Frühstück mit Giraffen Mai 25

Reisebericht 334 Antworten · 24,3k Aufrufe · gestartet 02. Juni 2025 von Nacho
Themenstarter988 Beiträge · seit 202303. Juli 2025 · #101
Sonntag 11. Mai
Heute Nacht ist Vollmond. Draußen ist es so hell, dass man problemlos ohne Taschenlampe spazieren gehen könnte.
Wir schlafen aber ganz gut.

Uwe macht sich gegen halb sieben auf den Weg zurück nach Aus, um den Geldbeutel zu holen, den wir im Safe vergessen haben.

Ich steh eine halbe Stunde später auch auf, weil ich sehe, dass das erste Sonnenlicht über die Berge schwappt. Ich laufe etwa eine Stunde über Stock und Stein und werde wieder von den sagenhaft schön gewachsenen Bäumen in den Bann gezogen. Am liebsten möchte ich jeden fotografieren, um ja nie wieder zu vergessen, wie schön sie sind.

20250511_073609~2.JPG


20250511_092528~2.JPG


20250511_073748~2.JPG


20250511_074135.JPG


Dann gehe ich leider alleine frühstücken. Das Angebot ist gut und die hausgemachten Körnerbrötchen sind noch warm.
Roland ist auch da. Ich frage ihn, ob es einen idiodensicheren Spazierweg für Leute ohne jeglichen Orientierungssinn gibt.

Er gibt mir eine gezeichnete Karte und erklärt sie mir. Ein Felsenkamm...ein Pferde Camp....ein Hühnerstall....zwei Berge....Eine große Grasfläche....ein Bohrloch, usw. Okay, klingt verständlich.

Ich habe nicht mehr viel Wasser. An Leitungswasser denke ich gar nicht, weil ich nie stilles Wasser trinke. Mein Blubber fährt gerade mit Uwe nach Aus. Ich habe vielleicht noch einen viertel Liter. Wird schon reichen. Es sind nur 9 km mit einer angegebenen Laufzeit von zweieinhalb Stunden.

Ich nehme Rucksack und Hut mit, und laufe los. Den Hut kann ich mir direkt schenken. Mir bläst die ganze Zeit eine sehr frische Brise den Marsch. Das ist gut, so brauch ich nicht viel Wasser. Ich komme nicht einmal ins Schwitzen.

Zuerst den Hügelkamm entlang bis zum Pferde Camp. Okay, das finde ich. Dann durch ein zwei Gatter zum Hühnerstall...Ist ja ganz easy.

20250511_093819~2.JPG


Dann zwei Berge, ich schau mir die Berge an. Da sind viele, aber welche sind die zwei besagten?
Keine Ahnung. Vielleicht diese hier? Okay, ich entscheide, für diese und laufe weiter.

20250511_093724~2.JPG


Unterwegs flaniert eine hübsche kleine Herde von Pferden gemütlich im Gänsemarsch und im gebührenden Abstand an mir vorbei.

20250511_100859~2.JPG


Hinter dem Zaun sind einige Kühe, die mich beobachten. Plötzlich rennt eine weg und die anderen ihr hinterher. Vermutlich bin ich ihnen zu nah gekommen. Nach ein paar Metern bleiben sie stehen und schauen mich vorwurfsvoll an.

Dummerweise habe ich zum Frühstück drei Tassen Kaffee getrunken. Hatte ich mir nicht in Klein Aus vorgenommen, keinen Kaffee mehr zu trinken, wenn ich etwas vorhabe? Wie lange ist das her? Ein oder zwei Tage? Na die Lektion hat ja lange angehalten.

So viel Kaffee war heute jedenfalls nicht meine beste Idee. Ich tauche sicher mindestens fünf Mal hinter jedem Busch ab. Wobei ich durchaus bemerke, dass nicht jeder Busch für mein Vorhaben geeignet ist. Ein Grasbüschel hätte den gleichen Effekt. Hier gibt es einen Weg, der könnte von Autos befahren werden. Ich hoffe, dass ich niemanden im Sitzen grüßen muss. Irgendwann ist der Tank aber endlich leer.

Ah, von einem abgestorbenen Baum war auch noch die Rede. Okeeeyyy, da gibt es auch eine gewisse Auswahl. Na, nehmen ich halt mal den einen hier, der ist so schöööön. Ich mach ein Foto natürlich nicht zur Orientierung, sondern weil er so schön ist.
Weiter geht es. Die offene Graslandschaft sehe ich auch, soweit so gut.

20250511_074641.JPG


Auf meinem Weg begleiten mich permanent scharenweise die Namib Jumper. Ein bisschen kurzsichtig sind die Viecher ja schon, sie springen doch alles und jeden an, prallen ab und fallen zu Boden. Die großen, Schwarzen gibt es zuhauf.
Sie sind übrigens sowohl Grasfresser als auch Kannibalen. Uwe hat einen beobachtet, der seinen Kumpel wegen einer Meinungsverschiedenheit angefressen hat. Dem ging es danach nicht mehr so gut. Glück gehabt, dass ich nicht als Heuschrecke geboren wurde. Da kannst du ja niemandem den Rücken zuwenden ohne Gefahr zu laufen, dass ihm deine Frisur nicht gefällt und er dich deswegen killt.

Während ich so laufe und auf den Boden sehe, liegt da mitten auf dem Weg ein kleines Schlängerl. Ich nehme es erst gar nicht wahr. Erst als ich schon am drübersteigen bin, denke ich: Huch, was ist das denn und mache einen Schritt zurück. Wäre sie auf Schrittlänge gelegen, hätte ich sie vermutlich totgetreten. Sie sieht auch irgendwie tot aus oder leblos oder zumindest unbeweglich. Vielleicht aber auch nur, weil es so kalt ist. Ich mache ein Foto. So richtig nah traue ich mich nicht an sie ran. Das Handy hätte leider ein bisschen mehr Nähe gebraucht. Das Resultat ist nicht sonderlich hilfreich für eine Identifizierung. Ich frage Roland, ob er weiß, was das für ein Tierchen ist, er vermutet mehr als das er etwas Zuverlässiges sagen könnte. Ist ja auch nicht so wichtig. Aber neugierig bin ich schon. Vielleicht habe ich eine Begegnung mit einer hochgiftigen Schlange überlebt. Später frage ich noch mehr Leute, aber keiner ist sich sicher.

20250511_105034~2.JPG


Sie ist vielleicht 20 cm lang und sehr schlank um die Taille und auch sonst.
Von wegen: Schlangen spüren die Vibration im Boden und machen sich vom Acker. Die hier bewegt sich keinen Millimeter.
Jemand hat einmal gesagt: "Zwergpuffotter-Bisse sind nicht tödlich, aber wenn dich eine beißt, wünschst du dir, du wärst tot". Nun hab ich ja null Ahnung von Schlangen und bin deshalb ein echter Schisser wenn ich einer so nah begegne.
Also sag ich Tschüss zum Schlängerl und bin froh, dass wir beide Glück hatten, sie dass ich nicht auf sie draufgetreten bin, und ich dass ich nicht gebissen wurde. Ich bin ja alleine unterwegs. Wobei Uwe, wäre er bei mir, im Ernstfall eh nur noch Händchen halten könnte, denn bis er ein, zwei Stunden irgendwo hin laufen könnte um Hilfe zu holen, bräuchte ich keine mehr.

Dann komm ich ans Zufahrtstor zur Lodge. Waaas? Von dem war nicht die Rede.
Dies zu erwähnen, empfand Roland vermutlich nicht wichtig, oder ich hab es vergessen.

20250510_123502.JPG


Ich lauf mal weiter....und weiter....und weiter.....
Als, meine Uhr mehr als 9000 Schritte anzeigt ziehe ich es in Erwägung umzukehren.

Das Bohrloch sollte nach ca. viereinhalb Kilometer kommen. Ich kann sehr weit schauen, aber ich seh nirgends etwas das ein Bohrloch sein könnte. Ein Stück laufe ich aber noch.

Bei Kilometerstand 11000 Schritte denke ich, es ist besser umzukehren. Den Weg den ich gekommen bin, finde ich eher wieder als den Rest der Strecke, den ich noch nicht gesehen habe.

Also nehme ich die 11000 Schritte Rückweg in Angriff.
Da waren ein paar Gatter, ein paar Kühe, abgestorbener Baum....und dann?
Diesen oder jenen Weg? Keine Ahnung.
Ich nehme mal den links und bin irgendwann in einem sehr cool angelegten Camp,
nur war das auf der ersten Strecke auch schon da? Da war ein Camp, aber das sah ganz anders aus.

20250511_115014~2.JPG


20250511_114935~2.JPG


20250511_115114~2.JPG


Ich lauf wieder ein Stück zurück und versuche mich zu orientieren. Aber die andere Möglichkeit macht auch keinen Sinn. Komisch!
Ein Fahrzeug biegt ins Camp ein und der Fahrer grüßt.
Ich nutze die Gelegenheit, um nach dem Weg zu fragen. Er spricht zum Glück deutsch. So falsch liege ich gar nicht, ich bin auf dem Hinweg nur auf der anderen Seite des Camps vorbeigelaufen.
Jaaaahaaa, lacht nur….wenn du einen Elefanten zum ersten Mal siehst und ihn von vorn betrachtest, siehst du einen Rüssel und zwei Ohren, wenn du ihn von hinten anschaust, siehst du einen breiten Hintern und einen Schwanz…da könnte man schon denken, es sind zwei verschiedene Tiere…oder zwei verschiedene Camps….
Der nette Camper weist mir grob die Richtung. Da kann jetzt eigentlich nix mehr schief gehen.....denke ich.

Aber nach einer Weile verliere ich wieder die Orientierung. So grob glaube ich trotzdem richtig zu liegen.
Da grüßen mich auf einem Parallelweg ziemlich weit weg, zwei Mitarbeiterinnen der Lodge, die auf dem Weg zur Arbeit sind.
Was bin ich doch für ein Glückspilz.
Nix wie in gebührendem unauffälligem Abstand hinterher.

20250511_114621~2.JPG


20250511_115037~2-2.JPG


Die zwei kennen ein paar Abkürzungen. Ich muss auf die Distanz aufpassen, dass ich sie nicht aus den Augen verliere. Denn auf solchen Abwegen sucht mich keiner, wenn ich in der Prärie übernachten muss. Aber ich habe Glück und ein Viertel Stündchen später bin ich an unserem Chalet.
Also ich meine, mein Orientierungssinn könnte schon ein bisschen besser sein, aber die Farm „Fest in Fels“ hat schon zu Recht ihren Namen und so gut getarnt wie sie in die Felsen gebaut wurde, ist es schon schwer für einen Maulwurf wie mich, den Weg zu finden.

Jetzt habe ich 21000 Schritte und war drei Stunden unterwegs- Passt! Ich habe überlebt und zurück gefunden – das ist doch ein guter Tag!

Uwe kommt mir auch schon entgegen.
Wir trinken zusammen einen Kaffee und er erzählt mir wie es gelaufen ist.

20250512_074951~2.JPG


Er fragte den Manager, ob die Person, die den Geldbeutel abgegeben hat, da wäre.
Das war sie. Sie wurde gerufen und Uwe bedankte sich mit einer Umarmung und einem sehr großzügigen Finderlohn. Er schildert mir, dass die Mitarbeiterin sprachlos vor Freude war.
Das freut auch mich sehr und die Botschaft ist, dass Ehrlichkeit Anerkennung wert ist.

Den restlichen Tag chillen und lesen wir und genießen die Ruhe auf unserer Terrasse, mit wunderschönem Ausblick.
Für heute hatten wir beide genug Programm.
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
zuletzt bearbeitet 03. Juli 2025
1'055 Beiträge · seit 201603. Juli 2025 · #102
Hallo Sylvia , herrlich herzerfrischend beschreibst du hier deine etwas orentierungslose Wanderung , und dann noch mit sooo tollen Aufnahmen , Danke dafür
LG Conny
Namibia zum 1. Elefantenrunde Abschied für immer Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?") [url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
Themenstarter988 Beiträge · seit 202303. Juli 2025 · #103
Hallo liebe Conny,
Hab herzlichen Dank für deine lieben Zeilen. Freut mich sehr, wenn meine Schreibe unterhaltsam ist und die Fotos ansprechend sind.
Viele liebe Grüße,
Silvia

Auch allen Button Drückern herzlichen Dank.
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
13 Beiträge · seit 202504. Juli 2025 · #104
Ich bin ganz neu im Forum und habe mich gerade extra registriert, um mich für den spannenden Reisebericht zu bedanken.
Wir fahren Ende August das erste Mal nach Namibia für knapp 3 Wochen und ich lese mich gerade etwas ein.
Themenstarter988 Beiträge · seit 202304. Juli 2025 · #105
Guten Morgen s.thym,
herzlich willkommen hier im Forum. Da hast du als Namibia Neuling eine supergute Möglichkeit gefunden, dir Inspiration zu holen und deine Fragen loszuwerden.

Wie schön, dass du uns gefunden hast.
Vielleicht teilst du ja später auch deine eigenen Erfahrungen mit uns.
Im August dürfte es morgens und nachts ziemlich frisch sein. Aber es ist eine tolle Reisezeit für Tiersichtungen.

Dass du dich extra angemeldet hast um mir Danke zu sagen, ehrt mich sehr und freut mich riesig.

Sind auf unserer Rundreise Destinationen dabei, die bei euch auch auf dem Plan stehen?

Unsere Runde war sehr ähnlich wie unsere erste Namibia Reise. Nur hatten wir damals ein paar richtig gute Stopps ausgelassen.
Aber Namibia muss man, glaube ich, in mehreren Etappen entdecken. Da gibt es viel zu viel Natur, Kultur und Erlebnis nur für einen Besuch 😄
Seid ihr Camper oder Lodgehopper?
Liebe Grüße und tausend Dank für deine sehr netten Worte, Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
636 Beiträge · seit 202304. Juli 2025 · #106
Liebe Silvia,

ich lese deinen Bericht so so gerne, er macht die Vorfreude auf die nächste Tour noch größer. Und gedanklich plane ich auch schon wieder die übernächste Reise 😄

Dass du einfach alleine losgelaufen bist trotz deines nicht ganz so ausgeprägten Orientierungssinns - Respekt! Ich hätte ganz schön Bammel bekommen, wenn ich gemerkt hätte, dass ich irgendwo falsch bin. Vorallem auf dem Rückweg 🤪

Zum Glück hast du gut zurück gefunden!!

Ich freue mich auf den weiteren Bericht 🙂
Themenstarter988 Beiträge · seit 202304. Juli 2025 · #107
Liebe Melanie,
so schön, dass du auch noch mit dabei bist. Vielen herzlichen Dank für deine lieben Worte.

" Nicht so ganz ausgeprägter Orientierungssinn" ist echt gut.
Meiner ist irgendwo zwischen Verteil-Station und Auslieferung verlorengegangen und hat den Empfänger nie erreicht.
Ich wurde sogar mal mit Hunden gesucht, als ich mich im Alter von vielleicht 5 Jahren bei meiner Oma in einer Kleinstadt hoffnungslos verlaufen hatte. Echt jetzt: Diese Gehirnwindung fehlt mir 🤪

Ein bisschen leichtsinnig war es schon, unter diesen Umständen allein loszulaufen. Ich hatte sogar markante Punkte fotografiert, aber auf dem Rückweg sah ich dann "den Elefanten" eben von hinten. 😁

Ich wollte einfach die traumhafte Landschaft erkunden. Bei Uwe konnte ich nach seinem Ritt zurück nach Aus nicht mehr viel Motivation erwarten.

Nächstes Mal muss ich vielleicht ein paar Schleifchen verteilen oder den "Elefanten" von beiden Seiten fotografieren.
Wenn man sein Leben lang ein Defizit hat, findet man schon eine Möglichkeit sich zu arrangieren.

Ich bin ja zum Glück nicht verloren gegangen.

Grüßle und ein schönes Wochenende, Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
768 Beiträge · seit 201704. Juli 2025 · #108
Hallo Silvia, puh du bist mutig… zum Glück ist alles gut gegangen. Ich hätte mich alleine wahrscheinlich nicht getraut. Und so schön, dass dein Mann sich bei der ehrlichen Finderin so grosszügig bedankt hat. Ich bin weiterhin gerne dabei. Wir planen unsere nächste Reise für 2026 und ich glaube ich möchte auch im Voigtland starten 🙂
Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Themenstarter988 Beiträge · seit 202305. Juli 2025 · #109
Liebe Caroline,
vielen herzlichen Dank für deinen Gruß und deine lieben Zeilen. Bis nächstes Jahr dauert es ja nur noch sechs Monate 😄 Drei Mal im Bett umgedreht und du kannst deine Koffer packen 🤩

Mit Voigtland zu starten ist eine gute Wahl. Zur Farm ist es keine lange Anfahrt, es gibt den Pool und man kann einfach sehr schön und entspannt ankommen.

Was meine Wanderung betrifft: Zwischen Mut und Dummheit liegt nur ein ganz schmaler Grad 🙂 . Ich hatte schon ein bisschen unterschätzt wie gleich alles für mich aussieht, wenn ich mich orientieren muss. Manchmal ist eine Portion gesunder Schiss vielleicht besser als "mutig" zu sein.

Liebe Grüße und ein wunderschönes Wochenende,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
13 Beiträge · seit 202505. Juli 2025 · #110
Liebe Silvia,
wir fliegen Ende August bis Mitte September. Wir sind mit unseren beiden Kindern (14 und 16 Jahre) unterwegs und haben ein Auto mit 2 Dachzelten.
Die Idee mit den Dachzelten entstand, weil wir spät dran waren mit buchen und es im Etosha zb keine festen Unterkünfte mehr gab, aber Campsites.
Jetzt haben wir 5 Nächte in den Zelten und den Rest in Lodges.
Wir fahren erstmal nach Mariental in den Süden, dann zur Mount Canyon lodge für 2 Nächte (von da dann evtl zum Fish River Canyon als Tagesausflug-wobei ich gerade sehe, dass das zu weit sein wird….), dann nach Lüderitz, über die Namtib Desert Lodge zum Sesriem Camp, Barkhan Dune Resort nach Swakopmund (Desert Breeze Lodge) zum Spitzkoppe Camp, Twyfelfontein Camp, Dolomiten Camp, Okaukuejo Camp, Onguma Bush Camp und Leadwood Camp (es gab keine zweite freie Nacht im Bush Camp…), dann über die Aloe Grove Safari Lodge zur Immanuel WILDERNESS Lodge (Vogtland guesthouse war auch ausgebucht…)

Ich freu mich schon sehr und muss mal langsam in die Detail Planung gehen, was ich wo sehen und unternehmen will, auch immer auf dem Weg von einem Ort zum anderen.

Ich freue mich, weiter bei dir mitzulesen.

Liebe Grüße,
Sybille
Themenstarter988 Beiträge · seit 202305. Juli 2025 · #111
Liebe Sybille,
das klingt nach einer sehr schönen Reise. Schade, dass es mit Voigtland nicht geklappt hat. Nächstes Mal dann, denn es würde mich wundern, wenn es kein nächstes Mal gäbe, 😄
Du freust dich schon sehr? Das glaube ich, was anderes wäre auch gar nicht vorstellbar. 🤩
Ein paar Anregungen für Aktivitäten findest du ja schon in meinem Reisebericht. Vielleicht ist ja was für euch dabei.
So lange ist es jetzt auch gar nicht mehr hin, bis es bei euch losgeht.
Viele Spaß beim weiteren Planen und liebe Grüße,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
16,9k Beiträge · seit 201205. Juli 2025 · #112
s.thym schrieb:
dann zur Mount Canyon lodge für 2 Nächte (von da dann evtl zum Fish River Canyon als Tagesausflug-wobei ich gerade sehe, dass das zu weit sein wird….),
Was verstehst Du unter zu weit?
Meinst Du die Gondwana Canyon Lodge? Da wären es 12 Kilometer bis nach Hobas, dem NWR Camp, und nach der Besorgung des Permits sind es noch einmal rund 10 Kilometer bis zum Main View Point.
oder
die Mount Canyon Guest Farm? Da sind es nach Hobas, dem NWR Camp, 75 Kilometer und nach der Besorgung des Permits sind es noch einmal rund 10 Kilometer bis zum Main View Point.

LG
Logi
13 Beiträge · seit 202506. Juli 2025 · #113
Hallo Logi,
ich habe gerade nochmal nachgeschaut, es ist die Mount Canyon Guestfarm.
Als ich die Reise geplant hatte, habe ich mir wohl gedacht, dass es geschickt wäre da 2 Nächte zu bleiben, damit man einen Tag zur Verfügung hat für den Fish Canyon. Jetzt war ich mir plötzlich unsicher , ob die Fahrt nicht doch zu lange dauert. Da muss ich mir nochmal alle Unterkünfte und die Wege dorthin anschauen, damit ich eine genaue Idee haben, was wir wann, wo unbedingt sehen wollen.
Ursprünglich hatten wir den Caprivi Streifen in Erwägung gezogen, ich hatte aber keine Lust auf Malaria Prophylaxe. Und so hatten wir Zeit, doch noch einen Abstecher in den Süden zu machen…
Wie gesagt, das Grundgerüst steht mit den Unterkünften, die Detailplanung fehlt noch…
Viele Grüße,
Sybille
Themenstarter988 Beiträge · seit 202306. Juli 2025 · #114
12. Mai - leider wieder ein bisschen textlastig, aber ich bemühe mich unterhaltsam zu schreiben 😁

Kurz nach neun machen wir uns auf den Weg.
Beim Check out fällt unsere Rechnung heute etwas höher aus, weil wir die Farmrundfahrt mitgemacht haben.

Roland möchte gerne Bares sehen und knöpft uns fast unser ganzes Bargeld ab.
Wir konnten am Flughafen leider nichts holen, weil der ATM außer Betrieb war.
In Lüderitz haben wir nur halbherzig gesucht, weil wir die Vorstellung hatten, bis Swakop würde unser Bares noch gut reichen. Jetzt hoffen wir, dass wir doch noch vorher unsere Liquidität wiederherstellen können.

Auf geht’s. Wir fahren die zwanzig Kilometer übers Farmland zurück auf die D707 Richtung Dead Valley Lodge. Das Panorama ist nach wie vor eine Augenweite.

20250512_122831~2.JPG


In Betta möchten wir unseren Hillux füttern. Aber an der Tanke steht: Nur Barzahlung möglich. Na Klasse!
Ein paar Getränke könnten wir noch zahlen, aber keine Tankfüllung mehr. Nach einem ATM sieht es hier auch nicht aus.
Also bleibt unser Wägelchen auf Diät, bis wir in Sesriem sind.
Nach der Tanke begeben wir uns auf eine wilde Fahrt über die C27 – eine Strecke, die ich so schnell nicht wieder vergessen werde.

20250512_101155~2.JPG


Kaum sind wir ein paar Kilometer unterwegs, verwandelt sich die Pad in eine Wellblechpiste, so ruppig, dass ich sicher bin, ich bekomme gerade eine Organ-Transplantation. Dafür wird mein Hirn zum Smoothie püriert. In meinen kühnsten Träumen hätte ich mir nicht vorstellen können, dass so etwas hier noch als fahrbarer Untergrund durchgeht.

Uwe kann lenken, wie er will – die Räder kooperieren nicht mehr und entwickeln ein Eigenleben. Sie schwimmen unkontrollierbar über das, was einmal eine Straße war. Das kommt einem Allradabenteuer auf einer ruinierten Eisbahn gleich. Uwe fährt mit Bedacht und passt seine Geschwindigkeit an.

Aber im Ernstfall hilft uns das wenig, denn immer wieder kommen uns Fahrzeuge mit deutlich höherer Geschwindigkeit entgegen. Unvorstellbar, :Die fahren auf demselben Untergrund wie wir!
Egal wie vorsichtig wir sind – wenn eines dieser Fahrzeuge in uns hineinschlittert, sind wir geliefert.

Ob das Präsidentel- Car hier auch schon mal langgefahren ist? Vielleicht sollte man das Staatsoberhaupt mal zu einer kleinen Spazierfahrt über die C27 einladen.

20250512_102449~3.JPG


Als wir endlich in Sesriem ankommen, sind wir beide fix und fertig. Mein Hirn-Smoothie meldet Schmerzen und ich bin am ganzen Körper total verspannt. Uwe hat zwar keinen Brummschädel, aber seine mentale Leistungsbereitschaft hat sich abgemeldet.

Hier gibt es zum Glück eine Tankstelle mit ATM. Wir versorgen uns mit frischgedruckten Scheinen und lassen unseren Hilux Benzin schlucken, bis er sein Völlegefühl erreicht hat.
Ein paar Minuten später fahren wir schon auf das Gelände des Dead Valley Camps.
Sie befindet sich nur ca. 700 Meter nach dem Tor. Die Nähe zur Straße hat ihre Vor- und Nachteile. Aber hier haben wir die Möglichkeit der Zusatzstunde im Park.

Wir finden einen netten Parkplatz für unser Wägelchen.
Leider parkt hier auch ein Reisebus. Dies dämpft meine Stimmung schon bevor wir richtig angekommen sind.

Für den Check-in müssen wir ein Momentchen warten. Wir setzen uns und lassen unsere Blicke schweifen. Mir fällt sofort ein Behältnis mit Wasser auf, welches mit Zitronenscheiben aromatisiert wird. Nur habe ich selten so etwas unappetitliches gesehen. Die Brühe sieht schon trüb aus, es schwimmen schleimige Fäden drin. Ich kann gar nicht lange hinsehen, so widerlich finde ich diesen Anblick.
Wir sind in einer Unterkunft, die sich gut bezahlen lässt. Das Ding steht nicht irgendwo in einer verborgenen Ecke, sondern auf dem Präsentierteller. So Etwas hätte ich hier nicht für möglich gehalten.

Nachdem die Formalitäten erledigt sind, werden wir darüber informiert, dass unsere Ballonfahrt für morgen, leider wegen der momentanen Windsituation abgesagt werden musste und dass auch in den nächsten Tagen keine Fahrten möglich sein werden.
Das ist nun der größtmögliche Dämpfer, den wir überhaupt bekommen können, denn wir sind im Grunde nur wegen der Ballonfahrt hier und haben dafür einen ungünstigen Schlenker in Kauf genommen und die Höllenfahrt auf der C27.
Der Angstschweiß klebt mir immer noch am Körper.
Ohne die Ballonfahrt wären wir direkt nach Ababis gefahren und hätten die zwei Tage im Etosha angehängt. Das ist sooo unglaublich schade. Ach Mensch! Nun ja, jetzt ist es so. Machen wir das Beste draus!

Alternativ buchen wir einen Drive ins Sossusvlei. Uwe hat das Fahrtraining auf Ababis noch vor sich – und ganz ehrlich: Die Zufahrtspiste zum Vlei ist kein Ort für eine Jungfernfahrt im Tiefsand.
Wobei wir hier nicht allein wären – würden wir im Sand versinken, würde man uns sicher helfen. Aber wenn das vor Publikum passiert, tut das mehr weh, als wenn wir uns irgendwo im nirgendwo auf uns allein gestellt ausgraben müssen. Heute will sich Uwe auf kein Experiment mehr einlassen.

Wir waren bei unserer ersten Namibia-Reise schon mal im Dead Vlei. Damals sind wir sogar mit dem Jeep beinahe im Sand versunken, während private Fahrer in der Mittagshitze ihre Fahrzeuge freilegen mussten. Ich bin bis heute überzeugt, unser damaliger Fahrer hat das alles inszeniert. So nach dem Motto: Ein bisschen Abenteuer fürs Touri-Herz darf nicht fehlen. Uwe hält aber nach wie vor daran fest, dass die Aktion kein Fake war.

Wie dem auch sei: Heute hat Uwe keine Lust mehr den Helden zu spielen. Die C27 hat ihm eine Portion fahrerische Demut verpasst. Sein Bedarf an Heldenfeeling ist vorerst gedeckt. Wir entscheiden uns also für Komfort und Sicherheit. So kann auch Uwe mal entspannt und mit ungeteilter Aufmerksamkeit die Umgebung genießen.

Gut, der Drive ist also gebucht, und schon werden unsere Koffer auf einen Golfwagen geladen und zu unserem Zelt gekarrt. Es sind erstaunlich viele Zelte – sie liegen relativ dicht beieinander, ohne Sichtschutz, in zwei Reihen.
Uns wird das vorletzte zugeteilt, leider in der zweiten Reihe. Das ist die nächste Enttäuschung für mich. Wir haben über ein Jahr im Voraus gebucht – sogar lange bevor die neuen Preise bekannt waren. Da fragt man sich schon, nach welchen Kriterien die Einheiten vergeben werden.

20250512_152333~2.JPG


Das Zelt vor und neben uns lässt sich beim Blick in die Ferne nicht wirklich ausblenden. Der Abstand zur Nachbar-Residenz, kann nicht als großzügig bezeichnet werden. Wenn diese kommen oder gehen, kann man sich beim Duschen oder auf dem Klo sitzend gepflegt mit ihnen unterhalten. Falls das nicht so dein Ding ist, bleibt nur die Variante: Vorhänge zu und auf den schönen Ausblick verzichten.

Mir wird das leider erst bewusst, als ich tatsächlich unter der Dusche stehe – und die Nachbarn just in dem Moment auf die Idee kommen, zu gehen. Sie laufen also direkt in meine Blickrichtung. Ich könnte schwören, wir hatten einen Moment Blickkontakt. Wer von uns mehr peinlich berührt war, lässt sich schwer sagen. Ich hätte mir in dem Moment gewünscht, der Boden täte sich auf und verschluckte mich. Aber wie heißt es so schön: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Immerhin – auf diese Weise haben wir uns schon mal ganz persönlich kennengelernt.

20250512_151626~2.JPG


Von außen betrachtet – und auch auf den ersten Blick von innen – sieht das Zelt durchaus hübsch aus.

20250512_152038~2.JPG


Allerdings: Der Zeltstoff hätte innen dringend mal eine Reinigung nötig. Die Tür ist leider komplett verzogen, klemmt und schleift über den Boden. Sie lässt sich nur mit lautem Krawall öffnen oder schließen.

Beim Duschen kommt das Wasser entweder kochend oder in Eiswürfelform aus dem Duschkopf – immerhin in eigenständigen Intervallen. Diese Kneipp-Anwendung ist gratis. Ansonsten gibt es an unserer Behausung aber nichts zu meckern.

Wir lassen unsere Koffer im Zelt stehen und gehen erst mal zum Restaurant, um eine Kleinigkeit zu essen. Es gibt einen überdachten Restaurant Bereich mit Schatten und mit bequemen Stühlen. Die meisten Gäste sind schon weg, und es gäbe jede Menge Platz. Doch auf vielen Tischen steht noch das schmutzige Geschirr.
Uns wird ein Tisch in der prallen Sonne angeboten – mit Betonstühlen, die mehr Dekoration als Sitzgelegenheit sind. Ich sage nichts, finde es aber nicht okay. Warum setzt man Gäste hier hin, wenn zwanzig freie Tische mit bequemen Stühlen im Schatten zur Verfügung stehen?

Im Laufe unserer Mahlzeit wird mir der Grund klar: Das Personal fühlt sich offenbar nicht zuständig, das schmutzige Geschirr abzuräumen oder für Ordnung zu sorgen. Bis sich jemand erbarmt, sind wir fast fertig mit dem Essen.

Bei Tageslicht fehlt dem Restaurant- und auch der Lounge – jeglicher Charme. Ich habe das Gefühl in einen Massenbetrieb mit demotiviertem Personal geraten zu sein.
Wir halten uns nicht länger auf als nötig, gehen Duschen und richten uns kurz ein.

Dann ist es auch schon Zeit zum Aufbruch in den Canyon. Dort wollen wir unseren Sonnenuntergangs-Spaziergang machen.
Unterwegs läuft ein Schakal ein Stück neben unserem Auto her. Er ist flott unterwegs, aber leider auf Uwes Seite. Ich kann ihn gar nicht fotografieren und zum Stehenbleiben hat er es zu eilig. Aber nett, dass wir uns kurz kennengelernt haben.

Wir überholen einen Reisebus – der fährt offensichtlich auch zum Canyon. Na toll. Für ein echtes Urlaubserlebnis in Stille und Einsamkeit ist ein Reisebus fast ein bisschen wenig. Das sieht der zweite Bus auf dieser Strecke wohl ähnlich. Wir lassen auch diesen hinter uns und hoffen auf einen kleinen zeitlichen Vorsprung der es uns erlaubt, ein paar Fotos ohne eine Invasion von Asiaten im Bild zu machen.

Zwar sind wir einen Ticken schneller am Parkplatz als die beiden Busse, aber weil ein Fahrzeug vor dem Wegweiser steht, sehen wir diesen nicht und suchen vergeblich nach dem Zugang. Tja, Pech gehabt, damit haben wir den kurzen zeitlichen Vorsprung verspielt.

20250512_164659~2.JPG


20250512_164811.JPG


20250512_165419~2.JPG


20250512_165424~2.JPG


20250512_165603~2.JPG
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2025
Themenstarter988 Beiträge · seit 202306. Juli 2025 · #115
Fortsetzung

Ein ganzes Geschwader Asiaten wird von zwei Reiseleitern zielstrebig in den Canyon geführt und wir traben ihnen hinterher.
Allerdings finden wir diese Gruppen fast noch interessanter als unser eigentliches Vorhaben. Die uns gebotene Maskerade ist eine Augenweide. Ich hätte sie gerne fotografiert, aber sowas ist ja unhöflich. Das macht man einfach nicht. Doch die Versuchung ist schon seeeehr groß.

Wir sehen Gummistiefel, Flip-Flops, Gesichtsmaske mit Sonnenbrille und Cappy. Kittelschürzen-Look, Handschuhe und Regenschirm als Sonnenschutz. Für mich fällt das eindeutig in die Kategorie Erstsichtung.
Vor dem ersten schönen Motiv springen sie wie Hampelmänner in die Luft, um ein Beweisfoto zu haben, dass sie tatsächlich im Canyon waren.

Ihre Reiseleiter führen die Gruppen direkt nach links zum Wasser. Sie sind sehr laut. Man hört sie weit. Wir gehen natürlich nach rechts. Hier sind nicht sehr viele Leute unterwegs. Aber es ist auch nicht so spannend. Plötzlich ist es still. Huch, was jetzt? Hat es ihnen die Sprache verschlagen?

20250512_170608~2.JPG


20250512_171152~2.JPG


20250512_165926~2.JPG


Wir gehen davon aus, dass sie nur ein Foto gemacht haben, und dann schnell zur nächsten Sehenswürdigkeit weitergehechtet sind. Wenn wir noch eine Chance haben möchten, den schöneren Teil im Abendlicht zu sehen, müssen wir umkehren und das tun wir auch.

Unsere Vermutung bestätigt sich. Sie sind alle weg, dafür hat bereits die nächste Gruppe den Weg gefunden. Sie sind aber auch schon auf dem Rückweg. Doch ob Asiaten oder andere Nationalitäten – ich wünsche mir ein Foto ohne menschliches Portrait. Dafür muss ich allerdings die schönere Perspektive opfern. Nun ja, heute ist nicht unser Glückstag. Zumindest ist es jetzt ruhig hier und wir können noch ein paar Minuten unsere Zweisamkeit genießen.

20250512_173025~2.JPG


20250512_173441~2.JPG


20250512_173736~2.JPG


20250512_174215.JPG


20250512_175955~2-2.JPG


20250512_180037~2.JPG


20250512_175644~2.JPG


Der anstrengende Fahrtag steckt uns noch in den Knochen und fordert sein Tribut. Wir gehen zeitig zum Essen – und diesmal bekommen wir auch einen schönen Tisch mit bequemen Stühlen. Eigentlich sind wir zu früh dran, also trinken wir, oder besser gesagt ich, vor der offiziellen Buffet-Eröffnung noch ein Glaserl Wein. Uwe bleibt bei alkoholfrei. Dabei lässt sich dieser Tag eigentlich nur mit ein oder zwei Flaschen Hochprozentigem schönreden.
Neeeiiin, ganz so schlimm war er auch nicht, aber eben anders als erwartet.
Jetzt, mit romantischer Beleuchtung, wirkt alles deutlich ansprechender. Am Himmel zeigen sich die ersten Sterne, und später beleuchtet uns der Mond den Rückweg.

20250513_054737.JPG


Die Reisegruppe sitzt am langen Tisch und ist so laut, als wären sie ganz unter sich. Auch ihre Manieren lassen zu wünschen übrig. Noch vor der offiziellen Zeit machen sie sich am Buffet zu schaffen und heben überall die Deckel der Töpfe und stecken ihre Nase rein – obwohl es dort eigentlich keine Selbstbedienung gibt.

Wir empfinden ihre Gesellschaft als unangenehm, vor allem wegen der Lautstärke.
Meine Vorstellung von einem romantischen Abend in Namibia sieht einfach anders aus. Aber irgendwie passt das alles zu diesem Tag – einer Aneinanderreihung kleiner Enttäuschungen. Oder vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch. Uwe kann viel besser damit umgehen als ich.
Das ist jetzt wohl das klassische halb volle – oder halb leere Glas.
Träge schlendern wir gegen 21 Uhr zurück zu unserem Zelt und fallen zeitnah in die Betten. Morgen heißt es früh aufstehen.
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2025
23 Beiträge · seit 202506. Juli 2025 · #116
Nacho schrieb: Es ist doch klasse, dass dir schöne Fotos von der Milchstraße gelungen sind. Das freut mich aufrichtig für dich. Ich werde schon noch rausfinden, wie ich mein Handy einstellen und was ich beachten muss. Vielleicht weiß es ja hier sogar jemand und kann mir weiterhelfen?
Ich habe ein Samsung 😄
Liebe Silvia,

bisher war ich nur stille Mitleserin deines schönen Reiseberichts und bin als blinder Passagier mitgefahren.

Auch wenn deine Frage schon ein paar Tage her ist, habe ich aber vielleicht eine Lösung für deine Nachthimmel-Bilder. Ich habe auch ein Samsung und habe ein App, die mir bei der Astro-Fotografie sehr hilft: Expert Raw. Dort gibt es neben einigen anderen spannenden Funktionen die Möglichkeit ein Astrofoto aufzunehmen. Das spannende ist, dass du auf dem Handy gleichzeitig die Sternbilder angezeigt bekommst und z.B. siehst, dass du den Gürtel des Orions aufnimmst ... ich finde das klasse 😄

Du kannst die Aufnahmezeit ganz simpel in kurz mittel lang steuern, Iso nach belieben verändern und es kommen dabei ganz schöne Ergebnisse heraus, auch wenn es nur mit dem Handy ist. Wenn du magst, kann ich dir gerne mal ein Beispiel als PN schicken, wenn das hier mit Dateianhang geht (bin ja noch neu hier).

Ich fotografiere gerne mit unserer guten alten Canon, aber bei Astrofotos habe ich da bisher immer noch nicht den richtigen Dreh raus. Das ist mir im Dunkeln auch immer echt lästig, alles richtig einzustellen ... und dann war es doch wieder nicht richtig 😐 😗
Von daher bin ich froh, dass es auch Alternativen dazu gibt, auch wenn die Foto-Profis hier wahrscheinlich nur darüber lächeln werden.

LG Anke
Themenstarter988 Beiträge · seit 202306. Juli 2025 · #117
Liebe Anke,
vielen herzlichen Dank, für deine Antwort auf meine Frage. Ich habe dir diesbezüglich eine persönliche Nachricht geschickt. Guck doch bitte mal in dein Postfach.
Was die Qualität von Handyfotos betrifft, so ist doch jedem klar, dass ein Handy seine Grenzen hat. Irgendwo muss ja auch das Profi Equipment und das Können derer, die damit umzugehen wissen, belohnt werden. 🙂

Für meinen persönlichen Gebrauch bin ich mit meinen Fotos trotzdem glücklich und hier im Forum habe ich ja geschrieben, dass ich nur mit dem Handy fotografiere. Da erwartet keiner, dass ich Profiqualität abliefere. 😄 Auch was die Astrofotografie betrifft, bin ich bescheiden genug um im Rahmen der Möglichkeiten zufrieden zu sein. Aber diesen Rahmen würde ich auch gerne nutzen, wenn ich wüsste wie 🤩
Deine Tipps werde ich ausprobieren.
Liebe Grüße,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
768 Beiträge · seit 201706. Juli 2025 · #118
Hallo Silvia, oje wie ärgerlich wegen dem Ballonflug! Da wäre ich auch sehr enttäuscht gewesen… und so laute Gruppen sind schon mühsam. Sehr schade! So habt ihr einen Grund wieder zu kommen 😉 liebe Grüsse, Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Themenstarter988 Beiträge · seit 202306. Juli 2025 · #119
Liebe Caroline,
ja, die abgesagte Ballonfahrt war schon ein großer Dämpfer. Aaaber dafür habe ich etwas anderes superschönes erleben dürfen.
Die Reisebusse muss man wahrscheinlich akzeptieren lernen wenn man nicht aufs Reisen verzichten möchte. Das ist mir auf dieser Reise leider sehr schwer gefallen.
Vielen lieben Dank für dein Feedback und einen schönen restlichen Abend,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
Themenstarter988 Beiträge · seit 202308. Juli 2025 · #120
Dienstag 13. Mai

Mein Hirn-Smoothie entwickelt sich in der Nacht zu heftigen Kopfschmerzen.
Die Rüttelpartie war gestern einfach zu viel für meine HWS. Ob ich den Ausflug ins Sossusvlei mitmachen kann, steht auf Messers Schneide. Aber heute habe ich Glück. Nachdem ich aufgestanden bin und mich fertig gemacht habe, sind die Schmerzen wie weggeflogen. Vielleicht war nur ein Nerv eingeklemmt.

Pünktlich zur Abholzeit finden wir uns an der Rezeption ein. Unser Fahrer hat ein bisschen Verspätung und das gibt dem Asiaten-Bus den Vorsprung, vor uns losfahren zu können. Bis wir im Park sind, haben wir noch einen zweiten vor der Nase. So ein Mist. Verfolgen die uns etwa?

Bei uns fahren zwei weitere Ehepaare mit. Die Chemie stimmt. Wir sind auf einer Wellenlänge.

An der Dune 45 halten die beiden Busse und ihre Insassen steigen aus, um den Sandberg zu erklimmen. Sie geben wieder ein Bild für Götter ab mit ihrer Kostümierung. Wir freuen uns über deren Vorhaben, denn wir fahren direkt ins Dead Vlei und erst anschließend hierher.

Am Parkplatz steigen wir aus und knöpfen uns den Weg zur Pfanne vor. Puh, ich komme ganz schön ins Schnaufen. War der Marsch vor drei Jahren schon genauso fordernd? Ich bleibe einige Male stehen und tue so, als müsste ich unbedingt ein paar Fotos machen.

20250513_071834~3.JPG


20250513_071749~2.JPG


Die anderen „bewundern die schöne Aussicht“ aber auch nicht weniger oft als ich. Vermutlich brauchen sie auch immer mal wieder ein paar Minuten, bis die Atemfrequenz wieder im grünen Bereich liegt.

20250513_085416~2.JPG


20250513_072418~2.JPG


Irgendwann ist der Weg durch den Sandkasten geschafft. Auf der Pfanne läuft es sich schon deutlich leichter. Sie liegt noch komplett im Schatten und wir müssen uns gedulden, bis die Sonne ihre ersten Strahlen über die Dünenkanten schickt.

20250513_072311~2.JPG


20250513_080537~2.JPG


20250513_073604~2.JPG


Unsere Gruppe verteilt sich.
Ein einzelner Baum, zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Er gibt ein besonders schönes Motiv ab, wenn später die Sonne genau über ihm aufgeht. Ich beobachte, dass fast alle um dieses Motiv herumschleichen und – genau wie ich - nach der besten Perspektive für sich suchen.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Pfanne hat jemand schweres Geschütz aufgefahren- professionelles Fotoequipment, wie es aussieht. Die Person gehört zu einer kleinen Gruppe, die alle auf den großen Moment warten um genau wie wir, diesen Baum zu fotografieren.

Während ich mit meinem Handy nah an den Baum heranmuss, kommt einer dieser Typen auf mich zu und bittet mich höflich, aber bestimmt darum, ihm nicht im Bild zu stehen, wenn die Sonne über den Kamm kommt. Ich versteh erst gar nicht recht was er will. Ihr wisst ja, mein Englisch ist verry not so good…aber irgendwann dämmert es mir, dass er von mir erwartet, dass ich meine Perspektive für ihn aufgebe und das Feld räume.

Ich Trottel tue ihm auch noch den Gefallen, wenn auch mit einem Grummeln im Bauch.
Dann beobachte ich, dass er nicht nur mich von der Fläche vertreiben möchte, sondern dass er auch die anderen nach und nach auffordert, ihm im entscheidenden Moment nicht im Bild zu stehen.

Gerade in dem Zeitfenster, in dem es spannend wird und Mister „Bitte alle aus dem Weg“ seinen Sonnenstrahl einfangen will, flaniert seelenruhig ein Pärchen hinter dem Baum hervor und bleibt mitten im Bild stehen. Diese Komik hat schon Filmpotential. Die zwei versauen zwar auch mir das Foto, aber die Situation ist urkomisch. Ich amüsiere mich mehr, als dass ich den Verlust meines eigenen Fotos bedaure – nicht, dass ich stolz drauf bin so gemein zu empfinden. Aber das nennt man wohl gerechten Ausgleich. Wie war das mit dem Karma?
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)