Tag 46 08.04.2024 Mesum Krater
Die weitere Routenführung war ein Kompromiss aus dem Eingangs geschilderten Wunsch, auch etwas anspruchsvollere Routen zu entdecken und gleichzeitig etwaige Risiken und Fahrtzeiten mit zwei kleinen Kindern nicht überzustrapazieren.
Nach dem Frühstück packten wir zusammen und fuhren zum Abspülen und Duschen zur Rezeption. Letztlich kamen wir hier leider erst gegen 11:00 Uhr weg Richtung Henties Bay. Die Straße war in Ordnung, bisweilen etwas Wellblech. In Henties Bay waren wir von der Größe und dem gepflegten Erscheinungsbild des Ortes sowie der Auswahl im Supermarkt positiv überrascht. Das hätten wir hier im gefühlten Nirgendwo so gar nicht erwartet. Wir stockton unsere Vorräte noch etwas auf und fuhren dann weiter Richtung Cape Cross. Hier war es extrem windig. Wir erwarben unser Permit und fuhren dann auf einen Picknickplatz, wo wir unsere zuvor in Henties Bay erworbenen Pies im Windschatten der Autos verzerrten.
Die Landschaft an sich wusste sehr zu gefallen.




Dann fuhren wir das letzte Stück bis zur Kolonie. Nach all den Berichten hatte ich mir den Geruch deutlich ekliger vorgestellt. Ja, es riecht sehr stark und es dauert einige Zeit, bis man den Geruch aus der Nase hat. Aber so unangenehm wie befürchtet, war es dann doch nicht. Die Robben waren wirklich überall. Sie waren auf beiden Seiten des Board Walks und zum Teil auch auf dem Board Walk selbst, wohin sie durch Lücken im Geländer robbten. Durch einen beherzten Annäherungsversuch gelingt es uns, eine Robbe, die es sich auf dem Weg gemütlich gemacht hatte, wieder herunter zu scheuchen.





Ich gehe mit meiner Mutter vorbei und den Steg weiter. Erst von hier aus sieht man eigentlich das gesamte Ausmaß der Kolonie. Wir kommen jedoch auch irgendwann nicht mehr weiter, weil an einer anderen Stelle noch mehr Robben auf dem Weg liegen.

Wir drehen daher um und wollen wieder zurück bis zum Ausgang des Stegs - da liegt nun aber erneut eine Robbe dazwischen. Und diese hat überhaupt keine Lust, uns Platz zu machen, im Gegenteil. Sie hechtet immer wieder auf uns zu und faucht dabei.. Wenn man sich die Zähne dieser Robben bei der Jagd unter Wasser ansieht, ist das ein Erlebnis, das man nicht unbedingt haben muss.. Irgendwann wird es ihr aber dann wohl doch zu dumm und sie robbt den Weg so lange weiter nach vorne, bis wir an einer breiteren Stelle an ihr vorbeihuschen können.
Hier sollte der NWR nicht nur für die sinnvolle Nutzbarkeit des Wegs (von dem aus man die eigentliche Kolonie überhaupt erst sieht) sondern auch für die Sicherheit seiner Besucher vielleicht mal etwas mehr Instandhaltung betreiben.
Schließlich verlassen wir die Robben wieder und biegen kurz hinter Cape Cross in den Track Richtung Mesum Krater. Wir hatten Rüdiger von Turnstone Tours, die auch regelmäßig Touren dorthin durchführen, gefragt, was der beste Weg sei und ob er uns einen Tipps geben könnte. Er meinte, wir sollten nicht den offiziellen Weg nehmen, sondern bereits früher abbiegen. Die Stelle ist auch in Tracks4Africa zu erkennen, aber dort recht eindeutig mit “bitte nicht hier fahren” beschriftet.. Wir verhalten uns also korrekt und nehmen den offiziellen Weg. Dieser ist jedoch übelstes Wellblech. Neben dem Track gibt es teilweise auf einer breite von über 50 Metern diverse Nebentracks in unterschiedlichem Zustand, oft kaum besser als der eigentliche Track. Es fehlt hier zum Teil offenbar sehr am Bewusstsein zu Track Pollution - wie man auch später noch sehr gut sah. Wenn man das etwas mit dem strengen Regiment in Island vergleicht - über das Auswärtige manchmal den Kopf schütteln - sieht man dass hier doch noch etwas Potential ist. Auch der Vergleich mit dem Aufschrei und dem Aufwand, den auch die namibischen Behörden in jüngerer Zeit betrieben, um Idioten, die in den Pfannen am Sossusvlei Donuts drehten (obwohl die Tracks hier im Nationalpark vermutlich auch auf Jahrzehnte oder Jahrhunderte sichtbar sein werden) lässt einen wünschen, dass hier vielleicht auch mal etwas strenger vorgegangen wird.



Insgesamt wurde es nun langsam auch etwas spät bzw. wir waren doch schon einige Zeit unterwegs. Durch den späten Start, Einkaufen in Henties Bay, Pause und die Robben näherte sich bereits der Abend.
Landschaftlich war die Strecke sehr interessant. Nach Vorne schien über allem, fast wie eine Fata Morgana das Brandberg Massiv zu schweben.





Nach einiger Zeit erreichten wir den Krater. Dieser wirkte Anfangs nur mäßig spektakulär. Dafür wehte ein starker, kalter Wind. Da wir keine Lust mehr hatten, weiter als nötig zu fahren, fuhren wir eine Stelle (selbstverständlich außerhalb des Nationalparks) an, die wohl regelmäßig für Übernachtungen genutzt wird und die vermeintlich windstiller war.

Wir aßen nur kalt, da der Wind viel zu stark wehte, um auf Gas zu kochen.
Dann gingen wir zum Sonnenuntergang auf den Hügel. Es war sehr windig und kalt (unter 15°C) - aber durchaus spektakulär. Vor allem der Blick auf das Brandberg Massiv mit “Alpenglühen” war toll.







Nach Sonnenuntergang sicherten wir alle losen Gegenstände und gingen rasch ins Bett. Mit Sonnenuntergang wurde der Wind jedoch nochmals deutlich stärker. Er rüttelte am Dachzelt, so dass das gesamte Auto wackelte. Der Wind pfiff eiskalt durch die Stoff des Dachzelts.. Unten war es etwas besser, da hier die Wände massiver waren.
K2 scheint das massiv zu stören und sie schläft partout nicht ein bzw. wacht ständig auf - kein Wunder bei der Geräuschkulisse (K1 schläft seelenruhig oben, natürlich dick eingepackt und mit einer Deckenrolle vom Wind abgeschirmt). Wir wechseln uns daher mit “Herum”-Tragen im Fahrzeuginneren ab, bis sie irgendwann doch tiefer schläft. Mittlerweile ist Mitternacht rum und der Sturm legt sich mit einem Mal..
Das war definitiv eine der bis dato unangenehmsten Camping-Erfahrungen und ich habe mich immer und immer wieder gefragt, wieso ich es für eine gute Idee hielt, mit 2 kleinen Kindern hier im Nirgendwo Wildcampen zu müssen..
Die weitere Routenführung war ein Kompromiss aus dem Eingangs geschilderten Wunsch, auch etwas anspruchsvollere Routen zu entdecken und gleichzeitig etwaige Risiken und Fahrtzeiten mit zwei kleinen Kindern nicht überzustrapazieren.
Nach dem Frühstück packten wir zusammen und fuhren zum Abspülen und Duschen zur Rezeption. Letztlich kamen wir hier leider erst gegen 11:00 Uhr weg Richtung Henties Bay. Die Straße war in Ordnung, bisweilen etwas Wellblech. In Henties Bay waren wir von der Größe und dem gepflegten Erscheinungsbild des Ortes sowie der Auswahl im Supermarkt positiv überrascht. Das hätten wir hier im gefühlten Nirgendwo so gar nicht erwartet. Wir stockton unsere Vorräte noch etwas auf und fuhren dann weiter Richtung Cape Cross. Hier war es extrem windig. Wir erwarben unser Permit und fuhren dann auf einen Picknickplatz, wo wir unsere zuvor in Henties Bay erworbenen Pies im Windschatten der Autos verzerrten.
Die Landschaft an sich wusste sehr zu gefallen.
Dann fuhren wir das letzte Stück bis zur Kolonie. Nach all den Berichten hatte ich mir den Geruch deutlich ekliger vorgestellt. Ja, es riecht sehr stark und es dauert einige Zeit, bis man den Geruch aus der Nase hat. Aber so unangenehm wie befürchtet, war es dann doch nicht. Die Robben waren wirklich überall. Sie waren auf beiden Seiten des Board Walks und zum Teil auch auf dem Board Walk selbst, wohin sie durch Lücken im Geländer robbten. Durch einen beherzten Annäherungsversuch gelingt es uns, eine Robbe, die es sich auf dem Weg gemütlich gemacht hatte, wieder herunter zu scheuchen.
Ich gehe mit meiner Mutter vorbei und den Steg weiter. Erst von hier aus sieht man eigentlich das gesamte Ausmaß der Kolonie. Wir kommen jedoch auch irgendwann nicht mehr weiter, weil an einer anderen Stelle noch mehr Robben auf dem Weg liegen.
Wir drehen daher um und wollen wieder zurück bis zum Ausgang des Stegs - da liegt nun aber erneut eine Robbe dazwischen. Und diese hat überhaupt keine Lust, uns Platz zu machen, im Gegenteil. Sie hechtet immer wieder auf uns zu und faucht dabei.. Wenn man sich die Zähne dieser Robben bei der Jagd unter Wasser ansieht, ist das ein Erlebnis, das man nicht unbedingt haben muss.. Irgendwann wird es ihr aber dann wohl doch zu dumm und sie robbt den Weg so lange weiter nach vorne, bis wir an einer breiteren Stelle an ihr vorbeihuschen können.
Hier sollte der NWR nicht nur für die sinnvolle Nutzbarkeit des Wegs (von dem aus man die eigentliche Kolonie überhaupt erst sieht) sondern auch für die Sicherheit seiner Besucher vielleicht mal etwas mehr Instandhaltung betreiben.
Schließlich verlassen wir die Robben wieder und biegen kurz hinter Cape Cross in den Track Richtung Mesum Krater. Wir hatten Rüdiger von Turnstone Tours, die auch regelmäßig Touren dorthin durchführen, gefragt, was der beste Weg sei und ob er uns einen Tipps geben könnte. Er meinte, wir sollten nicht den offiziellen Weg nehmen, sondern bereits früher abbiegen. Die Stelle ist auch in Tracks4Africa zu erkennen, aber dort recht eindeutig mit “bitte nicht hier fahren” beschriftet.. Wir verhalten uns also korrekt und nehmen den offiziellen Weg. Dieser ist jedoch übelstes Wellblech. Neben dem Track gibt es teilweise auf einer breite von über 50 Metern diverse Nebentracks in unterschiedlichem Zustand, oft kaum besser als der eigentliche Track. Es fehlt hier zum Teil offenbar sehr am Bewusstsein zu Track Pollution - wie man auch später noch sehr gut sah. Wenn man das etwas mit dem strengen Regiment in Island vergleicht - über das Auswärtige manchmal den Kopf schütteln - sieht man dass hier doch noch etwas Potential ist. Auch der Vergleich mit dem Aufschrei und dem Aufwand, den auch die namibischen Behörden in jüngerer Zeit betrieben, um Idioten, die in den Pfannen am Sossusvlei Donuts drehten (obwohl die Tracks hier im Nationalpark vermutlich auch auf Jahrzehnte oder Jahrhunderte sichtbar sein werden) lässt einen wünschen, dass hier vielleicht auch mal etwas strenger vorgegangen wird.
Insgesamt wurde es nun langsam auch etwas spät bzw. wir waren doch schon einige Zeit unterwegs. Durch den späten Start, Einkaufen in Henties Bay, Pause und die Robben näherte sich bereits der Abend.
Landschaftlich war die Strecke sehr interessant. Nach Vorne schien über allem, fast wie eine Fata Morgana das Brandberg Massiv zu schweben.
Nach einiger Zeit erreichten wir den Krater. Dieser wirkte Anfangs nur mäßig spektakulär. Dafür wehte ein starker, kalter Wind. Da wir keine Lust mehr hatten, weiter als nötig zu fahren, fuhren wir eine Stelle (selbstverständlich außerhalb des Nationalparks) an, die wohl regelmäßig für Übernachtungen genutzt wird und die vermeintlich windstiller war.
Wir aßen nur kalt, da der Wind viel zu stark wehte, um auf Gas zu kochen.
Dann gingen wir zum Sonnenuntergang auf den Hügel. Es war sehr windig und kalt (unter 15°C) - aber durchaus spektakulär. Vor allem der Blick auf das Brandberg Massiv mit “Alpenglühen” war toll.
Nach Sonnenuntergang sicherten wir alle losen Gegenstände und gingen rasch ins Bett. Mit Sonnenuntergang wurde der Wind jedoch nochmals deutlich stärker. Er rüttelte am Dachzelt, so dass das gesamte Auto wackelte. Der Wind pfiff eiskalt durch die Stoff des Dachzelts.. Unten war es etwas besser, da hier die Wände massiver waren.
K2 scheint das massiv zu stören und sie schläft partout nicht ein bzw. wacht ständig auf - kein Wunder bei der Geräuschkulisse (K1 schläft seelenruhig oben, natürlich dick eingepackt und mit einer Deckenrolle vom Wind abgeschirmt). Wir wechseln uns daher mit “Herum”-Tragen im Fahrzeuginneren ab, bis sie irgendwann doch tiefer schläft. Mittlerweile ist Mitternacht rum und der Sturm legt sich mit einem Mal..
Das war definitiv eine der bis dato unangenehmsten Camping-Erfahrungen und ich habe mich immer und immer wieder gefragt, wieso ich es für eine gute Idee hielt, mit 2 kleinen Kindern hier im Nirgendwo Wildcampen zu müssen..
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025