ShendaThemenstarter12 Beiträge · seit 202207. Feb. 2024 · #1
Guten Abend, nachdem ich mich im Wetterthread als stille Mitleserin geoutet habe und versprochen hatte, mich den Forumsmitgliedern vorzustellen, möchte ich das hiermit tun. Ich lebe in Thüringen und bereise das südliche Afrika seit ca. 2,5 Jahrzehnten.Den berühmten Afrikavirus bekam ich wohl über die Muttermilch. Denn ein großer Bruder meiner Großmutter mütterlicherseits ging 1907 in das damalige Schutzgebiet DSWA und baute die Bahnstrecke Keetmannshoop-Lüderitzbucht mit auf. Eigentlich wollte er nur zwei Jahre bleiben, aber heute gibt es zahlreiche Enkel,Urenkel und Ururenkel in Namibia und Südafrika; auch in Deutschland. Da die Verbindung nach Thüringen über die frühen Jahrzehnte immer sehr eng war und meine Mutter ihren Onkel mit Familie gut kannte, wuchs ich mit den Geschichten über Afrika , die Farmerei,das Kreuz des Südens, die dortigen Menschen etc. auf; die tollen vergilbten Fotos faszinierten mich und ich lernte Sütterlin, um die alten Briefe lesen zu können. Schon früh faßte ich den Entschluß: DA WILL Ich HIN ! Als ich etwas älter wurde , begriff ich, daß sich auf politischer Ebene da gewaltig was ändern muß, sonst würde dieser Traum wohl nicht wahr werden können ! Aber alles was besteht, ist wert, daß es zu Ende geht. Es kam das Jahr 1989 , die Mauer fiel, die DDR war vorbei, es gab wieder ein vereintes Deutschland. Und REISEFREIHEIT !!! Und für mich eine neue Krux....: Mein Mann und ich hatten auch in DDR-Zeiten aufgrund unserer Berufe ein gutes Einkommen, sodaß wir uns eine Afrikareise hätten leisten können, aber es gab keine und wir hätten auch nicht gedurft. Und nach der Wende hätten wir gedurft, aber da war kein Geld mehr da! Und da passierte etwas sehr Schönes. In DDR-Zeiten war ein Kontakt ins südliche Afrika für Normalbürger unmöglich, obwohl die DDR die Befreiungsbewegungen, also auch die SWAPO stark unterstützt hat.Das hieß für meine Familie: keine Briefe, Telefonate sowieso nicht, nur sporadisch kamen Infos von Verwandten aus Westdeutschland Im August 1990 besuchte ich meine Eltern und meine Mutter erzählte: " Stell Dir vor, es klingelt an der Haustüre, ich mach auf, da stehen ein Mann und eine Frau, die ich nicht kenne. Die lachen mich an, winken und sagen: Hallo, wir sind Eure Verwandten aus Afrika." Ja, die Verwandten haben die erste Gelegenheit benutzt, um die thüringische Stammheimat zu besuchen und kennenzulernen.Seit dieser Zeit in die Verbindung wieder hergestellt und besteht immerfort. Kommt Zeit, kommt Rat! Nach ein paar Jahren hatten mein Mann und ich uns soweit konsolidiert, daß Fernreisen für uns möglich wurden. Und auf einmal meldete sich der berühmte Virus . Was soll ich sagen, meinen Mann hat er wohl noch schlimmer als mich infiziert. Wir haben das südliche Afrika immer wieder bereist; immer individuell, immer auf eigene Faust, selbst geplant und durchgeführt.Wunderbare Erlebnisse , nie genug... Dann wurde mein Mann 2013 schwer krank und im Januar 2017 mußte mein liebster Gefährte und bester Reisepartner die größte Reise ohne mich antreten....... Ja, dann bin ich alleine gefahren. Und auch das waren wunderbare Erfahrungen für mich. In C-Zeiten bin ich nicht gereist; Okt/Nov. 2022 war ich mit einer Freundin, diese als Ersttäterin. Logisch hat der Virus wieder zugeschlagen. Und jetzt im April 2024 fahre ich mit zwei Schulfreunden für vier Wochen Nam/Bots/Zim.Wieder individuell. Sehr gerne würde ich Euch die Tour vorstellen. Die ist natürlich fix, aber Tipps für Fahrtstrecken und mögliche Aktivitäten wären mir sehr willkommen, und ich bitte um Eure Hilfe. Danke dafür, wenn der eine oder andere bis hierher mitgelesen hat. Wenn Ihr wollt, stelle ich Euch unsere Tour demnächst vor.
Hallo Shenda Danke für die informative Vorstellung. Dann stelle mal deine Route vor. Unterstützen kann ich nicht, aber mitlesen! 😎 Ein Gruss von zwei weiteren elderly people.
ShendaThemenstarter12 Beiträge · seit 202208. Feb. 2024 · #6
Einen schönen guten Abend,
vielen Dank für die Antworten und Euer Interesse. Dann will ich mal loslegen. Zunächst noch was Allgemeines: Meine Mitfahrer sind ein Ehepaar, wir sind Schulfreunde, schon über 50 Jahre befreundet.Sie waren mal im Rahmen einer Gruppenreise in Südafrika. Es hat Ihnen so gut gefallen, daß sie ihren Afrikahorizont jetzt deutlich erweitern wollen. Auf dem Kalenderblatt unseres Lebens steht vorne schon eine "6". Aber wir sind fit und vorallem neugierig auf die Welt und auf das, was das Leben uns noch zu bieten hat.
Wir werden am 4.April 2024 nach Windhoek abfliegen, der Rückflug ist am 1.Mai. Mit Discover.Hoffentlich klappt alles 😕 D.h. wir haben also 26 Tage Zeit. Als Mietwagen haben wir einen Hilux mit Automatik ohne Campingkram bei Namibia2Go bestellt. Ihr seht also, es wird keine Campingtour. Wir sind "Lodgehopper" 😄 Unsere Interessen liegen bei Land und Leuten,Flora und Fauna . Besonders interessieren uns die Leute und ihre Lebensumstände. Soweit wir das mitkriegen können. D.h. wir gehen gerne auf Märkte, besuchen ,falls möglich, auch mal eine Schule, ein living museum, nehmen auch mal einen Drink in einem shebeen etc.
So sieht der Plan aus: 4. April Abflug 5. " Windhoek, Hotel Uhland, ankommen und Stadtbummel 6. " Mietwagenübernahme, Fahrt nach Dordabis, privat 7. " Fahrt nach Buitepos, East Gate Restcamp 8. " Botswana, über Ghanzi zur Grassland Safari Lodge, 9. " Grassland Safari Lodge, zu den Buschleuten 10. " nach Maun, Discover B&B 11. " ins Delta, Khwai Guest House 12. " Khwai Guest House 13. " " 14. " Motopi, Leopard Plains 15. " " , Magkadikgadi Pans 16. " " Baines Baobabs 17. " Nata Lodge 18. " Kasane River View Lodge 19. " " Ausflug Vic Falls 20. " Namibia, Mamili , Nkasa Lupala, falls überflutet alt. Kazondwe Camp 21. " " 22. " Botswana, Shakawe, Drotskys Cabins 23. " " , Tsodilo Hills 24. " Namibia, Mobola Island Lodge 25. " " relaxen, Mahango, Buffalo Core 26. " " " 27. " 27. " bei Kombat, privat 28. " " 29. " Erongo, Ai-Aiba 30. " " 1. Mai nach Windhoek, Rückflug
Das sieht jetzt erstmal nach einer klassischen Rundreise aus. Damit das etwas "anders" wird, hätte ich gerne ein paar Tipps und Ratschläge von Euch. Vorallem für die einzelnen Fahrtstrecken. Wenn wir schon so einen Safari-Panzer 😄 gemietet haben, dann soll er nicht nur auf Teer unterwegs sein. Und auch für Aktivitäten bei den Übernachtungsorten. Ich würde Euch abschnittsweise fragen, damit es nicht zu viel und zu durcheinander wird. Bin gespannt, was Ihr zu der Tour sagt.
Shenda schrieb: 6. " Mietwagenübernahme, Fahrt nach Dordabis, privat
Genau das war schon meine Vermutung, als ich Deine Vorstellung las. 😉 Die Insider des Forums wissen ja, wie akribisch ich die Historie durchleuchte. 😎
Leider kann ich zu der Route wenig betragen, da ich mich in Botswana nicht gut genug auskenne, um sinnvolle Tipps zu geben. Aber, ich bin mir sicher, da werden andere FoMis weiter helfen.
Wozu ich einen Tipp geben kann, ist die Strecke Ai Aiba Lodge bis Flughafen. Da könntet Ihr Eure Pause/Mittagspause in der Gastronomie vom Reitclub Okahandja verbringen.
Der Reitclub hat seinen Ursprung ebenfalls bei der deutschen Schutztruppe und das Haus, in dem heutzutage das Lokal untergebracht ist, war einst das Heim des Veterinärs Dr. Fock. Hier wurden die Pferde der Soldaten versorgt und Zugtiere im Frachtverkehr ausgewechselt, geimpft usw.
1906 wurde Dr. Fock der erste Bürgermeister von Okahandja und bis heute ist eine Straße nach ihm benannt, neben dem Reitclub, Ecke Vortrekker Street.
Dort lässt es sich im Schatten von uralten Kameldornbäumen gut sitzen und die Reise wunderbar unterbrechen. Das Fahrzeug steht derweil sicher auf dem umzäunten Club-Gelände in Sichtweite.
LG Logi
ShendaThemenstarter12 Beiträge · seit 202208. Feb. 2024 · #8
Liebe Logi,
man kann Dir nichts vormachen; da hast Du richtig vermutet. Der Tipp mit dem Reitclub in Okahandja ist Spitze. Nicht nur wegen des historischen Bezuges, der für mich natürlich sehr interessant ist, sondern auch weil ich reite und Pferdenärrin bin.Ich danke Dir herzlich dafür.
Gruß Shenda
GreyArwen18 Beiträge · seit 202108. Feb. 2024 · #9
Hallo Shenda,
eine sehr sympathische Vorstellung! Wir sind am 4. April ebenfalls im Uhland, für uns ist es die letzte Nacht in Namibia, bevor es am 5. April wieder zurück nach Deutschland geht. Da werden wir uns bestimmt über den Weg laufen!
Viele Grüße aus dem Sauerland GreyArwen
ShendaThemenstarter12 Beiträge · seit 202209. Feb. 2024 · #10
Hallo, GreyArwen,
ja, das könnte klappen, daß wir uns im Uhland treffen. Wir lassen uns am 5.April gleich vom Flughafen dorthin bringen. Es würde mich sehr freuen, mit Euch noch einen Plausch zu machen . Euch erstmal eine erlebnisreiche Reise
Bis bald und alles Gute von Shenda
Dillinger796 Beiträge · seit 201509. Feb. 2024 · #11
Hallo Shenda,
tolle Strecke habt Ihr da vor euch. Ich wünsche euch viel Spass und große Abenteuer.
Bei der Anfahrt zur Grassland Lodge lasst eure Freunde vorfahren. Da müssen unzählige Farmtore auf und zu gemacht werden. 😉 😗 Vor Ort haben wir mit einem Guid der San eine tolle Rundfahrt durch das Gehege der Wildhunde geacht. Uns hat es dort gut gefallen, ist allerdings auch bereits einige Jahre her.
Mit der Mobola Island Lodge habt Ihr eine tolle Wahl getroffen. Solltet Ihr eins der "Zelte" auf der Insel gebucht haben, habt Ihr einen Volltreffer gelandet. Diese sind recht neu und haben eine fantastische Lage am und eigentilch über dem Fluß. Die kleine Bar ist von mir zur schönsten Bar Namibias gewählt worden. Wir hatten da einen wunderbaren Abend mit einem netten Gastgeber, dem Sohn des Eingentümers. Da Ihr dort einige Tage verweilt, könnt Ihr tolle Ausflüge machen. Du hast ja den Mahango bereits eingeplant. Dieser Park ist sehr wildreich und einfach zu befahren. Ich fand es dort jedoch ein wenig zu trubelig. Einen Tag oder zumindest 3-4 Stunden sollte man dennoch einplanen. Die "Buffalo Core Area" genau gegenüber, auf der anderen Seite des Kavangos hat mir noch besser gefallen und wir hatten dort tolle Elefanten und Büffelherden beobachten können. Auch die nicht so häufig vorkommenden Rappenantilope konnten wir dort beobachten.
Solltet Ihr, auf dem Weg vom Mahango zurück zur Mobola Hunger oder Lust auf eine Kleinigkeit zu Essen empfinden, kann ich euch einen Zwischenstopp bei dem Ngepi Camp mit witziger Bar oder die Nduvo Lodge mit einer tollen Terrasse über dem Fluß empfehlen. Bei beiden sollte man den ganzen Tag Kleinigkeiten zum Essen bekommen. Aus dem Mahango kommend, kommen beide Lodges auf der rechten Seite.
Zu den anderen Planungspunkten kann ich leider nichts beitragen.
ShendaThemenstarter12 Beiträge · seit 202209. Feb. 2024 · #12
Hallo, Markus,
es freut mich sehr, daß Du unsere Tour so positiv einschätzt. Ich bin ja in der äußerst komfortablen Situation, daß ich in meiner namibianischen Verwandtschaft eine gelernte Reisefachfrau habe, die auch ein tolles Reiseportal betreibt. So stelle ich ihr immer meine Wünsche und Ideen vor und sie sagt dann, was machbar oder Unsinn ist. Grassland war ihre Idee, die ich sofort aufgegriffen habe, weil dort die Möglichkeit besteht, mit den Buschleuten zusammen zu kommen.ich habe großen Respekt vor diesen Menschen und ihrer Kultur und Lebensweise und möchte auch, daß meine Freunde diese Leute kennenlernen. Deshalb will ich auch nochmal zu den Tsodilo Hills. Und Mobola war meine Idee 🙂 .Durch Deine Zeilen freue ich mich jetzt noch mehr drauf.
Auch wenn es inzwischen sehr lange her ist, dass wir das letzte Mal in Namibia und Botswana waren, hat uns die Begegnung mit den San im "Das Lebende Museum der Ju/'Hoansi-San" Hier der Link in Grashoek Namibia weit besser gefallen als die Grassland Lodge in Botswana. Wir hatten mit den San im Lebenden Museum eine Tageswanderung unternommen (eigentlich sollten es mit Übernachtung im Busch sein, doch das Wetter spielte nicht mit) und zum Abschluss natürlich einigen Ihrer Lieder gelauscht. In der Grassland Lodge waren es Farmarbeiter, die am Nachmittag für die Gäste eine kurze Buschwanderung unternehmen und anschliessend einige Lieder vortragen. Später sind sie wieder Farmarbeiter zur Fütterung der Löwen und Wildhunde. Ich war damals recht erschüttert über die Quartiere der San, die hinter einer hohen Mauer vor den Touristen versteckt waren. Ob es heute noch so ist, kann ich nicht sagen. Wir waren beide Male mit einem Freund aus Botswana, der mit den San an den Tsodilo Hills als Kind gute Kontakte hatte. Die Grassland Lodge mochte er nicht. Im Grashoek fühlte er sich ein Stück in seine Kindheit versetzt.
Es soll nur ein Nachdenken Sein. Viel Spass beim Planen
Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
Botswanadreams schrieb:Wir hatten mit den San im Lebenden Museum eine Tageswanderung unternommen (eigentlich sollten es mit Übernachtung im Busch sein, doch das Wetter spielte nicht mit) und zum Abschluss natürlich einigen Ihrer Lieder gelauscht.
Wie so ein Programm mit Übernachtung abläuft, sieht man in dem Bericht Der Buschmann in uns von Ranga Yogeshwar, der vor einigen Jahren für das Deutsche Fernsehen dort war:
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
ShendaThemenstarter12 Beiträge · seit 202210. Feb. 2024 · #16
Hallo, Christa,
vielen Dank für Deine Zeilen und Deine Eindrücke von Grassland. Ich war vor einigen Jahren während meiner Solotour durch den Caprivi auch in Grashoek bei den San. Als ich dort war, war ich der einzige Gast und wurde von den San intensivest betreut. Wir sind gewandert, haben gesungen und gelacht, ich habe den ersten und einzigen Bogen meines Lebens gebaut, damit geschossen und sogar getroffen 🤩 Vor allem hatten wir viel Spaß miteinander und haben viel gelacht. Annick hat in ihrem RB von Grassland berichtet und ihr hat der Ausflug mit den San gefallen. Wir lassen uns überraschen. Übrigens interessiert es mich mindestens genauso so sehr, wie die San heute leben.Ich finde es ganz schlimm, daß sie immer noch an letzter Stelle in der Stammeshierarchie im südlichen Afrika stehen.Und ja, ich bin auch darauf gefaßt, Dinge sehen zu müssen, die mir nicht gefallen. Auch das gehört ,denke ich , dazu, ein Land zu verstehen. Ich werde über meine Erlebenisse und Eindrücke berichten. @Logi, danke für das Video.Kannte ich nicht, habe es angesehen.
Viele Grüße Shenda
ShendaThemenstarter12 Beiträge · seit 202201. Apr. 2024 · #17
Guten Abend, am Donnerstag geht es los !!! Schon viel früher wollte ich Euch mit Fragen zur Route löchern. Ihr Habt Glück gehabt 🤩 Aber etwas möchte ich wissen: War jemand vor kurzem im Magkadikgadi oder bei den Baines Baobabs und kann mir was zum Straßenzustand sagen ? Sind die Wege gut befahrbar und wieweit sind die Salzpfannen abgetrocknet ? Wir sind mit einem Hilux unterwegs. Und wie sieht es am Boteti aus ?
Es wäre toll, wenn jemand mir etwas Aktuelles sagen könnte. Vielen Dank im Voraus und viele Grüße Shenda