Straßenzustand im Etosha NP

124 Antworten · 18,9k Aufrufe · gestartet 27. Nov. 2022 von www.hansundalmuth.de
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Themenstarter3 Beiträge · seit 202227. Nov. 2022 · #1
Letzte Woche sind wir im Etosha NP für einige Tage unterwegs gewesen. Nachdem nun auch eine Fahrzeug-/Straßengebühr erhoben wird, könnte man annehmen, dass das Geld zur Pflege der Straßen und Fahrwege Verwendung findet. Das scheint wohl nicht der Fall zu sein. Am schlimmsten hat es uns auf den rund 70km zwischen Halali und Okaukuejo getroffen. Da dieses ja auch eine staatliche Straße der Kategorie C , die C38, ist , wäre eine ordentlich unterhaltene Straße zu erwarten gewesen. Weit gefehlt, eine unserer Fahrweise entsprechende Geschwindigkeit erforderte eine Fahrzeit von rund 4 Stunden. Natürlich kann grundsätzlich schneller gefahren werden, auch wir können mit unserem Fahrzeug schneller fahren, fahrzeuggerecht und verantwortungsbewusst für das Verhalten im Park wäre das nicht. Da die Geschwindigkeit sehr hoch angesetzt werden müsste, kann das nicht im Sinne des Erlebnisses im Park sein, genauso wenig den Vorschriften der Parkverwaltung entsprechen. Wir sehen die Fahrwege in einem NP nicht als 4W-Rennstrecke, wie sie sehr oft mit den vielen Leihfahrzeugen verstanden wird. In diesen Fällen übernimmt ja der Vermieter die Verschleißkosten.
Das Fahren im Park, ist derzeit weder für den Fahrer noch für den Beifahrer ein Genuss. Schade...
33,1k Beiträge · seit 200627. Nov. 2022 · #2
Das ist ja leider nix neues und es gibt deshalb auch schon Threads zum Thema. Da kannst du auch lesen, dass nun Gelder genehmigt wurden alle Straßen in Etosha 2023 auf Vordermann zu bringen. Es gibt aber auch mehr und mehr Stimmen, dass nix gemacht wird, weil es eben keinen Rennstrecken sind.

Für sämtliche Straßen in Etosha ist nicht die Strassenbehörde verantwortlich, sondern das Umweltministerium. Es sind keine öffentlichen Straßen im eigentlichen Sinne.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 27. Nov. 2022
29 Beiträge · seit 201927. Nov. 2022 · #3
Hallo zusammen, wir waren vor drei Wochen für einige Tage im Etoscha National Park (Ersttätertour). Wir haben es sehr genossen, hatten in unseren Augen riesiges Glück bei den Sichtungen. Soweit so gut. Wir fanden allerdings, die Straßen sind in einem sehr schlechtem Zustand. Es geht wirklich nicht darum im Park Rennen zu fahren aber es wäre schon gut 'schmerzfrei' von A nach B zu kommen. In einem Nationalpark zu fahren und nach Tieren Ausschau zu halten ist etwas was mich sehr glücklich macht. Bei unserer Fahrt vom Dolomite Camp nach Okaukuejo habe ich mir allerdings ein-, zweimal gedacht 'hierher werde ich nicht mehr kommen.' Aber ich werde einfach auf die 'neuen' Straßen warten. 😉
1'675 Beiträge · seit 200727. Nov. 2022 · #4
" Bei unserer Fahrt vom Dolomite Camp nach Okaukuejo habe ich mir allerdings ein-, zweimal gedacht 'hierher werde ich nicht mehr kommen.' "

Genau das haben wir uns auch schon öfter gedacht. Es geht nicht um uneinsichtiges "Rasen", sondern genau um das Gegenteil: das Wellblech zwingt einen dazu, mindestens 60 km/h oder mehr zu fahren, damit es das Auto nicht zerlegt. Und das hat nichts mit zu hohem Reifendruck zu tun. Niemand sollte diese Straßenzustände mit dem Verhindern von Rasen rechtfertigen.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
543 Beiträge · seit 201403. Dez. 2022 · #5
Moin,

der Straßenzustand im Etosha ist aktuell wirklich erbärmlich, so dass wir spontan statt drei Nächten im Park nach einem halben Tag abgebrochen haben.
Einmal quer durch den Park wollen wir weder uns noch dem Auto antun.

Gibt auch andere schöne Ziele hier...

Gruß Henning
33,1k Beiträge · seit 200603. Dez. 2022 · #6
Siehe im Straßenthread das Update von heute.
📎 ENPRoadsandInfrastructure-2.pdf
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543 Beiträge · seit 201403. Dez. 2022 · #7
Miin Christian,

das Straßen und die letzten Zufahrten zu den Wasserlöchern doppelt und dreifach gegradert werden, wenn hohe Tiere (Minister) im Park sind, durften wir bereits im Januar bewundern.

Die Pressemitteilung ist aber ein kompletter Witz. Klar ist im Etosha eigentlich alles bestens und wir leiden bei unserem fünften Besuch an völlig verzerrter Wahrnehmung.

Grinsende Grüße von Henning
568 Beiträge · seit 201404. Dez. 2022 · #9
Ich oute mich als bekennender (nach Forums-standards) "Schnellfahrer".
Gleichzeitig kapiere ich das Gejammer über den Strassenzustand in Etosha nicht.
Das ist nun mal nicht der Nürburgring, wo man hinfährt um Geschwindigkeitsrausch auszuleben
(was ich wiederum nicht brauche, aber nur mal so zur Verdeutlichung).
Ich traure jeder Piste hinterher, die asphaltiert wird, auch wenn mich "Wellblech" mal nervt.

In der Abwägung Naturerlebnis/Tierkonsum bevorzuge ich die schlechte Pad gegenüber dem Safari-Park.
Okay, bin auch lieber in der "Regenzeit" unterwegs, wo man Tiere selbst entdeckt und in ihrem natürlichen
Verhalten beobachtet, als die (auch hier immer wieder) gehypten Wasserlochfotografen.
Die müssen eben schnell von Loch zu Loch kommen, sich mit dem Tele hinter den Bussen einreihen
und dann schnell weiter zum nächsten Highlight.

Ist es wirklich das, was wir als "Naturerlebnis" in Namibia suchen?
Leute, fahrt nach Hodenhagen in Niedersachsen, da habt ihr, was ihr braucht. Sichtungen garantiert!
Wie so oft muss dieser Beitrag nicht Jedem gefallen, aber es musste mal 'raus!

Schönes Restjahr euch Allen und guten Regen für das südliche Afrika!
Grüssle
Randfontein
1'675 Beiträge · seit 200704. Dez. 2022 · #10
Randfontein, Deine Abwägungen vergleichen Äpfel mit Birnen. Es geht doch überhaupt nicht um die Frage schnelle Wasserlochfotografie vs. langsames Naturerlebnis. Bist Du schon mal die 130 km von Olifantsrus nach Okaukuejo mit permanentem Wellblech gefahren? Im Oktober 2017 war das z.B. so. Das möchte ich nicht wiederholen.
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16,9k Beiträge · seit 201204. Dez. 2022 · #11
Gut gepflegte Straßen verleiten leider zum Rasen.
Auch wenn immer alle behaupten, wie sehr sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.
Im Interesse der Wildtiere und auch zum Eigenschutz der Besucher dürfen die Straßenverhältnisse gerne "rough" sein.

Ich möchte keine weiteren angefahrenen und verendeten Tiere sehen, weil idiotische Touristen ihr Zeitmanagement nicht richtig eingeschätzt haben:

DSCF0318.jpg


LG
Logi
1'927 Beiträge · seit 200804. Dez. 2022 · #13
Ich möchte es mal so sagen, der Zustand wird seit Jahren immer schlechter und wenn sich selbst Einheimische für die Situation seit Jahren schämen, spricht das wohl Bände.

Aber diese Diskussion hatten wir ja erst kürzlich, wurde allerdings etwas unschön abgewürgt...

Grüße
Peter
Gast04. Dez. 2022 · #14
Logi schrieb:Gut gepflegte Straßen verleiten leider zum Rasen.
Auch wenn immer alle behaupten, wie sehr sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.
Im Interesse der Wildtiere und auch zum Eigenschutz der Besucher dürfen die Straßenverhältnisse gerne "rough" sein.
Auf deutschen Straßen wird teils auch gerast. Die Lösung besteht auch nicht darin, Schlagloch an Schlagloch gedeihen zu lassen, um dadurch das Rasen zu verunmöglichen. Dafür stehen andere Optionen zur Verfügung, u.a. Kontrollen, Bodenschwellen. Diese werden in Nationalparks anderer Länder auch genutzt.

Ich war jetzt länger nicht im Etosha und weiß nicht, ob sich das geändert hat, aber bislang galt da ein Limit von 60 km/h. In vielen anderen Ländern darf man maximal 40 km/h in Nationalparks fahren. In Nationalparks in anderen Ländern steht teils auch Schilder zum richtigen Luftdruck. Vielleicht könnte man an den Parkeingängen und in den Hauptcamps auch Luftdruckprüfgeräte und Druckluft bereitstellen, damit Besucher es einfach haben, den richtigen Luftdruck herzustellen, der nicht die Wellblechbildung begünstigt. Die meisten Besucher wissen wahrscheinlich gar nicht, wie Wellblech entsteht und haben auch keinen Kompressor dabei, um für passenden Reifendruck zu sorgen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Es gibt sehr viel, was man sinnvollerweise machen kann, bevor man auf eine Geschwindigkeitsregulierung durch katastrophalen Straßenzustand setzt.

Grüße, Torsten
33,1k Beiträge · seit 200604. Dez. 2022 · #15
Auch wenn das MEFT mal wieder kein Problem sieht (was wir ja schon kennen und was so eben auch nicht stimmt), finde ich die Erwartungen der Reisenden teilweise aber auch etwas grenzwertig. Da wird Wochenlang durch Moremi & Co ohne jegliche Straße gefahren und das tolle Buscherlebnis gefeiert, aber sobald man eine Straße sieht, muss sie dann auch "tip-top" sein. Wenn es im Etosha NP auch gar keine Straßen geben würde, würde sich vermutlich auch niemand beschweren und es würde auch keiner auf die Idee kommen 130 km von Olifantsrus nach Okaukuejo an einem Stück zu fahren. Das Vorhandensein von Straßen weckt halt irgendwie (hohe) Erwartungen.

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 04. Dez. 2022
1'675 Beiträge · seit 200704. Dez. 2022 · #16
@Christian: Das sind doch auch Äpfel und Birnen. Es gibt nun mal Straßen im Etosha. Und von Olifantsrus nach Okaukuejo muss man nun mal durchfahren, ansonsten müsste man ja wild campen. Und bei entsprechendem Wellblech geht das auch bei richtigem Druck eben nur mit 20 km/h oder > 60 km/h. Das sind doch keine vernünftigen Alternativen. Mit der Problematik von uneinsichtigen Rasern hat das jedenfalls nichts zu tun. Aber jedem seine Meinung.
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904 Beiträge · seit 201005. Dez. 2022 · #17
travelNAMIBIA schrieb:Auch wenn das MEFT mal wieder kein Problem sieht (was wir ja schon kennen und was so eben auch nicht stimmt), finde ich die Erwartungen der Reisenden teilweise aber auch etwas grenzwertig. Da wird Wochenlang durch Moremi & Co ohne jegliche Straße gefahren und das tolle Buscherlebnis gefeiert, aber sobald man eine Straße sieht, muss sie dann auch "tip-top" sein. Wenn es im Etosha NP auch gar keine Straßen geben würde, würde sich vermutlich auch niemand beschweren und es würde auch keiner auf die Idee kommen 130 km von Olifantsrus nach Okaukuejo an einem Stück zu fahren. Das Vorhandensein von Straßen weckt halt irgendwie (hohe) Erwartungen.

Viele Grüße
Christian
Christian, ich hab das mit den Pisten in der Etosha vor ziemlich genau einem Jahr mal erwähnt. Du hast damals geschrieben, dass du pronto 2 Tourleiter kontaktiert hast, die Pisten seien sehr gut bis gut. Alle Leute, die damals in der Region unterwegs waren, fanden die Aussagen lächerlich und letztendlich unwahr.

Ich verstehe, dass du Politik machst, aber ganz blöd sind die Leute, die nach Namibia reisen auch nicht. Meine Erwartungen an "Straßen" sind niedrig, ich reise ja nach Namibia. Für das, was in der Etosha vorzufinden ist, haben sich bei uns mehrfach Einheimische entschuldigt, sie schämen sich für den Zustand ihres "Monuments". Diesmal waren wir nur in Okaukuejo, ich fahre die drecks Pisten einfach nimmer. Die Toiletten im Camp waren im selben Zustand wie die Pisten. Eine Dusche (von 2) war 4 Tage verstopft, ohne dass das jemand interessiert hätte. Bei den Preiserhöhungen ist man flott, vielleicht sollte man dafür auch mal etwas liefern.

Grüße
Ebi
zuletzt bearbeitet 05. Dez. 2022
33,1k Beiträge · seit 200605. Dez. 2022 · #18
- gelöscht - (wegen keine Lust auf weitere Diskussion)
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zuletzt bearbeitet 05. Dez. 2022
1'927 Beiträge · seit 200805. Dez. 2022 · #19
Der Straßenzustand ist nicht diskutabel sondern Fakt.

Und die Situation ist um so unverständlicher wenn man sieht, dass in Okaukuejo ein riesiger Fuhrpark auch mit schweren Gerät zum Straßenunterhalt steht. Man muss nur auf den Turm steigen, dann ist der Bauhof sichtbar.

Scheinbar hat der NWR seine Mitarbeiter durch Versetzungen und. a. Maßnahmen derart verärgert, daß mittlerweile auch das kleinste Aufflammen von Eigeninitiative erloschen ist.
16,9k Beiträge · seit 201205. Dez. 2022 · #20
peter 08 schrieb:... wenn sich selbst Einheimische für die Situation seit Jahren schämen, spricht das wohl Bände. ...
Welche "Einheimische" sind das denn?
Die dünne, privilegierte Schicht mit hochgezüchteten 4x4 Fahrzeugen oder die große Mehrheit der Bevölkerung, die ganz andere Probleme hat und noch niemals im Etosha war und auch niemals in Leben dort hinkommen wird?

LG
Logi