travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200623. Juli 2010 · #1Hallo zusammen,
interessanter Kurz-Artikel mit noch interessantem Argumentationsstrang des Gerichtes:
http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/botsuana-buschmaennern-wird-wasser-verweigert_aid_533016.htmlSonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
holger982 Beiträge · seit 200623. Juli 2010 · #2Da bin ich jetzt sprachlos... unglaublich.
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Travelboy705 Beiträge · seit 201023. Juli 2010 · #3Es kann der frömmste nicht in Frieden leben ...
... ein wirklich nachdenklicher Artikel.
Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn sich einige "schlaue" Menschen über andere stellen und meinen, NUR ihre Lebensweise ist die Richtige.
- Profitgier!
"Die Regierung hatte die eingeborenen Bewohner wegen Ansprüchen von Diamantminen und eines Luxusressorts für Touristen umsiedeln lassen - Außerdem biete das Leben in dem Gebiet keine Perspektive "
Wir sind wahrscheinlich erst zufrieden, wenn wir die ganze Welt betoniert haben und uns über Seidenblumen freuen.
Ob die Indianer in USA, die Aborigines in Australien oder die Buschmänner und Himba - nur nicht in Frieden leben lassen.
//
Bin gerade Großvater geworden und mein Enkel wird dann wohl diese wunderschöne Natur nicht mehr erleben können, ich passe einfach nicht mehr in diese Welt.
Volker
Seit 1996 bereisen wir die Welt mit dem Motorhome, zuerst USA - Canada - Australien - Neuseland und jetzt Afrika.
LOlowflyer579 Beiträge · seit 201023. Juli 2010 · #4Hallo,
Insbesondere die Organisation Survival pusht das Thema im Moment geschickt. In den ganzen Social Networks macht das auch seit 2 Tagen die Runde. U.a. auf Twitter gibt es hunderte wenn nicht Tausende Tweets dazu. Mal schauen ob das kanalisiert werden kann und irgendwas bewirkt.
http://twitter.com/#search?q=botswanaSonnige Grüße
Erika2'338 Beiträge · seit 200723. Juli 2010 · #5Hallo zusammen
Auch mal eine Überlegung wert:
Überall wird gepredigt, dass nur Bildung und Fortschritt dazu beitragen können, die Afrikaner aus ihrem Elend zu befreien. Und bei den Buschmännern wünscht man sich, dass sie so bleiben, wie der Tourist sie erleben möchte, nämlich mit Lendenschurz und Pfeil und Bogen. Irgendwie paradox, nicht wahr?
Langfristig gesehen haben die Buschmänner mit ihrer Lebensweise keine Zukunft. Das ist eine traurige, aber realistische Tatsache. Man wird nicht darum herumkommen, den Buschmann in die heutige Welt zu integrieren. Irgendwie ist es ja auch peinlich und menschenunwürdig, wenn sie sich jedes Mal, wenn Touris im Anmarsch sind, das Lendenschürzchen umhängen müssen, um zu präsentieren, wie rückständig sie noch sind. Kein Buschmann läuft mehr heute in Wirklichkeit so rum, nicht einmal in der tiefsten Kalahari.
Grüessli Erika
fordfahrer1'003 Beiträge · seit 200823. Juli 2010 · #6Der Focus hat einiges weggelassen:
Mail Guardianund es ist bestimm förderlich, die BW Regierung als Regime zu bezeichnen ... .
Gruss
Christian
Erika2'338 Beiträge · seit 200723. Juli 2010 · #7Um das ernste Thema ein wenig aufzulockern:
Bei YouTube ansehen ↗
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200723. Juli 2010 · #8fordfahrer schrieb:Der Focus hat einiges weggelassen:
Mail Guardian
und es ist bestimm förderlich, die BW Regierung als Regime zu bezeichnen ... .
Gruss
Christian
Der Artikel im Mail & Guardian lässt Hoffnung zu. Vom Richter ist ein Hintertürchen offen gelassen worden - mit einer Wasserbedarfsschätzung könnte Abhilfe geschaffen werden.
Über diese Gruppe ist vor einigen Monaten in einem der deutschen Auslands-Fernsehjournale berichtet worden - "Öffentlichkeit" besteht schon etwas länger und lässt hoffen...
FRFritzmann439 Beiträge · seit 200923. Juli 2010 · #9Wir alle (Touristen) waren in der Vergangenheit Ursache solcher Entwicklung und werden in Zukunft dazu beitragen, dass diese Gangart beibehalten wird.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200923. Juli 2010 · #10Du tust so, als würden sich die afrikanischen Völker Minderheiten gegenüber tollerant verhalten. Das konnte ich bislang nicht feststellen.
Es ist aber auch so schön einfach und deshalb wohl auch so beliebt, alle Mißstände wahlweise den Kolonialmächten, den Industrienationen, dem Westen, den Touristen oder den Weißen in die Schuhe zu schieben.
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200723. Juli 2010 · #11Topobär schrieb:Du tust so, als würden sich die afrikanischen Völker Minderheiten gegenüber tollerant verhalten. Das konnte ich bislang nicht feststellen.
Es ist aber auch so schön einfach und deshalb wohl auch so beliebt, alle Mißstände wahlweise den Kolonialmächten, den Industrienationen, dem Westen, den Touristen oder den Weißen in die Schuhe zu schieben.
Kann ich nur zustimmen: gerade die Buschleute werden in allen drei Staaten - Südafrika, Namibia und Botswana - diskriminiert. Davon kann sich auch Botswana trotz ansonsten allgemein anerkannter guter Regierungsführung nicht freisprechen.
Viele Grüße,
Volker
Matou66843 Beiträge · seit 200823. Juli 2010 · #12Hallo,
lenkt ein bisschen vom eigentlichen Thema ab, passt aber in den Rahmen, dass die Führung in BOT tatsächlich als ein Regime anzusehen sein könnte: Europäische Naturschutzinitiativen, die mit einheimischen NGOs und Privatpersonen zum Schutz der Natur zusammenarbeiten, und insbesondere gegen bestimmte Formen der Landnutzung in BOT sind, wurden vom zuständigen Minister aufgefordert, "Veränderungen" auf ihren homepages vorzunehmen, damit die Welt nichts von den Mißständen im Land erfährt! Denn schließlich gilt man ja in Sachen Naturschutz als Vorzeigeregime, äh - staat.
Andernfalls wurde mit Einreiseverbot gedroht... .
Das alles erinnert mich stark an die plötzliche Ausweisung von Mark und Delia Owens, die sich inden 1970igern dem Schutz der Kalahari verschrieben hatten und der Regierung bzgl. der vermuteten Rohstoffvorkommen ein Dorn im Auge waren.
Bzgl. der o.g. Vorgänge werde ich mich nicht konkret äussern, um nichts und niemanden in Botswana und hierzulande ansatzweise in ihren Schutzbemühungen zu gefährden.
Ergo: Egal, wo man auf der Welt hinfährt, man kann es nur noch verkehrt machen, weil überall etwas im Argen ist.
Zu Hause bleiben ist auch nicht die Lösung, denn was hier in Sachen Naturschutz abgeht, spottet auch jeder Beschreibung.
Durch Reisen kann ich mich wenigstens vor Ort informieren.
Trotzdem wird mir BOT immer suspekter.
LG
Dirk
holger982 Beiträge · seit 200623. Juli 2010 · #13Erika schrieb:Langfristig gesehen haben die Buschmänner mit ihrer Lebensweise keine Zukunft. Das ist eine traurige, aber realistische Tatsache. Man wird nicht darum herumkommen, den Buschmann in die heutige Welt zu integrieren.
Genau! Die mächtigen Herrschaften in Botswana haben das erkannt. Nur der unangepasste Buschmann noch nicht. Wenn sich die Buschleute schon nicht freiwillig anpassen, drehen wir ihnen einfach das Wasser ab. Irgendwann merken sie das dann auch und ziehen ab.
Sag mal, geht's noch?
Kopfschüttelnd,
Holger
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Matou66843 Beiträge · seit 200823. Juli 2010 · #14@Erika: lies mal Bücher von Laurens van der Post wie "Die verlorene Welt der Kalahari" und andere aus den 1940igern (!). Evtl. denkst Du dann um.
@Holger: Deinen Schlusssatz könnte man unter so Vieles schreiben, worüber wir uns keine oder zu wenig Gedanken machen, aber glauben, darüber Bescheid zu wissen... .
LG
Dirk
holger982 Beiträge · seit 200623. Juli 2010 · #15Matou66 schrieb:@Holger: Deinen Schlusssatz könnte man unter so Vieles schreiben, worüber wir uns keine oder zu wenig Gedanken machen, aber glauben, darüber Bescheid zu wissen... .
Es wäre falsch, sich aus allem herauszuhalten und keine Meinung zu bilden, nur weil nicht alle Fakten in Gänze bekannt sind. Auch ohne alle Einzelheiten zu kennen und nur die Zeitungsberichte gelesen zu haben, maße ich mir an, eine Meinung auf Grundlage meiner Informationen zu bilden.
Als Tenor von Erika's Aussage habe ich verstanden, dass die Buschleute eh keine Wahl haben, sich anzupassen. In Zusammenhang mit diesem Thread bedeutet das, dass dieses Urteil diesen aus ihrer Sicht notwendigen Vorgang beschleunigt. Und da frage ich mich tatsächlich "Geht's noch?"
Es ist ja nicht so, als hätte die Geschichte nicht genügend Beispiele parat, wie solche Zwangsmaßnahmen (als solche werte ich dieses Urteil, da es zwingende Konsequenzen für den Lebensraum der Buschleute bedeutet) für die Betroffenen geendet sind. Es ist halt immer ein großer Unterschied zwischen "wollen" und "müssen".
Grüße,
Holger
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Nenette1'309 Beiträge · seit 200923. Juli 2010 · #16Matou66 schrieb:
lenkt ein bisschen vom eigentlichen Thema ab, passt aber in den Rahmen, dass die Führung in BOT tatsächlich als ein Regime anzusehen sein könnte: .......
Hallo,
für mich ist ein Regime eine nicht demokratisch gewählte, diktatorische Regierung. Das trifft wohl auf Botswana eher nicht zu.
Wenn man ein Regime als eine Herrschaftsform ansieht, dann gibt es auch in Deutschland mit der Demokratie ein Regime.
Von Frankreich, wo der Fußballnationalmannschaftskapitän dem Präsidenten Bericht liefern muss, ganz zu schweigen.
Liebe Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment.
Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo)
Botswana 2010:
http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html
Mein anderes Hobby:
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Tobias499 Beiträge · seit 200623. Juli 2010 · #17Hallo zusammen,
es ist ein Fluch der heutigen Zeit, das die Evolution manche Völker überholt. Deswegen darf man sie aber nicht strafen. Ich verstehe nicht, warum riesige Flächen als Nationalparks ausgewiesen werden, in denen ein grosser Teil der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist (gibt es ja einige) und für die Buschleute, die nicht die Wahnsinnsflächen brauchen, soll kein Platz sein...
Witschaftsinteressen muss sich wohl jeder beugen...
LG T
Erika2'338 Beiträge · seit 200723. Juli 2010 · #18Hallo
Um es klarzustellen, ich wollte mit meinen Aussagen nicht den Eindruck erwecken, dass ich der Regierung Botswanas recht geben möchte. Vielmehr wollte ich damit sagen, dass die Buschmänner langfristig gesehen wenige Chancen haben, so leben zu können, wie sie es früher taten. Es sind einfach zu viele Kräfte im Spiel als dass sie dagegen Einfluss nehmen könnten. Es wird ihnen, ob ihr es wahrhaben wollt oder nicht, nichts anderes übrig bleiben, als entweder als Touristenattraktion ihr Leben zu fristen oder halt dort hinzuziehen, wo man sie nach Lust und Laune umsiedelt. Die Buschmänner waren schon immer das letzte Glied in der Kette. Man muss da realistisch bleiben. Dazu kommt noch, dass sie von praktisch allen Schwarzen verächtlich belächelt werden. Sie tun mir übrigens unendlich leid.
Man versucht ja schon seit Langem, die Buschmänner umzupolen. Sie sollen anstatt zu jagen und zu sammeln Ziegen besitzen und möglichst noch Gemüse anpflanzen. In der Central Kalahari ist ihnen das Jagen ja auch verboten worden, wovon sollen sie denn leben? Ausgerechnet dieses Volk, das unter Bedingungen leben könnte, wo andere sterben würden, ist nun durch materielle Einflüsse bedroht.
Grüessli Erika
eggitom1'247 Beiträge · seit 200923. Juli 2010 · #19Erika schrieb:Man versucht ja schon seit Langem, die Buschmänner umzupolen. Sie sollen anstatt zu jagen und zu sammeln Ziegen besitzen und möglichst noch Gemüse anpflanzen. In der Central Kalahari ist ihnen das Jagen ja auch verboten worden, wovon sollen sie denn leben? Ausgerechnet dieses Volk, das unter Bedingungen leben könnte, wo andere sterben würden, ist nun durch materielle Einflüsse bedroht.
Grüessli Erika
Ein Hinweis an alle, denen das Wohl der San - oder auch der Himbas - am Herzen liegt; schaut doch mal hier rein:
Das lebende Museum der Ju/'HoansiUnd bitte jetzt keine Diskussion über Sinn oder Unsinn solcher Projekte starten; meines Wissens unterstützt z.B. Bwana dieses Projekt massgeblich. Könnte ja sein, dass jemand aus dem Forum einen direkten Draht zu Ian Khama oder seiner Entourage hat; dann wäre Der-/Diejenige spätestens jetzt gefragt!
Gruss und allen ein schönes Wochenende
Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht
(Fritz Grünbaum)
Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende) VOVolker2'612 Beiträge · seit 200723. Juli 2010 · #20Matou66 schrieb:Das alles erinnert mich stark an die plötzliche Ausweisung von Mark und Delia Owens, die sich inden 1970igern dem Schutz der Kalahari verschrieben hatten und der Regierung bzgl. der vermuteten Rohstoffvorkommen ein Dorn im Auge waren.
Schaue mal hier:
Mark und Delia OwensIch hatte den Artikel damals zum Anlass genommen, etwas mehr über die Beiden zu recherchieren. Was ist im Gedächtnis hängen geblieben: auch sie sind nicht unfehlbar und stellten den Schutz der Tiere vor dem mancher Menschen, wenn man manchen Quellen glauben mag. Sie leben mittlerweile zurückgezogen im Mittleren Westen der USA.
Ich sehe, wir hätten einigen Diskussionsstoff für Kronau 🙂
Viele Grüße,
Volker