Frühstück mit Giraffen Mai 25

Reisebericht 334 Antworten · 24,3k Aufrufe · gestartet 02. Juni 2025 von Nacho
Themenstarter992 Beiträge · seit 202315. Juli 2025 · #161
Liebe Sonja,
leider ist mein RB in die Sparte Botswana gerutscht. Das war nicht beabsichtigt und ich kann es leider nicht ändern.
Vielen Dank für deine sehr lieben Worte und für die lobende Anerkennung. Es freut mich sehr, dass du Spaß am Lesen hast. Den ganzen Bericht auf einem Rutsch zu lesen ist ganz schön sportlich 😄

Mir geht es auch so, dass ich andere Berichte nutze um mich inspirieren zu lassen und wenn dann jemand etwas über Orte und Lodges schreibt, die auch auf meiner Wunschliste stehen, sind sie doppelt interessant.

Die Planungsphase ist schon wie die Vorspeise vor dem Hauptgang. Ich wünsche dir viele Inspirationen und Appetithäppchen und dass du dir mit Reiseberichte lesen, die Wartezeit angenehmer machen kannst, bis der Kalender sagt, dass es Zeit zum Koffer packen ist.

Vielen herzlichen Dank, dafür, dass du dich gemeldet hast.
Liebe Grüße, Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
Themenstarter992 Beiträge · seit 202317. Juli 2025 · #162
Fortsetzung

Das Farmland mit seiner Weite wird von den Naukluft -Bergen förmlich umarmt. Die Felder sind üppig bewachsen mit dem filigranen Silbergras. Es hat schon einen gelblichen Farbton und suggeriert reife Kornfelder. Hin und wieder beleben saftig grüne Bäume die Landschaft.

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Doch so faszinierend es hier aussieht, die Tierwelt hält sich bedeckt. Nur ein paar Zebra-Badewannen zeugen von ihrer Existenz und diverse Antilopen-Köttel davon, dass hier auch tierisches Leben unterwegs ist.

Die meisten sind im Moment – zumindest hier- eher als Einzelgänger unterwegs. Ganz unerwartet taucht plötzlich ein Schabrackenschakal weit vor uns auf dem Weg auf. Er schaut kurz in unsere Richtung – zu kurz leider für ein Foto –, dann dreht er ab, springt ins hohe Gras und ist wie vom Erdboden verschluckt, verschwunden.

Ganz in der Ferne können wir ein paar schwarze Punkte ausmachen. Rolf sagt, es seien Gnus und versucht sich ihnen zu nähern. Aber ihr Fluchtreflex lässt keine Annäherung zu, die eine Beobachtung interessant machen könnte.
Ein Weilchen später steht ein stattlicher Oryx-Bulle im bauchhohem Gras- stolz, wie in die Landschaft gemalt. Das gäbe eine tolle Nahaufnahme, wenn ich nicht mit den begrenzten Möglichkeiten des Handys leben müsste.

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Schließlich entdeckt Rolf einen „Busch mit Giraffenkopf“. Er fackelt nicht lange rum, und fährt querfeldein, um dem Tier näher zu kommen. Nach und nach wachsen noch zwei weitere Köpfe aus dem Gebüsch. Nach einer Kurve sehen wir sie in ihrer ganzen Größe. Sie dulden uns auf respektvolle Distanz. Wir dürfen ihnen eine Weile zusehen und ihre sanften, eleganten Bewegungen beobachten.

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Mein persönliches Highlight ist ein zweiter Schakal, der uns die Ehre gibt. Er sitzt herzallerliebst, niedlich und ruhig im Feld. Ein märchenhaftes Bild. Er sitzt da ganz entspannt, als würde er das Fotoshooting genießen. Ich kann ihn in aller Ruhe fotografieren. Dann steht er auf und wendet sich ab, bleibt aber noch einmal stehen und dreht sich um, so als würde er mich fragen wollen, ob ich vielleicht noch ein letztes Foto von ihm machen möchte. Meine Güte, das Tier ist so goldig. Mir läuft das Herz über. Nachdem er seinen Abendspaziergang wieder aufnimmt, fahren auch wir weiter, hinein in einen Sonnenuntergang, dessen Farben mich restlos begeistern.

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Ein unverschämt guter Duft wabert aus der Küche bis zum Parkplatz herüber. Sofort meldet sich mein Hungergefühl, und die Vorfreude aufs Dinner steigt beträchtlich.
Es schmeckt hervorragend. Wir sitzen mit Martina und ihren vier Herzbuben an der langen Tafel. Anfangs drehen sich die Männergespräche noch um ihre To-do-Liste. Doch dann kommt das Fahrtraining zur Sprache. Mein Uwe wirft einen Witz ein – und zack, ist das Eis gebrochen. Die Ababis-Männer vergessen ihre To-Do-Liste und schalten in den Modus: Lockeres Plaudern um. Schon beginnt ein Schlagabtausch, bei dem unsere Lachmuskeln bis zum Schmerzpunkt zum Einsatz kommen.

Robert, der morgen das Fahrtraining mit uns übernimmt, bereitet uns mental schon einmal auf den „Todeshügel“ vor. Martina ist das unangenehm – sie fordert mütterlich eine andere Bezeichnung für den Hügel. Es gab dort tatsächlich einmal eine brenzlige Situation, und sie möchte nicht, dass wir Angst bekommen. Aber zu spät – jetzt geht uns schon die Flatter. 😮 Die Männer haben echt einen rabenschwarzen Humor.

Irgendwann bringe ich die Frage ins Spiel, die mir immer noch keine Ruhe lässt: Was war das für ein „Schlängerl“ auf Koiimasis? Ich zeige mein Foto – und sofort habe ich, oder besser gesagt das Bild, ungeteilte Aufmerksamkeit

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Alle sind erpicht darauf, das Rätsel zu lösen. Martina holt eine „Schwarte von Buch“ aus dem Regal, die sich hervorragend fürs Mucki-Training eignen würde. Es wird verglichen, diskutiert, geblättert – ganz sicher ist man sich nicht. Aber am wahrscheinlichsten, so die Expertenrunde, handelt es sich um eine Bergotter.

Rolf, der zum festen Inventar der Ranch gehört, mahnt uns beim Thema Schlangen zur Vorsicht. Insbesondere gilt seine Sorge den Haustieren. Jetzt sei Puffotter-Zeit, und kurz vor dem Winter würden die Tiere besonders angriffslustig werden.
Na klasse – danke, Rolf. Das beruhigt mich jetzt ungemein. Diese Viecher sieht man ja so gut. Und ist das nicht die Spezies, die sich eingräbt und hinterhältig auf Beute lauert, also keineswegs flüchtet, wenn menschliche Schritte ein Schlangen-Erdbeben auslösen? Joa, jetzt Ich fühle mich doch gleich viel sicherer. Auf zum nächsten Spaziergang.
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zuletzt bearbeitet 17. Juli 2025
Themenstarter992 Beiträge · seit 202319. Juli 2025 · #163
15. Mai

Heute steht nun also das Fahrtraining auf dem Programm. Wir sind mächtig gespannt was auf uns zukommt. Am Frühstückstisch sitzen wir wieder in derselben dominierenden Männergesellschaft wie gestern Abend.
Der schwarze Humor ist ausgeschlafen, frisch und munter unterwegs. Die Sprüche fliegen quer über den Tisch, mal trocken, mal deftig, aber immer auf unserer Wellenlänge. Die haben sich hier wirklich gesucht und gefunden – und nachdem das Eis gebrochen ist, fühlen wir uns inzwischen, als würden wir dazu gehören.

Um halb zehn startet der theoretische Teil des Offroad-Unterrichts für Uwe. Ich setze mich dazu und darf sogar Fragen stellen. Aber wenn ich ehrlich bin, könnte man mir genauso gut Chinesisch beibringen wollen. Ihr wisst ja, wie sprachbegabt ich bin … und in technischen Belangen ist meine Lernfähigkeit ebenfalls- sagen wir ausbaufähig.
Im Großen und Ganzen bleibe ich also lieber stille Teilnehmerin.

Heute arbeite ich quasi als Undercover-Detektivin und sammle mit Kamera bzw. dem Smartphone fleißig Beweisfotos. Nach einer Stunde Theorie über Technik, Traktion und das richtige Timing – also: Wann drückt man welchen Knopf, und wozu eigentlich? – geht’s raus ins Gelände. Jetzt wird es auch für mich interessant!

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Zuerst tuckern wir gemütlich über harmlose Feldwege dahin – das ist sozusagen das Warm-up für Mensch und Maschine. Ein bisschen wie, wenn man seine Frau nach vielen Jahren ganz neu kennenlernt.

Dann wird’s spannender: Ein trockenes Flussbett mit sowohl steinigen als auch tiefsandigen Passagen wartet auf sein erstes Date.
Die Natur hat hier ganz unaufgefordert eine Offroad-Teststrecke für Ababis gebaut. Cool, oder?
Uwe übt das Fahren über grobe Steine und kämpft im Sand darum, in der Spur zu bleiben – was als stiller Zuschauer gar nicht so schwer aussieht, ist hinterm Steuer eine ganz andere Hausnummer.

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Dazu haben unsere Reifen auch noch zu viel Luft im Bauch. Das macht’s deutlich schwieriger, aber genau darum geht’s ja heute. Luft rauslassen wäre viel zu einfach, findet Rolf– wo bliebe da der Spaß? Also: Uwe hat zwar gelernt, dass man für die Sandfahrt den Reifen pupsen lässt, aber zum Üben ist der Schwierigkeitsgrad nicht verkehrt.

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Im Tiefsand kommt der Befehl: Jetzt Vollbremsung – und dann Gaspedal bis zum Anschlag durchtreten. Uwe weiß, was passieren wird. Aber er tut, was ihm geheißen wird – erst zögerlich, dann mit vollem Bleifuß. Ich sehe live dabei zu, wie sich der Hilux bis zur Türschwelle eingräbt. Rolf ist zufrieden: Mission erfüllt.
Uwe darf aussteigen, und wir bewundern gemeinsam, wie tief sich unser Wägelchen in den Sand gebuddelt hat. Aus so einem tiefergelegten Offroader steigt man übrigens mit 60 nicht mehr ganz so elegant wie vor zwanzig Jahren – aber hier müssen wir ja niemandem imponieren. Und Rolf dürfte nicht zum ersten Mal dabei zusehen, wie sich ein alter Knochen aus der Kiste schält.

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Wir stehen vor dem Wagen, und sehen wie tief die Reifen im Sand stecken und wir warten auf den Befehl: Schaufeln aus dem Auto holen und buddeln. Ich denke, Rolf zeigt uns wie man sich richtig freischaufelt, wenn der Sand immer wieder nachrutscht, oder dass Sandbleche zum Einsatz kommen. Aber nö, so ein Gedöns brauchst du gar nicht, wenn du mit einem Hilux unterwegs bist und weißt, was er kann.
Rolf führt Uwe lediglich vor, wie man buddeln müsste, falls es der Hilux mal nicht schaffen sollte.

Die Schaufel-Akrobatik bleibt uns also heute erspart. Uwe darf wieder einsteigen und plumpst wie eine Kartoffel in den Sitz. Das sei nur am Rande erwähnt.
Dann darf er sich an der Technik austoben und alles einsetzen was der Wagen zu bieten hat. Wir staunen nicht schlecht, als wir sehen, wie souverän sich der Hilux von allein aus dem Sandkasten befreit.

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Und damit zur wichtigsten Lektion des Tages:
Es kommt nicht in erster Linie drauf an, was der Fahrer kann, sondern dass er weiß, was der Hilux kann. Das allein gibt dir das Gefühl: Egal wie herausfordernd ein Gelände ist, der Hilux schafft das. Sofern man nicht gänzlich ohne Sinn und Verstand unterwegs ist. Und sollten wir ihn doch einmal mit einer Schaufel unterstützen müssen, lernen wir, dass wir den Sand vor dem Reifen gut vermöbeln müssen, damit er sich festigt und wieder Grip serviert.

So, Sandfahrt ist abgehakt. Weiter geht es im Programm.
Jetzt kommt die Schrägfahrt.
Was von außen betrachtet noch nicht den Blutdruck tangiert, fühlt sich am Steuer an wie eine Gradwanderung kurz vor dem Umkippen. Ich überlege, ob wir je freiwillig so eine schräge Tour fahren würden.
Aber wer weiß, ob wir nicht einmal zu einem Umweg gezwungen werden, der unsere Nerven auf diese Weise zum Kitzeln bringt. Wenn ich mir vor Augen halte, wo wir schon auf Game Drives schräg in die Flussbetten oder wieder rausgefahren sind, ist so eine Situation vielleicht doch nicht so abwegig. Ich könnte mir schon vorstellen, dass man im Ernstfall frische Unterhosen braucht, wenn man das noch nie geübt hat.
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zuletzt bearbeitet 19. Juli 2025
Themenstarter992 Beiträge · seit 202319. Juli 2025 · #164
Fortsetzung

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Als nächstes werden Steilfahrten rauf und runter geübt. So stelle ich mir die Strecke von Nossob nach Bitterpan im KTP vor. Dann ist es ja gut, dass wir das heute üben, denn im Februar werden wir unseren Dünenritt im KTP antreten.
Beim Runterfahren bin ich fast sicher, dass unser Kühlergrill mit dem Boden flirtet und nicht mehr viel für einen Kuss fehlt. Rauf hat die Fahrt was vom Sitzen auf einem Gynäkologen-Stuhl.
Nicht unbedingt mein Lieblingsplatz, aber wenn schon Offroad, dann mit Tiefgang.

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Jetzt geht es in die Grube. Nachdem wir schon Schräg und Steil gefahren sind, macht das keinen allzu großen Unterschied im Fahrgefühl. Mit Allrad und Untersetzung meistert das Uwe weitgehend mit Links.

Als nächstes steht Achsenverschränkung auf dem Programm – quasi Yoga für unser Fahrwerk. Dafür spendiert uns Ababis eine Strecke mit besonders gemeinen Bodenwellen, die jede Achse einzeln ins Schwitzen bringen.
Während eine Seite unseres Wägelchens brav auf dem Boden bleibt, wird die andere ordentlich gedehnt und gestreckt – und das gleichzeitig. Das ist Achsen-Yoga vom Feinsten. Die Verschränkung zeigt uns, wie beweglich unser Fahrwerk wirklich ist, wenn die Achsen unterschiedlich stark belastet werden – ich bin ein bisschen neidisch.

Um zu vermeiden, dass das Fahrwerk übermotiviert federt oder sich gar einen Leistenbruch zuzieht, kriecht Uwe so langsam über die Wellen, dass man meinen könnte, er hat den Rückwärtsgang eingelegt. Die Mechanik arbeitet an ihrer Belastungsgrenze, und genau das ist von Rolf beabsichtigt: Wir lernen, wie man solche Situationen meistert, ohne dass es knackt, kracht oder teuer wird.

Letzte Übung "Erdbeben-Fluchtweg"
Ein etwa 40 cm breiter Riss zieht sich quer über den Weg. Meine Fantasie projiziert eine Szene wie aus einem Film – ich sehe vor mir eine aufgerissene Fahrbahn nach einem heftigen Beben. Was hier nur eine kleine Vertiefung ist, könnte in einer Notsituation ein tiefer Riss sein. Ich glaube allerdings nicht, dass wir einen tieferen Riss versuchen würden mit dem Fahrzeug zu überwinden. Aber jetzt spielt mein Hirn einen Film ab. Hoffentlich ohne Aufsetzen und Drama.
Offroad könnte man schon mal auf einer Strecke unterwegs sein, die quer in die Fahrbahn eine breite und tiefe Furt gefressen hat.

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Und dann kommt der krönende Abschluss – die Königsdisziplin des heutigen Tages. Rolf schickt uns den vorangekündigten Todeshügel hoch. Ich kann es nicht glauben, dass wir da allen Ernstes hochfahren sollen. Es geht echt steil bergauf. Die Steilfahrten im Training hatten nicht mehr als Fahrzeuglänge. Jetzt aber geht’s auf einen richtigen Berg – mit Ausblick.
Ich fühle mich wieder wie auf dem besagten Gynäkologenstuhl – nur diesmal mit spektakulärem Panorama. Zwar müssen wir denselben Weg auch wieder runter, aber oben angekommen genießen wir erst mal die weite Sicht über die Naukluft Berge.

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Jetzt erzählt uns Rolf, wie der Berg zu seinem Namen kam: Bei einem früheren Training wurde rechts und links verwechselt, sodass das Fahrzeug in eine tatsächlich gefährliche Schräglage geriet – und nur um Haaresbreite dem freien Fall entgangen ist. Seitdem trägt dieser Anstieg seinen Namen nicht ganz zu Unrecht. Beim Runterfahren spüren wir wieder unseren Puls und das eine oder andere Mal halte ich die Luft an. Aber letztendlich kommen wir auch ohne Herzrhythmusstörungen wieder runter.

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Das Training inklusive Theorie dauert ungefähr viereinhalb Stunden. Danach fahren wir zurück zum Guesthouse. Ich möchte behaupten: Das Schwierigste am Training ist die mentale Herausforderung. Man muss seine Bedenken überwinden und der Technik einen Vertrauensvorschuss geben.
Fazit: Das Training war uns sowohl die Zeit als auch das Geld absolut wert. Wir hatten Privatunterricht mit echter Qualität, und der Aufenthalt hier in Ababis ist Wellness für Leib und Seele. Eigentlich sind wir nur wegen des Trainings hergekommen – aber wir bekommen weit mehr, als wir erwartet hatten.

Fortsetzung folgt
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Themenstarter992 Beiträge · seit 202319. Juli 2025 · #165
Fortsetzung 15. Mai

Den restlichen Tag verbringen wir entspannt auf der Farm, verarbeiten unsere Erlebnisse, freuen uns über die Fotos und Filmchen, genießen die Ruhe und das wunderbare Vogelgezwitscher – und schauen ein bisschen Natur-Doku.

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Während Uwe den Sonnenuntergang auf unserer Terrasse zelebriert, bin ich noch auf Fotopirsch im Garten unterwegs. Drei Vögel sitzen im Geäst – laut Heftchen sind es Graulärmvögel und ihre Tonlage macht dem Namen alle Ehre. Zwei von ihnen diskutieren und streiten sich heftig – dem einen gehen die Argumente aus, was ihn wohl dazu veranlasst, dem anderen einen ganzen Büschel Federn auszurupfen. Wenn es da mal nicht um eine Braut geht. Für den Pechvogel mit Loch im Frack dürfte die Brautsaison damit gelaufen sein. Dabei ist er eindeutig der Nettere, nur war ihm heute das Glück nicht hold.

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Pünktlich um 19.00 Uhr geht das Licht aus. Schlagartig ist es zapfenduster. Für den Weg zum Dinner brauchen wir unser „Nachtsichtgerät“ – sprich: die Taschenlampe. Der Mond verhüllt noch sein Pokerface. Dafür funkeln uns Abermillionen Sterne entgegen. Fast wie im Planetarium. Nur kostenlos – und schöner.

Beim Dinner ist das Essen beinahe Nebensache. Wir lachen viel, teilen Gedanken, reden über das Training und den Mut, den es braucht, um Hemmungen und Selbstzweifel über Bord zu werfen.

Einer der Männer meint trocken: „Glaubt mir – Rolf hat mit Sicherheit mehr gezittert als ihr.“ Und ehrlich gesagt: Das könnte stimmen. Wenn, dann hat er es gut vor uns verborgen. Rein äußerlich war er die Ruhe in Person. Fast schon abgebrüht.

Wie jeder Tag hat auch dieser ein Ende. Wir lassen uns in die Koje fallen und freuen uns auf einen neuen Tag und ein neues Abenteuer.
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637 Beiträge · seit 202319. Juli 2025 · #166
Danke für die ausführliche Beschreibung des Fahrtrainings. Das hört sich wirklich sehr interessant und gut an. Sollten wir vielleicht auch mal in Erwägung ziehen. Man weiß schließlich nie, wo man mal landet und so fühlt man sich doch ein bisschen sicherer.
Themenstarter992 Beiträge · seit 202320. Juli 2025 · #167
Melanie1982 schrieb:Danke für die ausführliche Beschreibung des Fahrtrainings. Das hört sich wirklich sehr interessant und gut an. Sollten wir vielleicht auch mal in Erwägung ziehen. Man weiß schließlich nie, wo man mal landet und so fühlt man sich doch ein bisschen sicherer.
Guten Morgen liebe Melanie,
uns hat das Fahrtraining echt Spaß gemacht und es ist wirklich was wert, wenn man einmal gefühlt hat wie es ist, steil oder schräg zu fahren, ohne dass etwas dabei passiert. Bei manchen Schräg und Steilfahrten denkt man tatsächlich, dass das Auto kippen oder aufsetzen könnte.
Allein die mentale Stärke ist was wert, wenn man sich schon mal mit Hilfe der Technik aus dem Sandkasten befreit hat und weiß, dass man nicht immer buddeln muss.
Unter Umständen befindet man sich in einem Park in dem man nicht aussteigen sollte, wenn man sich festgefahren hat. Was macht man dann? Wenn man es nicht besser weiß natürlich aussteigen und buddeln.

Ich meine, Conny hat in ihrem Bericht "Der Kreis hat sich geschlossen" erzählt, dass sie eine Löwin beobachtet haben und nicht merkten, dass direkt neben ihrem Fahrzeug ein anderer unter einem Busch lag. Genau deshalb ist in den Parks aussteigen verboten. Man sieht die Tiere eben nicht immer oder nicht rechtzeitig. Da ist es schon nicht schlecht wenn man weiß wie man sich ohne Aussteigen wieder ausgraben kann wenn man sich festgefahren hat.
Löwen müssen auch nicht unbedingt im Jagdmodus sein um anzugreifen. Territorialverhalten oder Beschützerinstinkt können auch einen Angriff auslösen. Daher würde ich mich nicht drauf verlassen, dass es in der Mittagszeit ungefährlicher sei, auszusteigen.
Leider kann man auf Ababis keine Wasser und Schlammfahrten üben. Das wäre noch das I-Tüpfelchen gewesen.

In Maun gibt es auch einen Anbieter, der Fahrtraining anbietet. Da ist dann sicher Schlamm und Wasser dabei. Das kann man allerdings nur buchen, wenn man auch den Leihwagen für die gesamte Reise dort bucht. Ich hatte die mal angeschrieben und diese Info erhalten.

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
Silvia
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324 Beiträge · seit 201820. Juli 2025 · #168
Hallo Silvia,

auch von mir danke für die Beschreibung des Fahrertraining. Ich hab es im Oktober vor mir und freu mich schon wie ein Kleinkind drauf 😁

Hattet ihr beide gebucht oder nur dein Mann und du konntest als Beifahrerin/Beobachterin einfach mitfahren?

LG Jens
06/2026: Botswana; 10/2025: Namibia, Botswana; 10/2023: Namibia, Botswana; 11/2018: Südafrika, Namibia; 06/2012: Südafrika; 11/2010: Namibia, Botswana
zuletzt bearbeitet 20. Juli 2025
Themenstarter992 Beiträge · seit 202320. Juli 2025 · #169
jekabemu schrieb:Hallo Silvia,

auch von mir danke für die Beschreibung des Fahrertraining. Ich hab es im Oktober vor mir und freu mich schon wie ein Kleinkind drauf 😁

Hattet ihr beide gebucht oder nur dein Mann und du konntest als Beifahrerin/Beobachterin einfach mitfahren?

LG Jens
Hallo Jens,
du freust dich zu Recht auf das Training. Das wird dir bestimmt großen Spaß machen und vor allem geht man auch ein bisschen stolz auf sich selbst aus dem Training raus. Sowas erleben die meisten von uns nicht alle Tage,

Ich fahre nicht selbst, daher haben wir das Training nur für Uwe gebucht. Bei der Theorie saß ich halt mit dabei und hab mir einen Vortrag auf "Chinesisch" angehört. Ich wollte alles nur aus der Beobachter- Perspektive miterleben, für Fotos und Filmchen. Wenn beide fahren möchten, kostet das Training glaube ich ein bisschen mehr, was ja auch berechtigt ist.

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
Silvia
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194 Beiträge · seit 201820. Juli 2025 · #170
Liebe Silvia!
Vielen Dank für den schönen Bericht! Ich bin noch nicht ganz "up to date" aber ich freue mich sehr über die schönen Bilder aus dem Süden Namibias. Das silbrig-grüne Gras, das sich wie ein Meer im Wind bewegt, ist so schön! Ich war das letzte Mal in 2023 in dieser Gegend, es herrschte Dürre und das Gras war überall bis auf die Grasnarbe abgefressen. Das ist so ein Unterschied!
Die Bilder vom Rundflug sind sehr beeindruckend!
Liebe Grüße
Stefanie
5 Jahre in Botswana, 3 Jahre in Sierra Leone, 1 Jahr in Lesotho außerdem Reisen in Namibia, Südafrika, Mozambique, Eswatini, Tansania und Äthiopien www.kalahari-calling.com
194 Beiträge · seit 201820. Juli 2025 · #171
PS.: Die C27 und das Wellblech! Es fährt sich wirklich besser, wenn man auf Wellblech Piste schneller fährt. Man fliegt dann quasi über die Wellentäler. Also mindestens 60-70 Std. Kilometer. Wenn man langsamer fährt, knallt man in jedes Wellental und es ist viel schmerzhafter! Und das kann bei jeder Piste passieren, dass sie, wenn sie viel gefahren wird Wellen entwickelt - dann muss die Straße wieder geglättet werden. Kommt also auch immer drauf, wann man eine Schotterpiste erwischt, frisch geglättet oder kurz bevor es wieder so weit ist... LG Stefanie
5 Jahre in Botswana, 3 Jahre in Sierra Leone, 1 Jahr in Lesotho außerdem Reisen in Namibia, Südafrika, Mozambique, Eswatini, Tansania und Äthiopien www.kalahari-calling.com
Themenstarter992 Beiträge · seit 202320. Juli 2025 · #172
kalaharicalling schrieb:Liebe Silvia!
Vielen Dank für den schönen Bericht! Ich bin noch nicht ganz "up to date" aber ich freue mich sehr über die schönen Bilder aus dem Süden Namibias. Das silbrig-grüne Gras, das sich wie ein Meer im Wind bewegt, ist so schön! Ich war das letzte Mal in 2023 in dieser Gegend, es herrschte Dürre und das Gras war überall bis auf die Grasnarbe abgefressen. Das ist so ein Unterschied!
Die Bilder vom Rundflug sind sehr beeindruckend!
Liebe Grüße
Stefanie
Hallo liebe Stefanie,
vielen Dank für dein nettes Feedback. Es freut mich, wenn dich meine Fotos ansprechen.
Das filigrane Gras war schon sehr beeindruckend, besonders am Anfang unserer Reise, als es tatsächlich noch weiß war und beinahe an Schneelandschaften erinnerte. Gegen Ende der Reise suggerierte es schon mehr reife Kornfelder. Aber ja, wenn es sich im Wind bewegt, sieht es wirklich aus wie Meereswogen.
Besonders schön fand ich es anzusehen, wenn es links und rechts der Fahrbahn entlang aussah, als hätte jemand Teppiche ausgerollt um die Pad zu säumen. In 22 sah es im März so aus wie dieses Jahr im Mai.
Die Dürrejahre dazwischen waren schlimm und ich bin sehr froh, dass viele Wasserspeicher dieses Jahr wieder gefüllt wurden.

Den Flug mit der Cessna werde ich sicher nicht mehr vergessen. Die Vogelperspektive war der Knaller und die grün bewachsenen Dünen unglaublich. Von Unten erahnte man das bei weitem nicht.

Liebe Grüße, Silvia
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Themenstarter992 Beiträge · seit 202320. Juli 2025 · #173
kalaharicalling schrieb:PS.: Die C27 und das Wellblech! Es fährt sich wirklich besser, wenn man auf Wellblech Piste schneller fährt. Man fliegt dann quasi über die Wellentäler. Also mindestens 60-70 Std. Kilometer. Wenn man langsamer fährt, knallt man in jedes Wellental und es ist viel schmerzhafter! Und das kann bei jeder Piste passieren, dass sie, wenn sie viel gefahren wird Wellen entwickelt - dann muss die Straße wieder geglättet werden. Kommt also auch immer drauf, wann man eine Schotterpiste erwischt, frisch geglättet oder kurz bevor es wieder so weit ist... LG Stefanie
Ja, wir mussten uns entscheiden, ob wir schwimmen oder reiten wollten. Schwimmen fand ich ehrlichgesagt sehr beängstigend. Ich habe mich nicht sicher gefühlt und weil ich das Uwe gesagt habe, ist er mir zuliebe teils langsamer gefahren, dafür wurde dann halt meine HWS strapaziert. Da kann man nur zwischen Pest und Cholera wählen. Reiten und Schütteltrauma oder Schwimmen mit dem Risiko, dass man in ein anderes Fahrzeug rutschen könnte.

Jetzt weiß ich jedenfalls was man sich unter einer anständigen Wellblechpiste vorstellen muss 😁
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Themenstarter992 Beiträge · seit 202322. Juli 2025 · #174
Sorry, leider wieder viel Text
16. Mai


Heute ist schon wieder Abreisetag. Beim Frühstück, zwischen Spiegelei und Speck, kommt das Gespräch noch mal auf die Puffotterzeit- Rolf liegt es arg am Herzen uns zur Vorsicht zu mahnen. Er ist in Namibia aufgewachsen, ein echtes Farm Kind mit einer Leidenschaft für Flora und Fauna, die ihres Gleichen sucht.
Von den Puffottern hatten wir es gestern schon und das Thema ist noch nicht so recht verdaut.
Rolf geht es hauptsächlich um den Schutz der Haustiere, also Hund und Katz, mir geht es mehr um den eigenen Kragen und ich werfe wieder einmal ein, dass ich im Ernstfall nicht wüsste was zu tun sei. Zumal ich die Viecher gar nicht unterscheiden kann. Ich könnte vielleicht noch sagen ob eine Schlange grün oder grau war, aber das wäre es auch schon mit meiner Expertise.
Also was tun im Ernstfall? Im Grunde weiß ich, dass es keine Antwort gibt, die ich als hilfreich empfinde.

Das Wichtigste sei, darin sind wir uns alle einig, die Ruhe zu bewahren…Ha,ha,ha…eine sehr lösungsorientierte Feststellung. Klar Aufregung und Panik treibt den Blutdruck hoch und der jagt dann das Gift noch ein bisschen schneller durch den Körper.
Aber sag mal zu jemanden der gerade gebissen wurde: Entspann dich, alles wird gut…

Hilfreich und zeitgewinnend wäre es aber tatsächlich, sich zu entspannen. Am besten nicht nur der Gebissene, sondern auch die Begleitperson.
Wir werden richtig kreativ und kommen zum Schluss, dass es sinnvoll wäre, immer ein paar schnellwirkende Drogen im Hosensack zu haben. So eine doppelte Dosis Valium macht den Schlangenbiss zu einem Kuss von deiner Freundin. Dann bist du bestimmt völlig tiefenentspannt und fühlst dich wie im siebten Himmel.

Nein im Ernst: Du kannst tatsächlich nur versuchen vielleicht mit Atemtechnik deinen Puls nicht hochjagen zu lassen, das betroffene Körperteil, wenn möglich unterhalb deines Herzens lagern, wenn es dir gelingt ein Foto machen oder dir so viele Details wie möglich zu ihrer Identifizierung merken und so schnell wie möglich Hilfe holen. Letzteres wird schwierig, wenn du gerade fernab der Zivilisation unterwegs bist. Sofortmaßnahmen wie schneiden, aussaugen, Tourniquet oder Gegengifte im Notfallset sind sehr umstritten.
Panik vor dem Fall der Fälle habe ich trotzdem nicht, denn nicht jeder Schlangenbiss trifft eine Ader und nicht jeder Biss wird mit Gift versetzt und es sind auch nicht alle Schlangen lebensbedrohlich gefährlich.
Es gibt deutlich mehr tödliche Unfälle als tödliche Schlangenbisse. Niemand kann sein Leben auch nur um einen Tag verlängern, als ihm bestimmt ist. Das ist meine Devise und danach lebe ich letztendlich mit aller gebotenen Vernunft.

Ach ja, bei unseren Lösungsvorschlägen müssen wir sogar bei so einem schwierigen Thema eine Runde lachen.
Und weil das Gespräch gerade lustig wird, hat Kathrin auch noch eine Story für uns.

Das sind übrigens die beiden Rhodesian Ridgebacks die hier leben. Damit es nicht ganz so textlastig ist 🤩

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Kathrin hat gestern ihre Kleidung für die bevorstehende Reise schon mal aufs Sofa gelegt. Einer der Hunde spürte wohl, dass da was in der Luft hing und für ihn roch es nicht nach Leberwurst.
Als Kathrin am Morgen in die gute Stube kam, lagen alle ihre Kleider auf dem Boden und der Hund in ganzer Länge auf dem Sofa. Ganz nach dem Motto: Was du mitzunehmen hast, müssen wir definitiv noch mal ausdiskutieren.

Zwei schöne, lustige und erlebnisreiche Tage auf Ababis gehen zu Ende. Wir checken aus und machen uns auf den Weg nach Swakopmund.
Aber nicht ohne vorher beim Designer Schrottplatz Solitaire einen Stopp einzulegen.

Uwe spendiert unserem Hillux einen Drink. Ich mache eine paar Fotos von den dekorativen Vehikeln, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Eins muss man ihnen lassen, sie sind trotz oder gerade wegen ihres Alters wahre Hingucker geblieben.

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Bevor Uwe wieder das Gaspedal bemüht, springe ich noch in die Bakery und hole Apfelkuchen für unterwegs.
Er hat schließlich den Ruf, der ‚Beste der Welt‘ zu sein. Das Geschmackserlebnis der Superlative bleibt für uns aber aus. Ich vermute, dass er ursprünglich nach Omas Rezept hausgebacken wurde, aber jetzt aufgrund der hohen Nachfrage im großen Stil produziert werden muss. Ich meine eher ein Rezept aus dem Großmarkt raus zu schmecken. Der Apfelkuchen von Solitaire trägt wohl inzwischen einen Kult-Mantel, den mitnehmen zu wollen, ist absolut okay. Aber die Erwartungen sollten vielleicht dem 22. Jahrhundert angepasst werden.

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Nach unserem Stopp im "Solitaire-Autowrak-Museum" geht`s weiter – über den Gaub Pass, der mich wieder einmal restlos begeistert. Die Landschaft ist atemberaubend schön. Der üppige Regen ließ überall das weiße Gras sprießen. Dessen Samen fliegt bereits durch die Luft und legt sich wie ein weißer flauschiger Teppich über den Boden und die Felsen.
Wir schlängeln uns mit mehreren Fotostopps über den Kuiseb Pass, vorbei am Canyon. Zum Reinfahren benötigt man ein Permit – wir haben heute weder ein Permit noch die Zeit dafür. Aber der Canyon hat Geschichte.

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Henno Martin und sein Freund Hermann suchten dort für zweieinhalb Jahre Zuflucht, um dem Zweiten Weltkrieg zu entfliehen. In ihrem Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ schildert Henno, wie sie auf der Suche nach Wasser und Nahrung ums nackte Überleben kämpften. Die mentale Herausforderung durch Einsamkeit und die Eintönigkeit des Alltags war dabei noch mal eine ganz andere Hausnummer.
Neben den eindrücklichen Schilderungen über das Jagen und das tägliche Schuften im Glutofen des Canyons, bekommt der Leser auch Einblicke in ihre philosophischen Gespräche. Sie beschäftigten ihren Geist mit Fragen rund um Freiheit, Glauben, Natur – und die Menschlichkeit an sich.
Sie tauschten Front und Schützengräben gegen Hitze, Hunger und Einsamkeit.
Ihre Waffen waren Ausdauer, Einfallsreichtum und ein eiserner Wille.

Aber ich will nicht allzu viel verraten: Das Buch liest sich leicht, ist spannend und äußerst beeindruckend. Von mir eine klare Leseempfehlung, die das Reisen in dieser Gegend noch ein bisschen interessanter macht.
Namibia ist einfach ein Land mit ganz viel Geschichte – die irgendwie überall spürbar präsent ist.

Fortsetzung folgt
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
zuletzt bearbeitet 22. Juli 2025
16,9k Beiträge · seit 201222. Juli 2025 · #175
Nacho schrieb:Bevor Uwe wieder das Gaspedal bemüht, springe ich noch in die Bakery und hole Apfelkuchen für unterwegs.
Er hat schließlich den Ruf, der ‚Beste der Welt‘ zu sein. Das Geschmackserlebnis der Superlative bleibt für uns aber aus. Ich vermute, dass er ursprünglich nach Omas Rezept hausgebacken wurde, aber jetzt aufgrund der hohen Nachfrage im großen Stil produziert werden muss. Ich meine eher ein Rezept aus dem Großmarkt raus zu schmecken. Der Apfelkuchen von Solitaire trägt wohl inzwischen einen Kult-Mantel, den mitnehmen zu wollen, ist absolut okay.
Der Apfelkuchen war schon immer völlig überbewertet. 😎

Viel besser ist der im Helmeringhausen Hotel oder auf der Duwisib Gästefarm.

LG
Logi
769 Beiträge · seit 201722. Juli 2025 · #176
Also mir hat der Apfelkuchen geschmeckt 🙂 Danke für‘s Erinnern… nachdem ich auch dort war, wollte ich das Buch lesen und habe es komplett vergessen.
Ich bin weiterhin gerne dabei. Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Themenstarter992 Beiträge · seit 202322. Juli 2025 · #177
Logi schrieb:
Nacho schrieb:Bevor Uwe wieder das Gaspedal bemüht, springe ich noch in die Bakery und hole Apfelkuchen für unterwegs.
Er hat schließlich den Ruf, der ‚Beste der Welt‘ zu sein. Das Geschmackserlebnis der Superlative bleibt für uns aber aus. Ich vermute, dass er ursprünglich nach Omas Rezept hausgebacken wurde, aber jetzt aufgrund der hohen Nachfrage im großen Stil produziert werden muss. Ich meine eher ein Rezept aus dem Großmarkt raus zu schmecken. Der Apfelkuchen von Solitaire trägt wohl inzwischen einen Kult-Mantel, den mitnehmen zu wollen, ist absolut okay.
Der Apfelkuchen war schon immer völlig überbewertet. 😎

Viel besser ist der im Helmeringhausen Hotel oder auf der Duwisib Gästefarm.

LG
Logi
Logi, das hättest du mir auch ein bisschen früher sagen können 😄
Grüßle
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Themenstarter992 Beiträge · seit 202322. Juli 2025 · #178
Enilorac65 schrieb:Also mir hat der Apfelkuchen geschmeckt 🙂 Danke für‘s Erinnern… nachdem ich auch dort war, wollte ich das Buch lesen und habe es komplett vergessen.
Ich bin weiterhin gerne dabei. Liebe Grüsse Caroline
Liebe Caroline,
vielleicht hast du doch den Kult so lecker rausgeschmeckt... 🤩 ....
Ja, lies das Buch und wenn du nächstes Mal am Kuiseb Canyon vorbei fährst, oder von mir aus auch auf den Fish River Canyon guckst, dann wird das Buch vor deinen Augen lebendig und du siehst die Geschichte wie einen Film abspielen, während du selbst als Augenzeuge mittendrin stehst. 😁
Solche Bücher bereichern jede Reise.
Liebe Grüße, Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
1'933 Beiträge · seit 200923. Juli 2025 · #179
Logi schrieb:
Nacho schrieb:Bevor Uwe wieder das Gaspedal bemüht, springe ich noch in die Bakery und hole Apfelkuchen für unterwegs.
Er hat schließlich den Ruf, der ‚Beste der Welt‘ zu sein. Das Geschmackserlebnis der Superlative bleibt für uns aber aus.
Der Apfelkuchen war schon immer völlig überbewertet. 😎
Viel besser ist der im Helmeringhausen Hotel oder auf der Duwisib Gästefarm.
LG
Logi
Stimmt, in Helmeringhausen schmeckt der Apfelkuchen mindestens seit 2018 besser als in Solitaire.
Wir waren bei jedem Namibia-Besuch bei Percy Cross "Moose" McGregor Bäckerei in Solitaire. Er war ein schottischer Einwanderer, gründete die Bäckerei. Sein apple pie und auch das Brot waren sehr, sehr gut. Nach seinem Tod war nichts mehr so wie es mal war und der Apfelkuchen leider nur noch Massenware.

Freue mich nun auf Eure weiteren Erlebnisse. 😎
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
Themenstarter992 Beiträge · seit 202323. Juli 2025 · #180
Lotusblume schrieb:
Logi schrieb:
Nacho schrieb:Bevor Uwe wieder das Gaspedal bemüht, springe ich noch in die Bakery und hole Apfelkuchen für unterwegs.
Er hat schließlich den Ruf, der ‚Beste der Welt‘ zu sein. Das Geschmackserlebnis der Superlative bleibt für uns aber aus.
Der Apfelkuchen war schon immer völlig überbewertet. 😎
Viel besser ist der im Helmeringhausen Hotel oder auf der Duwisib Gästefarm.
LG
Logi
Stimmt, in Helmeringhausen schmeckt der Apfelkuchen mindestens seit 2018 besser als in Solitaire.
Wir waren bei jedem Namibia-Besuch bei Percy Cross "Moose" McGregor Bäckerei in Solitaire. Er war ein schottischer Einwanderer, gründete die Bäckerei. Sein apple pie und auch das Brot waren sehr, sehr gut. Nach seinem Tod war nichts mehr so wie es mal war und der Apfelkuchen leider nur noch Massenware.

Freue mich nun auf Eure weiteren Erlebnisse. 😎
Guten Morgen liebe Lotusblume und alle Mitleser,
aha, die schottische Seele von Mooses war die magische Backzutat. Kein Wunder, dass der Apfelkuchen nicht mehr das ist was er mal war.
Also plant nächstes Mal lieber eine Route über Helmeringshausen und macht euch auf die Suche nach einem neuen kultwürdigen Apfelkuchengeschmack.
Liebe Grüßle, mit oder ohne Apfelkuchen zum Nachmittagskaffee
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)