TinochikaThemenstarter1'651 Beiträge · seit 201413. Apr. 2025 · #1
Sind die Leute von Tommy‘s Desert Tours verrückt?
Dieses Foto haben wir in einem aktuellen Reisebericht entdeckt.
Unsere erste Living Desert Tour haben wir mit Chris Nel unternommen. Noch auf der Fahrt in die Wüste von Swakopmund erzählte er uns von den Tieren, die wir dort sehen werden. Er erzählte uns auch von der Sidewinder-Schlange ( Namib Zwergpuffotter )
Diese habe zwei Eigenschaften. Eine gute und eine schlechte.
Die gute ist, dass man von einem Biß nicht stirbt.
Die schlechte ist, dass man solche Schmerzen hat, dass man sich wünscht zu sterben.
Jahre später haben wir erfahren, dass Chris Nel selbst von einer Schlange gebissen worden ist.
Muss es wirklich sein, dass Touren angeboten werden, wo Kunden aus Profitgier und reiner Sensationshascherei solchen Gefahren ausgesetzt werden? Insbesondere Kinder sollten besser davor geschützt werden, weil sie die Gefahren nicht einschätzen können. Erwachsene können selbst beurteilen, welches Risiko sie eingehen wollen.
Die Tinochikas
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
jekabemu324 Beiträge · seit 201813. Apr. 2025 · #2
hatte mich bei dem Foto auch etwas gewundert und wenn es kein Unfall war, da die plötzlich neben dem Schuh aus dem Sand kam halte ich es für absolut unverantwortlich.
btw: den Spruch hat Chris Nel bei uns auch gebracht
Bonebreaker240 Beiträge · seit 201914. Apr. 2025 · #3
Ich finde es schwierig anhand eines einzelnen Fotos eine pauschale Aussage zu treffen, ob das nun fahrlässig war oder nicht. Fotos sind immer nur eine Momentaufnahme und solange der Kontext fehlt, schwierig einzuordnen. Vielleicht wäre es erstmal besser in dem bewußten Reisebericht freundlich nachzufragen, wie dieses Bild entstanden ist um die Situation besser zu verstehen, bevor man ein Urteil fällt.
Wir waren bei Tommys Tour 2019 dabei. Tatsächlich schlängelte sich damals eine Sandviper ziemlich nah an mir vorbei durch den Sand. Tommy (Barfuss im Bild) meinte: "Dont move and it will not attack you." Die Schlange war zu nah für mein Empfinden, aber Tommy hat ja mehr Erfahrung in dem Thema gehabt und deshalb habe ich mich ruhig verhalten.
Zufällig kann das andere Bild ja fast nicht entstanden sein. Aber genaues können nur der Photograph/Autor dazu sagen...
TAtacitus1'127 Beiträge · seit 202206. Mai 2025 · #6
Mein Eindruck zu diesem Angebot, aus dem Forum und Thema, ist, dass das etwas "Inszeniertes" ist, wie im Schlangenpark und erweitert mit anderen Reptilien und Insekten. Wenn schon Thematisierung und Diskussion, dann eher über Tierschutz als über „Sicherheit“ ……. mE 😎 der Vorteil fester Schuhe wurde schon deutlich dargestellt 😉
Ach du meine Güte, was habt ihr denn bitte für Probleme, der leider kürzlich verstorbene Tommy Collard war eine absolute Koryphäe auf seinem Gebiet und alles andere als jemand der dies aus Profitgier gemacht hatte. Er war DER Wüsten Mann schlechthin und kennt diese und seine Lebenswesen wie KEIN Zweiter!
Ich bin selbst Spezialist für Giftschlangen, speziell mit Fokus auf Afrika und war viele Male mit ihm persönlich oder auch mit seinen Guides auch privat, aus Spass an der Freude auf Tour. Sicherheit für die Beteiligten stand immer an erster Stelle, gerade WENN Kinder dabei gewesen sind.
Und genau DANN ist es eben wichtig den Kindern auch diese Tiere näher zu bringen und nicht bloss alles was kuschelig ist oder Federn hat. Wenn eure Kinder dann nicht bei euch stehen bleiben und einfach nur mal zu sehen & zu hören können, dann sagt dies mehr über die (mässige) Erziehung eurer Kinder aus als über das Verhalten von Tommy und seinen Kollegen/innen!
Und selbst wenn ein Kind vorgeprescht wäre, Tommy wäre der Erste gewesen der wirklich alles gemacht hätte um einen Unfall zu verhindern, auch wenn dies bedeutet hätte es würde am Ende Ihn dabei erwischen. In all den vielen Jahren die er und viele weitere diese Touren angeboten haben bis und mit heute, gab es nicht einen einzigen wirklich kritischen Zwischenfall mit Gifttieren - KEINEN!
Ich selbst biete solche Touren auch an, nicht die spezifischen Wüstentouren wie Tommy, dafür fehlt mir die notwendige Lizenz für die Namib. Aber Touren nach Namibia um nach Schlangen, speziell nach den Giftschlangen des Landes zu suchen um diese zu beobachten und fotografieren. Auch hier steht Risikomanagement an erster Stelle und da meine Touren wesentlich risikoreicher sind als es die Desertouren sind, gibt's bei mir auch keine Kinder und nur 18+. Auch suchen wir dabei nach schwarzen Mambas, Kobras, Boomslangs und den vielen Vipern des Landes auch jenen die man eben nicht in der Namib finden kann.
Die Unsicherheit und Angst die ihr verspürt bei sowas kommt von eurer eigenen Erziehung und vorallem zeugt es von Unwissen, was man nicht kennt fürchtet man. Wenn ich mir die hier gezeigten Fotos ansehe, dann schlägt mein Puls nicht mal 1mm aus, weil alles hier gezeigte extrem sicher ist, wenn man weiss was man macht.
Dass hier, war definitiv tausend Mal riskanter. Wieso? Weil ich viel näher drann war und dies bei einer Schlange (Kapkobra) die einen Menschen innert weniger Stunden töten könnte. Wieso hab ich's dennoch gemacht? Weil es ein kalkulierbares Risiko war, weil ich dabei nicht alleine war und einen erfahrenen Spotter und guten Freund neben mir hatte (Francois Theart, der Schlangenexperte schlechthin in Namibia)
Oder auch hier, Südafrikanische Korallenschlange (ebenfalls sehr giftig):
Und natürlich darf auch eine Brillenschlange (Sri Lanka) nicht fehlen:
Wenn also die Guides und Touranbieter wie Tommy's Tours oder Batis Birding und wie sie alle heissen, verantwortungslose Adrenalinjunkies sind die dies nur für Fame und Geld machen, dann will ich gar nicht wissen als was man mich denn bezeichnen würde/müsste.
Haltet euch doch einfach etwas mit Bescheidenheit zurück, wenn ihr von einem Thema wenig bis nichts versteht. Wäre manchmal einfach bedeutend besser 😐
Gruss Marco
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE.
Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
ich verstehe Deinen Beitrag so, dass Du der Ansicht bist, Du hättest diese Tiere aufgrund Deiner Fachkenntnis unter Kontrolle bzw. es sei ein kalkulierbares Risiko.
Hier bin ich skeptisch. Solltest Du Dich irren und Du oder jemand anderes wird trotz Einhaltung Deiner Sicherheitsmaßnahmen doch gebissen, so kann der Schaden an Leib oder gar Leben irreversibel sein.
Aus diesem Grunde strebe ich nicht an, diese Tiere in freier Wildbahn zu treffen, sondern allenfalls in einer gesicherten Umgebung, z.B. im Snakepark Swakopmund. Wenn ich zufällig auf eine Schlange in freier Wildbahn stoßen würde, würde ich sofort das Weite suchen. Aber sehr sehr weit!
Jedem muss klar sein, dass er sich in Gefahr begibt und jeder muss selbst entscheiden, ob er die Gefahr hinnimmt. Wegen des bestehenden Risikos sollte man die Gefahr aber nicht kleinreden.
Von was du sprichst ist im Grunde das sogenannte Restrisiko und das begleitet uns jeden Tag, auch wenn du links und rechts geschaut hast und dann selbstsicher über den Zebrastreifen läufst.
Man kann nie alle Risiken ausschliessen, aber durch Expertise und viel praktischer Erfahrung lassen sich diese auf ein absolutes Minimum beschränken. Und im Gegensatz zu anderen Tiere die sowas wie "Launen" haben können, sind Schlangen aufgrund ihrer extrem geringen Intelligenz sehr einfach gestrickt und gut einschätzbar. Da ist es ganz einfach Aktion = Reaktion!
Als Laie sollte man sich definitiv aber nicht mit diesen Tieren anlegen, aber ob man jetzt grad unbedingt das Weite suchen muss, dass muss jeder selber wissen. Mit einem Abstand ab 5-6m ist man selbst bei grösseren Speikobras vor Gefahr sicher und man könnte sie problemlos gut beobachten.
Leute die bei mir mitkommen wissen auf was sie sich einlassen und unterzeichnen mir auch ein entsprechendes Formular. Natürlich kann auf meinen Trips immer mal was passieren, weil mir diese Tiere aktiv suchen und uns auch im Dunkeln in ihrem Territorium bewegen. Aber mit ein paar simplen Regeln ist auch hier das Risiko geringer als bei uns an einem Bienenstich zu sterben.
Und wenn doch was passiert, dann habe ich nebst mir noch immer einen weiteren sachkundigen Experten dabei und alle Notfall Nummern, Kontakte und Adresse auf der Kurzwahl, dass ein Satellitentelefon immer dabei ist versteht sich wohl von selbst.
Gruss
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE.
Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
ich bin in meinem Leben schon diversen Schlangen in freier Wildbahn begegnet, auch als Kind in Dänemark in den Stranddünen einer Kreutzotter und im heimischen Moor Blindschleichen und Ringelnattern, immer zusammen mit meinen Eltern. Als Jugendlicher musste ich dann meinen freilaufenden Hund davon abbringen, sich mit einer Kreutzotter anzulegen, die er minutenlang angebellt hat. Später im Erwachsenenalter traf ich auf anderen Kontinenten auf grössere Schlangen, bei denen ich nicht wusste ob sie giftig waren oder nicht.
Schlangen sind keine Vampire, denen es danach gelüstet, bei kleinster Gelegenheit Menschen zu beissen. Also braucht man Schlangen nicht zu kontrollieren, sondern man muss sein eigenes Verhalten kontrollieren, will man heil aus einer Begegnung mit einer Schlange rauskommen, zB wenn man sich als Fotograf herausgefordert fühlt, das spektakulärste Schlangenbild seines Lebens zu schiessen.
Ein Reiseführer kann ja entsprechend darauf hinwirken, dass die Eltern ihr Kleinkind für die nächsten 5 Minuten mal an die Hand nehmen, wenn er eine Schlange entdeckt und möchte, dass die ganze Gruppe sich ihr nähert. Ein Kind kann toll am lebenden Beispiel in der Natur lernen auch durch Beobachten der Erwachsenen, was zu tun ist und was man lieber nicht tun sollte. Und wenn die Eltern oder der Reiseführer dem Kind dann auch noch erklären, warum eine Schlange ihren Kopf aufstellt, dann ist dem Kind doch allemal eher geholfen, als wenn sich das Kind sinnvolles Verhalten gegenüber Schlangen erst im Erwachsenenalter mühsam aus Lehrbüchern aneignen muss. Habt mehr Vertrauen in die Lernfähigkeit und Wissbegier von Kindern.
in einem anderen Thread wurde ja heute morgen gefragt, was man machen soll wenn der Geldautomat am Flughafen ausser Betrieb ist - tja, wenn die Erwachsenen schon nicht wissen wie man mit den alltäglichen Gefahren des urbanen Lebens umgehen soll, dann ist mein Rat tatsächlich: haltet Euch und Eure Kinder von Schlangen fern 😄 . Am ungefährlichsten ist es, gar nicht erst nach Afrika zu fliegen 😄 Die Schlange am Check-in Schalter könnte beissen 😗
Biologe1'162 Beiträge · seit 201208. Mai 2025 · #12
Hallo, ich möchte nur darauf hinweisen, dass Blindschleichen keine Schlangen sind. Sie gehören zu den Anguidae (Schleichen) und sind viel näher mit den Eidechsen (Lacertidae) als mit den Schlangen (Serpentes) verwandt. Berste Grüße Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
TAtacitus1'127 Beiträge · seit 202208. Mai 2025 · #13
Um das wieder auf das Niveau und die Erlebniswelt „normaler“ 😎 Reisender zu lenken. Damit soll nicht angedeutet werden, dass die beitragenden Profis (also Leute, die Schlangen aktiv nachstellen) nicht „normal“ seinen. Sie spielen aber in einer anderen, ihrer eigenen, Liga. Bitte daher um Nachsicht für Folgend, es wendet sich nicht an euch.
ME ist es langfristig praktisch kaum möglich, Afrika zu bereisen ohne Schlangen zu sehen oder manchmal auch zu „begegnen“. Wenn man kampiert, ist es wahrscheinlicher als in festen Unterkünften, aber auch das hängt stark von der Gegend ab. Wenn man mit Kindern per Camping reist, muss man sich und sie irgendwann auch damit auseinandersetzen. Man kann auch kleine Kinder darauf vorbereiten und davor schützen (es gibt ja auch noch andere Tiere). Auf sie aufpassen muss man beim Camping sowieso auf Schritt und Tritt, vom Aufstehen bis "ab ins Bett".
Als Tourist erlebt man die Schlangen meist nur flüchtend, weil sie eben scheu sind; sieht sie also nie wirklich gut. Stichwort: Nie Laufen und ihnen Zeit zur Flucht geben. Die beeindruckendsten Sichtungen hatte ich vom Auto aus, das sagt viel. Außer über Schlangen, die sich im Sand eingraben 🙁 , wie bei Rooibank erlebt, was uns nochmals den Wert passender Bekleidung nahe brachte. So lernt man …. und hätte nahe Begegnungen am Campingplatz voraussehen können, wenn vorab bedacht: Wo viel Schlangenfutter, wie Mäuse und Frösche, könnten auch Schlangen sein.
In Afrika gibt es eben Schlangen, wer A sagt …. …. über alles was wir Touristen zu diesem Gänsehautthema 😎 austauschen, würden Einheimische (und die hier versammelten Profis) wohl schmunzeln.
Grüße und schöne Reisen wünsche ich und mögen mich die Experten schonen 😁
Dass trotzdem viele keine Schlangen sehen, hängt oft auch mit der Reisesaison zusammen
Biologe1'162 Beiträge · seit 201208. Mai 2025 · #14
Hallo Tacitus, das liegt nicht nur an der Reisezeit, sondern vor allem auch an der "Gangart". In manchen Regionen Afrikas (traf) trifft man relativ häufig auf Fuß- oder Beinamputierte Einheimische. Wie ich erfahren habe liegt das nicht nur an der vorhandenen oder fehlenden Fußbekleidung, sondern an der "Gangart". Europäer trampeln und verscheuchen so die meisten Schlangen. Die Einheimischen dagegen "schleichen", erzeugen nur geringe Vibrationen, und die Schlangen werden nicht gewarnt, sondern überrascht. Eine überraschte Schlange beißt nicht selten zu. Je nach Art und erreichbarer Nähe zu einem Heiler/Arzt/Hospital ist eine Amputation lebensrettend. Beste Grüße Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
TAtacitus1'127 Beiträge · seit 202208. Mai 2025 · #15
Danke für den Hinweis, Biologe. Das ist einleuchtend. PS 18:10 @ Schuhe und Kleidung gelöscht, man sollte immer gleich aufmerksam lesen 😊 Danke und Grüße