Liebes Forum,
lange Zeit habe ich hin und herüberlegt, ob ich diesen „artfremden“ Reisebericht einstellen soll. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden und ich hoffe man sieht es mir nach. Ermutigt durch die sporadischen Reiseberichte auch aus anderen Regionen und der Tatsachen, dass ich schon lange keinen Reisebericht mehr geschrieben habe (und ich Bock darauf hatte 🙂 ) und weil das Namibia-Forum das einzige Reiseforum ist, in dem ich mich angemeldet habe, waren Beweggründe diesen Bericht hier einzustellen. Aber auch weil ich denke, dass der eine oder andere im Forum sich über Anregungen für neue Reisen außerhalb Afrikas freut.
Wie immer habe ich den Bericht im Vorfeld komplett geschrieben und werde Diesen in geballten Paketen hier einstellen. Auch geblieben ist, dass es am Anfang sehr textlastig wird, und gegen später die, hoffentlich sehenswerten, Bilder zunehmen. Anders als sonst ist diesmal der Text eher nüchtern sachlich gehalten und weniger überdreht 😄 . Das spiegelt eben auch etwas die Stimmung dieser Reise wider (was selbstverständlich nicht bedeutet, dass dieser Urlaub schlecht gewesen wäre, er war echt klasse, mit unglaublich vielen Eindrücken und Erlebnissen).
Die Motivation
Meine Frau lag mir schon seit Jahren in den Ohren, dass sie durch die USA reisen möchte und ich habe immer auf Durchzug gestellt. Das hing damit zusammen, dass ich vor knapp dreißig Jahren nach dem Wehrdienst mit meinen drei besten Freunden 6 Wochen von San Francisco bis New York gereist bin. Diese Reise ist auch heute noch für mich so prägend, dass ich das nicht wiederholen wollte. Die Erwartungen wären viel zu hoch gewesen. Als vorletztes Jahr aber ein Kollege in seiner Elternzeit den Nordwesten der USA bereist hat und wir uns im Vorfeld darüber ausgetauscht haben, habe ich wieder Blut geleckt, zumal ich diese Region damals nicht bereist hatte (Abgesehen von Yellowstone und Salt Lake City).
Der grobe Routenplan: Seattle – North Cascades – Anarchortes wegen Whale Watching – Mount Olympic – Mount Rainier – Mount ST. Hellens – Portland – Glacier National Park – Yellowstone National Park – Salt Lake City
Bevor es richtig los ging, gab es noch einen Abstecher nach Midland, Michigan, um einen alten Freund zu besuchen.
Die ersten Tage (31. 05 bis 02.06) - Midland
Im Rückspiegel sehe ich das Unheil auf mich zukommen. Langsam, aber unaufhaltsam nähern sich links und rechts von meinem Auto zwei riesige amerikanische Pickups. Als sie mich zeitgleich beidseitig überholen, verdunkelt sich der Himmel und man kann förmlich die Gravitationskräfte dieser Kolosse spüren. Ich komme mir vor wie Stefan Raab, als er 1999 zwischen den beiden Klitschko-Brüder saß. Glücklicherweise ist der Spuk nach einer Minute vorbei und ich atme erleichtert aus. Ich befinde mich auf der Interstate 75 von Detroit auf dem Weg nach Midland, Michigan.
Ca 12h vorher war ich mit meiner Frau nach Frankfurt aufgebrochen und hatte die Lufthansa-Maschine nach Detroit bestiegen. Mit leichter Verspätung landeten wir am späten Nachmittag in Detroit. Der Flug war dank Bord-Entertainment recht unspektakulär und ich war über das Platzangebot bei Lufthansa positiv überrascht. Bei der Immigration lief es dafür nicht ganz so zügig. Für Nicht US-Bürger war lediglich ein Schalter offen. Glücklicherweise war unsere Maschine der einzige internationale Flug, und nachdem die US-Bürger abgefertigt waren, konnten wir dann auch die restlichen Schalter nutzen. Die Fragen der Beamtin am Schalter waren unproblematisch und als wir durch waren, warteten unsere Koffer bereits auf dem Gepäckband. Mit einem Shuttle-Bus ging es dann zur, etwas vom Flughafen abseits gelegenen, Mietwagenstation. Bei Übernahme des Autos kam dann die erste Überraschung. In Erwartung der Mitteilung, wo unser Auto stand, bekam ich Folgendes zu hören: „Midsize-Car? Sie sehen Reihe 6? Suchen sie sich Einen aus“. Ich dachte ich hätte mich verhört und fragte nach. Nein, ich hatte richtig verstanden. Ich durfte tatsächlich aus ca 15 Autos mir Einen raussuchen. Mein inneres Kind schrie nur „Wie geil ist das denn!“ und fing an, bereits die Autos zu selektieren. Meine Nr.1 wurde leider kurze Zeit darauf von jemanden anderen genommen, und ich blieb meinen deutschen Wurzeln treu und entschied mich für einen blauen VW-Jetta. Unsere Sachen waren schnell verladen und beim Verlassen der Mietwagenstation wurde dann erfasst, welchen Wagen ich genommen hatte. Auf Nachfrage, was mit der Bestandaufnahme von Kratzern und Beulen wäre, bekamen wir die Aussage, Alles was kleiner als ein Golfball und kürzer als eine Dollarnote ist, wird nicht erfasst. Also hier läuft das Mietwagengedöns definitiv anders ab als in Namibia oder Europa.
Einer meiner ältesten Freunde aus der Schulzeit lebt mittlerweile seit 20 Jahren mit Familie in Midland, Michigan. Als wir unsere USA-Reise planten, war klar, dass wir einen Abstecher zu ihm einplanen werden, und zu ihm machten wir uns nun auf den Weg. Zwei Stunden später lotste mich mein Navi in seine Auffahrt.
Wir wurden bereits erwartet und bei leckerer Lasagne saßen wir trotz langer Anreise und Jetlag noch Stunden lang zusammen und haben gequatscht.
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir mit Reden, der Zubereitung der leckersten Rippchen, die ich je gegessen habe, im Smoker sowie Ausflügen nach Frankenmuth und den Lake Huron. Die Stadt Frankenmuth wurde um 1845 von Franken besiedelt und die deutsche Herkunft wird auf amerikanische Art vermarktet. Bayern alla Disneyland. Für einen Deutschen ist vieles echt zum Kringeln und man muss nicht alles verstehen. German Fries haben wir herausgefunden sind Bratkartoffeln, aber was sich hinter einer German Margarita versteckt, keine Ahnung.



Die zwei Tage vergingen wie im Flug, und wir waren von der tollen Gastfreundschaft meines Freundes, seiner Frau und Tochter überwältigt. Es war einfach schön, sich mal wieder länger zu sehen und zu reden.
lange Zeit habe ich hin und herüberlegt, ob ich diesen „artfremden“ Reisebericht einstellen soll. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden und ich hoffe man sieht es mir nach. Ermutigt durch die sporadischen Reiseberichte auch aus anderen Regionen und der Tatsachen, dass ich schon lange keinen Reisebericht mehr geschrieben habe (und ich Bock darauf hatte 🙂 ) und weil das Namibia-Forum das einzige Reiseforum ist, in dem ich mich angemeldet habe, waren Beweggründe diesen Bericht hier einzustellen. Aber auch weil ich denke, dass der eine oder andere im Forum sich über Anregungen für neue Reisen außerhalb Afrikas freut.
Wie immer habe ich den Bericht im Vorfeld komplett geschrieben und werde Diesen in geballten Paketen hier einstellen. Auch geblieben ist, dass es am Anfang sehr textlastig wird, und gegen später die, hoffentlich sehenswerten, Bilder zunehmen. Anders als sonst ist diesmal der Text eher nüchtern sachlich gehalten und weniger überdreht 😄 . Das spiegelt eben auch etwas die Stimmung dieser Reise wider (was selbstverständlich nicht bedeutet, dass dieser Urlaub schlecht gewesen wäre, er war echt klasse, mit unglaublich vielen Eindrücken und Erlebnissen).
Die Motivation
Meine Frau lag mir schon seit Jahren in den Ohren, dass sie durch die USA reisen möchte und ich habe immer auf Durchzug gestellt. Das hing damit zusammen, dass ich vor knapp dreißig Jahren nach dem Wehrdienst mit meinen drei besten Freunden 6 Wochen von San Francisco bis New York gereist bin. Diese Reise ist auch heute noch für mich so prägend, dass ich das nicht wiederholen wollte. Die Erwartungen wären viel zu hoch gewesen. Als vorletztes Jahr aber ein Kollege in seiner Elternzeit den Nordwesten der USA bereist hat und wir uns im Vorfeld darüber ausgetauscht haben, habe ich wieder Blut geleckt, zumal ich diese Region damals nicht bereist hatte (Abgesehen von Yellowstone und Salt Lake City).
Der grobe Routenplan: Seattle – North Cascades – Anarchortes wegen Whale Watching – Mount Olympic – Mount Rainier – Mount ST. Hellens – Portland – Glacier National Park – Yellowstone National Park – Salt Lake City

Die ersten Tage (31. 05 bis 02.06) - Midland
Im Rückspiegel sehe ich das Unheil auf mich zukommen. Langsam, aber unaufhaltsam nähern sich links und rechts von meinem Auto zwei riesige amerikanische Pickups. Als sie mich zeitgleich beidseitig überholen, verdunkelt sich der Himmel und man kann förmlich die Gravitationskräfte dieser Kolosse spüren. Ich komme mir vor wie Stefan Raab, als er 1999 zwischen den beiden Klitschko-Brüder saß. Glücklicherweise ist der Spuk nach einer Minute vorbei und ich atme erleichtert aus. Ich befinde mich auf der Interstate 75 von Detroit auf dem Weg nach Midland, Michigan.
Ca 12h vorher war ich mit meiner Frau nach Frankfurt aufgebrochen und hatte die Lufthansa-Maschine nach Detroit bestiegen. Mit leichter Verspätung landeten wir am späten Nachmittag in Detroit. Der Flug war dank Bord-Entertainment recht unspektakulär und ich war über das Platzangebot bei Lufthansa positiv überrascht. Bei der Immigration lief es dafür nicht ganz so zügig. Für Nicht US-Bürger war lediglich ein Schalter offen. Glücklicherweise war unsere Maschine der einzige internationale Flug, und nachdem die US-Bürger abgefertigt waren, konnten wir dann auch die restlichen Schalter nutzen. Die Fragen der Beamtin am Schalter waren unproblematisch und als wir durch waren, warteten unsere Koffer bereits auf dem Gepäckband. Mit einem Shuttle-Bus ging es dann zur, etwas vom Flughafen abseits gelegenen, Mietwagenstation. Bei Übernahme des Autos kam dann die erste Überraschung. In Erwartung der Mitteilung, wo unser Auto stand, bekam ich Folgendes zu hören: „Midsize-Car? Sie sehen Reihe 6? Suchen sie sich Einen aus“. Ich dachte ich hätte mich verhört und fragte nach. Nein, ich hatte richtig verstanden. Ich durfte tatsächlich aus ca 15 Autos mir Einen raussuchen. Mein inneres Kind schrie nur „Wie geil ist das denn!“ und fing an, bereits die Autos zu selektieren. Meine Nr.1 wurde leider kurze Zeit darauf von jemanden anderen genommen, und ich blieb meinen deutschen Wurzeln treu und entschied mich für einen blauen VW-Jetta. Unsere Sachen waren schnell verladen und beim Verlassen der Mietwagenstation wurde dann erfasst, welchen Wagen ich genommen hatte. Auf Nachfrage, was mit der Bestandaufnahme von Kratzern und Beulen wäre, bekamen wir die Aussage, Alles was kleiner als ein Golfball und kürzer als eine Dollarnote ist, wird nicht erfasst. Also hier läuft das Mietwagengedöns definitiv anders ab als in Namibia oder Europa.
Einer meiner ältesten Freunde aus der Schulzeit lebt mittlerweile seit 20 Jahren mit Familie in Midland, Michigan. Als wir unsere USA-Reise planten, war klar, dass wir einen Abstecher zu ihm einplanen werden, und zu ihm machten wir uns nun auf den Weg. Zwei Stunden später lotste mich mein Navi in seine Auffahrt.
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir mit Reden, der Zubereitung der leckersten Rippchen, die ich je gegessen habe, im Smoker sowie Ausflügen nach Frankenmuth und den Lake Huron. Die Stadt Frankenmuth wurde um 1845 von Franken besiedelt und die deutsche Herkunft wird auf amerikanische Art vermarktet. Bayern alla Disneyland. Für einen Deutschen ist vieles echt zum Kringeln und man muss nicht alles verstehen. German Fries haben wir herausgefunden sind Bratkartoffeln, aber was sich hinter einer German Margarita versteckt, keine Ahnung.













