6.Tag: 21.04.2011 Teil 1 Grootkolk - Gharagab 83,9 km
Pünktlich um 7 Uhr hörten wir die Aufbruchstimmung in den benachbarten Chalets, nur wir waren wieder einmal nicht ganz fertig… Da heute aber keine lange Strecke vor uns lag, wollten wir zuerst zu einem kleinen Game Drive aufbrechen, danach nochmal nach Grootkolk zurückkommen und „packe, packe Auto“ spielen. Gesagt, getan, starteten wir, auf Anraten unseres Rangers, Richtung Süden zum Kannaguass-Wasserloch. Viel war hier nicht los und so beobachteten uns die 4 hübschen Oryx-Antilopen bei unserem Keksfrühstück im Auto 😉 Die Zeit verflog trotzdem wie im Flug und wir machten uns auf den Rückweg zum Camp.
Doch plötzlich hinter einer Kurve… Da stand er… Ein stattlicher, schwarzmähniger Kalaharilöwe, direkt an der rechten Seite der Sandpiste!!! Wow, er war sehr imposant! Langsam trottete er am Straßenrand entlang, schaute ins Tal, lief weiter und überquerte die Piste. Wir folgten ihm langsam und in gebührendem Abstand. Bei dem Anblick fehlten uns wieder einmal die Worte. Er war nicht unser erster Löwe den wir sahen, aber es ist immer wieder ein sooo faszinierendes Erlebnis. Im Nachhinein stellten wir anhand unserer Bilder fest, dass er eine Viertelstunde direkt vor uns herlief, bis er stehen blieb, sich umschaute und dann langsam die Düne hinauflief und verschwand. Wir waren ja heute Morgen nicht wirklich auf Löwensuche, aber das Glück ist eben mit den Dummen 😉
Wir überlegten auf dem Weg zurück zum Camp wie es wohl wäre, wenn er jetzt über die Dünen liefe, um dann am Wasserloch in Grootkolk seinen Durst zu stillen. Aber soviel Realität sollte sein und es wäre ja des Glücks zuviel gewesen, wenn wir ihn noch einmal gesehen hätten. So kehrten wir kurz darauf ins Camp zurück, zeigten dem Ranger ein paar Schnappschüsse des Löwen, packten unsere Sachen zusammen und beluden das Auto. Immer wieder schauten wir, ob der Löwe nicht doch den Weg über die Dünen zum Wasserloch finden würde. Doch leider sahen wir ihn nicht mehr kommen. Die benachbarten Chalets wurden vom Ranger schon wieder auf Vordermann gebracht und so wollten wir dann auch rasch aufbrechen. Ich saß mit noch offener Tür im Auto und… Da war er!!! Direkt hinter dem benachbarten Chalet muss er sich vorbeigeschlichen haben, wenige Meter hinter uns…. Und nun trottete er ganz gemächlich Richtung Wasserloch! Unser stattlicher, schwarzmähniger Kalaharilöwe! Schnell liefen wir hinter die niedrige Abgrenzung des Chalets und genossen ganz alleine im Camp, wie er sich am Wasserloch niederließ und trank. Wir waren hin und weg. Einige Zeit konnten wir ihn so noch beobachten, bis er langsam durch das hohe Gras weiterlief und sich wohl auf die Suche nach einem schattigen Rastplatz für den Tag machte. Welch ein phantastisches Löwenerlebnis!
6.Tag: 21.04.2011 Teil 2 Grootkolk - Gharagab 83,9 km
Mit diesem beeindruckenden Erlebnis im Kopf machten wir uns nun auf den Weiterweg. In Union´s End zeigte sich ein ganz anderes Bild als im Oktober 2009. Wo man hinschaute stand hohes Gras! Auf dem 4x4-Trail ging es dann weiter nach Gharagab. Hier stand das Gras teilweise so hoch, dass es bis an die Außenspiegel des Autos reichte.
Im Camp bezogen wir das Chalet Nr.1 und nun war für den Nachmittag relaxen angesagt. Von der Terrasse überblickten wir die wunderschöne Landschaft, Oryx-Antilopen und Strauße schauten am Wasserloch vorbei und Falken jagten dort. Auf der Aussichtsplattform genossen wir die Abendstimmung und nach dem abendlichen Braai saßen wir noch eine ganze Weile auf der Veranda, wo uns ein Springhase besuchte…
Heute klingelte wieder früh der Wecker, doch was war jetzt los? Das Licht funktionierte aus irgendwelchen Gründen heute Morgen nicht. Da wir aber auch keine Lust hatten mit der Taschenlampe ins Bad zu gehen, blieben wir noch ein wenig im Bett liegen, bis es draußen etwas heller wurde. Kurz fertig machen und schon hieß es wieder zusammenräumen und ab gings zuerst einmal Richtung Nossob. Als wir eine Gruppe Erdmännchen entdeckten, hätten wir diesen possierlichen Tierchen stundenlang zusehen können. Sie schauten immer aus dem hohen Gras hervor, tauchten wieder ab, um an anderer Stelle wieder Ausschau zu halten. So kamen sie ganz neugierig bis fast an unser Auto heran, überquerten vor uns die Straße und vollführten direkt vor uns richtige Kunststücke. Zwei Singhabichte kreisten in unmittelbarer Nähe in der Luft, weswegen die Erdmännchen sehr wachsam waren und auf der anderen Seite der Straße wieder im hohen Gras verschwanden.
Ohne weitere große Unterbrechung fuhren wir nach Nossob und wurden bei manch einer Düne im Auto heftig durchgerüttelt. In Nossob liefen wir noch an den Hide, tankten das Auto und kauften noch ein paar Kleinigkeiten im Shop ein. Ein netter Mann öffnete uns das Tor zum 4x4-Trail nach Bitterpan. Ach, auch hier war eine neue Ausfahrt, seit unserem letzten Besuch!
Unterwegs flogen immer wieder Vögel ganz dicht vor das Auto und Korhaane stiegen, sich laut beschwerend, in die Luft. Wir sahen auch eine Oryx-Familie mit einem noch ganz kleinen Oryx-Jungen. Doch schnell liefen die drei davon. Auch ein kleiner Schabrackenschakal suchte ganz schnell das Weite.
Im Camp angekommen, packten wir erst einmal unsere Vorräte in den Kühlschrank und genossen die wunderschöne Aussicht auf die Bitterpan. Drei Strauße erfrischten sich an den letzten Wasserstellen der Pan und in der Ferne heulten Schakale.
Mittlerweile besitzt in Bitterpan jede Unterkunft einen eigenen Braai-Bereich. Da wir in den letzten Tagen mit dem Grillen immer so ziemlich die letzten waren, beschlossen wir, heute den Grill einmal etwas früher anzumachen. So waren unsere Grillsachen fertig, als auch die südafrikanischen Nachbarn zu unserer Linken am Essen waren. Faszinierend war, dass sie wieder einmal pünktlich um 8 Uhr schlafen gingen, während wir noch ein wenig die Abendstimmung mit einem Windhoek Lager auf der Terrasse genossen. Doch was war das? Auf der rechten Seite begannen jetzt die Grillvorbereitungen erst richtig, während links schon alles schlief. Na, da merkte man doch die deutschen Wurzeln unseres Nachbarn auf der rechten Seite, der vor nahezu 30 Jahren aus dem Schwabenland nach Südafrika ausgewandert war. Na, da hätten wir heute ja auch später grillen können 😉
Die Nacht war geprägt von einem enormen „Fledermausflugverkehr“ im Chalet. Es huschte nicht nur eine Fledermaus wie in Kieliekrankie umher, nein, ein Ventilator wäre hier ganz und gar unnötig gewesen 😉
lieben Dank für eure positiven Antworten!!! Das motiviert doch immer wieder sehr, am Bericht weiterzuschreiben. Leider gibts heute noch nicht die Fortsetzung (denke morgen ist sie fertig), denn ich muss ja auch mal wieder die tollen Reiseberichte anderer Fomis lesen, z.B. die lustige Hummeldumm-Reise 😄
casimodo4'528 Beiträge · seit 200717. Mai 2011 · #29
Hallo Kathy, Hallo Marco,
vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Photos. Er steigert unsere Sehnsucht nach dem KTP und unseren nächsten Afrikaurlaub bis an die Schmerzgrenze 😛
Zu früher Morgenstunde spazierten zwei Oryx-Antilopen durch die Bitterpan, sonst gab es nichts Spektakuläres zu sehen. Wir unterhielten uns noch etwas mit unserem Nachbarn, der uns auf die großen Käfer ansprach, die er nicht gesehen, wohl aber die ganze Nacht gehört hatte. Er erzählte uns, dass sie Geräusche wie ein „Kussmund“ machten. Hm, wir glauben ja eher, es waren die Geräusche der vielen Fledermäuse 😉
So machten wir uns dann auf den Weg durch die Dünen nach Mata Mata und legten am Strathmore-Wasserloch eine kurze Frühstückspause ein. Ein kleiner, einsamer Steenbock leistete uns Gesellschaft, ansonsten waren wir ganz alleine, mitten in dieser grandiosen Landschaft!
Gemütlich fuhren wir weiter über die Dünen und sahen vereinzelt Tiere, die durch das hohe Gras streiften. Plötzlich kam hinter uns ein Auto angeschossen. Waren wir sooo langsam oder unser Nachbar aus Bitterpan so schnell??? Naja, wir suchten eine geeignete Stelle, an der er vorbei fahren konnte, noch kurz die Scheibe runtergedreht und erzählt und zack, hüpfte sein Auto weiter in einem Affenzahn über die ganzen Bodenwellen. Aber, wir sollten ihn zu einem späteren Zeitpunkt in Namibia noch einmal wiedertreffen 😉
Zurück im Auob-Tal fuhren wir zuerst einmal Richtung Süden. Trotz der einzigartigen, wunderschönen Landschaft in den Dünen, hatten wir dort die großen Tierherden schon etwas vermisst. Diese hatten wir jetzt wieder zurück! Große Gruppen von Oryx- und Kuhantilopen, viele Springböcke, Löffelhunde, Kori Bustards und, und, und… alle waren hier im Tal versammelt.
Am Dalkeith-Wasserloch unterhielten uns vier Reiher und die lustigen Erdhörnchen. An dieser Stelle drehten wir dann auch um und fuhren zum Mata Mata Camp. Nach dem Einchecken suchten wir unser Riverfront-Chalet und waren sehr beeindruckt. Der totale Gegensatz zu manch einem anderen Camp. Doch auch jetzt, beim Schreiben des Reiseberichts, sind meine Gedanken zwiespältig… Die Chalets sind sehr komfortabel und neu, mit einer tollen Einrichtung und schöner Küchenzeile. Doch wie backt man in einem Mikrowellenherd ohne Potje ein Brot??? Nein, es war wirklich wunderschön, aber ich finde die weniger luxuriösen Camps genauso traumhaft! Vielleicht braucht man Beides, vielleicht auch nicht, ich bin mir da noch unschlüssig… Irgendwie passen die neuen Riverfront-Chalets noch nicht so ganz in meine Gedanken zum KTP… Aber den „Luxus“ zu genießen ist ja auch manchmal ganz toll und die Aussicht auf das Wasserloch war einfach grandios!
Kurz nach unserer Ankunft verdunkelte sich dann aber der Himmel, Donner grollte und es begann zu regnen. Das Gewitter dauerte nicht lange, es prasselte dicke Tropfen und trotzdem kam immer wieder die Sonne durch.
Am späten Nachmittag war es Zeit für unseren letzten Game Drive im KTP, morgen geht’s nach Namibia zurück… Gerne hätten wir die Zeit im KTP noch verlängert, aber wir freuten uns auch schon ein bissl auf das Neue… In den letzten Tagen musste es im Auob-Tal stark geregnet haben, denn die Wasserlachen auf der Sandpiste schienen noch viel größer zu sein als ein paar Tage zuvor. Trotz allen Umständen war jetzt schon ein wenig Abschied angesagt, die letzten Tiersichtungen im KTP 🙁 … Im Licht der untergehenden Sonne und den Gewitterwolken in der Ferne, boten sich uns immer wieder tolle Fotomotive, so dass wir erst kurz vor Torschluss ins Camp zurückkamen.
Schnell wurde es dunkel und wir genossen den letzten Abend im KTP. Immer wieder blitzten Augen im Schein unserer Taschenlampe. Schakale liefen durch das Tal und schlichen direkt am Camp vorbei. Uuups, und plötzlich stand eine große Tüpfelhyäne direkt vor unserem Chalet, sie lief weiter und kehrte wenige Minuten später wieder zurück. Um 21:30 Uhr wurde der Generator abgeschaltet und der Sternenhimmel strahlte noch viel intensiver, letzte Nacht im KTP, schade…
9.Tag: 24.04.2011 Mata Mata – Fish River Canyon 454,5 km
Tschüss KTP – Namibia wir kommen!
An der Tankstelle in Mata Mata tankten wir unseren Amarok für die weite Strecke zum Fish River Canyon noch einmal voll und erhöhten den Reifendruck. Dann fuhren wir zur Grenze. In den letzten Tagen im KTP hatten wir kaum Mongoose gesehen. Hier, direkt an der Grenze, tollten sie vor uns herum! Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt und los ging es…
Am Straßenrand entdeckten wir wieder einen großen Waran, aber er war so schnell verschwunden, dass fotografieren unmöglich war. Nach unendlich vielen Dünenüberquerungen (die mich viel Konzentrationsübungen gekostet haben, damit mir nicht richtig schlecht wird…) und der trockenen Landschaft ab Koes, legten wir unseren ersten Stop am Köcherbaumwald ein. Auch zur Mittagszeit fanden wir ihn wunderschön und waren fast die Einzigen, die zu dieser Zeit hier waren. Auch am Giant´s Playground waren nicht viele andere Besucher und so konnten wir die Stille in dieser einzigartigen Landschaft richtig genießen.
Da die Straße Richtung Fish River Canyon noch immer gesperrt war, wie wir vorher hier im Forum erfahren hatten, führte unser Weg am Naute Dam vorbei. An der Furt unterhalb des Dammes hielten wir mitten im Wasser an und fotografierten die hübschen Graureiher.
Die weiterführende Straße war, bedingt durch die enormen Regenfälle der letzten Zeit, wirklich heftig in Mitleidenschaft gezogen und teilweise stark ausgespült. Dennoch kamen wir am Nachmittag glücklich im Canon Roadhouse an, luden kurz aus und machten uns auf den Weg an den Main Lookout. Irgendwie fand ich im Vorfeld Bilder des Canyons nicht immer umwerfend, trotzdem hatte ich ihn mir groß vorgestellt. Aber in Wirklichkeit war er bombastisch!!! Wenn das Pfeifen des Windes nachließ, hörte man das Wasser ganz tief im Canyon rauschen und Falken segelten in der Luft. Bilder sind zwar immer tolle Erinnerungen, aber alle diese Schönheiten der Natur in Wirklichkeit zu erleben und in Gedanken zu haben, ist noch viel schöner!
Nach dem Sonnenuntergang (bei dem man wirklich nicht sonderlich tolle Bilder machen kann) machten wir uns auf den Rückweg zum Roadhouse. Dort ließen wir es uns, nachdem in den letzten Tagen ja immer Selbstversorgung angesagt war, beim Abendessen richtig gut gehen. Leckere Vorspeise und Hauptgang mit Wildfleisch, mein Mann natürlich danach noch ein leckeres Dessert 😉 Hach, es war auch wieder einmal erholsam, nicht alles selbst machen zu müssen und von dem netten Personal so toll bedient zu werden. Wir schauten uns noch ein wenig im Roadhouse um, es ist ja richtig lustig und originell dort!!!
Auch unser Zimmer fanden wir richtig hübsch und nach dem anstrengenden Tag schliefen wir ganz bald ein. Am nächsten Tag sollten die „Dummen“ mal wieder Glück haben… und zwar bei unserem schönsten Chalet im ganzen Urlaub…
10.Tag: 25.04.2011 Fish River Canyon – Klein-Aus Vista 384,8 km
Wow, heute morgen gab es Frühstücksbuffet im Roadhouse. Nach einer Woche „Keksfrühstück“ oder belegten Broten im Auto eine tolle Abwechslung 😉 Danach brachen wir rasch zum Fish River Canyon auf. Da wir ja gestern Abend am Main Viewpoint waren, bogen wir heute Morgen kurz vorher auf die Piste zum South Viewpoint ab. Die ersten Kilometer waren etwas ruppig, doch die grandiose Aussicht in den Canyon vom ersten Viewpoint entschädigte für die holprige Anfahrt. Die Piste wurde etwas besser und auch die Aussicht am zweiten Aussichtspunkt war traumhaft. Nun begaben wir uns auf die letzten 12 km, die nur mit einem 4WD befahren werden dürfen und dies auch zu Recht 😉 Die ersten Kilometer waren nicht schlechter als die Piste zuvor, doch nach und nach merkten wir immer mehr, dass doch dringend ein 4WD erforderlich war. Teilweise war die Straße sehr ausgewaschen, so dass riesige Steinbrocken herausschauten und kurze steile Abhänge mussten bewältigt werden. Die Landschaft war sehr karg, aber trotzdem wunderschön. Am letzten Viewpoint angekommen, waren wir leider etwas enttäuscht, da die Aussicht in den Canyon nicht gerade spektakulär war. So verweilten wir hier nicht sehr lange und beschlossen, lieber auf dem Rückweg öfter anzuhalten. Dies taten wir dann auch und erlebten schon kurz darauf wieder einmalig schöne Einblicke in den Canyon.
Später als geplant fuhren wir zurück ans Roadhouse, tankten dort noch einmal und fuhren über die C12 und den Umweg über die D545 am Naute Dam entlang zur B4 Richtung Aus. Wir stoppten noch kurz an der Brücke, die über den Fish River führt, und machten ein paar Fotos. Nach vielen trockenen Flussbetten, die wir schon gesehen hatten, floss hier doch sehr viel Wasser.
Den weiteren Weg durch die gebirgige Landschaft fand ich wunderschön. Eigentlich hatten wir geplant, die Südroute am Oranje entlang zu fahren und waren anfangs enttäuscht, dass diese noch gesperrt war. So war ich überaus positiv von der Schönheit dieser Gegend überrascht!
Je weiter wir fuhren, desto eintöniger wurde die Landschaft. Lange Geraden, auf und nieder, ab und zu einmal eine Kurve. Aber das gehört ja in Namibia einfach dazu… Am späten Nachmittag erreichten wir Klein-Aus Vista. Nachdem wir uns zuvor im Forum schon über die schönsten Chalets informiert hatten, bekamen wir immer wieder die gleichen Aussagen: Eagle´s View an erster Stelle, danach Desert Vista und The Rock. So nahmen wir im Vorfeld unserer Reise noch einmal den Anlauf, direkt eine Mail an Klein-Aus Vista zu schicken und darum zu bitten, eine dieser Unterkünfte zu bekommen. Die Antwort war sehr positiv, denn eigentlich waren wir für eine andere Unterkunft eingeplant. Aber wir sollten nun „The Rock“ bekommen, juhu!!! So war die Vorfreude schon riesig, denn die Bilder, die wir vorher sahen, waren einfach nur toll!!! Im wunderschönen Empfangsbereich wurden wir herzlich begrüßt, unterhielten uns ein wenig, bekamen den Weg ins Eagle´s Nest auf einer Karte erklärt und erhielten dann den Schlüssel. Uuuups, Eagle´s View… das neueste und wohl auch schönste Chalet von allen, damit hatten wir nicht gerechnet 🙂 Na, das Glück ist eben mit den Dummen… Bei einem köstlichen Glas Saft warteten wir noch auf unser Braai-Paket. Auf dem Weg zu unserem Chalet sahen wir schon aus der Ferne die kleinen Häuschen, die so toll in die Felsen integriert sind. Ganz abseits am Rande stand das Eagle´s View. Als wir ankamen waren wir richtig baff. Wir waren sprachlos über diese traumhafte Unterkunft, die einfach stilvoll ausgestattet und mit liebevollen Details dekoriert ist. Aber das Tollste waren die im Chalet integrierten Felsen und das riesengroße Panoramafenster!
Nach dem ersten „Foto-Shooting“ packten wir unsere Sachen aus und öffneten zum Abendessen unser Braai-Paket. Na, manche haben hier im Forum ja schon davon berichtet… Es ist wirklich so! Köstlicher, frischer Salatteller mit extra Salatsoße, tolles Wildfleisch zum Grillen, vorbereitete Kartoffeln und gefülltes Brot, danach noch Dessert. Und wir brauchten nicht einmal mehr den Tisch zu decken, alles war liebevoll vorbereitet. Das Abendessen im Schein der untergehenden Sonne über der Namib schmeckte wundervoll!!! Und so genossen wir den wundervollen Abend mit einem traumhaften Sternenhimmel in diesem einzigartigen Chalet!!!
hach, was weckt dein Reisebericht meine Sehnsucht!! Wir waren nach 2x Desert Vista im Dezember erstmalig im Eagles View und waren auch superbegeistert!!! Es ist wirklich ein Traum dort: Häuschen, Landschaft, Angestellte. Mit Piet, dem Chef, haben wir auch wieder ein interessantes Gespräch geführt, er ist sehr aufmerksam und hilfsbereit.
Rundum ein soo wunderbarer Flecken Namibias... Danke und ich freue mich schon auf die Fortsetzung! Gruß von tanja
Beim Klingeln des Weckers offenbarte sich uns heute ein traumhafter Blick vom Bett aus, durch die große Glasfront des Eagle´s View, auf die Namib. Was für eine wundervolle Aussicht! Kein Lärm, keine Autos, keine Menschen, einfach nur wunderbare Natur und Stille! Irgendwann trennten wir uns dann schweren Herzens von dem kuscheligen Bett, machten uns fertig und holten die beiden reichlich bestückten, leckeren Frühstücksteller aus dem Kühlschrank. Na, ein Teil davon wurde auch noch unser Mittagsimbiss 😉 Kurze Zeit später brachen wir auf Richtung Lüderitz, unser erster Stop sollte Kolmanskuppe sein. Je weiter wir uns von Aus entfernten, desto karger wurde die Landschaft. Dafür blies der Wind den feinen Sandstaub über die Straße.
In Kolmanskuppe machten wir dann um 11 Uhr eine Führung. Treffpunkt war das ehemalige Casino und begrüßt wurde die ganze Besuchergruppe in perfektem Deutsch. Doch, uuups… bei der Frage, wie die ganze Gruppe aufgeteilt werden sollte, stellte sich heraus, dass wir die einzigen Deutschen hier waren. Also keine eigene Führung in deutscher Sprache 🙁 So wurde eine große „Afrikaans-Gruppe“ gebildet und eine „Englisch-Deutsch-Gruppe“, die aus gerade einmal 4 Personen bestand, uns Beiden und zwei weiteren Personen. Aber ob die beiden Anderen so gut Englisch verstanden? Auf alle Fälle war es eine sehr lustige Führung durch die Geisterstadt. Unser Guide „rannte“ mit uns von Haus zu Haus, immer wieder mitten durch den Sandsturm, wir kamen uns vor wie in einem Sandstrahlgebläse! Seine englische Aussprache war so schnell und immer wieder durch sein lustiges Lachen unterbrochen, dass es ganz viel Anstrengung kostete, ihm zu folgen. Doch wir wollten ja auch Rückmeldung geben und versuchten unser Bestes! Nach etwa einer Stunde kamen wir über den Hintereingang in einem Nebenraum des Casinos an, und was sahen wir da? Die „Afrikaans-Gruppe“ war noch immer hier! Hatten die schon das Sandstrahlgebläse hinter sich, oder hatten sie gar keine Lust nach draußen zu gehen??? Wir schlichen uns leise vorbei, denn schließlich wollten wir ihre Führung nicht stören. Kurz schauten wir uns noch im Museum um und in der großen Halle demonstrierte uns unser Guide noch die wunderbare Akkustik. Nur für uns 4 und ein paar Arbeiter, die gerade am Renovieren waren, sang er ein wunderschönes Lied.
Zu zweit erforschten wir dann Kolmanskuppe noch ein wenig, denn ich wollte ja auch noch ein paar nette Bilder schießen 🙂 Bei der hektischen Führung blieb dafür leider nicht so viel Zeit. Alleine in manch einem verlassenen Haus war es schon etwas unheimlich. Der Wind pfiff durch undichte Fenster und offene Dächer. Die Zimmer, deren Wände einst wunderschön gefärbt waren, waren teilweise hoch mit Sand gefüllt. Badewannen und Waschbecken konnte man im Sand noch erahnen, teilweise lagen sie auch ganz im Freien, außerhalb der verfallenen Häuser. Wer hatte hier früher wohl gelebt? Was mag hier wohl alles passiert sein?
Da wir heute nicht zu spät zum Eagle´s View zurückkehren wollten, verweilten wir nur kurz in Lüderitz. Wir warfen unsere Post ein, schauten auf Shark Island und an der Waterfront vorbei und natürlich statteten wir der Felsenkirche und dem Goerke-Haus einen kurzen Besuch ab. Auch die bunten Häuser in der Bergstraße mussten für das „obligatorische Lüderitz-Foto“ herhalten 😉
Auf der Rückfahrt staunten wir wieder über die Wüstenlandschaft links und rechts der Straße. Kein Baum, kein Strauch, keine Gräser, einfach nur Sand und Felsen weit und breit. Der Baggerfahrer, der am Vormittag den verwehten Sand von der einen Straßenseite auf die andere transportierte, hatte nun scheinbar auch schon Feierabend. Doch da der Wind weiterhin kräftig blies, wird er wohl am nächsten Tag wieder Sand hin und her gefahren haben 😉
Am Garub-Viewpoint legten wir noch einmal einen Stop ein, um die Wildpferde zu beobachten. Viele tranken am Wasserloch, auch kleine Fohlen waren dabei. Einige Pferde kamen ganz dicht zu uns heran, liefen sogar über den Parkplatz und nach einiger Zeit verschwanden die meisten Pferde in die Weite der Namib. Übrigens…für alle Frauen: Ein Toilettenhäuschen wird gerade gebaut, aber fertig ist/war es noch nicht 😉
Kurz schauten wir noch an der Lodge vorbei, unterhielten uns mit Piet und nahmen dann das Braai-Paket für den heutigen Abend mit zu unserem Chalet. Wow, es war wieder so großartig wie am Tag zuvor. Und so genossen wir den Abend bei einem wieder einmal wunderschönen, afrikanischen Sonnenuntergang über der Namib und einem Gläschen Wein und Bier…
12.Tag: 27.04.2011 Klein-Aus Vista - Sesriem 370,1 km
Auch wenn heute Morgen der Wind heftig blies, war der Blick aus dem Fenster nach dem Aufwachen wieder genial. Wie auch gestern war der Frühstücksteller reichlich gefüllt und wir richteten noch ein Picknick für unterwegs zusammen. Schließlich packten wir alle unsere Sachen zusammen, verstauten sie im Auto und verabschiedeten uns schweren Herzens von dem tollen Chalet im Eagle´s Nest. In Aus war noch einmal Tanken angesagt. Es war richtig spaßig, da wohl die ganzen Menschen der Umgebung hier, an der einzigen Tankstelle weit und breit, tanken wollten. Und ruckzuck entstand eine riesige Autoschlange auf der Straße in dem kleinen Örtchen! So viele Autos sieht man hier in Namibia manchmal an einem ganzen Tag unterwegs nicht!!!
Fertig gerüstet ging es los auf die C13 Richtung Helmeringhausen. Die Gravelroad war fast so breit wie eine vierspurige Autobahn. Gegenverkehr sah man durch die Staubfahnen schon Kilometer im Voraus, so dass man, je nach Beschaffenheit der Pad, links, mittig oder auch rechts fahren konnte, das nennt man Fahrkomfort! Nach knapp 60 Kilometern bogen wir in die D707 ein, es soll ja eine der schönsten Straßen Namibias sein… und… die Strecke war wirklich traumhaft! Auf der linken Seite die rot leuchtenden Dünen, rechts die Tirasberge. Aber auch die C27 weiter Richtung Sesriem stand in Nichts nach. Diese Pad, die teilweise mitten durch die Berge führt, war landschaftlich mindestens genauso toll!!!
Nachmittags kamen wir im Desert Camp an, bezogen unser Zelt, luden zum vorletzten Mal unser Auto aus und organisierten dann an der Rezeption noch die Geschirrbox. Eigentlich hatte ich mich gar nicht auf so eine nette Unterkunft eingestellt. Es war zwar nicht so „luxuriös“ wie das Eagle´s View, aber es erinnerte wieder etwas an die Camps im KTP, auch wenn hier recht viele Zelte standen.
Kurz schauten wir noch in der Sossusvlei Lodge vorbei, um irgendwie noch etwas Bargeld für das letzte Mal Tanken zu besorgen. Das fanden wir in Namibia etwas gewöhnungsbedürftig: „Tanken nur mit Bargeld.“ Wir hatten es zwar zuvor gelesen und gewusst, aber nach 2 Wochen wurde das Bargeld dann doch etwas knapp und irgendwo mit dem Auto aus Benzinmangel stehen bleiben, ne, das sollte nicht sein… Also lieber doch noch ein wenig Bargeld organisieren 🙂 Dass man auch mit gefülltem Tank irgendwo in Namibia „stehen bleiben“ kann, erfuhren wir erst am übernächsten Tag… Aber war da das „Glück mit den Dummen“???
Auf alle Fälle fuhren wir mit ein paar SA-Rand mehr in der Tasche von der Sossusvlei Lodge zurück ins Desert Camp und kurz nach 18 Uhr bekamen wir unser Braai-Paket geliefert. Hmmm, leckeres Wildfleisch! Wir zündeten unser Grillfeuer an und während des Essens auf der kleinen Terrasse, schauten immer wieder Schakale vorbei. Ein Schakal setzte sich nur wenige Meter neben uns auf die Lauer, wohl um etwas Essbares zu ergattern. Wie ein „wohlerzogener“ Hund wartete er geduldig, dass er etwas bekommt, aber, man darf ja keine Wildtiere füttern. Tja, Schakal, falsche Hoffnung… Von uns bekam er jedenfalls Nichts, hoffentlich auch nicht von den anderen Besuchern des Desert Camps! So verweilten wir noch ein wenig auf der Terrasse und die Vorfreude auf den nächsten Tag und das Sossusvlei stieg. In der Nacht war es sehr stürmisch, die Planen des Zeltes flatterten unaufhörlich und der Wind pfiff heftig…
Die ganze Nacht tobte ein heftiger Wind, der sich im Zelt wie ein Orkan anfühlte. Eigentlich hatten wir den Wecker schon für kurz vor 5 Uhr gestellt, um zum Sonnenaufgang im Park zu sein. Doch da es noch immer heftig stürmte, beschlossen wir, mit dem Aufstehen noch ein wenig zu warten.
Nachdem der Wind etwas nachgelassen hatte, ging es los Richtung Sossusvlei. Gleich am Parkeingang machte uns die nette Dame, die uns die Permit verkaufte, darauf aufmerksam, dass wir unser Geld nicht zurückbekommen, auch wenn wir am Sossusvlei wegen des Wetters nicht viel sehen würden... Das waren ja tolle Aussichten, nicht wegen des Geldes, sondern da ich mich schon den ganzen Urlaub auf diesen Tag gefreut hatte 🙁 Naja, jetzt waren wir nun schon einmal hier, also los zu den Dünen und zum Vlei, egal welch ein Wetter war!!! Die Landschaft war trotzdem traumhaft und an den Dünenkämmen bildeten sich richtige „Sandfahnen“. Selbstverständlich hielten wir an der Düne 45 an und liefen den Dünenkamm etwas hinauf. Der starke Wind blies unerbittlich den Sand über den Kamm, was sich auf der Haut wie Schmirgelpapier anfühlte. Heute hätte ich lange Hosen gebrauchen können! Trotzdem war es ein tolles Erlebnis und die Aussicht, wenn auch nicht von ganz oben, atemberaubend!
Weiter ging es zum Sossusvlei. Die letzten Kilometer sind ja bekanntlich nur mit 4WD befahrbar, und es war auch wirklich purer Tiefsand. Trotzdem brachte uns unser Amarok sicher zum Vlei hin und auch wieder zurück 😁 Als wir am Vlei ankamen dann die große Überraschung: Es war mit Wasser gefüllt!!! Wie ein großer See mitten in der Wüste, unglaublich! Wir liefen die Düne ein Stück hinauf, um uns einen besseren Überblick zu verschaffen und wurden mit einer grandiosen Aussicht belohnt.
Auf dem Rückweg hielten wir noch einmal an der Düne 45, bei mittlerweile strahlend blauem Himmel und auch der Wind hatte nachgelassen. Ganz alleine konnten wir diese wundervolle Landschaft genießen. Wie unterschiedlich der gleiche Platz innerhalb weniger Stunden doch aussehen kann.
Im Tsauchab-Tal erblickten wir auf dem Rückweg viele Oryx-Antilopen, Springböcke und Strauße. Leider waren sie nicht so nahe, wie man das im KTP oftmals erlebt. Naja, gesehen haben wir diese hübschen Tiere trotzdem! Am Sossuspoort Aussichtspunkt legten wir nur einen kurzen Stopp ein, denn wir wollten pünktlich zum Sonnenuntergang an der Elim-Düne ankommen. Dennoch war die Aussicht auf das weite Tal und die Dünenlandschaft wunderschön.
Im Schein der untergehenden Sonne stiegen wir die Elim-Düne hinauf und hatten einen tollen Rundblick. Blauer Himmel, roter Sand, kein Wind und kein Sturm und traumhafte Sicht auf die Berge in der Ferne, fast schon kitschig schön! Na, das war ja doch noch ein richtig gelungener Tag!!!
Kurz bevor das Tor geschlossen wurde verließen wir den Park und fuhren zurück ins Desert Camp. Heute war der letzte Braai unter afrikanischem Himmel (in diesem Urlaub 😛 ) angesagt. Abends wurde es wieder deutlich windiger und so blieben die vielen Insekten, die am Tag zuvor ziemlich nervig waren, aus. Lediglich eine riesige, hysterische Heuschrecke leistete uns Gesellschaft. Auch die Schakale hatten heute keine Lust auf einen Besuch. Plötzlich wurde alles dunkel. War eine Sicherung bei unserem Zelt gefallen? Nein, das ganze Camp war für einige Minuten ohne Strom. Na, das hat bestimmt jemand angestellt, der die unzähligen, funkelnden Sterne am südlichen Himmel bewundern wollte 😉 Doch nach wenigen Minuten war alles wieder okay und im Camp brannten wieder viele Lichter…
Alex0807351 Beiträge · seit 201002. Juni 2011 · #38
Hi Ihr 2
ihr habt wahnsinnig tolle Bilder. Ihr hatte wirklich richtig Glück. Wir haben in unseren Urlauben nie soviel Glück. Meistens erwischen wir die Unwetter und da wo das ganze Jahr die Sonne scheint, ist an dem einzigesten Tag, wo wir jemals da sind und sein werden, bewölkt!Ich fange an mir Gedanken zu machen, warum das so ist 🙄 . Unsere Bilder vom Sossuvlei nur ein Paar Tage später sehen nicht so schön aus. Die sind ganz im Gegenteil furchbar chaotisch. Hoffe Euer Glück blieb Euch hold, auch was das Auto betrifft ? 😉 ich bin gespannt... LG Alex
vielen Dank für das "Bilderlob" 🙂 Habe mir in deinem wunderschönen Bericht die Bilder vom Sossusvlei angeschaut. (Und natürlich auch alles gelesen!) Das ist ja wirklich Wahnsinn!!! Nur ein paar Tage später und alles steht unter Wasser. Irgendwie kann man sich das gar nicht vorstellen. Ich finde deine Bilder übrigens gar nicht chaotisch, denn es wäre doch langweilig, wenn alle nur Bilder mit blauem Himmel machen würden. Außerdem finde ich Bilder mit Wolken manchmal sowieso viel interessanter!
Aber ich verstehe es, dass du dich wegen des Wetters geärgert hast. Mich ärgert sowas auch immer 😠 Aber das Wetter kann man ja leider 🙁 , oder auch glücklicherweise 🙂 , nicht ändern.
Freue mich schon auf die Fortsetzung deines Berichtes, er ist wirklich toll!!!
casimodo4'528 Beiträge · seit 200703. Juni 2011 · #40
Hi Kathy, Hi Marco,
ich kann mich den Meinungen meiner Vorgängern nur anschließen. Eure Bilder und der Bericht sind echt Super! Besonders die Kontraste aus grünem Gras,dunkelrotem Sand, weißen Wolken und blauem Himmel kann keiner nachempfinden, der jem,als selbst in diesem Land war.
Das Desert Camp ist für mich der lebende Beweis, daß schön nicht immer = Luxus sein muß!