SASASOWEWI3'080 Beiträge · seit 200924. Jan. 2011 · #21
Hallo Ihr beiden,
hier noch ein Foto der schönen Bungalows aus der Indongo Lodge:
Miss Ellie1'723 Beiträge · seit 200924. Jan. 2011 · #22
hallo
was fuer ein erfrischender bericht .. ! gefaellt mir gut, freu mich auf mehr.. frans indigo wurde ja immer wieder mal empfohlen aber das foto vom zimmer ist echt ueberzeugend. fein !!
dann mal weiter so !! viele gruesse
ps : das mit dem auto von avis is schon doof, ich haett sicher den polo gar nicht angenommen, die spinnen ja wohl. aber wenigstens gut, das das auto dann doch recht fix getauscht wurde !!
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
Windhuk183 Beiträge · seit 200624. Jan. 2011 · #23
Der Bericht macht neugierig! Hoffentlich habt ihr Geld von Avis zurückbekommen. Das würde ich schon vrlangen!!!! LG Elisabeth
Namibian-Life- Travel,
ihr Partner im südlichen Afrika
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Wir helfen gerne bei Anfragen und bearbeiten Routen nach Ihren Wünschen
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Alexandra198 Beiträge · seit 200824. Jan. 2011 · #24
Hey Mandy!
Toller Bericht! 🙂 Freu mich auf die Fortsetzung!
Frans Indongo ist wirklich suuuper! Haben uns dort auch sauwohl gefühlt!
lieben Gruß! Alexandra
dirkmandyThemenstarter290 Beiträge · seit 201024. Jan. 2011 · #25
Schönen guten Abend zusammen!
Ja ja, das Thema Auto ist schwierig... Wir hatten auch schon überlegt, das kleine Auto nicht anzunehmen. Die einzige Alternative wäre aber "Laufen" gewesen - das war uns zu doof, und zu weit... Denn auch die anderen Vermieter hatten keine großen Autos mehr. Jedes Diskutieren wäre umsonst und Zeit-/ Nervenverschwendung. Wir wollten uns den Start in den Urlaub nicht vermiesen lassen und waren naiverweise optimistisch, dass wir den Hilux rechtzeitig bekommen. Ist ja nochmal gut gegangen... Natürlich werden wir Geld zurück fordern. Das überlassen wir aber der Agentur, die den Vertrag mit Avis hat.
Schön, dass Euch unser kleiner Bericht gefällt! Gleich geht's weiter mit Tag 4!
Danke für das Bild, Sasowewi. Es zeigt, wie schön die Häuschen sind - klasse!
dirkmandyThemenstarter290 Beiträge · seit 201024. Jan. 2011 · #26
Samstag, 01.01.2011: Mokuti Lodge + Etosha
Der Tag beginnt früh, denn heute soll es zum ersten Mal in den Etosha-Park gehen. Doch für ein umfangreiches Frühstück muss die Zeit reichen. Wenn man über die noch deutlich sichtbaren Silvesterspuren hinwegsieht, dann hat das Kempinski hier richtig was zu bieten. Das war das beste Frühstück des Urlaubs. Nur tröstet ein gutes Frühstück nicht über Alles hinweg (leichte Übertreibung).
Kurz nach 8 Uhr stehen wir dann am Lindequist Gate. Die Formalitäten sind schnell erledigt. Und: Die Dame am Gate war sehr sehr freundlich! Keine 300m nach dem Tor stehen die ersten Zebras neben der Straße. Ja, direkt neben der Straße!! 😄 Wir bremsen ab, um auch jeden Streifen genau zu sehen und Fotos zu machen. Der Fahrer hinter uns findet das nicht so lustig und drängelt sich an uns vorbei. Wir denken uns unseren Teil: Könnte ja schließlich das letzte Zebra sein, das wir sehen 🙂.
In Namutoni bezahlen wir dann brav unser Permit und es kann endlich losgehen. Die Damen, bei denen wir bezahlen durften, waren auch sehr nett. Mit einem fröhlichen „Happy new year!“ konnte Dirk ihr Herz offenbar erweichen.
Wir sehen Springböcke, Impalas, Gnus und Giraffen, Zebras, Strauße usw. Nur anders als in der Hauptsaison warten diese wunderbaren Tiere nicht an den Wasserlöchern auf uns. Stattdessen muss man sie regelrecht suchen. Die stolze Gesamtstrecke von 900 km im Etosha an nur 3 Tagen bestätigt dies eindrucksvoll 🙂. Wir finden diese Suche spannend - vermittelt sie doch ein wenig den Eindruck von echtem Abenteuer.
Nach den ersten Kilometern im Park sind wir beide erleichtert, dass der Autowechsel noch gut geklappt hat. Bei den jetzigen Straßenverhältnissen möchten wir nicht mit einem Polo unterwegs sein. Ein Schlagloch – oder eher Krater – reiht sich an das nächste, gepaart mit einigen ganz ordentlichen Wasserdurchfahrten. Und Dirk freut sich doppelt. Ist er doch ein echter Mann – mit so einem großen Auto macht so eine Wasserdurchfahrt doch richtig Spaß 🙂. Irgendwann geht es ihm nur noch darum, das Wasser möglichst hoch und weit spritzen zu lassen!
In regelmäßigen Abständen finden wir uns wieder in Namutoni ein. Nicht etwa weil ich auf Toilette muss. Nein! Es ist Dirk, der großes Interesse daran hat, die Sauberkeit der Sanitäreinrichtung einmal in der Stunde zu überprüfen 😛 (übrigens gibt es in der Nebensaison sogar Toilettenpapier). Es hat dann aber auch sein Gutes. Ein Pärchen aus England gibt uns den Tipp, dass in der Nähe des Wasserlochs Chudop ein Rudel Löwen unter den Bäumen döst. Was für ein Glück! Der erste Tag im Etosha und dann gleich Löwen. Also, Pipipause schnell beenden! Noch eine ziemlich heftige Matschdurchfahrt und dann sehen wir vor uns auch schon drei Autos stehen. Doch wo sind die Löwen??? Ferngläser ausgepackt und dann sehen auch wir sie. Faszinierend!! Wir beobachten gut 40 Minuten diese majestätischen Tiere.
Leider gibt unsere Kamera nicht mehr her.
Dann können wir uns losreißen, schließlich stehen noch ein paar andere Tiere auf der „unbedingt sehen“ Liste, die wir als pflichtbewusste Touris abarbeiten müssen 🙂. Es folgen weitere Zebras, ganze Herden von Giraffen, Schakale usw. Dabei fahren wir auch wirklich jede Straße zwischen Namutoni und Halali, die wir finden können. Keine Pfütze ist uns tief genug. Wir saugen das Erlebnis Etosha förmlich in uns auf, es ist einfach toll. Gegen Nachmittag ziehen aber immer dunklere Wolken auf. Es blitzt heftig und es scheint fast gar nicht mehr mit dem Regnen aufzuhören. Und was machen wir: anstatt der Sonne entgegenzufahren, fahren wir noch in das Gewitter hinein. „Kein Problem“ meint Dirk! Ist wahrscheinlich auch so, nur hat er mit mir eben einen kleinen Schisser neben sich sitzen. Als sich immer mehr Pfützen auf der Straße bilden, heißt mein Kommando: Bitte wenden! 🙂 Wer weiß für was es gut ist. Denn es wartet noch die ein oder andere Überraschung auf uns.
Wir fahren mal wieder eine Seitenstraße, als Dirk eine Vollbremsung macht. Ich schaue erschrocken auf, da ich gerade in die Karten vertieft war. „Schlange“ ist Dirks erstes Wort. Auch er ist sichtlich erschrocken. Nicht etwa wegen dem geglückten Ausweichmanöver. Nein, die Tatsache, dass gerade eine Kobra unser Auto „angegriffen“ hat, brachte ihn aus der Fassung. Dirk dreht ein wenig das Auto und nun kann auch ich die ca. 1,2 m lange, komplett schwarze Schlange beobachten. Interessant ist sie ja. Wir sind aber froh, dass wir im Auto sitzen und schließen auch vorsichtshalber die Fenster 🙂.
Sie ist nicht tot!!
Wir könnten ewig weiterfahren. In der Gewissheit, dass wir noch zwei komplette Tage im Etosha haben, verlassen wir gegen 18:30 Uhr den Park. Wir sind glücklich! Haben wir doch eine Menge Tiere gesehen. Ganz anders als man es uns angekündigt hat. Dass es auch ganz anders geht, werden auch wir noch früh genug feststellen 🙂.
In der Lodge angekommen, wird erstmal geprüft, ob unser Toilettensitz repariert wurde. Und tatsächlich ist er repariert – Respekt 🙂. Ich teste auch gleich! Endlich wieder entspannt auf Toilette sitzen, toll. Tja zu früh gefreut. Platz genommen und zack Klobrille ist wieder locker. Die haben einfach noch mehr Klebeband angebracht 🙁 und dafür brauchen die einen Tag! Naja das ist Afrika 🙂. Bleibt nur die Frage, ob das in einem Haus passieren darf, welches den Namen Kempinski trägt und auch eins sein will?!? Wir finden: Nein.
Und leider ist auch das Abendessen wieder eine Enttäuschung. Es gibt Eland-Steak, viermal getötet. Sehr Schade um das schöne Fleisch. Bleibt wieder nur People-Watching! Schon interessant, dass einige Leute Afrika mit dem Laufsteg verwechseln. Ein grünes Dolce & Gabbana Paillettenkleid gehört für mich nicht in den Koffer 🙂. Dirk hat seinen Smoking im Gegensatz zu einigen anderen Gästen auch daheim gelassen.
Nach dem zweiten Glas Wein ziehen wir unser Fazit: Wo Kempinski drauf steht, muss nicht unbedingt Kempinski drin sein! Und eigentlich passt diese aufgesetzte Art auch nicht nach Afrika. Für uns steht fest: Das Haus Mokuti Kempinski Lodge wird uns nicht wiedersehen. Dafür ist es uns zu unpersönlich und hält nicht den Standard, den es sich selbst auferlegt. Selbst wenn es den Standard halten würde, wäre es nicht unsere Welt. Für uns gilt: Klein und fein, dafür aber persönlich.
Wieder in der Suite angekommen, lassen wir den Tag Revue passieren. Und dann stellen wir fest: Wir haben Fieber – Afrika-Fieber. Das ging schneller als erwartet. Aber es heißt ja nicht umsonst: Einmal Afrika, immer Afrika 🙂
Nun sind wir gespannt, was uns morgen erwartet. Hört man ja von den staatlichen Camps innerhalb des Etosha nicht so viel Gutes. Lassen wir uns einfach mal überraschen.
Tageskilometer: 320
Übrigens: In allen Parks des NWR werden 200 ZAR Scheine nicht akzeptiert. Wenn möglich also immer 100 NAD oder ZAR Scheinen bereithalten!!!!
Wieder in der Suite angekommen, lassen wir den Tag Revue passieren. Und dann stellen wir fest: Wir haben Fieber – Afrika-Fieber. Das ging schneller als erwartet. Aber es heißt ja nicht umsonst: Einmal Afrika, immer Afrika 🙂
Hallo Ihr Zwei,
willkommen im Club 😉 😉 😉 Schöner Bericht, der das Fernweh aufleben lässt. Liebe Grüsse Tobias
Topobär5'479 Beiträge · seit 200925. Jan. 2011 · #29
dirkmandy schrieb:
Wir sind aber froh, dass wir im Auto sitzen und schließen auch vorsichtshalber die Fenster 🙂.
Da wär Sie ansonsten auch bestimmt reingesprungen. 😎
Es macht viel Spaß, Euren Reisebericht zu lesen. In Eurem Alter haben wir auch unsere erste Afrikareise nach Namibia gemacht. Daran muss ich oft denken, wenn ich von Euch lese.
LOlowflyer579 Beiträge · seit 201025. Jan. 2011 · #30
Hallo, Topobär schrieb:
Da wär Sie ansonsten auch bestimmt reingesprungen. 😎
Vielleicht war es eine Speikobra, die sonst mal ins Auto gerotzt hätte 😎
Sonnige Grüße
HHDeern105 Beiträge · seit 200825. Jan. 2011 · #31
Sehr schöner Bericht, da werden Erinnerung wach. Bitte weiter so...
dirkmandyThemenstarter290 Beiträge · seit 201025. Jan. 2011 · #32
Hallo Zusammen, es freut uns, dass euch unser Bericht gefällt. Das motiviert. Deshalb folgt der nächste Tag auch gleich...
@ Thomas: Ja wir waren den ganzen Urlaub so entspannt und hatten unseren Spaß. Für manche wohl zuviel Spaß, denn in Swakopmund wurden wir sogar aus einem Restaurant "rausgeschmissen" 😄 Da hatten wir wohl zu viel gelacht!!!(Bericht folgt)
@ Topobär: Naja, springen kann eine Schlange ja nicht 😉 Wir haben gedacht, die packt gleich ihre Kletterausrüstung aus und stattet uns dann einen Besuch ab 😄 Wir haben gedacht, es könnte tatsächlich eine Speikobra sein. Vom Aussehen könnte das passen. Und da wir uns da nicht so auskennen, gilt "safety first"
super Bericht; sehr witzig geschrieben 😁 . Die Probleme die ihr anfangs mit Avis hattet kann ich mir bildlich vorstellen. Ihr seid die Sache aber relaxter angegangen als wir.
dirkmandyThemenstarter290 Beiträge · seit 201025. Jan. 2011 · #35
Sonntag, 02.01.2011: Etosha mit Tagesziel Halali
Auch heute starten wir früh in den Tag. Schließlich warten eine Menge Tiere darauf, von uns gefunden zu werden. Man kann davon glatt süchtig werden 🙂. Also, auf zum Frühstück, Koffer sind ja bereits gepackt. Auf dem Weg geben wir noch dem Kofferträger Bescheid, dass er um 8:00 unsere Koffer holen darf. Denn selbst tragen kommt in der Kempinski Lodge nicht infrage (auch ein Selbstauferlegter Standard). Wir lassen uns nicht schlagen. Schließlich sind die Wege bei einer solchen Anlage weit. Beim Frühstück bietet sich dasselbe Bild wie gestern. Frühstück Top, aber auch heute sind die Spuren der Silvesternacht noch allzu sichtbar.
Wir gehen also zurück zum Zimmer und warten auf den Kofferträger. Doch dieser ist auch 15 Minuten nach vereinbarter Zeit noch nicht zu sehen. Also schnappen wir uns unsere Koffer und ziehen sie selbst zum Parkplatz. Echt praktisch, die modernen Koffer mit Rollen 🙂 Gute 5 Meter vor unserem Auto treffen wir dann auch unseren Kofferträger. Er entschuldigt sich, macht dabei 3x den Bückling (warum???) und hievt unsere Koffer doch tatsächlich auf sein Golfcart. Also steigen auch wir auf, um 30 Sekunden später wieder abzusteigen. Das hat sich gelohnt 🙂. Gepäck wird aufgeladen, die Kempinski-eigene Tanke in Anspruch genommen und auf geht’s in den Park.
Da uns am Vortag das Wasserloch Klein Namutoni und der Dik-Dik-Drive besonders gefallen haben, steuern wir diese auch heute wieder an. Wirklich schön! Zu dieser Jahreszeit tummeln sich dort unzählige Giraffen und Zebras. Und der Weg ist einfach urig – total zugewachsen und echt schön. Doch wir müssen weiter. Wir haben doch keine Zeit!! 🙂
Wir fahren auch noch mal nach Chudop. Aber heute ist von den Löwen nichts mehr zu sehen. Naja, ein Versuch war es wert. (Was wir jetzt noch nicht ahnen – das wird der Spruch des Tages 🙂 ) Die Fahrt geht weiter, doch weit und breit ist nichts zu sehen. Wir machen es wie gestern und fahren jede Seitenstraße. Vereinzelt sehen wir ein paar Gnus und Springböcke. Von den innig geliebten Zebras und Giraffen, auf die gestern noch solch Verlass war, ist weit und breit nichts zu sehen.
Gegen Mittag beschließen wir erstmal in Halali einzuchecken und dann von Neuem mit der Suche zu beginnen. Wir werden freundlich empfangen und uns wird Bungalow 42 zugewiesen. Wir sind positiv überrascht. Natürlich, die ganze Außenanlage hat den Charme eines DDR Ferienlagers (ich bin in Leipzig geboren : laugh: ). Aber der Bungalow ist geschmackvoll eingerichtet und vor allem sauber. Es riecht sogar klinisch rein (nach Desinfektionsmittel) 🙂. Nur kurz lüften und alles ist gut. Wir Essen schnell einen Apfel und machen uns wieder auf den Weg. Vielleicht steht ja genau jetzt ein Elefant vor dem Tor 🙂.
Wir entschließen uns, noch einen Blick aufs Wasserloch zu werfen. Und wie soll es anders sein: NICHTS! Naja, ein Versuch war es wert.
Wir schwingen uns ins Auto. Es muss doch noch etwas zu finden sein. Natürlich schraubt ein solch erfolgreicher Tag wie gestern die Ansprüche nach oben. Aber nur Springböcke: das ist "bitter"!!! Es vergeht eine Menge Zeit, bevor etwas Spannendes passiert.
Es ist ein kleines Highlight, als wir plötzlich Mitten in einer riesigen Straußenherde stehen. Vor und hinter unserm Auto passieren sie die Straße. Kaum vorstellbar, dass diese Vögel beim Laufen nicht vorn überkippen. Das war es dann aber auch für heute. Wir fahren noch lange aber es passiert nichts mehr.
Die Landschaft ist natürlich beeindruckend. Wir erkennen den Park nicht wieder. Er erscheint ganz anders als bei den vielen Reiseberichten, die wir zu Hause verschlungen haben. Alles ist grün und wir sehen sogar ganze blühende Wiesen. Traumhaft. Auch wenn die Tierausbeute heute geringer war. Wir sind uns schnell einig, dass uns diese Jahreszeit sehr gut gefällt.
Heute erreichen wir das Camp gut eine Stunde vor Torschluss. Aber wir wollen und können einfach nicht mehr. Wir machen uns frisch, besprechen noch schnell den Schlachtplan für morgen und beschließen dann, das oftmals negativ beschriebene Essen zu testen. Als wir am Restaurant ankommen, sind wir überrascht. Der Eindruck von mittags bestätigt sich. Es ist nichts, aber auch wirklich gar nichts, los. Auch gut: Wir nehmen Platz und bestellen schon mal die Getränke. Dirk traut sich als Erster an die Vorspeise. Er kommt freudestrahlend vom irgendwie provisorisch aufgebauten Buffet zurück. „Alles Ok und eine große Auswahl“ versichert er mir. Na gut, auf geht’s. Am Vorspeisebuffet quatscht mich ein Mann auf deutsch von der Seite an: „Na wann seit ihr angekommen? Schön hier oder?“ Ich antworte verwundert und denke mir: Also Namibia-Urlauber sind schon wie eine große Familie. Die sind so höflich untereinander und so nett. Ich erzähle Dirk mein Erlebnis vom Buffet und auch er erzählt von einem Gespräch mit einer Dame. Allmählich erinnern wir uns. Wir hatten sie bereits auf der Frans Indongo Lodge kennengelernt, sie sind zu viert unterwegs. Und da sitzen sie nun wieder. Man kommt ins Gespräch und wir werden noch merken: In Namibia begegnet man sich immer zweimal 🙂
Nach dem Essen, es gab übrigens noch ein wirklich hervorragend gegrilltes Oryx-Steak, bequemen wir uns noch einmal zum Wasserloch. Plätzchen Suchen und warten – zu sehen ist gar nichts, außer Millionen Motten und Käfern, die einfach nicht Dirks Freunde werden wollen. Nach 20 Minuten drängelt Dirk. Er hat die Schnauze voll und fühlt sich von den gefährlichen Monsterkäfern bedroht. „Ich bin müde, hier kommt nichts mehr.“ ← Na klar, „müde“. 😎
eggitom1'247 Beiträge · seit 200926. Jan. 2011 · #36
dirkmandy schrieb:
Naja, ein Versuch war es wert. (Was wir jetzt noch nicht ahnen – das wird der Spruch des Tages 🙂 )
Hallo Mandy
genau so ist es uns auch ergangen. Und dann geht man zuhause die geschossenen Bilder durch und realisiert plötzlich, wieviel man eigentlich gesehen hat 🙂
Mal ganz abgesehen davon, dass ihr offenbar auch einfach nur die Landschaft geniessen könnt - vorausgesetzt, es hat keine Käfer 😉
Steffi82672 Beiträge · seit 201126. Jan. 2011 · #37
Hallo ihr zwei,
die Fülle an grün in Etosha hat uns auch ziemlich umgehauen - das fanden wir ähnlich toll wie ihr.
Und falls es euch tröstet: Wir haben um Halali herum an einem Tag abgesehen von Horden an Springböcken (die dann aber mit ihrem Kindergarten auch schon wieder unglaublich putzig waren) auch so gut wie nichts gesehen, abgesehen von toller Landschaft satt 🙂.
Bin ja mal gespannt, wie es bei euch weitergeht - eigentlich müssten wir fast irgendwann mal aneinander vorbeigefahren sein - wir haben ja die Tour andersrum begonnen und scheinen dann mit euch im gleichen Flieger nach München zurückgeflogen zu sein 😄.
BerniOx109 Beiträge · seit 201026. Jan. 2011 · #38
Hallo Ihr,
zum Thema "grün" kann ich nur Steffi recht geben. Sooo grün kanne ich Namibia gar nicht. Ich war beide male im Sep./okt. dort. Da war es eben staubtrocken und alles dürr. Besonders das Bild vom Wasserloch Halali gefällt mir. Ich erkenne es zwar wieder, sieht aber so grün doch ganz anderst aus als ich es kenne. Und wenig Tiere ?? Na-ja ich beneide Euch jedenfalls um den Leoparden den Ihr gesehen habt. Der fehlt mir noch in der Sammlung der Big 5.
dirkmandyThemenstarter290 Beiträge · seit 201027. Jan. 2011 · #39
Montag, 03.01.2011: Halali → Okaukuejo, ohne Zwischenstopp natürlich! 🙂
Heute Nacht hatten wir beide ein Erlebnis der besonderen Art. Es geht um Spinnen – allerdings anders als Ihr jetzt vielleicht vermutet 😉
Dirk hasst nicht nur Käfer, nein, auch Spinnen! Sobald er im Zimmer eine sieht, muss ich sie auf dem schnellsten Weg entfernen. Ich finde Spinnen jetzt auch nicht besonders toll, stelle mich aber meiner Aufgabe. Er hat sogar auch diese elektrische Fliegenklatsche mitgenommen, die auch Spinnen unter Strom setzt – ein super Teil!! (Es wurde kürzlich im Forum berichtet) Jedenfalls hat sich das ständige Ausschau halten nach Spinnen tief in meinem Unterbewusstsein verankert.
Wir beide dösen bereits, als ich außen am Moskitonetz eine Spinne krabbeln sehe. Ich rufe natürlich gleich: „Iiiieeh eine Spinne!“ Auch wenn Dirk sonst jedes Erdbeben verschläft, hört er mich sofort und ist mit einem Satz aus dem Bett. „Licht an!“ Sage ich, Dirk sucht den Lichtschalter vermutlich verzweifelt. Von der Spinne ist nichts zu sehen. Nichts da. Dirk stellt fest, dass es ja auch noch dunkel war, als ich die Spinne gesehen haben will. Ok, sie war niemals da. Ich habe einfach mal wieder geschlafwandelt!! 🙂
(So hätte sie aussehen können...)
Am nächsten Morgen muss ich Dirk auch erst fragen, ob das nachts wirklich passiert ist. In meiner Erinnerung wirkt alles wie ein Traum. Leider habe ich Dirk tatsächlich um seinen Schönheitsschlaf gebracht. Denn wo ich friedlich geschlummert habe, hat er noch lang wach gelegen und nach meiner Phantomspinne gesucht 🙂. (Ergänzung von Dirk: Stimmt gar nicht, bin schnell wieder eingeschlafen und hab von niedlichen, liebenswerten Spinnen geträumt...)
Wir raffen uns auf und wollen gerade duschen, als der Strom ausfällt. „Bsss – ganse Strase dungel!“ Zähne putzen nur mit Taschenlampe funktioniert ja noch ganz gut. Beim Duschen erinnert mich das eher an den Film „Psycho“. Also verzichten wir aufs duschen und gehen gleich zum Frühstück.
Keine 500 Meter nach dem Tor winkt uns schon ein anderer Autofahrer. Riecht er uns, weil wir nicht geduscht haben? ...nein, kann nicht sein, wir haben doch ausnahmsweise Deo benutzt. Wir halten natürlich gespannt an: mal sehen was es heute für einen Tipp gibt. Und tatsächlich, er informiert uns, dass hier ganz in der Nähe Leoparden in den Bäumen liegen. Er erklärt uns noch den Weg, Dirk fragt mehrfach nach, damit wir uns nicht verfahren – allzu weit kann es nicht sein. In 5 Minuten müssten wir sie schon sehen! Juhuu! Wird es heute etwa ein erfolgreicher Tag?!
Wir halten uns genau an die Beschreibung und suchen jeden Winkel ab. Leider finden wir keine Leoparden. Nach weiteren 10 Minuten geben wir die Suche auf. Die Beschreibung war nix. Wir entscheiden uns, einfach wie gewohnt jede Seitenstraße abzufahren.
Als wir wieder einen Umweg abfahren, sehe ich plötzlich einen Riss im Baum hängen. Wir stoppen sofort. Das kann nur ein Leopard gewesen sein. Wir suchen die Umgebung ab. Dirk fährt immer wieder vor und zurück. Und dann entdeckt er ihn!! Der Leopard liegt gut getarnt im Baum. Kurze Zeit später entdecken wir dann auch den Zweiten, der keine 5 Meter von uns entfernt im Gras liegt. Später gesellt sich auch noch ein Schakal dazu. Dieser versucht tatsächlich, die beiden Leoparden durch sein Gebelle zu vertreiben, um auch noch etwas vom Leckerbissen abzubekommen 🙂 Der Versuch scheitert kläglich – obwohl sich die Leoparden erstmal verziehen.
Weiter geht’s. Der Tag hat vielversprechend begonnen und so sind wir motiviert, dass heute wieder einiges zu sehen ist. Ganz unerwartet und plötzlich passiert es dann. Ein Nashorn rennt über die Straße!!! Man kann gar nicht schnell genug reagieren, da rennt auch schon das zweite hinterher!! Was für ein Glück. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die anderen Autos, die uns in den letzten 10 Minuten entgegengekommen sind, hatten da nicht soviel Glück. Als wir in die Gesichter der Fahrer geschaut haben, wussten wir, die haben heute so einen Tag wie wir gestern. Aber wir nicht! Fotos gibt es natürlich keine von den Nashörnern. Ihr müsst uns diese Begegnung ganz einfach glauben 🙂.
Foto.
Nach einer Toilettenpause bemerkt Dirk ein entgegenkommendes Auto, dessen Fahrer uns seltsam mustert. Das war so ein total cooler LandCruiser (sagt er). Den hätte er bestimmt auch gern gehabt. Kurze Zeit später überholt uns dieses Auto wieder und setzt sich vor uns. Ich ahne schon, wen wir jetzt getroffen haben. Und tatsächlich, es ist mein Studienfreund Christoph, den ich seit drei Jahren nicht mehr gesehen habe 🙂. Wir wissen zwar vom jeweiligen Namibia-Urlaub und haben uns sogar für morgen verabredet. Dass wir uns heute aber so überraschend begegnen, ist dann schon sehr lustig. Namibia ist ein Dorf!!!
Wir quatschen kurz und verabreden uns für 18 Uhr in Okaukuejo. Jeder fährt seines Weges. Christoph will Richtung Namutoni, da dort um diese Jahreszeit die meisten Tiere zu sehen sind. (Im Nachhinein können wir das nur bestätigen.)
Auf dem Weg sehen wir noch einige Impalas, Oryx, Gnus und Zebras...
Der Hunger treibt uns dann zum Camp – oder wie es richtig heißt: zum „Resort“. Wir entscheiden uns, einfach schnell am Kiosk ein Sandwich zu kaufen. Vor uns stehen auch nur zwei Frauen. Es dürfte also schnell gehen! Tja falsch gedacht. Die Bedienung schnitzt die Pommes für die Beilage nämlich frisch aus Kartoffeln!! Es dauert also eine gute halbe Stunde, bevor wir unsere Sandwichs erhalten. Naja, wenigstens sind sie frisch 😄.
Wir drehen uns um und wollen gerade einen Platz suchen ...wer steht da hinter uns: natürlich Christoph. Keine Frage, dass wir uns gemütlich zusammensetzen und unser Mittag zu sechst genießen (Christoph ist mit Frau, Kind und Schwester unterwegs). Er gibt uns noch einige Tipps und warnt uns auch vor den einschlägigen Touristennepps. So auch vor Makalani-Nüssen – na, das war wohl zu spät (für Dirk) 😛.
Nach dem Essen checken wir schnell ein. Diesmal haben wir ein einfaches Doppelzimmer. Es ist schön, sauber und völlig ausreichend. (wir haben bereits Anfang August gebucht und es war nichts anderes mehr zu bekommen) Man merkt auch schnell, dass Halali und Okaukuejo zusammen gehören. Die benutzen nämlich dasselbe Desinfektionsmittel 🙂.
Wir halten uns aber nicht lange auf. Denn draußen wartet Christoph. Wir haben uns entschieden, am Nachmittag gemeinsam durch den Park zu fahren. Erklärtes Ziel: Findet den Elefanten! Der ist nämlich das einzige Tierchen, das wir noch nicht gesehen haben. Die Mission kann beginnen. Wir fahren Richtung Norden (Märchenwald etc.). Die Landschaft ist wunderschön und wir sehen auch einiges an Tieren. Viele Zebras, sogar ein fast schwarzes, Gnus, Strauße und sogar wieder eine Giraffe. Nur einen Elefanten finden wir nicht 🙁.
Wir müssen ein wenig auf die Zeit achten. Denn wo wir heute Nacht im Park bleiben, müssen die anderen noch nach Outjo düsen. Gegen 16:00 Uhr entschließen wir uns wieder Richtung Camp zu fahren – und stellen fest, dass man auch im Etosha schneller als 60 km/h fahren kann. Christoph „treibt“ uns ein weing. Wir verabschieden uns und halten unser Treffen für morgen 10:00 Uhr in der Sophienhof Lodge fest. Da unsere Mission „Elefant“ noch nicht erfolgreich war, entschließen wir uns noch mal in die Richtung zu fahren, wo wir heute Mittag die Nashörner gesehen haben. Es geht also Richtung Olifantsbad. Wir stellen schnell fest, hier hat es kräftig geregnet. Wir durchqueren mehrere große Pfützen bis wir schließlich vor einem „See“ stehen. Es ist einfach kein Ende zu sehen. Wir überlegen lange ob wir durchfahren sollen. Am Ende siegt wieder meine Angst. Wir drehen und fahren zum nächsten Wasserloch. „Lass uns hier doch einfach mal warten, was passiert“ sage ich zu Dirk. Vielleicht haben wir ja Glück. Zur Unterhaltung schalten wir das Hörbuch „Hummeldumm“ an. Es ist sehr lustig, erkennt man doch viele Situationen wieder. 😄
Wenig später fährt ein VW-Bus ans Wasserloch. Wir denken uns noch: Die kennen wir aber! Das Fenster elektrisch runterkurbeln und wer grinst uns an? Das Vierergespann aus Weinheim, die wir zum ersten Mal in der Frans Indongo Lodge und zum zweiten Mal in Halali gesehen haben. Wir tauschen die neusten Sichtungen aus. Wir sind neidisch, die vier haben schon alles gesehen – auch unseren Elefanten!! Als nach 20 Minuten immer noch nichts passiert, fahren die Vier weiter. Sie versuchen auch noch mal einen Elefanten zu sehen. Wir zögern nur kurz. Die haben so viel Glück, da fahren wir hinterher. Eine Verfolgungsjagd beginnt! 🙂 Wir brauchen nicht lange, um die vier einzuholen. Denn sie fahren nur in Schrittgeschwindigkeit durch den Park – vermutlich haben sie deshalb auch die Elefanten entdeckt. Im Gegensatz zu uns – bisher.
Nach einer Weile und ein paar Impalas später (mit niedlichen Jungtieren) finden wir frischen Elefantendung und sehr eindeutige Bissspuren. Nur vom Verursacher keine Spur. Nachdem unsere Verfolgungsjagd schon 45 Minuten dauert und nichts zu sehen ist, entschließen wir uns, die Mission für heute abzubrechen. Es ist zwar unser letzter Tag im Etosha, wir hoffen aber auf morgen früh. Typisch Touri denken wir: Wir können Afrika nicht verlassen, ohne einen Elefanten zu sehen!!!! 😄
Wir sitzen noch nicht lange beim Abendessen. Da wird der Tisch neben uns neu besetzt. Von wem? Na klar, die vier Weinheimer. Als wir erfahren, dass sie auch keinen Elefanten mehr gesehen haben, sind wir dann aber doch beruhigt. Schrittgeschwindigkeit ist also keine Garantie für Tiersichtungen 🙂. Der Abend plätschert so dahin. Das Essen hier ist auch sehr gut, aber viel hektischer als in Halali.
Auch heute Abend steht wieder ein Besuch am Wasserloch an. Es endet aber genauso erfolglos wie am Tag zuvor. Und Dirk ist wieder „müde“. ← Na klar... (siehe Vortag) Gehen wir lieber schlafen und träumen von der Mission Elefant. „Gute Nacht Agent D.“ „Gute Nacht Agent M.“
SASASOWEWI3'080 Beiträge · seit 200927. Jan. 2011 · #40
„Bsss – ganse Strase dungel!“
Wir haben den gleichen Humor, ich hab auch Fernseeer rebarieeert, ey.
Klasse das ihr auch die Erfahrung gemacht habt das Afrika an sich nur ein Dorf ist.... wir hatten die gleiche Erfahrung, nur wussten wir es vorher nicht das wir jemanden treffen den wir kennen.
Und übrigens: Nur eine tote Spinne ist eine gute Spinne.