Crazy Zebra schrieb:ich weiss nicht ob es typisch namibisch ist - aber ich hab schon Palmwein probiert 🤢 bei meiner Grossmutter da nehme ich lieber ein Müsli zum Frühstück...Palmwein ist vor allem in Westafrika sehr verbreitet. Das gibts auch in Flaschen, aber am besten schmeckt es "frisch vom Baum" und die Afrikaner sagen:
tap before seven, drink before eleven. Ich bin selbst an Straßensperren der Polizei dazu eingeladen worden.
Wenn frischer (nicht industriell gefertigter) Palmwein zu alt ist, schmeckt er nicht mehr so dolle. Frischen Palmwein wirds in Namibia dann wohl nur recht weit im Norden geben.
Palmwein ist trüb weiß und säuerlich, erinnert etwas an Federweißen und der Alkoholgehalt schwankt sehr stark und kann bis 10% erreichen. Kann abführend wirken.
In abgelegenen Regionen oder in Vierteln wie Katutura sollte man auch Hirsebier (ich glaube, Soghum wird dafür verwendet) bekommen. Ich wurde in Katutura mal dazu eingeladen. Wie man das in Namibia nennt, weiß ich nicht. In Zambia, Zimbabwe und Malawi hieß das Chibuku, Shake Shake oder einfach "local beer". Ist sehr gewöhnungsbedürftig und erinnert optisch an Trinkjoghurt mit Bröckchen drin (sieht nicht lecker aus). Ab dem zweiten Mal fand ich das eigentlich recht gut und ich gehe in Afrika gerne mal in Kneipen der ärmeren Bevölkerungsschichten, wo es manchmal gar kein anderes "Bier" gibt. Man schließt sehr schnell Bekanntschaften, wenn man als Weißer dieses Chibuku trinkt. Die Einheimischen finden das gut und man kommt schnell ins Gespräch.
Aber Vorsicht: Das Zeug wirkt auf manche Leute recht abführend und es hat z.T. um die 6% Alkohol.
Was ich in Namibia nicht gesehen habe, aber in anderen Ländern Afrikas und nach dem man mal trotzdem Ausschau halten könnte, ist Bananenbier. Das war sehr billig und daher auch etwas für die ärmeren Regionen. Im Supermarkt gab es das (genauso wie Chibuku) nirgends. Man bekommt so was nur in Kneipen, in denen sich die meisten Touristen gar nicht rein wagen und das in Dörfern, in denen sie ungebremst durchfahren. 😉
Bananenbier war sehr billig, etwa 20 Cents pro Flasche und es hatte ungefähr 10% Alkohol. Geschmeckt hat es mir persönlich gar nicht.
Und einmal hatte ich irgendwo ein sehr spezielles "Bier" bekommen. Ich weiß nicht mehr, was da drin war (nur, dass Zucker zugesetzt war, um das Zeug zum Gären zu bekommen), aber das war richtig besch***en. Ich hatte richtig Durst nach einem Tag auf dem Rad, das "Bier" war kalt und unter normalen Umständen wäre das in wenigen Minuten weg gewesen. An dem Zeug hatte ich eine Dreiviertelstunde rumgenuckelt. Es kann jedenfalls spannend werden, wenn man mal die "normalen" Supermarktprodukte ignoriert.
Viele Grüße
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...