
Bei der Buchung unserer Aktivitäten, hab ich es für die ersten Tage leider ein bisschen übertrieben.
Um 16.00 Uhr geht es schon weiter mit einem Nature Drive. Ich dachte im Vorfeld, wir würden doch gerne ein bisschen mehr vom Farmland sehen als das, was wir allein von der Terrasse aus überblicken können.
Aber jetzt gerade fühlen wir uns ziemlich kaputt und hätten eine Verschnaufpause gut vertragen können. Außerdem ist es arschkalt und die Vorstellung im offenen Jeep durch den eisigen Wind zu fahren, macht mich erst mal gar nicht an.


Doch nun ist der Drive schon gebucht. Ich ziehe mich mit Mantel, Mütze, Schal und Handschuhen an wie im tiefsten Winter. Dann kann es von mir aus losgehen.
Mit an Board ist ein zweites Paar. Weil noch die Sonne scheint, kann ich förmlich in den Gesichtern lesen, dass sie mich mit meinem Outfit für bekloppt halten. Selbst Uwe kann sich seinen Spott nicht verkneifen.
Aber da steh ich doch drüber. Den Mantel kann ich ausziehen, aber kurze Hosen kann ich nicht verlängern. Mal abwarten, wer nachher beim Sundowner noch ein Lächeln im Gesicht hat.
Kaum eine halbe Stunde später habe ich trotz Winteroutfit das Gefühl, mir friert das Gesicht ein. Meine Hände sind selbst mit Handschuhen eiskalt. Ich bin so froh, dass ich den Spott ertragen und den Steppmantel trotzdem angezogen habe.
Als wir vom Hof fahren, sehe ich die Chefin wie sie vor einem am Boden liegenden Pferd kniet und es liebevoll streichelt. Das sieht ernst aus.
Das Farmland besteht aus Gras und Buschland und ist ein bisschen hügelig. Ich empfinde es nicht so spektakulär wie erwartet. Aber es ist eben eine Farm und kein Game Reserve. Ich kann mir vorstellen, dass es in der Trockenzeit ganz anders ist, wenn mehr Tiere zu sehen sind. Denn eigentlich gibt es hier durchaus Zebras, Oryx und Co. - nur heute nicht.
Außer einigen Rindersteaks, die sich zwischen den Büschen bewegen, gibt es nicht viel Tierisches zu sehen.

Ein kleiner Springbock sagt mal kurz Hallo im Vorbeilaufen.
Mangusten und Erdhörnchen huschen über Stock und Stein, sind aber sehr wuselig.
Der Jeep rumpelt durch die Gegend und verpasst uns unsere erste Namibia-Massage.
Fotos, die ich im übrigen ausschließlich mit dem Handy mache, sind während der Fahrt leider nicht möglich.
So langsam verfärbt sich der Himmel und die Sonne macht sich vom Acker. Wir fahren hoch auf einen Berg zum Sundowner Platz und haben einen wunderschönen 360 Grad Rundumblick. Dieser Platz ist jetzt tatsächlich ein Träumchen und ohne den Fahrtwind ist auch die kalte Luft gut auszuhalten. Aber die eine oder andere Böe versetzt uns dennoch einen Satz kalte Ohren. Inzwischen werde ich bezüglich Klamotten nicht mehr belächelt.




Direkt nach der Fahrt wird uns in einer Art Wintergarten ein drei Gänge Menü kredenzt. Es gibt einen stylischen Gas- Heizer, der uns so gut wärmt, dass wir sogar ohne Jacken essen können.
Die Tische sind edel eingedeckt. In diesem Raum gibt es überall hübsche dekorative Details. Ich würde am liebsten jede Kleinigkeit fotografieren.

Chef und Chefin servieren uns die Getränke und halten bei der Gelegenheit mit uns allen ein bisschen Smaltalk. Das ist eine sehr herzliche und freundschaftliche Geste.
Wir fragen nach dem Pferd und bekommen gesagt, dass es zur Zeit eine Mücke gibt, die bei Pferden eine Krankheit verursachen kann, die sehr schnell zum Tod führt und dass es keinen Schutz dagegen gibt.
Das Pferd welches am Boden lag hatte diese Krankheit und ist leider während unseres Drives verstorben. Auf der Farm hat es über die Jahre hinweg mehrere Pferde getroffen. Das geht uns ans Herz.
Ungeachtet dessen schmeckt das Dinner fantastisch. Es gibt unter anderem Eland Steaks mit frischem Gartengemüse auf den Punkt gegart und sehr lecker.
Nach dem Essen holt uns unsere anstrengende Anreise endgültig ein und wir spüren die mehr als 24 stündige Anreise. Kaum berühren unsere Körper die Matratze, schlafen wir auch schon ein.
