Nacho schrieb:Dienstag 13. Mai Am Parkplatz steigen wir aus und knöpfen uns den Weg zur Pfanne vor. Puh, ich komme ganz schön ins Schnaufen. War der Marsch vor drei Jahren schon genauso fordernd? Ich bleibe einige Male stehen und tue so, als müsste ich unbedingt ein paar Fotos machen.
So handhabe ich das auch seit einigen Jahren , deshalb habe ich auch immer so viele Fotos 😄 😄 😄 🤩 LG Conny
Namibia zum 1.
Elefantenrunde
Abschied für immer
Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?")
[url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
Logi16,9k Beiträge · seit 201208. Juli 2025 · #122
Nacho schrieb:Gerade in dem Zeitfenster, in dem es spannend wird und Mister „Bitte alle aus dem Weg“ seinen Sonnenstrahl einfangen will, flaniert seelenruhig ein Pärchen hinter dem Baum hervor und bleibt mitten im Bild stehen. Diese Komik hat schon Filmpotential.
Hahaha - ich habe schallend gelacht. Karma is a bitch! 😈
Ich habe schon überlegt ob ich meinen Reisebericht abbrechen soll. Man möchte sich zwar gern unabhängig machen von Feedbacks, aber hier geht es ja nicht nur darum, dass man gerne schreibt und berichtet, sondern auch um die Frage ob der Bericht überhaupt jemanden interessiert.
…bloß nicht! Hab selten so einen humorigen, begeisterten und sympathischen Bericht gelesen - zufällig gefunden und alles in einem Rutsch genossen. Weitermachen bitte! Gruß Friederike
NachoThemenstarter988 Beiträge · seit 202309. Juli 2025 · #124
Hallo liebe Conny, Ich denke, dass die meisten Vlei-Pilger ihre fehlende Höhenluft-Tauglichkeit mit ihren fotografischen Bemühungen zu kaschieren versuchen 🤩 - warum auch nicht. 😄 Ich hab ja tatsächlich ein paar Fotos gemacht, die ich gerne ansehe, wenn ich meine Erinnerungszeitreise mache.
Vielen Dank für deinen netten Kommentar. Ich freu mich über jedes Feedback. Liebe Grüße, Silvia
NachoThemenstarter988 Beiträge · seit 202309. Juli 2025 · #125
Guten Morgen liebe Logi, ich glaube, diese Geschichte werde ich nicht mehr vergessen – sie hatte etwas sehr Eindrückliches. Das Gesicht des Typen auf einem Foto hätte vermutlich noch mehr Unterhaltungswert als der schöne Baum. Meine Schadenfreude – auf die ich, wie gesagt, nicht stolz bin – meldet sich jedes Mal, wenn ich an die Situation zurückdenke.
Logi, darf ich mal fragen, wie man hier Textpassagen ausschneidet, wenn man für einen Kommentar ein Zitat hervorheben möchte?
Liebe Grüße und vielen Dank für dein Feedback, Silvia
NachoThemenstarter988 Beiträge · seit 202309. Juli 2025 · #126
Guten Morgen liebe Friederike, was für ein toller Kommentar! Vielen herzlichen Dank für dein anerkennendes Feedback. Da werde ich dich mit der nächsten Fortsetzung nicht lange warten lassen. Liebe Grüße und ein aufrichtiges Dankeschön für deine lieben Worte, Silvia
NachoThemenstarter988 Beiträge · seit 202309. Juli 2025 · #127
Fortsetzung
Im Vergleich zu 2022 fällt es mir deutlich schwerer überhaupt Motive mit Stimmungsfaktor zu einzufangen. Vor drei Jahren ist mir das deutlich besser gelungen.
Interessanterweise gefallen mir die schattendominierten Aufnahmen fast besser als jene, die ins goldene Sonnenlicht getaucht werden. Trotz allem bleibt meine fotografische Ausbeute leider bescheiden.
Ganz Besonders spricht mich heute der salzige Boden an. Im Schatten sieht es fast aus, als würde die Landschaft im Mondlicht leuchten. Ich bin total fasziniert. Aus größerer Distanz würde ich die Pfanne beschreiben wie eine Schneelandschaft und die Bäume, als lägen sie im Winterschlaf. Märchenhaft wäre hier wohl der passende Ausdruck um die Szenerie zu beschreiben.
Doch je mehr die Sonnenstrahlen das Bild prägen, desto härter wird das Licht. Die schöne Morgenstimmung ist bald vorbei.
Allmählich wird es auch Zeit zum Jeep zurückzulaufen. Während dessen kommen wir mit C. und R. aus der Schweiz ins Plaudern. Sie gehören zu unserer Gruppe und sind uns auf Anhieb sympathisch. Wir haben es sehr lustig und unterhaltsam miteinander. Mit den beiden könnten wir es gut ein paar Tage aushalten. Wir werden uns auch tatsächlich nach dem Urlaub wiedersehen und im Kontakt bleiben.
Am Parkplatz erwartet uns ein kleines Frühstück. Während wir miteinander Essen, tauschen wir unsere Eindrücke aus – besonders natürlich über Mr. „Latsch mir nicht ins Bild“. Ich stelle fest, dass ich nicht die Einzige bin, die die Situationskomik mit dem Pärchen herzerfrischend unterhaltsam fand.
Während des Gespräches nehme ich im Augenwinkel Bewegung wahr und werfe dabei einen Blick über die Schulter in Richtung Vlei. Ach du Schande, ich traue meinen Augen nicht. Das sieht beinahe aus, als wäre eine ganze Stadt auf der Flucht. Alle darum bemüht, schneller zu sein als die anderen. Ich habe das Gefühl, die jagen alle dem letzten Wassertropfen hinterher. Das ist doch der blanke Sandkasten-Alptraum. Wenn hier jemand mitliest, der nicht von der Bevölkerung einer ganzen Stadt begleitet werden möchte, dem empfehle ich dringend, eine Übernachtung innerhalb des Parks zu buchen. Mir würde die Freude im Keim ersticken, wenn ich dieser Armada von Vlei-Pilgern hinterherlaufen müsste.
Wir machen noch den besagten Abstecher zur Düne 45. Der Wind strafft uns das Gesicht, eine kostenlose Zahn-Sandstrahlung inklusive. Es knirscht überall. Später zurück im Zelt werden wir selbst eine kleine Düne erschaffen, wenn wir unsere Schuhe ausziehen.
Aber jetzt genießen wir es, im Schatten unter einem Baum zu sitzen und den anderen ihr schweißtreibendes Bergsteiger-Abenteuer zu gönnen. Wir haben gerade kein gesteigertes Bedürfnis uns das Blut aus den Poren zu schwitzen oder uns von der gnadenlosen Sonne ein Loch ins Hemd brennen zu lassen.
Während der Rückfahrt zur Lodge sind wir wieder angeregt mit C. und R. am Reden. Plötzlich unterbricht R. unser Gespräch. Er wendet sich an den Fahrer und bittet ihn darum, dass er sich nicht während der Fahrt mit seinem Handy beschäftigt - das sei sehr gefährlich.
Der entschuldigt sich und kommt der Aufforderung sofort nach. Die Situation ist ein bisschen unangenehm und es herrscht erst einmal betretenes Schweigen. Aber dann erklärt uns R warum er etwas gesagt hat.
Er saß, während eines anderen Urlaubs in einem Fahrzeug, welches genau aus diesem Grund verunglückt ist. Ihm war nichts passiert, aber der Fahrer starb im Krankenhaus.
Tatsächlich ist es mir schon oft aufgefallen, dass unsere Fahrer während der Fahrt mit ihrem Handy beschäftigt waren, und es störte mich auch jedes Mal, denn ich empfinde es ebenfalls als gefährlich. Aber ich hatte mich bisher noch nie getraut, etwas zu sagen. So gesehen wurde R. für mich zum Vorbild. Es ist legitim etwas zu sagen. Bei einer späteren Fahrt traue ich mich auch, den Fahrer zu bitten, sein Handy wegzulegen und das hat gefruchtet.
NachoThemenstarter988 Beiträge · seit 202309. Juli 2025 · #128
Fortsetzung - leider reiner Text, dafür anschließend umso mehr Fotos
Überraschung des Tages
Das haben wir verpasst - Foto von 2022
und das habe ich bekommen
Während des weiteren Gesprächs, erzählen Uwe und ich von unserer geplatzten Ballonfahrt. R. und C. berichten, dass sie für den Nachmittag einen Flug mit einer Cessna gebucht haben – bis zur Küste. Gestern, so sagen sie, seien noch zwei Plätze frei gewesen. Wenn wir möchten, könnten wir uns anschließen. Ich bin sofort dabei. Uwe eher nicht – macht aber nichts: Die beiden sprechen ja deutsch. Somit wird die Kommunikation kein Problem sein.
Kaum sind wir zurück in der Lodge, geht R. direkt zur Rezeption und klärt alles für mich ab: Ja, ich kann mitfliegen – und die Rechnung kann sogar aufs Zimmer gebucht werden. Um 15.30 Uhr holt uns der Transfer ab und bringt uns zum Treffpunkt. Nachdem wir heute so früh aufgestanden sind, freut sich Uwe auf eine Siesta. Er jammert eh oft rum, weil ich ihn im Urlaub immer so früh aus dem Bett scheuche. Meine meistgesprochenen Worte lauten: „Das Licht wartet nicht“. Zum Abschied bekomme ich einen Kuss für alle Fälle…
Pünktlich werden wir den kurzen Weg zum Sossusvlei Adventure Center gebracht. Es haben sich noch drei weitere Passagiere angemeldet. Das macht für uns alle den Flug günstiger. Aber ob auch alle einen guten Platz haben werden, kann ich nicht einschätzen. Bei meinem Glück trifft mich wieder der Looser – Platz.
Wir kommen an und sollen noch bis 16.00 Uhr warten und wenn gewünscht auf der Terrasse etwas trinken. Wir setzen uns draußen an einen langen Tisch - dem Einzigen im Schatten. Weil keine Bedienung kommt, holen wir uns fünf Minuten später ein Getränk an der Bar. Kaum haben wir es uns wieder gemütlich gemacht, erscheint ein Mitarbeiter (wo war der eigentlich, als wir etwas zum Trinken haben wollten?) und möchte uns wegscheuchen. Der Tisch soll für den Abend eingedeckt werden. Es ist nicht mal 16.00 Uhr! Wir bitten darum, eine viertel Stunde hier sitzen zu dürfen, weil dies eben der einzige Platz im Schatten ist. Der Mitarbeiter ist uns gnädig und lässt uns in Ruhe.
Nach ihm kommt aber sehr schnell sein Kollege – weniger kompromissbereit- und er besteht darauf, dass wir den Platz jetzt sofort räumen. Natürlich stehen wir auf. Wir sind ja nicht so, zumindest äußerlich. Was wir denken, hört er ja nicht.
Mit den Tischen wird hier wohl ganz allgemein ein Riesending gemacht. In unserer Lodge läuft es genauso: Das halbe Restaurant steht leer, auf den unbenutzten Stühlen bilden sich Sanddünen – und trotzdem sollen wir uns an irgendeinen Tisch in die pralle Sonne und mit brettharten Betonhockern setzen. Geht’s noch? Ich finde es so unangenehm, wenn man nur durch Dominanz und Nachdruck bekommt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Ein bisschen Service mit gesundem Menschenverstand sollte doch wohl möglich sein.
Um vier stehen wir wieder im Office. Die anderen drei Mitflieger sind noch nicht da. Wir sollen weitere 15 Minuten warten. Das tun wir, es kommt aber niemand. Wir werden gefragt, ob wir trotzdem fliegen möchten, der Preis pro Person verdoppelt sich dann allerdings, weil man keine Einzelplätze buchen kann, sondern nur die ganze Cessna. Unsere Antwort lautet aber Ja, wir möchten trotzdem fliegen.
Dann sollen wir bezahlen. Wir sagen, dass die Lodge für uns gebucht hat und wir die Rechnung aufs Zimmer haben, schreiben lassen. Davon weiß im Office aber niemand etwas und man macht sich auch nicht die Mühe, das zu klären. Wir sollen jetzt bezahlen, oder wir fliegen nicht. Hier wird nach der Devise gearbeitet: Friss oder Stirb.
Ich habe weder Geld noch eine Visakarte dabei, R. auch nicht. Zum Glück hat C. zufällig ihre Kreditkarte dabei, weil sie Geld am ATM ziehen wollte. Sie bezahlt für mich mit. Die Beiden würden auch alleine fliegen und den Preis für sechs Personen zahlen. Insofern hält sich das finanzielle Risiko für sie in Grenzen. Dennoch bin ich unglaublich dankbar dafür, dass ich ihnen das Geld nach dem Flug überweisen kann.
schon lange im Forum dabei, bin ich eine (sehr) stille Mitleserin. Dein Reisebericht gefällt mir supergut und ich freue mich über jede neue Etappe. Einige Ziele und Unterkünfte kennen wir von mehreren Namibia-Reisen. Dank Deines Berichts schwelge ich nicht nur in Erinnerungen und würde auch gerne nochmal Einiges nochmal besuchen (Eagles Nest geht z.B. immer...)
Das mit den Reisegruppen ist wirklich schade, uns nervt es auch und bei der nächsten Reise werden wir dann wohl drauf achten, dass wir besonders kleine Unterkünfte wählen. Das mit dem Handy am Steuer ist uns auch bekannt von diversen Guides. Gut, dass Eure Mitreisenden was gesagt haben, werde ich in Zukunft auch drauf achten.
Bitte unbedingt weitermachen mit dem Bericht und den tollen Bildern 🙂
Liebe Grüße Kerstin
NachoThemenstarter988 Beiträge · seit 202309. Juli 2025 · #130
Guten Morgen liebe Kerstin, das sind aber sehr liebe Worte, die du da schreibst. Vielen herzlichen Dank. Auch wenn man es nicht wahrhaben möchte, es ist doch immer ein Motivationsschub, wenn jemand so nett reagiert. Es freut mich, wenn mein RB dazu beiträgt, deine eigenen Erinnerungen wieder neu zu genießen.
Bezüglich der Lodge-Atmosphäre, kann man sicher mit kleineren Unterkünften das Reisebus-Feeling vermeiden. Aber wenn es um Sehenswürdigkeiten geht, wie das Sossusvlei, den Etosha, oder Vic Falls, da lässt sich der Massentourismus nicht ausblenden. Die Busse sind überall, sogar am Wasserloch im Etosha waren wir in Gesellschaft eines großen Busses. Ich konnte gar nicht glauben, dass der den Weg mit den grubenartigen Schlaglöchern überhaupt fahren konnte.
Ganz ohne bitteren Beigeschmack wird Reisen nicht mehr möglich sein. Aber ja, auch wir werden künftig noch mehr darauf achten, kleinere Unterkünfte zu wählen.
Zum Thema Handy am Steuer möchte ich alle dazu ermutigen, nicht einfach wegzusehen. Ich war R. wirklich dankbar für sein beherztes Einschreiten – und vielleicht waren andere wiederum mir dankbar, dass ich die Situation auch nicht still hingenommen habe. Sicherheit zu erwarten ist legitim wenn man einen Transfer nutzt. Wenn euer Fahrer seine Verantwortung nicht erkennt, macht ihn drauf aufmerksam. Ihr könnt nicht die Welt verbessern, aber euren eigenen Transfer schon. 😁
Liebe Kerstin, danke dir von Herzen für dein erbauliches Feedback. Ich wünsche dir, dass du bald wieder namibischen Boden unter den Füßen haben wirst und schicke liebe Grüße, Silvia
Logi16,9k Beiträge · seit 201209. Juli 2025 · #131
Nacho schrieb: Logi, darf ich mal fragen, wie man hier Textpassagen ausschneidet, wenn man für einen Kommentar ein Zitat hervorheben möchte?
Guten Morgähn,
klar darfst Du fragen. 🙂
Du hast unten rechts den Button "Zitieren" und da klickst Du drauf. Dann erscheint der Text, den Du Dir so zurecht fummelst, wie Du die Passage hervor heben möchtest:
Anmerkung, da Du ja Handy affin bist, schreibst Du wahrscheinlich den ganzen Text von Deinem Mobil aus, dann müsstest Du das Gerät quer legen.
LG Logi
NachoThemenstarter988 Beiträge · seit 202309. Juli 2025 · #132
Anmerkung, da Du ja Handy affin bist, schreibst Du wahrscheinlich den ganzen Text von Deinem Mobil aus,
😄 😄 😄 ich kann gerade mal das nötigste am Handy bedienen und selbst dabei muss mir Uwe oft helfen 😄 😄 😄
Ich bin der Typ: „Fahrkarte bitte.“ – „Hab ich auf dem Handy.“ – „Dann zeigen Sie sie bitte.“ – „Wenn ich nur wüsste, wie die App aussieht und wie ich sie öffne … könnten Sie mir das bitte zeigen?“ 😄
Ich sehe ja außerdem nicht viel besser als ein Maulwurf, daher ist mir die Schriftgröße am PC deutlich sympathischer. Der Reisebericht wird also ausschließlich am PC geschrieben.
Danke für deine Hilfe Logi und einen schönen Gähn-Tag 🙂
NachoThemenstarter988 Beiträge · seit 202309. Juli 2025 · #135
Fortsetzung
Wir werden zum Flugplatz chauffiert und gefragt, ob jemand vorne beim Piloten sitzen möchte. R. würde gerne. Der Pilot macht ihn aber drauf aufmerksam, dass es hinten ein Fensterchen für die Kamera gibt. Daraufhin will er lieber hinten sitzen und weil er somit den besten Platz hat, wird mir der Vordere neben dem Piloten angeboten. Da höre ich mich nicht Nein sagen.
Direkt nach dem Start gleiten wir über die Dünen des Sossusvlei. Mir ist schon zu Fuß aufgefallen, wie grün dort alles war, aber der Blick aus der Vogelperspektive auf die grünen Dünen erstaunt mich dann doch. Sie sehen eher wie saftige Weiden aus und nicht wie Sandberge- völlig verrückt. Von unten erkennt man das längst nicht so umfassend.
Der Sand wird zur Leinwand und der Wind zum Künstler. Muster, Linien und Wellen schimmern im Nachmittagslicht in warmen Tönen aus Gold und Bronze. Die Wüste wirkt, wie ein riesiges Kunstwerk, das sich alle paar Kilometer verändert. Uns verschlägt es die Sprache vor Faszination. Es wird während des ganzen Fluges kaum ein Wort gesprochen.
Wir überqueren den Sesriem Canyon und fliegen weiter in Richtung Atlantik. Trockene Flussläufe und Windlinien durchziehen die Landschaft.
Salzpfannen glitzern wie Schnee.
Der Sand ändert immer wieder seine Farbe. Von hellem Beige bis zum tiefen Braun oder fast schon Schwarz ist alles dabei.
Kleine Seen verwandeln sich im Sonnenlicht in Spiegelflächen.
Irgendwo da unten ist auch das Diamanten-Sperrgebiet. Mit der Cessna hier durch die Lüfte zu fliegen ist ein Traum aus Sand und endloser Weite.
Kurz bevor wir die Küste erreichen, liegt das Wrack der Eduard Bohlen halb vergraben wie ein abgemagertes Skelett in der Namib. Der Frachter lief 1909 bei dichtem Nebel in der Nähe der Conception Bay auf Grund. Heute liegen die rostigen Überreste des Schiffs etwa 400 Meter vom Meer entfernt. Der Anblick ist sowohl faszinierend als auch ein bisschen gespenstisch.
Wir fliegen ein Stück an der rauen Küstenlinie der Skelettküste entlang und können mehrere Robbenkolonien beobachten.
Der Meeresschaum, die Wellen, das Wasser und der Sand bilden wunderschöne Kontraste und Linien. Sie sehen fast unwirklich aus, wie gemalt.
Dann dreht unser Pilot die Maschine wieder ab und fliegt zurück, direkt in den Sonnenuntergang.
Nach ca. 90 Minuten landen wir sicher und sanft auf dem Boden, Wir machen noch ein Gruppenfoto, bedanken und verabschieden uns, und werden von unserem wartenden Fahrer wieder zurück zur Lodge gebracht. Wir sprechen immer noch kaum ein Wort, was wir erlebt und gesehen haben fühlt sich noch surreal an.
An der Rezeption wartet Uwe bereits auf uns. So langsam finden wir auch unsere Sprache wieder. Wir setzen uns alle vier noch zusammen, um etwas zu trinken und lassen den Nachmittag ausklingen. Dann wird das Finanzielle geregelt und wir beschließen bei der Gelegenheit gemeinsam zum Dinner zu gehen.
Es sind keine Tische reserviert, so dass wir fragen, ob wir zwei Tische zusammenschieben dürfen. Da stoßen wir wieder auf die altbekannte Tischproblematik. Die Antwort lautet: Nein das geht nicht! Wie bitte? Das Restaurant ist leer und wo ist der Unterschied ob wir an zwei kleinen Einzeltischen nebeneinander sitzen, oder diese zusammenschieben? Der Mitarbeiter zögert und will uns dann auf die besagten unbequemen Betonstühle setzen. Diesmal protestiere ich. Ich sehe das überhaupt nicht ein. Das Restaurant ist komplett leer. Es wird ja wohl möglich sein, anstatt an zwei kleinen getrennten Tischen zu sitzen, zwei kleine Tische zusammen zu schieben.
Es folgt eine absurde Diskussion. Einer bietet an, die Betonstühle auszutauschen. Ein anderer wirft ein: Es gibt keine anderen Stühle mehr. Ich habe das Gefühl ich befinde mich in einer Komödie. Ich bleibe weiterhin hartnäckig während die anderen drei schon beginnen einzuknicken.
Am Ende sitzen wir doch zusammen im Restaurant auf bequemen Stühlen an zwei zusammengeschobenen Tischen. Wo war denn da jetzt bitte das Problem? Jetzt wird es doch noch ein sehr lustiger und unterhaltsamer Abend und durchaus ein bisschen später als gewohnt, bis wir in die Heia kommen.
Wenn ihr mich fragt, was ich schöner fand: Die Ballonfahrt, oder den Flug mit der Cessna, muss ich leider antworten, dass es zwei völlig verschiedene Erlebnisse sind. Beim Ballon ist man nur eine Stunde in der Luft, aber bei Sonnenaufgang und das gleiten unter freiem Himmel ist schon was besonderes, genau wie das anschließende feudale Frühstück in der Wüste.
Die Cessna macht es möglich ein viel größeres und sehr unterschiedliches Gebiet zu sehen. Das fotografische Erlebnis dürfte größer sein. Emotional sind beide in gleicher Weise überwältigend. Ich meine für die Cessna habe ich so ungefähr 450 Euro bezahlt bei einer Belegung mit drei Personen. Der Ballon hätte so um die 520 Euro gekostet. Wenn es euer Budget zulässt, macht beides. Die Cessna geht auch ab Swakopmund. Nur drauf achten, dass ihr die letzte Runde am Nachmittag macht, oder morgens die erste, wegen dem Licht.
Am Ende des Tages muss ich mich also glücklich schätzen, dass die Ballonfahrt abgesagt wurde. Denn so durfte ich beides erleben.
Logi16,9k Beiträge · seit 201209. Juli 2025 · #136
Nacho schrieb:Es sind keine Tische reserviert, so dass wir fragen, ob wir zwei Tische zusammenschieben dürfen. Da stoßen wir wieder auf die altbekannte Tischproblematik. Die Antwort lautet: Nein das geht nicht! Wie bitte? Das Restaurant ist leer und wo ist der Unterschied ob wir an zwei kleinen Einzeltischen nebeneinander sitzen, oder diese zusammenschieben? Der Mitarbeiter zögert und will uns dann auf die besagten unbequemen Betonstühle setzen. Diesmal protestiere ich. Ich sehe das überhaupt nicht ein. Das Restaurant ist komplett leer. Es wird ja wohl möglich sein, anstatt an zwei kleinen getrennten Tischen zu sitzen, zwei kleine Tische zusammen zu schieben.
Es folgt eine absurde Diskussion. Einer bietet an, die Betonstühle auszutauschen. Ein anderer wirft ein: Es gibt keine anderen Stühle mehr. Ich habe das Gefühl ich befinde mich in einer Komödie. Ich bleibe weiterhin hartnäckig während die anderen drei schon beginnen einzuknicken.
Am Ende sitzen wir doch zusammen im Restaurant auf bequemen Stühlen an zwei zusammengeschobenen Tischen. Wo war denn da jetzt bitte das Problem?
Jetzt wird es doch noch ein sehr lustiger und unterhaltsamer Abend und durchaus ein bisschen später als gewohnt, bis wir in die Heia kommen.
Ich bin da jetzt nicht so ganz auf dem Laufenden ... Wer ist denn aktuell das Management? Das würde ich doch mal diesbezüglich anschreiben. 😎
LG Logi
NachoThemenstarter988 Beiträge · seit 202309. Juli 2025 · #137
Ich bin da jetzt nicht so ganz auf dem Laufenden ... Wer ist denn aktuell das Management? Das würde ich doch mal diesbezüglich anschreiben. 😎
LG Logi
Logi, das weiß ich leider auch nicht. Aber in der Lodge hat ja meiner Meinung nach Einiges nicht gestimmt. Dazu schreibe ich noch etwas. Ja, vielleicht hast du Recht und ich sollte mein Feedback auch ans Management schicken. Die können dann damit umgehen wie sie möchten.
Lotusblume1'933 Beiträge · seit 200909. Juli 2025 · #138
Moin Nacho, jetzt wird es aber Zeit für ein geschriebenes Danke! Ein herrlich erfrischender Reisebericht, welchen Du hier schreibst und die Bilder sind auch toll. Dank Dir schwelge ich gerade mal wieder in wunderschönen Erinnerungen.
NachoThemenstarter988 Beiträge · seit 202309. Juli 2025 · #139
Hallo liebe Lotusblume, vielen Dank, dass du dich mit so netten Worten hier als Mitleserin meldest. Dein Lob freut mich sehr. Ach ja, ich schwelge beim Schreiben auch in Erinnerungen und andre Reiseberichte wecken den Wunsch nach mehr 😄 Hab einen schönen Abend. Liebe Grüße, Silvia
HEHella171 Beiträge · seit 202009. Juli 2025 · #140
Liebe Silvia,
ich war eine Weile nicht mehr im Forum und habe deinen Reisebericht erst jetzt gelesen. Eine wunderbare Route habt ihr da zusammengestellt mit großartige Unterkünften. Und du schreibst so anregend, ehrlich und lebendig, dass es eine wahre Freude ist, mit euch "mitzureisen".
Wie fandest du eigentlich die Jahreszeit? Ich war bislang zweimal in Namibia: Im September und Juli/August und habe mir vorgenommen - falls ich noch einmal nach Namibia reisen werde - dies im Mai zu tun.