„Das Glück ist mit den Dummen ;-)“ Dies war an vielen Tagen unserer Reise immer wieder unser Gedanke! Es war an irgendeinem Tag unserer Reise, irgendwo im KTP, keine Ahnung mehr, wann und wo genau der Gedanke kam: Hey, das wird die Überschrift für unseren Reisebericht! „Das Glück ist mit den Dummen ;-)“
Doch nun von vorne. Wir, das sind mein Mann (Marco_1311) und ich, waren nun zum dritten Mal im südlichen Afrika unterwegs. Bereits das dritte Mal ging es in den KTP, da dies unser absoluter „Lieblingspark“ ist, aber zum ersten Mal auch in den südlichen Teil Namibias…
Das erste Mal flogen wir auch mit Air Namibia, oftmals hatten wir eher Schlechtes gehört, doch wir flogen pünktlich von Frankfurt in diesem doch etwas älteren Flieger los und landeten pünktlich in Windhoek. Für alle, die immer über Verspätungen klagen, wir hatten Glück!!! Alles hat reibungslos geklappt!
Nach den Einreiseformalitäten, die doch etwas Zeit in Anspruch nahmen, musste ich dann am Gepäckband feststellen, dass meine neue Reisetasche wohl irgendwo hängen geblieben sein musste und der Reißverschluss offen war. Doch glücklicherweise fehlte nichts und auch die Tasche ließ sich reparieren. Überrascht waren wir dann auch, dass bereits zu so früher Morgenstunde der Schalter der Mietwagengesellschaft besetzt war und wir ohne lange Wartezeit unser Auto bekommen sollten. Von Deutschland aus hatten wir nochmals telefoniert, damit wir auch wirklich einen 4WD mit zweitem Ersatzrad bekommen. 2009 hatten wir in Südafrika schon einmal einen nagelneuen VW-Bus, anstatt eines 4WD angeboten bekommen, was natürlich völlig unmöglich war, um nach Gharagab oder Bitterpan zu fahren. Dies sollte nicht wieder passieren… Da wir uns auf den versprochenen Hilux eingestellt hatten, waren wir verwundert, dass ein anderes Auto auf dem Formular stand. Ohje, nicht schon wieder ein nicht 4WD-taugliches Auto auf unserer geplanten Strecke…
Grüße Kathy & Marco
Teil 209. Mai 2011
1.Tag: 16.04.2011 Windhoek - Kalahari Anib Lodge 324,6 km
… auf die Nachfrage, warum wir keinen Hilux bekommen, meinte die nette Dame am Schalter nur, wir sollten draußen einmal nach dem Auto schauen und wenn wir nicht zufrieden wären, sollten wir noch einmal zurückkommen. Aber dies mussten wir nicht tun! Um „unser Auto“ schlich schon ein anderer Mann herum, der es gerne gehabt hätte… Wow, ein nagelneuer VW Amarok!!! Tipptopp!!! 122 km!!! Na, das Glück ist eben mit den Dummen 😉
Wir verstauten sogleich unser Gepäck und machten uns auf nach Windhoek, um dort unsere Vorräte für die ganzen nächsten Tage einzukaufen. Nach langen zwei Stunden im Supermarkt und danach vollgeladenem Auto für die nächsten zwei Wochen, machten wir uns auf in Richtung Kalahari Anib Lodge. Auf der Suche nach der B1 Richtung Rehoboth landeten wir mitten in einem Wohngebiet. Es war jedoch das einzige Mal, dass uns die tolle Tracks-4-Africa-Karte in die Irre führte, was aber auch an der Baustelle und den gesperrten Straßen in Windhoek gelegen haben könnte. Nunja, irgendwann fanden wir den richtigen Weg und genossen zum ersten Mal die grüne, wunderschöne Landschaft Namibias. Kurz hinter Kalkrand hörten wir dann einen dumpfen Knall. Durch den Rückspiegel sahen wir Tropfen an der Heckscheibe. Bei der nächsten Gelegenheit hielten wir an und sahen das Malheur. Eine 2-Liter Flasche in unseren Kartons war geplatzt! Glück im Unglück hatten wir, da die Flasche nicht im Fahrerraum geplatzt war, sonst hätten wir wohl unsere Reisetaschen und Klamotten trocknen müssen… Auf direktem Weg fuhren wir weiter zur Kalahari Anib Lodge, bezogen unser schönes Chalet und beseitigten dann erst einmal das nasse Chaos im Auto. Den Karton räumten wir aus und ließen ihn in der Sonne trocknen.
Danach machten wir noch einen kleinen Rundgang auf den Walking Trails und genossen den Sonnenuntergang am äußeren Swimmingpool der Lodge. Eine riesige Gewitterwolke hing am Himmel und immer wieder hörten wir ein Grollen in der Ferne. Während ich mich kurz unter die Dusche stellte, prasselte ein kurzer, aber heftiger Gewitterschauer auf unser Chalet nieder.
Um 19 Uhr war Abendessen angesagt. Wie in der Kalahari Anib Lodge üblich, wurde das Menü in Englisch, Deutsch und der Klick-Sprache vorgestellt. Es war richtig köstlich und beim Essen im Freien stellte sich das richtige Afrika-Feeling ein. Gegen 21 Uhr fielen wir müde ins Bett, die erste Nacht in Namibia lag vor uns, traumhaft!
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 310. Mai 2011
2.Tag: 17.04.2011 Kalahari Anib Lodge - Urikaruus 362,9 km
Nach dem Frühstück unter afrikanischem Himmel konnten wir den nun getrockneten Karton wieder einräumen, packten unsere anderen Sachen zusammen und machten uns auf Richtung KTP. Die Vorfreude war riesig, KTP wir kommen!!! Unterwegs kauften wir noch im Red Dune Camp köstliches Wildfleisch für die nächsten Tage ein und hofften, dass es an der Grenze nach Mata Mata damit keine Probleme geben würde. Unterwegs begegneten uns die ersten Warane an der Straßenseite und über dem grünen Auob-Tal flog eine große Gruppe Marabus.
Mit jedem Kilometer wurde die Vorfreude auf den KTP größer. An der Grenze in Mata Mata angekommen, schlug die Stunde der Wahrheit. Wir füllten das Formular aus, danach kontrollierte der Zollbeamte das Auto, er hatte nichts zu beanstanden. Holzkohle war erlaubt und nach dem Fleisch fragte er nicht 🙂 Also fuhren wir zur Rezeption und checkten ein. Im Anschluss kontrollierte noch einmal ein südafrikanischer Beamter unsere Pässe, dann ging die Schranke hoch. Juhu, wir sind da!!! Wir kauften noch schnell Holz, reduzierten den Reifendruck und suchten sodann die neue Ausfahrt aus dem Camp in Mata Mata. Schon kurz darauf sahen wir die ersten Kuhantilopen, Springböcke und Oryx-Antilopen. Es war unbeschreiblich, wie grün das Auob-Tal war, nachdem unsere letzten beiden Aufenthalte im Juni bzw. Oktober waren, wo hier alles recht trocken war. Überall sprieste das Gras und die Strauße leuchteten noch viel intensiver in diesem Grün. Zudem sahen wir viele Kori Bustards und einen Secretary Bird. Kurz vor Urikaruus lag eine kleine Puffotter auf der Straße. Irgendwie fühlte sie sich von uns gestört und verzog sich ins hohe Gras.
Im Camp angekommen, wurden wir von Eric begrüßt, luden unser Auto aus und machten uns später noch einmal zu einem Game Drive auf. Giraffen zupften genüsslich Blätter von den Bäumen, ein großer Geier erhob sich in die Luft, nachdem er ständig von einem Falken attackiert wurde, riesige Springbockherden, und, und, und…
Pünktlich kehrten wir wieder ins Camp zurück, entzündeten unser erstes Braai-Feuer und backten das erste Potje-Brot. Eine Tüpfelhyäne besuchte unterdessen das Wasserloch in Urikaruus. Die erste Nacht im KTP war eher unruhig, da unsere Untermieter sehr lärmten. Wir mussten feststellen, dass wir anstatt eines „2-Bed-Chalets“ eher ein „3-oder-mehr-Bat-Chalet“ gebucht hatten 😉 Juhu KTP, endlich angekommen!!!
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 411. Mai 2011
3.Tag: 18.04.2011 Urikaruus 108,4 km
Kurz vor 5 Uhr wurden wir endgültig wieder wach, da die „Untermieter“ uns keine Nachtruhe mehr gönnten. Da am Urikaruus-Wasserloch nichts Aufregendes passierte, machten wir uns schon früh zu einem Game Drive auf. Wir fuhren Richtung Mata Mata bis zum Veertiende Boorgat. Zu den üblichen Tieren wie Oryx und Gnus, sahen wir eine große Springbockherde im Morgenlicht und mehrere Greifvögel.
Kurz vor dem Dertiende Boorgat entdeckten wir frische Katzenspuren im Sand, sie mussten von einem Cheetah mit Jungen stammen. Doch leider konnten wir die Tiere nicht ausfindig machen und die Spuren verliefen sich. Von den mittlerweile vielen, grazilen Giraffen im Park waren wir genauso angetan, wie von dem regen „Aus- und Einflugsverkehr“ an manch einem Webervogelnest.
Auf der Rückfahrt kamen wir wieder an der großen Springbockherde vorbei, die ganz eng, irgendwie merkwürdig, beieinander stand. War vielleicht ein Raubtier in der Nähe? Die Herde lief los, fast in einer Reihe und plötzlich blieben alle Tiere stehen. Sie blickten starr in eine Richtung.
Kurz darauf bemerkten wir eine Tüpfelhyäne, die auf die Herde zulief und beschleunigte. Die Springböcke flüchteten panisch, doch da die einzelne Hyäne wohl keinerlei Erfolg verspürte, lief sie kurze Zeit später die Dünen hoch und beäugte von dort die Schaulustigen in den Autos 🙂
Den Nachmittag genossen wir auf dem Balkon in Urikaruus mit Blick auf das Wasserloch, an dem immer einmal wieder Tiere vorbeischauten.
Doch gegen Abend hielt es uns nicht mehr im Camp und wir brachen erneut zu einem Game Drive auf. Zuerst machten wir uns auf den Weg Richtung Süden, wo die Straße reinstes Wellblech war. In diesem Jahr waren wir sehr überrascht von den vielen Oryx-Antilopen, die wir in früheren Urlauben nicht in so riesiger Anzahl gesehen hatten. Zwei davon trugen einen kleinen Machtkampf aus, den wir gespannt verfolgten. Die großen Gnu-Herden, die in der Trockenzeit durch das Auob-Tal ziehen und den trockenen Boden aufwühlen, vermissten wir jetzt nach der Regenzeit etwas. Doch plötzlich bekamen wir doch noch eine Gnuherde zu Gesicht.
Irgendwann drehten wir um, fuhren noch ein Stückchen in nördliche Richtung, wo uns eine Gruppe Strauße begegnete. Einer der Hähne hatte wohl großen Hunger! Wie kann man mit einem so dünnen Hals eine ganze Melone ohne Kauen herunterschlucken? Es sah schon sehr lustig aus, als die Melone den „Hals hinunter rutschte“, doch dem Strauß schien es zu bekommen 🙂 Lustig waren auch immer wieder die vielen Kori Bustards, die durch das hohe Gras huschten, und wir nur die Hälse und Köpfe ausmachen konnten!
Auf dem Heimweg türmten sich schon die ersten Gewitterwolken auf, dennoch konnten wir noch schön auf dem Balkon grillen. Im Lichtkegel der Taschenlampe schlich direkt am Camp eine wirklich große Tüpfelhyäne mit Jungem vorbei. Einige Zeit später setzte sich dann bei uns die Müdigkeit durch. Als wir gerade im Bett lagen, brach draußen ein heftiger Gewittersturm los. Uns wurde es richtig mulmig zumute…
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 512. Mai 2011
4.Tag: 19.04.2011 Teil 1 Urikaruus - Kieliekrankie 129,8 km
… die „Gewitternacht“ war wieder sehr unruhig, da ich oftmals überlegte, ob die Chalets all die Sturmböen und Wassermengen vertragen würden. Auch Eric meinte am nächsten Morgen, dass es wohl ein sehr heftiges Gewitter in der Kalahari war. Irgendwann in der Nacht ließ das Gewitter nach. Doch unsere „Untermieter“, die Bats, meldeten sich sogleich wieder zurück, juhu, Schlaf ade!!!
Heute machten wir keinen frühen Game Drive, sondern packten gleich unsere Sachen zusammen. Zuerst fuhren wir ein Stückchen Richtung Mata Mata, wo eine Slender Mongoose wie ein begossener Pudel am Wegesrand verweilte. Fröhliche Oryx-Antilopen lachten für uns in die Kamera und vier kleine Bat-eared Foxes kamen ganz nah an unser Auto heran, bis sie kurz darauf wieder ins hohe Gras verschwanden.
Vor dem Veertiende Boorgat wurde die Straße, bedingt durch den heftigen Regen der Nacht, immer klebriger. Der Sand drückte sich in das Profil der Reifen und schleuderte gegen das Auto, schneller als 20 km/h war hier nicht mehr drin. Irgendwann machten wir uns dann auf den Weg Richtung Kieliekrankie und legten am Kamqua Rest Area eine kleine Pause ein. Hier war das große Glück mal wieder mit uns 🙂 Wow, ein Gepard kam von der Düne her direkt auf den Rest Area zu. Er lief über die Straße im Auob-Tal und ging auf der anderen Talseite die Düne wieder nach oben. Verschwunden war er wieder… Doch welch ein tolles Erlebnis!
Kurz darauf erfuhren wir von 5 Löwen in der Nähe des Kamfersboom-Wasserlochs. Na, das Glück ist mit den Dummen 😉. Bevor wir also in die Querspange nach Kieliekrankie einbogen, fuhren wir noch diese wenigen Kilometer und sie lagen wirklich da! Fünf Löwen dösten im Schatten eines Baumes!
Da unsere eigenen Stubentiger ja auch immer sehr lange „Mittagsschlaf“ halten, wollten wir zuerst einmal ins Camp fahren, um dann am Nachmittag noch einmal zurück zu kommen. Doch kurz bevor wir losfahren wollten, näherte sich eine Oryx-Antilope dem Löwenrudel. Sie bemerkte die Löwen, die nun hellwach waren und galoppierte davon. Jedoch drehte sie sich immer wieder um und beobachtete die ganze Situation. So machten wir uns nun doch auf den Weg nach Kieliekrankie und eine kleine Schildkröte kreuzte noch unseren Weg.
Teil 612. Mai 2011
4.Tag: 19.04.2011 Teil 2 Urikaruus - Kieliekrankie 129,8 km
Am späten Nachmittag brachen wir dann wieder zu einem Game Drive auf, natürlich zu den Löwen. Sie lagen noch immer unter ihrem Baum und dösten, bis ein vorbeiziehendes Gnu ihre Aufmerksamkeit erregte.
Langsam kam Bewegung in die Gruppe und die Tiere wurden hellwach. Das Gnu suchte jedoch das Weite und so standen nacheinander die zwei Löwinnen auf, streckten sich und liefen Richtung Dünenkamm. Die drei Löwen folgten nach und nach. Kurz darauf verschwanden sie alle hinter dem Dünenkamm. Wunderschön war, dass wir dies fast ganz allein erleben konnten, da wir ja die Nacht in Kieliekrankie verbrachten und sich alle anderen schon auf den Weg in die anderen Camps machen mussten…
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 713. Mai 2011
5.Tag: 20.04.2011 Kieliekrankie - Grootkolk 263,4 km
Heute Nacht flog immer wieder eine kleine Fledermaus in unserem Schlafzimmer herum. Mein Mann schlief jedoch tief und fest und glaubte es mir anfangs nicht wirklich. Doch es sollte auch noch anders kommen in den nächsten Tagen… Übrigens, heute war sowieso mein(!) großer Tag. Ich durfte mit dem tollen, neuen Auto bis nach Grootkolk fahren!!! Allerdings nur, da mein Mann mit einem wehen Fuß nicht recht konnte 😐 Naja, er bereute es später noch, denn die „Kalahari Seenplatte“ war ein Traum zum Fahren!
Von Kieliekrankie führte unser Weg zuerst nach Kij Kij und da die Straße nach Twee Rivieren immer noch gesperrt war, hatten wir das Nossob-Tal Richtung Norden bis nach Dikbaardskolk ganz für uns alleine. Anfangs waren es nur Pfützen auf der Straße, irgendwann ärgerten wir uns, dass wir nicht von Beginn an die ganzen „Seen“ gezählt hatten, und dann tauften wir die Straße im Nossob-Tal auf den Namen „Kalahari-Seenplatte“, denn sie glich regelrecht einer Seenlandschaft. Nach den letzten heftigen Gewittern stand hier oftmals alles unter Wasser.
Dies hatte aber auch einen besonderen Reiz, denn nie zuvor hatten wir eine solch beeindruckende Fülle von Tieren hier erlebt. Riesige Oryx-, Kuhantilopen- und Springbockherden zogen durch das Tal. Wir hatten auch das Glück einen Honey Badger zu sehen, doch leider verschwand er sehr schnell im hohen Gras. Auf dem Weg nach Nossob konnten wir auch einen Adler ausmachen, der auf einem Baum thronte.
Im Nossob Camp angekommen, tankten wir noch kurz und mein Mann putzte die Autoscheiben, da ich wohl zu schnell durch manch ein Wasserloch gefahren war 😉 Auf der Karte der Wildsichtungen war Richtung Grootkolk ein roter Punkt für Löwen eingetragen. Wir entdeckten auch immer wieder Löwenspuren im Sand, doch Löwen sahen wir leider keine. Später erfuhren wir, dass sie im dichten Gras lagen, jedoch nur schwer zu sichten waren.
Wenige Zeit später lief eine ganze Gruppe kleiner Strauße auf der Straße. Wo waren da wohl die Straußeneltern? Etwas weiter entfernt sahen wir sie. Doch einige Kilometer entfernt lief ein ganz kleines, einsames Straußenkücken in der Hitze an der Straße entlang. Weit und breit waren keine anderen Strauße zu sehen, hoffentlich hatte es seine Familie nicht verloren… Ich weiß, es sind die Gegebenheiten der Natur, aber man würde so ein kleines Tierchen doch am liebsten einpacken und mitnehmen…
In Grootkolk empfing uns dann der Ranger und wir bezogen unser Chalet.
Mein Mann plauderte etwas mit unserem Nachbarn, wie sich bald herausstellte auch ein Fomi! Abends wurde dann wie immer der Grill zum Braai angeworfen. Doch schon um 20 Uhr war es überall ganz still, alle hatten sich schon in ihre Unterkünfte verzogen. Da die fliegenden Tierchen immer penetranter wurden und auch der Wind immer mehr auffrischte, beeilten wir uns mit dem Essen und räumten rasch das Geschirr zusammen. Danach verzogen wir uns auch in unsere Betten, um am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein. Die Nacht war recht ruhig, ohne Fledermausflug über dem Kopf 😉 Doch da wir am nächsten Morgen später als alle anderen aus dem Bett kamen, waren wir die letzten, die zum Game Drive aufbrachen. Doch, hmmm, das Glück ist mit den Dummen 😉 …
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 815. Mai 2011
6.Tag: 21.04.2011 Teil 1 Grootkolk - Gharagab 83,9 km
Pünktlich um 7 Uhr hörten wir die Aufbruchstimmung in den benachbarten Chalets, nur wir waren wieder einmal nicht ganz fertig… Da heute aber keine lange Strecke vor uns lag, wollten wir zuerst zu einem kleinen Game Drive aufbrechen, danach nochmal nach Grootkolk zurückkommen und „packe, packe Auto“ spielen. Gesagt, getan, starteten wir, auf Anraten unseres Rangers, Richtung Süden zum Kannaguass-Wasserloch. Viel war hier nicht los und so beobachteten uns die 4 hübschen Oryx-Antilopen bei unserem Keksfrühstück im Auto 😉 Die Zeit verflog trotzdem wie im Flug und wir machten uns auf den Rückweg zum Camp.
Doch plötzlich hinter einer Kurve… Da stand er… Ein stattlicher, schwarzmähniger Kalaharilöwe, direkt an der rechten Seite der Sandpiste!!! Wow, er war sehr imposant! Langsam trottete er am Straßenrand entlang, schaute ins Tal, lief weiter und überquerte die Piste. Wir folgten ihm langsam und in gebührendem Abstand. Bei dem Anblick fehlten uns wieder einmal die Worte. Er war nicht unser erster Löwe den wir sahen, aber es ist immer wieder ein sooo faszinierendes Erlebnis. Im Nachhinein stellten wir anhand unserer Bilder fest, dass er eine Viertelstunde direkt vor uns herlief, bis er stehen blieb, sich umschaute und dann langsam die Düne hinauflief und verschwand. Wir waren ja heute Morgen nicht wirklich auf Löwensuche, aber das Glück ist eben mit den Dummen 😉
Wir überlegten auf dem Weg zurück zum Camp wie es wohl wäre, wenn er jetzt über die Dünen liefe, um dann am Wasserloch in Grootkolk seinen Durst zu stillen. Aber soviel Realität sollte sein und es wäre ja des Glücks zuviel gewesen, wenn wir ihn noch einmal gesehen hätten. So kehrten wir kurz darauf ins Camp zurück, zeigten dem Ranger ein paar Schnappschüsse des Löwen, packten unsere Sachen zusammen und beluden das Auto. Immer wieder schauten wir, ob der Löwe nicht doch den Weg über die Dünen zum Wasserloch finden würde. Doch leider sahen wir ihn nicht mehr kommen. Die benachbarten Chalets wurden vom Ranger schon wieder auf Vordermann gebracht und so wollten wir dann auch rasch aufbrechen. Ich saß mit noch offener Tür im Auto und… Da war er!!! Direkt hinter dem benachbarten Chalet muss er sich vorbeigeschlichen haben, wenige Meter hinter uns…. Und nun trottete er ganz gemächlich Richtung Wasserloch! Unser stattlicher, schwarzmähniger Kalaharilöwe! Schnell liefen wir hinter die niedrige Abgrenzung des Chalets und genossen ganz alleine im Camp, wie er sich am Wasserloch niederließ und trank. Wir waren hin und weg. Einige Zeit konnten wir ihn so noch beobachten, bis er langsam durch das hohe Gras weiterlief und sich wohl auf die Suche nach einem schattigen Rastplatz für den Tag machte. Welch ein phantastisches Löwenerlebnis!
Teil 915. Mai 2011
6.Tag: 21.04.2011 Teil 2 Grootkolk - Gharagab 83,9 km
Mit diesem beeindruckenden Erlebnis im Kopf machten wir uns nun auf den Weiterweg. In Union´s End zeigte sich ein ganz anderes Bild als im Oktober 2009. Wo man hinschaute stand hohes Gras! Auf dem 4x4-Trail ging es dann weiter nach Gharagab. Hier stand das Gras teilweise so hoch, dass es bis an die Außenspiegel des Autos reichte.
Im Camp bezogen wir das Chalet Nr.1 und nun war für den Nachmittag relaxen angesagt. Von der Terrasse überblickten wir die wunderschöne Landschaft, Oryx-Antilopen und Strauße schauten am Wasserloch vorbei und Falken jagten dort. Auf der Aussichtsplattform genossen wir die Abendstimmung und nach dem abendlichen Braai saßen wir noch eine ganze Weile auf der Veranda, wo uns ein Springhase besuchte…
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 1016. Mai 2011
7.Tag: 22.04.2011 Gharagab - Bitterpan 168,7 km
Heute klingelte wieder früh der Wecker, doch was war jetzt los? Das Licht funktionierte aus irgendwelchen Gründen heute Morgen nicht. Da wir aber auch keine Lust hatten mit der Taschenlampe ins Bad zu gehen, blieben wir noch ein wenig im Bett liegen, bis es draußen etwas heller wurde. Kurz fertig machen und schon hieß es wieder zusammenräumen und ab gings zuerst einmal Richtung Nossob. Als wir eine Gruppe Erdmännchen entdeckten, hätten wir diesen possierlichen Tierchen stundenlang zusehen können. Sie schauten immer aus dem hohen Gras hervor, tauchten wieder ab, um an anderer Stelle wieder Ausschau zu halten. So kamen sie ganz neugierig bis fast an unser Auto heran, überquerten vor uns die Straße und vollführten direkt vor uns richtige Kunststücke. Zwei Singhabichte kreisten in unmittelbarer Nähe in der Luft, weswegen die Erdmännchen sehr wachsam waren und auf der anderen Seite der Straße wieder im hohen Gras verschwanden.
Ohne weitere große Unterbrechung fuhren wir nach Nossob und wurden bei manch einer Düne im Auto heftig durchgerüttelt. In Nossob liefen wir noch an den Hide, tankten das Auto und kauften noch ein paar Kleinigkeiten im Shop ein. Ein netter Mann öffnete uns das Tor zum 4x4-Trail nach Bitterpan. Ach, auch hier war eine neue Ausfahrt, seit unserem letzten Besuch!
Unterwegs flogen immer wieder Vögel ganz dicht vor das Auto und Korhaane stiegen, sich laut beschwerend, in die Luft. Wir sahen auch eine Oryx-Familie mit einem noch ganz kleinen Oryx-Jungen. Doch schnell liefen die drei davon. Auch ein kleiner Schabrackenschakal suchte ganz schnell das Weite.
Im Camp angekommen, packten wir erst einmal unsere Vorräte in den Kühlschrank und genossen die wunderschöne Aussicht auf die Bitterpan. Drei Strauße erfrischten sich an den letzten Wasserstellen der Pan und in der Ferne heulten Schakale.
Mittlerweile besitzt in Bitterpan jede Unterkunft einen eigenen Braai-Bereich. Da wir in den letzten Tagen mit dem Grillen immer so ziemlich die letzten waren, beschlossen wir, heute den Grill einmal etwas früher anzumachen. So waren unsere Grillsachen fertig, als auch die südafrikanischen Nachbarn zu unserer Linken am Essen waren. Faszinierend war, dass sie wieder einmal pünktlich um 8 Uhr schlafen gingen, während wir noch ein wenig die Abendstimmung mit einem Windhoek Lager auf der Terrasse genossen. Doch was war das? Auf der rechten Seite begannen jetzt die Grillvorbereitungen erst richtig, während links schon alles schlief. Na, da merkte man doch die deutschen Wurzeln unseres Nachbarn auf der rechten Seite, der vor nahezu 30 Jahren aus dem Schwabenland nach Südafrika ausgewandert war. Na, da hätten wir heute ja auch später grillen können 😉
Die Nacht war geprägt von einem enormen „Fledermausflugverkehr“ im Chalet. Es huschte nicht nur eine Fledermaus wie in Kieliekrankie umher, nein, ein Ventilator wäre hier ganz und gar unnötig gewesen 😉
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 1118. Mai 2011
8.Tag: 23.04.2011 Bitterpan – Mata Mata 131,1 km
Zu früher Morgenstunde spazierten zwei Oryx-Antilopen durch die Bitterpan, sonst gab es nichts Spektakuläres zu sehen. Wir unterhielten uns noch etwas mit unserem Nachbarn, der uns auf die großen Käfer ansprach, die er nicht gesehen, wohl aber die ganze Nacht gehört hatte. Er erzählte uns, dass sie Geräusche wie ein „Kussmund“ machten. Hm, wir glauben ja eher, es waren die Geräusche der vielen Fledermäuse 😉
So machten wir uns dann auf den Weg durch die Dünen nach Mata Mata und legten am Strathmore-Wasserloch eine kurze Frühstückspause ein. Ein kleiner, einsamer Steenbock leistete uns Gesellschaft, ansonsten waren wir ganz alleine, mitten in dieser grandiosen Landschaft!
Gemütlich fuhren wir weiter über die Dünen und sahen vereinzelt Tiere, die durch das hohe Gras streiften. Plötzlich kam hinter uns ein Auto angeschossen. Waren wir sooo langsam oder unser Nachbar aus Bitterpan so schnell??? Naja, wir suchten eine geeignete Stelle, an der er vorbei fahren konnte, noch kurz die Scheibe runtergedreht und erzählt und zack, hüpfte sein Auto weiter in einem Affenzahn über die ganzen Bodenwellen. Aber, wir sollten ihn zu einem späteren Zeitpunkt in Namibia noch einmal wiedertreffen 😉
Zurück im Auob-Tal fuhren wir zuerst einmal Richtung Süden. Trotz der einzigartigen, wunderschönen Landschaft in den Dünen, hatten wir dort die großen Tierherden schon etwas vermisst. Diese hatten wir jetzt wieder zurück! Große Gruppen von Oryx- und Kuhantilopen, viele Springböcke, Löffelhunde, Kori Bustards und, und, und… alle waren hier im Tal versammelt.
Am Dalkeith-Wasserloch unterhielten uns vier Reiher und die lustigen Erdhörnchen. An dieser Stelle drehten wir dann auch um und fuhren zum Mata Mata Camp. Nach dem Einchecken suchten wir unser Riverfront-Chalet und waren sehr beeindruckt. Der totale Gegensatz zu manch einem anderen Camp. Doch auch jetzt, beim Schreiben des Reiseberichts, sind meine Gedanken zwiespältig… Die Chalets sind sehr komfortabel und neu, mit einer tollen Einrichtung und schöner Küchenzeile. Doch wie backt man in einem Mikrowellenherd ohne Potje ein Brot??? Nein, es war wirklich wunderschön, aber ich finde die weniger luxuriösen Camps genauso traumhaft! Vielleicht braucht man Beides, vielleicht auch nicht, ich bin mir da noch unschlüssig… Irgendwie passen die neuen Riverfront-Chalets noch nicht so ganz in meine Gedanken zum KTP… Aber den „Luxus“ zu genießen ist ja auch manchmal ganz toll und die Aussicht auf das Wasserloch war einfach grandios!
Kurz nach unserer Ankunft verdunkelte sich dann aber der Himmel, Donner grollte und es begann zu regnen. Das Gewitter dauerte nicht lange, es prasselte dicke Tropfen und trotzdem kam immer wieder die Sonne durch.
Am späten Nachmittag war es Zeit für unseren letzten Game Drive im KTP, morgen geht’s nach Namibia zurück… Gerne hätten wir die Zeit im KTP noch verlängert, aber wir freuten uns auch schon ein bissl auf das Neue… In den letzten Tagen musste es im Auob-Tal stark geregnet haben, denn die Wasserlachen auf der Sandpiste schienen noch viel größer zu sein als ein paar Tage zuvor. Trotz allen Umständen war jetzt schon ein wenig Abschied angesagt, die letzten Tiersichtungen im KTP 🙁 … Im Licht der untergehenden Sonne und den Gewitterwolken in der Ferne, boten sich uns immer wieder tolle Fotomotive, so dass wir erst kurz vor Torschluss ins Camp zurückkamen.
Schnell wurde es dunkel und wir genossen den letzten Abend im KTP. Immer wieder blitzten Augen im Schein unserer Taschenlampe. Schakale liefen durch das Tal und schlichen direkt am Camp vorbei. Uuups, und plötzlich stand eine große Tüpfelhyäne direkt vor unserem Chalet, sie lief weiter und kehrte wenige Minuten später wieder zurück. Um 21:30 Uhr wurde der Generator abgeschaltet und der Sternenhimmel strahlte noch viel intensiver, letzte Nacht im KTP, schade…
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 1220. Mai 2011
9.Tag: 24.04.2011 Mata Mata – Fish River Canyon 454,5 km
Tschüss KTP – Namibia wir kommen!
An der Tankstelle in Mata Mata tankten wir unseren Amarok für die weite Strecke zum Fish River Canyon noch einmal voll und erhöhten den Reifendruck. Dann fuhren wir zur Grenze. In den letzten Tagen im KTP hatten wir kaum Mongoose gesehen. Hier, direkt an der Grenze, tollten sie vor uns herum! Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt und los ging es…
Am Straßenrand entdeckten wir wieder einen großen Waran, aber er war so schnell verschwunden, dass fotografieren unmöglich war. Nach unendlich vielen Dünenüberquerungen (die mich viel Konzentrationsübungen gekostet haben, damit mir nicht richtig schlecht wird…) und der trockenen Landschaft ab Koes, legten wir unseren ersten Stop am Köcherbaumwald ein. Auch zur Mittagszeit fanden wir ihn wunderschön und waren fast die Einzigen, die zu dieser Zeit hier waren. Auch am Giant´s Playground waren nicht viele andere Besucher und so konnten wir die Stille in dieser einzigartigen Landschaft richtig genießen.
Da die Straße Richtung Fish River Canyon noch immer gesperrt war, wie wir vorher hier im Forum erfahren hatten, führte unser Weg am Naute Dam vorbei. An der Furt unterhalb des Dammes hielten wir mitten im Wasser an und fotografierten die hübschen Graureiher.
Die weiterführende Straße war, bedingt durch die enormen Regenfälle der letzten Zeit, wirklich heftig in Mitleidenschaft gezogen und teilweise stark ausgespült. Dennoch kamen wir am Nachmittag glücklich im Canon Roadhouse an, luden kurz aus und machten uns auf den Weg an den Main Lookout. Irgendwie fand ich im Vorfeld Bilder des Canyons nicht immer umwerfend, trotzdem hatte ich ihn mir groß vorgestellt. Aber in Wirklichkeit war er bombastisch!!! Wenn das Pfeifen des Windes nachließ, hörte man das Wasser ganz tief im Canyon rauschen und Falken segelten in der Luft. Bilder sind zwar immer tolle Erinnerungen, aber alle diese Schönheiten der Natur in Wirklichkeit zu erleben und in Gedanken zu haben, ist noch viel schöner!
Nach dem Sonnenuntergang (bei dem man wirklich nicht sonderlich tolle Bilder machen kann) machten wir uns auf den Rückweg zum Roadhouse. Dort ließen wir es uns, nachdem in den letzten Tagen ja immer Selbstversorgung angesagt war, beim Abendessen richtig gut gehen. Leckere Vorspeise und Hauptgang mit Wildfleisch, mein Mann natürlich danach noch ein leckeres Dessert 😉 Hach, es war auch wieder einmal erholsam, nicht alles selbst machen zu müssen und von dem netten Personal so toll bedient zu werden. Wir schauten uns noch ein wenig im Roadhouse um, es ist ja richtig lustig und originell dort!!!
Auch unser Zimmer fanden wir richtig hübsch und nach dem anstrengenden Tag schliefen wir ganz bald ein. Am nächsten Tag sollten die „Dummen“ mal wieder Glück haben… und zwar bei unserem schönsten Chalet im ganzen Urlaub…
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 1323. Mai 2011
10.Tag: 25.04.2011 Fish River Canyon – Klein-Aus Vista 384,8 km
Wow, heute morgen gab es Frühstücksbuffet im Roadhouse. Nach einer Woche „Keksfrühstück“ oder belegten Broten im Auto eine tolle Abwechslung 😉 Danach brachen wir rasch zum Fish River Canyon auf. Da wir ja gestern Abend am Main Viewpoint waren, bogen wir heute Morgen kurz vorher auf die Piste zum South Viewpoint ab. Die ersten Kilometer waren etwas ruppig, doch die grandiose Aussicht in den Canyon vom ersten Viewpoint entschädigte für die holprige Anfahrt. Die Piste wurde etwas besser und auch die Aussicht am zweiten Aussichtspunkt war traumhaft. Nun begaben wir uns auf die letzten 12 km, die nur mit einem 4WD befahren werden dürfen und dies auch zu Recht 😉 Die ersten Kilometer waren nicht schlechter als die Piste zuvor, doch nach und nach merkten wir immer mehr, dass doch dringend ein 4WD erforderlich war. Teilweise war die Straße sehr ausgewaschen, so dass riesige Steinbrocken herausschauten und kurze steile Abhänge mussten bewältigt werden. Die Landschaft war sehr karg, aber trotzdem wunderschön. Am letzten Viewpoint angekommen, waren wir leider etwas enttäuscht, da die Aussicht in den Canyon nicht gerade spektakulär war. So verweilten wir hier nicht sehr lange und beschlossen, lieber auf dem Rückweg öfter anzuhalten. Dies taten wir dann auch und erlebten schon kurz darauf wieder einmalig schöne Einblicke in den Canyon.
Später als geplant fuhren wir zurück ans Roadhouse, tankten dort noch einmal und fuhren über die C12 und den Umweg über die D545 am Naute Dam entlang zur B4 Richtung Aus. Wir stoppten noch kurz an der Brücke, die über den Fish River führt, und machten ein paar Fotos. Nach vielen trockenen Flussbetten, die wir schon gesehen hatten, floss hier doch sehr viel Wasser.
Den weiteren Weg durch die gebirgige Landschaft fand ich wunderschön. Eigentlich hatten wir geplant, die Südroute am Oranje entlang zu fahren und waren anfangs enttäuscht, dass diese noch gesperrt war. So war ich überaus positiv von der Schönheit dieser Gegend überrascht!
Je weiter wir fuhren, desto eintöniger wurde die Landschaft. Lange Geraden, auf und nieder, ab und zu einmal eine Kurve. Aber das gehört ja in Namibia einfach dazu… Am späten Nachmittag erreichten wir Klein-Aus Vista. Nachdem wir uns zuvor im Forum schon über die schönsten Chalets informiert hatten, bekamen wir immer wieder die gleichen Aussagen: Eagle´s View an erster Stelle, danach Desert Vista und The Rock. So nahmen wir im Vorfeld unserer Reise noch einmal den Anlauf, direkt eine Mail an Klein-Aus Vista zu schicken und darum zu bitten, eine dieser Unterkünfte zu bekommen. Die Antwort war sehr positiv, denn eigentlich waren wir für eine andere Unterkunft eingeplant. Aber wir sollten nun „The Rock“ bekommen, juhu!!! So war die Vorfreude schon riesig, denn die Bilder, die wir vorher sahen, waren einfach nur toll!!! Im wunderschönen Empfangsbereich wurden wir herzlich begrüßt, unterhielten uns ein wenig, bekamen den Weg ins Eagle´s Nest auf einer Karte erklärt und erhielten dann den Schlüssel. Uuuups, Eagle´s View… das neueste und wohl auch schönste Chalet von allen, damit hatten wir nicht gerechnet 🙂 Na, das Glück ist eben mit den Dummen… Bei einem köstlichen Glas Saft warteten wir noch auf unser Braai-Paket. Auf dem Weg zu unserem Chalet sahen wir schon aus der Ferne die kleinen Häuschen, die so toll in die Felsen integriert sind. Ganz abseits am Rande stand das Eagle´s View. Als wir ankamen waren wir richtig baff. Wir waren sprachlos über diese traumhafte Unterkunft, die einfach stilvoll ausgestattet und mit liebevollen Details dekoriert ist. Aber das Tollste waren die im Chalet integrierten Felsen und das riesengroße Panoramafenster!
Nach dem ersten „Foto-Shooting“ packten wir unsere Sachen aus und öffneten zum Abendessen unser Braai-Paket. Na, manche haben hier im Forum ja schon davon berichtet… Es ist wirklich so! Köstlicher, frischer Salatteller mit extra Salatsoße, tolles Wildfleisch zum Grillen, vorbereitete Kartoffeln und gefülltes Brot, danach noch Dessert. Und wir brauchten nicht einmal mehr den Tisch zu decken, alles war liebevoll vorbereitet. Das Abendessen im Schein der untergehenden Sonne über der Namib schmeckte wundervoll!!! Und so genossen wir den wundervollen Abend mit einem traumhaften Sternenhimmel in diesem einzigartigen Chalet!!!
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 1426. Mai 2011
11.Tag: 26.04.2011 Tagesausflug Lüderitz 275,1 km
Beim Klingeln des Weckers offenbarte sich uns heute ein traumhafter Blick vom Bett aus, durch die große Glasfront des Eagle´s View, auf die Namib. Was für eine wundervolle Aussicht! Kein Lärm, keine Autos, keine Menschen, einfach nur wunderbare Natur und Stille! Irgendwann trennten wir uns dann schweren Herzens von dem kuscheligen Bett, machten uns fertig und holten die beiden reichlich bestückten, leckeren Frühstücksteller aus dem Kühlschrank. Na, ein Teil davon wurde auch noch unser Mittagsimbiss 😉 Kurze Zeit später brachen wir auf Richtung Lüderitz, unser erster Stop sollte Kolmanskuppe sein. Je weiter wir uns von Aus entfernten, desto karger wurde die Landschaft. Dafür blies der Wind den feinen Sandstaub über die Straße.
In Kolmanskuppe machten wir dann um 11 Uhr eine Führung. Treffpunkt war das ehemalige Casino und begrüßt wurde die ganze Besuchergruppe in perfektem Deutsch. Doch, uuups… bei der Frage, wie die ganze Gruppe aufgeteilt werden sollte, stellte sich heraus, dass wir die einzigen Deutschen hier waren. Also keine eigene Führung in deutscher Sprache 🙁 So wurde eine große „Afrikaans-Gruppe“ gebildet und eine „Englisch-Deutsch-Gruppe“, die aus gerade einmal 4 Personen bestand, uns Beiden und zwei weiteren Personen. Aber ob die beiden Anderen so gut Englisch verstanden? Auf alle Fälle war es eine sehr lustige Führung durch die Geisterstadt. Unser Guide „rannte“ mit uns von Haus zu Haus, immer wieder mitten durch den Sandsturm, wir kamen uns vor wie in einem Sandstrahlgebläse! Seine englische Aussprache war so schnell und immer wieder durch sein lustiges Lachen unterbrochen, dass es ganz viel Anstrengung kostete, ihm zu folgen. Doch wir wollten ja auch Rückmeldung geben und versuchten unser Bestes! Nach etwa einer Stunde kamen wir über den Hintereingang in einem Nebenraum des Casinos an, und was sahen wir da? Die „Afrikaans-Gruppe“ war noch immer hier! Hatten die schon das Sandstrahlgebläse hinter sich, oder hatten sie gar keine Lust nach draußen zu gehen??? Wir schlichen uns leise vorbei, denn schließlich wollten wir ihre Führung nicht stören. Kurz schauten wir uns noch im Museum um und in der großen Halle demonstrierte uns unser Guide noch die wunderbare Akkustik. Nur für uns 4 und ein paar Arbeiter, die gerade am Renovieren waren, sang er ein wunderschönes Lied.
Zu zweit erforschten wir dann Kolmanskuppe noch ein wenig, denn ich wollte ja auch noch ein paar nette Bilder schießen 🙂 Bei der hektischen Führung blieb dafür leider nicht so viel Zeit. Alleine in manch einem verlassenen Haus war es schon etwas unheimlich. Der Wind pfiff durch undichte Fenster und offene Dächer. Die Zimmer, deren Wände einst wunderschön gefärbt waren, waren teilweise hoch mit Sand gefüllt. Badewannen und Waschbecken konnte man im Sand noch erahnen, teilweise lagen sie auch ganz im Freien, außerhalb der verfallenen Häuser. Wer hatte hier früher wohl gelebt? Was mag hier wohl alles passiert sein?
Da wir heute nicht zu spät zum Eagle´s View zurückkehren wollten, verweilten wir nur kurz in Lüderitz. Wir warfen unsere Post ein, schauten auf Shark Island und an der Waterfront vorbei und natürlich statteten wir der Felsenkirche und dem Goerke-Haus einen kurzen Besuch ab. Auch die bunten Häuser in der Bergstraße mussten für das „obligatorische Lüderitz-Foto“ herhalten 😉
Auf der Rückfahrt staunten wir wieder über die Wüstenlandschaft links und rechts der Straße. Kein Baum, kein Strauch, keine Gräser, einfach nur Sand und Felsen weit und breit. Der Baggerfahrer, der am Vormittag den verwehten Sand von der einen Straßenseite auf die andere transportierte, hatte nun scheinbar auch schon Feierabend. Doch da der Wind weiterhin kräftig blies, wird er wohl am nächsten Tag wieder Sand hin und her gefahren haben 😉
Am Garub-Viewpoint legten wir noch einmal einen Stop ein, um die Wildpferde zu beobachten. Viele tranken am Wasserloch, auch kleine Fohlen waren dabei. Einige Pferde kamen ganz dicht zu uns heran, liefen sogar über den Parkplatz und nach einiger Zeit verschwanden die meisten Pferde in die Weite der Namib. Übrigens…für alle Frauen: Ein Toilettenhäuschen wird gerade gebaut, aber fertig ist/war es noch nicht 😉
Kurz schauten wir noch an der Lodge vorbei, unterhielten uns mit Piet und nahmen dann das Braai-Paket für den heutigen Abend mit zu unserem Chalet. Wow, es war wieder so großartig wie am Tag zuvor. Und so genossen wir den Abend bei einem wieder einmal wunderschönen, afrikanischen Sonnenuntergang über der Namib und einem Gläschen Wein und Bier…
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 1529. Mai 2011
12.Tag: 27.04.2011 Klein-Aus Vista - Sesriem 370,1 km
Auch wenn heute Morgen der Wind heftig blies, war der Blick aus dem Fenster nach dem Aufwachen wieder genial. Wie auch gestern war der Frühstücksteller reichlich gefüllt und wir richteten noch ein Picknick für unterwegs zusammen. Schließlich packten wir alle unsere Sachen zusammen, verstauten sie im Auto und verabschiedeten uns schweren Herzens von dem tollen Chalet im Eagle´s Nest. In Aus war noch einmal Tanken angesagt. Es war richtig spaßig, da wohl die ganzen Menschen der Umgebung hier, an der einzigen Tankstelle weit und breit, tanken wollten. Und ruckzuck entstand eine riesige Autoschlange auf der Straße in dem kleinen Örtchen! So viele Autos sieht man hier in Namibia manchmal an einem ganzen Tag unterwegs nicht!!!
Fertig gerüstet ging es los auf die C13 Richtung Helmeringhausen. Die Gravelroad war fast so breit wie eine vierspurige Autobahn. Gegenverkehr sah man durch die Staubfahnen schon Kilometer im Voraus, so dass man, je nach Beschaffenheit der Pad, links, mittig oder auch rechts fahren konnte, das nennt man Fahrkomfort! Nach knapp 60 Kilometern bogen wir in die D707 ein, es soll ja eine der schönsten Straßen Namibias sein… und… die Strecke war wirklich traumhaft! Auf der linken Seite die rot leuchtenden Dünen, rechts die Tirasberge. Aber auch die C27 weiter Richtung Sesriem stand in Nichts nach. Diese Pad, die teilweise mitten durch die Berge führt, war landschaftlich mindestens genauso toll!!!
Nachmittags kamen wir im Desert Camp an, bezogen unser Zelt, luden zum vorletzten Mal unser Auto aus und organisierten dann an der Rezeption noch die Geschirrbox. Eigentlich hatte ich mich gar nicht auf so eine nette Unterkunft eingestellt. Es war zwar nicht so „luxuriös“ wie das Eagle´s View, aber es erinnerte wieder etwas an die Camps im KTP, auch wenn hier recht viele Zelte standen.
Kurz schauten wir noch in der Sossusvlei Lodge vorbei, um irgendwie noch etwas Bargeld für das letzte Mal Tanken zu besorgen. Das fanden wir in Namibia etwas gewöhnungsbedürftig: „Tanken nur mit Bargeld.“ Wir hatten es zwar zuvor gelesen und gewusst, aber nach 2 Wochen wurde das Bargeld dann doch etwas knapp und irgendwo mit dem Auto aus Benzinmangel stehen bleiben, ne, das sollte nicht sein… Also lieber doch noch ein wenig Bargeld organisieren 🙂 Dass man auch mit gefülltem Tank irgendwo in Namibia „stehen bleiben“ kann, erfuhren wir erst am übernächsten Tag… Aber war da das „Glück mit den Dummen“???
Auf alle Fälle fuhren wir mit ein paar SA-Rand mehr in der Tasche von der Sossusvlei Lodge zurück ins Desert Camp und kurz nach 18 Uhr bekamen wir unser Braai-Paket geliefert. Hmmm, leckeres Wildfleisch! Wir zündeten unser Grillfeuer an und während des Essens auf der kleinen Terrasse, schauten immer wieder Schakale vorbei. Ein Schakal setzte sich nur wenige Meter neben uns auf die Lauer, wohl um etwas Essbares zu ergattern. Wie ein „wohlerzogener“ Hund wartete er geduldig, dass er etwas bekommt, aber, man darf ja keine Wildtiere füttern. Tja, Schakal, falsche Hoffnung… Von uns bekam er jedenfalls Nichts, hoffentlich auch nicht von den anderen Besuchern des Desert Camps! So verweilten wir noch ein wenig auf der Terrasse und die Vorfreude auf den nächsten Tag und das Sossusvlei stieg. In der Nacht war es sehr stürmisch, die Planen des Zeltes flatterten unaufhörlich und der Wind pfiff heftig…
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 1602. Juni 2011
13.Tag: 28.04.2011 Sossusvlei 150,2 km
Die ganze Nacht tobte ein heftiger Wind, der sich im Zelt wie ein Orkan anfühlte. Eigentlich hatten wir den Wecker schon für kurz vor 5 Uhr gestellt, um zum Sonnenaufgang im Park zu sein. Doch da es noch immer heftig stürmte, beschlossen wir, mit dem Aufstehen noch ein wenig zu warten.
Nachdem der Wind etwas nachgelassen hatte, ging es los Richtung Sossusvlei. Gleich am Parkeingang machte uns die nette Dame, die uns die Permit verkaufte, darauf aufmerksam, dass wir unser Geld nicht zurückbekommen, auch wenn wir am Sossusvlei wegen des Wetters nicht viel sehen würden... Das waren ja tolle Aussichten, nicht wegen des Geldes, sondern da ich mich schon den ganzen Urlaub auf diesen Tag gefreut hatte 🙁 Naja, jetzt waren wir nun schon einmal hier, also los zu den Dünen und zum Vlei, egal welch ein Wetter war!!! Die Landschaft war trotzdem traumhaft und an den Dünenkämmen bildeten sich richtige „Sandfahnen“. Selbstverständlich hielten wir an der Düne 45 an und liefen den Dünenkamm etwas hinauf. Der starke Wind blies unerbittlich den Sand über den Kamm, was sich auf der Haut wie Schmirgelpapier anfühlte. Heute hätte ich lange Hosen gebrauchen können! Trotzdem war es ein tolles Erlebnis und die Aussicht, wenn auch nicht von ganz oben, atemberaubend!
Weiter ging es zum Sossusvlei. Die letzten Kilometer sind ja bekanntlich nur mit 4WD befahrbar, und es war auch wirklich purer Tiefsand. Trotzdem brachte uns unser Amarok sicher zum Vlei hin und auch wieder zurück 😁 Als wir am Vlei ankamen dann die große Überraschung: Es war mit Wasser gefüllt!!! Wie ein großer See mitten in der Wüste, unglaublich! Wir liefen die Düne ein Stück hinauf, um uns einen besseren Überblick zu verschaffen und wurden mit einer grandiosen Aussicht belohnt.
Auf dem Rückweg hielten wir noch einmal an der Düne 45, bei mittlerweile strahlend blauem Himmel und auch der Wind hatte nachgelassen. Ganz alleine konnten wir diese wundervolle Landschaft genießen. Wie unterschiedlich der gleiche Platz innerhalb weniger Stunden doch aussehen kann.
Im Tsauchab-Tal erblickten wir auf dem Rückweg viele Oryx-Antilopen, Springböcke und Strauße. Leider waren sie nicht so nahe, wie man das im KTP oftmals erlebt. Naja, gesehen haben wir diese hübschen Tiere trotzdem! Am Sossuspoort Aussichtspunkt legten wir nur einen kurzen Stopp ein, denn wir wollten pünktlich zum Sonnenuntergang an der Elim-Düne ankommen. Dennoch war die Aussicht auf das weite Tal und die Dünenlandschaft wunderschön.
Im Schein der untergehenden Sonne stiegen wir die Elim-Düne hinauf und hatten einen tollen Rundblick. Blauer Himmel, roter Sand, kein Wind und kein Sturm und traumhafte Sicht auf die Berge in der Ferne, fast schon kitschig schön! Na, das war ja doch noch ein richtig gelungener Tag!!!
Kurz bevor das Tor geschlossen wurde verließen wir den Park und fuhren zurück ins Desert Camp. Heute war der letzte Braai unter afrikanischem Himmel (in diesem Urlaub 😛 ) angesagt. Abends wurde es wieder deutlich windiger und so blieben die vielen Insekten, die am Tag zuvor ziemlich nervig waren, aus. Lediglich eine riesige, hysterische Heuschrecke leistete uns Gesellschaft. Auch die Schakale hatten heute keine Lust auf einen Besuch. Plötzlich wurde alles dunkel. War eine Sicherung bei unserem Zelt gefallen? Nein, das ganze Camp war für einige Minuten ohne Strom. Na, das hat bestimmt jemand angestellt, der die unzähligen, funkelnden Sterne am südlichen Himmel bewundern wollte 😉 Doch nach wenigen Minuten war alles wieder okay und im Camp brannten wieder viele Lichter…
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 1705. Juni 2011
14.Tag: 29.04.2011 Sesriem - Rehoboth 260,1 km
Wenn wir gewusst hätten, was heute so alles passiert, wären wir wohl gar nicht aufgestanden, sondern im Bett liegen geblieben… Anfangs dumm gelaufen, später dennoch Glück gehabt???
Eigentlich begann der Tag recht normal. Gemütlich aufstehen, alles zusammenpacken und im Auto verstauen und noch einmal das Auto volltanken für die letzte längere Etappe. Bargeld hatten wir ja nun wieder 😉 Wir checkten im Desert Camp aus und dann ging es erstmal Richtung Solitaire. Wie immer hatten wir uns einen „Ort“ vorgestellt und wie immer war es eine Tankstelle, eine Lodge und eine kleinere Ansammlung von Häusern 😄 Wir genossen die schöne Landschaft und nach ein paar Kilometern bogen wir auf die D1275 zum Spreetshoogte Pass ab. Nachdem was wir in den Reiseführern über den „Pass der Pässe“ gelesen hatten, waren wir ganz aufgeregt. Die Zickzack-Pad sahen wir schon aus der Ferne und oben angekommen, legten wir mit traumhafter Aussicht einen kleinen Picknickstopp ein. Wow, wir waren froh diese Strecke gewählt zu haben, so schön konnte die Landschaft an den Alternativrouten gar nicht sein!!!
Auch hier oben musste es die letzten Tage geregnet haben, denn immer wieder floss Wasser die Berghänge hinab und lief über die Pad. Manchmal mussten wir kleinere Flussläufe durchqueren, die kristallklares Wasser führten. Es erinnerte hier so gar nicht an „Afrika“.
Doch je weiter wir fuhren, desto mehr wurde das Wasser und aus gut zu durchquerenden Bächen wurden tiefe, matschige Passagen. Aber auch diese waren irgendwie zu bewältigen, auch wenn es schon ein ungutes Gefühl war, die Steine, die man nicht sah, am Unterboden kratzen zu hören… Irgendwann sahen wir einen kleinen Lastwagen, der wohl bei einer der Querungen beschädigt wurde, zumindest fing eine Plastikwanne das herauslaufende Öl auf… Kurz darauf kam dann der Teil der Strecke, wo ich schon zum Umkehren bereit war, aber wieder die ganze Strecke zurück??? Wieder durch all diese matschigen Löcher??? Einen riesigen Umweg fahren??? Nein, wir versuchten es erneut und juhu, wieder ein Matschloch bewältigt!!!
Uuups, was war das? Ein LKW und ein Pferdefuhrwerk mitten auf der Straße. Straße??? Hmmm, ich weiß nicht, ob man das noch so nennen konnte. Tja, jetzt war hier alles vesperrt, also war Warten angesagt. Doch es tat sich lange Zeit nichts. Wir mussten auf die andere Seite, egal wie, oder doch umdrehen und den ganzen Weg wieder zurück fahren??? Die Einheimischen machten uns Mut die „Durchquerung“ zu versuchen, denn schließlich hätten wir einen 4WD und würden sicherlich hindurch kommen. Weit kamen wir nicht…. Ich weiß nicht, was „dümmer“ aussah, der LKW im Schlamm, das Pferdefuhrwerk links daneben oder wir in unserem Amarok??? Oder etwa alle drei zusammen??? Nichts ging mehr, weder vor, noch zurück. Mindestens 10 Leute versuchten, uns irgendwie hier heraus zu schieben, nichts ging. Meine Tür war auch nicht mehr zu öffnen, gefangen im Amarok 😐 In diesem Moment musste ich an Puschel denken, und hoffte, sie würde auch für uns eine Kerze im Kölner Dom anzünden, sollten wir hier irgendwie wieder aus dem Matschloch heraus kommen. Doch wie??? Hier mitten in Namibia, nichts weit und breit und das Handy hatte auch keinen Empfang… Den Flug für den nächsten Tag hatte ich schon abgeschrieben, denn laufen war zu weit 😉 So beschloss ich doch irgendwie aus dem Auto zu kommen, schob mit der Tür den Schlamm beiseite und schälte mich aus dem Auto… hinein in eine wunderbar schlammige Masse, die mir fast in die Schuhe lief. Ich wählte den Weg durch die sumpfige Graslandschaft, um wieder auf trockenen Boden zu kommen. Irgendwelche Schlangen oder sonstige Tiere? Lieber keinen Gedanken daran verschwenden und mittendurch! Und wen hörte ich auf einmal? Unseren Nachbarn aus Bitterpan, den wir vor einer Woche dort kennengelernt hatten!!! Seinen ersten Satz werde ich wohl nicht mehr vergessen: „Ja, was macht´s ihr denn da?“ DAS frage ich mich auch gerade! Wir unterhielten uns kurz, denn er stand mit dem Auto auf der anderen Seite und checkte gerade die Lage, wie er hier durchkommen könnte. Doch mit drei „Feststeckenden“ gabs keine Chance. Ich stellte mich gedanklich schon auf den langen Umweg ein den wir zurück fahren müssten, sollten wir überhaupt noch einmal hier heraus kommen… Doch ja, das Glück ist mit den Dummen! Dummerweise festgefahren, aber es kam irgendwoher, hier mitten in Namibia, ein riesiger Bagger, juhu!!! Das Pferdefuhrwerk war mittlerweile freigeschaufelt und die Pferde standen am Rande der Pad. Der Bagger lud auf die vordere Schaufel jede Menge Erde, damit er genug Grip hatte, den großen LKW herausziehen zu können. Es gelang! Dann waren wir an der Reihe. Ich bin noch immer den Männern dankbar, die komplett in diesem Matsch lagen, um das Seil an der Achse zu befestigen, damit uns der Bagger heraus ziehen konnte. Juhu, auch das klappte!!!
Unser Nachbar aus Bitterpan wollte sodann den Versuch wagen, auf unsere Seite zu fahren. In der tiefen Spur, die der LKW hinterlassen hatte, bretterte er, wieder einmal in einem Affenzahn, hindurch und kam „hüpfend“ auf unserer Seite an. Das nächste Auto blieb jedoch gleich wieder in der Mitte stecken und musste vom Bagger herausgezogen werden. Nun kam die große Entscheidung. Noch einen zweiten Versuch wagen oder doch umdrehen und vielleicht dort irgendwo steckenbleiben??? Hier war Hilfe und man ermutigte uns, es erneut zu versuchen. Ich wählte den Fußweg durch den Schlamm 🙂 Noch einmal in der Mitte stecken bleiben, ne das brauche ich nicht. Glücklich auf der anderen Seite hoffte ich, dass mein Mann irgendwie das Auto hier her fahren würde. Es gelang! Das Auto sah zwar nicht mehr aus wie „unser Amarok“ sondern eher wie ein „Schlammmobil“, aber das war in dem Moment egal. Wir waren glücklich und das nächste Auto steckte sogleich wieder fest. Ich glaube, der Baggerfahrer hatte an jenem Tag noch sehr viel zu tun, denn es kamen uns noch einige Autos in diese Richtung entgegen…
Die Einheimischen gaben uns noch ein paar Tipps für die nächsten „Flussquerungen“ und es waren auch wirklich nur noch wenige etwas heikle Passagen durch Wasserläufe, nicht mehr durch Schlammlöcher, zu bewältigen, juhu! Immer wieder sahen wir an der Seite der Pad große Seen. Wie schön ist doch Afrika!
Als wir nachmittags schließlich das Lake Oanob Resort erreichten, waren wir schon ein bisschen erleichtert. Auf dem Gelände gibt es ja einen 4X4-Trail, den wir eigentlich fahren wollten, doch für heute war unser Verlangen nach solchen Fahrten mehr als bedient. Nur noch auspacken, unsere Sachen flugfertig verpacken und den Sonnenuntergang über dem Lake Oanob genießen! Vor ein paar Stunden sah ich mich noch im Nirgendwo übernachten. Zum Putzen unserer Schlammschuhe opferten wir dann noch eine Zahnbürste, denn sonst hätte Air Namibia uns sicherlich nicht mitgenommen 😕 Nachdem uns ja den ganzen Tag der Hunger echt vergangen war, kam er jetzt langsam zurück. An der Rezeption fragten wir noch einmal nach dem Weg zum Restaurant. Freundlich erklärte man uns diesen, ausdrücklich mit dem Zusatz: „Unten am See rechts auf den Parkplatz, auf keinen Fall links, denn dort ist das Wasser!“ Unten angekommen zeigte der Wegweiser nach links… Hmmm, ob das wohl ein Witz sein soll????? Naja, wir fuhren rechts herum und parkten. Am nächsten Morgen sahen wir im Hellen, wo wir wohl gelandet wären, wenn wir dem Schild gefolgt wären… Auf alle Fälle genossen wir den Abend hier im Lake Oanob Resort, nicht irgendwo in einem Schlammloch mitten in Namibia!!! Ich bestellte mir den ersten Rock Shandy meines Lebens, nachdem Puschel ja so oft davon geschrieben hatte, und es schmeckte herrlich! Das Essen war vorzüglich und im Schlammloch hätten wir sowieso nur noch ein paar übrig gebliebene Kekse gehabt 😉 Allerdings gab es an diesem Abend doch noch ein negatives Erlebnis im Restaurant 🙁 Am Nachbartisch saßen zwei deutsche Ehepaare, die sich einfach unmöglich aufführten… Nähere Einzelheiten erspare ich lieber… Auch wenn wir eigentlich nichts damit zu tun hatten, schämten wir uns als Deutsche hier… Wieso reist man nach Namibia oder auch in andere ferne Länder, wenn man alles so haben möchte wie zuhause??? Unbegreiflich…. Die Angestellten hier waren so nett, zuvorkommend und höflich!
Nach einer holprigen Rückfahrt (brauche ich das wirklich heute noch einmal?) zurück zu unserer Unterkunft, ließen wir diesen ereignisreichen Tag bei dem letzten verbliebenen Bier und dem letzten Glas afrikanischem Rotwein ausklingen… Morgen geht es zurück nach „Good old Germany“…
Liebe Grüße Kathy & Marco
Teil 1812. Juni 2011
15.Tag: 30.04.2011 Rehoboth – Flughafen Windhoek 162,5 km
Heute Morgen machten wir uns gemütlich fertig und fuhren dann Richtung Restaurant zum Frühstück. Da heute wohl irgendein „Großereignis“ war, parkten wir schon in der Nähe der Rezeption und liefen den Weg zum See hinunter. Nun, im Tageslicht, sahen wir den Wegweiser zum Parkplatz des Restaurants, der nach links, mitten hinein in den See zeigte… Hmmm??? 🤨 Hatten sie extra für uns das Schild umgedreht, um eine kostenlose Wäsche für unser „Schlammmobil“ im See zu haben??? Glücklicherweise folgten wir gestern im Dunkeln nicht dem Wegweiser!!!
Wir frühstückten noch genüsslich auf der Terrasse mit Blick auf den Stausee, der momentan gänzlich mit Wasser gefüllt war. Bei den Regenmassen in der letzten Zeit kein Wunder.
Danach fuhren wir zurück zu unserer Unterkunft, packten schweren Herzens alle Sachen zusammen und um 10 Uhr gings los Richtung Windhoek. Beinahe hätten wir unseren Adapter vergessen, aber ein netter Angestellter rannte uns noch hinterher. Bei der Ausfahrt aus dem Resort sahen wir noch einmal Giraffen, Zebras, Kuhantilopen und Springböcke, die aber hier in einer Art „Gehege“ leben.
In Rehoboth machten wir uns auf die Suche nach einer Waschanlage für unseren Amarok, oder hätten wir doch den Stausee nehmen sollen??? Denn schließlich sollte unser Schlammmobil etwas zivilisierter in der Hauptstadt erscheinen. Naja, ehrlich gesagt machten wir dies nur, um die bestimmt extra anfallenden Waschgebühren wegen erhöhter „Schlamm-Außengestaltung des Autos“ zu sparen 😉 Liebevoll wurde unser Amarok gewaschen und erstrahlte wieder in seinem wunderbar strahlenden Silber 😄
Im Zentrum Rehoboths beobachteten wir an diesem Samstagmorgen noch das bunte Treiben auf den Straßen und machten uns dann auf den Weg nach Windhoek. Wir hatten den Eindruck, die Gegend wäre noch viel grüner als vor zwei Wochen. Aber das lag vielleicht auch an den letzten Tagen, die wir in der roten Namib verbracht hatten.
In Windhoek wollten wir uns die letzten Stunden noch in der Maerua Mall vertreiben, doch das Chaos auf dem Parkplatz war so heftig, dass wir es vorzogen, ins Zentrum Windhoeks zu fahren. Parken konnten wir direkt am Craft Market. Oh, wenn wir jetzt noch mehr Namibia-Dollars hätten… Mein Handgepäck wäre sicherlich doppelt so schwer geworden. Aber so konnte ich nur noch eine Holzschüssel erstehen, denn auch in Windhoek bekamen wir an den Bankautomaten kein Geld mehr mit unseren Karten. Naja, dann eben beim nächsten Mal 😎 Kurz noch die Schüssel verstaut und schon machten wir uns auf den Weg zum Flughafen, gaben unseren Amarok zurück und unser Gepäck vertrauten wir wieder Air Namibia an. Kurz wurden noch die Ausreiseformalitäten erledigt, der Passstempel abgeholt und wir schlenderten durch die „unzähligen 4 Shops“ auf dem Flughafen, der eher einem Regionalflughafen gleicht. Die letzten Schritte (für diesen Urlaub…) auf afrikanischem Boden führten uns zum Flugzeug. Da die Sitzplatzverteilung nicht stimmte, weil angeblich die gesamten Sitzplatzreservierungen für diesen Flug gelöscht wurden, gab es eine Doppelbuchung in der Reihe 31. So setzten die Stewardessen in afrikanischer Gelassenheit Passagiere von vorne nach hinten, von links nach rechts und umgekehrt. Dies dauerte eine gefühlte halbe Stunde. Trotzdem starteten wir fast pünktlich, warteten noch auf das Abendessen und hauten uns danach „Hummeldumm“ auf die Ohren… Morgen sind wir wieder zuhause in Deutschland, aber Südafrika und Lesotho warten schon auf uns, das wird bestimmt wieder ein Abenteuer geben 🤪 😛 🤪