chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200629. Nov. 2008 · #1
Grundsätzlich sind wir lieber auf eigene Faust unterwegs, die sandigen Pisten und unsere fehlende Allraderfahrung haben dieses Mal nach längerem Abwägen des Für und Widers den Ausschlag für eine geführte Tour gegeben. Die Entscheidung er-leichtert hat uns, dass die Rundreise für max. 6 Teilnehmer angeboten wurde. Ende Januar buchten wir die Rundreise über einen Reiseveranstalter, die Flüge buchten wir separat über das Internet, da es günstiger war. Im Nachhinein haben wir es be-reut, nicht auch die Flüge über den Reiseveranstalter gebucht zu haben, da beson-ders ich die Vorfreude besser hätte genießen können (Wir haben zuerst nicht wie geplant den Rückflug von Livingstone bekommen, muss-ten deshalb auf Victoria Falls ausweichen, Flug Johannesburg nach Maun haben wir nicht über SAA buchen können und deshalb kein „durchgehendes Ticket“ bis Maun bekommen, daher sicherheitshalber eine Zwischenübernachtung in JHB. Dann wur-de meine Kreditkarte nicht mit den Kosten für den Flug mit Air Botswana belastet. Mir fiel dann siedendheiß ein, dass ich mit dem SAA-Flug schon mein Kreditkartenlimit fast ausgeschöpft hatte. Mehrere Telefonate und einen Monat später war das auch erledigt. Nach der Wahl in Simbabwe machte ich mir dann wieder Gedanken, ob wir von Sambia auch ohne weiteres nach VicFalls für unseren Rückflug kommen. Meine Recherche im Internet ergab, dass es inzwischen wieder freie Plätze für den Flug Livingstone-Johannesburg gab. Daraufhin rief ich bei SAA an, die uns dann auf die-sen Flug umbuchten. Wurde zwar noch mal etwas teuerer durch veränderte Gebüh-ren, aber ich war zumindest etwas beruhigt)
Freitag, 19.09./ Samstag 20.09.2008 Flug nach Johannesburg Knapp acht Monate nach der Buchung ist es endlich soweit: Afrika, wir kommen!😁 Während ich den Tag frei habe und mich um das Packen des Handgepäcks kümmere, muss Christian noch bis mittags arbeiten. Am Nachmittag kommt mein Pa, und wir besprechen noch mal das Übliche (Katze, Internetmeldung etc) und gehen noch ein letztes Mal unsere Reiseunterlagen durch. Mein Pa bringt uns zum Flughafen. Die Zeit bis zum Boarding verkürzen wir uns, indem wir etwas herumlaufen und in diversen Tageszeitungen blättern. Um 18:15 h heben wir Richtung Frankfurt ab, der Flug verläuft normal. Fast pünktlich kommen wir in Frankfurt an und haben noch gute 1,5 h Zeit, bevor unserer Anschlussflug nach Johannesburg startet. Mit 35 Minuten Verspätung hebt der Flieger Richtung Johannesburg ab. Ich spekuliere auf eine Viererreihe weit hinten, da der Flieger bei weitem nicht ausgebucht ist, aber Christian hat keine Lust, unsere Zweierreihe aufzugeben. Ich gebe nach, bin aber schon etwas neidisch, als ich später mal eine Runde drehe, wie viel Platz die anderen haben. Meine Entscheidung für das Beef erweist sich als schlechte Wahl, da es sehr faserig ist, dafür ist der Käsekuchen umso leckerer. Richtig schlafen kann ich nicht, döse nur immer wieder ein. Das Frühstück ist gut. Eine Viertelstunde früher als geplant landen wir in Johannesburg. Damit wir morgen gleich wissen, wo wir hin müssen, suchen wir nach dem Schalter von Air Botswana und klären, ab wann wir einchecken können. Zwei Stunden vorher werden die Schalter geöffnet, es reicht also, wenn wir um 08:30 h am Airport sind. Wir heben am ATM auch noch mit unserer EC-Karte Rand ab, und ich schaue mir im Bücherladen das Angebot an Vogelbüchern an, will ich mir doch endlich einen zulegen. Da sie den von mir anvisierten nicht haben, hoffe ich später in der Eastgate Mall das Gewünschte zu bekommen. Noch etwas umhergeirrt, bis wir den Shuttlebus zu unserem Flughafenhotel finden. Wir können sogar schon auf unser Zimmer, obwohl es erst 09:30 h ist. Frisch geduscht, können wir beide einem kleinen Nickerchen nicht widerstehen. Sicherheitshalber wird der Wecker gestellt und nach einer Stunde heißt es wieder: wetier geht's. Am InformationDesk erkundigen wir uns nach einer Soweto-Tour, aber sie arbeiten nur mit einem Tourveranstalter zusammen und da wir noch ein wenig shoppen wollen, lassen wir die Soweto-Tour ausfallen. Mit dem Taxi fahren wir zur Eastgate Mall, gehen dort was essen und schlendern durch die Geschäfte. Auch hier haben sie das von mir anvisierte Vogelbuch nicht, so dass ich mich für den Roberts Bird Guide entscheide. Als wir um 15:45 h die Mall verlas-sen, steht unser Taxifahrer schon vor der Tür, obwohl wir 16:00 h vereinbart haben. Er versucht uns beim Preis zu beschubsen, denn vom Hotel hieß es 180 Rand pro Tour, und er verlangt 200 Rand, sozusagen gleich inklusive Trinkgeld. Wir lamentieren nicht, aber ein Extratrinkgeld gibt es natürlich nicht.
Da es angenehm warm draußen ist (ca. 22 C), wollen wir uns am Pool hinsetzen und lesen, aber es ist dermaßen windig, dass man alles, was nicht niet- und nagelfest ist, festhalten muss. So geben wir entnervt auf und gehen zurück auf unser Zimmer, wo wir den Tag unspektakulär mit lesen, fernsehen und essen ausklingen lassen.
Sonntag, 21.09. 2008 Flug nach Maun Den Wecker hatten wir für 06:00 h gestellt, aber wir sind schon vorher wach. Sonntags gibt es erst ab 07:00 h Frühstück, so dass wir noch reichlich Zeit haben, um wieder alle Sachen zu verstauen. Wir essen in Ruhe und können trotzdem schon den Shuttlebus um 07:45 h zum Flughafen nehmen, so dass wir eine halbe Stunde früher als geplant dort eintreffen. Eine kleine Schlange hat sich schon am Check-in gebildet, die während der nächsten dreiviertel Stunde länger und länger wird, da es überhaupt nicht voran geht. Gut, dass wir relativ weit vorne stehen, sonst hätten sich klei-ne Schweißblasen auf meiner Stirn gebildet, aus Angst, nicht mehr in den Flieger zu kommen. Nach einer Stunde haben wir endlich unsere Bordkarten. Die letzten Meter vom Zubringerbus müssen wir zu Fuß gehen, was für manche Passagiere nicht angenehm ist: es weht ein kalter Wind (es sind nur 9 ° C ) und mit kurzen Hosen ist das nur was für die Abgehärteten. Während des knapp zweistündigen Fluges erhalten wir eine große „Fressbox“, doch die Enttäuschung ist groß, als diese geöffnet wird: ein Pappbecher, ein Muffin und Saft. 🤨 Maun gilt aufgrund der vielen Helikopterrundflüge über das Okavangodelta und den Zubringerflügen zu den Lodgen, die nur auf dem Luftweg zu erreichen sind, als einer der Flughäfen in Afrika mit den meisten Starts- und Landungen. Dadurch werden vielleicht Erwartungen geweckt, die jedoch nicht erfüllt werden: Das Gepäck aus den Maschinen wird auf Pkws verladen und dann im Flughafengebäude Stück für Stück per Hand entladen. Fließbänder fürs Gepäck? Fehlanzeige. Egal, Hauptsache unsere zwei Reisetaschen sind da. Wir werden von einem Mitarbeiter der Maun-Lodge empfangen, wechseln noch etwas Bargeld in Pula, bevor wir zu unserer Unterkunft gebracht werden. Auf meine Frage hin, ob die Geschäfte auch am heutigen Sonntag geöffnet haben, hält er sofort an einem Sparmarkt. Neben einigen Getränken erstehen wir auch noch einen Plastikeimer, der uns im Notfall nachts im Zelt gute Dienste leisten soll.;)
Unser Zimmer ist in Ordnung, nichts aufregendes, aber sauber. Nach einem Kaffee beschließen wir, uns das Gelände anzusehen. Es gibt noch Riverside Bunga-low/Zimmer, wo man- der Name sagt es - auf den Thamakale River blicken kann, der sogar Wasser führt. Des Weiteren gibt es noch einige Hütten, die etwas zurückge-setzt vom Fluss liegen. Es gibt auch noch einen kleinen Pool, an den wir uns dann auch setzen bzw. als die Liegen frei werden legen. Jetzt kann der Urlaub richtig losgehen. Wir lesen beide fleißig in unseren Büchern, denn wahrscheinlich werden wir auf Safari wenig Zeit dazu haben. Zwischendurch im Pool abgekühlt, herrlich. Auch das Vogelbuch kommt schon zu seinen ersten Einsätzen. Abends wird in der Boma der Grill angeschmissen, für 65 Pula kann man vom Buffet speisen. Christian entscheidet sich dafür, während ich A-la-Carte esse. Als er sich das zweite Mal vom Buffet bedienen will, schaut der Koch schon komisch und als Christian dann das dritte Mal hingeht, gibt es ein Wortwechsel, aus dem Christian jedoch nicht entnehmen konnte, ob er einen Zettel vorlegen hätte müssen oder ob es in Botswana unüblich ist, mehrmals sich vom Buffet zu holen (zu Christians Verteidigung sei gesagt, dass die Teller nicht voll beladen waren). Wir sind auf die Rechnung gespannt, ob sein Essen doppelt berechnet wird, aber so ist es nicht.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200629. Nov. 2008 · #2
Montag, 22.09. 2008 Maun Heute ist aufstehen ohne Wecker klingeln angesagt. Wir erkundigen uns, was das Frühstücksbuffet kostet, da dieses nicht im Übernachtungspreis inbegriffen ist. 25 Pula werden verlangt. Da uns das sehr preiswert vorkommt, fragen wir noch mal nach und erhalten wieder die gleiche Antwort. Als Christian sich das zweite Mal Omelette nehmen möchte, heißt es, das kostet 25 Pula extra, ok, wir sind im Urlaub. Die Rechnung lautet aber auf 2 x 75 Pula. Wir haben keine Lust auf Diskussionen, deshalb zahlen wir den geforderten Preis, beschließen aber, morgen auf unserem Zimmer zu frühstücken. Wir bestellen uns um ein Taxi, da wir zum Ngami Centre wollen. Zeitgleich mit dem Taxi kommt auch eine aufgebrachte Autofahrerin auf die Einfahrt und warnt uns, in das Taxi einzusteigen, da der Fahrer auf dem Weg hierher beinahe zwei Unfälle verursacht hat. Wir sind verunsichert. Da die Angestellte an der Rezeption uns mitteilt, dass die Taxifahrer auf dem Weg zur Lodge sich immer beeilen würden, aber ansonsten umsichtige Autofahrer wären, lassen wir uns halbwegs überzeugen und fahren mit ihm mit. Er versichert uns, vorsichtig zu fahren, was er -abgesehen von den Fußgängern, die er an der Hotelausfahrt nicht passieren lässt – auch einhält.
Als erstes wollen wir uns noch Pula vom Geldautomaten besorgen, aber dummerweise haben wir nur unsere EC-Karte mitgenommen, mit der man kein Geld bekommt. Die VISA-Karte liegt im Hotelsafe 😠 . Groß Shopping ist abgesehen vom fehlenden Geld auch nicht angesagt, denn das Ngami Center besteht nur aus einer kleinen Häuserfront mit mehreren kleineren Geschäften und einem Spar. Wir laufen zurück Richtung Rileys Garage, da tobt mehr das Leben. Im Internetcafé (10 Min / 7 Pula) geben wir per Email die ersten Lebenszeichen von uns. Während in der Heimat bescheidene 16 ° C sind, schwitzen wir bei 39 ° C. An einem Extraschalter können wir auch Euro in Pula tauschen. Eigentlich wollen sie einen Ausweis sehen, aber da wir keinen dabei haben, klappt es auch ohne.
Wir hatten schon gestern flüchtig überlegt, ob wir versuchen sollten, unser Zimmer gegen einen Bungalow am Fluss (Aufpreis 90 Pula) zu tauschen und fragen deshalb an der Rezeption nach, aber leider ist alles ausgebucht. Nachdem wir noch etwas auf dem Hotelgelände gefilmt und Fotos geschossen haben, legen wir uns an den Pool und genießen im Wasser die Abkühlung. Zwischendurch gönnen wir uns in unserem Zimmer einen Cappo und naschen die Muffins. Als wir später wieder am Pool sind, erhalten wir auf Kosten des Hauses als kleinen Snack Hähnchenflügel und Kartoffelspalten. Heute wird nicht in der Boma gegrillt, daher speisen wir im Restaurant bzw. draußen.
Dienstag, 23.09. 2008 Maun – Grassland Safari Lodge Nachdem wir gefrühstückt haben, lesen wir am Pool und beobachten die Vögel. Obwohl wir erst um 11:00 h damit rechnen, abgeholt zu werden, gehen wir schon um 10:30 h zur Rezeption vor und siehe da, Hemingway Safaris ist bereits da. Das klappt ja perfekt. Wieso wir beim Auschecken noch 300 Pula zurückerhalten, verstehen wir zwar nicht, sehen es aber als Entschädigung für das überteuerte Frühstück vom Vortag an.
Für die nächsten zwei Wochen wird Enock, ein 44jähriger aus Francistown, unser Koch und der 34jährige Chimney aus Kasane unser Fahrer und Guide sein. Zu unserer freudigen Überraschung sind wir die erste Woche die einzigen Teilnehmer der Rundreise, die zweite Woche ist mit 6 Personen ausgebucht. Wir verlassen Maun und halten kurz bei Sehitwa an einem Shop, da Chimney wohl sein Waschzeug vergessen hat. Um die Mittagszeit nehmen wir ein Baguette sowie eine Hähnchenkeule, Muffin und Obst am Straßenrand im Schatten eines Baumes ein. Christian und ich werden schnell von kleinen Viechern gebissen, die sich später als Zecken herausstellen. Selbst ins Auto schleppen wir diese mit rein, denn auch Enock und Chimney bekommen es mit den Biestern zu tun. An der Kontrollstelle für Maul- und Klauen-Seuche müssen wir nicht nur durch die Wannen mit dem Desinfektionszeug durchwaten, sondern sogar unsere weiteren Schuhe aus unserem Gepäck holen und auch diese reinigen. Zudem werden wir das Straußenfleisch los. Kurz vor D`kar verlassen wir die Teerstraße. 60 km Piste liegen vor uns bis zur Grassland Safari Lodge. Auf dem Weg dorthin zeigt uns Chimney einen Weißrückengeier, davon werden wir die nächsten Tage noch öfters welche sehen. Wir sind gegen 16:15 h da und werden von Nielki, der Lodgebetreiberin, gefragt, ob wir gleich zu den San mitkommen wollen, die sog. „Games“ für die Touristen vorführen. Wir sind durch die lange Anfahrt ko und gehen lieber duschen und trinken in der Lapa einen Kaffee. Auf dem Gelände werden Löwen und Wildhunde in je einem relativ großen Gehege gehalten. Wir fahren mit Chimney und einem Mitarbeiter der Lodge in einem offenen Fahrzeug in das Löwengehege und müssen erst ein klein wenig suchen, wo sich die 5 Ladys, der Pascha und der Abkömmling denn aufhalten. Die Löwen erhalten hier ihr Gnadenbrot, äh ich meine Esel, da sie auf Nachbarsfarmen Rinder etc gejagt ha-ben und deshalb getötet werden würden, wenn sie nicht hier aufgenommen werden würden. Zweimal die Woche – mittwochs und samstags- gibt es einen Esel (ist das billigste Fleisch). Vom Fahrzeug aus können wir gute Foto- und Filmaufnahmen machen. Ins Gehege der Wildhunde können wir sogar zu Fuß rein. Es ist das erste Mal, dass wir diesen Tieren so nahe sind. Zuerst ist es ein komisches Gefühl, keinen Zaun zwischen den Viechern und sich zu haben oder im Auto zu sitzen, aber wir entspannen uns schnell, als wir merken, dass die Tiere auch von sich aus einen Sicherheitsabstand einhalten. Nach einer Stunde sind wir wieder zurück und versammeln uns mit den anderen Gästen zu einem Drink am Lagerfeuer, den Blick dabei auf das vielleicht 150 m entfernte, beleuchtete Wasserloch gerichtet. Es sind diverse Antilopenarten (Eland, Oryx, Springbock) und auch ein Schakal, die –wie wir - ihren Durst stillen. Gegen 19 h nehmen wir das Dinner ein. Für uns hat Enock gekocht, während die anderen Gäste von den Köchen der Lodge verpflegt werden. Den Abend lassen wir am Feuer bei mehreren Amarulas bzw. Bier ausklingen. In unserem im afrikanischen Stil gehaltenen Chalets sind mehrere Spinnen zu entdecken, die Christian nicht begeistern, aber er lässt sich von mir überzeugen, dass er nicht alle vernichten kann, da sie zum Teil unerreichbar an der Decke sind. Eine kleine Fledermaus teilt auch mit uns das Zimmer, sie liegt bewegungslos auf dem Fußboden, wo sie bis zu unserer Abreise auch liegen bleibt. Die Putzfrau traute sich wohl auch nicht ran oder sie hat nicht so genau zwischen Bett und Fenster geschaut.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200629. Nov. 2008 · #3
Mittwoch, 24.09. 2008 Grassland Safari Lodge In den frühen Morgenstunden haben wir die Löwen brüllen gehört-das erste Mal bei unserem dritten Urlaub im südlichen Afrika. Wie wird es erst beim Campen im Busch sein? Da der Generator erst gegen 07:00 h in Betrieb genommen wird, muss ich am frühen Morgen im Halbdunkeln auf Toilette gehen. Wir sind zwar gut mit Stirnlampe ausgerüstet, aber das nützt nicht viel, wenn sie nicht auf dem Nachttisch parat liegt.:P Frühstück ist um 07:30 h angesagt und anschließend fahren wir mit Nielki, Chimney und Gästen der Lodge zu den San, mit denen wir gemeinsam einen Bushwalk unternehmen. Nielki hat gute Beziehungen zu den San und spricht sogar deren Sprache. Wir erfahren viel Interessantes über die (Über-) Lebensweise der San in der Kalahari. Besonders die Buschapotheke beeindruckt uns sehr, auch wenn man Augenprobleme nicht in der Trockenzeit (oder war es in der Regenzeit?) haben sollte, da dann die entsprechende Pflanze nicht zur Verfügung steht. Nussartiges probieren wir auch, wirklich lecker. Auf dem Rückweg zur Lodge sehen wir mehrere Riesentrappen und Marabus. Wir verbringen unsere freie Zeit im Schatten der Lapa und beobachten das Treiben am Wasserloch mit dem Fernglas. Punkt 12 h ist Lunch, danach lesen Christian und ich erst, bevor wir es dann den anderen Gästen gleich tun und uns zu einem Mittagsschläfchen in unser Zimmer zurückziehen. Später fahren wir nur mit Chimney noch mal zu den San, die uns ihre Freizeitbeschäftigungen vorführen: Die Frauen benutzen eine kleine Melone als Ball, die Männer tragen mit ihren Speeren einen kleinen Wettkampf auf, welcher Speer bei einer speziellen Wurftechnik am weitesten fliegt. Christian und unser Guide Chimney testen auch ihre Fähigkeiten, aber landen unter ferner liefen. Besser mithalten können sie dagegen bei Giraffenkacke weit spucken, hört sich eklig an, aber die Sche.. ist staubtrocken. Zum Abschluss wird uns noch ein Tanz vorgeführt, der die erfolgreiche Jagd auf eine Oryx simuliert. Besonders in Erinnerung bleiben werden uns die Kinder, die ganz begeistert sind, als Christian ihnen zeigt, dass sie ihre Spielgefährten im Display der Kamera sehen können, wenn diese sich davor stellen. Rechtzeitig kommen wir zur Löwenfütterung, Die Tiere stehen bereits erwartungsvoll am Zaun, wo der tote Esel per Auto rangeschafft wird. Der männliche Löwe verzieht sich schnell mit dem größten Stück, während sich die anderen mit dem Rest begnügen müssen. Schnell im Chalet umgezogen und frisch gemacht, sitzen wir kurz darauf wieder mit den anderen Gästen bis zum Abendessen am Lagerfeuer. Auch danach versammeln wir uns um die Feuerstelle, bestaunen den Sternenhimmel und genießen einfach die Atmosphäre.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200629. Nov. 2008 · #5
Donnerstag, 25.09. 2008 Grassland Safari Lodge – Central Kalahari Game Reserve (CKGR) Die Nacht ist schon um 05:30 h zu Ende, da wir eine lange Fahrt zum CKGR vor uns haben. Ein schnelles Frühstück eingenommen, denn um 06:30 h ist Abfahrt. Vorbei an Rinderherden sehen wir bis zur Einfahrt ins CKGR über das Tau Gate drei Honigdachse, die –wie die anderen, die wir die nächste Zeit noch sehen werden- zu weit entfernt sind, um sie auf den Chip zu bannen 🙁 . Am Motopi-waterhole stärken wir uns. Tiere sind bis auf ein paar vereinzelte Oryx in weiter Ferne nicht zu sehen. Bis zu unserer Campsite im Deception Valley sehen wir teilweise verbranntes Buschland, Folgen der seit mehreren Tagen wütenden Buschbrände. Piper Pan muss noch stärker betroffen sein, denn ursprünglich war geplant, dass wir dort die erste Nacht verbringen. An Tieren laufen uns im wortwörtlichen Sinne Strauße, Oryx, Steinböckchen, Springböcke, Giraffen und als besonderes Highlight zwei Geparde über den Weg. Schnell waren sie wieder aus unseren Blickwinkel verschwunden, aber für uns war es trotzdem toll: unsere ersten Geparde in freier Wildbahn.😁
Nach knapp 260 km auf unserer Campingsite angekommen, bauen wir mit Chimney und Enock unser Zelt und unsere Feldbetten zusammen (es wurde keine Mithilfe verlangt). Nach einer kleinen Erholungspause nimmt Chimney uns mit auf einem Abenddrive. Entgegen der Fahrt hierher begegnen wir mehreren Autos und sehen neben den üblichen auch Schabrackenschakale und Erdhörnchen. Chimney zeigt uns auch die Deception Pan, wo Deliah und Marc Owens gelebt haben. Die Pirschfahrt endet mit einem Sundowner in herrlicher Atmosphäre.
Zwischenzeitlich hat Enock das Abendessen zubereitet. Gegen 20:30 h ziehen wir uns für unsere erste Nacht im Zelt zurück.
Freitag, 26.09. 2008 Central Kalahari Game Reserve Um 06:00 h ist Wecken angesagt. Die erste Nacht im Zelt in der Wildnis haben wir trotz Christians Bedenken gut überstanden. Nachts konnten wir Löwen brüllen hören, ansonsten war es ruhig (oder wir haben so tief geschlafen, dass wir es nicht mitbekommen haben *grins*). Nach dem Frühstück begeben wir uns auf einen Gamedrive. Das Highlight wartet unweit von unserm Camp auf der Straße: ein Leopard. Er lässt sich von uns nicht aus der Ruhe bringen, im Gegenteil, er legt sich vor uns sogar kurz auf den Weg, rekelt sich in Katzenmanier, bevor er weitergeht und auf einer anderen Campsite die dortige Toilette inspiziert und beim Verlassen diese markiert. Ca. 25 Minuten sind uns vergönnt, dieses herrliche Tier zu beobachten. Am Deception Valley vorbei fahren wir zum ca. 40 km entfernten Letihau Wasserloch, wo erst zwei später dann drei Löwen im Schatten liegen. Sie sind recht dürr und unser Guide bezeichnet sie als unklug, dass sie so offen und nah am Wasserloch liegen und somit ihre mögliche Beute abschrecken. Dennoch trauen sich auf der gegenüberliegenden Seite der Wasserstelle nach anfänglichem Zögern nacheinander ein paar Springböcke und ein Schakale, ihren Durst zu stillen. Auf der Rückfahrt zum Camp sichten wir Giraffen, einen Strauß, diverse Erdmännchen und Honigdachse. Letztere meist in Begleitung mit Weißbürzelsinghabichten. Einen kurzen Blick können wir auch auf eine Kapkobra erhaschen, die vor dem Auto unseren Weg kreuzt.
Als wir zurück sind, ist unser Lunch schon fast fertig. Anschließend genieße ich das erste Mal in meinem Leben die Buschdusche. Für mich ist ein einprägendes Erlebnis, die Sonnenstrahlen beim Duschen auf der nackten Haut zu spüren. Erstaunt bin ich, mit welch einer kleinen Menge Wasser man auskommt, wenn es sein muss: incl. Haare waschen habe ich gerade ein Fünftel des Eimerinhaltes (ca. 20 l) benötigt.
Nach der Kaffeepause fahren wir zum Matswere Camp, um Wasser zu holen. Bis auf eine Gottesanbeterin, die wir ohne Chimney sicherlich nicht wahrgenommen hätten, als sie über die Sandpiste läuft, ist nichts groß zu sehen, sogar die sonst haufenweise anzutreffenden Springböcke, Steinböckchen und Oryxantilopen machen sich rar. Mit einem schönen Sonnenuntergang, den ich mit einem Amarula begieße, werden wir halbwegs für den relativ ereignislosen Nachmittag entschädigt. Um 19:00 h ist das Dinner fertig und wir unterhalten uns mit Chimney über Botswana und erfahren einiges über die Lebensumstände in Botswana.
Als wir fast am Einschlafen sind, hören wir ein Rascheln und Scharren an unserem Zelt. Mal kommt es mehr von der rechten, dann wieder mehr von der linken Seite. Teilweise habe ich das Gefühl, als würde dieses etwas versuchen, unter unser Zelt zu gelangen. Christian versucht durch die obere Öffnung im Zelt zu erspähen, wer der Übeltäter ist, aber kann nichts erkennen. Uns ist beiden etwas mulmig zu mute, aber am nächsten Morgen erfahren wir, dass es vermutlich nur ein kleines Nagetier gewesen ist. Dafür haben wir von dem „gefährlicheren Besuch“ nichts mitbekommen: anhand der Spuren haben Enock und Chimney rekonstruiert, dass ein Leo unseren Waschtisch auf der Suche nach Wasser in der Nacht umgestoßen hat.
Fortsetzung folgt, wenn ich die zweite Woche fertig geschrieben habe (muss mich selbst etwas unter Druck setzen, dass ich jetzt am Ball bleibe 😉 )
hab den Bericht gerade erst entdeckt- hört sich ja prima an, was ihr bisher erlebt habt! So kurz erst da und schon Geparde, Löwen und einen Leo gesehen. Toll! Sind gespannt auf die Fortsetzung und ob ihr euch nächstes Mal alleine trauen würdet...
freue mich ebenfalls auf die Fortsetzung und hoffe sehr auf bewegte Bilder. Da gibt es bestimmt auch eine CD, oder? 🙂 Euer Bericht ist bislang sehr schön und so kurzweilig, als wäre man selbst dabei.
Herzliche Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200624. Dez. 2008 · #8
Ich habe mir fest vorgenommen, über die Feiertage weiter am Reisebericht zu schreiben. Eigentlich sollte der Bericht schon längst fertig sein, aber ...
Ob ich unseren Film ins Forum stelle, werde ich sehen, wenn er fertig ist. Im Moment tendiere ich nicht dazu, weil Rebecca so eine exzellente Botswana –DVD im Umlauf hat und wir zum Teil sehr unzufrieden mit der Qualität der Aufnahmen sind, was teilweise an nicht optimalen Bedingungen beim Filmen lag (Gegenlicht, verwackelte Aufnahmen durch Bewegung der Mitreisenden), aber natürlich auch an unseren Unzulänglichkeiten. 🙁
Ich wünsche euch allen ein friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr, lG Sabine
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200601. Jan. 2009 · #9
Ich hoffe, ihr habt alle ein schönes Weihnachtsfest verlebt, seid gut ihns neue Jahr gekommen und habt nun Lust, uns virtuell weiter auf unserer Rundreise zu begleiten.
Samstag, 27.09.2008 Central Kalahari Game Reserve In der Nacht mache ich das erste Mal von unserem Eimer Gebrauch. 😎 Unser heutiger Gamedrive führt uns Richtung Sunday Pan. Wir sehen eine Gepardin mit zwei fast erwachsenen Cubs in weiter Entfernung unter einem Baum liegen. Chimney fährt ausnahmsweise querfeldein, um näher heranzukommen, aber das gefällt ihnen nicht, und sie flüchten. Dennoch ist es eine Augenweide, diese mal kurz beobachten zu können. Christian entdeckt kurz darauf Löffelhund unterm Baum und erntet dafür ein Lob von unserem Guide. Auf dem weiteren Weg begegnen wir Giraffen, einer Four-Striped-Mouse und Steinböckchen, bevor wir an der Leopard Pan einen männlichen Löwen unter einen Baum entdecken. Da er sich durch uns nicht stören lässt und nicht den geringsten Ansatz einer baldigen Aktivität zeigt, drehen wir eine Runde auf dem Leopard Pan Loop. Durch Chimney erfahren wir, dass Steinböckchen ihren Kot vergraben, damit ihre Feinde wie zB die Löwen nicht ihre Anwesenheit riechen. Er macht uns auch auf weißen Kot aufmerksam, der von braunen Hyänen stammt (zurückzuführen ist dies auf das Kalzium, das in den Knochen steckt, die sie vertilgen). Um 11:00 h sind wir zurück im Camp und kurz darauf gibt es Lunch. Chimney zieht sich zur Siesta wieder ins Auto zurück und paukt fleißig seine Deutschvokabeln, während wir es uns im Schatten gemütlich machen und die für den CKGR typischen Mahaliweber und Rotbauchwürger beobachten. Gegen 14:00 h gibt es Kaffee und Kekse, dabei unterhalten wir uns das erste Mal ausführlich mit Enock. Danach fahren wir erneut zum Letihau Wasserloch. Chimney hält unter einem Baum an, auf dem sich ein Nest mit vier Eiern vom Greater Kestrel (Steppenfalke) befindet. Damit wir einen guten Blick haben, steigen wir aufs Autodach. Mal eine ungewohnte Perspektive. Am Wasserloch finden wir wieder die drei Löwen vom Vortag. Auf dem Rückweg erspähen wir acht Honigdachse und einen am Bein verletzten Schakal, er humpelt. Christians und mein Mitleid erwacht, aber letztendlich können wir nichts tun, die Natur regelt das auf ihre Weise. Der Sundowner fällt heute aus, wir haben uns zu lange bei den Löwen aufgehalten und müssen uns nun beeilen, dass wir bis zur Dunkelheit auf unserer Campsite sind. Enock wartet schon mit dem Essen auf uns, das wie immer sehr lecker ist (nicht ohne Grund habe ich im Urlaub fünf Kilo zugenommen 🤩 ). Leider können wir heute die Stille der Kalahari nicht genießen, da auf der Nachbarcampsite Partystimmung herrscht. Sie sind zwar nicht zu sehen, aber leider auch nicht zu überhören. So kommt nicht das richtige „Wildnis-feeling“ auf, als wir in unseren Feldbetten liegen.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200601. Jan. 2009 · #10
Sonntag, 28.09.2008 CKGR- Nxai Pan NP Wie jeden Tag heißt es früh aufstehen. Wir helfen Chimney, das Zelt abzubauen und stärken uns, bevor wir uns um 06.45 h auf den Weg zum Nxai Pan NP machen. Gegen 09.30 h erreichen wir den kleinen Ort Rakops. Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt treffen wir eine andere Gruppe von Hemingway Safaris. Ich komme mit einem Mann aus den neuen Bundesländern ins Gespräch und frage, wohin seine Tour führt. Er meint, das könne er mir gar nicht sagen. Er wisse nur, dass sie aus Johannesburg kämen und die Tour in Livingstone ende. 😮 Chimney berichtet mir, dass es keine Tour von Hemingway gibt, die in Livingstone endet, sondern es geht wieder nach Johannesburg. Mich verwundert, wie wenig sich jemand mit so einer Reise auseinandersetzen kann, aber na ja, die Menschen sind halt unterschiedlich und so jemand wird wohl kaum auf eigene Faust ein fremdes Land bereisen. Während Enock Fleisch besorgt (Ersatz für das Straußenfleisch, dass uns bei der Maul- und Klauen-Seuchen-Kontrolle abgenommen wurde), fahren wir zum Tanken. Wir müssen lange warten, denn irgendetwas ist mit der Zapfsäule nicht in Ordnung. Es heißt, jemand kommt zum Reparieren, aber wir sind in Afrika, wer weiß, wie lange das dauert. Für die einheimischen Kinder sind wir eine interessante Abwechslung, sie stehen neugierig um unser Auto herum, einige zeigen gegenüber ihren Freunden wie mutig sie sind, in dem sie an die Autotür klopfen. Christian geht auf ihr Spielchen ein und tut so, als ob er aussteigen und sie fangen würde. Ein holländisches Pärchen, das an der Nachbarzapfsäule wartet, informiert uns, dass sie auch aus dem CKGR kommen und gestern laut ihrer Temperaturanzeige 45 ° C waren. Jetzt, am Vormittag, sind es auch schon 27 ° C. Inzwischen funktioniert die Zapfsäule wieder und voll getankt können wir unseren Weg fortsetzen. Am ausgetrockneten Boteti River (lt. Newsletter von Abendsonne Afrika vom 11.12.2008 führt dieser seit 1993 wieder Wasser. Am 25.11. hat das Wasser den Makgadikadi NP erreicht) füllen wir unsere Mägen mit den Köstlichkeiten, die Enock am frühen Morgen schon für uns zubereitet hat. Nach kurzer Weiterfahrt erreichen wir die Verbindungsstraße zwischen Maun und Gweta, von der wir nach einer Weile auf eine Sandpiste zum Nxai Pan NP abbiegen. Ca. 35 km sind es bis zum Parkeingang, die es aber in sich haben. Tiefsandig, einmal will uns sogar unser Trailer überholen. Hier ist nichts verbrannt, einige Bäume säumen den Weg und vereinzelt sieht man erste Baobabs. Ein paar Strauße, Stein- und Springböcke sind auch zu sehen. Kurz vor 15.00 h passieren wir das Gate zum NP und am ca. 2 km entfernten Wasserloch „empfangen“ uns zwei Elefanten, vier Ohren- und ein Weißrückengeier. Da wir noch unsere Zelte etc aufbauen müssen, verweilen wir nicht allzu lange und fahren noch ca. 35 Minuten, bis wir unsere Campsite erreicht haben. Dieses Mal wird auch ein Loch für unsere Hinterlassenschaften gegraben und ein Duschzelt aufgestellt. Die Toilette stellt sich als angenehm heraus, da ein Sitzgestell mit Klobrille vorhanden ist. Die Buschdusche funktioniert ähnlich wie im CKGR. Schnell noch einen Kaffee bzw. Bier getrunken und schon nimmt uns Chimney um 17:00 h mit zu unserem ersten Gamedrive in Nxai Pan NP. Während wir am Wasserloch auf die Elefanten warten (erst einer, später neun), erzählt unser Guide wieder allerlei Interessantes über sie (die Elis essen die Wurzeln und Rinde der Kameldornakazien/ der Penis erigiert beim Wasser lassen und im Winter, um Wärme zu speichern / die hier vorkommenden Palmen sind auf die Elis zurückzuführen, die deren Samen weiter im Norden fressen und hier dann ausscheiden). Nach dem obligatorischen Sundowner sind wir um 19:00 h wieder bei Enock, der wie üblich ein super-leckeres Essen auftischt. Wir unterhalten uns mit Chimney über seine Häuser in Kavimba und Kasane, bevor wir dem Rufen der Bettzipfel nachgeben.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200601. Jan. 2009 · #11
Montag, 29.09.2008 Nxai Pan NP Da wir kurz vor 07:00 h auf Pirschfahrt sind, war wieder frühes Aufstehen angesagt, was Christian und mir nichts ausmacht, denn wir sind immer gespannt, was der Tag uns bringen mag. Eine große Sorge, ob es mit dem Akku laden unterwegs funktioniert, hat sich auch aufgelöst. Es geht reibungslos und das sogar nicht nur während der Fahrt. Am Wasserloch lassen sich keine Tiere blicken, aber auf der Weiterfahrt entdeckt Christian unter einen Baum einen Löffelhund und kurz darauf zwei weitere neben einem Termitenhügel, was ihm prompt die Anerkennung von Chimney einbringt. In der Ferne sehen wir Strauße. Wir fahren den Baobab-Loop ab, der seinen Namen zu Recht trägt. An einem wunderschönen Exemplar steigen wir aus, damit wir ihn auf Chip und Kassette bannen können. Kurz nach uns, gesellt sich eine Gruppe Franzosen dazu, und wir amüsieren uns, wie zwei Frauen versuchen, herauszufinden, wie viel Armlängen der Umfang des Baumes beträgt. Angenehm überrascht bin ich, als Chimney noch ein weiteres Foto von uns und dem Baum macht, dass die anderen aus der „Schussweite“ gehen. Einerseits vielleicht eine Selbstverständlichkeit, andererseits gerade bei so vielen Leuten doch nicht. Später kommen wir noch an einer Public Camp Site vorbei, deren Toiletten ich gleich mal testen muss. Um die Sanitäranlagen sind spitze Steine aufgestellt, die die Elefanten fern halten sollen. Der Platz umfasst ca. 10 Stellplätze, die in unseren Augen zu eng beieinander liegen. Um 10:30 h ist der Gamedrive zu Ende, tierreich war er zwar nicht (zwei Giraffen, Zebras und Gnus in weiter Entfernung, Sekretär, Schwalbenschwanzhonigfresser, Schmarotzermilan und Weißbürzelsinghabicht), aber die Baobabs haben es besonders mir angetan. Das Lunch ist kurz darauf fertig. Es ist zwar noch recht zeitig, aber erstens ist das Frühstück schon wieder ein paar Stunden her und zweitens, wenn alles fix und fertig auf dem Tisch steht, kommt der Hunger (oder ist es nur der Appetit? 😎 ) von alleine. In unserer Siesta waschen wir ein paar Kleidungsstücke aus, sortieren die Sachen in unseren Taschen und lesen. Nach einem Kaffee machen wir uns auf dem Weg zu den Baines Baobabs außerhalb des Nxai PanNP. Auch Enock lässt sich diesen Ausflug nicht entgehen, obwohl er schon oft dort war. Bevor wir den Park verlassen, sehen wir einen einzelnen Elefanten und Springböcke sowie am Wasserloch einen Schakal. Bei den Bäumen sind wir die einzigen, womit wir nicht gerechnet haben. Wir filmen und fotografieren wie die Weltmeister. Als Christian und Chimney eine Affenbrotbaumfrucht in einem Baum entdecken, gibt es für sie kein Halten mehr: mit allen am Boden liegenden Ästen wird auf die Frucht gezielt und Chimney bringt sie schließlich zu Fall. Sie ist ca. 30 cm lang und hat eine samtig-weiche Schale. Das Innere erinnert mich an Styropor, schmeckt aber süßlich. Bevor wir den Rückweg antreten, fahren wir noch zu einem Public Camp Platz, von dem man einen schönen Blick auf die Baines Baobabs aus einiger Entfernung hat. Hier zu übernachten muss herrlich sein. Im Auto sitzt Christian wieder der Schalk im Nacken, denn er kann es sich nicht verkneifen, Chimney seine Frucht heimlich wegzunehmen, die dieser neben sich gelegt hat und immer wieder wie in eine Bonbontüte hineingreift. Sein nächster Griff geht ins Leere, und er schaut Enock vorwurfsvoll an, der völlig ahnungslos ist. Da wir uns vor Lachen nicht halten können, ist der Täter schnell enttarnt. 😛 Am Wasserloch im Nxai Pan NP nähert sich ein Eli, viele Tauben, ein Waffenkiebitz und vier Schakale sind dort. Zwei davon jagen sich gegenseitig, und ihr Heulen erzeugt eine kleine Gänsehaut. Hier nehmen wir unseren Sundowner ein. Wir genießen unsere Buschdusche und nehmen die Wäsche ab, dann hat auch Enock unser Abendessen fertig. Wehmütig genießen wir unseren letzten Abend im kleinen Kreis am Lagerfeuer. Wir unterhalten uns wegen Enock auf Englisch gut zu viert und haben auch eine Menge zu Lachen. Um 21:00 h verziehen wir uns in unser Zelt, unterhalten uns aber noch zu zweit bis 21:30 h weiter. Schon eine Stunde später schrecke ich auf, weil mich etwas im Halsbereich schmerzhaft gebissen hat. Ich befürchte, dass es ein kleiner Skorpion war, denn Christian hatte morgens einen gesehen, aber im Taschenlampenlicht stellt sich heraus, dass es ein Käfer war.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200601. Jan. 2009 · #14
Dienstag, 30.09.2008 Nxai Pan NP – Maun – Kaziikini Camp Kurz nach 05:30 h ist die Nacht für mich zu Ende, da meine Blase drückt. 😉 Chimney und Enock stehen auch gerade auf. Christian zeigt mir dieses Mal den Skorpion, als er ihn sieht. Um 07:15 h sind wir abfahrbereit. Manchmal kommen einem die Gedanken, ob man einen Ort jemals wieder sieht, dieses Mal sollte es schneller sein als uns lieb war. 😵 Ein paar Kudus säumen den Weg, aber wir lassen uns nicht zu einem Stopp verleiten, denn wir müssen um 12:00 h die Teilnehmer für die zweite Woche der Rundreise abholen. Vom Zeitplan her sind wir gut dran, s.d. wir uns noch in Maun umschauen, vielleicht auch ein paar Emails versenden können, wenn das Internetcafé geöffnet hat, denn heute ist Botswanas Unabhängigkeitstag. Bis zur Teerstraße sehen wir noch diverse Strauße, Steinböckchen und Oryxantilopen, allerdings ist die Sicht teilweise sehr schlecht, weil durch starken Wind sehr viel Sand aufgewirbelt wird. Christian und ich sind froh, als wir die Teerstraße erreichen, denn es ist kein angenehmes Fahren, wir werden ziemlich hin- und hergeschüttelt. Wir sind verwundert, als Chimney auf dem Seitenstreifen hält. Was ist denn nun los? 🤨 Er sucht verzweifelt sein Handy, das sich partout nicht finden lässt und kommt somit zum Schluss, dass er es verloren hat, als er sich umgezogen hat und dazu sein Handy auf der Anhängerkupplung des Trailers abgelegt hat. Da er in seinem Mobiltelefon auch sämtliche Bankdaten gespeichert hat, kuppelt er den Trailer ab und mit Highspeed geht es wieder zum Nxai Pan NP. Hoffentlich findet er es, obwohl ich das arg bezweifle, denn wer weiß, wo das Handy von der Anhängerkupplung gerutscht ist und ob wir es dann im Sand liegen sehen? Die Fahrt gestaltet sich noch unangenehmer als zuvor, aber sie ist wenigstens erfolgreich. Kurz vor unserer Campsite sehen Christian und Chimney es zeitgleich im Sand liegen, Chimney kann nicht mehr ausweichen und fährt drüber, aber wie sich herausstellt, ist das Display hinüber, ansonsten funktioniert es jedoch reibungslos. 😁 So schnell wie wir wieder im NP sind, so schnell verlassen wir ihn auch wieder, schließlich sollten wir um 12:00 h in Maun sein, was wir nun nicht mehr schaffen können. Per Satellitentelefon versucht Chimney eine Kollegin in Maun zu erreichen, damit diese die neuen Gäste empfängt, hat aber auch erst nach mehrmaligen Versuchen Erfolg. Um 13:10 h sind wir in Maun im Belle Arrivé, wo wir die anderen kennen lernen: Camilla und Lennart, ein Paar an / um die 60 aus Schweden und Gabi und Frank aus Sachsen, die etwas älter als wir sind. Ich wundere mich etwas, dass Schweden bei der deutschsprachigen Tour dabei sind, denn beide sprechen kaum deutsch. Später erfahren wir, dass sie davon ausgegangen sind, dass die Tour englischsprachig ist. Es wird aber kein Problem, Chimney erklärt meistens zuerst auf deutsch und dann auf englisch, so dass wir alle zufrieden sind. Während Enock und Chimney die Vorräte auffüllen, nehmen wir unser Mittagessen zu uns. Um 15:15 h brechen wir zum Kaziikini Camp auf. Camilla hat sich vor einiger Zeit das Bein gebrochen und noch Schwierigkeiten, dass es schnell anschwillt und sie es deswegen hochhalten muss, was für die Sitzplatzverteilung im Auto zur Folge hat, dass sie nur in der zweiten oder letzten Reihe Platz nehmen kann. An und für sich wäre das kein Problem, wenn die Sitze in der ersten Reihe gleichwertig mit den anderen wären. Aber sie haben keine Sitztaschen am Rücksitz des Vordersitzes und was das größere Übel ist, sie bieten wesentlich weniger Beinfreiheit. Ich beginne mich, darüber zu ärgern, was mich dann auch wurmt, denn ich will mir die tolle Reise nicht vermiesen lassen. Als ich mir klar mache, dass es nicht Camillas Schuld ist, sondern einfach an dem Auto liegt, das für sechs Leute zu klein ist, bin ich insofern wieder mit mir im Reinen, und wir werden das Beste draus machen und uns mit Gabi und Frank auf den schlechten Plätzen tageweise abwechseln. Nach knapp zwei Stunden gemütlicher Fahrt erreichen wir das Camp am Rande des Moremi Wildlife Reserve um 17:00 h. Es hat sowohl Duschen als auch Spültoiletten. Wenn der Tag schlecht beginnt, dann zieht sich das meistens bis zum Ende durch, und so ist es auch heute: Chimney muss noch mal nach Maun zurückfahren, weil nicht genug Stühle vorhanden sind. Wir werden von Enock und seinem neu hinzugekommenen Gehilfen Chica mit Abendessen verwöhnt. Nach gut zwei Stunden ist Chimney zurück und gönnt sich nur eine kurze Pause, bevor er mit uns um 20:15 h zur Nachtsafari startet. Auf der 1,5stündigen Tour sehen wir Buschbabys, mehrere Stachelschweine, Impalas und viele Springhasen, die ihrem Namen alle Ehre machen. Chimney deutet auch auf eine Tüpfelhyäne und eine afrikanische Wildkatze, die ich leider nicht ausmachen kann. Bei den Sanitäranlagen begegnet Christian noch einem Honigdachs, der in der Nacht auch noch unser Camp nach Essensresten durchwühlt und einen Riesenkrach macht, als er die Kochtöpfe umwirft.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200601. Jan. 2009 · #15
Mittwoch, 01.10.2008 Kaziikini Camp – Moremi Wildlife Reserve Der Morgen fängt mit herrlichem Vogelgezwitscher an. An den Sanitäranlagen sind Hunderte von Vögeln, darunter sehr viele Angolaschmetterlingsfinken. Sie sitzen in den Waschbecken, um ein paar Tropfen des köstlichen Nass zu ergattern. Ich könnte mich hier hinsetzen und stundenlang diesem Treiben zusehen, aber heute steht Moremi an. Nach 50minütiger Fahrt durch Mopanewälder erreichen wir das Reserve und machen einen Schlenker am Wasser entlang, bevor wir zu unserer Campsite fahren. Ich habe das Gefühl, im Garten Eden angekommen zu sein: Moorantilopen, Paviane, Zebras, Halbmondantilopen, Gnus, Silberreiher, Schlangenhalsvögel, Schreiseeadler, Klaffschnabelstorch, Nimmersatt und Löffler. Um 11:00 h sind wir auf der Boga-Campsite, die schön am Wasser liegt. Christian ist zufrieden, dass unser Zelt nicht direkt nahe dem Fluss steht, während es mir schon gefallen hätte. Da heute sein Geburtstag ist und er von mir kein Geschenk bekommen hat (wie hätte ich das über eine Woche in unserem kleinen Gepäck verstecken sollen?), kann er es indirekt als Geburtstagsgeschenk auffassen 😉 . Wir sehen uns etwas um, und eine halbe Stunde später steht schon wieder Essen auf dem Tisch. Wir erfahren, dass das benachbarten Kwai Village Jagdkonzessionen an Touristen vergibt und die Gemeinde dadurch gleich zweifach profitiert: einmal durch das Geld (ein Elefantenabschuss kostet 45.000 US $) und dann durch das Fleisch der Tiere, dass sie auch behalten dürfen. Um 15:35 h geht es auf Pirschfahrt und es geht wieder Schlag auf Schlag: ein Schwarm Rotschnabelbüffelweber, eine Herde mit ca. 30 Elefanten, Hippos, Hammerkopf, Giraffen mit Madenhackern, Moorantilopen, schlanke Manguste, Turteltauben, Hornrabe, Paviane und Schakale. Am Wasser sind lt. Chimney drei Elefantenherden und später sehen wir –leider nur gut durch das Fernglas zu beobachten- Löwen um ein totes Flusspferd herum. Sieben Tüpfelhyänen lauern in der Nähe, um auch einen Teil des Festtagsbratens abzubekommen, aber während wir da sind, vergeblich. Natürlich warten auch viele Weißrückengeier und ein Marabu auf eine günstige Gelegenheit. Zwischendurch beobachte ich einen Pied Kingfisher (Graufischer) wie er sich immer wieder nach Beute ins Wasser stürzt. Ein Gaukler rundet das Bild ab. Wir dürfen aussteigen und Chimney köpft zu Christians Ehren eine Flasche Champagner und reicht dazu Biltong. Ein kleines Ständchen gibt es von uns allen noch dazu. Langsam schiebt sich eine Wolke vor die Sonne und ein Paar Klunkerkraniche zieht vorbei. In so schöner Umgebung möchte ich auch mal meinen Geburtstag feiern. Als wir gegen 18:45 h zurück sind, nehmen wir erst eine Buschdusche, bevor das Dinner angesagt ist. Die Geräusche, die dabei vom Fluss zu uns rüberkommen, identifiziert Chimney als Elefanten. Ich finde es einfach nur toll, das entspricht in etwa meinen Erwartungen, die ich an das Campen im Busch hatte, aber ich merke, dass andere es nicht ganz so entspannt genießen können. Nach dem Essen unterhalten wir uns noch gut bis kurz nach 22:00 h mit den anderen und lassen uns Amarula, Champagner bzw. Gin Tonic gut schmecken.
Sanne2'462 Beiträge · seit 200601. Jan. 2009 · #16
Liebe Sabine,
dies ist ein wunderschöner Bericht und ich hoffe sehr für uns, dass der Druck, den Du Dir selbst machst, noch eine Weile anhält 🙂
Ich würde es bedauern, wenn es keine DVD gäbe - Eure anderen haben uns sehr gut gefallen. Natürlich hat Rebecca mit der ihrigen die Meßlatte sehr hoch gehängt, das schaffen wir mit unserer Technik und vor allem unserem Können auch nicht, aber toll finde ich eben alles "Gefilmte" 🙂
Wir bearbeiten im Moment auch unseren Film von Südafrika im Nov. 08, wohl wissend, dass es Defizite bei uns gibt. 🙂 Hoffentlich konnte ich Dich überreden.;)
Herzliche Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Sanne2'462 Beiträge · seit 200601. Jan. 2009 · #17
Liebe Sabine,
ich habe vergessen, Dich zu bitten, vielleicht noch etwas über den Anbieter/ Reiseveranstalter zu schreiben. Hast Du Lust, das zu ergänzen? Bislang klingt Euer Bericht ja so, als seid Ihr sehr zufrieden gewesen.
Herzliche Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200603. Jan. 2009 · #18
Vielen Dank für eure positiven Kommentare, das motiviert mich zum Weitermachen 😁 Wenn nichts dazwischen kommt, denke ich, wird der Rest der Reise bis zum nächsten Wochenende eingestellt.
@ Sanne Wir haben die Rundreise über Abendsonne Afrika gebucht, und es ist alles zu unserer vollsten Zufriedenheit abgelaufen.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200612. Jan. 2009 · #19
Donnerstag, 02.10.2008, Moremi Wildlife Reserve Wieder muss ich vor dem offiziellen Weckruf aufstehen, da die Blase drückt. 😠 Als es nach dem Frühstück losgehen soll, müssen wir noch 10 Minuten auf die Schweden warten. Als erstes laufen uns zwei Schakale über den Weg, dann sehen wir Gnus, Impalas und Zebras zusammen, wenig später einen Wasserbock und Leierantilopen. Weit von uns entfernt steht ein Hippo außerhalb des Wassers, obwohl oftmals behauptet wird, dass sie nur abends und nachts das kühlende Nass verlassen. Hier werden wir eines besseren belehrt. Es fehlt nicht viel, und ich könnte seitenweise in meinem Vogelführer abhaken, welche wir gesehen haben: Angolamönchkuckuck, Sattelstorch, Schreiseeadler, Blaustirnblatthühnchen, Waffenkiebitz, Sporengans, Heiliger Ibis, Witwenente, Klaffschnabel, Glanzstar, Stelzenläufer, Scharlachspint, Gabelracke, Flussuferläufer. Um 08:30 h sind wir am Hippokadaver von gestern. Ein Löwe liegt links unter einem Baum, auf den Bäumen sind Marabus und Weißrückengeier sowie drei Kapgeier am Boden. In einiger Entfernung sind eine Hyäne und eine Moorantilope. Während wir beobachten, ob sich was Spannendes entwickelt, lässt uns Chimney wieder an seinem umfangreichen Wissen teilhaben: Impalas werden während des Maivollmondes befruchtet, die Geburt findet dann im November statt. Sie kann jedoch um zwei Wochen verzögert werden, wenn das Nahrungsangebot nicht zufrieden stellend ist. Eine einzelne Hyäne kann keine Moorantilope jagen. Gnus sind Wandertiere, aber nicht im Moremi, da sie hier immer genügend zu fressen haben. Weil sich nicht viel tut, fahren wir weiter und machen am Sausagetree eine kleine (Pinkel-) Pause. Wir haben Glück und sehen eine wunderschöne Blüte des Baumes. Eine weitere Möglichkeit, uns die Beine zu vertreten, bietet sich am Hippopool. Dort ist ein Beobachtungsstand, von dem wir natürlich einige Flusspferde sehen. Nach gut 3,5 h erreichen wir unsere Campsite und bald verzehren wir unser Lunch. Da Chimney von anderen Guides erfahren hat, dass sich auf der anderen Seite der North Bridge außerhalb des Reserves Löwen nahe der Flugbahn aufhalten, lassen wir uns die Chance nicht entgehen und so machen wir uns auf den Weg dorthin. Wir fahren durch Kwai Village, sehen, dass hier alte (Getränke-)Dosen beim Hausbau verarbeitet werden. Uns ist das Glück hold, drei Löwen liegen träge unter einem Baum. Sie haben runde Bäuche, sind nicht so mager wie im CKGR. Auf der Rückfahrt überrede ich Christian, zu Fuß über die North Bridge zu gehen, damit er schöne Filmaufnahmen von der aus Holzbalken bestehenden Brücke machen kann. Das animiert auch die anderen, so dass wir bis auf Gabi und unseren Fahrer laufen. Leider mutet es sich auch Camilla zu, wodurch es sich etwas in die Länge zieht. Kurz hinter der Brücke ist eine Public Campsite, auf der die Gruppe steht, die wir in Rakops getroffen haben. Wir erfahren, dass sie immer nur eine Nacht vor Ort haben und somit auf den öffentlichen CP stehen, damit nicht noch Zeit für den Auf- und Abbau für die Dusch- und Toilettenzelte verloren geht. Abgesehen davon, dass es mir für 2,5 Wochen eine zu große Fahrstrecke und dadurch zu wenig Zeit an den sehenswerten Stellen bleibt, ist auch die Gruppe größer, und ich beglückwünsche uns innerlich, die für uns richtige Route und Gruppengröße ausgewählt zu haben. Um 13:00 h sind wir wieder im Moremi. Christian und ich gönnen uns eine belebende Dusche und um 16:00 h startet ein neuer Gamedrive, auf dem wir wieder reichlich Tiere sehen: Zebras, Hippos, Elefanten, zwei Krokodile, Moorantilopen, Kudus und von der Vogelwelt sind afrikanische Rohrweihen, zwei Gabelracken, Graureiher, Rotschnabeltokos und ein Nilgänsepaar vertreten. Die Höhepunkte sind zwei ca. 2-3 Monate junge Löwen, die sich allerdings schnell verziehen, als wir näher kommen und –schon in der Dämmerung- ein männlicher Löwe, der vor einem Busch liegt. Vorher gab es natürlich wieder einen Sundowner. Es ist stockdunkel, als wir um 19:05 h unsere Campsite erreichen. Nach dem Abendessen unterhalten wir uns mit Chimney, wobei die Schweden früher als wir anderen die Bettkarte stempeln.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200612. Jan. 2009 · #20
Freitag, 03.10.2008 Moremi- Savuti Nachts waren vereinzelt Hippogeräusche zu hören, die nicht weiter meinen guten Schlaf gestört haben. Munter stehe ich somit um 05:30 h auf, alle Sachen wieder zusammengepackt, gefrühstückt und um 07:15 h verlassen wir traurig Moremi, wo es uns sehr gut gefallen hat, über die North Brigde. Unweit der Flugbahn sehen wir zwei entfernte Jeeps, die irgendetwas entdeckt haben. Chimney erfährt über Funk, dass sie Löwen beobachten, aber es dauert eine ganze Weile, bis auch wir die vier endlich sehen. Einer ist etwas im Gesicht verletzt. Auf der Weiterfahrt geht es ein Stück am Kwai-Fluss entlang, gerne hätte ich hier wieder länger gehalten und die zahlreichen Impalas und Baboons beobachtet. Auch diverse Hippos, Moorantilopen, Elefanten und ein Hornrabe sind auszumachen. Um 10:35 h sind wir am Mahabe Gate, deren Toiletten leider kein Wasser haben. Gegen Mittag halten wir in der Wildnis und essen, was Enock und Chica in aller Herrgottsfrühe fertig gemacht haben. Danach geht es sehr holprig und sandig weiter, bis wir um 13:30 h an unserem nächsten Camp eintreffen. Die Zelte sind schon aufgebaut und jeder versucht, ein Schattenplätzchen zu finden, was schwierig ist, denn es gibt kaum Schatten. Es sind ein paar niedrige Büsche da, aber ansonsten gibt es nur Sand in Hülle und Fülle. Wir nutzen die Gelegenheit, uns mal wieder mit Enock auszutauschen, während Chimney im ca. 2 km entfernten öffentlichen CP Wasser holen fährt. Nach dem Kaffeetrinken starten wir zur ersten Pirschfahrt in der Savuti-Sektion. Eindrucksvoll sind die vielen Felsen vulkanischen Ursprungs sowie einige Baobabs, die jedoch nicht so groß sind wie die Baines Baobabs. Die Fahrt im ausgetrockneten Savuti Channel ist sehr ruppig, und die Tierwelt ist bei weitem nicht so zahlreich vertreten wie im Moremi. Wir begegnen einigen Gnus, einer Zwergmanguste, an Vögeln kann ich Raubadler, Schopffrankolin und Rotschnabelfrankolin „abhaken“. Auch am Wasserloch spielt sich nicht viel ab: ein Elefant und, als dieser seinen Durst gestillt hat, Wildhunde. Um 18:30 h kehren wir dem Wasserloch den Rücken und sind 10 Minuten später an unserem Schlafplatz. Nach einer erfrischenden Dusche füllen wir unsere Mägen, bevor wir um 21:30 h in unseren Zelten verschwinden