kobra2Themenstarter409 Beiträge · seit 200715. Feb. 2008 · #161Hallo Barbara,
da hast du uns ja was Schweres aufgetragen.
Geht dein Rätsel in Richtung Amphibien? Hab da etwas im Auge..
Gruß
Uli
Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben.
Bhekisisa468 Beiträge · seit 200715. Feb. 2008 · #162Sorry, Uli, aber du kannst die Amphibien wieder aus dem Auge nehmen. Ist sicher auch nicht so angenehm 😉 Das Vieh, das ich suche, trägt sich aber auch nicht wie ne Kontaktlinse...
Vielleicht noch ein Hinweis: Das Tier, zu dessen Dezimierung das "meinige" mal angedacht war, wurde erst vor kurzem hier im Thread gesucht!
(Was hattest du denn amphibientechnisch im näheren Fokus, mal so aus Neugier gefragt?)
Grüße von Barbara
AloeVera207 Beiträge · seit 200815. Feb. 2008 · #163Hallo,
klingt irgendwie nach einem Insekt - vielleicht ein "Bär"?
Muss mal weiter suchen,
Gruss
Lilly
kobra2Themenstarter409 Beiträge · seit 200715. Feb. 2008 · #164Hallo Barbara,
hatte ursprünglich mal die Aga-Kröte im Visier, weil die verschiedentlich auch schon wegen Ungeziefer-Dezimierung eingesetzt wurde.
Gruß
Uli
Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben.
GLGlobi182 Beiträge · seit 200715. Feb. 2008 · #165Also Barbara,
habe Null Ahnung was Du suchst.
Würde mich mal interessieren wieviel Kilo Insekten so ein Bär fressen muss um satt zu werden?:S
LG:Dirk
Bhekisisa468 Beiträge · seit 200715. Feb. 2008 · #166Hallo, Ihr lieben Rätsler!
Ja, ich gebe zu, es ist ein schweres Rätsel, wohl nicht zuletzt deswegen, weil es sich, wie Lilly schon richtig vermutet hat, um ein Insekt handelt; noch dazu um ein wenig „prominentes“.
Aber die Familie, die ich suche, ist mit mehreren tausend Arten weltweit vertreten, davon mit einigen hundert im südlichen Afrika. Allein das ist schon ein Grund, der mein Interesse an diesen Tieren geweckt hat. Und es gibt noch viel mehr Interessantes zu vermelden.
Ich weiss, wie fuchsig einen das machen kann, wenn man bei so einem Rätsel nicht weiter kommt. Da ich über’s Wochenende abtauche, will ich euch nicht einfach so stehen lassen und überlege gerade fieberhaft, welche Infos ich noch preisgeben soll...
Versuchen wir’s mal damit:
- Männchen und Weibchen haben einen recht unterschiedlichen Körperbau; man würde sie weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick als „Mann und Frau“ einstufen
- Die gesuchten Insekten, vor allen Dingen die Weibchen, haben extrem erfolgreiche (passive und aktive) Verteidigungsmechanismen entwickelt; die Männchen profitieren eher von dem wehrhaften Ruf der Weibchen in der Feindeswelt. Und nicht nur die Männchen. Auch andere Insektenarten, die optische Merkmale meiner Weibchen tragen, machen sich diesen Ruf zu Nutze
- Das Abwehrkonzept besteht aus mehreren Komponenten: Körperbau, optische Erscheinung, Fähigkeit zur Erzeugung akustischer und chemischer Signale. Ein Fressfeind, der mit einem meiner Weibchen schon mal Bekanntschaft geschlossen hat, denkt sich beim nächsten Mal: Oh Scheiße, Punkte, Brummen, Schnarren, Zirpen, danke, nein. War schwer zu knacken, hat gestunken und außerdem noch ordentlich Aua gemacht.
Das hört sich jetzt alles recht monströs an, doch die lieben Viecher werden nicht größer als ca. 2 Zentimeter und sind eher unspektakulär gefärbt.
Noch was: es gibt sogar einen Musiktitel, der so lautet wie der englische Name des gesuchten Insekts. Da bleibt dem Vogel Strauß vor Staunen doch die Erdbeere im Halse stecken, oder?!
Schlagt mich, wenn ich euch jetzt das Wochenende versaut habe, aber das Wetter soll sich eh in Grenzen halten...😊
Liebe Grüße von Barbara, die schon auf Montag gespannt ist
Joerg3'175 Beiträge · seit 200616. Feb. 2008 · #167meinst du ein mitglied der Myrmeleontidae Familie?
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
AfricanDreams594 Beiträge · seit 200616. Feb. 2008 · #168Was könnt das bloß sein? 😕
Zu Punkten und Musiktitel des englischen Namen's fällt mir nur "Ladybird" also der Marienkäfer ein. Geben tut's denn zwar überall, aber 2cm groß und Weibchen ganz anders als die Männchen...hmmm, ich denk eher nicht.
Vielleicht meinst Du aber eine der vielen Schlupfwespen-Arten? Aber welche?????????
AloeVera207 Beiträge · seit 200816. Feb. 2008 · #169Hallo,
eine weitere Möglichkeit wäre eine Wolfspinne
Pardosa lugubris.
Lugubri heißt auf Latein mitleidserregend, auf englisch heißt sie Wolfspider und es gäbe auch eine Musikband. Jedoch ist sie kein Insekt, hätte aber die passende Größe, Outfit, Waffen etc. 😁
Was Amnesty International von ihr will, weiß ich jedoch auch nicht 🙄
AloeVera207 Beiträge · seit 200816. Feb. 2008 · #170Hallo Barbara,
so, hier passt jetzt eigentlich alles zusammen:
Ameisenwespe - velvet ant - Fam. Mutillidae
mutillidae = (körperlich )behindert,, beschädigt
ant = (engl) Ameise, ist aber eine Wespe
Die Weibchen stechen und sind flügellos, die Männchen aber nicht, weißgepunktet, 2cm groß und wurden zur Bekämpfung der Tse Tse Fliege eingesetzt.
Dann gibt es noch den Titel "velvet ant" von Clouddead,
meinst Du das reicht??
LG
Lilly 🙁
Bhekisisa468 Beiträge · seit 200718. Feb. 2008 · #171Lilly, Bingo, du hast in allen Punkten recht! Gratuliere! Das gesuchte Tier ist die Ameisenwespe. Sie gehört zur Familie der Hautflügler (Hymenopterae), Unterordnung Taillenwespen und dort zur Überfamilie der Ameisenwespen. Der wissenschaftliche Familienname lautet „Mutillida“, was soviel wie „verstümmelt“ bedeutet. Der englische Trivialname „Velvet Ant“ bezieht sich alleinig auf die optische Erscheinung der Weibchen, die eher großen, pelzigen Ameisen gleichen denn Wespen. Dennoch sind es keine Ameisen (Formicidae), was auch klarer wird, wenn man die dazugehörigen Männchen sieht. Die haben nämlich, im Gegensatz zu den Weibchen, Flügel, können damit auch fliegen und zeigen das typisch vespoide Flugbild.
Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte man, dass bestimmte Arten der Mutillidae Tsetsefliegennachwuchs parasitieren. Das Thema Tsetsefliegen hatten wir ja erst kürzlich in diesem Thread, unter anderem wurde angemerkt, dass Tsetses lebendgebärend sind. Das sind sie auch irgendwie, aber eben nicht richtig. Der Biologe bezeichnet diese Spezialform als „Larviparismus“ (im Gegensatz zum echten „Viviparismus“). Genau darin bestand u. a. die Schwierigkeit beim Einsatz der Killer-Mutillen gegen die Tsetseplage, so dass man das Vorhaben bald wieder aus den Augen verlor.
Besonders interessant bei den (weiblichen) Ameisenwespen sind die Abwehrmechanismen, mit denen sie sich vor Fressfeinden schützen:
- Sie sind nicht besonders auffällig gefärbt, tragen aber 2 bis mehrere unübersehbare weiße Punkte auf einem schwarzen Hinterleib und setzen damit schon mal ein deutliches optisches Signal. Das wirkt auf uns Menschen nun nicht so warnend wie z. B. die grellen Farben manch anderer Insekten, aber die Fressfeinde, die sich schon mal an einem Mutillida-Weibchen versucht haben, prägen sich das ein.
- Hinzu kommt, dass die Weibchen einen sehr „bissresistenten“ Körperbau haben. Bei ihnen ist der Thorax mit dem ersten Segment des Hinterleibes zu einem Stück verschmolzen, sensible Naht- und Bruchstellen haben sich weitestgehend wegevolutioniert; der Bruchfestigkeit zuliebe wurde sogar der Flugapparat über Bord geworfen. Der verbleibende Rest des unverschmolzenen Hinterleibes, abgetrennt durch die nach hinten verschobenen Wespentaille, besitzt zudem noch stabilisierende Chitinverstrebungen. Unter anderem ist auch dieses extrem stabile Ectoskelett dafür verantwortlich, dass die Lebensdauer der Mutillida-Weibchen wesentlich höher als die der Männchen ist.
- Nur die Weibchen sind in der Lage zu stechen. Das injizierte Zeug ist vergleichsweise harmlos, wenig toxisch und nicht darauf ausgelegt zu töten, macht den Stich aber extrem schmerzhaft und somit auch nachhaltig erinnerbar für Fressfeinde.
- Ein weiterer Punkt im Arsenal der Verteidigungswaffen ist akustischer Art: Frau kann Geräusche erzeugen. Mutillidenmännchen können das auch, tun es aber, so weit ich eruieren konnte, nur während der Kopulation. Anders bei den Weibchen, denn da wird Laut gegeben, wenn man aufgeregt ist; also auch, wenn man bedroht wird. Hervorgerufen wird das Geräusch durch das Reiben zweier beweglicher Körperflächen, der Biologe nennt das Stridulation. Wie das im einzelnen funktioniert, wo genau das „Waschbrett“ zum Lärmmachen bei den Mutillidae sitzt, wie genau sich das Geräusch anhört und ob wir Menschen es überhaupt hören können, hat sich mir noch nicht wirklich erschlossen. Aber es ist wissenschaftlich erfasst und tut, was viel wichtiger ist, auch seine beabsichtigte Wirkung, nämlich warnen und abschrecken.
- Es gibt noch eine letzte Waffe, die einzusetzen eine Ameisenwespe in der Lage ist: Geruch, also ein chemisches Signal. Über spezielle Drüsenzellen wird ein Sekret abgesondert, das leicht flüchtige Substanzen enthält und, wenn sich diese in die Lüfte erheben, üblen Geruch in die Nase des Feindes steigen lassen. Das ist nicht ungewöhnlich für Insekten, aber, alles zusammengenommen, finde ich die Ameisenwespen schon sehr faszinierend. So klein, so unscheinbar und doch so speziell.
So speziell, dass die Männchen der Mutillidae zur Verteidigung scheingefechtstechnisch ihrHinterteil einsetzen, obwohl sie nicht stechen können. Der erfahrene Fressfeind sieht die weißen Punkte (die haben Männchen auch), riecht den selben Geruch (...) und schon ist das Männchen gerettet.
Auch andere Insekten nutzen gerne mal den wehrhaften Ruf der Mutillida-Weibchen und geben sich optisch recht ähnlich, so z. B. die Buntkäfer (Cleridae). Völlig anders konstruiert, ganz andere Familie, aber erfolgreiche Trittbrettfahrer. Find ich faszinierend!
So, jetzt hab ich mich ausgeschwallt und hoffe, euch nicht gelangweilt oder gar gebesserwissert zu haben. Ich finde das halt alles immens interessant und will immer alles genau wissen...
Ach ja, die Bemerkung mit der Musik:
Der Titel heißt „The Velvet Ant“ von Clouddead auf deren 2004er Album „Ten“. Wer’s hören mag, dem gefällt’s, wer nicht auf Hiphop steht, dem nicht.Das Lied hat nicht wirklich mit der Ameisenwespe zu tun, aber die Zeile „strawberry in an ostrich throat“ finde ich dann doch erwähnenswert...
So, Lilly, nach deinen erfolgreichen Recherchen bist du jetzt dran!
Liebe Grüße von Barbara
kobra2Themenstarter409 Beiträge · seit 200718. Feb. 2008 · #172Hallo Barbara,
Hut ab, bei dieser ausführlichen Erklärung drängt sich ja fast der Verdacht auf du wärst eine Biologin oder was Vergleichbares..B) 😎
@Lilly: Glückwunsch😜 In diese Richtung hatte ich gar nicht gedacht..
Gruß
Uli
Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben.
AloeVera207 Beiträge · seit 200818. Feb. 2008 · #173Hallo Barbara und Uli,
vielen Dank für die "Blumen", und dir, Barbara, noch einen extra Dank für diese ausführliche und vor allem interessante Beschreibung!
Tja, ich hatte mir für den Fall der Fälle tatsächlich schon etwas ausgedacht, aber bei einer richtigen Biologin......
Probier m'as mal:
Also, mein "Tier" ( natürlich aus Namibia ) ist der Goliath unter den Davids.
Und:
in seinem wissenschaftlichen Namen verbirgt sich etwas Leckeres zum Trinken.
Vielleicht ist es auch zu einfach, !?!?B) 😠 😛
Dann mal los,
viel Spass
Lilly
GLGlobi182 Beiträge · seit 200718. Feb. 2008 · #174
AloeVera207 Beiträge · seit 200818. Feb. 2008 · #175Hallo Dirk,
bitte noch ein b i s s c h e n kleiner,
aber sonst hast du ja ein imposantes Geschütz aufgefahren!
LG Lilly
🤢
GLGlobi182 Beiträge · seit 200718. Feb. 2008 · #176Hallö,
habe das Bild stark vergrößert,sonst sieht man ja nix.😜
LG:Dirk
Bhekisisa468 Beiträge · seit 200718. Feb. 2008 · #177Halt, stopp, hier muss ich einschreiten, damit sich da nix verbreitet, was nicht so ist: Ich bin KEINE Biologin, gehöre vielmehr der Familie der Graphicoidae ssp. Typographicoidae an! Trotzdem danke, dass man mir die Biologin zugetraut hätte...
@Globi: Petrophaga lorioti (ssp pschyremblii) 😉
Grüße von Barbara
AloeVera207 Beiträge · seit 200818. Feb. 2008 · #178Hallo Barbara,
großes oder kleines Latinum?
Und, welche Ausgabe Pschyrembel hast du, wir haben die 256.
"Spass" beiseite,
Ein weiterer Tip:
Er, Sie, Es ist meistens nass, d.h. "das Meer schmückt sich mit dieser Perle - = Teil des deutschen Namens".
Gut Nass!!
LG Lilly
AloeVera207 Beiträge · seit 200819. Feb. 2008 · #179Guten Morgen zusammen,
hmmm, geht ein bisschen schleppend,
daher hier noch ein Hinweis:
in seinem lateinischen Namen bekennt er,sie,es sich zu seinem Heimatland/Fundort.
Alles klar?!?
LG Lilly
Bhekisisa468 Beiträge · seit 200719. Feb. 2008 · #180Hi Lilly!
Das große und die 256. Ausgabe... 😎
Mhm, geht echt ein bisschen schleppend! Beim ersten Frageteil dachte ich zunächst mal an den Malachit-Nektarvogel, als die Sache mit dem Meer kam, war der erste Gedanke an eine Perlauster. Jetzt bin ich auf einer ganz anderen Spur. Aber vielleicht möchte auch jemand anders lösen?!? Deshalb warte ich noch ein wenig, mache mir in aller Ruhe ein Mixgetränk aus Tequila, Curaçao und Limetten 😉 und trinke auf Namibia!
Morgen, wenn ich wieder ausgeruhte Augen habe und auch ganz kleine Sachen wieder besser sehe, kommen wir zum Kern der Sache, wenngleich das bei diesem Thema ein wenig schwierig sein dürfte...
Liebe Grüße von Barbara, die einfach den Mund nicht halten kann 😊