Überfälle auf Touristen in Namibia

52 Antworten · 26,2k Aufrufe · gestartet 04. Mai 2010 von Carmen on tour
Antworten
852 Beiträge · seit 200605. Mai 2010 · #21
Hallo!

Danke Dir Christian für diese gute Info.


Ich bin kein Freund von Statistiken, dennoch habe ich mal versucht diesbezüglich etwas herrauszufinden.
Zitat:

Vorsätzliche Tötung gilt als eines der schwersten Verbrechen und daher als Indikator für die Gewaltkriminalität in einem Land oder einer Region. Mordstatistiken können dabei sowohl von medizinischen als auch von strafrechtlichen Quellen erhoben werden. Da die meisten dieser Gewalttaten unter Anwendung einer Waffe verübt werden, vermitteln die Statistiken nicht nur Angaben zu gewaltsamen Todesfällen, die nicht auf bewaffnete Konflikte zurückzuführen sind, sondern auch zum allgemeinen Niveau bewaffneter Gewalt. Zitat aus: Internationales Recht

Für Namibia habe ich diese älteren Daten gefunden:

Between 1996 and 1999, according to INTERPOL data, the rate of murder decreased from 52.1 to 26.32 per 100,000 population Quelle:interpol

Nach dieser Quelle von Unodc beträgt die Rate pro 1000000:

Namibia 2004 17,8
Südafrika 2008 36,5
Deutschland 2008 0.8

Namibia und Südafrika gehören damit zu den Ländern die eine sehr hohe Mordrate aufweisen.

Hier die Quelle als Exeltabelle:
http://www.unodc.org/documents/data-and-analysis/Crime-statistics/Criminal_justice_latest_year_by_country.20100201.xls

Christian
0
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2010
3'766 Beiträge · seit 200605. Mai 2010 · #22
Hallo,

bitte vergesst aber eines nicht, die allermeisten Gewaltdelikte in diesen Ländern betreffen Einheimische, besonders in den Armenvierteln. Reisende sind eher selten in ein Gewaltdelikt verwickelt (wie auch bei uns) aber auch nicht davor geschützt.

Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
138 Beiträge · seit 200805. Mai 2010 · #23
Crazy Zebra schrieb:
Lotusblume schrieb:
....
Aber es bereitet mir etwas Mühe jede Art von Verbrechen (Raub, Betrug, Gewalt) vorwiegend nur dem anzulasten der Betroffen wurde.

Dies erscheint mir ein wenig wie zu sagen, selber Schuld, und wir müssten übertrieben gesagt den Verbrecher zum Opfer machen weil der dumme Tourist ihn zu einer Straftat animierte,

Ich selbst rannte in Brasillien im wahrsten Sinne des Wortes um mein Leben, in Asien wurde ich Opfer von Trickdieben und in Namibia von Kartenbetrügern - aber jetzt weiss ich das ich selber Schuld war, ich gehöre zu denjenigen die sich nicht anpassen konnten in den ca. 35 Jahren die ich in der Welt umherreise.

Es ist nicht richtig wenn es auch unserer Lieblingsreiseziel ist alles so einfach abzutun.

Vieleicht stehe ich mit meiner Meinung alleine da, wer weiss?

Liebe Grüsse Kurt

Hallo Kurt,

Du stehst mit Deiner Meinung nicht alleine da. Ich sehe es genauso.

Klar muss / soll man nichts provozieren, aber immer die Schuld bei den Opfern zu suchen oder ihnen zu geben finde ich persönlich nicht richtig.

Was würde dies im Umkehrschluss bedeuten?
- Einen Freifahrtschein für all diejenigen, die arm sind?
- Für alle diejenigen, die keine Frau sich finden, dass sie sich auf "offener" Straße bedienen dürfen? Nimmt man dann die Frau mit dem kürzesten Minirock (überspitzt formuliert, ich weiß, aber ich konnte hier leider nicht sachlich bleiben, SORRY)?
- usw. (die Liste könnte man bestimmt noch weiterführen .....)

Meiner Meinung nach kann/darf man nicht alles entschuldigen - klar es ist niemand gerne arm oder lebt in einer Wellblechhütte. Jeder hätte gerne eine geregelte und gut bezahlte Arbeit.

Weil dem nicht so ist, führt dies auch zu einem enormen Gefälle zwischen Arm / Reich. Das weiß ich. Aber das ich mich in die Täterrolle pressen lassen würde - NEIN! Und vergessen wir mal nicht die Brutalität die manch ein Täter an den Tag legt.

Und ich weiß: The world is not perfect. Trotzdem die Opfer sind nicht die Täter.

Swakop
P.S. Mir ist noch nie was in Afrika oder wo anderes passiert. Hoffe das bleibt so.
Am 12. Mai fliege ich nach Jordanien. Hoffe auf einen weiteren erholsamen Urlaub.
http://www.TickerFactory.com/
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2010
6 Beiträge · seit 201005. Mai 2010 · #24
Hallo Leute,

ich melde mich mal als Afrikaneuling zu dem Thema.
In 3 Wochen gehts mit der Familie fuer 2 Wochen nach Namibia. Wir hatten letztes Jahr zwei Diavortraege von Bekannten ueber deren Namibiatour gesehen. Das hat Laune gemacht, so haben wir im Januar eine Selbstfahrertour gebucht (Flug+Mietauto+Lodges).
Unsere (Sued-)Route: Windhoek-Mariental-FishRiver-Aus-Kolmanskuppe-Sesriem-Svakopmund-Windhoek.

Eigentlich habe ich erst danach angefangen, mich zu informieren und bin dabei auch auf dieses tolle Forum gestossen (Danke fuer die vielen Tips!).
Beim Klickern stoesst man natuerlich auch auf das Kriminalitaetsproblem, ehrlich gesagt, wurde mir dabei ziemlich Angst und Bange (unsere Kids: 12+17), da ich doch eigentlich eher nicht so zu den Mutigen gehoere.
In Ulm allerdings werden auch staendig Leute zusammengeschlagen und Laeden ausgeraubt.

Ich denke inzwischen:
- Statistik hilft mir nicht wirklich weiter, die macht
eher Angst (zumindest einem Neuling, wie mir)
- Wenn tatsaechlich unser Zimmer in einer Lodge
ueberfallen werden wuerde, das ist Pech.
Ein Ueberfall kann mir ebenso in Ulm passieren.
- Wirklich interessant ist, was kann ich aktiv tun,
damit unser Risiko gering bleibt.

Ich habe mir mal folgende Regeln aus den vielen Infos zusammengepickt (vielleicht uebertrieben?!?)
a) Kartenabzocke
- Am Flughafen tauschen wir 100 EUR Bar,
damit wir was fuer den Start haben
- Sonst holen wir Geld mit der Maestro im Hotel
- Kreditkarten nie aus der Hand geben, zumindest
hinterherlaufen und schauen, was damit gemacht wird
- Nummern immer verdeckt eingeben (ist ja klar!)

b) Windhoek
- werden wir vielleicht auslassen, mal sehen
- eine Stadtfuehrung mit jemandem, der sich auskennt vielleicht (z.B. Carsten Möhle)
- da ich im Flugzeug eh nicht schlafen kann,
sind wir wahrscheinlich am ersten Tag
sowieso zu muede

c) Ueberland
- Nicht anhalten, wenn man uns zum Anhalten winkt
ich hoffe ich erkenne die echten Polizeikontrollen rechtzeitig 😉
- auf Parkplaetzen nur anhalten
- wenn einsam+ohne Buesche
- oder andere Urlauber zu sehen sind
- Tueren immer geschlossen halten
- Beim Tanken alle Tueren geschlossen halten
und auf die Strassenkinder achten, was die treiben
- Die Koffer mit langem Drahtseil zusammenschliessen,
falls doch mal einer die Tuer oeffnet
- Beim Einkaufen in Supermaerkten, bleibt die halbe
Familie halt im Auto und passt auf.

So eine Liste der gesammelten Tips habe ich leider nirgends gefunden. Fuer die Namibianer im Forum ist ihr Verhalten vermutlich einfach selbstverstaendlich.
Kommentare zu meinen Ideen und weitere Tips waeren sehr hilfreich!
Irgendwo habe ich gelesen, taeuschend echte Gummischlangen verhindern das Aufbrechen des Autos.
Darauf verzichten wir diesesmal, um das Lodgepersonal zu schonen (kicher).

Es bleibt eine komische Mischung von "totale Vorfreude" + "angespannte Erwartung" + "bischen Aengstlichkeit".

Wir haben extra nur die Suedroute gebucht, damit wir einen Grund haben, wieder nach Namibia zu kommen.
Ich hoffe das wird so sein.

Gruss von
mcs

(Namibia, wir kommen!)

PS mein Avatar ist eine Kuh, die ich in Indien aufgenommen habe, wird nach der Tour durch ein Namibia-konformes Avatar ausgetauscht, versprochen!
33,1k Beiträge · seit 200605. Mai 2010 · #25
Hallo mcs,

also mit solchen klaren, Dir selbst auferlegten Regeln kann Euch eigentlich nichts passieren. Nur wenn ihr Euch zu auffällig "ängstlich" verhaltet zieht man auch die Aufmerksamkeit auf sich. Verhaltet euch einfach normal unauffällig.
Sonst holen wir Geld mit der Maestro im Hotel
Nicht ein Hotel in Namibia hat einen Geldautomaten! Ihr müsst schon zum ATM um die Ecke gehen.

Ich schreibe Dir einfach mal nachstehend auf wie ich mich in Namibia in den von Dir genannten Situationen verhalte (ok, bin auch kein Tourist hier).
a) Kartenabzocke
- Sonst holen wir Geld mit der Maestro im Hotel
- Kreditkarten nie aus der Hand geben, zumindest
hinterherlaufen und schauen, was damit gemacht wird
- Nummern immer verdeckt eingeben (ist ja klar!)
So verhalte ich mich auch und mittlerweile verlangen sogar einige Restaurants wenn Du mit der KK zahlst, dass Du mit dem Kellner zur Kartenmaschine mitgehst.
b) Windhoek
- werden wir vielleicht auslassen, mal sehen
- eine Stadtfuehrung mit jemandem, der sich auskennt vielleicht (z.B. Carsten Möhle)
Muss man nicht auslassen, denn es gibt viel zu sehen und tun. Es gibt 300.000 Menschen in Windhoek die hier tagein, tagaus ohne Problem leben. Eine Stadtführung mit Casten oder so kann aber ohnehin nicht schaden.
- Nicht anhalten, wenn man uns zum Anhalten winkt
ich hoffe ich erkenne die echten Polizeikontrollen rechtzeitig
Da hier in Namibia jeder jedem hilft und man aufgrund der Distanzen auch auf gegenseitige Hilfe angewiesen ist, halte ich persönlich grundsätzlich wenn ich die Situation erfassen kann und sehe dass z.B. jemand einen Platten hat und Hilfe benötigt. Die Polizeikontrollen erkennst Du an den Polizisten 😉 Sie sind immer außerhalb der großen Städte zu finden, am Wochenende und zu den Sommerferien auch mal um kleinere Städte herum.
- auf Parkplaetzen nur anhalten
- wenn einsam+ohne Buesche
- oder andere Urlauber zu sehen sind
Also ich halte da an wenn ich mal "muss". Aber man kann auch irgendwo anders entlang der Straße anhalten und muss es nicht ausdrücklich an den eh teilweise sehr dreckigen Rastplätzen tun. Und andere Urlauber siehst Du da nur, wenn diese den ersten Schritt alleine gemacht haben. Einer muss der Erste sein.
- Tueren immer geschlossen halten
Mache ich persönlich nie und ich halte auch nicht die Fenster geschlossen. Dann würde ich ja im Sommer umkommen!
- Beim Tanken alle Tueren geschlossen halten
und auf die Strassenkinder achten, was die treiben
Also bei den drei, vier Tankstellen wo irgendwelche Makalaniverkäufer sind kann man es machen, ansonsten darfst Du auch aussteigen.
- Die Koffer mit langem Drahtseil zusammenschliessen,
falls doch mal einer die Tuer oeffnet
Finde ich persönlich absolut überzogen und eine solche Einschränkung und mir dazu Gedanken machen zu müssen wäre für mich ein Grund in ein solches Land nicht zu reisen!
Beim Einkaufen in Supermaerkten, bleibt die halbe
Familie halt im Auto und passt auf.
Wieso genau das? Es gibt auch in Namibia Singles und die verhungern auch nicht, da sie alleine einkaufen gehen. Zumal es fast überall Parkplatzwächter gibt. Wenn ihr nun das Auto voll mit sichtbarem Gepäck habt, dann kann ja ruhig jemand da bleiben. Ich finde es nicht nötig.

Nur um das nochmal klar zu stellen... so verhalte ich mich und es ist keine Anleitung wie ihr Euch verhalten solltet. Zum Hintergrund: Ich würde weder in Namibia noch sonst wo auf der Welt (etwa 70 bereiste Länder) jemals überfallen noch wurde mir was geklaut.

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2010
3'766 Beiträge · seit 200605. Mai 2010 · #26
Hallo MCS,

du kannst dich ganz entspannt zurücklegen und dich auf die Ferien freuen.

Du hast dir Gedanken gemacht was du aktiv vorkeheren könntest um die Angriffsfläche klein zu halten, sehr gut!

Jeder hat neben den allgemeinen Sicherheitsregeln im Urlaub noch seine Gehimtips, auch gut!

Plastikschlange, nun ja dafür kommst zu ca. 25 Jahre ins Gefängnis, sollte sich ein Einheimischer totlachen.

Das Anhalten unterwegs, wenn ich nicht was zum wegschmeissen habe, halte ich persönlich an irgend einem Schattenbaum unterwegs.

Beim Einkaufen in Windhoek, wenn jemand am Fahrzeug bleibt , OK, aber in der Regel sind die Parkplätze bewacht und sicher.

Es werden noch mehr Kommentare folgen zu deinen Verhaltensregeln, ich möchte hier jetzt nicht auf alle Details eingehen.

Da ihr vorwiegend im Süden und einsamen Gegenden Unterwegs seit
werdet ihr vermutlich einen Urlaub erleben der so was von Entspannt ist und dazu wünsche ich euch alles Gute!

Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
2'338 Beiträge · seit 200705. Mai 2010 · #27
Hallo

Kurt schrieb

Plastikschlange, nun ja dafür kommst zu ca. 25 Jahre ins Gefängnis, sollte sich ein Einheimischer totlachen.

Wir haben seit vielen Jahren eine Plastikschlange in unserem Auto gut sichtbar auf dem Armaturenbrett. Sogar die Reaktion der Polizisten an den Kontrollposten ist oftmals gewaltig. Manche weichen entsetzt zurück und getrauen sich kaum mehr in die Nähe unseres Autos, einige rennen sogar weg und kommen erst nach gutem Zureden wieder näher und ab und zu bekommen wir auch mal einen Rüffel, weil wir eine Schlange mitführen. Totgelacht hat sich bis jetzt noch keiner.

So eine Schlange benötigt wenig Platz und ist auch sonst in jeder Hinsicht ein angenehmer und pflegeleichter Passagier und es kann ja sein, dass wir ihretwegen noch nie beklaut wurden. Sie ist eine schöne Kobra mit aufgemaltem Gesicht und heisst Adelgundemaria und wir möchten sie nicht mehr missen, die Gute. 🤩

Grüessli Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
281 Beiträge · seit 200605. Mai 2010 · #28
Hallo Kurt,

der Tipp mit der Plastik- Schlange ist einfach süss 🙂

Gibt´s denn nicht Plastikschlangen, die nicht nur statisch sind, sondern ein bisschen zucken, möglichst ungleichmäßig ...?:)


Am besten wären welche mit einer Art Aufziehfeder im Plastikkörper = ohne Batterie = ökologisch vertretbar...:)


Spass beiseite:

Ein guter Artikel - die Sicherheit in Südafrika/WM - betreffend - fanden wir in der Ausgabe der Zeit:

http://merky.de/afc418

Einen nicht allzu ernsten Tag wünscht Euch

Michael
Michael (Iwanowski) www.afrika.de www.iwanowski.de
3'766 Beiträge · seit 200605. Mai 2010 · #29
Hallo Michael,

der Tip war nicht von mir, ich möchte mich nicht mit fremden Federn ähmmm falscher Schlangenhaut schmücken 😄

Das einzigste was im Urlaub zuckt bin ich, auch ohne Aufziehfeder 😛

Grüsse aus dem Regen bei schlappen 8 Grad, Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
33,1k Beiträge · seit 200605. Mai 2010 · #30
Hi zusammen,

habe mir gerade mal den Artikel den Michael gepostet hat durchgelesen. Sehr interessant (Danke, Michael). Danach habe ich weiter wg. des Lebensqualitätsindex im dort erwähnten "International Living" Magazin Ausschau gehalten und ihn hier gefunden: http://www1.internationalliving.com/qofl2010/

Dabei macht mich weniger stutzig das Namibia und Südafrika recht weit oben auftauchen, komisch finde ich jedoch, dass sich beide Länder speziell durch hohe (= gut) Punkte im Bereich "Risk & Safety" hervortun, dafür bei der Infrastruktur und medizinischen Versorgung besonders schlecht sind. Und die USA hat die beste Infrastruktur überhaupt (klar, wenn man mal offen herum hängende Stromleitungen und die Tatsache dass ein Großteil der Brücken absolut marode sind außer acht lässt). Ob es da vielleicht ein paar Zahlendreher zwischen den Bewertungskriterien und Ländern gab....?

Aber das mal nur off-topic am Rande.

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
649 Beiträge · seit 200705. Mai 2010 · #31
Interessant wie subjektiv das Sicherheitsempfinden ist..... und wie sehr es von der Berichterstattung abhängt.

Wir bilden uns hier in Nord-Europa ein, daß wir in einer kriminalitätsfreien Zone leben. Stimmt so nicht - und andere Nationen sehen das ganz anders. Ich bin vor 2 Wochen von Brasilianern gefragt worden,ob es denn Alternativen zur Frankfurter S- & U-Bahn gäbe. Sie hätten nach den Berichterstattungen im Internet den Eindruck, daß dort regelmäßig Menschen zu Tode geprügelt werden.

Und Carmen - wenn Du solche Berichte aus Australien nicht kennst, dann kann das daran liegen, daß Windhoek im Verlgeich zu Sydney ein Dorf ist. Und in so einem Kuhkaff (mal übertrieben ausgedrückt) schaffen es Meldungen in die Zeitung, die es in einer Großstadt bis nur zum Schulterzucken eines Polizeibeamten bringen.

Ich will jetzt damit die Kriminalität im südlichen Afrika nicht kleinreden - aber wir sollten uns bewußt sein, daß es die absolute Sicherheit wirklich nirgendwo gibt.... und ein paar Vorab-Gedanken über mein Verhalten, wie MCR sie gemacht hat, sind grundsätzlich nicht schlecht. Ob und welche Sicherheitsmaßnahmen übertrieben sind, wirst Du mit ein bißchen Erfahrung vor Ort selber feststellen.

Solltest Du Dich jedoch in einer fremden Umgebung, die Du nicht einschätzen kannst, nach solchen Stories zu unsicher fühlen - dann wäre es im Sinne eines erholsamen Urlaubs vielleicht besser, ein anderes Ziel zu wählen.
Allerdings: Dies bedeutet für Dich eine selbstgewählte Einschränken, die zur Vermeidung von neuen Erfahrungen führt - und viele davon wären positiv gewesen!
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2010
Themenstarter119 Beiträge · seit 201005. Mai 2010 · #32
@Giraffenmog

Da magst Du recht haben.

Ich weiss nicht ob die Gegend richtig für mich ist. Obwohl ich im Senegal 16 Jahre aufgewaschen bin. Mich erschreckt vor allem die Brutalität mit der vorgegangen wird. Die kenne ich vom Senegal nicht.

Gruss Carmen
3'766 Beiträge · seit 200605. Mai 2010 · #33
Carmen, egal was du gelesen hast, egal wie dein Aufwachsen im Senegal war - um ein Bild von Namibia zu bekommen muss man dort hin.

Ich sags mal Vorsichtig, die meisten menschen in Namibia werden Alt, manche sogar sehr Alt.

(Einziger Wehmutstropfen ist AIDS das die Altererwartungen nach unten drückt)

Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2010
5'538 Beiträge · seit 200805. Mai 2010 · #34
Hallo Zusammen,

@mcs: ich finde es gut, dass Du Dir Gedanken machst. Denn das ist genau, was ich sage: Man/frau muss sich überall so verhalten, dass man das Verbrechen nicht anlockt. Natürlich ist das kein absoluter Schutz, aber es grenzt die Gefährdung ein. Und mehr können wir nicht tun. Allerdings gehst Du doch etwas sehr weit in Deiner Sorge und die Gefahr ist groß, dass Du Deinen Urlaub nicht genießt. Christian "Travelnamibia" hat Deine Aufstellung ja schon etwas modifiziert. Und genau so verhalte ich mich auch - nicht nur in Namibia.

Ansonsten danke ich Allen, dass der Thread dieses Mal nicht unter die Gürtellinie ging wie viele andere über dieses Thema vorher.

Liebe Grüße
Gerd
32 Beiträge · seit 201005. Mai 2010 · #36
Hallo,

an dem Tag, an dem wir bei unserer Reise in Namibia gelandet waren, ist in Windhoek ein deutscher Tourist erschossen worden, der irgendwas fotografiert hat und dessen Frau/Freundin irgendwie dumm angemacht wurde.

Bei uns daheim haben dann ein paar Leute Panik geschoben, weil das ja wunderbar auf meine Frau und mich passte. Wir haben das Ganze erst knapp zwei Wochen später in der Zeitung gelesen. In derselben Ausgabe war dann übrigens ein Bericht über die Sicherheitskonsequenzen in Namibia nach der "überdimensionalen Berichterstattung in deutschen Medien". Es war der erste Vorfall dieser Art seit zwei Jahrzehnten (?) - und dann auch noch im Rotlichtviertel.

In der gleichen Zeit gab es in unserem Landkreis einige schwere Verkehrsunfälle mit wenigstens zwei Todesopfern.

Wo bin ich nun gefährdeter? In Namibia? Daheim? Oder einfach nur dort, wo ich mich fahrlässig, unvorsichtig, vielleicht sogar Unglück provozierend verhalte?

Bei unseren vielen Reisen sind wir mehrmals Opfer von Dieben geworden - und zwar überall dort, wo wir uns zu sicher gefühlt hatten (Restaurant Meduzzy in Prag) oder genau dann, wenn wir einfach arglos waren wie bei kleinen Spaziergang auf den Vulkan Samara auf Teneriffa. In den so genannten gefährlichen Ländern wie die kapverdischen Inseln, Marokko oder auch Costa Rica ist uns hingegen nichts Dummes passiert - weil wir einfach vorsichtiger waren.

Also schöne Reise,
Lars
Reisebericht Namibia: unsere persönlichen Eindrücke, jede Menge Fotos und eine handvoll Videos einer anstrengenden, aber unvergesslichen Namibia Rundreise.
33,1k Beiträge · seit 200605. Mai 2010 · #37
Hi Lars,
Es war der erste Vorfall dieser Art seit zwei Jahrzehnten (?) - und dann auch noch im Rotlichtviertel.
Zwei Jahrzehnte? So ruhig und friedlich ist es hier dann doch nicht! Rotlichviertel in Namibia? Es war an der Überlandstraße von Windhoek nach Swakopmund (http://www.az.com.na/lokales/mord-im-khomas-hochland.20661.php).

Ist aber ein anderes Thema.

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2010
Themenstarter119 Beiträge · seit 201005. Mai 2010 · #38
@Eto

...mais oui à Senegal nous parlons Français... Herr Oberlehrer ... mein Deutsch ischht nicht perfekt... excuse moi 🙁
2'612 Beiträge · seit 200705. Mai 2010 · #39
@mcs,

vielen Dank für Dein Posting. Wir haben dieses Thema schon mehrfach im Forum besprochen, leider lassen sich die entsprechenden Threads nicht immer so leicht wiederfinden, da fehlt es etwas an Struktur.

Ich bin zwar bisher weitgehend nur als Tourist im südlichen Afrika unterwegs gewesen, verhalte mich aber ähnlich wie von Christian beschrieben. Bisher ist es noch immer gut gegangen, es ist allerdings keine Garantie. Mir würde viel genommen werden, wenn ich mich zwingend verbarrikadieren müsste - ich habe dazu in der Vergangenheit schon etwas geschrieben und möchte es nicht wieder hochziehen. Wenn Du besser mit den von Dir vorgeschlagenen Maßnahmen "leben" kannst, ist es für Dich der richtige Weg.

@Michael,

vielen Dank für den Link auf den Zeit-Artikel. Bei Bartholomäus Grill handelt es sich um einen ausgewiesenen Afrika-Experten, der auch schon im Beraterstab von Horst Köhler tätig war und über die Jahre diverse Fachpublikationen vorweisen kann. Ich erlaube mir, den Artikel ebenfalls im WM 2010 - Thread zu verlinken.

@Eto,

wenn wir jetzt nach Buchstabendrehern suchen, schreibt bald niemand mehr 😉

@giraffenmog,

wir wissen, dass wir Helden sind, da wir uns täglich in Frankfurt behaupten - trotz U- und S-Bahn.

@Kurt,

wünsche Euch Schweizern etwas mehr Sonne 🙂

@Lars,

ich gehe einmal davon aus, dass Du in Deinem Job etwas sorgfältiger recherchierst 😉 - Christian hat den passenden Link schon gesetzt.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
32 Beiträge · seit 201005. Mai 2010 · #40
@ Christian und Volker:

Danke für Eure beiden Postings. Da sieht man mal, was passiert, wenn Urlauber die "Allgemeine Zeitung Namibia" lesen und den Bericht im Bus weiter erzählen. Denn ich bin mir sicher, dass die Rede von einer Tankstelle o.ä. war und Begriffe fielen, die Richtung Rotlicht gehen. Die 20 Jahre bezogen sich nur auf Deutscher und Windhoek.

In dem Fall war das wohl eine Masche, die z.B. auf Sardinien eine ganz gewöhnliche ist und selten derart tragisch endet. Dort nämlich soll man sich bei der Fahrt vom Flughafen in acht vor anderen Fahrzeugen nehmen, die einen folgen/bedrängen.

Mal gucken, vielleicht ergänze ich das noch in meinem Bericht mit einem entsprechenden Verweis auf den Artikel.

Grüße,
Lars
Reisebericht Namibia: unsere persönlichen Eindrücke, jede Menge Fotos und eine handvoll Videos einer anstrengenden, aber unvergesslichen Namibia Rundreise.