Über das Kaokoveld in den Caprivi

Reisebericht 107 Antworten · 22,6k Aufrufe · gestartet 03. Nov. 2022 von Dillinger
Themenstarter796 Beiträge · seit 201503. Nov. 2022 · #1
Reisebericht ohne Kommentare, bitte auf die Sonne klicken.

Hallo,

nun sind wir bereits einige Wochen zurück von unserer Traumreise. Das Laub fällt und der Winter steht vor der Tür. Solch ein Wetter lässt mich von warmen, sonnigen Tagen in Namibia träumen und bewegt mich dazu, unsere Reise mit Hilfe eines Berichtes, noch einmal zu erleben.

Uns erging es wie vielen von Euch, Corona hat jede Planung vernichtet und Einiges verändert. Ursprünglich sollte unsere Reise 2020 stattfinden und wir wollten unser Abenteuer als Familie erleben. Flüge, Auto und Unterkünfte wurden gebucht und gezahlt. Es kam wie es kommen musste, Verschiebung der Reise auf 2021 und weil es so viel Spaß machte nochmals auf 2022. Leider konnte unser ältester Sohn, wegen wichtiger Prüfungen, nicht mitfahren. Lange wurde überlegt ob es die Möglichkeit gibt nachzukommen oder früher abzureisen, aber leider war dies nicht möglich. Einige Tränchen sind geflossen, aber sein Platz musste storniert werden. Ein Gutes hatte die Sache, nun müssen wir ein weiter Namibia-Reise planen, um doch noch einmal mit beiden Kindern, solch eine Reise zu erleben.

Vorab möchte ich mich bei Carsten Möhle und seinem Team von „Bwana Tucke-Tucke“ bedanken, die ohne Mehrkosten und in einer für die Reisebranche echt schwierigen Zeit, unsere Reise gebucht, 2x umgebucht und letztlich noch eine Person storniert haben. Alles hat dennoch super geklappt. Auch unsere Autovermietung „Africa on Wheels“ war hervorragend und ich kann beide Unternehmen empfehlen.

Geflogen sind wir mit Eurowings Discover gebucht über Lufthansa. Die Flüge waren preislich sehr gut, sind wie geplant abgelaufen und die Umbuchungen über die Jahre hat auch funktioniert.

Zusammengestellt habe ich unsere Reise auf Grund unserer ersten beiden Urlaube und dem riesigen Informationspool hier im Forum. Es sollte eine Mischung aus Dachzelt und gelegentlichen Lodges werden.
Wir lieben die Einsamkeit, herrliche Landschaften und eine tolle Tierwelt. Aus diesen Gründen hat sich nachfolgende Strecke ergeben. Wir sind 4.325 Kilometer gefahren und konnten uns 4 Wochen Zeit nehmen.

Reiseverlauf:

14.07. Frankfurt, Nachtflug
15.07. Windhoek, Immanuel Wilderness Lodge
16.07. Erongo, Omandumba Camping
17.07. Twyfelfontein, Madisa Camping
18.07. Grootberg, Grootberg Lodge
19.07. Grootberg, Hoada Camping
20.07. Grootberg, Hoada Camping
21.07. Sesfontein, Khowarib Lodge Camping
22.07. Hoanib, Elephant Song Camp
23.07. Puros, Puros Camping
24.07. Puros, Puros Camping
25.07. Orupembe, Marble Community Camping
26.07. Hartmannberge, Bushcamp
27.07. Kunene, Camp Syncro
28.07. Orupembe, Etambura Lodge
29.07. Orupembe, Etambura Lodge
30.07. Ondangwa, Homestead Lodge Camping
31.07. Divundu, Mobola Island Lodge Camping
01.08. Bagani, Ngepi Lodge Tree House
02.08. Bagani, Ngepi Lodge Tree House
03.08. Kongola, Mavunje Camping
04.08. Kongola, Mavunje Camping
05.08. Kongola, Mavunje Camping
06.08. Divundu, Ndhovu Lodge Luxury Tent
07.08. Divundu, Ndhovu Lodge Luxury Tent
08.08. Otjiwarongo, Frans Indongo Lodge
09.08. Windhoek, Tamboti Guesthouse
10.08. Windhoek, Heimflug
11.08. Frankfurt

Ich hoffe mein Bericht macht euch Spaß und kann dem einen oder anderen bei der Planung seiner Reise helfen.
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
zuletzt bearbeitet 08. Nov. 2022
8'672 Beiträge · seit 201003. Nov. 2022 · #2
Hallo Markus,
Dillinger schrieb:
Ich hoffe mein Bericht macht euch Spaß
da bin ich mir ziemlich sicher! Schließlich kenne ich eure Reise ja schon im "Schnelldurchlauf" ein bisschen und freue mich sehr darauf, das Ganze jetzt in Ruhe und im Detail nachlesen zu können. Nur schade, dass es mit unserem Treffen nicht geklappt hat - aber der Hoanib hat leider ein paar Seitenarme zu viel.... 🙁 .


Liebe Grüße von Bele (der Ersten 😉 )
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 03. Nov. 2022
4'382 Beiträge · seit 201503. Nov. 2022 · #3
Heihei, Markus,
auf Bekanntes und Unbekanntes freue ich mich sehr. Es kann von mir aus sofort losgehen 😗
Schöne Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
3'383 Beiträge · seit 200903. Nov. 2022 · #4
Perfekt!
Nicht nur die Dauer der Reise gefällt mir, auch die angesteuerten Ziele sind toll gewählt.
Ich bin dabei, noch ist ja bestimmt irgendwo ein Plätzchen frei.

Herzliche Grüße
der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
Themenstarter796 Beiträge · seit 201503. Nov. 2022 · #6
Champagner schrieb:Hallo Markus,
Dillinger schrieb:
Ich hoffe mein Bericht macht euch Spaß
da bin ich mir ziemlich sicher! Schließlich kenne ich eure Reise ja schon im "Schnelldurchlauf" ein bisschen und freue mich sehr darauf, das Ganze jetzt in Ruhe und im Detail nachlesen zu können. Nur schade, dass es mit unserem Treffen nicht geklappt hat - aber der Hoanib hat leider ein paar Seitenarme zu viel.... 🙁 .


Liebe Grüße von Bele (der Ersten 😉 )
Hallo Erste,

freut mich, dass du dabei bist, obwohl du ja fast alles kennst. Vieles wird sich wiederholen, da ich ja auf euren Spuren unterwegs war. Treffen? ja schade. Man hätte auf der Elephant Song Campside sicher einen tollen Sundowner zusammen trinken können. 😎

Liebe Grüße
Markus
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Themenstarter796 Beiträge · seit 201503. Nov. 2022 · #7
CuF schrieb:Heihei, Markus,
auf Bekanntes und Unbekanntes freue ich mich sehr. Es kann von mir aus sofort losgehen 😗
Schöne Grüße
Friederike
Hallo Friederike,
freut mich, wenn die Strecke dein Interesse geweckt hat. Ich werde versuchen, so schnell als möglich anzufangen.

Gruß
Markus
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Themenstarter796 Beiträge · seit 201503. Nov. 2022 · #8
bayern schorsch schrieb:Perfekt!
Nicht nur die Dauer der Reise gefällt mir, auch die angesteuerten Ziele sind toll gewählt.
Ich bin dabei, noch ist ja bestimmt irgendwo ein Plätzchen frei.

Herzliche Grüße
der bayern schorsch
Hallo Schorsch,

deine Berichte sind für mich ein Vorbild. Freut mich, wenn du mir folgst.

Gruß
Markus
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zuletzt bearbeitet 06. Nov. 2022
221 Beiträge · seit 201404. Nov. 2022 · #10
Hallo Markus,

bin schon sehr gespannt auf den Bericht - vor allem auf den Teil zum Caprivi, da wir September 2023 ebenfalls dort unterwegs sein werden.

Viele Grüße
Peter
zuletzt bearbeitet 04. Nov. 2022
Themenstarter796 Beiträge · seit 201508. Nov. 2022 · #11
14.07.2022 Das Warten hat ein Ende, es geht endlich zurück nach Namibia

Die letzten Tage vor der Abreise vergehen wie im Flug. Es gilt noch einige Kleinigkeiten zu besorgen, Navi, Fotoausrüstung, Lampen und Sonstiges zu prüfen und zu verpacken. Immer häufiger kommt uns zu Ohren, dass es am Frankfurter Flughafen zu einem kompletten Gepäckchaos gekommen ist. Wir benötigen zwar keinen Zubringerflug machen uns jedoch dennoch Sorgen. Eine Rundreise mit so vielen Kilometern und Unwägbarkeiten, ohne Gepäck und Ausrüstung anzutreten, wäre sicher kein Vergnügen. Daher wird unser gesamtes Gepäck auf alle Taschen verteilt und die Handgepäckbeschränkung, bis aufs letzte Gramm ausgereizt.
Das anfängliche Gepäckchaos….

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…wandelt sich nach einigem Ein- und Auspacken in ein ordentlichen Haufen Taschen.

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Da unser Flug erst um 21:55 Uhr starten soll, können wir uns für das Packen genug Zeit lassen. Anschließend kommt noch der unschönste Teil unserer Reise. Hunde und Pferde müssen schweren Herzens übergeben werden und das Schlimmste, wir müssen uns von Simon verabschieden. Dass er nicht mitfahren konnte, war das größte Manko an unserer Reise. Auch Moritz muss sich schweren Herzens von seiner Freundin verabschieden. Unsere Nachbarn sind so nett und fahren uns die 20 Minuten bis zum Flughafen.

Dort sind wir wie immer viel zu früh. Geplant ist eine schnelle Gepäckabgabe und danach noch ein nettes Abendessen in einem der Flughafenlokale.

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Das Abgeben des Gepäckes klappt schnell und unkompliziert und wir werden darauf hingewiesen, uns möglichst zeitnah zur Sicherheitskontrolle zu begeben. Zur Sicherheit frage ich noch schnell nach, ob es auch nach der Sicherheitskontrolle noch Lokalitäten gibt. Dies wird mit einem Lächeln bejaht. Der Sicherheitscheck verläuft schnell und reibungslos und wir begeben uns, auf dem Weg zu unsrem Gate, auf die Suche nach einem Lokal. Immerhin haben wir noch mindestens 3 Stunden bis zum Abflug und mittlerweile auch einen ordentlichen Hunger und Durst. Auf dem Weg zu unserem Gate finde ich auch einen geöffneten Kiosk, in dem feinste Fleischgerichte zu günstigen Preisen angeboten werden.

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Mit Dosenbier und Salzstangen, sowie einer Reiseberatung für ein doch sehr planlos nach Namibia reisendes junges Pärchen, verbringen wir die Zeit bis zum Abflug.
Der Nachtflug zieht sich ein wenig und mein Kreislauf sowie die Maskenpflicht tragen nicht, zu einem entspannten Flug bei. Um so schöner ist es, als uns die Sonne über Namibia begrüßt und der Flieger zur Landung ansetzt.

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Am Flughafen dauert es ein wenig bis wir die Einreiseformalitäten und die Gepäckabholung erledigt haben. Entgegen aller Befürchtungen ist unsere Ausrüstung komplett und wir suchen unseren Abholer. Schnell noch Geld getauscht und für die Verbindung nach Hause, eine Internetkarte für das Handy besorgt. Das Gute am Nachtflug ist, dass man den kommenden Tag komplett zur Verfügung hat. Also nutzen wir Ihn. Der Fahrer von „Africa on Wheels“ bringt uns zum Stützpunkt von Bwana Tucke-Tucke nach Windhoek. Dort suchen wir Carsten und finden Ihn, in einem von Ihm zur Bibliothek umgebauten Überseecontainer. Nach einer Führung durch seine Bibliothek erhalten wir, bei einem ausgiebigen Frühstück, unsere Reiseunterlagen und das Satellitentelefon. Auf einer Karte werden noch unklare Streckenführungen besprochen und wir verabschieden uns von Ihm für die kommenden vier Wochen.

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Tolle Sammlung alter, fahrbereiter Landrover.

Sein Mitarbeiter Himba-Uwe bringt uns zu Africa on Wheels und wir können dort unser fahrendes Heim für die kommenden Wochen übernehmen. Ich wusste nicht genau was uns für ein Fahrzeug erwartet, da Carsten die Buchung übernommen hat und wir nur einige Eckdaten festgelegt hatten. Geländegännigkeit, neuwertige Reifen, guter Kühlschrank und Kompressor gehörten dazu. Eins vorweg, das Auto war älter mit vielen Kilometern, jedoch in einem hervorragenden Zustand mit toller Ausstattung und für das harte Gelände der bisher beste Wagen den wir hatten. Auch an der mitgelieferten Ausrüstung gab es nichts auszusetzen. Decken, Kissen und Bezüge können wir nicht bewerten, da wir eigene Bettwäsche bzw. Schlafsäcke mithatten. Lancruiser V6 Benziner mit 200 Liter Tank (er war sehr durstig, was uns später noch vor Probleme stellen sollte), festem sehr stabilem Aufbau, 2 Ersatzreifen an der Außenseite angebracht (toll, da man nicht einen Reifen im Innenraum rumschleppen muss und ein Reifen unter dem Auto, die Bodenfreiheit reduziert), Seilwinde, Regalsystem im Aufbau für Kisten und Kühlschrank, kein festeingebauter Wassertank sondern ein Kanister (Wasserzapfen ist somit etwas mühsamer, dafür kann man einen Kanister bei jeder Gelegenheit schnell mit frischem Wasser befüllen. Bei unserer letzten Reise fing das Wasser im Einbautank nach einigen Tagen an zu stinken. Ob die Reinigung solcher Einbautanks ordentlich durchgeführt wird, bezweifele ich.), Seilwinde, eine extreme Bodenfreiheit, super Reifen, ein nicht funktionierendes Radio/Navigationsgerät (hat uns nicht gestört da wir ein eigenes Navi und Lautsprecher für Musik dabeihatten), Dachzelte und Campingausrüstung in Top-Zustand, nette Mitarbeiter und eine sehr unkomplizierte Über- und Rückgabe des Wagens. Dort buchen wir gerne wieder.

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Nach der Übernahme wird unser „Dicker“ noch schnell vollgetankt und im Superspar bei der Maerua Mall der doch sehr umfangreiche Einkauf erledigt. Ich bin immer wieder über das Angebot in diesem Supermarkt erstaunt. Selbst unser hessisches Nationalgetränk gab es im Angebot.

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Auf dem Parkplatz wird alles, und dies sind mindestens 3 gehäufte Einkaufswagen, in dem Regal und Schubladensystem, in diversen Kisten und im Kühlschrank, sowie in jedem weiteren Winkel des Wagens verstaut. Mein guter Rat: Bierdosen, gilt natürlich auch für andere Getränke, zum besseren Verstauen nicht lose aneinandergelegt, in diverse Schubladen zu legen. Spätestens nach den ersten 600 Kilometern platzt die Erste und schnell auch viele weitere Dosen. Das dünne Blech scheuert sich einfach durch und es gibt eine ordentliche Sauerei. Ein Südafrikaner hat mit gezeigt, dass er alle Dosen und auch die Wassertanks mit Klebeband zu großen Bündeln verklebt.
Nach dem Einkauf verlassen wir Windhoek und brechen in unser großes Abenteuer auf. Unser erstes Ziel ist die eigentlich nahegelegene Immanuel Wilderness Lodge. Auf den ersten Metern, raus aus Windhoek über die B1, sich an den Linksverkehr gewöhnend, sind wir verwundert und bestaunen, was hier auf einer Autobahn so alles los ist. Da geht es kreuz und quer, hunderte von Menschen, Rinder- und Ziegenherden und Fahrzeuge aller Art, bewegen sich über die Autobahn. Auf dem Seitenstreifen wird gehandelt und gewohnt.

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Es gibt so viel zu sehen, dass wir prompt 40km an der Lodge vorbei brausen. Kurz vor Okahandja drehen wir und fahren zurück Richtung Windhoek. Wenn unsere Navigation nicht wesentlich besser wird, werden wir auf nimmer Wiedersehen, in den Weiten Namibias verschwinden.
Kurz vor der Dunkelheit erreichen wir die Lodge und werden von dem sehr netten Besitzer begrüßt. Er stammt aus unserer Gegend und wir haben eine nette Unterhaltung mit Ihm. Schnell werden die Zimmer bezogen und wir machen uns für das Abendessen ein wenig frisch. Mit einem hervorragenden Abendessen, lassen wir den anstrengenden Tag ausklingen.

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Nach einer erholsamen Nacht und einem guten Frühstück geht es los Richtung Erongo.

Die Immanuel Wilderness Lodge liegt nahe an Windhoek, in einer leichten Senke, in Hörweite der Autobahn und kann daher nicht mit einer tollen Lage aufwarten. Die Anlage und die Gebäude sind hübsch gemacht und könnten eine kleine Auffrischung vertragen. Der Eigentümer und die Angestellten sind sehr nett und kümmern sich um alles. Abendessen und Frühstück waren besonders gut.
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
zuletzt bearbeitet 09. Nov. 2022
441 Beiträge · seit 201409. Nov. 2022 · #12
Tolle Sammlung alter, fahrbereiter Landcruiser.

Uiuiuiui - Das sind LandROVER SCNR 😉
Danke und Gruß Matze
Themenstarter796 Beiträge · seit 201509. Nov. 2022 · #16
16.07. Zum Erongogebirge nach Omandumba, die Entdeckung des roten Glühens

Wir verlassen die Lodge über die B1 nach Norden. Bei Okahandja erledigen wir noch letzte Einkäufe. Auf dem Parkplatz werde ich von einem Parkwächter angesprochen und lassen mich auf einen Plausch ein. Er spricht sehr gut Deutsch, heißt Michael (wie Balack) und benötig dringend Hilfe für seine Kinder. Schnell hat er mich breitgeschlagen und ich drücke Ihm 200N$ in die Hand. Darauf fällt er mir in die Arme und beginnt zu weinen. Ich kann nicht sagen, ob es gut oder schlecht ist, sich so einfach zu größeren Geldgaben überreden zu lassen, oder ob er mich ordentlich veräppelt hat, mir gibt es ein gutes Gefühl und daher werde ich es auch weiterhin so halten.
Wieder auf der B1 biegen wir nach Westen auf die D2414 Richtung Omaruru ab. Nun geht es endlich auf Gravel weiter und wir veranstalten kurz nach der Abfahrt unseren obligatorischen Gravelroad-Tanz. Hierzu fehlen darf auf keinen Fall der Song „Kagala Namibia“ von Elemotho. Er ist einfach wunderbar und passt besser als jede andere Musik zu diesem Land. Googeln und anhören. Es lohnt sich.

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Hier lässt sich bereits erahnen, welch Glück wir dieses Jahr mit der Vegetation haben. Flächendeckend gibt es wunderbares, golden schimmerndes, kniehohes Gras. Zur Freude der Tierwelt und der Farmer, aber auch ein traumhaft schöner Anblick.
Von der Fahrt durch Erindi hatte ich mir mehr Tiersichtungen vorgestellt. Leider haben wir nur einige Hinterlassenschaften entdeckt.
Die Landschaft wird immer hübscher und die Granitfelsen des Erongo nehmen zu. Das Erongo-Gebirge kenne ich noch nicht und muss sagen, dass mir die Landschaft außerordentlich gut gefällt. Hier komme ich sicher nochmals her.
Auf Omandumba werden wir sehr nett vom Eigentümer und seinen Hunden begrüßt und über die Zufahrt zur Cave Campsite informiert. Brennholz können wir hier erwerben und starten zur Fahrt über diese traumhafte Farm. Es geht über rotsandige Wege, durch goldenes Gras, durch Täler mit grünen Bäumen, eingefasst durch die Ganitberge des Erongo.

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Unterwegs schauen wir uns noch die 3 Elefanten Campsite an und gelangen nach einiger Zeit auf unseren Stellplatz an der Klipp-Schläfer Höhle. Diese beiden Stellplätze sind gerade hier im Forum ein Thema. Uns hat der Platz an der Cave wesentlich besser gefallen. Die von einem Bwana Tucke-Tucke Mitarbeiter erbaute „Höhle“ ist witzig und hat eine wunderbare Aussichtsterrasse.

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Dort übernachten würde ich nur bei einem Unwetter, ansonsten bietet sich der unterhalb der Cave gelegene Stellplatz mit Feuerstelle eher an. Man steht auf einem erhöhten Plateau und hat einen wunderbaren Blick in das Tal.

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Hier bauen wir erstmalig unsere Dachzelte auf, richten unseren Wagen noch ein wenig her, bereiten unser erstes Braai vor und genießen mit einem Glas Wein und einem Bier die absolute Einsamkeit und Schönheit dieses Ortes.
Zum Sonnenuntergang besteigen wir den Berg hinter der Cave. Es geht über steile Sandsteinhänge hinauf Richtung „Gipfel".

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Mineralien glitzern in der Sonne, hübsche Pflanzen wachsen auf diesem steinigen Untergrund und überall sind diese teils sehr bizarren Felsformationen. Auf einem Felsvorsprung lassen wir uns nieder und erwarten den Sonnenuntergang.

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Der eigentliche Sonnenuntergang ist hübsch und danach begeben wir uns auf den Rückweg.

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Zurück an unserem Stellplatz ist es mittlerweile recht dunkel. Nun beginnt jedoch ein einzigartiges Naturschauspiel, das mir heute noch Gänsehaut beschert und welches ich so noch nie erlebt habe.
Dank Bele (hier im Forum Champagner) bin ich über dieses Phänomen ein wenig schlauer als zuvor. In Ihrem Reisebericht „Die Strecke zieht sich ein bisschen..!“ ist Sie bereits mehrmals darauf eingegangen und hat herausgefunden, dass es durch den Ausbruch des „Hunga Tonga-Hunga Ha´apai“ hervorgerufen wird. Dieser Untersee-Vulkan hat bei seinem Ausbruch die höchste jemals gemessene Aschewolke erzeugt. Diese Asche in der Atmosphäre könnte für das „Nachglühen“ des Himmels nach dem Sonnenuntergang verantwortlich sein. Da mir „Hunga Tonga-Hunga Ha´apai Phänomen“ zu lange ist und dieses Naturschauspiel uns noch öfters begleiten wird, nenne ich es nun nur noch HTHH-Phänomen.
An diesem Abend hier im Erongo, durften wir es sehr intensiv erleben.
Die nachfolgenden Bilder sind in der zeitlich richtigen Reihenfolge hier eingestellt und starten in der Dunkelheit nach dem Sonnenuntergang.

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Der HTHHP ist so heftig, dass wenn man sich abwendet und in die andere Richtung schaut, alles vom roten Schimmer beleuchtet wird, vergleichbar mit dem silbernen Licht einer Vollmondnacht im Winter, nur alles in Rottönen.

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Noch völlig geflashet von diesem Naturschauspiel zünden wir unser Feuer an und lassen den tollen Tag ausklingen.

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Am Morgen frühstücken wir, packen zusammen und brechen Richtung Twyfelfontein auf.

Kurze Bewertung:
Die Strecke von Windhoek nach Omandumba hat mit gut gefallen und die Campsite, in dieser Traumhaften Landschaft, war einfach wunderbar.
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
zuletzt bearbeitet 09. Nov. 2022
Themenstarter796 Beiträge · seit 201509. Nov. 2022 · #17
17.07. Vom Erongo ins Damaraland, Madisa Camp

Die Landschaft im Erongo erscheint im Morgenlicht noch schöner als am Tag zuvor. Wir genießen jeden Meter und saugen die Landschaft in uns auf.

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Am Farmhaus melden wir uns ab und bedanken uns für diesen hübschen Stellplatz. Es geht über herrliche Pisten und weitläufige Landschaften. Ich staune immer wieder, in welch einfachen Behausungen und unter welch widrigen Lebensumständen die Menschen hier zum Teil leben.

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Über die C36 gelangen wir nach Uis und durchqueren die kleine Ortschaft. Mit einem super Tipp hier aus dem Forum, kann ich meine Familie überraschen und halte vor dem Cactus Café. Meine Frau und mein Sohn staunen nicht schlecht, welch hübsches Lokal sich in dieser einsamen Gegend befindet.
Man kann in einem sehr liebevoll gestalteten Garten sitzen und ein kühles Bier oder einen heißen Kaffee genießen. Wer in der Nähe vorbeikommt, sollte hier eine Pause einlegen.

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Nur auf die gefährlichen Krokodile, die hier ihr Zuhause haben, muss man aufpassen.

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Nach dieser Stärkung geht es für uns weiter nach Madisa. Kurz nach Uis taucht ein Hinweisschild, auf meine geliebten grauen Riesen auf.

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Diese suchen wir auch gleich und machen einen Abstecher in ein tiefsandiges Flussbett. Hier können wir erstmalig die guten Fahreigenschaften unseres „Dicken“ testen. Leider können wir keine Elefanten ausmachen und setzten unsere Fahrt nach Madisa fort.

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Nachmittags erreichen wir das Camp, dass uns auf anhieb gefällt. Zu unserer Zeit ist nicht viel los und die meisten Stellplätze sind nicht belegt. Sollten diese alle voll sein, wird es hier sicherlich recht lebendig.

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Wir bekommen einen hübschen Stellplatz an einem Trockenflussbett, mit einer super Koch- und Feuerstelle, sowie einer auf Stelzen gebauten Sanitäranlage. Wir richten uns ein und genehmigen uns eine notwendige Dusche.

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Zum Sundowner begeben wir uns zur Rezeption und trinken an der witzigen Bar einen Gin Tonic.

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Pünktlich zum Sonnenuntergang besteigen wir den hauseigenen Hügel und bestaunen den Sonnenuntergang mit anschließendem HTHHP. Auf den aufgewärmten Granitflächen des Aussichtsberges lässt es sich wunderbar sitzen. Ein herrlicher Platz.

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Wir sind glücklich, solche Momente zusammen erleben zu dürfen.

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Nach dem es dunkel ist, steigen wir ab und sehen, dass man an der Rezeption auch hätte essen können.

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Wir bevorzugen jedoch unseren Stellplatz mit hauseigenem Chefkoch.

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Silke bekommt immer mehr Probleme mit Ihrem Magen und muss leider auf ein gutes Essen verzichten. Ob es am Mittagessen im Cactus Lokal lag oder doch eher an kürzlich eingenommenen Medikamenten, können wir nicht genau sagen. Leider werden die Magenprobleme Sie noch einige Tage beschäftigen. Müde steigen wir in unsere Dachzelte und verbringen eine erholsame Nacht.

Kurze Bewertung:
Mir hat auch diese Strecke gut gefallen. Für einen Zwischenstopp in Uis, unbedingt das Cactus Cafe besuchen. Madisa fanden wir klasse. Ich möchte dort aber nicht sein, wenn es ausgebucht ist. Die Stellplätze direkt an der Rezeption sind nicht zu empfehlen. Besser sind die auf der anderen Seite des Trockenflusses.
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
zuletzt bearbeitet 09. Nov. 2022
173 Beiträge · seit 201909. Nov. 2022 · #18
Hallo Markus,

ich spring mal schnell noch auf, das Madisa-Camp finden wir auch Spitze - allerdings waren wir auch im August 21 die einzigen Camper und konnten das besonders genießen. Eure Tour finde ich sehr interessant und da ich den Caprivi noch nicht kenne, bin ich gespannt wie es weitergeht und freue mich auf die Fortsetzung. Vielen Dank schonmal dafür und für die tollen Fotos.

Liebe Grüße
Gaby
3 Wochen Namibia Süd und Nord - geführte Campingtour Aug./Sept. 2017, Selbstfahrertour 10 Tage im März 2021 (C28-Swakopmund-Erongo), Selbstfahrertour mit Dachzelt 24 Tage Namibia Süd und Nord zu dritt Aug. 2021, Selbstfahrertour mit Dachzelt 24 Tage im Süden als "Wanderurlaub" mit dem TokTokkie-Trail und dem Kalahari-Walk im Mai 2022. Geführte 4-wöchige Campingtour Kapstadt-Namibia-Botswana-Simbabwe-Johannesburg im August/Sept. 2023 2 Wochen ohne Auto in Namibia zum "Work and Travel" (Swakopmund und Erongo) im Dezember 2023 Bereits gebucht: Dezember 2024 - wieder 2 Wochen "Work and Travel" und 3,5 Wochen Dachzelt-Tour April/Mai 2025 mit KTP https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/300182-auszeit-in-namibia-10taegiger-kurztripp-maerz-2021.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301453-die-letzte-familienreise-namibia-august-2021.html
547 Beiträge · seit 201710. Nov. 2022 · #19
Hallo Markus,

zunächst einmal vielen Dank für deinen schönen Bericht.

Als wir im April im Madisa Camp übernachtet haben, waren die Stellplätze an der Rezeption von Overland Gruppen belegt und es
ging ziemlich trubelig, aber durchaus gesittet, zu. Wir hatten eins der Zelte mit Open-Air Badezimmer gebucht und das hat uns, entgegen ursprünglicher Befürchtungen, sehr gut gefallen. Das Essen war keine Sterneküche, aber lecker und reichlich (für mich als Vegetarier gab es ein extra Gericht) , wir hatten tolle Gespräche mit den Inhabern/ Managern und auch den Guides. Die Stimmung abends an der Bar war gemütlich und wir kamen schnell mit anderen Gästen ins Gespräch. Super auch die angebotene Tour zu den Wüstenelefanten. Madisa möchten wir definitiv ein weiteres Mal besuchen.

Liebe Grüße
Kordula 🙂
Themenstarter796 Beiträge · seit 201510. Nov. 2022 · #20
Hallo Kordula,
du hast recht, Madisa ist ein schönes Camp. Hat ein wenig das Flair vom Ngepi Camp. Alles relaxt und ein wenig alternativ. Es hat uns dort ja auch sehr gut gefallen.

Gruß
Markus
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