China und Afrika

32 Antworten · 7'188 Aufrufe · gestartet 21. Nov. 2009 von Tomcat
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Themenstarter1'155 Beiträge · seit 200621. Nov. 2009 · #1
China hat sich in Afrika eingenistet. Aber eigentlich ist ja Afrika uns Europäern als Aufgabe zugewiesen.

Seit 50 Jahren werden Gelder für Entwicklungshilfe verschleudert, ohne grosse sichtliche Folgen.

China macht es anders. Die kommen, bauen der Regierung ein paar Prestigeprojekte, wie zum Beispiel ein Fussballstadion und sichern sich dafür das Monopol auf den Strassenbau. Die neue Strasse von Xai-Xai nach Inhambane in Mozambique wir von Chinesen gebaut. Man hat das Gefühl irgendwo in Shanghai auf einer Grossbaustelle zu sein. Lastwagen mit chinesischen Nummernschildern, Nudelküchen und asiatische Gesichter überall.

Zudem überschwemmen die Chinesen die lokalen Märkte mit Billigware und richten so das lokale Gewerbe zu Grunde.

Aber alles hat immer zwei Seiten, Ying und Yang halt.
33,1k Beiträge · seit 200621. Nov. 2009 · #2
Hi Tomcat,

falls es Dich beruhigt, u.a. der Trans-Caprivi-Highway wurde aus Deutschland finanziert 🙂

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter1'155 Beiträge · seit 200621. Nov. 2009 · #3
Hallo Christian.

Danke, das ist mir bekannt.

Als ehemaliger Fotojournalist suche ich immer etwas das Andere. Vielleicht entsteht ja hier mmal so etwas ähnliches wie eine Diskussion

Gelinde gesagt finde ich die ewig gleichen Themen hier etwas „boring“… 🙁
1'723 Beiträge · seit 200921. Nov. 2009 · #4
hallo tomcat

also erstmal kann ich dir nur zustimmen was die immer gleichen themen angeht... ich habe auch mehr und mehr das interesse verloren und finde so manche "diskussion" sehr langweilig.. aber das is ja nur meine meinung.

Was die chinesen angeht so geht es um ein riesengrosses weltweites problem... nachdem die chinesen sich mittlerweile so ziehmlich ueberall auf der welt eingenistet haben, jedes land mit hunderten von china restaurants und damit auch mit der entsprechenden chinesischen mafia ueberschwemmt haben, scheinen sie nunmehr als letzte loesung den afrikanischen kontinent entdeckt zu haben. Die folgen hiervon moechte ich mir am liebsten gar nicht vorstellen.

Das faengt mit den restaurants an und geht weiter ueber die baubranche zu dumpingpreisen und eben den handel von ramschprodukten... Dabei gewinnt immer nur einer und das ist der chinese...

Die wissen einfach nicht mehr wohin mit ihrer bevoelkerung und da ist namibia zum beispiel sehr naheliegend aufgrund der duennen bevoelkerungsdichte.. da hats eben noch platz!!

das entsetzliche dabei ist, das sie es immer wieder schaffen die entsprechenden regierungen um den finger zu wickeln und eben somit recht auf residences zu bekommen. Fuer uns deutsche und wahrscheinlich die meisten europaer ist es nunmehr recht kompliziert geworden fuer namibia eine residenz oder gar eine arbeitsgenehmigung zu bekommen, nicht jedoch fuer unsere asiatischen freunde... mich macht das rasend und fassungslos, weil erstens, wie hier schon angegeben wurde, seit jahren millionen als entwicklungshilfe sowie auch etliche businessprojekte aus europa kommen und zweitens weil die europaer meines erachtens doch mehr anpassungfaehig an die afrikanische kultur sind als die chinesen.. aber all das zaehlt nicht mehr, hat keine wirkung, weil dort auf hoechster ebene pakte geschlossen werden, die haeufig eben auch zur bereicherung einzelner fuehren..

Hier auf réunion ist die chinesische Gemeinde recht ausgedehnt. das sind menschen, die zwar viel arbeiten, die sich aber privat niemals mit anderen vermischen.. die haben hier auch so ganz klammheimlich sehr viel reichtum angehaeuft unter anderem auch weil ihre shops und restaurants sehr haeufig viel in schwarzgeld machen. Und mit diesem geld wird dann land gekauft, alles ganz ruhig und ganz klammheimlich.. und dann ploetzlich sieht man die villen... naja hat alles nix mit neid zu tun, aber die gelder sind haeufig nicht sehr sauber. der neueste gag hier ist, dass wir seit neuestem einen chinesischen konsulaten auf der insel hat, der die moeglichkeit hat visas selber auszustellen... dazu muss man wissen, dass es zur zeit einige sehr wichtige projekte fuer die insel gibt, europa aber gerade den hahn zu dreht... (schienen projekt, 100 millarden schwer fuer eine insel die 800 000 einwohner hat )

so wird es auch in namibia kommen, in afrika, wenn noch nicht schlimmer weil einfach dort noch so viel platz ist...

aber gut, dran aendern koennen wir wohl nix. Ich persoenlich achte bei dem was ich kaufe immer mehr darauf keine chinesischen produkte zu kaufen, auch wenn ich europaeische teurer bezahle... wenn wir die europaische wirtschaft retten wollen, muss jeder bei sich selber anfangen und eben nicht nur an den eigenen konsum denken sondern an die entwicklung gesamtwirtschaftlich gesehen... das kann man dann wohl auch nur den afrikanern empfehlen, aber dort wo armut gross ist und der reiz zu konsum tagtaeglich ueber die medien angeprangert wird, sieht das fuer die zukunft wohl eher bitter aus ..
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
Themenstarter1'155 Beiträge · seit 200621. Nov. 2009 · #5
Gut gebrüllt Ellie. Bravo : -))

Vielen in Afrika scheint nicht bewusst zu sein, was die chinesische Invasion am Ende bedeutet. Afrika macht sich -auf kurz oder lang- zu Lakaien der Chinesen. Dies auf Kosten der Bevölkerung. Irgendwann sind die Chinesen am Ruder –wenn auch nur im Hintergrund-, kontrollieren Handel und Wirtschaft.

Diese bittere Erfahrung mussten schon einige Staaten in Asien machen.

Dies ist der Elite in Afrika jedoch völlig egal, solange sie weiter abkassieren können. Ob das Geld aus der Entwicklungshilfe, oder als „Gefälligkeit“ von China kommt, spielt am Ende keine Rolle

Schlimm nur, dass die Apartheit jetzt umgekehrt wurde und Weisse gezielt diskriminiert werden. Die kühne Behauptung, dass Südafrika zum nächsten Zimbabwe wird, finde ich durchaus nicht mehr so abwegig …..
290 Beiträge · seit 200721. Nov. 2009 · #6
Tja, die Chinesen machen es halt etwas klüger als die Europäer, sie bauen gleich Prestigeprojekte für die herrschende Klasse und sichern sich damit deren Gunst und Afrikas Rohstoffe. Wir geben unser Geld für Projekte, die angeblich den Ärmsten zukommen sollen, aber es versickert letztendlich genauso bei den Reichen...

Soll man den Chinesen nun ihre Klugheit vorwerfen? 😉

Phil
Meine Reiseberichte aus Afrika, Thailand, Kambodscha, den Philippinen und von Kreuzfahrten mit der AIDA: http://www.philippschaeufele.de
2'338 Beiträge · seit 200721. Nov. 2009 · #7
Hi

Ja, es fällt einem wirklich auf, dass sich im ganzen südlichen Afrika die Chinesen seit einigen Jahren buchstäblich einnisten. Sie sind scheints so beliebt, weil sie bescheiden leben, nicht so protzig wie die Europäer daher kommen und in Afrika nie Kolonien besassen.

Wenn das so weiter geht, werden vielleicht auf einige Lodge-Besitzer schwere Zeiten zukommen. Ein gutes Beispiel haben wir bereits im Copperbelt in Sambia erlebt. In der an sich sehr netten Kumasamba-Lodge in Kitwe war in der Toilette ein Zettel aufgehängt auf welchem stand: “Bitte nicht auf den Boden urinieren”. In der Tat stank es an besagtem Oertchen grauenhaft nach Pipi. Auf Nachfrage beim Besitzer erzählte uns dieser, dass sich über die Wochenenden oft Chinesen bei ihm einbuchen, welche ohne ihn zu fragen im Kafue fischen, dabei saufen und dann ihre Notdurft an allen möglichen und unmöglichen Orten verrichten. Sie seien eine richtige Plage für ihn. Wenn ich mir vorstelle, dass diese Menschen plötzlich überall an den schönen Touristenorten auftauchen und sich so daneben benehmen, dann gute Nacht.

Ohne Hilfe der Chinesen wäre aber in vielen afrikanischen Ländern kein Durchkommen mehr. Vielerorts wird von ihnen das marode Strassennetz ausgebessert und ausgebaut, wovon natürlich auch wir profitieren.

Wie die Inder, reissen sich nun die Chinesen viele Geschäfte unter den Nagel und das gelingt ihnen auch leicht, weil die Afrikaner nun mal wirklich äußerst unbegabte Geschäftsleute sind. Zudem verkaufen sie billige waren, welche auch für den armen Afrikaner erschwinglich sind. Wie lange der Schrott hält, spielt hier keine Rolle, Hauptsache, man kann es sich leisten. Wenn ich nur an die zusammenlegbaren Campingstühle “made in China” denke, welche man überall in den Geschäften kaufen kann, die geben ja schon den Geist auf, wenn man sie anschaut!

Und der Afrikaner steht staunend daneben, er wurde all die Jahrzehnte durch unsere masslose Entwicklungshilfe dazu erzogen, untätig rum zu sitzen und auf Unterstützung zu warten. Es fehlt jegliche Eigeninitiative. Die korrupten Regierungen leben wie die Made im Speck. Für das arme Volk sind die blöden Geberländer zuständig.

Grüessli Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
33,1k Beiträge · seit 200621. Nov. 2009 · #8
Hi Erika & alle Anderen,
Sie sind scheints so beliebt,
Schön wäre es, aber man hört eigentlich alle nur über die Chinesen, ihr Parallelleben in den afrikanischen Ländern (keinerlei Kommunikation mit Einheimischen) etc. Aber sie bringen eben das Geld (und "netterweise" auch gleich ihre eigenen Arbeitskräfte) und viele Versprechungen... die eben teilweise "schön aussehen", aber dann viel negatives mit sich bringen. In Westafrika sind die Chinesen seit etwa 15 Jahren sehr aktiv, bauen als erstes China Towns in denen sie leben, einkaufen etc. Es geht um Business & Geld, noch mehr als bei uns "Nicht-Sozialismus-Anhängern" der Fall ist.

Ganz zu schweigen von den chinesischen Firmen, die sich an wenig nationale und internationale Gesetzgebungen halten. Paradebeispiel in Namibia (es waren in diesem Fall Malayen und Chinesen) ist die Textilfabrik außerhalb Windhoeks... zuerst wurden viele Arbeitsplätze versprochen (die dann zu 90% durch Asiaten besetzt wurden), Mindestlöhne wurden nicht bezahlt und als dann die Regierung aufmüpfig wurde, hat man die Fabrik kurzerhand geschlossen und alle Chemikalien etc. einfach in die Natur entlassen.

Die Einzigen, die dagegen etwas tun können, sind die Regierungen... nur wenn die mit einem "guten Beispiel" wie dem Bau des Independence Memorial Museums durch Nordkoreaner voran gehen und nicht einmal bei eigenen Projekten Arbeitsplätze für Einheimische schaffen wollen, dann wird das eben nichts!

So, nun habe ich die ganze Welt der Ausbeutung in einen kleinen Text gebracht 😉

Sonnige Grüße
Christian
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4'129 Beiträge · seit 200821. Nov. 2009 · #9
China hat großen Appetit und einen noch größeren Bedarf an Rohstoffen.
In Libyen, Mosambique, Sudan, Zambia, Namibia, … und welchen Staaten auch mehr, bewerkstelligen die fleißigen Chinesen bei ihren ‚Brüdern im Geiste’ Großprojekte und sichern sich häufig gewisse Monopole.
Sie füllen schon seit vielen Jahren eine Lücke, die die nicht mehr vorhandenen kolonialen Gelüste der Europäer hinterlassen haben. Und die Chinesen sind nicht gerade zimperlich, wie man unschwer der Presse entnehmen kann.
Mit nachdenklichen Grüßen Lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
33,1k Beiträge · seit 200621. Nov. 2009 · #10
Sie gelten nicht zu Unrecht als die "Kolonialisten der Moderne".

Sonnige Grüße
Christian
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630 Beiträge · seit 200821. Nov. 2009 · #11
Hallo Christian,

vielleicht müsste man eher sagen: "Sie gelten bei uns als
Kolonialisten der Moderne".

Aus Sicht eines Afrikaners sind sie vielleicht gerade ein Volk, das genauso wie Afrika kolonisiert wurde. Sie sind geschichtlich unbelastet und reden den Regierenden in Afrika jedenfalls vorerst nicht hinein. Geld fließt auch noch.
Ich halte es für durchaus verständlich, wenn Chinas Engagement gerne in Afrika gesehen wird. Ob es langfristig gut ist, ist eine andere Frage.

Gruß

Klau
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
435 Beiträge · seit 200721. Nov. 2009 · #12
Hallo Fomis,

auch die Einheimischen beschweren sich heftig über die "Qualität" der chinesischen Waren. Leider nur untereinander. Denn das L A U T E meckern macht die offiziellen Stellen mißtrauisch.

Viele aus dem Forum haben offenbar ganz schnell vergessen, das die Chinesen auch "brothers in arms" waren. Das erleichtert den Kontakt zu den jeweiligen Regierungen erheblich. Ohne Probleme sprechen sie über die alten Tage der Abhängigkeit von Waffenlieferungen. Und erneuern gerne die Verträge darüber. Erinnern wir uns alle noch an den Frachter, der letztes Jahr aus China kam und Waffen für Zimbabwe an Bord hatte? Da reagierten die Gewerkschaften in Südafrika recht flink und bewachten die Häfen, um ein Einlaufen dieses Dampfers zu verhindern. Gelöscht wurde aber später doch noch. Das schwächste (gierigste) Glied in der Reihe der unabhängig gewordenen Staaten, Angola, lies dieses Schiff in einen Hafen einlaufen und die Ladung wurde gelöscht. Erst als die Waffen in Zimbabwe ankamen, verlies die Erinnerung die Weltöffentlichkeit.

Das bei den Aktionen (hier) in Afrika eine gut erkennbare Strategie steckt, soll nicht unerwähnt bleiben. Wenn man aufmerksam die Nachrichten in Europa verfolgt, dann dürfte die Tendenz erkennbar werden.

LG
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1'455 Beiträge · seit 200622. Nov. 2009 · #13
Moin,

jetzt wißt Ihr auch, warum ich bei der letzten April-Ausgabe mit Scherz der AZ reingefallen bin.
Ging um den Artikel mit den beleuchteten Schildern mit den chinesischen Straßennamen in Windhoek...

China in NAM

Ich finde es schlimm, aber irgendwie muß wohl jeder erst selber Fehler machen um daraus zu lernen...

LG Jens
843 Beiträge · seit 200822. Nov. 2009 · #14
Hallo,

als Biologe mache ich mir noch Sorgen bzgl. einer anderen "chinesisch-asiatische Baustelle": Der Glaube an die Wirkung von Tierarzneien (u.a. "Potenzmitteln") sowie der Verzehr unsinnigster Dinge wie Haiflossen in Suppen, führt weltweit dazu, dass das Artensterben immer schneller vorangeht.
Davon betroffen sind nicht nur Arten wie Nashorn, Tiger und Saiga, sondern auch unscheinbarere Arten wie das Afrikanische Schuppentier, dass deshalb z. B. in Namibia immer seltener wird. Letzteres wurde vergangenen Mittwoch u.a. auch in einer Doku auf ARTE über den Mamili NP bertätigt.

Der Vertrieb der Tierprodukte ist mafiös organisiert und ein weltweites Millardengeschäft. Wenn chinesische "Geschäftsleute" und evtl. Komplizen in afrikanischen Ländern erst mal auf den Trichter kommen, was in Afrika sonst noch so für "hochwirksame Leckereien" rumlaufen, wird's diesbezüglich auch sehr unlustig.

Ich persönlich mag eines an der chinesischen Mentalität nicht so: Im übertragenen Sinne kommt es mir oft so vor, als sind sie vorneherum super freundlich, und wenn man sich umdreht, rammen sie einem ein Messer in den Rücken. Nur zur Info: Ich hatte schon ein paar chinesische Kollegen, und die waren leider genau so. Ist also meine persönliche Erfahrung... .

Alles in allem ist werden sich aus dem sogenannten "Engagement" der Chinesen in Afrika sicher noch ein Haufen unkalkulierbarer Riesenprobleme ergeben. Das geht nicht nur auf Kosten der Bevölkerung, sondern auch auf Kosten der Länder als Ganzes. Mir läuft da ein Schauer den Rücken runter.
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zuletzt bearbeitet 22. Nov. 2009
Themenstarter1'155 Beiträge · seit 200622. Nov. 2009 · #15
Spannend ist sicher auch zu beobachten, wie kompatibel die chinesische Mentalität mir jener der Schwarzen ist.

Ich habe Jahre in Asien verbracht und eigentlich mag dort niemand die Chinesen sonderlich. Sie gelten als raffgierig und relativ skrupellos. Anstand und gutes Benehmen gehört nicht geradezu ihren Stäken. Und gegen die chinesische Tüchtigkeit hat die afrikanische Trägheit keine Chance.

In Sachen Lebensfreude prallen Welten aufeinander. Die eher trockenen und humorlosen Chinesen und die lebenslustigen mit gutem Humor ausgestatteten Schwarzen.

Aber eben, im Gegensatz zu den Europäern legen die Chinesen in Afrika Hand an, auch wenn es hauptsächlich um ihre eigenen Interessen geht ...
1'723 Beiträge · seit 200922. Nov. 2009 · #16
ich moechte gerne nochmals, wenn auch schon geschrieben auf den fatalen fehler der afrikaner bei der visaverteilung hinweisen.. wir auf reunion sprechen da aus erfahrung; chinesen stellen quasi NIE jemand anders ein als ein familienmitglied oder zumindest einen anderen chinesen. Die geschaeftspraktiken sind alles nur nicht harmlos und vor allem nicht legal (steuerhinterziehung, nicht respekt von arbeitsvertraegen und arbeitszeiten sowie grundeinkommen) und und und ...
Das alles kann man nur machen wenn man sich mit "seines gleichen" umgibt, weil sonst waere das auf dauer zu gefaehrlich.

das argument, das china grade in afrika durch strassenbau etc was gutes tut, halte ich fuer voellig falsch, um nicht zu sagen das gegenteil wird der fall sein. Es wird von chinesen nur chinesische mitarbeiter geben und drum herum wird sich viel "chinesisches business" entwickeln, suppenkuechen (weil der chinese isst ja kaum was anderes als chinesisch) import von chinesischen materialien etc etc.. irgentwann wird das voellig unkontrollierbar und bringt gerade fuer afrika absolut keinen mehrwert. Den afrikaner waere besser gediehnt langsamer zu machen, aber dafuer resourcen zu sichern.. aber leider sind wir ja alle weder gefragt noch auf der richtigen seite des tisches.

als mein bau in swakop noch sehr akutell war habe ich meinem dortigen architekten klar und deutlich gesagt, dass ich es ablehne eine chinesische baufirma fuer mein haus zu beauftragen. Aus meinser sicht ist es das mindeste, wenn ich in einem fremden land ein haus baue, das davon die "einheimische" industrie profitiert.

Scheinbar hat selbst das alles keinen wert.

wie geasagt, bei uns hier vor ort koennte das thema auch nochmals sehr spruchreif werden wenn es um den bau des tramtrain geht.. Europa und der franzoesische haushalt hat die subventionen geblockt, unser chef de region ist aber so fanatisch hinter dem projekt her, dass er irgentwie einen geldgeber finden muss.. und siehe da, zum gleichen zeitpunkt kommt ein consul mit einer maschine um eigenhaendig visa auszustellen. Ich persoenlich finde das hoechst bedenklich und kann nur sagen "armes afrika"...

gern fuehre ich auch das beispiel madagaskar an.. Wer sind die reichsten menschen auf MADA ??? die chinesen. Die haben es tatsaechlich geschafft ueber einige jahre hinweg so ziehmlich alle geschaefte im nahrungsmittelbereich zu erobern... heute sind es diejenigen die das meiste land haben, diejenigen die ueber die versorgung des landes entscheiden. Dabei wird nicht viel wind gemacht, das ganze ist sehr still verlaufen.. Die villen dieser menschen, die allesamt sehr zurueckgezogen leben, sind ueberwaeltigend. heute heisst es zum beispiel auf Nosy be "mit den chinesen muss man sich gutstehen" weil sonst kommt man zu nix mehr... tja, suche einer den fehler !!!!!!!
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5'479 Beiträge · seit 200923. Nov. 2009 · #17
Die Europäer sagen: Du bekommst Entwicklungshilfe, wenn Du Demokratie und Menschenrechte achtest.

Die Chinesen sagen: Du bekommst Entwicklungshilfe, wenn wir Rohstoff-Rechte bekommen. Ansonsten mach weiter, wie Dir beliebt.

Für wen wird sich ein afrikanischer Potentat wohl entscheiden.

Aber wer ist schuld? Die korrupten afrikanischen Regierungen, oder die Chinesen, die diese Schwäche voll ausnutzen?
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
2'338 Beiträge · seit 200723. Nov. 2009 · #18
Hi

Auszug aus meinem Reise-Tagebuch vom 4.2.07:
“In den deutschen Nachrichten hörten wir, dass in Zambia hoher chinesischer Besuch eingetroffen ist. Sie haben versprochen, im Copperbelt für 800 Mio. U$ die Kupferminen auf Vordermann zu bringen und den Zambiern alle Schulden zu erlassen, deren Rückzahlung Ende 06 fällig gewesen wäre“.

Dass diese Zusage nicht aus reiner Nächstenliebe und Barmherzigkeit gemacht wurde, muss wohl jedem normal denkenden Menschen einleuchten. Ich wage sogar zu behaupten, dass Zambia bereits zu einem sehr grossen Teil in chinesischen Händen ist.

Von wirklicher Unabhängigkeit kann in Afrika sowieso kaum die Rede sein, da alle Länder irgend in einer Form am Tropf hängen. China hat in Afrika ein leichtes Spiel. Die Afrikaner wurden nicht zuletzt auch von den westlichen Geberländern dazu erzogen, jegliche Verantwortung für ihr Tun und ihr Schicksal in fremde Hände zu legen. Jeder glaubt, sich einmischen zu müssen mit guten Ratschlägen und teilweise mehr als fragwürdigen Hilfsprojekten. Das hat in gewissen Regionen bereits so skurrile Formen angenommen, dass nur noch geholfen werden darf, wenn vorgängig tüchtig geschmiert worden ist. Mir sind allein in Zambia zwei von einander unabhängige Fälle bekannt, wo Leute in ihrer Heimat viel Geld gesammelt haben, um auszuziehen um den armen Schwarzen eine Schule zu bauen. Beide sind an der Bürokratie der Regierung gescheitert. Erst liess man sie 3 Monate lang gewähren und dann als sie eine Arbeitsbewilligung wünschten und eine Verlängerung des Visums, wurde ihnen dies verweigert und sie mussten unverrichteter Dinge abziehen. Nun hatten sie das Problem, wie sie den grossherzigen Spendern daheim beibringen sollten, dass die gescheitert waren. Die Chinesen haben in dieser Beziehung ganz bestimmt ein leichteres Spiel, da sie die Regierung mit enormen Geldbeträgen und Schuldenerlass gekauft haben.

Ich habe einmal gelesen, dass allein in Namibia bereits 40’000 Chinesen wohnen. Ich kann es zwar kaum glauben, aber wenn das wahr ist, verheisst das nichts Gutes. Es fällt mir aber schon auf, dass praktisch in jedem noch so abgelegen Kaff Chinesenläden sind.

Na ja, wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Irgendwie geht es ja trotzdem immer weiter.

Grüessli Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
1'250 Beiträge · seit 200923. Nov. 2009 · #19
Das sich Chinesen mit den Einheimischen nicht vermischen, kann ich nicht bestätigen.
Ein Freund ist mit einer Chinesin verheiratet.

Ich war noch nicht in China.
Aber in Januar geht es los und dann kann
ich aus erster Hand berichten.

Dafür ein paar Infos aus zweiter Hand:
In China ist heute eine Art Goldgräberstimmung,
ähnlich wie in Deutschland im späten 19 Jahrhundert,
als die Eisenbahnnetzte und die Großindustrie
entstanden ist.
Neue Fabriken schiessen wie Pilze aus den Boden.
Dort wird auf Teufel komm raus produziert.
Ohne Rücksicht auf Verluste, weder bei der Umwelt
noch bei den Arbeitern.
Kapitalismus in Reinkultur.
Staat und Partei profitieren davon und
leben in Symbiose mit neuen Grossindustriellen.
Vor zwei Jahren hatte China 1000 Milliarden
US-Dollar "Cash" angehäuft.
Pro Jahr kommen über 100 Milliarden US-Dollar hinzu.
Das Geld muss investiert werden.
Gleichzeitig verlangt die boomende Industrie
nach immer mehr Rohstoffen.
Europa (und Amerika) haben sich schon seit
vielen Jahrzehnten in Afrika eingekauft.
Die Chinesen holen sich jetzt den Rest.

Die Chinesen schenken Afrika Fußballstadien,
Straßen und Flughäfen, ohne eine direkte
Gegenleistungs zu verlangen.
Die Chinesen sind so gute Freunde Afrikas und
einen guten Freund kann man schlecht einen
Wunsch abschlagen.
Visa werden großzügig gehandhabt,
bei der UNO und im Weltsicherheitsrat wird
auch nicht gegen einen Freund gestimmt und
wenn die Olympischen Spiele vergeben werden,
auch da kann man gerne für einen gute Freund
stimmen.
Auch wir kaufen uns Regierungen mit unseren
Entwicklungsgeldern.

Die Chinesen sind sehr kluge und fleissige
Leute. Sie stehen schon als Kleinkind im
harten Wettbewerb, um sich gegen die Millionen
Kokurrenten durchzusetzten.
Schon im Kindergartenalter werden chinesiche
Kinder zum Englischunterricht geschickt!
Folglich haben sie auch ein hohes Durchsetzungsvermögen, um in fremden Ländern
und fremden Kulturen zu bestehen.
Natürlich kann man es den Chinesen nicht verübeln,
dass sie in der Fremde die Nähe zu
anderen Chinesen suchen.
Wir besuchen ja auch gerne Namibia, weil
in jeder Lodge Deutsch gesprochen wird.
Es regt sich auch niemand auf, wenn man
in Swakopmund ganz gross Bäckerei an der
Tür steht ...

Selbst wenn die Chinesen viel Schwarzgeld
erwirtschaften, so zahlen sie in den Ländern
auch Steuern. Möglicherweise mehr Steuern,
als die gleiche Zahl Einheimischer.
Damit sind sie auch wieder bei den Regierungen
beliebt, so kommt Geld in die Kasse, das
man gut zum Machterhalt nutzen kann.
Wenn allerdings der Unmut in der Bevölkerung
zu gross wird, dann werden vielleicht auch
eines Tages die Chinesen genauso aus dem
Land gejagt, wie die weißen aus Zimbabwe oder
die Inder aus Uganda.

Wir können jedenfalls nichts ändern und
wir müssen uns auch damit abfinden, dass
China gerade dabei ist die Führungsrolle in
der Welt zu übernehmen. Die Amerikaner sind
es nicht mehr (lange) und wir in Europa können
nur bestehen, wenn wir zusammenhalten.

Drücken wir die Daumen, dass die Trägheit
und Lebensfreude der Afrikaner auch die gelbe
Invasion überstehen wird.

Gruss Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
1'457 Beiträge · seit 200625. Nov. 2009 · #20
Also jetzt lasst aber mal die Kirche im Dorf hier. Diese oberflächlichen Pauschalisierungen schreien ja zum Himmel. "Der chinese ist fleißig" , "die Chinesen mischen sich nicht"

Also zeigt mir doch mal die mehrheitlich weiße Bevölkerung in Afrika, die ausserhalb der Geschäftszeiten und vielleicht der Rotlichtviertel und Bars irgend etwas mit Schwarzen zu tun hat.

Erst gestern war ich auf einer Veranstaltung der Deutschen Afrika Gesellschaft (habe deshalb mit meiner Antwort gewartet, bringt mehr Würze) und wie gerne hätte ich das ganze Forum in den Hörsaal gestopft.

Glaubt ihr denn wirklich dass die europäische Entwicklungshilfe an irgendwelche politischen Maßstäbe gebunden ist? Ich glaube kaum. DED und GTZ brummen auch in Harare, der Afghanische Präsident wurde nach eklatanten Wahlfälschungen im Amt begrüßt und weiterhin fließen Gelder nach China. Da mögen gute Worte vorausgehen, aber die Chinesen sind wenigstens direkt.

Das deutsche EH vor Allem mit deutschen Interessen verbunden ist, sollte eigentlich jedem klar sein. So klar, dass Herr Albert (Unterabteilungsleiter und Beauftragter für Afrika und Nahost des BMZ) ganz offen verkündet hat: unsere Gelder und Arbeit dienen in erster Linie zur Öffnung der Märkte. Man spricht im Fachjargon von "aufgeklärten Interessen".
Ausser 3 Ländern gibt es in Schwarzafrika eigentlich keinen Führer mit weißer Weste und doch fließen Gelder in alle Länder.

In einem Bericht über Finanzhilfen der US Regierung steht (1997):
"US assistance will ensure that free market reforms continues to build ties between Zimbabwean enterprises and foreign investors, including those in the American sector. Thus, assisting in the development of markets for US goods and services in the national interest of the United States"

Bei der DIHK sitzen nach Aussagen des Afrikareferenten fast täglich afrikanische Botschafter und Gesandte. (Übrigens sind ca 6000 deutsche Firmen auf dem Kontinent tätig).

Herr Neudeck (Gründer von Cap Anamur und den Grünhelmen) brachte die Sache auf den Punkt. Die Frage ist: können wir uns überhaupt erlauben uns zu entrüsten - und genau das passiert ja - das die chinesen jetzt auf UNSEREM Kontinent Geschäfte machen. Wo sie als Chinesen überhaupt nichts zu sagen haben sollten.

Und während hier geschrieben wird, dass sich die Eliten Vorteile der Chinesen erhoffen, so ist doch auch Tatsache, das ihre Projekte nennenswerte Vorteile bringen. Infrastruktur steht und wird schnell geschaffen. Wenn der Präsident von Ghana (so Neudeck) die Chinesen nach einem Hafen fragen, so steht der in 2 Jahren. Während in der gleichen Zeit von den Europäern 7 Studien angefertigt werden. Zu welcher Lösung tendiert man ?

Ich kenne Kavangos im Norden, die sehr wohl als Arbeiter angestellt wurden, um für die Chinesen eine Klinik zu bauen. Und dabei haben sie gar nicht soo schlecht verdient.

und während wieder von Bereicherung der Eliten geschrieben wird, so sind es doch die Bevölkerungen die von den Infrastrukturmaßnahmen profitieren, die teilweise dringend notwendig sind.

Die chinesischen Maßnahmen fördern zudem den wirtschaftlichen Austausch, was sehr wohl oft als Win Win Situation gesehen werden kann.

Und der "Ansturm der Chineses" kann auch als Chance für Europäer gesehen werden, die nun ihre EZ auf das notwendige "Capacity Building" weiter konzentrieren können.

just some food for thougt
zuletzt bearbeitet 25. Nov. 2009