Harnas Farm? Erfahrungen bitte...

83 Antworten · 120k Aufrufe · gestartet 27. Mai 2010 von schoelink
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10 Beiträge · seit 201324. Mai 2013 · #81
Ich habe jetzt mit Kevin Richardson Kontakt aufgenommen, der vor vielen Jahren im Lions Park in Jo-burg gearbeitet hatte. Der ARD-Bericht bezieht sich auf den Lions-Park. Kevins Frau hat mir geantwortet, dass Sie sich seit Jahren gegen die Massen-Löwenzucht einsetzen und auch gegen die Massen-Voluntär-Industrie sowie gegen das Löwen-Jagen. Kevin Richardson hat gerade eine Dokumentation zum Thema gedreht. Ich persönlich bin sehr froh, dass ich zumindest hier ein gutes Gefühl haben kann und dass mir direkt geantwortet wird. Der Lion-Park wollte den einen zum ARD-Bericht und hat sich seit dem nicht mehr geäussert ... spricht wohl für sich.
1'723 Beiträge · seit 200924. Mai 2013 · #82
tja das maerchen von den alten loewen die keiner mehr will, und die loewen die zum problem geworden sind etc etc ... wenn man den ganzen kommerziellen farmen glauben will, dann gibts mehr problem loewen als normale .. und alle brauchen die hilfe von harnas, amani und Co.. das stinkt gen himmel .. und was dabei heraus kommt hat man ja wohl auch deutlich auf amani sehen koennen oder .. ??
ich gebs ja zu, die ersten male in afrika, da ist man von sowas echt begeistert, die cheethas ganz nah, direkt beim essen hinter der glasscheibe und das animierte bis hin gefaehrliche Cheetha fuettern ... beim ersten mal findet man sowas toll.. aber irgentwie hat sich bei mir da sehr sehr schnell ein mulmiges gefuehl eingestellt ..
das ding mit den volontairen richtet sich an eine kundschaft, die glaubt was gutes im leben tun zu muessen, dass sie mit ihren "einsaetzen" wohl eher das gegenteil bewirken wird nicht so deutlich klar. klar, die meisten von uns trauemen davon, mich 100% eingeschlossen, mal ganz nah an den loewen, leos und cheethas zu sein .. aber fuer welchen preis .. ?? dafuer das massenweise tiere eingepfercht werden, damit der zahlende touri mit dem gefuehl nach hause geht "was gutes getan zu haben", dann fleissig im umfeld darueber berichtet und seine kumpels schickt;
In harnas steht auswilderung glaube ich nicht an erster stelle.. sowie man auch bei amani damals ganz schnell merkte, beim thema auswilderung wurde es auf einmal ruhig .. und dann hab ich mir damals die loewen einmal angesehen, total fettleibig, naja kein wunder bei 2 touri fuetterungen;, und bewegen muss man sich dann auch nicht mehr .. das is nix anderes als streichelzoo..
aber wer sowas braucht macht dann auch gerne in zim die loewenwanderung, und reitet im thailand auf dem elefanten..
jedem das seine, aber von tierschutz und vor allem von conservation zu sprechen ist dann doch wohl neben der kappe ..
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
10 Beiträge · seit 201324. Mai 2013 · #83
auf harnas sind aktuell 3 erwachsene cheetahs und 2 acht monate alte jungtiere in kontrollierter auswilderung. für das auswildern von löwen ist ihr gelände zu klein. hier stelle ich durchaus die frage, warum man dann soviele tiere aufnimmt. wahrscheinlich steht hier die etwas seltsame auffassung der inhaberin im mittelpunkt, es ginge um einzelschicksale, denen man ein gnadenbrot gönnt. dieses gnadenbrot erwirtschaftet man mit touris und genau diese touris wollen dann auch löwen sehen.

man hat mir auf nachfrage gesagt, dass zwei ausgewilderte cheetahs von farmern erschossen wurden. die frage, die sich mir stellte ist die, ob es den 24 cheetahs in einem gehege besser geht als mit einem leben in freiheit mit dem risiko erschossen zu werden. darüberhinausgehend sind 4 wildhunde in der sog. lifeline - also kontrolliert frei und können selbst jagen. es liegt auf der hand, dass von menschen aufgezogenen cheetahs zwar selbständig jagen können, jedoch immer wieder kontakt zu menschen suchen, was ihre überlebenschancen in freier wildbahn erschwert bzw. unmöglich macht.

genau die von dir geschilderte motivation "etwas für den tierschutz zu tun" stand vor meinem harnas-besuch im mittelpunkt und natürlich die hoffnung einen sinnvollen beitrag zu leisten und ich gebe zu auch die hoffnung den tieren möglichst nahe zu kommen. ich finde die motivation nach wie vor nicht schlecht und verstehe den zynismus in deinem bericht nicht. kritik gehört denjenigen, die kapital aus genau jener motivation schlagen und die verantwortung für die tiere vor ort nicht übernehmen können, wollen oder wie auch immer.

auch wenn ich zum teil schockiert bin, kritisch und enttäuscht bin über das gesehene, bin ich auch froh, dass ich es gemacht habe, denn nun kann ich einen schritt weiter gehen und die kritik veröffentlichen, mit verantwortlichen in kontakt treten und weiss, zukünftig wofür ich mich engagiere. hätte ich mich niemals mit der thematik beschäftigt ... würde mir die erfahrung fehlen.

tierschutz hat wie wir wissen viel mit aufklärung zu tun ... manchmal auch mit dem engagement für einzeltiere und vor allem immer vorort. also da wo ich bin, da setze ich mich ein und das nicht nur mit postings auf irgendwelchen netzwerken. als gefährlich stufe ich die art von touris ein, die nicht einmal nachdenken, was sie da erlebt haben und von schmusestunden mit raubkatzen berichten.

ich glaube, ich stehe mit meinen erfahrungen und mit angelesenen wissen noch sehr am anfang meiner möglichkeiten. dennoch muss es in afrika menschen geben, die sich mit der situation raubkatzen beschäftigen, denn die löwenpopulation schwindet mit dem ihnen zur verfügung stehenden lebensraum. auch ein löwe in nationalparks ist nicht frei und stösst bei seinen wanderungen auf unnatürliche grenzen. diese unnatürlichkeit der lebensräume versucht der verantwortungsbewusste auszugleichen, der verantwortungslose auszunutzen.