H.BadgerThemenstarter1'823 Beiträge · seit 201613. Juni 2025 · #62
9. Kapitel: Ankunft in Agra
In den späten Morgenstunden verlassen wir das Radisson Blu in Greater Noida in Richtung Agra. Beide Städte sind durch einen modernen Highway miteinander verbunden, so dass man für indische Verhältnisse recht zügig vorankommt. Nur die Warteschlangen an den Mautstationen bremsen uns immer wieder aus. Unterbrochen wird der Transfer durch die schon obligatorische Mittagsrast. Heute stoppen wir an einem Foodcourt, in dessen Halle diverse Fastfoodanbieter versammelt sind. Hier finden sich KFC, Subway und Co neben indischen Regionalmatadoren. Vor allem die Kinder freuen sich über Pizza-Hut-Pizzen: Not spicy at all. Überhaupt ist es ziemlich spannend, die indischen Variationen von Subs und Burgern zu begutachten. Am Ende bleibe ich aber bei einem leckeren Mangolassi, der an sich schon eine eigene Mahlzeit ist.
In den Nachmittagsstunden erreichen wir Agra, einen der kulturellen Höhepunkte der Reise, und steuern als erstes unser Hotel für die kommenden zwei Nächte an: Wieder werden wir in einem westlich-eleganten Radisson Blu wohnen. An den Standard könnten wir uns gewöhnen: Alles ist picobello gepflegt: Von der weitläufigen marmornen Lobby, über den auf dem Dach befindlichen Pool bis zu den großzügigen Zimmern. Und auch das Hotelrestaurant mit seinem umfangreichen Buffetangebot lässt keine Wünsche offen.
Wir haben ein wenig Zeit, uns von der Reise zu erholen. Dann wartet aber bereits unser Cultural Guide in der Lobby. CB hat einmal mehr ein gutes Händchen bewiesen: Unser Führer ist uns auf Anhieb sympathisch und wird sich als ein angenehmer und vor allem kenntnisreicher Begleiter herausstellen.
Den späten Nachmittag werden wir heute mit einem Besuch des Mausoleums von I'timād-ud-Daulah verbringen, einem Gebäudekomplex, der etwas abseits der touristischen Hauptpfade in Agra liegt. Sicher lotst uns Mr Satdev durch den dichten Verkehr der Metropole – wieder gleicht der Blick aus den Fenstern einer Vielzahl parallel an uns vorbeiziehender Filme – und bald können wir vor den Toren des Monuments aussteigen und werden von unserem Guide durch ein Spalier von Souvenirhändlern geleitet. Während die meisten Besucher den Ort bereits verlassen, beginnen wir mit der Besichtigung. Der Park, in dem das Mausoleum liegt, ist zu dieser Tageszeit eine Oase der Ruhe.
Zu unser aller Freude sind hier einige Kleine Mungos (Small Indian Mongoose) unterwegs. Nur leider haben wir unsere Monument-Objektive montiert – auf interessantes Wildlife sind wir fotografisch gar nicht vorbereitet.
Der unangefochtene Star des Nachmittags bleibt aber natürlich das Mausoleum selbst. Das Grab des Humayun in Delhi hat uns ja bereits einen Vorgeschmack auf die Pracht der Grabmäler der Mogulzeit gegeben, aber dieses Kleinod entfaltet nochmal einen größeren Reiz. Selten haben wir ein derart harmonisches Bauwerk gesehen, das mit seinem rein-weißen Understatement erst bei näherer Betrachtung den kunstvoll-kostbaren Schmuck aus Edelsteinintarsien offenbart.
Das Mausoleum wurde in den Jahren zwischen 1622 und 1628 von Nur Jahan, der Hauptfrau des Mogulherrschers Jahangir, für ihren Vater Mirza Ghiyas Beg errichtet. Dieser stammte aus Persien und erhielt wegen seiner Verdienste als Schatzmeister und später als Wesir des Reiches den Ehrentitel I'timād-ud-Daulah („Stütze des Staates“). Mirza Ghiyas Beg war der Großvater von Mumtaz Mahal, der Frau des fünften Mogul-Herrschers Shah Jahan, die am nächsten Tag der Reise noch eine Hauptrolle spielen wird.
Lange spazieren wir rund um das Gebäude herum und genießen dabei seine Symmetrie und strahlende Reinheit. Aus jedem Winkel weiß das Mausoleum uns aufs Neue in seinen Bann zu ziehen. Vor allem meine Frau ist tief berührt von der Wirkung des Gebäudes. Zu diesem Augenblick möchte man sagen: Verweile doch, du bist so schön.
Der Besuch des Mausoleums von I'timād-ud-Daulah ist für uns eine absolut friedliche und damit überaus intensive Erfahrung – ein Programmpunkt der Reise, an den wir immer gern zurückdenken. So exklusiv und damit intensiv werden wir das Taj Mahal am nächsten Morgen wohl kaum erleben.
Die Abendstunden verbringen wir bei gutem Essen im Hotel. Heute finden hier zwei Hochzeiten statt. Bereits die Vorbereitungen sind spannend zu beobachten, denn in diesem Zusammenhang lassen es Inder so richtig krachen. Und auch im weiteren Verlauf des Abends spielen wir gern Mäuschen und sind beeindruckt von den festlich gekleideten Gesellschaften, die u.a. mit Live-Video-Übertragungen auf eine Großleinwand ihren Freudentag zelebrieren.
Bald geht es dann auch in Richtung Bett. Morgen steht zwar keine Safari an, aber auch der Besuch des Taj Mahals – ein lange gehegter Traum – soll bereits wieder um 5:30 Uhr beginnen. Indien ist definitiv kein Reiseland für Langschläfer…
Hallo Sascha, schön zu hören das es dir wieder besser geht! Ich weiß gar nicht , was ich spannender bei deinen Bilder finde, die Tierbilder oder die tollen Monumente! Alles sehr spannend, anders als gewohnt und wunderschön! Das war sicherlich eine beeindruckende Reise. Ich bin gespannt wie es weiter geht! Vielen Dank fürs mitreisen Liebe Grüße Nicole
2007 Südafrika/2009 Südafrika/ 2011 Botswana/ 2014 Namibia und Botswana/ 2016 Namibia/ 2019 Namibia und Botswana/ 2022 Südafrika/ 2023 Namibia
fotomatte2'516 Beiträge · seit 200913. Juni 2025 · #64
Lieber Sascha,
natürlich kann ich einen Bericht von dir nicht umgehen, denn deine angenehme Schreibe in Kombi mit den gewohnt herausragenden Fotos sorgen für allerbeste Unterhaltung. Bislang habe ich nur ein paar "Dankie" hinterlassen, aber das vorletzte etwas vogellastige Kapitel fordert mich geradezu heraus, mich hier mal zu outen. Auch wenn der Subkontinent so gar nicht auf meiner Agenda steht, gefällt mir sehr, was ich bislang zu sehen bekommen habe. Wirklich bemerkenswerte Fotos.
panther1'296 Beiträge · seit 200714. Juni 2025 · #65
Hallo Sascha,
im Gegensatz zu Matte hüpfen wir hin und wieder von Ost nach West 😁 um euch auf eurer Indien-Tour zu begleiten. Wir sind also dabei, steht Indien doch auch irgendwann auf unserer Reiseliste. Wenn auch (bisher) nicht zum Birden. Aber Tiger muss natürlich sein 😮
schön, dass es Dir wieder besser geht und Du Zeit findest den Bericht zu schreiben! Nach meiner urlaubsbedingten Abwesenheit habe ich nun die letzten Kapitel nachlesen können und bin ganz begeistert von Euren Erlebnissen. Besonders der Vogelreichtum, den Du hier in gewohnt tollen Bildern präsentierst, ist beeindruckend. Aber auch die alten, indischen Monumente. Da kommt wirklich Vorfreude bei mir auf. Das Dhanauri Wetland mit den Saruskranichen und den Riesenstörchen gefällt mir ganz besonders. Das können wir leider nicht mehr in unsere Reise einbauen. Da ich aber unbedingt Saruskraniche sehen möchte, machen wir nun von anderer Stelle eine entsprechende Safari (Sarus-Trail) mit. Dein Bild mit dem Trompeten der Kraniche hat mich überzeugt, dafür etwas anderes zu verschieben. Man muss Prioritäten setzen. 😎
Liebe Grüße und ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht. Tina
H.BadgerThemenstarter1'823 Beiträge · seit 201615. Juni 2025 · #67
Wie schön, dass sich hier so viele Mitlesende zu Wort melden! Das freut mich sehr.
@ Nisoka Liebe Nicole, für Fotografen ist Indien ein Paradies: Wildlife und Kulturstätten sind einfach sehr fotogen. Wie schön, dass dir die Bilder gefallen!
@ fotomatte Lieber Matthias, wie schön, dass du deinen Weg zu meinem Bericht gefunden hast. Es freut mich sehr, dass dir meine Vogelaufnahmen gefallen. Für den Interessierten bietet Indien hier wirklich enorm viel und im Winter, wenn viele gefiederte Gäste da sind, wohl noch viel mehr. Der ein oder andere schöne Vogel folgt in den kommenden Kapiteln noch.
@ panther Hallo Martina und Ralf, wie schön, dass es euch von Vietnam ein wenig gen Westen verschlagen hat und ich hoffe, euch über die Vögel hinaus auch das ein oder andere Interessante zeigen zu können. Im Vorfeld der Reise war für uns klar, dass Tiger "sein müssen". Das hat durchaus für nicht immer angenehmen Druck gesorgt...
@Tina76 Liebe Tina, herzlich willkommen zurück aus Bulgarien auch an dieser Stelle! Es freut mich, dass dir unsere Erlebnisse und Fotos gefallen und die Vorfreude auf eure baldige Reise steigern. So soll es sein! 😉 Die Beobachtung von Saruskranichen in den Reiseverlauf einzubauen, kann ich nur empfehlen. Besucht ihr nicht den Keoladeo NP? Dort werden sich sicher auch Sichtungsmöglichkeiten haben. Oder findet dort der von dir angesprochene Sarus-Trail statt? Die Kraniche sind in jedem Fall ein Erlebnis für Auge und Ohr.
Ich bin natürlich auch weiterhin dabei, denn Deine Bilder sind wie immer wunderschön.
Für Kranich Fans habe ich noch einen anderen Tipp in Indien.
Khichan, ein Dorf im nördlichen Teil der Wüste Thar in Rajasthan, ist seit langer Zeit eines der Winterquartiere tausender Jungfernkraniche (Demoiselle Crane). Es besteht zwischen den Dorfbewohnern und den Vögeln eine freundschaftliche Beziehung. Die Kraniche werden mit Korn gefüttert. Was anfänglich mit ein paar Dutzend Vögeln begann, ist über die vielen Jahre zu einer wichtigen Migrationsroute für Tausende von Kranichen geworden, die das Dorf Jahr für Jahr von Oktober bis März besuchen.
LG Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
tiggi1'558 Beiträge · seit 201115. Juni 2025 · #69
Lieber Sascha, deine Fotos sind wundervoll und steigern die Vorfreude auf eine sehr ungewisse Reise, die aber noch in weiter Ferne ist. 🤪 Neben all den schönen Tierbildern, interessieren uns natürlich auch die Grabmäler und Kulturstätten in diesen bunten Land.
Eure Reise hat uns ermutigt endlich auch ein Land kennenzulernen, von dem wir immer glaubten, dass weder die Hygiene noch der Verkehr für uns geeignet sind. Manchmal braucht es einfach nur einen "Anstubser". 😉 Vielen Dank dafür!
Nun bin ich natürlich sehr gespannt, wie es bei euch weitergeht und kann kaum erwarten, was du noch "präsentierst"!
H.BadgerThemenstarter1'823 Beiträge · seit 201616. Juni 2025 · #70
Guten Morgen!
@ botswanadreams Hallo Christa, es freut mich, dass dir die Fotos gefallen. Danke für den Tipp mit den Jungfernkranichen. Für eine bestimmt in nicht zu ferner Zukunft geplante Rückkehr ist das ein weiterer interessanter Spot. Überhaupt ist der Bericht über eure große Indienreise ein schier unerschöpflicher Quell von Reisesehnsucht und Inspiration. Für eine zweite Tour in die Region ist bspw. Kaziranga auf jeden Fall gesetzt.
@ tiggi Hallo Biggi, sehr schön, dass die Bilder eure Vorfreude steigen lassen. Der Verkehr wird insofern kein Problem sein, da ihr ja ganz entspannt auf der Rückbank sitzen könnt. Die Hygiene, vor deren Mangel wir auch im Vorfeld Sorge hatten, hat sich als überhaupt kein Problem dargestellt. In den Hotels war sowieso alles absolut sauber und auf westlichem Standard. Und unterwegs hat unser Team sehr darauf geachtet, dass wir nur an Raststätten oder Restaurants Halt machen, deren Sanitäranlagen in sehr gutem Zustand (und auch westlich ausgestattet) sind. Öffentliche Toiletten in Nationalparks haben wir nicht genutzt, aber selbst am Taj Mahal waren diese ziemlich in Ordnung - man denke aber immer daran Papier mitzunehmen, weil Toilettenpapier in den öffentlichen Toiletten Indiens eben eher fremd ist.
Ich bin auf jeden Fall froh darüber, den "Anstubser" gegeben zu haben. Ich denke, ihr werdet es nicht bereuen!
Heute geht die Reise hier auch irgendwann weiter - schließlich steht mit dem Taj Mahal ein kultureller Höhepunkt bevor.
H.BadgerThemenstarter1'823 Beiträge · seit 201616. Juni 2025 · #72
@ Annick Schön, dass du noch dabei bist! Vor 40 Jahren bist du nach Indien gereist? Das muss eine ziemlich andere Welt gewesen sein! Wir sind für so ursprüngliche Eindrücke einfach ein bisschen zu spät auf die Welt gekommen. 😛 Auf geht es zum Taj Mahal! Sascha
H.BadgerThemenstarter1'823 Beiträge · seit 201616. Juni 2025 · #73
10. Kapitel: Das wahrscheinlich schönste Gebäude der Welt
Es ist noch stockdunkel, als wir uns aus den Betten quälen. Aber die Vorfreude besiegt die Müdigkeit schnell: Gleich geht es zum Taj Mahal. Wir können es kaum glauben. Unser Cultural Guide erwartet uns bereits in der Lobby, CB bleibt dem Ausflug heute fern. Wenn man das Taj besuchen möchte, muss man sein Gepäck vorher bewusst zusammenstellen: Einzig Wasser ist auf dem Gelände erlaubt. Essen ist verboten, Stative und Sitzkissen ebenso. Und die Einhaltung der Regeln wird tatsächlich genau überprüft.
Mr Satdev fährt uns zu einem Parkplatz in der Nähe des Taj Mahal. Hier müssen wir aus- und auf einen Elektrobus umsteigen. Die unmittelbare Umgebung des Mausoleums ist eine verkehrsberuhigte Zone. Die Aufregung steigt, als wir bemerken, wie viele Menschen trotz des gerade anbrechenden Tages hier bereits unterwegs sind. 🤪
Nach kurzer Fahrt steigen wir erneut aus und gelangen zum eigentlichen Eingang des Gebäudekomplexes. Hier findet eine genaue und geschlechtergetrennte Sicherheitskontrolle statt. Alle Besucher werden abgetastet und das Gepäck wird durchleuchtet. Ist das Abtasten sehr gut organisiert, lässt die Taschenkontrolle aber sehr zu wünschen übrig. Alle Rucksäcke landen nach dem Röntgenvorgang bei einer Handvoll Bediensteter, vor deren Tischen sich eine überforderte und zunehmend genervt-aggressiv agierende Menschentraube bildet. Es dauert eine ganze Weile, bis die eigene Tasche zurück bei ihrem Besitzer ist und diverse Streitfälle bezüglich der Auslegung der strengen Regeln beigelegt sind.
Als wir alle wieder beisammen sind, bin ich schon fix und fertig. Aber es bleibt keine Zeit zum Ausruhen, denn es geht zu Fuß nun direkt weiter zum Taj Mahal.
Von außerhalb des Mauerrings, der das Mausoleum umgibt, ist das Gebäude nicht zu sehen. Die hohen Mauern und die großen Torburgen versperren dem neugierigen Besucher den Blick. Und so empfängt das Taj Mahal seine Besucher erst mit voller Wucht, wenn man die Torburg gemeinsam mit einer Vielzahl anderer Menschen durchschreitet.
Plötzlich ist der Rummel für einen Moment vergessen. Der Blick heftet sich auf das in ein paar hundert Metern Entfernung thronende Gebäude. Zahllose Fotos hat man von diesem Ort gesehen und doch ist der erste eigene Blick auf das weltberühmte Bauwerk ein ganz besonderer Moment. Wir realisieren: Wir sind tatsächlich hier. Wie cool ist das denn!
Das Taj Mahal im Dunst des anbrechenden Tages
Hier am Eingang sammelt sich die Besuchermasse. Das wird im weiteren Verlauf des Besuchs besser werden, denn das Parkgelände des Taj Mahal ist sehr weitläufig und sobald man die klassische Blickachse verlässt, trifft man nur noch auf vereinzelte Besucher.
Vom Eingang aus ist der Blick auf das Taj jedoch besonders schön. Und so warten wir geduldig auf einen zentralen Fotospot. Unser Guide ist uns hierbei eine unbezahlbare Hilfe. Vor dem Himmel freigestellt erhebt sich der fantastische Bau. Trotz des Massenandrangs Gänsehaut.
Der Großmogul Shah Jahan ließ das Taj Mahal zum Gedenken für seine im Jahre 1631 verstorbene Frau Mumtaz Mahal erbauen. Neben seiner Frau, die im Zentrum des Mausoleums ruht, ruht auch Shah Jahan selbst im Inneren. Das Taj Mahal ist damit vielleicht das prachtvollste Zeugnis einer den Tod überdauernden Liebe. Und das hat sich der Mogulherrscher einiges kosten lassen: Der Bau des Taj Mahal wurde sechs Monate nach dem Tode Mumtaz Mahals im Jahr 1632 begonnen, und das Gebäude 1648 fertiggestellt. Beteiligt waren über 20.000 Handwerker aus vielen Teilen Süd- und Zentralasiens und verschiedene Architekten. Sie verschmolzen persische Architektur mit indischen Elementen zu einem herausragenden Werk der indo-islamischen Baukunst. Die Baumaterialien wurden aus Indien und anderen Teilen Asiens mit Hilfe von ca. 1000 Elefanten herangeschafft.
Nachdem die ersten Bilder im Kasten sind, spazieren wir auf das Mausoleum zu und können die Augen kaum von dem schönen Gebäude lassen. Immer wieder halten wir und machen Fotos. Und ständig lädt uns unser Guide dazu ein, vor dem Gebäude zu posieren. Hier ist eine schöne Bank, dort ein schöner Winkel, hier sitzen Staatsgäste normalerweise für ihre Fotoaufnahmen. Hier saß in Abgrenzung dazu einst Prinzessin Diana… Lächelnd (im Falle unserer Teenie-Tochter mehr und mehr gequält) lassen wir uns immer wieder ablichten. Das ist am Ende ziemlich anstrengend und unserem Guide viel wichtiger als uns selbst. Überhaupt scheint es der Mehrzahl der Besucher vor allem darum zu gehen, sich vor dem Taj ablichten zu lassen – hier ist die Selfie-Kultur der Gegenwart in all ihren Facetten zu studieren. Ich posiere, also bin ich. 🤪 Ich finde am Ende, dass das Taj Mahal ohne uns im Vordergrund das schönere Fotomotiv ist.
Blick zurück auf das Eingangstor
Und auch zum Birden bleibt etwas Zeit. 😄
Kuhreiher (Cattle Egret) im Prachtkleid
Um Zugang zu der Plattform zu bekommen, auf der sich das Mausoleum erhebt, müssen wir unsere Schuhe mit Überziehern versehen. Durch den überschaubaren Innenraum schiebt man sich mit zahlreichen anderen Menschen. Hier sind prächtige Schmuckarbeiten rund um die Grabmäler zu besichtigen, Wächter achten dabei darauf, dass niemand Fotos macht. Wegen der Vielzahl der Menschen ist es eng und stickig. Besonders forsche Mitbesucher werden zu allem Überfluss nicht müde, die Echofähigkeit der Kammer auszuloten. 😣 Das sorgt als Gesamtpaket dafür, dass die Innenbesichtigung zu den weniger erbaulichen Momenten des Taj-Besuchs zählt und wir ganz froh sind, nach einigen Minuten wieder an der vergleichsweise frischen Luft zu sein. 😏
Wir umrunden das Taj Mahal. Besehen das Gästehaus und die Moschee, die das Hauptgebäude flankieren und staunen darüber, wie sehr der Sonneneinfall den Charakter des Mausoleums verändert, verwandelt er das reine Weiß doch in ein strahlendes Goldgelb.
Moschee
An den Seiten des Gebäudes hält sich der Besucherandrang in Grenzen und wir können alles ganz entspannt ansehen. Einige Stunden bleiben wir im Garten des Taj Mahal und wollen uns gar nicht verabschieden. Trotz des Besucherandrangs, der aber auch nicht größer ist als gegenwärtig in diversen europäischen Metropolen, war das ein ganz tolles Erlebnis für uns alle.
Noch ein Blick zurück: Eines meiner Lieblingsfotos vom Taj:
Randvoll mit Eindrücken besteigen wir erst den Elektrobus und dann unser Auto und kehren ins Hotel zurück. Hier wartet ein spätes Frühstück auf uns. Dann beginnt eine längere Mittagspause mit Pool- und Ruhezeit. Am Nachmittag soll dann der Besuch des roten Forts auf dem Programm stehen.
Lieber Sascha, mit einem Schlag hat mich der letzte Teil Deines Berichts um 20 Jahre zurückversetzt! Da habe ich mich einen ganzen Tag am/ums Taj Mahal herum aufgehalten und war genauso fasziniert wie Ihr. Allerdings: die Luft war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend stickig und rauchgeschwängert (November), den Fluss hinter dem Gelände konnte man im Dunst kaum erkennen. Eine dolle Reise habt Ihr da unternommen! Ich bin gespannt auf die Fortsetzung! Liebe Grüße Euch allen Friederike PS Übrigens hatte ich damals in Jaipur die Gelegenheit, eine typisch indische Hochzeit mitzuerleben und zu -feiern. Das war ein phantastisches Erlebnis.
Hallo Sascha, vielen Dank für Deinen Bericht. Wir haben im März 25 das Taj Mahal besucht und es genauso erlebt wie Du es beschreibst. 🙂 Und ja, es ist das schönste Gebäude der Welt VG Jirka
Hallo Sascha, genauso habe ich es am Taj Mahal empfunden 🙂 es ist auch für mich eins der beeindruckendsten Gebäude der Welt. Man steht staunend und sprachlos vor der Schönheit und Vollkommenheit dieses Grabmals 😁 Kleine Info am Rande, auf deinen Bildern kann man es sehr gut erkennen. Die vier großen Säulen haben eine leichte Neigung nach Außen. Diese sind so gebaut worden, damit sie im Falle eines Erdbebens nach außen fallen und nicht auf die Plattform mit dem Mausoleum. Es ist wirklich faszinierend, zu welchen technischen Leistungen die Menschen schon in der damaligen Zeit in der Lage waren. Ich freue mich auf die Fortsetzung des Berichts.
herzlichen Dank noch für Deine Willkommensgrüße! Aber auch für die sehr beeindruckenden Bilder vom Taj Mahal, die ebenfalls die Vorfreude schüren. 🙂
Und zu Deinen Fragen. Genau, wir werden den Keoladeo NP besuchen. Aber nur recht kurz einen Abend. Ob wir dabei Saruskraniche sehen, ist unklar. Daher möchte ich ganz sicher gehen und habe von der Chambal Safari Lodge (wo es auch die Gaviale in der Nähe am Fluss gibt) einen Sarustrail per Jeep gebucht. Dauert ca. 4 bis 5 Stunden. Ich lasse mich überraschen, in welche Region es dabei geht.
Nun freue ich mich auf die Fortsetzung Deines spannenden Berichts! @Christa (Botswanadreams): Da Du hier auch mitliest. Die Chambal Safari Lodge habe ich übrigens Deinem schönem und informativen Indien-Bericht entnommen. Herzlichen Dank für diese Inspiration!
tiggi1'558 Beiträge · seit 201117. Juni 2025 · #78
Hallo Sascha, um die Toilettenhygiene habe ich mir gar keine Sorgen gemacht. Ich meinte eher die Lebensmittelhygiene. Es ist aber gut zu wissen, dass es auf öffentlichen Toiletten kein KLopapier gibt. 😮 Danke für den Hinweis!
Champagner8'684 Beiträge · seit 201017. Juni 2025 · #79
Guten Abend Sascha,
nur kurz: ich möchte weder deine Fotos noch das Erlebnis schmälern (ganz im Gegenteil!), aber ich muss einfach auch mal sagen, dass ich deine Schreibe so sehr liebe! 😘
H.BadgerThemenstarter1'823 Beiträge · seit 201618. Juni 2025 · #80
Toll, dass sich hier so viele von euch zu Wort melden! Das freut mich wirklich sehr!
@ CuF Liebe Friederike, gern habe ich dir die Zeitreise ermöglicht! Die Luft im April ist zwar heiß, aber man kann sie recht gut atmen. Und nach einer Restaurierung der Fassaden erstrahlt das Taj Mahal nach jahrzehntelanger Luftverschmutzung auch wieder in hellem Weiß. Dass du bei einer indischen Hochzeit mitfeiern konntest, ist ja eine tolle Sache! Die Feierlichkeiten sind ja schon von außen betrachtet beeindruckend!
@ jirka Hallo Jirka, dann wart ihr ja nicht lange vor uns am Taj Mahal! Schön, dass es euch dort auch so gut gefallen hat und dass meine Ausführungen sich mit euren Erlebnissen decken! Wart ihr auch auf Safari?
@ Usha Hallo Usha, schön, dass du noch dabei bist! Das Taj Mahal war auch für uns erwartungsgemäß eines DER Highlights. Unser Guide hatte uns auch von der Neigung der Türme erzählt. Wirklich schlau und beeindruckend! Danke für die Ergänzung!
@ Tina76 Liebe Tina, auf den Besuch des Taj Mahal könnt ihr euch freuen! Macht ihr das eigentlich auf eigene Faust oder nehmt ihr einen Guide mit? Ich habe mir gestern die Website eurer Lodge am Chambal angeschaut. Das ist ja wirklich eine tolle Location! Rückblickend schade, dass ich das gar nicht auf dem Schirm hatte. Die dort angebotenen Safaris klingen alle sehr interessant. Schön, dass ihr dort sicher Saruskraniche sehen werdet! Die Ausflüge zu den Blackbucks und natürlich die Bootsfahrten könnten mich schon davon überzeugen, irgendwann nochmal in die Region Agra zurückkehren zu wollen.
@tiggi Hallo Biggi, ah - das Essen meintest du! Wir haben nur in Hotels und Restaurants/Raststätten gegessen. Das war immer gut. Zu Streetfood kann ich nichts sagen. Die öffentlichen Toiletten nicht westlicher Ausprägung bestehen aus Wannen, die in den Boden eingelassen sind. Unabhängig von der Art der Toilette gibt es in jeder Kabine einen Wasserschlauch. Man wäscht sich in Indien mit der linken Hand - daher gilt diese als unrein. Teilweise bieten die Toilettenbediensteten Tücher an. Aber eben nicht immer.
@ Champagner Liebe Bele, das ist so lieb von dir! 😊 😊 😊 Das Kompliment gebe ich aber gern zurück!