Anektoden und kleine Geschichten

49 Antworten · 17,1k Aufrufe · gestartet 06. Aug. 2009 von Crazy Zebra
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Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200606. Aug. 2009 · #1
Hallo Leute,

der Fred um die Sicherheit an Tankstellen hat mich auf die Idee gebracht diesen Fred „ Anektoden und nette Geschichten“ zu machen.

Mal sehen was hier so an netten, freudigen oder lustigen Geschichten zusammen kommt.

Ich setz mal eine „kleine“ rein die mit „Sicherheit“ an Tanken indirekt zu tun hat.

Wir unterwegs in Südafrika, die Tankuhr zeigt gegen Null und wir mussten im Nordosten
des Landes tanken (Name der Ortschaft weiss ich nicht mehr).

Also links ran an die Tanke, aussteigen Tankdeckel weg und rein mit dem Saft.
Wie meistens dann Smaltalk, woher kommt ihr, wohin des Weges usw.

Dann kam ein jugendlicher der uns die Scheibe säubern wollte um ein paar Cents zu verdienen,
da unsere Scheibe eigentlich noch recht sauber war erschien uns diese Aktion wenig sinnvoll.

In Sichtweite der Tankstelle war ein Laden der offensichtlich frische Früchte und Gemüse feilbot,
wir haben dem Jugendlichen eine 100Rand Note in die Hand gegeben und ihn gebeten für uns eine Ananas oder Bananen zu hohlen, OK unser Auftrag war nicht genau umschrieben was die Menge der Früchte anging und so kam es das der Jugendliche mit Früchten für rund 100 Rand zurück kam und ich kann Euch sagen es waren viele, vermutlich hatte er mehr bekommen als wenn wir sie selber gekauft hätten. Und er der Jugendliche strahlte für das ihm geschenkte Vertrauen und natürlich auch über
das Geld das er für die Dienstleistung erhielt.


So nun her mit euren Geschichten, Gruss VA
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1'247 Beiträge · seit 200906. Aug. 2009 · #2
Hallo VA

gute Idee 😎

Meine Geschichte ist vielleicht nicht ganz so gut, passt aber hoffentlich auch: 2002 in Kapstadt habe ich einige Einheimische gefragt, welche Musik sie so hören. Da habe ich unter anderem den Namen Brenda Fassie zum ersten Mal gehört (ist ja inzwischen leider gestorben) und in einem CD-Shop danach gefragt. Grosses (positives) Erstaunen bei den Verkäufern, dass da so ein über 40-jähriger Touri den Namen kennt und sich sogar dafür interessiert!

Die Geschichte geht noch etwas weiter: Zum Abschluss unserer Reise haben wir Freunde in Maputo besucht und bei einer Party hat mich mein Freund gebeten, etwas tanzbare Musik aufzulegen. Zuerst habe ich die übliche "weisse" Musik aufgelegt - ist beim weissen, ausländischen Botschaftspersonal angekommen, beim einheimischen weniger. Dann habe ich auf meine neuen Einkäufe (s. oben) gewechselt, was bei ersteren die Tanzwut merklich erlahmen liess, bei letzteren aber sofort zu einem grossen Hallo geführt (woher hast du / kennst du das?) und den (Tanz-)Turbo gezündet hat. Und so ganz nebenbei: was die geboten haben, hat mir wesentlich besser gefallen, als steife Gehopse vorher 😉

Kurz gesagt: wie man in den Wald ruft...

Ich freue mich schon auf weitere - sicher bessere - Geschichten 🙂

Gruss
Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
447 Beiträge · seit 200806. Aug. 2009 · #3
Hallo VA,

sehr gute Idee 🙂

Wir hatten ein ähnliches Erlebnis:

Zu Beginn unserer Reise kauften wir in Johannesburg in der Nähe unseres Autovermieters ein. Mit gemischten Gefühlen fuhren wir auf den Parkplatz- würde unser Auto mit dem kompletten Gepäck hier sicher sein? Aufpasser sahen wir keine. Wir parkten etwas abseits und gingen zum Großeinkauf.
Irgendwie hatten wir uns mit den Mengen leicht verschätzt und standen vor dem Problem, das alles im Auto unterzukriegen.
Lebensmittel gingen noch, aber die Bottle-Shop Einkäufe waren echt ein Problem 😉 .
Als ich zum Bottle Store lief während Olli das Auto holte, verlor ich irgendwie 200 Rand. Ein Mann, der gerade beim Einpacken war, machte mich sofort darauf aufmerksam. Unglaublich- und das in Johannesburg!

Der nette Junge vom Bottle Store fuhr Olli den Einkaufswagen zum Auto. Ich bin noch schnell in einen anderen Laden um eine Cooler Box zu besorgen. Als ich wiederkam, waren die beiden immer noch damit beschäftigt das Zeug im Auto zu verstauen.
Nun hatten wir also eine Cooler Box aber natürlich kein Eis. Der Junge erbot sich, uns welches im Laden zu kaufen und ans Auto zu bringen. Also gaben wir ihm Geld und hofften, dass er wieder kommen würde. Und er kam wieder. Mit so viel Eis, dass wir das alles natürlich gar nicht reinbekamen. Ungeschickt wie wir uns beim Packen anstellten, hat er sich ne Weile angesehen wie wir uns abmühten, dann nahm er die Sache in die Hand. Wir waren erstaunt, wieviel von dem Eis und den Getränken er in diese Kühlbox bekommen hat.
Natürlich hat er einen Tip bekommen, durfte außerdem das Restgeld behalten, und wir haben ihm als Dank für seine wirklich liebe Art, noch ein Polo Shirt geschenkt. Ich glaube an diesem Samstag war er der glücklichste Junge von ganz Joburg.... Wie sich die Leute über solche Kleinigkeiten noch freuen können, hat wirklich unser Herz berührt.

Freu mich auf weitere Geschichten!
Kathrin und Olli Manchmal wollen die Goetter, dass etwas nicht gelingt, damit die Menschen die Demut bewahren. Reisebericht Botswana Apr/Mai 08: http://www.namibia-forum.ch/download/olliboe08.pdf Reisebericht Botswana Jun 09: Feuertaufe im Regenwasser Norwegen 2010
1'723 Beiträge · seit 200906. Aug. 2009 · #4
huebsche idee, mal ab von "konfliktthemen"...

eine kurze annekdote von madagaskar

ich war vor einigen jahren in mada, rundreise und danach noch ein paar tage nosy be. An einem der letzten tage wollte ich ein bisschen einkaufen, alleine auf dem markt bummeln etc.. hatte ein portemonnaie vollgestopft (leider auf grund deren toller waehrung und inflation) von geldscheinen und hab mir in meinem blonden kopf ueberlegt, das das sicherste doch waere es einfach in der hand zu halten..

ich spazier so durch die laeden unter anderem ein paar tshirt und klamotten shops.. und wie das so ist, wenn frau klamotten kuckt, die muessen angefasst werden.. schliesslich hab ich aber doch nix gefunden und laufe weiter zum markt um ein paar gewuerze zu kaufen ..

meine wahl ist getroffen und es geht ans bezahlen .. nur .... das portemonnaie ist weg.. da drin war damals fuer malegachen mehr als ein monatsgehalt, ich glaub so 150 euros ...ich kam ja grad von der bank.. mist denk ich mir, das geld ist futsch.. hatte im ersten augenblick auch keinen schimmer wo das denn nun passiert sein koennte. etwas panisch lauf ich dennoch zurueck, erster laden nix, zweiter laden /... es daemmert mir, ich hatte ein tshirt auf angeschaut und dazu musste ich ja das portemonnai ablegen..

ich geht also direkt hin zum regal aber kein portemonnaie.. mist.. und nochmal mist.. das ist futsch.. die alte dame an der kasse grinst mich auch noch frech an.. "die hat das sicher eingesackt!!!" denke ich mir, man is ja schnell mit verurteilungen...

nach 2-3 sekunden grinsen, winkt sie mich ran,, lacht sich halb tod und gibt mir das volle portemonnaie zurueck.. wahrscheinlich hat sie sich koestlich ueber meinen panischen gesichtsausdruck amuesiert...

uffff... ich will ihr dann ein bisschen was geben.. aber sie will nicht.. ich versuchs nochmal aber sie will immer noch nicht.. ein bisschen verloren stehe ich da nun rum... versuchs nochmal .. nix zu machen.. schliesslich ziehe ich ab...

am abend erzaehle ich das einem dort lebenden schweizer freund, der mich total anmotzt, dass ich in jedem falle darauf haette bestehen muessen ihr was zu geben.. jetzt hab ich schlechtes gewissen, ich hatte es doch versucht..

ende vom lied, am naechsten morgen wieder hin, diesmal hab ich gegrinst, rein in den laden mit ein paar scheinen in der hand, der frau in die hand gedrueckt und winkend abgehauen... uff ich war erleichtert..
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
79 Beiträge · seit 200906. Aug. 2009 · #5
Vielleicht war meine kleine Story ja der Anstoß für den Eröffner dieses Themas hier. So will ich meine kleine Story hier auch noch mal zum besten geben, da ich so kleine Geschichten immer liebe:

Wir standen ein einer Tankstelle und das tanken bei einem 140l Tank dauert ja nun mal eine Weile. Ich merkte schon, dass ein paar Einheimische irgendein Problem hatten, konnte aber nicht lokalisieren was. Wir haben dann während des Tankens ein wenig unseren Wagen aufgeräumt. U.a. war ein 5l Kanister Wasser leer, den wir wegschmeissen wollten. Ich bin also gerade auf dem Weg zum Mülleimer, da "stürmen" drei Tankwarte gleichzeitig auf mich zu und haben mich gefragt, ob Sie diesen haben könnten. Selbstverständlich, ich wollte ihn ja wegschmeissen. 5 Sekunden später wurde er mit Benzin gefüllt und alle hatten ihren Spaß, dass das Problem gelöst wurde. Das war eine richtig witzige Stimmung, die Namibier können wirklich herzhaft lachen. Uns wurde unzähligemale gedankt und wir sahen viele glückliche Gesichter.
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49 Beiträge · seit 200706. Aug. 2009 · #6
Die Mineralienverkäufer an der Abzweigung zur Spitzkoppe kennt ja fast jeder.

Dort hat mich 2004 ein kleiner Junge gebeten ihm doch unbedingt ein paar Sachen abzukaufen, da er das Geld unbedingt für die Schulgebühr braucht.
Ich hab ihm dann ins Gewissen geredet, das er mich ja nicht anlügen soll, ich würde nächstes Jahr wieder kommen und fragen ob er auch wirklich in der Schule war. Ich hab ihm dann einige Stücke abgekauft und er ist anschließend wie ein geölter Blitz nach Hause gelaufen.

Ein Jahr später war der Junge nirgends zu sehen und ich war ein bißchen enttäuscht. Als ich die anderen Verkäufer nach ihm fragte, sagte man mir, das er in der Schule sei.
Nach einiger Zeit des Rumkruschens und kaufens kam eine Frau auf mich zu und fragte ob ich vielleicht derjenige war, der ihrem Sohn das Schulgeld gegeben hat.

Sie hat sich nochmals überschwenglich bei mir bedankt und mir noch zwei schöne Amethyste zugesteckt.

Seitdem habe ich zu den Menschen dort und auch an der Spitzkoppe ein ganz besonderes Verhältnis.
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1'125 Beiträge · seit 200606. Aug. 2009 · #7
Ein Geschichtchen:
Ich fahre mit meinem alten Landrover mit meiner südafrikanischen Schwester Richtung Blyde River Canyon, wir nähern uns einer Ortschaft, deren Namen ich vergessen habe; die Ortseinfahrt ist abschüssig, erlaubt sind 60 km/h. Ich kupple aus und lasse ihn laufen, wie ich es an abschüssigen Stellen manchmal tue, um Benzin zu sparen. Natürlich werde ich geblitzt, werde angehalten und mit dem Vorwurf konfrontiert, 80 gefahren zu sein. Meine Schwester flüstert mit noch zu: Rede Du mit der Polizistin, Dir hört man gleich an, dass du ein dummer Tourist bist. Ich rede gestenreich und behaupte, das könne gar nicht sein! Die Polizistin solle mal ins Fahrerhaus klettern und sich den Tacho ansehen! Und tatsächlich: Die Anzeige geht nur bis 70! Sie entschuldigt sich mit den Worten: Ja, ihre Messgeräte seien nicht sehr gut. Wir fuhren weiter und haben uns königlich amüsiert. Mein Tacho zeigt Meilen an, nicht Kilometer.
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
zuletzt bearbeitet 06. Aug. 2009
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200606. Aug. 2009 · #8
Weiter so..

vielleicht gibt's am Schluss ein Forumsbüchlein zum Ausdrucken so als Zeitvertreib im Flieger 🙂

VA
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8'054 Beiträge · seit 200806. Aug. 2009 · #9
Hier meine Story:

Es war im Dezember 2008. Wir kamen von Vic Falls (Simbabwe) per Fuss über die Brücke nach Sambia. Nach der Grenze wollten wir ein Taxi um nach Livingstone zu fahren. Da standen nach der Grenze auch Mehrere. Ein Taxidriver guckte so komisch auf meine Füsse. Er wollte Mir umbedingt die Schuhe abkaufen. Seine Frau hatte nämlich Geburtstag und solche Schuhe hätte er nie gesehen. Ich muss zugeben meine Schuhe sahen schon super im Design aus. Glatte 5 euros hatten sie im Supermarkt im Sonderangebot gekostet. 😎
Der Typ gefiel uns auf Anhieb und wir fuhren mit Ihm in die Stadt. Beim Bummeln bemerkte ich später das ich meine Plastiktüte mit Cyber Shot camera im Taxi habe liegen gelassen. Mein Mann war stocksauer. Er meinte deine Camera kannste gerade vergessen 🤩
Ungefähr 4 Stunden später spazierten wir auf der Hauptstrasse und wollten wieder nach einem Taxi sehen um zurück zufahren. Auf einmal hielt Eines an. Es war unser driver mit Plastiktüte samt Inhalt. Ich hätte Ihn umarmen können 😛
Er fuhr uns wieder bis zur Grenze. Als Belohnung gab ich im einen 20 Dollars Schein. Er lehnte Ihn spontan ab und guckte wieder auf meine Schuhe... Was blieb Mir übrig 🙁 Ich zog meine Schuhe aus, überreichte sie Ihm und wickelte meine Füsse in Zeitungspapier ein den der Boden war so heiss 😊

Ich glaube ich habe noch nie so viele Afrikaner mit meinem Look zum Lachen gebracht 😄

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200606. Aug. 2009 · #10
Mal etwas Tierisches,

Savuti NP (BOT)

Es war so eine Stunde vor Sonnenuntergang,
wir richteten uns am Campground ein um ein gemütliches Braai (1) zu starten.

Ich entfachte das Holz und lies es vor sich hin brennen bis nur noch eine Glut vorhanden war die leicht weiss war auf der Oberschicht, ein untrügliches Zeichen das die Hitze nicht mehr zu gross war um unsere schönen Steaks zu verbrennen.
Meine Frau rüstet in dieser Zeit frischen Blattsalat den wir in Kasane einkauften.

Nun legte ich 2 herrlich gewürzte Stück Fleisch, das mit etwas Olivenöl eingepinselt wurde, auf den Grill, 4 Minuten zur einen und 3 Minuten auf der anderen Seite, es roch wunderbar nach Fleisch und Gewürzen und der Mund füllte sich vor Vorfreude auf das Gericht mit Wasser.

Auf dem Tisch der einige Meter entfernt war, gedeckt und die Gläser mit Wein gefüllt, es fehlte nur noch der Salat.

Meine Frau lief richtung Auto um den Blattsalat zu holen der sonst in der Abendsonne wohl zum Festbankett der Fliegen geworden wäre.

Als sich meine Frau zum Auto hinwandte stand ich mit je 2 Tellern in der Landschaft, meine Arme leicht angewinkelt die Steaks auf den Tellern balancierend.

Während ich so in der Landschaft stand wie eine unnütze Laterne und das Fleisch auf den Tellern betrachtete bemerkte ich das ein Stück unmerklich grösser war, so gefühlte 100 Gramm.

So wie ich nun mal bin rief ich meiner Frau zu, Schatz, welches Stück Fleisch möchtest du, in der Hoffnung das die Antwort egal lauten würde.

In diesem Augenblick nahm ich einen Luftzug in den Haaren war und ein Geräusch das mir unbekannt erschien – eine Sekunde Später schweifte mein Blick über die beiden Teller und ein Gefühl in mir sagte das der eine erheblich leichter wurde.

Schock –

auf dem einen Teller war das Fleisch verschwunden, im gleichen Augenblick erfasste mein geübtes Auge einen braunen Vogel in Milangrösse, elegant dahin schwebend, in den Krallen

„mein“ Stück Fleisch haltend

um es nach 100 Flugmetern in den Busch fallen zu lassen wohl weil es zu heiss war.

Wir hatten dann nur noch ein Stück Fleisch, das Beste das ich je hatte, und so viel gelacht wie an diesem Abend habe ich seit Jahren nicht mehr!

Andern Tags war ich dann mit einem Grillrost bewaffnet den ich wie ein Baseballschläger griffbereit zur Seite stellte, entweder wir hatten dann 2 Stücke Fleisch oder Milan vom Grill.

Griesslix VA


PS
Dies ist eine wahre Geschichte, ich stand weder unter Alkohol noch unter Drogen!

(1) Braai = afrikans für BBQ
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zuletzt bearbeitet 06. Aug. 2009
2'779 Beiträge · seit 200706. Aug. 2009 · #11
gute Idee!

Vor über 20 Jahren in Mombasa, im Hotel Intercontinental: Askaris, grün uniformierte Wächter sind in Position um zu verhindern dass Strandverkäufer die Gäste im Gartenareal und am Schwimmbad belästigen. Die Askaris stehen am Rande der Gartenanlage dort wo die Stufen zum Strand heruntergehen. Die Anlage ist ein tropisches kleines Paradies mit Kokospalmen, Frangipanibüschen, Oleander, Bougainville etc. Es ist herrlich still, heiss und es riecht nach Sonnenmilch.
Ich sitze in meiner Cafepause in der schattigen Cafeteria und beobachte wie einer der Askaris mit der Steinschleuder regelmässig Steine in die Palmenwipfel schiesst. Darunter liegen die Sonnenanbeterinnen auf ihren frotteebezogenen Liegen. Nach etwa dem 5. Stein wird es mir mulmig, und ich geh auf den Askari zu um zu erfahren was genau er hier tut.
- I’m killing monkeys.
- Aha, how does it work?
- Madam, I take the stone, I throw the stone, the stone kills the monkey
- I see. But what happens if there is no monkey?
Der Mann kratzt sich erst im Nacken, dann schiebt er seine Mütze zurecht um auch hier etwas Kratzen zu können, langsam hebt er sein Gesicht Richtung Himmel und guckt eine ganze Weile dann senkt er seinen Kopf langsam wieder gegen den Boden. Seine Augen treten beinahe aus dem Kopf als er all die Menschen auf den Sonnenliegen bemerkt.
- Oh sorry madam, oh sorry madam, the stone falls down
Völlig benommen steckt er seine Steinschleuder ein und geht wieder auf seinen Posten an der Treppe.

danke für den Anstoss sich zu erinnern
gruss leona
Gruss Leona
1'247 Beiträge · seit 200906. Aug. 2009 · #12
Badeferien in Tunesien, ziemlich in der Mitte zwischen Sousse und Monastir. Familie eggitom will mit dem Bus nach Monastir - fährt zwar direkt vor dem Hotel, verpasst haben wir ihn aber trotzdem. Nicht verpasst haben wir (oder er uns) einen Taxischlepper, der uns wort- und gestenreich eines der zahlreich herumstehenden gelben Taxis vermitteln will - selbstverständlich zu einem Preis, der um einiges über den Empfehlungen unseres Reiseführers liegt.

Ausnahmsweise, weil feilschen sonst nicht so meine Stärke ist (fragt mal meine Frau 🙁 ) bleibe ich fest, und er will schon aufgeben, als ein weiteres der gelben Fahrzeuge vorbeifährt. Dessen Fahrer willigt ein, uns zu unseren Preisvorstellungen zu chauffieren.

Wir steigen ein, das Taxi fährt los, der Taxameter auch. Am Ziel angekommen steht die Anzeige immer noch unter dem vereinbarten Preis. Fair und brav wie ich bin, will ich dem Driver den höheren, vereinbarten Preis bezahlen, was er mit Hinweis auf den Taxameter freundlich ablehnt.

Seine Ehrlichkeit wurde dann selbstverständlich mit einem entsprechend höheren Trinkgeld belohnt.

Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
21 Beiträge · seit 200906. Aug. 2009 · #13
Habe auch ne kleine Geschichte:

Geschehen 2004 in der Nähe von Stellenbosch /SA.
Wir sind abends zusammen mit einem befreundeten Pärchen in ein Lokal gefahren um zu essen.
Beim Ein-oder Austeigen muss Bernd (der Beifahrer) wohl versehntlich seine sehr teure Sonnenbrille mit Etui verloren haben ohne es zu merken.
Erst am nächsten Morgen hatte er es festgestellt, daß die teure Brille fehlte. Das konnte aber nur abends passiert sein, weil er sie nachmittags noch hatte.
Wir sind dann nochmals alle Wege abgefahren, die wir abends zurückgelegt haben , aber leider ohne Erfolg.
Wir hatten schon abgeschlossen mit der Suche und der Tag für Bernd war dementsprechend etwas versaut.
Da wir den Abend zuvor sehr lecker in dem bereits erwähnten Lokal gegessen hatten, beschlossen wir wieder im selben Lokal zu speisen und fuhren also wieder hin.
Schon von weitem rannte uns ein junger "Parkwächter" entgegen und fuchtelte wie wild mit den Armen nach uns.
Wir kannten das schon von den letzten Tagen, daß sich die Parkwächter regelrecht aufdrängten um ein bischen Geld zu verdienen.
Der erwähnte junge Mann kam also ganz aufgeregt auf uns zu und präsentierte ganz stolz Bernd`s Sonnenbrille mit Etui.
Er muss diese wohl beim Einsteigen abends ins Auto verloren haben und der Mann hat es bemerkt, aber leider waren wir zu schnell weggefahren.
Er hat sich also unseren Wagen und Gesicht gemerkt und gehofft, daß wir wieder kommen :-))
Mit einem ziemlich großzügigen Finderlohn wurde dann der ehrliche Parkwächter belohnt und seine Lächeln war noch weißer als es eh schon war...
468 Beiträge · seit 200715. Aug. 2009 · #14
Schade, dass der Thread verebbt ist, denn sicher gibt es einiges zu berichten. Auch ich hab da eine kleine Story, die zwar nichts mit Sicherheit zu tun hat, aber einfach irgendwie afrikanisch-nett und typisch ist. Meine Freundin Ute und ich waren im Jahre 1999 in Zimbabwe unterwegs und wollten gerne mal Richtung Sambia – über die Fussgängerbrücke.

Wir hatten unsere Pässe dabei, die Brückenbegehung war uns als bürokratisch unproblematisch geschildert worden, also standen wir nun da. Auf simbabwischer Seite, vor der Brücke, waren vier Stationen zu durchlaufen – alles Open Air. Station 1: ein Beamter kuckte in den Pass, riss einen schmalen Streifen Papier aus einer bereits bedruckten DIN A4-Seite, schrieb, krakelte etwas drauf, kuckte immer wieder in den Pass und das dazugehörige Gesicht. Schließlich nickte er und wir gingen weiter zum nächsten Tisch, der einen Meter daneben stand.

Station 2: Da wurden wir gefragt, ob wir denn schon das Dokument zum Grenzübertritt erhalten hätten, das wir dann bitte vorzeigen sollten. Wir hatten es 100 cm weiter links bekommen und präsentieren es entsprechend stolz. Es wurde streng geprüft und für gut befunden – oh Wunder... Der zweite Beamte stempelte einen weiteren Stempel darauf und schickte uns erneut einen Meter weiter.

Station 3: Dort saß eine Dame, die uns streng musterte, die Stempel und handschriftlichen Notizen mit unserem jeweiligen Pass und Passbild verglich (gerne würde ich wissen, was da auf diesen Zetteln stand....), unsere gestempelten Schriftstücke mit Schmackes zerriss, um uns neue auszustellen. Diese wurden auch nur aus einem Makulaturbogen herausgerissen – aber sie waren immerhin Station-3-approved. Damit wanderten wir zu Station 4, nicht ohne die Warnung mit auf den Weg zu bekommen, wir sollten dieses Ding never-ever verlieren, sonst wären wir auf ewig in Sambia und kämen niemals zurück.

Station 4: Bis hierhin waren es in etwa 20 Meter zu gehen. Ein deutlicher Hinweis, dass Office 4 das wichtigste ist. Eine schwitzende Dame in hellblauem Hemd sitzt im Schatten eines ausladenden Baumes am ihrem Schreibtisch, alles ist immer noch Open-Air. Vor uns dran sind, dem Akzent nach, zwei australische Jungburschen in der Bürokratiemangel. Einer der beiden präsentiert die Papiere, der andere raucht gelangweilt. „Sorry, Mister, this is a Non-Smoking-Office“, bellt die schwitzende Beamtenmatrone unter ihrem Baum hervor. Der Knabe mit der Kippe springt hörig ein, zwei Schritte zurück, befindet sich aber immer noch „im Office“, sprich im Schatten des Baumes. „Step back, you are still in my office!” herrscht die Beamtin den Burschen an, der erschrocken noch weiter zurückweicht. Endlich ist er aus dem Schatten „ihres“ Baumes, ihres Büros und sie ist zufrieden, stempelt die Jungs durch.

Wir wagen kaum noch zu atmen, als wir endlich dran sind, aber bekommen dann doch noch einen Stempel auf unser Papierstreiflein: „Don't loose it,“ sagt die gestrenge Dame, „otherwise you have to stay overthere for ever!“ Soso... Wir durften – den Papierstreifen hatten wir nie aus der Hand verloren – wieder rein nach Simbabwe, aber das „Non-Smoking-Office“ wird uns auf ewig in Erinnerung bleiben!

Ewig leben die Nichtraucher...
Liebe Grüße von Barbara
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1'723 Beiträge · seit 200915. Aug. 2009 · #15
sehr geile geschichte...

ich lach mich hier grad schlapp!!
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
4'129 Beiträge · seit 200806. Okt. 2009 · #16
Eine sehr kleine liebenswerte Unterhaltung:

März 2009, an der nagelneuen großen Tankstelle in Sessriem.
- How are you, I hope you are fine.
Der junge Mann hält die Zapfpistole und antwortet freundlich: „I’am fine.“
- You have a lot of rain this year. It’s all green around.
Der junge Mann lacht: “Ee, it’s no desert anymore! Yes, too much rain, - but I never complain. Anyway it doesn’t help.”
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2009
248 Beiträge · seit 200906. Okt. 2009 · #17
Witzige Erlebnisse,

hier eine Geschichte von uns.

August 2009, unser erste Namibiareise, unser erster Tag, die ersten 20 Kilometer gen Süden. Lichthupe von hinten. Ich ignoriere das. Wieder Lichthupe. Na gut, ich schecke meine Anzeigen, alles okay. Also ignorieren. Das Auto überholt mich, fährt vor mir und macht Warnblink. Ich denke: Bloß nicht anhalten, egal was passiert. Das hatte ich doch so oft gelesen: Viel zu gefährlich, typische Masche, auf die Neulinge so oft hereinfallen. Ich nicht, bloß nicht die Nerven verlieren, der wird schon aufgeben. Richtig. Er gibt Gas, ich grinse.
Einen Kilometer weiter stoppt mich ein Polizist. Mist, denke ich, das ist doch das Auto von eben. "Warum hälst du nicht an", fragt er mich. Lieber dumm stellen, sage ich mir und zucke mit den Achseln. Nix verstehn. Deine Kofferraumklappe ist nicht richtig zu. "Oh, ähm, danke", sage ich und weiß seitdem, dass Polizisten in Uniform auch in Namibia zuweilen in zivilen Autos fahren.
Hannobaer
Mit den Wolken ziehen
325 Beiträge · seit 200607. Okt. 2009 · #18
Eine alte Geschichte von 1994:

Meine 2. Namibia-Tour mit 2 Freunden in einem gemieteten VW-Bully mit dem dicken durstigen 2.6er Motor.
Wir im Caprivi unterwegs, Vollgas, Klima, gute Laune, Tank voll (laut Anzeige)
Etwa 100 km vor Kongala (glaube ich), die Tankanzeige erwachte zum Leben und zeigte, na ja, fast leer.
Ups, Tempo auf 80, Klima aus, Stimmung sank.
Die Tankanzeige sank weiter recht schnell zusammen mit der Stimmung an Bord.
Irgendwann dann so 12 km vor dem Ziel - tuck tuck tuck...Ende.
Und nun? Ersatzkanister? Fehlanzeige! (ja ja...keine Kommentare jetzt). Anhalter machen, ein LKW hält bestimmt!
Nach 2 Stunden hielt ein alter VW-Jetta vollbeladen mit schwarzen Jungs von einer politischen Vereinigung. Gegen einen "gewissen" Obulus wollten sie mich zur Tanke bringen. Gemacht, getan (VW alle 3 Kilometer neu anschieben...Anlasser kaputt und Vergaser verdreckt). An der Tanke: kein Ersatzkanister vorhanden, keine Flaschen vorhanden, gar nix, außer einer Gießkanne 😄
Diese wurde dann mit Benzin gefüllt und die Fahrt ging zurück. Das Benzin schwabberte quer durch die Kanne und quer durch den Jetta. Einen mittelschweren Herzinfakt bekam ich dann, als der Fahrer sich in dieser geladenen Atmosfähre, nee, Athmosphäre, hm...Atmos... - also in dieser dicken Luft eine Zigarette anzünden wollte (im Ernst 🤩 ). ich konnte ihn glücklicherweise davon abhalten und habe die fahrt somit überlebt 🙄 ...

Frank
Die Welt ist zu groß, um immer nur auf Straßen zu fahren
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200607. Okt. 2009 · #19
stobi_de schrieb:
ich konnte ihn glücklicherweise davon abhalten und habe die fahrt somit überlebt 🙄 ...

Frank
😄 😄 😄

aber ich hätte noch eine Bemerkung, neee lassen wir mal 😛

Immer einen Zentimeter Benzin im Tank wünschend, Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200607. Okt. 2009 · #20
Einige mussten diese Geschichte schon duzende Male über sich ergehen lassen, aber trotzdem..

Raubüberfall in Savuti

Wir, meine Frau und ich in Savuti,
gemütlich beim Camping wurden Opfer eines dreisten Überfalls, dieser beschäftigt mich noch heute!

Also von Vorne, wir richten uns gemütlich ein um unser Abendessen zu Kochen, besser gesagt zu Grillieren noch besser zu Braiien in der Freiluftlapa.

Ein wunderbar schönes Stück Fleisch brutzelte auf dem Grill, mein Arzt würde sagen eine 3-Tagesportion. Während meine Frau einen Salat zubereitete (dieser hätte für mich eine Woche gereicht) und den Tisch deckte.

Nun als das Fleisch einen leicht braunen Röstgrad erreichte und die etwas dunkleren Streifenmuster von den Grillstegen zu erkennen waren gab ich meiner Frau den Auftrag Getränke aus der Box zu holen und den Salat zu reichen.

Nun hob ich den Grillrost an und bewunderte die wunderbar riechenden Grillstücke.
Mein geübtes Auge erkannte sofort das eines der beiden Fleischstücke ganz minimal grösser war (so um die hundert Gramm), in der Hoffnung das meine Frau wie immer sagen würde „egal“ fragte ich
Sie als mir den Rücken zuwandte „Schatz welches Stück möchtest du“ und wie erhofft kam die Antwort „egal“.

Genau in diesem Moment als ich wie eine Vogelscheuche mit 2 Tellern in der Hand da stand erwischte mich ein leichter Schlag am Hinterkopf, begleitet von einem Luftzug und einem mit unbekannten Geräusch. Erschrocken und irritiert schaute ich mich um und erkannte nichts, aber als ich dann auf die Teller schaute glaubte ich an Geister, der eine Teller war leer, das Fleisch verschwunden!

In diesem Moment erspähte mein Auge einen Greifvogel, milanähnlich, wie er davon flog, und siehe da zwischen seinen Krallen befand sich „MEIN FLEISCH“ das nun statt in meinen Magen zu gleiten federleicht davon flog.

Zu allem Verdruss war aber das Fleisch noch mächtig heiss so das dieser fiese Räuber es ca. 100 Meter weiter entfernt in den Busch fallen liess, dafür hätte ich ihn umbringen können!

Ich habe dann meiner Frau erklärt dass „ihr“ Fleisch so eben gestohlen wurde und sie gerne ein Stück von meinem haben dürfe.

Anderntags grillten wir wieder, nur war ich vorsorglich mit einer Pfanne gerüstet um allfälligen Dieben eines über die Rübe zu hauen.

Wir lachen noch heute darüber, zu komisch war diese Szene!

Gruss VA
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