hand etwas in der weiten Ebene. 3 Löwinnen schauen gebannt nach Osten
Wenn sie liegen, dann sieht man nur noch die Spitzen der Ohren
Ein Schakal streift auch durch das Gras.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201002. Aug. 2011 · #45
14. Juni 2011 Fortsetzung In Rietfontein ist heute morgen auch nichts los. Aber vor Salvadora ziehen in der Ferne Zebras in 6 Gruppen über die Ebene. Zusammen sind das sicher 200 Tiere, ein phantastischer Anblick! Neben der pad steht eine kleine Gruppe und wir können ausgiebig Mutter und Kind beobachten
Und dann gibt es diese Mutationen: Dieses Tier hat runde Beine
Hier teilen sich 2 Tiere einen Kopf
Ein Abstecher nach Charitsaub ist auch unergiebig. Also steuern wir wieder die bereits bekannte Toilette an. Heute sind wir vorgewarnt und es ist ja auch noch nicht so warm wie gestern. Dort frage ich 3 Franzosen, die mit ihrem Fahrer unterwegs sind, ob sie etwas Interessantes gesehen hätten. „Yes, this toilet...“ 😣 Ansonsten sei auf dem Weg von Okaukuejo her auch nicht viel los gewesen.
Weiter geht es nach Aus. Hier wird die Landschaft wieder abwechslungsreicher und gefällt uns besser. Dort trinken 3 Impala und 3 Kudu ganz entspannt am Wasserloch und wir schauen ihnen eine Weile zu.
Olifantsbad liegt ebenfalls verlassen. Aber bei Gemsbokvlakte tummeln sich Oryx, Springböcke und eine recht große Zebraherde. Die Zebras und Oryx sind sehr vorsichtig und nähern sich nur zögerlich dem Wasser. Im sighting book auf Okaukuejo lese ich später, dass hier Löwen gestern einen kill hatten. Daher die Vorsicht.
Einige Kori Bustard streifen auch durch das Gras. Aber es steht hier so hoch und der Wind bewegt es so stark, dass Fotos mal wieder nicht lohnen. Schade, denn schon vorher haben das hohe Gras und der Wind mehrmals Fotos von Secretary Birds verhindert.
Ansonsten haben wir heute morgen Adler, Geier, Pale Chanting Goshawk, Lilac-breasted Roller, Yellow Hornbill, Black Korhaan, Schakale, Hartebeest und Wildebeest gesehen.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201004. Aug. 2011 · #46
14. Juni 2011 Fortsetzung
Um 11.50 erreichen wir nach 132 km Okaukuejo. Da unser Zimmer noch nicht fertig ist, drehen wir eine Runde um den pool, gehen auf den Turm und sehen uns das Ganze von oben an. Unser Auto parken wir schon mal vor der Tür und gehen die wenigen Schritte zum Wasserloch. Hier ist was los!!! Jede Menge Zebras und Springböcke sind auf dem Weg zum Wasserloch, ziehen schon wieder weg oder stehen bis zum Bauch im Wasser. Man könnte meinen, es sei Badetag. Wir sind begeistert und verbringen eine ganze Weile hier.
Unser Bush Chalet no 73 ist nah am Wasserloch gelegen. Im Wohnbereich gibt es ein kleines Sofa mit 2 Sesseln und Tisch und eine kleine Küchenzeile mit Kühlschrank. Das Schlafzimmer bietet genügend Platz für Koffer und Taschen. Das Bett und Moskitonetz sind wieder schön groß. Nur das Bad ist etwas eng. Vor dem Haus gibt es Tisch und Bänke und einen Grillplatz. Insgesamt gefällt es uns gut. Wir richten uns schnell ein, dann ruft die Siesta meinen Schatz. Ich bin nicht müde, einen Wecker brauchen wir nicht. Sagt sie und schnarcht bis 14.30... 😗 In meinem Magen macht sich nun ein klitzekleines Hungergefühl breit und ich gucke mal in den shop. Das Angebot ist hier sehr viel besser als in Halali, aber für uns ist außer Cräckern und Cola nichts dabei.
Wir setzen uns vor unsere Tür, schreiben Tagebuch und futtern wie gehabt unsere „special diet“. So langsam sind wir sie leid, aber Appetit auf großes Essen ist auch noch nicht da. Mir wird beim Gedanken an Saucen immer noch übel... 😵 Der Vorteil ist, dass wir wegen eines Dinners Abends am Wasserloch nichts verpassen werden. 😉 Das Ganze muss man ja auch mal so sehen. Bei der späteren Sichtung des Videomaterials fällt mir auf, wie oft ein herzhaftes Hatschi oder ein kräftiges Schnäuzen zu hören ist. Die Mischung aus Schnupfen, trockener Luft und Staub erhöht den Taschentuchverbrauch gewaltig.
Um 16.15 machen wir uns, gut ausgerüstet für den Abend, auf zum Wasserloch. Dort zieht gerade ein Elefant von dannen, leider sehen wir nur noch sein Hinterteil. Wir suchen uns einen guten Platz unter der lapa, auf einer der oberen Bänke. Dies ist im Winter eine gute Wahl, denn hier bleibt es viel länger warm als draußen. Ansonsten sind wieder viele Zebras hier. Etliche Schakale laufen herum und versuchen, Namaqua Sandgrouse und Blacksmith Plover zu fangen. Die Vögel sind natürlich aufgeregt und machen einen entsprechenden Lärm. Ich sitze einfach nur da und genieße das Schauspiel vor mir. An Fotos denke ich gar nicht. Schließlich kommen im Zeitlupentempo 3 Giraffen näher. Sie bleiben immer wieder stehen und beäugen die Umgebung misstrauisch. 2 Impala nähern sich ebenfalls sehr vorsichtig. Nach einer ganzen Weile traut sich dann die erste Giraffe, zu trinken.
Die anderen drehen immer noch die Hälse in alle Richtungen. Eine der Giraffen macht immer wenn sie sich wieder aufrichten will einen Schlusssprung und knallt dabei die Hufe zusammen. Das hört sich total witzig an. Im Baum auf der anderen Seite des Wasserlochs landet ein Spotted Eagle-Owl.
Lange Zeit passiert nichts Neues. Aber als wir gerade gehen wollen, da kommt ein Black Rhino. Aus dem Nichts ist es plötzlich da. Kurz danach kommt ein zweites. Beide nähern sich vorsichtig an, beschnuppern sich, reiben die Hörner aneinander und umkreisen sich. Dann bieten sie uns einen Schaukampf vom Feinsten: 🙂 An der rechten Seite des Wasserlochs beginnen sie und bewegen sich (so lange wir da sind) halb um das Wasserloch herum. Das dauert über 1 Stunde! Sie versuchen, sich gegenseitig weg zu drücken, schlagen ihre Köpfe aneinander, machen Luftsprünge - ja, das geht! - und tänzeln umeinander herum. Genial!!! Zwischendrin muss Mann ja wieder zu Kräften kommen - es gibt also genügend Fress- und Saufpausen. Dann kommt die nächste Runde. Als sie vor uns sind, kommen von rechts Mama und Kind Black Rhino auch noch dazu. Die beiden bleiben aber rechts und gehen direkt auf das Wasser zu. Sie haben Durst und die Angeber interessieren Mama offensichtlich nicht. Die Herren müssen sich aber immer vergewissern, ob die Dame nicht vielleicht doch zu ihnen herüber sieht und geben, was sie können. Dazwischen laufen immer noch Schakale herum. Direkt an der Mauer vor dem Unterstand taucht plötzlich ein Small-spotted Genet auf und schaut zu uns hoch. In der Ferne brüllt dazu noch ein Löwe... Wow! Was für ein Abend! Kurz nach 20.00 folgen wir dem Ruf unseres Bettes.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201004. Aug. 2011 · #47
15. Juni 2011 Teil 1
Es wird wieder eine gute Nacht, bis um 5.20 - da muss mein Schatz schnell um die Ecke... 🙁 Er will aber trotz Grummeln im Bauch losfahren, also machen wir uns schnell fertig und inspizieren das Frühstück. Das sieht hier um ein Vielfaches besser aus als auf Halali. Es wird viel Liebevoller dargeboten und ist auch reichhaltiger. Der Koch ist gut drauf und begrüßt alle Gäste mit fröhlichem Hallo. Dennoch halten wir uns zurück und bleiben bei Tee, Toast und etwas Müsli mit Obst.
Um 6.40 rollen wir bei 9° durch das Camptor und biegen ab in Richtung Okondeka. Gleich hinter dem Camp streiten sich 2 Schakale um eine Fleischverpackung, die sie wohl von der Campsite stibitzt haben. Schmeckt das Plastik noch so intensiv nach Fleisch, dass sie unablässig versuchen, davon abzubeissen?
Was für eine weite Ebene ist das hier! Wir genießen das weiche Morgenlicht, die Stille und Menschenleere. Außer uns ist nur ein weiterer Wagen hier unterwegs. In der Ferne ziehen wieder große Zebraherden vorbei. Schakale, eine Eule, ein Adler, die allgegenwärtigen Springböcke, Secretary Birds und einige Kori Bustard sind auch unterwegs. In der Nähe haben wir heute Glück mit Vögeln Endlich mal ein Kori Bustard im richtigen Licht und niedrigem Gras!
Dann entdecken wir Familie Black Korhaan mit zwei kleinen Federbällen
Und auf dem Wegweiser nach Leeubron lässt sich dieser Pale Chanting Goshawk rundum ablichten
Weit weg sehen wir, wie sich eine riesige Staubwolke aufbaut - da muss ein Bus kommen! 🤩 Wir beeilen uns mit den Fotos beim Goshawk, denn ein Stück weiter geht ein einzelnes Blue Wildebeest gemächlich in Richtung pad. Das möchten wir gerne noch in Ruhe ohne den Bus aufnehmen
Uns schwant Übles, als wir die Wolke kommen sehen. Sie rast heran, das Gefährt kommt heftig neben uns zum Stehen - und wie Sie sehen, sehen Sie Nichts mehr, nur noch Staub! 😠 Das Wildebeest macht sich natürlich sofort vom Acker bei solch einem Angriff des Blechmonsters. Das ist mal wieder einer der guides, die nach der „Wir müssen heute noch XYZ abhaken“ Methode unterwegs ist. Seine Gäste hätten von dem WIldebeest sehr viel mehr gehabt, wenn er nicht so heran gerast wäre. Aber so - ätsch, Pech gehabt. 😛 Wir sehen auch zu, dass wir Land gewinnen...
Bei Okondeka mag sich aber niemand zeigen, so fahren wir weiter nach Leeubron. Auf dem Weg dorthin sehe ich in den hohen Bäumen ganz viele Geier. Allein auf einem Baum zähle ich 13! Insgesamt sitzen dort sicher 30 Geier. Leider sind sie sehr weit weg. Und die Bäume sind entweder die Schlafplätze oder dort gibt es Frühstück... Aber wir kommen leider nicht ran. Der Weg nach Leeubron ist gesperrt, es liegen Steine und große Äste quer. Na, dann nicht.
Auf dem Rückweg nach Okaukuejo sehen wir noch mehr Zebras, Wildebeest, Schakale, Springböcke, Kori Bustard, Secretary Birds. Die meisten leider auch alle weit weg in der großen Grasfläche.
Wir wissen nicht, wie viele Hundert Zebras wir in diesen Tagen in der Etosha gesehen haben. Das hätten wir nie erwartet.
Mal wieder weit weg sehe ich dann im hohen Gras zwei rote Flecken. Das Fernglas offenbart zwei Lappet-faced Vulture, die auch frühstücken. An einem Waldstück geben sich dann noch 5 Giraffen die Ehre.
Eine bückt sich um etwas auf zu heben und darauf herum zu kauen. Wir denken, es ist ein Ast. Am Rechner sehen wir hinterher, dass sie auf einem Antilopenbein herum lutscht. Guten Appetit bei der „Knabberstange“
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201010. Aug. 2011 · #48
15. Juni 2011 Fortsetzung
Im Camp machen wir nur einen kurzen Boxenstop und schauen am Wasserloch vorbei. Da ist aber nichts los. Also fahren wir weiter nach Nebrowni - und haben wieder einmal Glück: Zebras, Springböcke, Wildebeest und Oryx löschen ihren Durst.
Einige der Oryx sind auf Kampf gebürstet. Sie behakeln sich mit ihren Hörnern, der Staub wirbelt auf und wir sind wie immer erstaunt, dass sie sich dabei nicht mehr verletzen. Die Zebras und Springböcke kommen nur sehr zögerlich ans Wasserloch. Es ist eine sehr friedliche Stimmung hier, wir sind die meiste Zeit alleine und geniessen den Augenblick.
Bei Kapupuhedi trollt sich ein Löwe gerade, als wir ankommen. Schade, wir sehen ihn nur noch in der Ferne. Das Licht auf der Salzpfanne ist wunderschön.
Ondongab ist trocken und rundum ist niemand zu sehen. Also fahren wir zurück ins Camp und sehen unterwegs noch mal Schakale, Warthog und einige andere. Und kriegen endlich noch mal Secretary Birds vor die Linse.
Um 11.40 sind wir nach 103 km wieder im Camp und gehen dort gleich wieder zum Wasserloch. Hier ist schon wieder Betrieb: Wie könnte es anders sein - Zebras! Dazu Springböcke und heute auch etliche Blue Wildebeest.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201010. Aug. 2011 · #49
Außerdem sind jetzt große Vogelschwärme in dunklen Wellen und Wolken unterwegs, die immer kurz zum Wasser hinunter fliegen, trinken und schon sind sie wieder weg... Ein Rauschen und Zwitschern liegt in der Luft. Wir können leider nicht auszumachen, welche Art es ist, wahrscheinlich Common waxbill.
Im meinem Magen macht sich ein Hungergefühl breit - ganz was Neues! - und ich beschließe mal zu gucken, was die Köche denn zu bieten haben. Das Angebot im Kiosk ist durchweg fettig: Burger, Sandwich und Chips. 🙁 Im Restaurant jedoch bin ich angenehm überrascht über die kleine aber gute Auswahl: Greek Salad, Gemüsesuppe, Fischfilet und Game Steak. Der Fisch lacht mich sofort an - gebratenes Hakefilet mit Reis und frischem Gemüse. 😁 Leute - ein geschmacklicher Hochgenuss!!! 😁 😁 Saftiger Fisch, Reis mit frischen Kräutern dazu knackige Möhren, Blumenkohl und Brokkoli. Da bleibt nicht ein Reiskorn übrig. Dies ist seit 1 Woche meine erste Mahlzeit und sie schmeckt ausgezeichnet! Da mir bisher schon beim Gedanken an Essen übel wurde, finde ich das einen enormen Fortschritt. Ich bin ja so glücklich!!! 🙂 🙂 🙂 Dann geht es jetzt wohl endlich bergauf mit mir. Und 70$ finde ich einen total akzeptablen Preis dafür.
Frau kann nicht alles haben - während ich beim Essen war, kam ein Elefant zum Trinken und Duschen. 😵 Er hat sich sehr gekonnt von oben bis unten mit Matsch eingesprüht und ist sah ihn gerade noch abwandern.
Einige Oryx kommen dazu. Ein kleines hat ein verkümmertes Horn, das wird ihm bald Schwierigkeiten bereiten.
Die meisten Tiere gehen und wir entschließen uns zu einem Schönheitsschlaf. 😉 Gegen 16.00 bin ich wieder zurück, die Tiere sind aber noch unterwegs. Dafür landet eine Busgruppe. Eine der Frauen ist so begeistert von den 3 Zebras vor ihr am Wasserloch, dass sie laut in die Hände klatscht, um den Rest ihrer Truppe darauf aufmerksam zu machen. Die kriegen aber Nichts mit, also klatscht sie noch mal. Dann dreht sie sich zum Wasserloch um und „.... oh, 😵 die Tiere sind ja weg...“ Tja, dumm gelaufen. Wieso niemand mehr da ist, will sich ihr nicht erschließen... 😗
Da wenig los ist sinniere ich über unsere Tage im Etosha. Ich bin froh, dass wir hinein gefahren sind und nicht irgendwo draußen auf einer Lodge abgewartet haben. Dafür, dass wir so angeschlagen und fertig waren, haben wir uns sehr gut gehalten und viel unternehmen können. In den letzten Tagen war es für mich oft eine Gratwanderung zwischen „ich will noch mehr, nein alles sehen“ und „toll, dass wir so viel sehen“. Ich musste mich manchmal schon selbst in die Seite knuffen um nicht zu viel zu verlangen. Aber so ist es wohl, wenn man sich so lange auf etwas so Besonderes freut, und dann zurückstecken muss. Dennoch, wir waren in den Tagen hier alles Andere als entspannt. Wir sind sehr angetan von den großen Tiergruppen, insbesondere den Zebras. Es ist wunderschön, sie in der Ferne über die weiten Flächen ziehen zu sehen. Unsere Begegnungen mit den Elefanten waren imponierend. 😗 Auch wenn es nicht die erhofften großen Gruppen waren. Leider kamen die Raubkatzen viel zu kurz. 🙁 Aber wir haben auch viele Tiere gesehen, die sonst unter „ferner liefen“ rangieren, und die möchte ich nicht missen. 🙂
Insgesamt ist es heute ruhiger als gestern, nur wenige Zebras sind da, einige Schakale versuchen wieder ihr Glück beim Vogelfang. Zwei Impala kommen dazu.
Mit dem Sonnenuntergang kommt dann noch ein Elefant und löscht den Durst.
Er trinkt am Zufluss zum Wasserloch und bläst Luft in das Wasser hinein. Das blubbert ganz laut und hört sich an, als ob man Luft in einen Strohhalm in sein Getränk bläst. Das habe ich als Kind gerne gemacht... Aber ob hier wirklich Wasser eingeleitet wird, wage ich bei seiner Schlagseite doch zu bezweifeln. 🤩 🤩
Ihm schmeckt es jedenfalls und er lässt sich richtig Zeit.
Schließlich kommen noch zwei Giraffen. Sie nähern sich wieder nur sehr vorsichtig. Der Schatz geht zurück und will Tagebuch schreiben und dann die anstehende Mondfinsternis aufnehmen. Im Lauf der Zeit kommen noch zwei Elefanten, ein Black Rhino und wieder etliche Schakale. Die Schakale ärgern das Rhino. Aber nur so lange, bis dies heftig mit dem Fuss aufstampft. Dann ist Ruhe! Ein Small-spotted Genet guckt auch noch vorbei. Im Baum landen zwei Reiher und zwei Eulen. Es tut sich lange nichts, aber gerade als ich gehen will, kommen Mama und Kind Black Rhino zum Trinken. Ich bin ganz zufrieden soweit.
Ätzend an diesem Abend ist fürchterlich laute Musik, die aus der Ferne bis ans Wasserloch dringt. 🤢 Die Bässe wummern im Bauch. Wir vermuten, dass deswegen so wenig Tiere da sind. Als ich um 20.30 gehe muss ich doch mal nachsehen, wo die Musik eigentlich herkommt. Am Wasserloch waren wir alle ziemlich sauer über den Lärm. Ich gehe Richtung Campsite und es wird immer lauter. Dann stehe ich aber vor dem Zaun des Camps und stelle fest, der Lärm kommt von außerhalb: Die Quelle liegt im ja doch etliche hundert Meter entfernten Angestelltencamp! 🤢 Nichts gegen einen netten Abend mit Mucke - aber da schießen sie doch übers Ziel hinaus. Ich beschließe, mich am nächsten Tag darüber zu beschweren. An der Rezeption ist jetzt eh niemand mehr zu erreichen.
Mein Schatz ist sauer, als er feststellt, dass die Zeitangaben im Internet für die Mondfinsternis nicht stimmen. 😠 Es gibt mindestens 1 Stunde Differenz und der Mond ist schon zu zwei Dritteln im Schatten, als er rausgeht. So ein Mist!!! Dennoch ist es ein schönes Bild. So wie der Sternenhimmel überhaupt grandios ist.
Im Osten hören wir einen Löwen brüllen und gehen noch mal schnell ans Wasserloch. Alle Besucher sind eingefroren und mucksmäuschenstill: Am Wasser sind ein Black Rhino und zwei Löwinnen mit zwei Jungen. Entfernt steht eine Giraffe und wartet ab. Als die Löwinnen gehen kommt sie langsam näher.
Wir gehen auch, schreiben Tagebuch, essen mal wieder Cräcker (heute schmecken sie dem Mann zum ersten Mal, 😁 es geht auch ihm besser!) und planen die morgige Fahrt. Um 22.00 liegen wir im Bett.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201013. Aug. 2011 · #50
16. Juni 2011
Noch vor dem Wecker werden wir wach. Wir haben gut geschlafen und fühlen uns recht fit. Um 5.15 sehen wir noch einmal beim Wasserloch im Camp vorbei, aber es ist niemand da. Den Sonnenaufgang wollen wir auf dem Turm erleben und wir sind auch rechtzeitig oben. Oh, ist das ein kalter Wind hier oben!!! Ich ziehe über die Fleece Jacke noch die Goretex Jacke, zum Stirnband kommt noch die Kapuze dazu - und ich zittere trotzdem wie Espenlaub. Aber der Blick ist wunderschön: Im Westen hängt noch der Vollmond am Himmel.
Im Osten geht die Sonne über der Ebene auf.
Wir checken aus, das geht völlig unproblematisch und ohne Check des Bungalows bekommen wir unsere Kaution zurück. Im Restaurant ist es schön warm und das Buffet sieht wieder gut aus, nichts fehlt. Mein Schatz gönnt sich leckeres frisches Obst und Müsli. Ich nehme zum Toast erstmals Wurst und ein gekochtes Ei. Lecker! Aber der Kaffee schmeckt nicht, das ist eine dünne Brühe. Also noch mal Tee...
Um 7.30 fahren wir bei 8° los in Richtung Andersson Gate. Gelobt sei die Sitzheizung... Es ist wenig Verkehr, nur einige Tourwagen von außerhalb verbreiten Hektik. Das sanfte Morgenlicht ist wieder sehr schön und wir sehen nochmals Zebras, Springböcke und Giraffen. Wieder mal ein Tier mit vielen Beinen und zwei Köpfen
Und dann: Im Gleichschritt - Marsch! Na, das üben wir noch mit rechts und links...
Die C38 nach Outjo finden wir beide sehr eintönig. Mir fallen fast die Augen zu. Unterwegs können wir noch nicht einordnen, warum die Mopanebäume fast durchgängig so viele braune Blätter haben. Damit sehen sie im oberen Teil ziemlich trostlos und vertrocknet aus. Der untere Teil der Blätter ist noch grün. Später erfahren wir, dass es in den Nächten zuvor starken Frost gab und die Blätter erfroren sind. Die Bäume würden sich aber wieder erholen.
Kurz vor 9.00 erreichen wir Outjo, tanken und kaufen beim Bäcker einige Blätterteigteilchen für unterwegs. Unser heutige Ziel ist die "Huab Lodge & Bush Spa". Also geht es einige Kilometer zurück und auf die C40, die auch recht langweilig ist. Die D3236 ist wunderbar glatt und gut zu fahren. Es ist kein Verkehr, nur 1 Oryx kreuzt die pad. Leider ist es auch heute wieder sehr diesig. Kurz vor der C35 wird die Landschaft abwechslungsreicher, es kommen Berge dazu und wir lassen uns den Kuchen schmecken. Nicht schlecht!
Die D2670 zieht sich dann noch mal 35 km durch die Berge bis ans Ende der Welt...
Sie ist anfangs gut zu fahren, später kommen recht steinige, steile und holperige Abschnitte. Für diese 35 km brauchen wir 45 Minuten. Aber wir halten auch oft wegen der tollen Ausblicke an. Leider lassen die sich im Foto nicht so gut einfangen - da müsst ihr selbst mal hinfahren...
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201013. Aug. 2011 · #51
16. Juni.2011 Fortsetzung
Um 12.00 erreichen wir unsere Unterkunft für die nächsten 3 Tage, die Huab Lodge. Jaap und Cathy heissen uns willkommen, wir bekommen einen kalten Saft und haben Zeit, die ersten Eindrücke zu verarbeiten. Und die gefallen uns ausgesprochen gut! Die Lodge liegt eingebettet zwischen vielen Bäumen und Büschen am Ufer des Huab. Zwischen den Gebäuden gibt es viel Platz, so dass man immer nur einen Ausschnitt der Anlage sieht. Meist ist nur ein Teil des Daches aus der Ferne zu sehen. Die Lounge mit Essbereich und Bar ist ein riesiger offener Raum, dessen Dach von enormen Eukalyptusstämmen aus Tzaneen getragen wird.
Wir bekommen Bungalow Nr 2 und sind begeistert. Das große, helle Zimmer ist sehr liebevoll eingerichtet, mit allem was man braucht. Im Bad gibt es mal wieder Waschlappen - das ist in Namibia ja nicht selbstverständlich. Und die große Terrasse liegt in Richtung Flussbett - ein schöner Platz.
Wir fühlen uns sofort sehr wohl hier und ich glaube, dies ist in unserer Verfassung der richtige Ort, um gesund zu werden. Wir packen schnell einige Dinge aus den Koffern in die Schränke. Meinen teile ich mit einer Agame, die dort an der Wand sitzt. Die Koffer selbst bleiben mal wieder zu. Um 13.00 gibt es Lunch. Meinem Schatz hat das Geholper über die Pisten ziemlich zugesetzt. Er bekam Magenschmerzen und sagte unterwegs, sein Magen fühle sich an, als ob er nicht verankert sei, sondern frei im Bauchraum schwebe.:S Das wird heute wohl noch mal schmale Kost für ihn.
Beim Lunch treffen wir dann Jan, den Besitzer und die fünf anderen Gäste. Jaap, Cathy und Thomas, die auf Huab arbeiten, essen auch mit uns. Es ist eine schöne entspannte Atmosphäre. Und obwohl alle anderen sich seit Jahren kennen, fühlen wir uns nicht einen Moment fremd in der Runde. Suzie, Jan‘s Frau ist leider krank, wir werden sie in den nächsten Tagen kaum sehen. Die Küche hat einen Greek Salad, gegrillte Hähnchenflügel und Nudelauflauf bereitet. Als Dessert gibt es Eiscreme. Es schmeckt sehr gut und ich habe richtig Appetit. Der Mann hält sich noch zurück.
Nach dem Essen gucken wir kurz zum pool
und zur heißen Quelle
Hier gibt es ein Thermalbecken mit 40° heißem Wasser und ein Abkühlbecken mit 20° kaltem Wasser. Das müssen wir später unbedingt testen!
Als wir in unser Zimmer zurück kommen sehen wir, dass ein Besucher einen Apfel angeknabbert hat, der auf dem Tisch liegt. Saubere Abdrücke langer Nagezähne zeichnen sich im Fruchtfleisch ab. Ok, also nichts herum liegen lassen- der Apfel wird entsorgt. Später erfahren wir, dass es eines dieser kleinen Kerlchen war, die mit unglaublicher Geschicklichkeit am Haus hochklettern und irgendwo in der Dachkonstruktion den Besuchereingang haben.
Wir entscheiden uns für einen faulen Nachmittag, machen erst mal ein Nickerchen und setzen uns dann in die Lapa, schreiben Tagebuch, trinken Kaffee und erledigen Post. Thomas repariert noch das W-LAN, das beim letzten Gewitter beschädigt wurde, dann haben wir mal wieder Verbindung zu unseren Lieben und ich kann meine Geburtstagspost lesen. Die anderen Gäste sind beim Nachmittagsdrive. So teilen wir uns die Lounge mit Vögeln, Eidechsen und Libellen. Herrlich!
Bei der Rückkehr in unser Zimmer muss ich lachen. Dort, wo vorhin der Apfel lag, liegt nun ein Buch. Und in der Zwischenzeit hatten wir wieder Besuch. Der war offensichtlich über das fehlende Leckerchen verärgert und hinterliess eine deutliche Nachricht: Das Buch wurde mit einem Köttel dekoriert... 😗
Um 19.00 gibt es Dinner, vorher trifft man sich zum Aperitif und Schwatz an der Bar. Alle essen wieder zusammen an einer langen Tafel und Jan stellt die Weine, die er für heute ausgesucht hat, vor. Es gibt einen leckeren Starter. Die Atmosphäre ist sehr angenehm. Das Menü wird von Massia, der Köchin, auf Damara-Nama vorgetragen und ihre Assistentin Ingrid übersetzt es für uns ins Deutsche: gemischter Salat, Kingklipfilet, Rindergulasch, Kürbisgemüse, gefüllte Rote Beete und Reis. Als Dessert gibt es Apfelkuchen. Alles ist frisch, das Gemüse knackig und es schmeckt sehr gut. Ich genieße die Auswahl und die gute Zubereitung und freue mich auf unseren Aufenthalt hier. Leichte Gespräche vertreiben die Zeit und wir sind satt und zufrieden. Um 21.00 gehen alle auf ihre Bungalows. Gut ausgestattet mit Taschenlampen und einer Thermosflasche mit heißem Wasser für den späten oder frühen Kaffee.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201013. Aug. 2011 · #52
17. Juni 2011
Um 5.40 klingelt nach einer kühlen, aber guten, Nacht der Wecker. Für 6.15 ist das Treffen für den Early Morning Walk angesetzt. Wir genehmigen uns einen starken Kaffee und hausgebackene Kekse. Die Morgenstimmung ist mal wieder wunderschön.
Zu dritt gehen wir mit Jan und drei Hunden im Flussbett lang. Es ist noch kühl und Jan erzählt, dass es vor einigen Nächten mit -6° die kälteste Nacht der letzten 20 Jahre gegeben habe. Bei der Kaltfront haben auch die Mopanebäume, die wir unterwegs gesehen haben, ihre Frostschäden abbekommen. Jan ist ein wandelndes Lexikon und kann sehr gut und anschaulich erklären.
Flora, Fauna, politische Entwicklung, Erdgeschichte - keine Frage bleibt unbeantwortet. Wir kommen an der Seilbahn vorbei, die bei Hochwasser die Verbindung zur Außenwelt bildet. Überall im Flussbett gibt es Wildspuren - Oryx, Zebras, Kudus, Paviane waren in der Nacht unterwegs. An manchen Stellen haben Oryx nach Wasser gegraben, das hier dicht unter der Erdoberfläche zu finden ist. Die Pfützen, in die wir hinein fassen, haben alle eine unterschiedliche Temperatur: Von kalt über lauwarm bis hin zu heiss. Das warme Wasser für die Mitarbeiter, die in den Häusern der alten Farm auf der anderen Flussseite wohnen, kommt mit 60° direkt aus der Erde.
Kurz vor 8.00 sind wir zurück zum Frühstück. Dies gibt es auf der Terrasse in der Morgensonne - wunderbar! Wie schon Lunch und Dinner ist das Frühstück ausgezeichnet: 😁 Jeden Tag gibt es 4 Sorten selbst gebackenes Brot, frisches Obst, Müsli, leckere Wurst und guten Käse, Eierspeisen, Tomaten, Gurke, Avocado, Marmeladen, Kaffee, Tee, Saft... Ein guter Start in den Tag!
Wir gehen nur kurz auf unser Zimmer, das schon aufgeräumt ist, und treffen uns um 10.00 zum Morning Drive. Jan zeigt uns die alten Farmgebäude, wir passieren „Huab International Airport“ und fahren wieder ins Flussbett. Heute umfasst die dreiteilige Farm 8000 ha. Innerhalb dieses Gebietes gibt es keine Zäune mehr und auch für die Wüstenelefanten wurde ein Korridor geschaffen, durch den sie wandern können. Als Jan 1992 die Farm gekauft hat „war hier kein Schwanz mehr zu sehen. Alle Tiere wurden abgeschossen.“ Seitdem haben sich wieder Oryx, Kudus, Bergzebras, Warzenschweine, Klippschliefer angesiedelt. Leider sind die Wüstenelefanten in diesem Jahr, bedingt durch die guten Regenfälle, erst zwei mal auf der Farm gewesen. Wir werden sie hier leider nicht sehen. 🙁 Dafür steht die Flora auf dem Programm: Blutfruchtbaum
Anabaum
Bergkastanie
Unter einem gewaltigen Ahnenbaum / Leadwood - oder auch Omumborombonga. Was für eine Name! - gibt es einen cooldrink. Die Struktur des verwitterten Holzes finde ich sehr interessant.
Durch den vielen Regen steht auch hier das Gras sehr hoch und die Vegetation ist üppig. In der Ferne sehen wir eine Gruppe Oryx vorbei ziehen
Auf der Spitze einer Bergkastanie entdecke ich einen Vogel - einen Black Eagle! Wow! Er fliegt vor uns über den Hügel und landet ein Stück weiter auf den Felsen. Durch das Fernglas können wir ihn gut beobachten. Jan führt akribisch Buch darüber, wo er wann welche Tiere sieht. An Vögeln haben wir heute Vormittag noch Go Away Birds, Crimson-breasted Shrike, Drongo, Violet Woodhoopoe, Pearl spotted Owl, Damara Hornbill, Yellow Hornbill, Buffalo Weaver, Red-billed Quelea, Glossy Starling und sicher noch etliche mehr gesehen.
Pünktlich zum Lunch sind wir zurück. Heute gibt es gemischten Salat, Bohnensalat, Kürbis-Orangen-Mandel-Salat, Spinatquiche und Mett im Blätterteig. Als Dessert: Kuchen. Alles ist wieder ausgesprochen schmackhaft und wir lassen es uns gut gehen. 🙂 Selbst mein Schatz hat Appetit, obwohl ihm die Fahrt vorhin nicht so gut bekommen ist.
Danach müssen wir uns von den Anstrengungen des Tages erholen. Der Schatz ruht. Ich gehe ins Spa - ich bin alleine dort und es tut gut! Aber lange halte ich es in dem warmen Wasser nicht aus. Das kalte Becken daneben ist dann sehr erfrischend.
Schnell einen Kaffee trinken (warme und kalte Getränke sind im Preis inbegriffen und stehen den ganzen Tag zur Verfügung), dazu wieder leckere selbst gebackene Kekse. Heute gibt es sie als Ausstechplätzchen in Hippoform - süss! 😘 Um 15.30 geht es dann zum Afternoon Drive. Wir sind wieder nur zu viert, denn die Krankenfraktion hütet mit Magen, Rücken und Erkältung die Betten. (Wir haben die Lodge schon in „Huab Sanatorium“ umgetauft. Trotz der Zipperlein sind alle aber gut drauf.) Es geht ins Flussbett und dann in Richtung Bergkette. Wir sehen etliche Oryx, 3 mal treffen wir auf Warzenschweine und dann entdecken wir auch noch Bergzebras.
Sie spielen verstecken hinter den Bäumen, aber immerhin können wir sie eine ganze Zeit lang beobachten.
Den sundowner gibt es mit einem interessanten Gespräch im Flussbett
Wir verzichten heute auf den Aperitif und sind erst kurz vor der Essenszeit in der Lapa. Neue Gäste sind angekommen und es werden wieder die abendlichen Rituale zelebriert: Zum Starter werden die Weine vorgestellt (je 1 Weißwein, Rosé und Rotwein) und das Menü wird uns zweisprachig erklärt. Heute gibt es gemischten Salat, Huhn in Erdnusssauce, gefüllte Oryxsteaks, Kartoffeln auf 2 Arten zubereitet und Kürbisgemüse. Als Dessert: Lemon Meringue, 🙂 ! Alles ist wieder sehr lecker, die Weine schmecken gut, die Gespräche sind locker und vielfältig und die Bettschwere macht sich bald bemerkbar. Um 21.15 liegen wir schon wieder im Bett.
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201013. Aug. 2011 · #53
18. Juni 2011
Um 6.15 treffen wir uns wieder zum Spaziergang. Der Kaffee weckt die Lebensgeister. Durch die Teleskope bewundern wir noch mal den klaren Mond mit seinen Kratern. Auf der anderen Seite ist Jupiter mit einigen seiner Monde zu sehen. Das ist sehr beeindruckend. Die Nacht empfanden wir wärmer als die zuvor, jetzt finden wir es jedoch durch eine hohe Luftfeuchtigkeit kühl. Aber beim Gehen wird uns warm und die Nasen fangen an zu laufen. Die Morgenröte im Flussbett ist wieder sehr schön.
Wir besteigen den Kanonenhügel und haben von dort einen tollen Blick auf die umliegenden Bergketten. In einigen Bereichen des Flussbettes gibt es tiefe Auswaschungen. Die Seitenwände sind hier bis zu 4 m hoch. Wir treffen wieder auf Oryx und auf einem Baum sonnt sich eine Gruppe Rosy-faced Lovebird.
Auf dem Rückweg kommen wir an der Solarstation vorbei, die seit 1993 die Lodge mit Strom versorgt. Der Generator muss nur bei bedecktem Himmel kurzfristig zugeschaltet werden.
Das Frühstück gibt es wieder gut und ausgiebig in der Morgensonne. Danach fahren wir beide mit Jan ins Gelände. Es macht Spass zu erleben, wie sehr Jan seine Farm liebt und wie zufrieden er hier ist. Wir unterhalten uns angeregt, bekommen jede Menge Erklärungen und genießen die Umgebung. Vögel kommen auch heute wieder nicht zu kurz: Cape Turtle Dove, Laughing Dove, Namaqua Dove, Drongo, Short-toed Rock Thrush, Brown Snake Eagle, Lilac-breasted Roller, Palm-Swift und Purple Roller
Wir passieren etliche Wasserstellen und sehen nach, ob dort alles in Ordnung ist. Jan macht uns auf dem Berg zu unseren linken Seite auf eine Reihe Mopanebäume aufmerksam, die eine Wasserader anzeigt. Während er uns dies erklärt, schnauft es direkt rechts neben uns. Bergzebras stehen keine 10 m von uns entfernt im Gebüsch! Wir sind mal wieder begeistert!
Leider sind wir nicht den erhofften Kudus begegnet. Aber - man kann nicht alles haben... 😉
Ohne auf die Uhr zu gucken sind wir rechtzeitig zum Lunch zurück auf der Lodge. Die Kranken fühlen sich besser und wir lassen uns einmal mehr mit Greek Salad, Spaghetti Bolognaise und Kuchen verwöhnen.
Die Nachmittagsfahrt lassen heute alle ausfallen, jeder macht es sich irgendwo bequem. Wir halten die geliebte Siesta und gehen dann zur heißen Quelle. Das heiße Wasser ist sehr schön entspannend. Aber bei 30° Außentemperatur wird es doch schnell zu heiß. Es ist ein schöner, ruhiger Ort hier. Auf dem Rückweg haben wir am Pool wieder eine dieser Begegnungen: In einem Grasbüschel, das im Kiesbett direkt neben dem Weg steht, raschelt es als wir daran vorbei gehen. Ich denke noch, na das ist für eine Eidechse aber ziemlich laut... 😕 Als ich den Kopf zur Seite drehe, sehe ich gerade noch, wie eine Schlange aus dem Grasbüschel die dahinter liegende Mauer hoch schnellt und im Gebüsch verschwindet. 🤩 Himmel, ich schon wieder!!! 🤩 Diese Schlange war vollkommen in ihrem Versteck eingerollt, damit unsichtbar und nur gut einen Meter von mir entfernt. Wie nahe kommen wir uns denn noch?! 😐 Auf Grund der Schnelligkeit, Größe und Färbung vermuten wir, dass es eine Whip Snake war.
Wir lassen den Nachmittag in der Lapa mit Kaffee, Keksen, Tagebuch schreiben und schwatzen ausklingen. Ich beobachte dabei die Eidechsen und Agamen, die sich in der Sonne wärmen.
Heute treffen wir uns alle zu einem frühen sundowner: Camelthorn Bockbier vom Fass! Oh, ist das lecker. 😄 Dazu Nüsse, Biltong, Droewors, gute Gespräche und viel Gelächter. Was für ein Leben! 😛
Und auch das Dinner ist wieder fein: Nach den bekannten Ritualen gibt es gemischten Salat, Rinderfilet mit Rotweinsauce, Schweinekotelett, Kartoffelbrei, Erbsen, Möhren, Bohnen, Blumenkohl - und natürlich Kuchen. Der Wind frischt auf, wir lassen die Rollos herunter, ziehen noch eine Jacke an und sitzen noch bis 21.45 zusammen. Der Sternenhimmel ist wieder mal gigantisch. Aber es ist zu kalt, um noch lange draußen herum zu stehen.
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200913. Aug. 2011 · #54
Hallo Beate,
Hier gibt es ein Thermalbecken mit 40° heißem Wasser und ein Abkühlbecken mit 20° kaltem Wasser. Das müssen wir später unbedingt testen!
Welches der beiden wolltet Ihr denn testen? Lass mich raten...😃 🤩 🤩
Danke, für die Beschreibung dieser Unterkunft. Habe ich zu meinen Favoriten gepackt, da wir ja auch immer gerne im afrikanischen Winter reisen. Und so eine große Wärmflasche auf dem Lodgegelände ist sicher nicht verkehrt.
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung der Huab Lodge. So freue ich mich umso mehr auf diese Lodge. Wir sind in ca. 1 Monat auch 3 Tage dort.
Gruss Elian
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201013. Aug. 2011 · #56
Butterblume schrieb:Hallo Beate,
Hier gibt es ein Thermalbecken mit 40° heißem Wasser und ein Abkühlbecken mit 20° kaltem Wasser. Das müssen wir später unbedingt testen!
Welches der beiden wolltet Ihr denn testen? Lass mich raten...😃 🤩 🤩
Na Marina, welches wohl??? 🤩 Für kalte Nächte gibt es auch die normalen Wärmflaschen in den Betten. Habe ich ganz vergessen zu erwähnen… Aber hier hatten wir es relativ warm nachts.
Ja, die Huab Lodge war in diesem Urlaub unser absoluter Favorit. Das Fazit kommt erst nächste Woche. Morgen widmen wir Naschkatzen uns der Trüffel- und Pralinenherstellung. Mjammm!
Hallo Elian, ich wünsche euch eine ganz tolle Zeit auf Huab. Genießt es, dort zu sein und gönnt euch den "Mut zur Lücke" bei den Aktivitäten. 😉 Es ist durchaus OK, nicht alle Angebote mitzumachen!
Liebe Grüße Beate
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200913. Aug. 2011 · #57
@Beate,
Morgen widmen wir Naschkatzen uns der Trüffel- und Pralinenherstellung. Mjammm!
...dann darf ich der Naschkatze verraten, dass ich gerade Maulwurfkuchen mit frischen Himbeeren backe...
Morgen gibt´s dafür frische Dorade gegrillt, mjammmm.:P
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Hanne6'152 Beiträge · seit 200614. Aug. 2011 · #58
Hallo Beate,
freut mich riesig, dass Euch die Huab so gut gefallen hat -- scheint sich überhaupt nichts verändert zu haben - das sehr gute Essen, das Vorstellen der hervorragenden Weine am Abend von Jan, nicht zu vergessen die Herzlich keit mit der man dort aufgenommen wird, die Morgenwanderung mit den Hunden genau so war es im Jahr 2000 als wir dort waren -- ach wie die Zeit vergeht 😉 Sonnige Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201020. Aug. 2011 · #59
Liebe Marina, liebe Hanne,
sorry, dass ich mich nicht eher gemeldet habe. Ich war etwas unsortiert in den letzten Tagen. 😵 Wir haben Kater Momo adoptiert und müssen uns erst mal zusammen raufen.
Unsere sweeties sind sehr lecker geworden. Der Kuchen und Fisch sicher auch…
Die Herzlichkeit auf Huab hat uns sehr gut getan, wir wären gerne noch geblieben…
Ab morgen geht es mit dem Bericht weiter, Regen ist angesagt. Heute scheint die Sonne, da müssen wir raus 🙂
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende mit Sonnenschein Liebe Grüße Beate
Beate2Themenstarter1'117 Beiträge · seit 201021. Aug. 2011 · #60
19. Juni 2011
Nach einer guten Nacht starten wir gegen 6.30 wieder zu unserem Morgenspaziergang. Das Thermometer zeigt 4°. Im Flussbett ist es noch recht kühl, die Nasen laufen und die Tiere halten sich bedeckt. Wir sind allein mit Jan und den Hunden unterwegs, geniessen wieder die Stille und die Natur, bekommen aber auch wieder viele Erklärungen. Irgendwann hören wir den Alarmschrei eines Go-away-Birds und dicht vor uns fliegt ein African Hawk Eagle vorbei - zum Nest. Dort sitzt das Weibchen und erwartet ihn bereits. Jan ist völlig aus dem Häuschen: 🤪 Endlich weiss er, wo das neue Nest ist! Das alte haben wir in den letzten Tagen mehrmals gesehen und Jan sagte immer „wenn ich nur wüsste, wo die jetzt sind...“ Die location wird wieder sorgfältig im Buch notiert.
Pünktlich zum Frühstück sind wir zurück. Die Gruppe ist heute klein, denn die Schnupfennasen bleiben alle im Bett. Das tut der Auswahl aber keinen Abbruch - wie zuvor ist es wieder köstlich und umfangreich. Dies ist unsere letzte Mahlzeit hier und wir mögen uns gar nicht trennen.
Wir wissen schon die ganze Zeit über, dass die Huab Lodge zu unseren Lieblingsunterkünften dieses Urlaubs zählen wird. Rückblickend ist sie DIE Lieblingslodge! 🙂 🙂 Hier stimmt für uns einfach Alles, es ist ein rundes Ganzes hier. Und wenn ich die Kosten vergleiche, dann ist die Huab Lodge mit den Aktivitäten, Verpflegung und Getränken günstiger als z.B. Erongo Wilderness und Camp Kipwe. Aber nach unseren Erfahrungen sind sie nicht zu vergleichen! Ihr werdet lesen, warum... 😵
Um 9.55 sind wir dann fertig zur Abfahrt, das Thermometer zeigt 19° und wir werden vor unserer Tür von einem Red-eyed Bulbul mit lautem Gezwitscher verabschiedet. Der Abschied von den Mitarbeitern und anderen Gästen ist ausgesprochen herzlich.
Bis zur C35 brauchen wir wieder 45 Minuten, dann geht es nach Khorixas. Die C35 ist glatt und gut zu fahren, die C 39 geht anfangs auch. In Khorixas machen wir die üblichen Stopps zum Tanken und Mini-Einkauf. Es ist Sonntag und im Ort ist außer an der Tankstelle und im Supermarkt nichts los. Ab dem Abzweig der D2628 wird die C39 allerdings unangenehm: Viele Löcher, sehr viel gravel und teilweise große Steine liegen auf der pad. Die Reviere sind steil, eng, tief und unten drin oft voll mit losem Geröll. Normale PKW müssen hier aufpassen, nicht aufzusetzen. Wir gucken mit langem Hals erst mal über die Kuppen, bevor wir uns hinunter stürzen... 🤩 Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie es noch vor Kurzem hier ausgesehen haben mag...😐 Mittlerweile haben wir 28°, das Fahren ist anstrengend und macht Magenschmerzen. 🙁 Aber die Landschaft ist sehr schön.
Den offiziellen Petrified Forest lassen wir rechts liegen und halten ca. 52km westlich von Khorixas auf der Blooukrans Farm, um uns dort den „Tsubes Petrified Forest“ anzusehen. Die Farm liegt in einer Senke auf der linken Seite und die weiße Toreinfahrt ist gut zu erkennen. Zum „state of the art“ office fährt man ein Stück von der Straße weg.
Für 40 NAM$ pro Person bringt uns unser Führer Ben von dort einen steinigen Weg bergauf zu den Versteinerungen. Hier sind feste Schuhe sehr zu empfehlen! Leider ist Ben des Englischen kaum mächtig und so bleiben unsere Fragen unbeantwortet. Einen kleinen Zettel mit Erklärungen gibt er uns immerhin als wir wieder beim Auto ankommen. Aber auch ohne viele Worte sind wir von den Versteinerungen beeindruckt. Teilweise sind sie von Felsen umschlossen und nur bei genauem Hinsehen erkennbar.
Meist liegen sie aber wie hingestreut herum
Die Strukturen faszinieren uns: Die Stücke sehen aus wie Holz, fühlen sich aber wie Stein an und sind auch so schwer.
Neben vielen kleinen Stücken gibt es auch noch einige lange Baumstämme.
Und auch einige Welwitschias wachsen hier.
Wer viele Erklärungen bekommen möchte ist hier vielleicht nicht so gut aufgehoben. Für uns ist es so OK. Und wir sind alleine hier, das ist ja auch was!
Die pad bleibt heftig und die Landschaft weiterhin sehr schön
Wir kommen danach noch an etlichen Schildern "Petrified Forest" vorbei, haben aber keine Ahnung, was es dort zu sehen gibt.
Die D2612 bildet dann den Höhepunkt des Tages: Ganz übles Wellblech mit viel losem Sand und Steinen obenauf. 😠 Wir schleichen mit 40-50 km h dahin und fluchen. Um die Landschaft zu geniessen halten wir zwischendurch an, denn bei dem Geholper geht das sonst gar nicht. Leider ist es sehr diesig und die Fotos sind nicht so toll. Aber die unterschiedlichen Felsformationen dicht nebeneinander, die weite Ebene und das hohe Gras sehen sehr schön aus.
Um 14.40 erreichen wir nach 181 km unser heutiges Ziel: Camp Kipwe Die Häuser der Lodge schmiegen sich an einen Granithügel und verschmelzen fast damit.