Simbabwe Feb/März 2024

87 Antworten · 7'224 Aufrufe · gestartet 30. März 2024 von GinaChris
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3'883 Beiträge · seit 201127. Apr. 2024 · #81
GinaChris schrieb:

@freshy
Nun haben wir Simbabwe ja nur als Touristen bereist und so vieles bemerkt, was da anders sein könnte,
wenn die vorhandenen Gelder dort landen würden wo sie gebraucht werden,
und nicht in den Taschen weniger. Wie das für die Menschen ist die dort leben, können wir vermutlich nur erahnen.

Danke nochmal an alle!
Gruß Gina
Ja Gina, so ist es - nicht nur in Simbabwe! In deiner Kritik schwingt viel Empathie für die Menschen dort mit.

Ein gutes Wochenende
wünscht
freshy
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1'125 Beiträge · seit 202227. Apr. 2024 · #82
@GinaChris:
An ein Teehaus kann ich mich nicht erinnern, kam vielleicht erst nach den 70ern
Bez. Müllentsorgung gibt es nur die Wahl zwischen wer es wo besser macht, aber es landet (leider) immer in der „Botanik“

@ Flori,
1997 waren wir auch nochmals dort; aber wie unterschiedlich Eindrücke vom Selben sein können.
Flori schrieb:... Euren Bericht über Zimbawe hab ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen.
Weinend, weil so vieles anders ist als 1997, als wir mit unserem großen Kindern dort unterwegs waren... wir waren soo begeistert von Zimbawe, in 1997....
Warst du vielleicht in Lodges? Als Camper haben wir das anders erlebt, der Verfall war für uns schon überall zu sehen. Wir waren (mit Vorkenntnissen von 20/25 Jahren davor) 8 Tage im Wankie/Hwange, auf den Campingplätzen von Main Camp, Sinamatella und Robins; bei Nentwich (das wir auch von „früher“ kannten) sind wir nicht zugefahren, weil bewohnt. Die Ausstattung der Campingplätze (auch das Erscheinungsbild der festen Unterkünfte) war noch „rhodesisch“, aber stark abgenützt bis nicht funktionierend. Aber bewältigbar, weil keine Leute; 5 Klospülungen lieferten die Ersatzteile für die, die noch gebraucht wurde. Der ärgste Verfall war in Sinamatella, das schöne Restaurant geschlossen, das Terrassendach beschädigt ... usw. Aber wenigstens war alles vergleichsweise billig, siehe Anhang.
Tatsächlich schockiert hat uns die stellenweise massive Natur-und Vegetationszerstörung durch Elefanten, aber das ist eine andere Geschichte.

In VicFalls war mehr los als sonst im Land, aber absolut wenig.

In den +/- 20 Jahren seit Unabhängigkeit waren Zeit und Welt dort tatsächlich stehengeblieben, während die Veränderungen in RSA und BW atemberaubend waren. Uns hat das die Reiselaune nicht vermiest, weil wir das von früher kannten und damit zurechtkamen; schließlich ist die „Rückständigkeit im Heute“ = „die Normalität von Damals“ und die Bewertung bloß eine Frage des Alters. Aber in Zimbabwe war es, aus bekannten Gründen, eben nicht bloß eine Phasenverschiebung, sondern Stillstand bis weiterer Abbau.

(Für uns) Angenehm war die geringe Besucherzahl und praktische Abwesenheit von internationalem Tourismus. In Matopos und Hwange waren auf den „Haupt“Campingplätzen auch Einheimische aller Hautfarben. Bei Klipdrift kam man rasch in’s Gespräch…. man lernte etwas…

Grüße

📎 ZIMPARKSPreise1997.pdf
zuletzt bearbeitet 27. Apr. 2024
1'125 Beiträge · seit 202227. Apr. 2024 · #83
Noch ein PS @ die gute alte (rhodesische) Zeit.

Die Leistung von ZIMPARKS und Vorgängern nur am Zustand der Unterkünfte zu bewerten, greift mE zu kurz. Denn dass es das angesichts der Staatsverfasstheit der letzten Jahrzehnte überhaupt noch gibt, ist schon eine Leistung per se, die nur mit großem Engagement zu bringen war. Dass es auch „fremde Hilfe“ dabei gab, ist bekannt.

Aus manchen Zuschriften zu Zimbabwe (womit nicht explizit dieser Thread gemeint ist) lese ich zwischen den Zeilen manchmal eine etwas nostalgisch verklärende Vorstellung zum damaligen Naturschutz heraus. Diese ist mE so pauschal überhaupt nicht berechtigt.

Was z. B. bez. Jagd heute Anlass für Kritik ist, war damals normal und intensiver, weil die Lizenzen billig waren. Obwohl nicht explizit so gesagt, wollte man damit auch Besiedlungsraum schaffen. Eine Löwenlizenz war in finanzieller Reichweite normaler Mittelständler.

Im Lowveld im Nordosten und Osten war "Tsetse-Control" mit Totalabschuss ALLER Wildtiere in 20/30 km breiten Korridoren. Das führten Berufsjäger durch, die nach „Kopfgeld bezahlt wurden. Die (öffentlichen) jährlichen Abschussstatistiken würden heute Empörung verursachen; sie sollten im www noch auffindbar sein.

usw, bis Ausbeutung der Hartholzbestände…

Die gute alte Zeit war nicht vorbehaltslos gut,
mM

Aber die Quartiere waren zweifelsfrei besser gepflegt 😉
zuletzt bearbeitet 27. Apr. 2024
548 Beiträge · seit 201627. Apr. 2024 · #84
Hallo Gina,
auch von mir ein herzliches Dankeschön für den wirklich informativen und überaus interessanten Bericht.
Leider ist es ja in Simbabwe ebenso wie in vielen anderen afrikanischen Ländern, wenn... wenn... wenn... dann könnte es vielen Menschen besser gehen und das Land würde ganz anders dastehen.

viele Grüße
Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201627. Apr. 2024 · #85
@tacitus

Dieser, von mir angesprochene tea garden, dürfte zwischen 1975-76 erbaut worden sein.
Damals hieß der Vumba Botanical Garden noch Manchester Gardens, konnte ich herausfinden.
Colin Weyer hat eine gute Sammlung an Bildern aus dieser Zeit im Netz.
Eines aus 1975 zeigt den Hang noch ohne den tea room, eines aus 1976 bereits mit.
https://www.rhodesia.me.uk/wp-content/uploads/2019/12/Vumba-Botanical-Gardens7-final2-scaled.jpg
Verwunderlich, dass das ursprüngliche Gebäude tatsächlich absolut schmucklos war,
einzig das auf Pfeiler gestütze Vordach fehlt heute.
Genau so, wie auf Weyers Bildern dargestellt, haben wir uns vorgestellt, dass es damals gewesen sein muss.
Penibel gepflegte Beete, Frauen in hellen Sommerkleidern, Männer in langen Hose und Hemd.

Gruß Gina
1'675 Beiträge · seit 200727. Apr. 2024 · #86
Ja, man kann als Weißer Rhodesien nachtrauern, aber es ist halt vergangen. Wir kannten Zimbabwe ab 1996, da begann gerade der Niedergang. Gegen eine brutale Diktatur anzukämpfen ist leichter gesagt als getan. Und "das Krokodil" ist noch schlimmer als Mugabe. Aber letzlich können nur die Zimbabwer das ändern, auch wenn es derzeit fast unmöglich erscheint.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
1'125 Beiträge · seit 202228. Apr. 2024 · #87
Danke GinaChris für das Bild und den Hinweis auf Weyer, ist schon abgestaubt 😁 😉
Mein Bild war aus 1973, max. 1974, das erklärt den fehlenden Teegarten.
@ Bekleidung, waren in dieser Zeit übrigens in manchen Kinos abends „kleines“ Abendenkleid und Jacket und Krawatte vorgeschrieben. Anders wurde man nicht eingelassen.
Bei deinem Interesse für das südliche Afrika kennst du den Zimbabwe Field Guide sicherlich schon. Weniger bekannt ist „Our Rhodesian Heritage“, den ich hier bei Matopos aufgeschlagen habe
https://rhodesianheritage.blogspot.com/search?q=Matopos.
Die Suchfunktion ist ganz oben links. Dieser Blog ist ebenfalls eine Fundgrube für an „Kolonialgeschichte“ Interessierte …. wobei ja, streng genommen, Rhodesien keine Kolonie war …. das ist aber wieder eine andere Geschichte 😎 . Der Blog enthält sehr viel Militärisches über den zuerst verborgenen und in der Endphase offenen „Buschkrieg“ in den 60/70ern. Das meiste davon kam erst in die Zeitungen, wenn es sich nicht mehr verheimlichen ließ. Man könnte schon öfters unbemerkt im Visier gewesen sein...
zuletzt bearbeitet 28. Apr. 2024
2'779 Beiträge · seit 200728. Apr. 2024 · #88
La Leona
Vielleicht sind es ja genau jene Dinge die anders kommen als man sie geplant hat, an die man sich später gerne zurückerinnert.
Betreffend Gonarezhou haben wir neben der wunderschönen Natur das Gefühl genossen, hier alleine zu sein,
obwohl es uns auf der anderen Seite auch betroffen gemacht hat. Deinem Vergleich Save, Tuli kann ich nur zustimmen.
Seid ihr denn schon wieder zurück?
Hi Gina,
Ich bin derselben Meinung bezüglich der Erinnerungen an ungeplante Situationen. Sie waren schon oft Material für Seiten im Reise Tagebuch. Ich denke dass die relativ geringe Tierdichte im Gona Re Zhou viele Besucher von einer Reise dorthin abschreckt. Der Park ist ca. 2-3 reine Fahrtage von anderen Top Parks in Zimbabwe entfernt und man benötigt IM Park ebenfalls mindestens 3 Tage um ihn in normalem Tempo zu durchqueren. Somit sind diverse Filter gesetzt. Die Anreise vom Krüger mit Grenzübergang per Wasserdurchfahrt des Limpopo welche vor zwei Jahren lancierte wurde, ist nur mit Auflagen möglich: Mindestaufentalt im KNP und/oder Gona, niedriger Wasserstand, Voranmeldung mit Buchung, maximal 2 x pro Woche geöffnet, etc. Somit bleibt es vorest noch ein Paradies für Selbstfahrer welche die Einsamkeit suchen. African Parks wird zusätzlich gut unterstützt mit Spenden und scheint grundsätzlich nicht allzu stark auf die Einnahmen des Tourismus Sektor angewiesen zu sein. Obwohl man sich anstrengt dies auszubauen. Unter den Besitzern von Farmen in der teilweisen fast angrenzenden Save Conservancy wie auch von Farmen im Süden, sind etliche Filantropen, allen voran Clive Stockil. Schön wäre es wenn auch im angrenzenden Mozambique mehr getan würde um das Transfrontier System auszubauen.
Ah, und ja, wir sind wieder zurück. Es war eine der schönsten Reisen bislang, in der Zentralkalahari war es dieses mal ganz besonders schön.
LG
Gruss Leona