ich liebe euren Bericht 🙂 🙂 . Und eure Fotos erst; wunderschön. Was das Wetter angeht, hattet ihr wirklich von allem. Das Vlei mit Wasser gefüllt würde ich schon gerne mal live sehen. Toll 😁 .
Wenn wir gewusst hätten, was heute so alles passiert, wären wir wohl gar nicht aufgestanden, sondern im Bett liegen geblieben… Anfangs dumm gelaufen, später dennoch Glück gehabt???
Eigentlich begann der Tag recht normal. Gemütlich aufstehen, alles zusammenpacken und im Auto verstauen und noch einmal das Auto volltanken für die letzte längere Etappe. Bargeld hatten wir ja nun wieder 😉 Wir checkten im Desert Camp aus und dann ging es erstmal Richtung Solitaire. Wie immer hatten wir uns einen „Ort“ vorgestellt und wie immer war es eine Tankstelle, eine Lodge und eine kleinere Ansammlung von Häusern 😄 Wir genossen die schöne Landschaft und nach ein paar Kilometern bogen wir auf die D1275 zum Spreetshoogte Pass ab. Nachdem was wir in den Reiseführern über den „Pass der Pässe“ gelesen hatten, waren wir ganz aufgeregt. Die Zickzack-Pad sahen wir schon aus der Ferne und oben angekommen, legten wir mit traumhafter Aussicht einen kleinen Picknickstopp ein. Wow, wir waren froh diese Strecke gewählt zu haben, so schön konnte die Landschaft an den Alternativrouten gar nicht sein!!!
Auch hier oben musste es die letzten Tage geregnet haben, denn immer wieder floss Wasser die Berghänge hinab und lief über die Pad. Manchmal mussten wir kleinere Flussläufe durchqueren, die kristallklares Wasser führten. Es erinnerte hier so gar nicht an „Afrika“.
Doch je weiter wir fuhren, desto mehr wurde das Wasser und aus gut zu durchquerenden Bächen wurden tiefe, matschige Passagen. Aber auch diese waren irgendwie zu bewältigen, auch wenn es schon ein ungutes Gefühl war, die Steine, die man nicht sah, am Unterboden kratzen zu hören… Irgendwann sahen wir einen kleinen Lastwagen, der wohl bei einer der Querungen beschädigt wurde, zumindest fing eine Plastikwanne das herauslaufende Öl auf… Kurz darauf kam dann der Teil der Strecke, wo ich schon zum Umkehren bereit war, aber wieder die ganze Strecke zurück??? Wieder durch all diese matschigen Löcher??? Einen riesigen Umweg fahren??? Nein, wir versuchten es erneut und juhu, wieder ein Matschloch bewältigt!!!
Uuups, was war das? Ein LKW und ein Pferdefuhrwerk mitten auf der Straße. Straße??? Hmmm, ich weiß nicht, ob man das noch so nennen konnte. Tja, jetzt war hier alles vesperrt, also war Warten angesagt. Doch es tat sich lange Zeit nichts. Wir mussten auf die andere Seite, egal wie, oder doch umdrehen und den ganzen Weg wieder zurück fahren??? Die Einheimischen machten uns Mut die „Durchquerung“ zu versuchen, denn schließlich hätten wir einen 4WD und würden sicherlich hindurch kommen. Weit kamen wir nicht…. Ich weiß nicht, was „dümmer“ aussah, der LKW im Schlamm, das Pferdefuhrwerk links daneben oder wir in unserem Amarok??? Oder etwa alle drei zusammen??? Nichts ging mehr, weder vor, noch zurück. Mindestens 10 Leute versuchten, uns irgendwie hier heraus zu schieben, nichts ging. Meine Tür war auch nicht mehr zu öffnen, gefangen im Amarok 😐 In diesem Moment musste ich an Puschel denken, und hoffte, sie würde auch für uns eine Kerze im Kölner Dom anzünden, sollten wir hier irgendwie wieder aus dem Matschloch heraus kommen. Doch wie??? Hier mitten in Namibia, nichts weit und breit und das Handy hatte auch keinen Empfang… Den Flug für den nächsten Tag hatte ich schon abgeschrieben, denn laufen war zu weit 😉 So beschloss ich doch irgendwie aus dem Auto zu kommen, schob mit der Tür den Schlamm beiseite und schälte mich aus dem Auto… hinein in eine wunderbar schlammige Masse, die mir fast in die Schuhe lief. Ich wählte den Weg durch die sumpfige Graslandschaft, um wieder auf trockenen Boden zu kommen. Irgendwelche Schlangen oder sonstige Tiere? Lieber keinen Gedanken daran verschwenden und mittendurch! Und wen hörte ich auf einmal? Unseren Nachbarn aus Bitterpan, den wir vor einer Woche dort kennengelernt hatten!!! Seinen ersten Satz werde ich wohl nicht mehr vergessen: „Ja, was macht´s ihr denn da?“ DAS frage ich mich auch gerade! Wir unterhielten uns kurz, denn er stand mit dem Auto auf der anderen Seite und checkte gerade die Lage, wie er hier durchkommen könnte. Doch mit drei „Feststeckenden“ gabs keine Chance. Ich stellte mich gedanklich schon auf den langen Umweg ein den wir zurück fahren müssten, sollten wir überhaupt noch einmal hier heraus kommen… Doch ja, das Glück ist mit den Dummen! Dummerweise festgefahren, aber es kam irgendwoher, hier mitten in Namibia, ein riesiger Bagger, juhu!!! Das Pferdefuhrwerk war mittlerweile freigeschaufelt und die Pferde standen am Rande der Pad. Der Bagger lud auf die vordere Schaufel jede Menge Erde, damit er genug Grip hatte, den großen LKW herausziehen zu können. Es gelang! Dann waren wir an der Reihe. Ich bin noch immer den Männern dankbar, die komplett in diesem Matsch lagen, um das Seil an der Achse zu befestigen, damit uns der Bagger heraus ziehen konnte. Juhu, auch das klappte!!!
Unser Nachbar aus Bitterpan wollte sodann den Versuch wagen, auf unsere Seite zu fahren. In der tiefen Spur, die der LKW hinterlassen hatte, bretterte er, wieder einmal in einem Affenzahn, hindurch und kam „hüpfend“ auf unserer Seite an. Das nächste Auto blieb jedoch gleich wieder in der Mitte stecken und musste vom Bagger herausgezogen werden. Nun kam die große Entscheidung. Noch einen zweiten Versuch wagen oder doch umdrehen und vielleicht dort irgendwo steckenbleiben??? Hier war Hilfe und man ermutigte uns, es erneut zu versuchen. Ich wählte den Fußweg durch den Schlamm 🙂 Noch einmal in der Mitte stecken bleiben, ne das brauche ich nicht. Glücklich auf der anderen Seite hoffte ich, dass mein Mann irgendwie das Auto hier her fahren würde. Es gelang! Das Auto sah zwar nicht mehr aus wie „unser Amarok“ sondern eher wie ein „Schlammmobil“, aber das war in dem Moment egal. Wir waren glücklich und das nächste Auto steckte sogleich wieder fest. Ich glaube, der Baggerfahrer hatte an jenem Tag noch sehr viel zu tun, denn es kamen uns noch einige Autos in diese Richtung entgegen…
Die Einheimischen gaben uns noch ein paar Tipps für die nächsten „Flussquerungen“ und es waren auch wirklich nur noch wenige etwas heikle Passagen durch Wasserläufe, nicht mehr durch Schlammlöcher, zu bewältigen, juhu! Immer wieder sahen wir an der Seite der Pad große Seen. Wie schön ist doch Afrika!
Als wir nachmittags schließlich das Lake Oanob Resort erreichten, waren wir schon ein bisschen erleichtert. Auf dem Gelände gibt es ja einen 4X4-Trail, den wir eigentlich fahren wollten, doch für heute war unser Verlangen nach solchen Fahrten mehr als bedient. Nur noch auspacken, unsere Sachen flugfertig verpacken und den Sonnenuntergang über dem Lake Oanob genießen! Vor ein paar Stunden sah ich mich noch im Nirgendwo übernachten. Zum Putzen unserer Schlammschuhe opferten wir dann noch eine Zahnbürste, denn sonst hätte Air Namibia uns sicherlich nicht mitgenommen 😕 Nachdem uns ja den ganzen Tag der Hunger echt vergangen war, kam er jetzt langsam zurück. An der Rezeption fragten wir noch einmal nach dem Weg zum Restaurant. Freundlich erklärte man uns diesen, ausdrücklich mit dem Zusatz: „Unten am See rechts auf den Parkplatz, auf keinen Fall links, denn dort ist das Wasser!“ Unten angekommen zeigte der Wegweiser nach links… Hmmm, ob das wohl ein Witz sein soll????? Naja, wir fuhren rechts herum und parkten. Am nächsten Morgen sahen wir im Hellen, wo wir wohl gelandet wären, wenn wir dem Schild gefolgt wären… Auf alle Fälle genossen wir den Abend hier im Lake Oanob Resort, nicht irgendwo in einem Schlammloch mitten in Namibia!!! Ich bestellte mir den ersten Rock Shandy meines Lebens, nachdem Puschel ja so oft davon geschrieben hatte, und es schmeckte herrlich! Das Essen war vorzüglich und im Schlammloch hätten wir sowieso nur noch ein paar übrig gebliebene Kekse gehabt 😉 Allerdings gab es an diesem Abend doch noch ein negatives Erlebnis im Restaurant 🙁 Am Nachbartisch saßen zwei deutsche Ehepaare, die sich einfach unmöglich aufführten… Nähere Einzelheiten erspare ich lieber… Auch wenn wir eigentlich nichts damit zu tun hatten, schämten wir uns als Deutsche hier… Wieso reist man nach Namibia oder auch in andere ferne Länder, wenn man alles so haben möchte wie zuhause??? Unbegreiflich…. Die Angestellten hier waren so nett, zuvorkommend und höflich!
Nach einer holprigen Rückfahrt (brauche ich das wirklich heute noch einmal?) zurück zu unserer Unterkunft, ließen wir diesen ereignisreichen Tag bei dem letzten verbliebenen Bier und dem letzten Glas afrikanischem Rotwein ausklingen… Morgen geht es zurück nach „Good old Germany“…
Alex0807351 Beiträge · seit 201005. Juni 2011 · #43
Hi,
hey, ein Abenteuer ! Weißt Du was , ich finde ein Schlammauto toll 😄 . Unsers war auch voll dreckig, und es war jede Menge Arbeit, dass so hinzuzubekommen. Und eines Tages wollten wir morgens eine Lodge verlassen, da stand dann unser Auto frisch gewienert 🙄 😣 😄 😄 Nein,schön das Eure Geschichte gut ausgegangen ist. Obwohl doch so ein wenig Spannung zu einem gelungenen Urlaub beiträgt oder? Man hat auch anschließend was zu erzählen! Und eigentlich ist es doch gar nicht so schlimm, wenn man im richtigen Land einen Flieger verpasst 😉 😉 😉 , so kann man wnigstens noch ein Weilchen bleiben 😛 In diesem Sinne ganz liebe Grüße und eine schönen Sonntag Abend Alex
Lotusblume1'933 Beiträge · seit 200905. Juni 2011 · #44
Ein super schöner Reiseericht und die schönen Aufnahmen, Danke. Warte auf die Fortsetzung. 🙂
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200908. Juni 2011 · #46
Hallo Kathy,
vielen Dank für Deinen schönen Bericht. Ich weiß gar nicht, wo wir noch die Zeit und das Geld hernehmen sollen, um in nächster Zeit auch mal den KTP zu besuchen.
Und erst diese wahnsinnig tollen Fotos von/an der Düne 45! Wirklich grandios! Mein Kompliment!
Tja, und danke auch für das Wiedersehen mit Eagles Nest und dem Desert Camp. Auch für uns waren das Highlights unserer Tour.
Am allermeisten beneide ich Euch um die Erdmännchen-Sichtungen.:S 😐 🙁
Die würde ich zu gerne gegen Elefanten und Löwen tauschen!
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
@ Alex Ich fand unser Schlammmobil auch wieder toll, als es nicht mehr feststeckte… Viel Arbeit war das übrigens nicht… Gas geben, rein in den Schlamm und fertig 😉 Wieder raus war schwieriger...
@ Lotusblume Lieben Dank!!! Die Fortsetzung ist in Arbeit, die letzten Stunden in Namibia!!!
@ Butterblume Der KTP ist einfach nur toll, müsst ihr hin! Wir waren bestimmt nicht das letzte Mal dort und auch nicht im Eagle´s Nest 😉 Danke für das Kompliment für die Fotos 🙂 Freue mich sehr darüber!
15.Tag: 30.04.2011 Rehoboth – Flughafen Windhoek 162,5 km
Heute Morgen machten wir uns gemütlich fertig und fuhren dann Richtung Restaurant zum Frühstück. Da heute wohl irgendein „Großereignis“ war, parkten wir schon in der Nähe der Rezeption und liefen den Weg zum See hinunter. Nun, im Tageslicht, sahen wir den Wegweiser zum Parkplatz des Restaurants, der nach links, mitten hinein in den See zeigte… Hmmm??? 🤨 Hatten sie extra für uns das Schild umgedreht, um eine kostenlose Wäsche für unser „Schlammmobil“ im See zu haben??? Glücklicherweise folgten wir gestern im Dunkeln nicht dem Wegweiser!!!
Wir frühstückten noch genüsslich auf der Terrasse mit Blick auf den Stausee, der momentan gänzlich mit Wasser gefüllt war. Bei den Regenmassen in der letzten Zeit kein Wunder.
Danach fuhren wir zurück zu unserer Unterkunft, packten schweren Herzens alle Sachen zusammen und um 10 Uhr gings los Richtung Windhoek. Beinahe hätten wir unseren Adapter vergessen, aber ein netter Angestellter rannte uns noch hinterher. Bei der Ausfahrt aus dem Resort sahen wir noch einmal Giraffen, Zebras, Kuhantilopen und Springböcke, die aber hier in einer Art „Gehege“ leben.
In Rehoboth machten wir uns auf die Suche nach einer Waschanlage für unseren Amarok, oder hätten wir doch den Stausee nehmen sollen??? Denn schließlich sollte unser Schlammmobil etwas zivilisierter in der Hauptstadt erscheinen. Naja, ehrlich gesagt machten wir dies nur, um die bestimmt extra anfallenden Waschgebühren wegen erhöhter „Schlamm-Außengestaltung des Autos“ zu sparen 😉 Liebevoll wurde unser Amarok gewaschen und erstrahlte wieder in seinem wunderbar strahlenden Silber 😄
Im Zentrum Rehoboths beobachteten wir an diesem Samstagmorgen noch das bunte Treiben auf den Straßen und machten uns dann auf den Weg nach Windhoek. Wir hatten den Eindruck, die Gegend wäre noch viel grüner als vor zwei Wochen. Aber das lag vielleicht auch an den letzten Tagen, die wir in der roten Namib verbracht hatten.
In Windhoek wollten wir uns die letzten Stunden noch in der Maerua Mall vertreiben, doch das Chaos auf dem Parkplatz war so heftig, dass wir es vorzogen, ins Zentrum Windhoeks zu fahren. Parken konnten wir direkt am Craft Market. Oh, wenn wir jetzt noch mehr Namibia-Dollars hätten… Mein Handgepäck wäre sicherlich doppelt so schwer geworden. Aber so konnte ich nur noch eine Holzschüssel erstehen, denn auch in Windhoek bekamen wir an den Bankautomaten kein Geld mehr mit unseren Karten. Naja, dann eben beim nächsten Mal 😎 Kurz noch die Schüssel verstaut und schon machten wir uns auf den Weg zum Flughafen, gaben unseren Amarok zurück und unser Gepäck vertrauten wir wieder Air Namibia an. Kurz wurden noch die Ausreiseformalitäten erledigt, der Passstempel abgeholt und wir schlenderten durch die „unzähligen 4 Shops“ auf dem Flughafen, der eher einem Regionalflughafen gleicht. Die letzten Schritte (für diesen Urlaub…) auf afrikanischem Boden führten uns zum Flugzeug. Da die Sitzplatzverteilung nicht stimmte, weil angeblich die gesamten Sitzplatzreservierungen für diesen Flug gelöscht wurden, gab es eine Doppelbuchung in der Reihe 31. So setzten die Stewardessen in afrikanischer Gelassenheit Passagiere von vorne nach hinten, von links nach rechts und umgekehrt. Dies dauerte eine gefühlte halbe Stunde. Trotzdem starteten wir fast pünktlich, warteten noch auf das Abendessen und hauten uns danach „Hummeldumm“ auf die Ohren… Morgen sind wir wieder zuhause in Deutschland, aber Südafrika und Lesotho warten schon auf uns, das wird bestimmt wieder ein Abenteuer geben 🤪 😛 🤪
ne, reingeregnet hat es bei uns nicht, Glück gehabt 😛 Wenn ich die anderen Reiseberichte so lese, hatten wir glaube ich sowieso sehr viel Glück mit dem Wetter!