Anektoden und kleine Geschichten

49 Antworten · 17,1k Aufrufe · gestartet 06. Aug. 2009 von Crazy Zebra
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Gast07. Okt. 2009 · #21
Ich bin mit Madame, Sohnemann (13 Monate) und einem KEA-Mietwagen mit festem Aufbau und Campingausrüstung in Botswana unterwegs. Wir wollen nach 2 Tagen die Khumaga Campsite in den Magkgadigadi Pans verlassen. Sohnemann sitzt schon im Autokindersitz und spielt mit dem Autoschlüssel. Den brauche ich jetzt. Sohnmann sieht das anders und fängt an zu weinen. Nützt nix. Papa braucht den Schlüssel zum Autofahren. Jetzt schnell noch den Grillrost hinten rein räumen und dann los. Ich drücke das solide Vorhängeschloss am Aufbau hinten zu und... "Mist, so eine verdammte Schei..." Ich Depp habe gerade den Autoschlüssel hinten eingeschlossen.

Ranger oder Personal gibt es auf der Campsite nicht. Was nun? Wie kommen wir hier weg? Werkzeug habe ich kaum. Zum Glück sind noch ein paar Südafrikaner auf der nächsten Campsite. Ich laufe hin, leihe mir ein paar Schraubenschlüssel und einen dicken Schraubendreher und will entweder die Tür hinten abschrauben oder die Seitenklappen aufhebeln. Bei den Schrauben der Tür drehen sich innen die Muttern mit und ohne größere Blechschäden zu verursachen, werden wir auch die Seitenklappen am Aufbau nicht aufgehebelt bekommen. Sohnemann ist immer noch untröstlich wegen des Schlüssels. Wenn der wüsste, wie sehr Papa den gerade vermisst.

Ich laufe wieder zu den Südafrikanern und frage, ob sie vielleicht auch eine Säge haben. Haben sie. Eine Minisäge. Vermutlich aus einem Spielzeug-Werkzeugset für Kinder. Ich nehme sie trotzdem mal mit. Wenn Schlösser lachen können, dann lacht sich das Vorhängeschloss mit dem gehärteten Stahlbügel gerade über mein Sägchen kaputt. Sohnemann krakeelt immer noch. Der Verlust des Schlüssels. Und im stillstehenden Auto so lange im Autokindersitz zu sitzen, ist auch zunehmend doof.

Ich laufe mit steigender Verzweiflung wieder zu den Südafrikanern. Einer kommt mit, um sich das mal anzugucken. Er setzt 2 Schraubenschlüssel an, es macht Klack und nach 2 Sekunden ist das solide Vorhängeschloss aufgebrochen. Ich stelle keine Fragen und bedanke mich überschwänglich.

Froh und erleichtert fahren wir los. Wir brauchen nur noch ein neues Vorhängeschloss. Aber das ist in Afrika kein Problem. Der Chinese in Rakops verkauft welche.
zuletzt bearbeitet 07. Okt. 2009
1'125 Beiträge · seit 200607. Okt. 2009 · #22
Oberlehrer, ich weiß. Ich kenne alle möglichen Reaktionen, also geschenkt. Die Geschichtchen,, ich habe auch mal eine dazu beigesteuert, sind lustig zu lesen - hoffentlich geht das so weiter. Aber BITTE (flehentliche Bitte an den Moderator!): Ändert die Schreibweise! Ich lese hier oft Grauenhaftes (Oberlehrer, ich weiß). Aber es heißt nicht 'Anektode', (Anode, Kathode???), sondern 'Anekdote'. Sollte man das am Ende edieren, würde man sich schrecklich blamieren.
Bitte keinen Kommentar, nur Änderung ....
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200607. Okt. 2009 · #23
Doch WollRüdiger jetz muss ein Kommentar sein,

was erfreut dich mehr, die Geschichten oder die Schreibweise?

Hast du dir schon mal überlegt das nicht alle deutsprachig sind in diesem Forum!

Immerhin bin ich bemüht in einer Fremdsprache Gross und Kleinschreibung zu berücksichtigen und manchmal sitz sogar das Komma an der richtigen Stelle 😉

Wie du richtig erkannt hast ist das Oberleherhaft,
genau mit ein Grund das ich mir ernsthaft überlege hier in diesem Forum überhaupt noch was zu schreiben.

So das musste jetz sein!

hauskaa päivän jatkoa - opettaja!
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2'721 Beiträge · seit 200607. Okt. 2009 · #24
Da muss ich Kurt vollkommen recht geben.

WollfRuediger, ich hoffe, als Herr Oberlehrer gehst Du Allen als gutes Beispiel voran; aber ich denke hier ist nicht der richtige Platz um Korrekturen zu machen. Jeder schreibt so gut er kann und blamiert sich nicht extra mit Rechtschreibfehlern. Ich denke, alle die hier schreiben haben die Rechtschreibung mehr oder weniger in der Schule gelernt. Da hätte man einhaken müssen um Korrekturen anzubringen und nicht hier. Nun ist es meist zu spät. Ausserdem, wie Kurt schon geschrieben hat, sind nicht alle deutschsprachig.
Auch das musste mal raus.
Gisela
zuletzt bearbeitet 07. Okt. 2009
325 Beiträge · seit 200607. Okt. 2009 · #25
Von mir muss natürlich eine Autogeschichte kommen, zur Abwechlung mal eine nette 🙂

Vor 2 Jahren in Kenia: auf dem Weg zur Masai Mara gab mein Wagen irgendwann ein sonderliches kurzzeitiges Geräusch aus dem Motorraum von sich, etwas vergleichbar mit dem Reißen einer Gardine. Da die Strecke gerade extrem staubig und randvoll mit LKWs war, schenkte ich diesem etwa 1 sekündigen geräusch keine Bedeutung und fuhr weiter.
Wenig später leuchtete es dann im Amaturenbrett überall rot und als ich anhielt, merkte ich, dass die Strecke nicht nur staubig war, sondern der Motor dazu noch dampfte - was niemals ein gutes Zeichen ist, vor allem nicht irgendwo vor Narok.

Nun ja, ich fing an, die halbe Kiste zu zerlegen und fand das Problem in einer abgebrochenen Riemenscheibe - also erstmal nicht reparabel 😮

Ich fand einen LKW, der mich in die nächste Stadt abschleppen konnte. Ziemlich gefrustet befestigte ich mein Abschleppseil unten an der Bullbar (wie immer eigentlich).

Tja, der LKW gab Gas, gehörig Gas, also wirklich sehr viel Gas, der Kuhfänger riss ab und der LKW verschwand mit meinem Bullbar im Licht der untergehenden Sonne.. 😵 (na ja, um nach 10 Minuten zurück zu kommen)

Frank
Die Welt ist zu groß, um immer nur auf Straßen zu fahren
zuletzt bearbeitet 07. Okt. 2009
2'338 Beiträge · seit 200707. Okt. 2009 · #26
Und hier noch ein Beitrag zum Thema Trinkwasser:

Vor einigen Jahren mieteten wir in Ladybrand/Südafrika ein Bungalow. Beim Duschen und Zähneputzen fiel uns auf, dass das Wasser einen ekelhaften Geschmack hatte, aber da es ja immer hiess, das Hahnenwasser in Südafrika sei unbedenklich, machten wir uns keine Gedanken.
Am nächsten Tag gingen wir einkaufen und lernten dabei ein nettes deutsches Ehepaar kennen, welches seit einiger Zeit in Ladybrand wohnte. Und wie es so ist, wurden wir zu ihnen eingeladen und während wir so bei einem Drink auf der gemütlichen Veranda sassen, sagte ich zu den Leuten, dass mir die Gegend hier sehr gut gefalle, aber mit dem widerlichen Gestank des Trinkwassers könnte ich mich nicht abfinden. Da sagte die Frau zu uns, es sei halt etwas passiert dort oben im Reservoir. Nachdem sich die Stadtbewohner wegen des Gestankes bei der Stadtverwaltung beschwert hätten, sei mal jemand nachschauen gegangen, und da habe man eine stark verweste Leiche im Wasser gefunden und weil es zu schade gewesen wäre, das viele kostbare Wasser ablaufen zu lassen, habe man einfach Chemikalien hineingeschüttet.

Als dann am nächsten Morgen weder in der Dusche noch in der Toilette Wasser kam, wussten wir warum: Vermutlich war nun der Ablauf im Reservoir mit Haaren, Fingernägeln und Knochen verstopft.

Erika
🤩
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
2'779 Beiträge · seit 200707. Okt. 2009 · #27
Vor über zwanzig jahren an einem schönen arbeitsfreien Wochenende entschlossen mein damaliger Fruend und ich einen Abstecher in den Tsavo Ost übers Wochenende zu unternehmen. Da wir in der Gegend von Malindi wohnten erschloss sich uns der Park über eine weniger befahrene Anfahrt. Mein Dienstfahrzeg war ein kleiner zweitüriger Suzuki Jeep. Wir starteten früh und sahen sehr wenig Tiere am Vormittag, machten ein kleines pic nic um später über eine holprige leuchtend rote Piste weiter in den Park einzudringen. Ab und zu fanden wir Pfützen vor mit Wasser vom letzten Regenguss. Bis dann so eine riesige Pfütze kam in der wir steckenblieben. Es verging nicht mal eine Stunde, wir hatten schon tüchtig Holz untergelegt, da erschien das erste Auto an diesem Tag, ein Land Rover mit was uns schien einer nackten Frau auf dem Beifahrersitz und einem Riesen am Steuer. Sie hüllte sich kurz bevor sie neben uns anhielten in ein Kikuyu Tuch und dann stiegen sie aus um unsere Situation zu begutachten. Als allererstes packten sie eine Flasche Gin und vier Gläser aus. Es war uns sofort klar dass es sich um Briten handelte. Beide schön, jung und kräftig, er in einer Spezialeinheit der Army, wie es sich herausstellt. Hinten im Land Rover packt er seinen nach Überlebenstest aussehnden Rucksack aus. So einen sieht man in Filmen wie Saving Private Ryan. Leider habe ich ihre Namen vergessen, nun Mr. Special Forces knüpft mit nur ihm bekannten speziellen Knoten diverse straps zusammen um ein Abschleppseil zu basteln – denn weder wir noch sie hatten so ein gewöhnliches Seil dabei!! Befestigt, angefahren und ratsch, es riss! So eine Blamage. Wir greifen erneut nach der Ginflasche. Andre und ich begeben uns wieder in den Busch zum Holz sammeln und Unterlegen. Der Suzuki ist nun noch tiefer im Matsch. Die schöne Frau geht nach einer Weile hinter den Land Rover und kommt mit einem geblümten Bettlaken hervor. „Honey“ sagt sie, „how about our double sheet?“ Wir drei glotzen blöd. Sie denkt doch wohl nicht daraus ein Abschleppseil zu basteln? Doch schon knüpft sie einen Zipfel an unser Auto und den anderen Zipfel an den Landi, es ist ein riesiges Bettlaken! Und ruck der Land Rover fährt an und zieht den Suzuki raus. „Quality Cotten!“ meint sie trocken. Wir fahren bis raus aus der Kurve und was sehen wir vor uns? Eine Herde mit über 20 Elefanten. Über drei Stunden waren wir 200m von ihnen entfernt und haben absolut keinen Mucks gehört.
Gruss Leona
2'048 Beiträge · seit 200707. Okt. 2009 · #28
Hallo,

also auch von mir ein für mich lehrreiches Erlebnis:

mein Erlebnis fand im Jahre 1981 während meiner ersten Südwest-Reise statt. Wir hatten uns in Windhoek einen VW-Bully gemietet und fuhren zunächst nach Norden. Auf dem Weg zur Etosha war ein Zwischenziel der Hoba-Meteorit. In Grootfontein erkundigten wir uns nach der Zufahrt und erhielten telefonisch die Erlaubnis unser Ziel anzufahren. Es handelte sich um privates Farmgelände, die Fläche wurde erst einige Jahre später dem Staat übereignet.

Typisch für die Zeiten vor GPS (man merkt bei solchen Sätzen wie alt man geworden ist) wurde für die Anfahrt jeweils eine Kilometerangabe gemacht. als xy km auf der D…, dann den Abdreh nach rechts und Richtung Norden ….. Für die letzte Strecke waren uns sehr genaue km mit einer Komastelle angegeben. Versehen war dies mit dem Hinweis, man könne schnell an dem Gate für die Zufahrt vorbeifahren. Also beobachteten wir unseren Kilometerzähler genau. Wie angegeben fanden wir präzise an der angegebenen km-Marke ein Zufahrtstor, an dem ein uraltes Metallschild mit der kaum lesbaren Aufschrift Hoba Meteorit und dem Hinweis das Privatgelände nur mit Erlaubnis befahren zu dürfen zu finden war.
Nach unserem Reisführer sollte von der Staatsstraße noch eine Farmpad zum Ziel führen. Wir nahmen den Weg und waren eher stolz, dass wir dieses Naturdenkmal würdigen werden, da kaum Reifenspuren am Boden zu finden waren. Wir gingen davon aus, dass die meisten Besucher erst zur Farm fahren – aber wir hatten ja telefonisch eine Erlaubnis bereits eingeholt. Also folgten wir der Farmpad und fanden dann einen weiteren Wegweiser.
Dieser wies uns an, ein Revier zu befahren. Es sah erst nur sandig aus, wurde aber sehr schnell steinig. Am Boden liegend wies ich dem Fahrer die Richtungen an um zu verhindern dass wir mit dem Fahrzeug aufsitzen. Wir kamen zuerst gut voran, dann wurde es aber immer unwegsamer. Die letzten 200-300 m dauerten so fast 30 Minuten. Als wir näher kamen sahen wir dann andere Besucher am Meteoriden. Sie kamen auch um einen Baum herum in den Revier um uns bei unserem Treiben zuzuschauen und bewunderten mehrmals unseren Mut, diesen Weg mit unserem Bully zu befahren.
Wir entschieden uns dann den Bus stehen zu lassen und gingen zu Fuß zum Meteoriden. Dort angekommen tauschen wir Höflichkeiten aus und erfuhren dass wir es mit einem Farmer der Umgebung zu tun hatten, der mit Besuch aus Europa unterwegs war. Die kleine Gruppe brach dann zügig auf. Zu unserer Verblüffung stiegen sie in ein im Schatten hinter einer Baumgruppe geparktes Auto ein –aber kein Farmfahrzeug sondern einen älteren normalen PKW. Sie fuhren damit hinter einer weiteren Baumgruppe in zügigem Tempo weg. Wir waren so verstört, dass wir alle dem Auto nachsehen wollten. Um die beiden Buschgruppen herumgegangen fanden wir eine breite, ganz neu geschobene und gerichtete Schotterpiste. Beim Rausfahren stellte sich dann heraus, wir hätten ca. 300m weiter und um eine Kurve weiterfahren müssen um auf diese eigentliche Zufahrt zu stoßen. Wegen der Kurve und dem Busch konnten wir die aber nicht sehen – und da hing ja auch noch das alte Schild an dem blöden Farmtor und es war genau die Kilometerangabe….

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
zuletzt bearbeitet 07. Okt. 2009
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200608. Okt. 2009 · #29
Sicherheitswahn?!

Wir waren für einige Tage in Pretoria, diesem schicken Städtchen mit rund 1 Mio. Einwohnern das sich heute Tshwane nennt, bei Freunden zu besuch.

Pretoria ähmmm Verzeihung Tshwane ist ja bekannterweise die Hauptstadt Südafrikas unweit ihrer etwas grösseren und bekannteren Schwesterstadt Johannesburg die sich auch gerne „eGoli“ nennt was so viel wie „die goldene Stelle“ bedeutet und mit etwa 3.5 Mio. Einwohnern unmerklich grösser und wohl auch etwas lebhafter ist als Tshwane.

Nun gut, Tshwane hat einiges an Historie zu bieten und ist Regierungssitz wie auch Universitätsstadt der zukünftigen Elite Südafrikas.
Da wir nicht ganz ungebildet von unserer Reise zurückkehren wollten entschlossen wir uns von einem Einheimischen per Auto und per Pedes diese Stadt etwas genauer anzusehen.

Nebst dem Voortrekker-Denkmal, das sich auf jeden Fall lohnt anzusehen, besichtigten wir noch einen aus der Burenzeit stammenden Ochsenkarren mit 12 Ochsen (mich nicht eingerechnet) und drehten ein paar Runden am Fusse des Denkmals.
Auch hat Tshwane wirklich schöne Parks in denen es sich sehr gut entspannen lässt.

Seine Bauten erinnern doch sehr an das Europa gegen ende des 19. Jahrhunderts.
Einige dieser Gebäude sind sehr geschichtsträchtig so auch der „Raadsal“ das alte Parlament,
hier möchte ich noch einfügen dass das Parlament 6 Monate in Tshwane und 6 Monate in Capetown tagt, hier wurden zum Teil sehr wichtige Beschlüsse gefasst und Gesetzte erlassen.

Nun unser Guide war sichtlich stolz uns diese Gebäude zu zeigen, und wir waren wirklich
Beeindruckt von dem Gebäude und man spürte in jeder Ecke die Geschichte dieses Landes.

Ups, nun bin ich ein wenig vom Weg abgekommen, ich wollte euch ja erzählen das wie überall auf der Welt auch hier etwas Sicherheitswahn herrscht, so auch in Tshwane wenn man das Radsaalgebäude von innen ansehen möchte.

So standen schon vor dem Eingang zwei sehr stattliche Wächter, die eher einer Statue glichen (so bewegunslos nicht so antik) die sichtlich und voller Stolz ihre Uniformen trugen, so wir ganz schüchtern die Stufen hoch huschten um in die Empfangshalle zu gelangen. Dort angelangt standen wir in einer etwas düstern Eingangshalle wo noch mehr Wachpersonal herumstand das uns bemusterte.
Unser Guide erklärte ihnen den Wunsch uns Touristen das Gebäude von Innen zu zeigen.

Ein prüfender Blick vom Wachmann und eine erhaben Geste Richtung Schleuse mit den Metall - Tedecktor ersetzte das Wort OK.
Wir standen nun vor dieser technischen Errungenschaft die es bösen Jungs verunmöglichen sollte Waffen in das Gebäude zu schmuggeln und eine Tat auszuführen die andern Tags sicher in den Braeking- News erscheinen würde.

Plötzlich trieb es mir den Schweiss auf die Stirn, da hatte ich doch mein übergrosses Schweizer Taschenmesser an meinem Gürtel, ich sah schon wie sich sämtliche Wachen auf mich stürzen würden sollte dieses Taschenmesser die Sensoren auslösen.
Nun so weit kam es nicht, ich schnallte den Gürtel ab, legte diesen in den dafür vorgesehen Behälter so dass es wirklich jeder Wachmann sehen konnte und trat unter der Schleuse hindurch zur anderen Seite der Halle.

Uff,
geschafft dachte ich, nur was würde mit meinem Taschenmesser geschehen, wovon wir uns Schweizer schwerer trennen als von unseren Ehefrauen, nein ich konnte es nicht da lassen unmöglich. Also griff ich nach dem Gurt an dem mein Taschenmesser in einem Hohlster hing und schnallte mir das Ding um. So konnte ich mit Messer das ganze Gebäude ansehen und mir gleichzeitig Gedanken machen über die Wirksamkeit von Sicherheitskontrollen.

Gruss VA

PS
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zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2009
8'054 Beiträge · seit 200808. Okt. 2009 · #30
Es war vor 10 Jahren in Madagaskar. Wir waren im Süden der Insel mit einem "Taxi Brousse" unterwegs. Auf einmal wollte die Kiste nichts mehr wissen und wir standen da auf der Piste. Zum Glück gab es 500 Meter weiter ein kleines Dorf. Es kamen auch sehr schnell Bewohner die sich erkundigten was da los wäre. Wir erfuhren das es einen Meckaniker gäbe. Wir sollten ins Dorf mitkommen und der Chauffeur würde hupen wenn alles wieder repariert sei.
Im Dorf gab es eine kleine Kneipe. Wir haben uns zu den Einheimischen hingesetzt und unterhalten. Da kam auch schon die erste Flasche "Turbo 2" , ein Alkoholgetränk aus Zuckerrohr und Obstschalen. Ziemlich kräftig das Zeug! Die Männer haben natürlich zügig gebechert. Auf einmal sagte Einer er wollte mich kaufen. Kein Problem antwortete mein Mann aber er möchte 2 Ziegen und 2 Schweine dafür haben. Wir lachten Alle und dieser Einheimische verschwand dann auch. Wenig später kam er aber zurück. Mit was schon? Natürlich 2 Ziegen und 2 Schweine. Meinem Mann ist das Lachen schnell vergangen und ich wurde Kreideweiss. Der Einheimische bestand nämlich auf die Abmachung und wurde agressiv. Zum Glück wurden da schnell 2 Flaschen "Turbo 2" gebracht. Mit ein Paar Gläser und Palaver konnten wir diesen Mann besänftigen.
Für meinen Mann war es aber eine Lehre......

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
2'338 Beiträge · seit 200718. Okt. 2009 · #31
Hallo

damit dieses nette Thema nicht so einfach im Sand verläuft, hier nochmals ein kleines Erlebnis:

Zambia, Lake Waka Waka:

Vor Jahren verbrachten wir einige Tage auf dem netten Campingplatz vom Lake Waka Waka. Am Abend sahen wir jeweils, wie die Einheimischen mit ihren Booten zum gegenüberliegenden Seeufer fuhren um die Fische einzusammmeln, welche sie in ihren Reusen gefangen hatten. Es waren schöne, grosse Exemplare mit einem langen, schmalen Körperbau aber einem sehr unsympathischen, boshaften Gesichtsausdruck. Na ja, dachte ich mir, wenn der Kopf abgeschnitten ist, kann ich mich vielleicht überwinden, und überhaupt wären sie eine willkommene Abwechslung auf unserem Speisezettel. Abso kauften wir dem Fischer zwei Exemplare ab, machten ein schönes Feuer, würzten die Fische und legten sie auf den Grill. Erwartungsvoll setzten wir uns ums Feuer und schauten den friedlich vor sich hin brutzelnden Fischen zu. "Noch ca. 5 Minuten", sagte ich zu meinem Toni, "dann sind sie durchgebraten und wir können sie verspeisen", als plötzlich überall aus den Fischen dutzende ca.5 cm grosse, rosarote Würmer krochen und ins Feuer fielen. Wir waren von dem Anblick so angewidert, dass wir gleich die Fische ins Feuer schubsten und mitkremierten. "Ich habs gleich geahnt, dass mit den Fischen was nicht stimmt", sagte ich zu meinem Toni, "sie waren mir von Anfang an unsympathisch". An jenem Abend assen wir dann schon noch was, aber etwas Vegetarisches.

Grüessli Erika 🤩
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200630. Nov. 2009 · #32
Eine „gewichtige“ Fährfahrt

Hier eine weitere kleine afrikanische Geschichte,

wie ihr wisst haben wir unser eigens Auto dass auf den Namen „Crazy-Zebra“ hört in Afrika.

Mit diesem Bremach der nur um weniges grösser ist als ein Landy oder Toyota wollten wir in
den Richtersveld/Ai-Ais Nationalpark, genauer gesagt in den Richtersveld Teil der auf Südafrikanischen Boden liegt, fahren.

Die geplante Route war über Aus und Rosh-Pinah nach Sendelingsdrift um den ganzjährig Wasserführenden Oranje oder Orangeriver mit der Fähre zu überqueren.

Auf Namibischer Seite angekommen mussten wir uns am Zoll „der erstaunlicherweise gerade
nicht viel zu tun hatte“ die Grenzformalitäten erledigen.

Ein sehr junger und freundlicher Zoll und Polizeibeamter in Personalunion hiess uns freundlich am Schalter des sehr kleinen Zollgebäudes willkommen.

Nach dem üblichen „how are you, wehre you come from” ging es dann an das ausfüllen der beliebten
bunten Ein/Ausreiseformulare und dem sichten der Pässe so wie des sorgfältigen platzieren des Stempels auf einer neuen freien Passseite.

Aha, dachte ich, so einfach ging das und beanspruchte kaum eine ¼ Stunde und alles war erledigt!

Denkste, nun frage der Beamte
it’s you Car?

Ich:
Ja das ist mein Auto

Beamte
Nice Car, what’s for a car it is?

Ich
Danke, das ist ein Bremach

Beamte:
Bremach, noch nie gehört wie schwer ist er denn?

Ich:
3.5 Tonnen (die fehlenden 500Kg verschweigend)

Beamte:
Moment, ich muss mal die Fähre anrufen

Der Beamte verschwand in einem Nebenraum setzte sich an den Computer beendete das Solitärspiel zu erst griff nach einem Telefonbuch wo er nach ca. 10 Minuten endlich die Telefonnummer der Südafrikanischen Fähre fand.

Nach einem längeren Wortwechsel in einer mir nicht bekannten Sprache oder Dialekt, wo wohl auch noch die ganzen Wochenews ausgetauscht wurden, kam der Beamte zurück mit wenige heiterer Mine.

Beamte:
Der Orangeriver hat sehr wenig Wasser und die Fähre kann „nur“ 6Tonnen befördern.

Ich:
Oh, kein Problem, mein Auto ist nur 3.5 Tonnen schwer (immer noch die 500Kg verschweigend).

Beamte:
Aha, kann ich mal die Fahrzeugpapiere sehen?

Ich:
Ja klar, hier sind sie, sehen sie das zulässige Gesamtgewicht ist 3500Kg

Beamte:
3500 „kilograms“ how many tons are this?

Ich:
3500 Kilogramms are 3 point 5 tons

Beamte: (nachdenklich)
die Fähre kann nur „six tons“ befördern

Ich:
Dann ist ja gut, mein Auto wiegt nur „3 point 5 tons“

Beamte:
Nein, das geht nicht - der River hat zu wenig Wasser und die Fähre kann nur
„SIX TONS“ transportieren.

Ich: (nun etwas angespannter)
Sehen sie doch in die Papiere, mein Auto wiegt 3500 Kg „3 point 5 tons“

Beamte:
Ah ja, verstehe, wie schwer ist ihr Auto?

Ich:
3 point 5 tons – tree-five-zero-zero kilogrammmmmms!

Beamte:
Nein sie sind zu schwer, sie müssen runter nach Oraniemund und die Grenze nach Südafrika bei Alexabderbay queren!

Ich (etwas entnervt)
Sorry, wir wollen in den Richtersveld, nach Oranjemund über Alexanderbay sind das über 300km Umweg!!!

Beamte:
Sorry aber die Fähre transportiert nur „six tons3500 kilograms are to much!!“

Ich setze dem Beamten geistig schon die Pistole an den Kopf um die Fähre zu kapern um endlich
auf die andere Flussseite zu kommen, denn Mittlerweilen ging dieses Spiel schon eine halbe Stunde so hin und her…

Ich:
Würde es ihnen etwas ausmachen wenn ich zur Fähre runter Fahre und der Fährbetreiber entscheidet ob er mich rüber setzt oder nicht?

Beamte: (kurz überlegend)

Ja klar, können sie, aber sie sind zu schwer

(mit einem Lächeln)
*** SEE YOU LATER ***

Nun fuhr ich die verbleibenden Meter zum Oranje runter wo nur noch etwa 50 Meter uns zwischen Namibia und Südafrika trennten. Da stand nun diese Fähre, eher ein Ponton mit 2 seitlichen angebrachten Außenbordmotoren, die das an einem hängenden Seil montierten Gefährt jeweils von der einen zur anderen Seite des Flusses beförderte.

Die Fähre stand aber auf der anderen Seite des Flusses und weit und breit kein Fährmann zu sichten.
Ich malte mir schon aus wie ich jetzt auf namibischer Seite erfolglos auf die Fähre warte, noch immer das „ SEE YOU LATER“ im Ohr, wieder zum Namibischen Grenzposten zurückfahre und mit besten Wünschen des Zöllner den kleinen Umweg von 300Km unter die Räder nehmend, als sich auf Südafrikanischer Seite 2 Gestallten aufmachten um die Fähre zu bedienen.

Meine Seele frohlockt jedoch zu früh, sie fuhren nämlich nicht mit der Fähre zu uns hinüber sondern mit einem kleinen Aluminiumboot dessen Motor so viel Lärm machte als würde gerade ein Jumbo starten.

Auf unseren Seite angekommen, hüpfte ein jüngerer Mann aus dem Boot und lief die etwa 20 Meter bis zu uns und unserem Auto.

Er:
How are you?

Ich:
Gut (was aber nicht ganz der Wahrheit entsprach)

Er:
Nice Car, what’s Type it is

Ich
BREMACH – 3.5 tons – tree-five-zero-zero Kilograms

Er:
Aha ( drehte sich um und rief dem auf der Fähre verbleibenden Kapitän zu)

3.5 tons

Ich, schon am Rande der Verzweiflung und zu einer Bootsentführung fähig
und auf das allerschlimmste gefasst, hörte wie der Andere entgegnete

*** It’s OK – i get the boot, you can ride over the River


PS
Schreibfehler gehören dem Findenden
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2'338 Beiträge · seit 200730. Nov. 2009 · #33
Hallo

Da hätte ich auch noch eine kleine Geschichte:

Wir verbrachten mal einige Tage in Sophia Dale bei Swakopmund. Jeden Tag fuhren wir die paar Kilometer zur Stadt und wurden jedes Mal an der selben Stelle beim Rein- und Rausfahren von der Polizei gestoppt und kontrolliert. Immer die selbe Prozedur, immer der selbe Polizist: Wagenpapiere, Führerschein usw. Als er uns nach dem x-ten Mal wieder stoppte, sagten wir ihm, er müsse uns doch langsam kennen und wissen, dass unsere Papiere in Ordnung seien. Darauf sagte er uns, dass er uns dieses Mal genauer kontrollieren müsse. Also: Blinker, Bremslicht, Scheinwerfer, Scheibenwischer und so weiter.

Dann sagte er zu Toni:
“hoot”

Toni reagiert nicht, ich sage zu ihm: “du sollst hupen!”

Polizist:
*make tütü”

Tonis sagt:
“tütü”

Polizist:
“yes tüüüü tüüüüüü”

Toni:
“tüüüü tüüüü”

Polizist:
“tütttt tütttt”

Toni:
“tüttt tüttt”

Der Polizist klopft verzweifelt zur Unterstreichung seiner Forderung im Takt auf die Motorhaube und schreit:
“tüüü tüüü”

Toni klopft im Takt aufs Armaturenbrett und schreit auch:
“tüüü tüüü”

Irgendwann brach er schweißüberströmt die Uebung ab und liess uns weiter fahren. Um Abschied haben wir dann gehupt.

Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
4'140 Beiträge · seit 200930. Nov. 2009 · #34
Eine Anekdote zum Telefonieren mit dem Handy in Namibia

Vor zwei Jahren fuhr ich nach Ankunft in Windhoek am nächsten Tag in die Etoscha. Dort angekommen, wollte ich meinen Lieben zu Hause mitteilen, dass alls o.k. ist. Da ich wusste, dass man dort Handy-Empfang hat, versuchte ich damit eine Verbindung. Leider kam kein Gespräch zustande, eine Verbindung baute sich nicht auf. Also, der Versuch mit SMS. Auch diese blieb in meinem Handy hängen und wurde nicht verschickt. Alles nicht so schlimm, dachte ich und unternahm einen Versuch am öffentlichen Fernsprechgerät mit der Telefonkarte. Erster Versuch bei Gerät A schlug fehl. Zweiter Versuch bei Gerät B auch. Naja, dann wird eben das Telefonnetz in Namibia wieder mal nicht funktionieren. Ich ging zurück zum Zelt und wollte es am nächsten Tag erneut versuchen. Da ging eine schwarze Putzfrau an mir vorbei und ... telefonierte mit ihrem Handy! Also, erneuter Versuch mit meinem Handy: wieder keine Verbindung! Also, dachte ich, vielleicht ist Okaukuejo nicht der richtige Ort für mein Gerät. Am nächsten Tag war ich in Halali und weil ich wusste, dass dort ein Funkmast steht, folgte ein erneuter Versuch mit dem gleichen Ergebnis: keine Verbindung. Auch die Telefonkarte am öffentlichen Fernsprecher half nicht weiter.
Zwei Tage später am Wasserloch in Namutoni: Ich hatte die Versuche zu telefonieren aufgegeben. Da kommen drei Owambos, zücken ihre Handys und plappern laut, sich amüsierend in ihre Geräte hinein, so laut, dass wahrscheinlich bis Halali alle Viecher mithören konnten, wenn sie Oshiwambo verstanden. Ich fasste also wieder Mut und startete mit meinem Gerät einen erneuten Versuch - wieder vergeblich. Also, logische Konsequenz: Mein Handy ist kaputt und das am Beginn der Reise!
Einen Tag später verließ ich Etoscha und in der Nähe von Grootfontain auf einer Campsite hatte ich Langeweile und probierte nochmals das Telefonieren und !!!!!! mein Handy funktionierte einwandfrei und ich konnte meine Lieben überzeugen, dass es mir wirklich gut geht. In einem Gespräch mit dem Besitzer der Campsite stellte sich dann heraus, dass in der vergangenen Woche das gesamte Telefonnetz Namibias zusammengebrochen war und 4 Tage lang weder Festnetz noch Handys funktionierten, Die telefonierenden Einheimischen hatten sich also nur einen Spaß daraus gemacht, mich zu foppen und hatten wohl mit sich selbst telefoniert.
Resümee: Glaub nicht alles, was du siehst und verliere nie den Mut!
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
2'338 Beiträge · seit 200701. Dez. 2009 · #35
Hier möchte ich mal ein Erlebnis schildern, welches uns noch lange beschäftigt hatte:

Vor einigen Jahren besuchten wir in Malawi ziemlich weit außerhalb von Lilongwe eine ältere südafrikanische Dame namens Annemarie de Klerk. Sie arbeitet seit Jahrzehnten für die evangelische Kirche und bewohnt ein sehr schönes Anwesen in einem riesigen Park.

Am späten Nachmittag sitzen wir mit ihr gemütlich auf der Terrasse und trinken Tee. Ich beobachte, dass unten an der Treppe zur Terrasse ein Mann und eine Frau mit gesenkten Köpfen und gefalteten Händen knien. Sie sehen aus wie Maria und Josef in Demutshaltung. Annemarie beachtet sie erst nicht, aber als ich nach ca. einer halben Stunde frage, was das zu bedeuten hat, sagt sie, dass ihr Personal sich immer so am Feierabend abmelden müsse und erlaubt dann den Beiden, dass sie nun nach Hause gehen dürfen. Das Paar erhebt sich und verschwindet rückwärts laufend und sich ununterbrochen verneigend hinter der Hausecke.

Da es langsam dunkel wird, dürfen wir bei ihr im Garten in unserem Dachzelt übernachten, aber irgendwie werden wir immer wieder von Stimmen und klopfenden Geräuschen aus dem Schlaf gerissen. Beim Morgenessen fragen wir dann, was los gewesen sei. Und nun kommt der Hammer: Der Nachtwächter muss jede Stunde genau zur selben Zeit an Annemaries Fenster klopfen um zu zeigen, dass er nicht schläft und melden, dass alles in Ordnung sei! Sie redet dann jeweils auch ein paar Worte mit ihm, um zu zeigen, dass die noch lebt. Am Morgen muss der arme Kerl dann noch ein riesen Gezeter über sich ergehen lassen, da er ab und zu die Taschenlampe angezündet hatte um in einem Buch zu lesen. Er darf aber kein Licht machen, da sonst ein Dieb sehen kann, wo sich der Nachtwächter gerade aufhält. 🤩 Auch er verlässt schlussendlich rückwärts laufend und sich immer wieder verneigend das Grundstück.

Wir fragen uns heute noch ab und zu, ob Annemarie noch lebt oder ob sie nicht schon lange von ihrem Personal umgebracht wurde oder wegen Schlafmangel gestorben ist.

Grüessli Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
2'338 Beiträge · seit 200703. Dez. 2009 · #36
Hier braucht's nicht viele Worte:




Schlafendes "Wachpersonal" auf dem Stadtcamping von Yzerfontein/Südafrika, ca. 15 Minuten nach Dienstantritt.

Grüessli Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
7'296 Beiträge · seit 200606. Dez. 2009 · #37
... hier eine Geschichte aus dem Jahr 2000, passiert in Hentjesbay.

Nach einem Abstecher an die Skelettküste mit viel Regen und Schlamm erreiche ich Hentjesbay und freue mich, dort mein Fahrrad und die Klamotten reinigen zu können. Am späten Sonntagnachmittag gehe ich in eine Kneipe.

Kurz später kommt eine Gruppe Einheimischer und einer von ihnen hat ein lustiges T-Shirt an. Es ist schwarz und darauf befindet sich ein weißer Totenschädel mit Taucherbrille und Schnorchel, darunter steht: Sceleton Coast Scuba Club.

Ich gehe zu ihm an die Bar und frage ihn, wo man ein solches T-Shirt kaufen kann. Er antwortet, dass man das gar nicht kaufen könne und sie es als Verein sich haben bedrucken lassen. Scheinbar schaue ich etwas enttäuscht und er fragt, ob ich gerne eines hätte. Als ich dies bejahe, meint er nur, "gib mir deines" und fängt an, sein T-Shirt auszuziehen.

Ich sage ihm, dass das ziemlich mieft, weil ich den ganzen Tag geradelt bin und er meint, man wäre hier nicht so kompliziert in Namibia. Seines habe er auch schon das ganze Wochenende an und er war beim Angeln und Fische räuchern. Kurzerhand tauschen wir also an der Bar unsere T-Shirts und kommen ins Gespräch und trinken das ein oder andere Bier. Wir sitzen an der Bar, seine Kumpels irgendwo an einem Tisch. Irgendwann brechen sie alle auf und als ich kurz später bezahlen will, meint der Barkeeper, meine Rechnung sei bereits beglichen. Als ich kurz zuvor auf Toilette war, hatte mein Gesprächspartner auch noch meine Getränke bezahlt, ohne dass ich davon etwas mitbekam.

Falls er hier mitliest, was ich für möglich halte ... Vielen Dank dafür!

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
7'296 Beiträge · seit 200606. Dez. 2009 · #38
... hier noch eine kleine Geschichte aus Ghana.

In einer doch schon etwas größeren Stadt, die zudem Hauptstadt der Region ist, versuche ich Geld zu wechseln. Es gibt drei oder vier Banken und man schickt mich von einer zur anderen. In der letzten Bank verweist man mich wieder an eine der anderen, die ich zuvor schon aufgesucht hatte.

Ich erkläre dem Bankangestellten, dass ich alle anderen Banken der Stadt schon abgeklappert hatte und er schaut zunächst irritiert, hat dann aber eine Lösung.

Er verlässt mit mir die Bank und zeigt mir den Weg. Nach 15-20 Minuten erreichen wir ein kleines Stadtviertel, an dem sich kleine Häuschen mit Läden aneinander reihen. Wir betreten einen winzigen Laden, in dem ein Inder eigentlich Kleidung verkauft. Der Bankangestellte trägt mein Anliegen vor und verabschiedet sich wieder. Der Inder rollt einen Kleiderständer weg, zieht einen Vorhang zurück und ein Safe kommt zum Vorschein. Zum offiziellen Kurs und ohne faule Tricks kann ich mein Geld wechseln ...

Gruß
Wolfgang
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7'296 Beiträge · seit 200606. Dez. 2009 · #39
... hier zwei kleine Geschichten von meiner Tour durch Gambia, Senegal und Guinea-Bissau.

Vor meiner Abreise ist die Sicherheitslage in der Casamance (südl. Senegal) angespannt, so dass ich nicht weiß, ob ich dorthin fahren werde. Ein Visum für Guinea-Bissau habe ich also vorab nicht beantragt und will dies unterwegs erledigen, falls es dazu kommt.

In Ziguinchor, der Hauptstadt der Casamance, befindet sich meine Unterkunft praktischerweise direkt neben dem Konsulat von Guinea-Bissau. Als ich das Konsulat aufsuche, ist es offiziell geschlossen, aber ein Mitarbeiter ist gerade zufällig gekommen, weil er etwas dort vergessen hatte. Er ist sehr nett und stellt mir das Visum aus.

Weil es von Ziguinchor bis zur Grenze nur ca. 30 km sind, beschließe ich, gleich aufzubrechen und radle los. An der Grenze gibt es gleich drei Baracken (Immigration, Zoll, Polizei?), die alle jeweils wichtigtuerisch den Pass kontrollieren und einen Stempel reindrücken. Am Abend schaue ich mir die ganzen Stempel an.

Die drei Einreisestempel tragen das heutige Datum, aber mein Visum gilt erst ab morgen ...
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7'296 Beiträge · seit 200606. Dez. 2009 · #40
... Guinea-Bissau - Teil 2 ...

Weil unklar war, ob ich überhaupt das Land bereise, habe ich auch keine Landkarte. Der einzige Anhaltspunkt ist eine Übersichtskarte in Größe einer Zigarettenschachtel, die aus einem Reiseführer stammt und auf der sechs Städte und die Straßen dazwischen verzeichnet sind, die ich für die größten oder wichtigsten des Landes halte. So kann man sich irren.

Die gute Teerstraße wird im Laufe des Tages schmäler, ist schließlich nur noch einspurig, wird schlechter, geht in eine Piste über, die schließlich bei drei Hütten an einem Fluss endet.

Zwei Männer bringen mich und mein Fahrrad mit einem Einbaum auf die andere Seite, wo es nur noch einen Trampelpfad durchs Gras gibt. Einen halben Kilometer später komme ich in ein Dorf. Es stellt sich später raus, dass es tatsächlich das auf der kleinen Karte eingezeichnete ist.

Man spricht mich auf Creol und Portugiesisch an, was ich beides nicht verstehe. Einer kann etwas Französisch und ich gebe ihm zu verstehen, dass ich aus Deutschland komme und ansonsten nur noch Englisch spreche. Es gibt nur einen im Dorf, der Englisch kann, ein junger Mann, der während des Krieges aus Sierra Leone geflüchtet ist. Ein Kind wird losgeschickt, um ihn zu holen. Er ist gerade auf dem Sportplatz und spielt Fußball, wird aber schnell ausgewechselt und eilt herbei.

Er begleitet mich zum Dorfchef, der ihn quasi adoptiert hat und vor seiner Hütte darf ich unter zahlreichen neugierigen Augen mein Zelt aufstellen.

Wie dieses Dorf den Eintrag in die Übersichtskarte geschafft hat, ist mir unklar. Im Laufe des nächsten Tages wird die Piste wieder besser, geht irgendwann in eine Straße über ...
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