Reisebericht

Über das Kaokoveld in den Caprivi

von Dillinger · begonnen 03. Nov. 2022 · 21 Teile

Teil 103. Nov. 2022
Reisebericht ohne Kommentare, bitte auf die Sonne klicken.

Hallo,

nun sind wir bereits einige Wochen zurück von unserer Traumreise. Das Laub fällt und der Winter steht vor der Tür. Solch ein Wetter lässt mich von warmen, sonnigen Tagen in Namibia träumen und bewegt mich dazu, unsere Reise mit Hilfe eines Berichtes, noch einmal zu erleben.

Uns erging es wie vielen von Euch, Corona hat jede Planung vernichtet und Einiges verändert. Ursprünglich sollte unsere Reise 2020 stattfinden und wir wollten unser Abenteuer als Familie erleben. Flüge, Auto und Unterkünfte wurden gebucht und gezahlt. Es kam wie es kommen musste, Verschiebung der Reise auf 2021 und weil es so viel Spaß machte nochmals auf 2022. Leider konnte unser ältester Sohn, wegen wichtiger Prüfungen, nicht mitfahren. Lange wurde überlegt ob es die Möglichkeit gibt nachzukommen oder früher abzureisen, aber leider war dies nicht möglich. Einige Tränchen sind geflossen, aber sein Platz musste storniert werden. Ein Gutes hatte die Sache, nun müssen wir ein weiter Namibia-Reise planen, um doch noch einmal mit beiden Kindern, solch eine Reise zu erleben.

Vorab möchte ich mich bei Carsten Möhle und seinem Team von „Bwana Tucke-Tucke“ bedanken, die ohne Mehrkosten und in einer für die Reisebranche echt schwierigen Zeit, unsere Reise gebucht, 2x umgebucht und letztlich noch eine Person storniert haben. Alles hat dennoch super geklappt. Auch unsere Autovermietung „Africa on Wheels“ war hervorragend und ich kann beide Unternehmen empfehlen.

Geflogen sind wir mit Eurowings Discover gebucht über Lufthansa. Die Flüge waren preislich sehr gut, sind wie geplant abgelaufen und die Umbuchungen über die Jahre hat auch funktioniert.

Zusammengestellt habe ich unsere Reise auf Grund unserer ersten beiden Urlaube und dem riesigen Informationspool hier im Forum. Es sollte eine Mischung aus Dachzelt und gelegentlichen Lodges werden.
Wir lieben die Einsamkeit, herrliche Landschaften und eine tolle Tierwelt. Aus diesen Gründen hat sich nachfolgende Strecke ergeben. Wir sind 4.325 Kilometer gefahren und konnten uns 4 Wochen Zeit nehmen.

Reiseverlauf:

14.07. Frankfurt, Nachtflug
15.07. Windhoek, Immanuel Wilderness Lodge
16.07. Erongo, Omandumba Camping
17.07. Twyfelfontein, Madisa Camping
18.07. Grootberg, Grootberg Lodge
19.07. Grootberg, Hoada Camping
20.07. Grootberg, Hoada Camping
21.07. Sesfontein, Khowarib Lodge Camping
22.07. Hoanib, Elephant Song Camp
23.07. Puros, Puros Camping
24.07. Puros, Puros Camping
25.07. Orupembe, Marble Community Camping
26.07. Hartmannberge, Bushcamp
27.07. Kunene, Camp Syncro
28.07. Orupembe, Etambura Lodge
29.07. Orupembe, Etambura Lodge
30.07. Ondangwa, Homestead Lodge Camping
31.07. Divundu, Mobola Island Lodge Camping
01.08. Bagani, Ngepi Lodge Tree House
02.08. Bagani, Ngepi Lodge Tree House
03.08. Kongola, Mavunje Camping
04.08. Kongola, Mavunje Camping
05.08. Kongola, Mavunje Camping
06.08. Divundu, Ndhovu Lodge Luxury Tent
07.08. Divundu, Ndhovu Lodge Luxury Tent
08.08. Otjiwarongo, Frans Indongo Lodge
09.08. Windhoek, Tamboti Guesthouse
10.08. Windhoek, Heimflug
11.08. Frankfurt

Ich hoffe mein Bericht macht euch Spaß und kann dem einen oder anderen bei der Planung seiner Reise helfen.
Teil 208. Nov. 2022
14.07.2022 Das Warten hat ein Ende, es geht endlich zurück nach Namibia

Die letzten Tage vor der Abreise vergehen wie im Flug. Es gilt noch einige Kleinigkeiten zu besorgen, Navi, Fotoausrüstung, Lampen und Sonstiges zu prüfen und zu verpacken. Immer häufiger kommt uns zu Ohren, dass es am Frankfurter Flughafen zu einem kompletten Gepäckchaos gekommen ist. Wir benötigen zwar keinen Zubringerflug machen uns jedoch dennoch Sorgen. Eine Rundreise mit so vielen Kilometern und Unwägbarkeiten, ohne Gepäck und Ausrüstung anzutreten, wäre sicher kein Vergnügen. Daher wird unser gesamtes Gepäck auf alle Taschen verteilt und die Handgepäckbeschränkung, bis aufs letzte Gramm ausgereizt.
Das anfängliche Gepäckchaos….

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…wandelt sich nach einigem Ein- und Auspacken in ein ordentlichen Haufen Taschen.

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Da unser Flug erst um 21:55 Uhr starten soll, können wir uns für das Packen genug Zeit lassen. Anschließend kommt noch der unschönste Teil unserer Reise. Hunde und Pferde müssen schweren Herzens übergeben werden und das Schlimmste, wir müssen uns von Simon verabschieden. Dass er nicht mitfahren konnte, war das größte Manko an unserer Reise. Auch Moritz muss sich schweren Herzens von seiner Freundin verabschieden. Unsere Nachbarn sind so nett und fahren uns die 20 Minuten bis zum Flughafen.

Dort sind wir wie immer viel zu früh. Geplant ist eine schnelle Gepäckabgabe und danach noch ein nettes Abendessen in einem der Flughafenlokale.

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Das Abgeben des Gepäckes klappt schnell und unkompliziert und wir werden darauf hingewiesen, uns möglichst zeitnah zur Sicherheitskontrolle zu begeben. Zur Sicherheit frage ich noch schnell nach, ob es auch nach der Sicherheitskontrolle noch Lokalitäten gibt. Dies wird mit einem Lächeln bejaht. Der Sicherheitscheck verläuft schnell und reibungslos und wir begeben uns, auf dem Weg zu unsrem Gate, auf die Suche nach einem Lokal. Immerhin haben wir noch mindestens 3 Stunden bis zum Abflug und mittlerweile auch einen ordentlichen Hunger und Durst. Auf dem Weg zu unserem Gate finde ich auch einen geöffneten Kiosk, in dem feinste Fleischgerichte zu günstigen Preisen angeboten werden.

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Mit Dosenbier und Salzstangen, sowie einer Reiseberatung für ein doch sehr planlos nach Namibia reisendes junges Pärchen, verbringen wir die Zeit bis zum Abflug.
Der Nachtflug zieht sich ein wenig und mein Kreislauf sowie die Maskenpflicht tragen nicht, zu einem entspannten Flug bei. Um so schöner ist es, als uns die Sonne über Namibia begrüßt und der Flieger zur Landung ansetzt.

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Am Flughafen dauert es ein wenig bis wir die Einreiseformalitäten und die Gepäckabholung erledigt haben. Entgegen aller Befürchtungen ist unsere Ausrüstung komplett und wir suchen unseren Abholer. Schnell noch Geld getauscht und für die Verbindung nach Hause, eine Internetkarte für das Handy besorgt. Das Gute am Nachtflug ist, dass man den kommenden Tag komplett zur Verfügung hat. Also nutzen wir Ihn. Der Fahrer von „Africa on Wheels“ bringt uns zum Stützpunkt von Bwana Tucke-Tucke nach Windhoek. Dort suchen wir Carsten und finden Ihn, in einem von Ihm zur Bibliothek umgebauten Überseecontainer. Nach einer Führung durch seine Bibliothek erhalten wir, bei einem ausgiebigen Frühstück, unsere Reiseunterlagen und das Satellitentelefon. Auf einer Karte werden noch unklare Streckenführungen besprochen und wir verabschieden uns von Ihm für die kommenden vier Wochen.

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Tolle Sammlung alter, fahrbereiter Landrover.

Sein Mitarbeiter Himba-Uwe bringt uns zu Africa on Wheels und wir können dort unser fahrendes Heim für die kommenden Wochen übernehmen. Ich wusste nicht genau was uns für ein Fahrzeug erwartet, da Carsten die Buchung übernommen hat und wir nur einige Eckdaten festgelegt hatten. Geländegännigkeit, neuwertige Reifen, guter Kühlschrank und Kompressor gehörten dazu. Eins vorweg, das Auto war älter mit vielen Kilometern, jedoch in einem hervorragenden Zustand mit toller Ausstattung und für das harte Gelände der bisher beste Wagen den wir hatten. Auch an der mitgelieferten Ausrüstung gab es nichts auszusetzen. Decken, Kissen und Bezüge können wir nicht bewerten, da wir eigene Bettwäsche bzw. Schlafsäcke mithatten. Lancruiser V6 Benziner mit 200 Liter Tank (er war sehr durstig, was uns später noch vor Probleme stellen sollte), festem sehr stabilem Aufbau, 2 Ersatzreifen an der Außenseite angebracht (toll, da man nicht einen Reifen im Innenraum rumschleppen muss und ein Reifen unter dem Auto, die Bodenfreiheit reduziert), Seilwinde, Regalsystem im Aufbau für Kisten und Kühlschrank, kein festeingebauter Wassertank sondern ein Kanister (Wasserzapfen ist somit etwas mühsamer, dafür kann man einen Kanister bei jeder Gelegenheit schnell mit frischem Wasser befüllen. Bei unserer letzten Reise fing das Wasser im Einbautank nach einigen Tagen an zu stinken. Ob die Reinigung solcher Einbautanks ordentlich durchgeführt wird, bezweifele ich.), Seilwinde, eine extreme Bodenfreiheit, super Reifen, ein nicht funktionierendes Radio/Navigationsgerät (hat uns nicht gestört da wir ein eigenes Navi und Lautsprecher für Musik dabeihatten), Dachzelte und Campingausrüstung in Top-Zustand, nette Mitarbeiter und eine sehr unkomplizierte Über- und Rückgabe des Wagens. Dort buchen wir gerne wieder.

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Nach der Übernahme wird unser „Dicker“ noch schnell vollgetankt und im Superspar bei der Maerua Mall der doch sehr umfangreiche Einkauf erledigt. Ich bin immer wieder über das Angebot in diesem Supermarkt erstaunt. Selbst unser hessisches Nationalgetränk gab es im Angebot.

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Auf dem Parkplatz wird alles, und dies sind mindestens 3 gehäufte Einkaufswagen, in dem Regal und Schubladensystem, in diversen Kisten und im Kühlschrank, sowie in jedem weiteren Winkel des Wagens verstaut. Mein guter Rat: Bierdosen, gilt natürlich auch für andere Getränke, zum besseren Verstauen nicht lose aneinandergelegt, in diverse Schubladen zu legen. Spätestens nach den ersten 600 Kilometern platzt die Erste und schnell auch viele weitere Dosen. Das dünne Blech scheuert sich einfach durch und es gibt eine ordentliche Sauerei. Ein Südafrikaner hat mit gezeigt, dass er alle Dosen und auch die Wassertanks mit Klebeband zu großen Bündeln verklebt.
Nach dem Einkauf verlassen wir Windhoek und brechen in unser großes Abenteuer auf. Unser erstes Ziel ist die eigentlich nahegelegene Immanuel Wilderness Lodge. Auf den ersten Metern, raus aus Windhoek über die B1, sich an den Linksverkehr gewöhnend, sind wir verwundert und bestaunen, was hier auf einer Autobahn so alles los ist. Da geht es kreuz und quer, hunderte von Menschen, Rinder- und Ziegenherden und Fahrzeuge aller Art, bewegen sich über die Autobahn. Auf dem Seitenstreifen wird gehandelt und gewohnt.

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Es gibt so viel zu sehen, dass wir prompt 40km an der Lodge vorbei brausen. Kurz vor Okahandja drehen wir und fahren zurück Richtung Windhoek. Wenn unsere Navigation nicht wesentlich besser wird, werden wir auf nimmer Wiedersehen, in den Weiten Namibias verschwinden.
Kurz vor der Dunkelheit erreichen wir die Lodge und werden von dem sehr netten Besitzer begrüßt. Er stammt aus unserer Gegend und wir haben eine nette Unterhaltung mit Ihm. Schnell werden die Zimmer bezogen und wir machen uns für das Abendessen ein wenig frisch. Mit einem hervorragenden Abendessen, lassen wir den anstrengenden Tag ausklingen.

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Nach einer erholsamen Nacht und einem guten Frühstück geht es los Richtung Erongo.

Die Immanuel Wilderness Lodge liegt nahe an Windhoek, in einer leichten Senke, in Hörweite der Autobahn und kann daher nicht mit einer tollen Lage aufwarten. Die Anlage und die Gebäude sind hübsch gemacht und könnten eine kleine Auffrischung vertragen. Der Eigentümer und die Angestellten sind sehr nett und kümmern sich um alles. Abendessen und Frühstück waren besonders gut.
Teil 309. Nov. 2022
16.07. Zum Erongogebirge nach Omandumba, die Entdeckung des roten Glühens

Wir verlassen die Lodge über die B1 nach Norden. Bei Okahandja erledigen wir noch letzte Einkäufe. Auf dem Parkplatz werde ich von einem Parkwächter angesprochen und lassen mich auf einen Plausch ein. Er spricht sehr gut Deutsch, heißt Michael (wie Balack) und benötig dringend Hilfe für seine Kinder. Schnell hat er mich breitgeschlagen und ich drücke Ihm 200N$ in die Hand. Darauf fällt er mir in die Arme und beginnt zu weinen. Ich kann nicht sagen, ob es gut oder schlecht ist, sich so einfach zu größeren Geldgaben überreden zu lassen, oder ob er mich ordentlich veräppelt hat, mir gibt es ein gutes Gefühl und daher werde ich es auch weiterhin so halten.
Wieder auf der B1 biegen wir nach Westen auf die D2414 Richtung Omaruru ab. Nun geht es endlich auf Gravel weiter und wir veranstalten kurz nach der Abfahrt unseren obligatorischen Gravelroad-Tanz. Hierzu fehlen darf auf keinen Fall der Song „Kagala Namibia“ von Elemotho. Er ist einfach wunderbar und passt besser als jede andere Musik zu diesem Land. Googeln und anhören. Es lohnt sich.

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Hier lässt sich bereits erahnen, welch Glück wir dieses Jahr mit der Vegetation haben. Flächendeckend gibt es wunderbares, golden schimmerndes, kniehohes Gras. Zur Freude der Tierwelt und der Farmer, aber auch ein traumhaft schöner Anblick.
Von der Fahrt durch Erindi hatte ich mir mehr Tiersichtungen vorgestellt. Leider haben wir nur einige Hinterlassenschaften entdeckt.
Die Landschaft wird immer hübscher und die Granitfelsen des Erongo nehmen zu. Das Erongo-Gebirge kenne ich noch nicht und muss sagen, dass mir die Landschaft außerordentlich gut gefällt. Hier komme ich sicher nochmals her.
Auf Omandumba werden wir sehr nett vom Eigentümer und seinen Hunden begrüßt und über die Zufahrt zur Cave Campsite informiert. Brennholz können wir hier erwerben und starten zur Fahrt über diese traumhafte Farm. Es geht über rotsandige Wege, durch goldenes Gras, durch Täler mit grünen Bäumen, eingefasst durch die Ganitberge des Erongo.

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Unterwegs schauen wir uns noch die 3 Elefanten Campsite an und gelangen nach einiger Zeit auf unseren Stellplatz an der Klipp-Schläfer Höhle. Diese beiden Stellplätze sind gerade hier im Forum ein Thema. Uns hat der Platz an der Cave wesentlich besser gefallen. Die von einem Bwana Tucke-Tucke Mitarbeiter erbaute „Höhle“ ist witzig und hat eine wunderbare Aussichtsterrasse.

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Dort übernachten würde ich nur bei einem Unwetter, ansonsten bietet sich der unterhalb der Cave gelegene Stellplatz mit Feuerstelle eher an. Man steht auf einem erhöhten Plateau und hat einen wunderbaren Blick in das Tal.

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Hier bauen wir erstmalig unsere Dachzelte auf, richten unseren Wagen noch ein wenig her, bereiten unser erstes Braai vor und genießen mit einem Glas Wein und einem Bier die absolute Einsamkeit und Schönheit dieses Ortes.
Zum Sonnenuntergang besteigen wir den Berg hinter der Cave. Es geht über steile Sandsteinhänge hinauf Richtung „Gipfel".

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Mineralien glitzern in der Sonne, hübsche Pflanzen wachsen auf diesem steinigen Untergrund und überall sind diese teils sehr bizarren Felsformationen. Auf einem Felsvorsprung lassen wir uns nieder und erwarten den Sonnenuntergang.

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Der eigentliche Sonnenuntergang ist hübsch und danach begeben wir uns auf den Rückweg.

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Zurück an unserem Stellplatz ist es mittlerweile recht dunkel. Nun beginnt jedoch ein einzigartiges Naturschauspiel, das mir heute noch Gänsehaut beschert und welches ich so noch nie erlebt habe.
Dank Bele (hier im Forum Champagner) bin ich über dieses Phänomen ein wenig schlauer als zuvor. In Ihrem Reisebericht „Die Strecke zieht sich ein bisschen..!“ ist Sie bereits mehrmals darauf eingegangen und hat herausgefunden, dass es durch den Ausbruch des „Hunga Tonga-Hunga Ha´apai“ hervorgerufen wird. Dieser Untersee-Vulkan hat bei seinem Ausbruch die höchste jemals gemessene Aschewolke erzeugt. Diese Asche in der Atmosphäre könnte für das „Nachglühen“ des Himmels nach dem Sonnenuntergang verantwortlich sein. Da mir „Hunga Tonga-Hunga Ha´apai Phänomen“ zu lange ist und dieses Naturschauspiel uns noch öfters begleiten wird, nenne ich es nun nur noch HTHH-Phänomen.
An diesem Abend hier im Erongo, durften wir es sehr intensiv erleben.
Die nachfolgenden Bilder sind in der zeitlich richtigen Reihenfolge hier eingestellt und starten in der Dunkelheit nach dem Sonnenuntergang.

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Der HTHHP ist so heftig, dass wenn man sich abwendet und in die andere Richtung schaut, alles vom roten Schimmer beleuchtet wird, vergleichbar mit dem silbernen Licht einer Vollmondnacht im Winter, nur alles in Rottönen.

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Noch völlig geflashet von diesem Naturschauspiel zünden wir unser Feuer an und lassen den tollen Tag ausklingen.

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Am Morgen frühstücken wir, packen zusammen und brechen Richtung Twyfelfontein auf.

Kurze Bewertung:
Die Strecke von Windhoek nach Omandumba hat mit gut gefallen und die Campsite, in dieser Traumhaften Landschaft, war einfach wunderbar.
Teil 409. Nov. 2022
17.07. Vom Erongo ins Damaraland, Madisa Camp

Die Landschaft im Erongo erscheint im Morgenlicht noch schöner als am Tag zuvor. Wir genießen jeden Meter und saugen die Landschaft in uns auf.

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Am Farmhaus melden wir uns ab und bedanken uns für diesen hübschen Stellplatz. Es geht über herrliche Pisten und weitläufige Landschaften. Ich staune immer wieder, in welch einfachen Behausungen und unter welch widrigen Lebensumständen die Menschen hier zum Teil leben.

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Über die C36 gelangen wir nach Uis und durchqueren die kleine Ortschaft. Mit einem super Tipp hier aus dem Forum, kann ich meine Familie überraschen und halte vor dem Cactus Café. Meine Frau und mein Sohn staunen nicht schlecht, welch hübsches Lokal sich in dieser einsamen Gegend befindet.
Man kann in einem sehr liebevoll gestalteten Garten sitzen und ein kühles Bier oder einen heißen Kaffee genießen. Wer in der Nähe vorbeikommt, sollte hier eine Pause einlegen.

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Nur auf die gefährlichen Krokodile, die hier ihr Zuhause haben, muss man aufpassen.

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Nach dieser Stärkung geht es für uns weiter nach Madisa. Kurz nach Uis taucht ein Hinweisschild, auf meine geliebten grauen Riesen auf.

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Diese suchen wir auch gleich und machen einen Abstecher in ein tiefsandiges Flussbett. Hier können wir erstmalig die guten Fahreigenschaften unseres „Dicken“ testen. Leider können wir keine Elefanten ausmachen und setzten unsere Fahrt nach Madisa fort.

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Nachmittags erreichen wir das Camp, dass uns auf anhieb gefällt. Zu unserer Zeit ist nicht viel los und die meisten Stellplätze sind nicht belegt. Sollten diese alle voll sein, wird es hier sicherlich recht lebendig.

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Wir bekommen einen hübschen Stellplatz an einem Trockenflussbett, mit einer super Koch- und Feuerstelle, sowie einer auf Stelzen gebauten Sanitäranlage. Wir richten uns ein und genehmigen uns eine notwendige Dusche.

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Zum Sundowner begeben wir uns zur Rezeption und trinken an der witzigen Bar einen Gin Tonic.

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Pünktlich zum Sonnenuntergang besteigen wir den hauseigenen Hügel und bestaunen den Sonnenuntergang mit anschließendem HTHHP. Auf den aufgewärmten Granitflächen des Aussichtsberges lässt es sich wunderbar sitzen. Ein herrlicher Platz.

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Wir sind glücklich, solche Momente zusammen erleben zu dürfen.

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Nach dem es dunkel ist, steigen wir ab und sehen, dass man an der Rezeption auch hätte essen können.

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Wir bevorzugen jedoch unseren Stellplatz mit hauseigenem Chefkoch.

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Silke bekommt immer mehr Probleme mit Ihrem Magen und muss leider auf ein gutes Essen verzichten. Ob es am Mittagessen im Cactus Lokal lag oder doch eher an kürzlich eingenommenen Medikamenten, können wir nicht genau sagen. Leider werden die Magenprobleme Sie noch einige Tage beschäftigen. Müde steigen wir in unsere Dachzelte und verbringen eine erholsame Nacht.

Kurze Bewertung:
Mir hat auch diese Strecke gut gefallen. Für einen Zwischenstopp in Uis, unbedingt das Cactus Cafe besuchen. Madisa fanden wir klasse. Ich möchte dort aber nicht sein, wenn es ausgebucht ist. Die Stellplätze direkt an der Rezeption sind nicht zu empfehlen. Besser sind die auf der anderen Seite des Trockenflusses.
Teil 510. Nov. 2022
18.07. Über üble Wege zur Grootberg Lodge

Auch wenn es nicht so heftig geplant war, werden wir auf dieser Etappe erstmalig testen, was unser Wagen so kann. Über diesen Streckenabschnitt hatte ich im Vorfeld keine Informationen erhalten und wusste somit nicht genau was auf uns zu kommt. Wir verlassen Madisa Richtung Norden und fahren über die D2633 zum Huab. Die D2633 ist bereits sehr einsam und verlassen und wird im Streckenverlauf immer schlechter und felsiger. Kurz vor dem Huab kommt man an eine steile und steinige Abfahrt. Hier habe ich bereits geahnt, diese Fahrt wird noch anstrengend.

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Im Huab biegen wir auf eine tiefsandige Piste Richtung Osten ab. Tiere haben wir bisher noch keine gesichtet. Verzweifelt suchen wir die Einfahrt zum Ruspoort 4x4 Trail (T4A Karte) können jedoch keinen Weg finden, der uns in nördliche Richtung aus dem Huab herausgeführt hätte. Bei einer sehr verwahrlost aussehenden Palmenplantage, wir waren sehr erstaunt, dass hier überhaupt jemand lebt, gehe ich zu einem Mann und versuche Ihm verzweifelt zu erklären, wo wir hinwollen. Nach längerem Hin und Her, wechselt ein kaltes Bier den Besitzer, und er zeigt uns den Weg durch ein versperrtes Tor. Die Ausfahrt aus dem Huab war wohl durch die Regenfälle weggespült und konnte somit nicht gefunden werden. Der Notweg war eher für Eselkarren und nicht für unseren Boliden gemacht. Mit einigem Mut und Schwung kamen wir über die Böschung hinweg, ohne unseren Dicken auf die Seite zu legen. Ab jetzt wurde die Strecke richtig übel und war nur grenzwertig zu befahren. Eigentlich ging es nur noch in Schrittgeschwindigkeit durch ausgewaschene Flussläufe und zwar direkt durch das Flussgeröll.

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Teils mit steilen Auf- und Abfahrten, sowie einigen Stufen. Diese Strecke zog sich ewig und außer einer Wildhütertruppe mit Ihrem Geländewagen, haben wir keinen Menschen mehr getroffen. Wie viele Stunden wir gebraucht haben, kann ich nicht mehr sagen, aber es war lang. Viel zu lang.
Auch die Landschaft war nicht besonders ansprechend oder abwechslungsreich. Zumindest hatten wir einige Zebras und Giraffen im Anblick. Da die Mageprobleme bei Silke nicht besser wurden, quälte das Geruckel über dieses Gelände Sie doch sehr. Wenn ich gewusst hätte wie die Strecke zu fahren ist, hätte ich sie umgangen. Klare Empfehlung von mir, D2633, Ruspoort 4x4 und D2646 lohnen sich nicht. Besser eine andere Strecke wählen.

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Irgendwann haben wir sie aber dennoch geschafft und biegen auf C40 Richtung Grootberg ab. Sofort wird die Landschaft ansprechender und der Anstieg zum Grootbergpass ist wunder schön.
An der Einfahrt zur Lodge muss man sich anmelden und wir fahren die steile Auffahrt auf das Plateau hinauf. Oben angekommen werden wir bereits erwartet und unser Gepäck wird zur Hütte getragen. Bei einem Welcome Drink wird uns die Lodge erklärt und wir lassen uns auf der traumhaft gelegenen Terrasse nieder. Wir beziehen unser Zimmer und stellen fest, dass es kein Warmwasser gibt und der WC-Abfluss nicht das macht, was er machen sollte.
Das Zimmer mit Bad und Terrasse ist hübsch und gefällt uns.

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Wir schlendern zurück zum Hauptgebäude und bitten um Hilfe für under Wasserproblem. Auf der Terrasse genießen wir kaltes Bier und heißen Kamillentee bei traumhaftem Ausblick. Auch für die obligatorischen Fotos ist vor dem Abendessen noch genug Zeit.

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Das gute Abendessen wird allen Gästen gleichzeitig serviert.

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Bei der Nachspeise sage ich zu meinem Sohn Moritz „gleich werden die Tänze losgehen“ er belächelt mich und denkt ich spinne. 2 Minuten später beginnt die gesamte Grootbergmanschaft mit Tanz und Gesang. Die Aufführung wird mit viel Freude ausgeführt und gefällt uns.

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Da es meiner Frau immer noch nicht besser geht, verziehen wir uns recht schnell auf unser Zimmer. Leider hat sich an der Wassersituation nichts geändert und somit duschen wir kalt.
Nach einer erholsamen Nacht und einem guten Frühstück, lassen wir uns Zeit und nutzen noch ein wenig das Gelände der Lodge.

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Heute haben wir nur einen kurze Tagesetappe, zum nahe gelegenen Hoada Camp.
Nachdem das Frühstück abgeräumt ist, beginnen die Angestellten mit Ihrem Tanzübungen und verbreiten eine Menge Spaß dabei.


Kurze Bewertung:
Anfahrt über Ruspoort 4x4 nicht schön. Die Lodge hat eine Traumlage, die Zimmer sind hübsch, das Personal ist nett und das Essen war gut. Richtig überzeugt hat sie mich nicht, es waren eher Kleinigkeiten die mich gestört haben. Beleuchtung im Speiseraum wie in einem Bahnhof und man hat sich nicht im Geringsten um unser Wasserproblem gekümmert.
Für diesen Preis, muss ich dort nicht mehr übernachten.
Teil 622. Nov. 2022
19. und 20.07. Hoade und die Unterstützung des örtlichen Jugendfußballes

Morgens beim Beladen des Autos, erfahren wir von einem jungen Pärchen, dass es auf Hoada am Vortag ein Feuer gab. Beim morgentlichen Anheizen eines Donkeys, hat sich das trockene Gras entzündet. Ein großflächiger Brand ist entstanden. Die Hoada Crew und die Camper haben gemeinsam das Feuer bekämpft und hierzu wohl die letzten Wassertropfen, einschl. der Poolfüllung benutzt. Das Pärchen wollte nach er Brandbekämfpung, verständlicher Weise, nicht mehr auf dem Platz übernachten und wurde zu uns auf die Lodge ausquartiert. Mit einem etwas mulmigen Gefühl brechen wir nach Hoada auf.
Dort angekommen sieht alles recht normal aus und wir können nur wenige Brandstellen ausmachen. Dies wird sich bei einem späteren Spaziergang ändern. Letztendlich hatte Hoada riesen Glück, dass sich das Feuer bedingt durch den Wind, vom Campingplatz wegbewegt hat. Nur ein kleiner Teil war betroffen. Wir bekommen Stellplatz C2 und sind begeistert. Unser Platz liegt zwischen großen Felsen, Toilette, Dusche und Kochecke sind toll und mit viel Geschmack, in die Felsen eingepasst. Ein wirklich hübscher Platz und wir fühlen uns sofort wohl hier.

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Bei einem kleinen ersten Rundgang schauen wir uns noch die Bar und den kleinen Pool zwischen den Felsen an. Alles ist gepflegt und toll zwischen die Felsen gebaut.

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Der Tag ist jung und wir benötigen noch einige Vorräte für die kommenden Tage und so beschließen wir, für einen Einkaufsbummel, in das nur eine Stunde 😗 entfernte Kamanjab zu fahren. Mal einen Tag ohne lange Fahrerei wäre ja auch zu langweilig.
Auf halber Strecke zwingt uns ein Mann mitten auf der Straße, in Warnweste und wild winkend, zum Anhalten. Erst denke ich es gibt einen Notfall oder er ist Polizist und so halte ich neben Ihm an. Er zückt ein Buch und zeigt uns, welcher Tourist, aus welchem Land, angeblich wieviel Geld für seine Jugend-Fußballmannschaft gespendet hat. Alles über etliche Seiten ordentlich notiert und von den Spendern abgezeichnet. Es sind Beträge zwischen 50 und 500 N$. Ich lasse mich nicht lumpen und unterstütze die Ortsjugend mit einer ordentlichen Spende. Beim Weiterfahren belächelt mich meine Familie und sagt, dass ich eben ordentlich und sehr professionell beschissen wurde. Tja, da bin ich wohl das geborene Opfer für. Nach einer Stunde erreichen wir Kamanjab und sehen am Ortseingang einige Männer trinken und feiern. Ich halte nach meinem Fußballtrainer Ausschau, da ich vermute, dass er mit meiner Spende heute ordentlich einen ausgeben kann.
Hier gibt es eine Tankstelle und einen Supermarkt, tanken und einkaufen ist recht schnell erledigt und nun suchen wir noch den Metzger. Einige Straßen weiter finden wir Ihn und können unser benötigtes Fleisch erwerben. Toll aussehende Rindersteaks die sich leider als sehr zähe Schuhsohlen herausstellen werden. Wild gibt es leider keines.

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Beim Verstauen der Einkäufe müssen wir uns einigen sehr aufdringlichen Himba-Damen erwehren. Das Verstauen der Vorräte zieht sich ein wenig da wir feststellen, dass sich zu meinem Bedauern, einige Bierdosen erleichtert haben. Eine mittelgroße Biersuppe ist in einer unserer Vorratskisten entstanden. Nach dem Einkauf geht es zurück nach Hoada. Dort richten wir uns ein, genießen die Dusche und begeben uns zu einem Sundowner auf die tolle Terrasse der Bar. Hier kann man einen hübschen Sonnenuntergang mit anschließendem HTHHP mit einem kühlen Drink erleben.

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Während wir den roten Abendhimmel bewundern, kommen wir mit der Bardame ins Gespräch. Es geht um Ihren Job und die Bezahlung, Ihre Familie und Ihren Sohn und das Leben, dass sie führen. Für uns ist es sehr interessant die Einstellungen und Sorgen dieser Frau kennen zu lernen. Unser Trinkgeld fällt zugunsten der Schuluniform Ihres Sohnes ein wenig höher aus.
Nachdem der HTHHP abgeklungen ist und es wirklich dunkel geworden ist, begeben wir uns auf unseren Platz, essen noch etwas zu Abend und später geht es ins Dachzelt.

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Noch im Dunklen kommt der Donkey- Beauftragte mit seiner quietschenden Schubkarre und heizt das Feuer an (wahrscheinlich auch der Verursacher des gestrigen Brandes).
Der Sonnenaufgang und die herrliche morgentliche Afrikastimmung wird im Schlafsack bei geöffnetem Dachzelt genossen. Die Sonne klettert langsam in die Höhe, wirft verspielte Schatten auf die Felsen, lässt das goldene Gras erstrahlen, erwärmt die Luft und erweckt die Tierwelt. Vogelscharen mit hunderten von Vögeln sausen durch die Luft und bilden regelrechte dunkle hin und her wabernde Wolken.

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Nachdem die Morgenschatten unseren Platz nicht mehr verdecken bereitet Moritz heute Spiegeleier zu und wir gönnen uns ein reichhaltiges Frühstück in der warmen Sonne.

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Am Wagen entdecke ich eine Schlangenspur die sich quer über unseren Platz zieht und zwischen den Felsen im hohen Gras verschwindet. Sie ist faustdick und könnte, nach Aussage des Donkey-Heizers eine Mamba gewesen sein. Ab sofort sind wir beim Kraxeln in den Felsen und beim Laufen durch das hohe Gras etwas vorsichtiger.

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Silke und ich begeben uns nach dem Frühstück auf einen kleinen Spaziergang in die Umgebung der Camp Site.

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Hier zeigt sich erst das Ausmaß des Feuers und wir können große schwarze, zum Teil noch rauchende Flächen sehen.

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Den restlichen Tag verbringen wir mit Nichtstun, chillen, Sundowner, Aussichtsplattform mit Bar, HTHHP und essen, auf diesem wunderbaren Platz. Fred und Wilma Feuerstein würden uns sicher um diese hübsche Felsenunterkunft beneiden.

Am Morgen beeilen wir uns mit dem Frühstück und dem Zusammenpacken, da wir eine längere Strecke vor uns haben.

Kurze Bewertung:
Gut organisiertes Camp, saubere hübsche Stellplätze, tolle Landschaft, super Felsenbar mit Aussichtsplattform, nette Crew. Gerne kommen wir hier nochmals her.
Teil 722. Nov. 2022
21.07. Khowarib Schlucht und Lodge, oder mit Vollgas durch den Bulldust

Früh fahren wir in Hoada los und begeben uns auf die kommenden 100km in Richtung Khowarib. Wir werden für diese schöne Strecke über 6 Stunden benötigen.

Los geht es ein kurzes Stück über die C40 bis Erwee. Dort suchen wir einige Zeit die richtige Abfahrt zum Othitheka Trail in Richtung Norden. Kurz hinter dem Ort gelangt man zu einer Veterinär-Kontroll-Stelle die eher einem Grenzübergang gleicht. Ein netter Wachmann öffnet uns das gewaltige Tor und wir beginnen mit einer sehr einsamen Fahrt durch eine wirklich schöne Landschaft. Der erste Teil geht durch ein mit Palmen bewachsenes Flussbett, hier beobachten wir riesige Vogelschwärme und etliche im Wasser liegende Schildkröten.

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Zu unserer Freude finden wir jede Menge Elefantenkot verschiedenen Alters und erhoffen uns die grauen Riesen zu finden. Leider wird sich dies heute nicht verwirklichen. Weiter geht unser Weg über übles Geröll mit gelegentlichen Sichtungen von Zebras und Giraffen.

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Wir haben auf diesem Abschnitt die meisten Tiersichtungen im Kaokoveld gehabt. Auf einer hübschen weiten Ebenen, an einem künstlichen Wasserloche, zeigte sich eine große Herde Zebras. Es waren sicher einige Duzend. Die verbuschte und steinige Landschaft verändert sich und mit dem Einfahren in die „Kleine Serengeti“ wird es sandiger und die flankierenden Berge höher. Die Einfahrt in die Khowarib Schlucht ist sehr tiefsandig aber die Berge zu beiden Seiten schimmern in der Nachmittagssonne in herrlichen Farben.

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Immer mal wider finden wir Giraffen die oft unseren Weg durch das Flussbett kreuzen.

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Kurz vor Khowarib treffen wir auf einige Himbakinder, die uns in einem kleinem Wäldchen Spielzeug verkaufen wollen. Wir verteilen ein wenig Obst und fragen nach dem Weg zur Lodge. Leider werden wir in eine etwa 100m lange und bis zu 2m tiefe Rinne geleitet die mit übelstem Bulldust gefüllt ist. Da ich Angst habe stecken zu bleiben, gibt es nur noch Vollgas und durch, durch diese Schweinerei. Im absoluten Blindflug habe ich Glück den Wagen nicht zu beschädigen und wir erreichen heil, aber komplett eingestaubt, den Ausgang der Rinne.
An der Lodge angekommen entstauben wir unsere Kehlen mit einem eiskalten Bier an der Bar.

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Nach kurzer Zeit sind wir mit dem Barkeeper und der Eigentümerin im Gespräch und haben eine nette Unterhaltung. Nach dem ich von meinem Bulldust Missgeschick erzählt habe, soll ich meinen Wagen hinter der Lodge abgeben. Hier wird er oberflächlich sauber gemacht. Wir bestellen noch Abendessen und Frühstück und beziehen unseren Stellplatz.

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Zurzeit werden hier viele Plätze neu gebaut. Einige sind beim letzten Hochwasser fast oder auch komplett zerstört worden. Die Plätze und das Waschhaus sind sehr hübsch und gefallen uns. Nachdem wir auch uns entstaubt haben und die Kleidung erneuert haben, begeben wir uns zum Abendessen auf die Lodgeterrasse. Essen und Ambiente sind super. Lagerfeuer und der HTHHP bescheren uns einen unvergesslichen Abend. Silkes Magen geht es endlich auch ein wenig besser.

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Nach einer erholsamen Nacht bekommen wir noch ein üppiges Frühstück und schauen uns die Anlage der Lodge an. Es gibt neben den Stellplätzen noch Bodenzelte die von außen einen sehr guten Eindruck machen. Einen kleinen Pool gibt es auch, den Moritz zu einem kurzen und kühlen Bad nutz.

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Dies war nun für einige Tage unsere letzte Lodge und wir starten in Richtung Hoanib.

Kurze Bewertung:
Khowarib Schlucht mit Zufahrt über Erwee hat uns sehr gut gefallen. Die Khowarib Lodge hat uns super gefallen und wir werden hier sicher nochmal nächtigen. Sie ist absolut zu empfehlen.
Teil 825. Nov. 2022
22.07. Elephant Song Camp, durch den wunderschönen Hoanib

Wir brechen auf und verlassen die wunderschöne Khowarib Lodge über die C43 und fahren nach Sesfontein. Im kleinen Ort erstehen wir noch einige Knabbereien und besuchen die letzte Tankstelle für viele hundert Kilometer. Bis auf den letzten Tropfen füllen wir den 2oo Liter Tank unseres Dicken. Das Benzin wird im späteren Verlauf der Reise noch ein kleines Problem.

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Auf unserer Kaokoveld Tour 2018 sind wir direkt hinter Sesfontein in den Hoanib gefahren. Diesmal fahren wir über die D3707 und biegen nach kurzer Zeit in den Ganamub ab. Auch hier müssen wir ein wenig nach der richtigen Zufahrt suchen.

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Kurzer Einschub zu unserer Navigation. Ich habe mir im Vorfeld viele Gedanken über die richtige Navigation gemacht. Habe mir Base Camp zugelegt und mich eingearbeitet. Dort eine Route ausgearbeitet und in ein Navi eingespielt. Dieser Vorgang hat mich einige Male in den Wahnsinn getrieben, aber ich habe nicht aufgegeben. Natürlich haben wir auch die neuste Papierkarte von T4A dabei und ich habe mir für mein iPhone die T4A Guide App zugelegt. Letztendlich haben wir nur diese benutzt und haben uns hervorragend damit zurechtgefunden. Ich kann sie uneingeschränkt empfehlen. Alle Wege, Camps, besondere Orte und viele Informationen sind dort leicht zu finden. Man kann immer seinen aktuellen Standort genau in der Karte sehen und sich somit sehr gut orientieren.

Weiter geht’s mit dem Ganamub. Ein wunderschönes Tal in dem mein Sohn das Steuer des Dicken übernimmt und erste Tiefsanderfahrungen macht. Es ist wirklich entspannend, wenn man sich durch eine solch schöne Landschaft fahren lassen kann.

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Erste Tiere Zeigen sich und wir dürfen einige Straußenfamilien und einzelne Giraffen beobachten.

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Bei einem Trupp Strauße gibt es etliche Kücken die als kleine Federknäule durch die Gegend hüpfen. Wir nehmen und Zeit und beobachten ausgiebig.

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Im Bereich des Überganges Ganamub zum Hoanib, treffen wir auch endlich unseren ersten Elefanten. Dieser steht unter einem Baum und lässt sich das Grün ausgiebig schmecken.

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Ich bin mal wieder begeistert, dass es noch möglich ist, in freier Wildbahn und in einer solch schönen Landschaft einen Elefanten beobachten zu dürfen. Hoffentlich verhalten sich alle Besucher dieser Traumgegend respektvoll und vernünftig, damit solch beeindruckende Gebiete, nicht für normale Besucher gesperrt werden müssen.
Wir folgen dem Hoanib in Richtung Westen und kehren erst im Bereich der Amspoort Gorge um. Mein Traum währe es hier einmal Löwen zu sichten, doch leider wird er sich nicht erfüllen. Vergeblich suche ich jeden schattigen Platz ab. In Teilbereichen ist der Hoanib sehr tiefsandig und man muss ordentlich Gas geben um sich nicht festzufahren. Den Reifendruck müssen wir jedoch noch nicht absenken.

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Am späten Nachmittig erreichen wir das Elephant Song Camp und sind von der Lage, auf einem Hügel mit traumhaftem Blick in beide Richtungen des Hoanib, begeistert.

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Das scheinbar neu gebaute Camp ist verlassen und wir sind ein wenig unsicher uns einfach auf einen Platz zu stellen und die Infrastruktur zu nutzen. Unsere Sorge zeigt sich als unbegründet, da ich nach 10 Minuten zwei Gestalten mit dem Fernglas entdecken kann, die sich flott auf unser Camp zubewegen. Einer der Beiden kommt auch tatsächlich zu uns und stellt sich als Magnus und Campbetreiber vor. Er ist ein sehr netter Kerl und versorgt uns mit warmem Wasser und Brennholz. Wir reden noch ein wenig über das Camp und sein Leben, danach schnappt er sich meinen Sohn und nimmt Ihn zu seiner Unterkunft mit, da er dort das sehr begehrte W-Lan nutzen kann. Ja, auch hier im einsamen Hoanib gibt es W-Lan. Wir stellen unsere Stühle an den Rand des Hügels und genießen die Ruhe und die traumhafte Aussicht mit einem kühlen Bier.

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Wir nutzen die guten Duschen, bauen die Zelte auf und bereiten das Feuer für unser Abendessen vor. Wie auch Bele es bereits in Ihrem Bericht erwähnt hat, machen wir uns etwas Sorgen um den Funkenflug unseres Feuers.

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Gelegentlich flattern einige ungeschickte, durch unser Licht irritierte, Riesen-Heuschrecken gegen uns oder die Wände.

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Man hat hier immer das Gefühl, jeden Moment könnten Löwen oder Elefanten zu besuch kommen. Leider bleibt dies nur ein Gefühl und wir begeben uns, nach einem sehr spektakulärem HTHHP, in unsere Dachzelte.

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Nach einer ruhigen Nacht, für mich zumindest, da ich mein eigenes Schnarchen ja nicht höre, erwachen wir mit Vogelgezwitscher und bestaunen den Sonnenaufgang. Aus dem Dachzelt heraus beobachte ich die Gegend mit meinem Fernglas. Ich liebe es, einen Morgen so zu beginnen.

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Nach einem Café und einem Frühstück packen wir und es geht in Richtung Norden weiter.

Kurze Bewertung:
Sesfontein kleines Dorf mit einigen leinen Läden und einer Tankstelle. Ganamub hübsches Tal, viele Strauße. Hoanib einfach nur super. Tolle Landschaft, tiefsandig, grün und Elefanten.
Elephant Song, total klasse.
Teil 928. Nov. 2022
23.07. Der Weg nach Puros, oder der Versuch eines Forumstreffens im Hoanib

Zeitig verlassen wir diesen tollen Übernachtungsplatz und fahren gegen Westen in den Hoanib. Unser heutiger Plan ist es bis nach Puros zu fahren. Im Vorfeld hatte ich meine Planung mit Bele ausgetauscht und dabei haben wir festgestellt, dass sich unsere Route mit Ihrer und der der Muckels heute überschneidet. Bele und die Muckels wollten heute aus Richtung Giribes Plains über den Hoanib zum Elephant Song Camp. Also halten wir Aussicht nach den Forumslegenden und hoffen auf einen kleinen Plausch im Hoanib.
Kurz nach der Abfahrt aus dem Camp, treffen wir auf frische Elefantenspuren.

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Man beachte meinen Fußabdruck mit Schuhgröße 46. Der Elefant müsste somit eine Schuhgröße von etwa 150 haben. Den hätten wir von unserem Stellplatz sehen müssen. Wir fahren weit in den Westen und genießen die Morgensonne im Hoanib. Zweimal treffen wir hier noch einen einzelnen Elefanten.

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Nach dem wir die Abfahrt in den Obias (Seitental des Hoanib) gefunden haben und dort an einem künstlichen Wasserloch einige Giraffen beobachtet konnten, geht es am luxuriösen Hoanib Valley Camp (über 1.000,- Euro pro Nacht) vorbei zum Signal Hill in den Giribes Plains.

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Hier wird es nun wesentlich trockener und steiniger. Nach einiger Zeit erreichen wir die Abfahrt zum Fearless Pass, die wir später noch nehmen wollen. Nun verändert sich die Landschaft erneut und das Tal öffnet sich zu den Giribes Plains. Eine herrliche Ebene, eingefasst von Bergen, bewachsen mit goldenem Gras und mittig befindet sich der Aussichtshügel.

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Dieser Platz hatte uns bereits 2018 sehr gefallen und hier wollten wir nochmals hin. An oder besser auf dem Hügel machen wir, staubig aber sehr glücklich, eine Pause und nehmen uns Zeit, die Weite und Schönheit dieses Ortes auf uns wirken zu lassen. Eigentlich hatte ich hier eine Übernachtung angedacht, habe mich jedoch wegen der Fahrstrecken doch für Puros entschieden. Hier mussten wir bitter feststellen, dass die Anzahl der Tiere in dieser Gegend erheblich abgenommen hat. Auch der weitere Verlauf unserer Reise wird dies noch bestätigen. Wir vergleichen 2022 mit 2018 und müssen sagen, der Unterschied ist erheblich. Uns kommt es so vor, dass nur die Anzahl der Giraffen und Strauße in etwa vergleichbar mit 2018 ist. Elefanten, Zebras und Antilopen haben wir viel weniger gesehen. Am krassesten fanden wir die Abnahme den Oryxantilopen. Hier haben wir im gesamten Kaokoveld nur ein einzelnes Kalb gesehen. 2018 gab es etliche Familienverbände in den verschiedenen Tälern und Ebenen. Auch Warzenschweine und Paviane gibt es kaum noch.
Die Trockenheit der vergangenen Jahre hat sich leider erheblich bemerkbar gemacht und wir werden noch weiter im Norden feststellen, dass nicht nur die Wildtiere betroffen sind. Es ist nur zu hoffen, dass es nun einige „normale“ Jahre gibt und sich die Bestände erholen.

Nach unserer Pause am Signal Hill fahren wir ein kurzes Stück zurück und biegen in Richtung Fearless Pass ab. Dieser ist die Verbindung zum Mudorib, der uns letztlich nach Puros führen soll. Kurz vor der Passanhöhe muss man sich für eine rechte oder linke Streckenführung entscheiden. Wir nehmen die östliche Piste und gelangen zur höchsten Stelle. Der Pass ist nicht schwer zu fahren, wird im oberen Bereich sehr steinig und zieht sich ein wenig. Die Anfahrt aus den Plains hat uns sehr gut gefallen.

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Irgendwann weitet sich das Tal extrem und man kann in der Ferne das grüne Band des Hoarusib und somit unser Ziel Puros erkenne.

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Die letzten Kilometer fährt man durch eine traumhafte, aber sehr trockene Landschaft, immer bergab durch dieses breite Tal, flankiert von hohen Bergen. Hier haben wir einen seltenen Anblick und können in der Ferne Zebras entdecken.

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Auf unserer Strecke ist es leider nicht zum gewünschten Forumstreffen gekommen. An irgendeiner Stelle müssen sich die Muckels mit Bele und Matthias an uns vorbei geschlichen haben. Sie haben nach uns ihr Quartier im Elephant Song Camp aufgeschlagen. Schade, wäre sicher ein lustiges Treffen im Nirgendwo geworden.
Kurz vor Puros wird der Boden wieder sandiger und wir durfahren den kleinen Ort.

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Geplant habe ich eigentlich hier unseren Dicken letztmalig zu betanken und begebe mich auf die Suche nach Collin. Der wurde mir hier im Forum als Treibstoffhändler empfohlen. Vergeblich suche ich die Schilder, an die ich mich noch aus 2018 erinnern konnte, die einem den Weg zum Benzin zeigen.
Wir landen in der Shopping Mall von Puros und fragen nach Treibstoff.

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Von der Inhaberin erfahren wir, dass es keinen gibt, aber eventuell morgen jemand mit Benzin kommen würde. Wir kaufen noch einige Kleinigkeiten und ich versuche Collin auf eigene Faust zu finden. Vorbei geht es an teilweise hübsch hergerichteten aber auch sehr ärmlichen Hütten, einer sehenswerten Kirche zu einer grünen Behausung mit einem großen Tank, bei der ich meine, es wäre die Stelle an der man sonst etwas Treibstoff erstehen kann.

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Hier ist aber alles verlassen und Nachbarn bestätigen uns, Collin gibt es hier bereits seit längerer Zeit nicht mehr und damit auch kein Diesel oder Benzin. Leider beunruhigt mich nun meine sinkende Tankanzeige immer mehr. Wir haben schließlich noch eine enorme Strecke ohne Tankmöglichkeit vor uns. Gedanklich plane ich meine Route bereits um und streiche einige Highlights im Norden. Ein großer Zufall einige Tage später wird uns aber noch Benzin bescheren. Nach dieser niederschmetternden Erkenntnis, hier nicht tanken zu können, suchen wir das Community Camp, in dem wir auch 2018 übernachtet hatten. Der Weg schlängelt sich einige Kilometer das sandige Flussbett des Hoarusib und wir haben eine sehr hübsche Anfahrt. Hier merken wir an der zerstörten Vegetation und etlichen Hinterlassenschaften frischeren Datums, dass sich einige Elefanten in der Nähe herumtreiben müssten. Prompt biegen wir um eine Ecke und fühlen uns von einem Elefanten beobachtet.

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Kurz danach treffen wir im Camp ein und halten Ausschau nach der Rezeption. Diese ist verlassen und der ganze Platz wirkt, im Vergleich zu 2018, etwas verwahrlost. Unverhofft erscheint ein junger Mann der sich uns als Dachs vorstellt. Er ist sehr freundlich und zeigt uns die freien Stellplätze. Alle Plätze sind ohne Wasser und haben teilweise zerstörte Leitungen.

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Die Elefanten in der Gegend kommen zurzeit regelmäßig und nehmen alles auseinander. Das Camp ist also nicht verwahrlost, wie von uns erst angenommen, sondern wird regelmäßig von den Elefanten zerstört. Nach längerem Hin und Her erhalten wir unseren Wunschstellplatz, den wir bereits 2018 hatten.

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Ein weiterer Platz ist von einer Gruppe belegt. Die sich jedoch außerhalb unserer Hörweite befindet. Auch Dachs wir nach Benzin befragt und bestätigt, dass es keinen Händler mehr in Puros gibt. Er bietet an über Nacht nach Sesfontein zu fahren und mir dort eine gewünschte Menge zu besorgen. Diesen Wahnsinn lehne ich ab und denke kurz nach, diese Tortur selbst zu erledigen. Es wären ca. 100km One-Way die ich in 2 bis 3 Stunden erledigen könnte. Meine Familie verbietet mir zu Recht diesen Schwachsinn und der Gedanke wird verworfen. Wir bauen unser Lager auf und Dachs besorgt Feuerholz.

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Später erscheinen noch zwei Mitarbeiter die mehr schlecht als recht die Wasserversorgung flicken. Was bedeutet, die Zwei werkeln eine Stunde, zeigen uns das Wasser kommt und gehen. Wir wollen duschen und stellen fest, nach 2 Litern kommt nix mehr. Also nehmen wir mitgebrachtes Wasser zum Kochen und verzichten auf die dringend benötigte Dusche. Da wir hier zwei Tage bleiben möchten, richten wir uns ein wenig aufwendiger ein. Wir haben mehrere kleine Lampen die wir rund um unseren Stellplatz verteilen. So sitzt man abends am Lagerfeuer und kann ein wenig, die schwach beleuchtete Umgebung, im Auge behalten. Auch eine kleine Lichterkette gehört zu unserer Ausstattung und wird einige Meter entfern in einem Busch aufgehängt und beleuchtet unseren Platz sehr nett.

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Wir machen unser Feuer an, trinken ein Glas Wein und kochen unser Essen. Später klettern wir müden in unsere Dachzelte. Es war ein langer Tag.

Kurze Bewertung:
Die Route würde ich so nochmals fahren. Puros hat zwei kleine Shops mit gigantischer Bierauswahl. Treibstoff gibt es aktuell keinen. Der Ort, das Camp, die Umgebung sind fantastisch. Wir hatten dort viele Elefanten.
Teil 1030. Nov. 2022
24.07. Ein Tag in Puros und eine Hyäne mit Lichterkette

Die Nacht war ruhig und wir haben gut geschlafen. Beim Frühstück werden wir durch einen umstürzenden Baum aufgeschreckt. Der Grund ist schnell gefunden, Elefanten nehmen das Camp ein. Ein Trupp älterer Bullen zerlegt einen richtig großen Baum und macht entsprechen krach. Schnell schnappen wir unsere Fotoapparate und versuchen ein paar Bilder zu knipsen.

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Erst beobachten wir einen nahen Elefanten der sich jedoch schnell im Unterholz verzieht, als es plötzlich hinter uns kracht und ein anderes beeindruckendes Exemplar, sich an unserem Warmwassertank zu schaffen macht.

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Die erst am Vorabend laienhaft reparierte Leitung wird bei diesem Besuch erneut zerlegt. Ein gutes hat dies, denn am späteren Vormittag wird sie nun endlich funktionsfähig erneuert.
Wir halten den notwendigen Abstand zu den Elefanten und diese zeigen sich durch unsere Anwesenheit völlig unbeeindruckt und friedlich. Nach etwa 10 Minuten zieht der Trupp weiter und es kehrt wieder Ruhe ein und wir beenden unser Frühstück.

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Skeptisch werden wir von zwei Tokos beobachtet, die sich auf einem Ast über unseren Köpfen niedergelassen haben und sich scheinbar köstlich über uns amüsieren.

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Am Boden sichert sich eine handzahme Frankolin Familie die restlichen Krümel des Frühstückes, um im Anschluss die neusten Nachrichten der Tokos mitgeteilt zu bekommen.

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Ein Problem bei solch einer Tour ist die Entsorgung des Restmülles. Es stehen zwar schwarze Abfalltonnen an den Camps bereit, wohin und wie diese jedoch geleert werden habe ich bei einem kleinen Spaziergang über das Camp Gelände gesehen. Es gibt ein wenig versteckt am Rand einen, mit Baustahlmatten mehr oder weniger effektiv geschützten Platz, an dem alles abgekippt wird. Teilweise wird wohl versucht die Müllhalde abzufackeln, was jedoch nicht sehr gut zu funktionieren scheint. Die Sache mit dem Müll gefällt mir gar nicht, eine Lösung dieses Problems fällt mir jedoch auch nicht ein.

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Zurück am Stellplatz fällt uns auf, dass unsere kleine Lichterkette bestückt mit etlichen Papierlampions, verschwunden ist. Als erstes habe ich den Wasser-Leitungs-Reparatur-Trupp im Verdacht, muss mich jedoch nach näherer Untersuchung des Tatortes, für diesen Gedanken entschuldigen. Im Sand unter dem Diebesort sind eindeutig große und kleine Tatzen abdrücke zu erkennen. Täter müsste somit eine Hyäne sein. In meiner Vorstellung sehe ich sofort eine verzweifelte oder vielleicht auch glückliche Hyäne, die eine batteriebetriebene Lichterkette um ihren Hals trägt und somit zum Hingucker der afrikanischen Tierwelt wird.
Die Sache muss näher untersucht werden und so folge ich den Spuren im Sand, bis ich nach etwas 50m eine zerkaute und zerbissene Lichterkette im Busch finde. Warum dieses leuchtende Ding das Interesse der Hyäne geweckt hat, bleibt mir ein Rätsel. Hier nochmal die letzte Aufnahme unserer Lichterkette und somit auch gleichzeitig der Tatort des Diebstahls.

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Am späten Vormittag klappen wir die Zelte ein und brechen auf, den Puros Canyon zu erkunden. Die Landschaft des Canyons, mit seinem Wasserlauf gefällt uns sehr. Mein Sohn macht sich einen Spaß und erkundet die Wasserquerungen für uns zu Fuß. Ein wenig Bewegung, bei den langen Autofahrten, muss ja auch sein. Tiere zeigen sich hier erstaunlicher Weise gar nicht, obwohl es mir hier als Elefant oder Giraffe, besonders gut gefallen würde.

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Zurück im Camp stellen wir fest, dass endlich die Wasserversorgung funktioniert und somit gönnen wir uns die längst notwendige Dusche und widmen uns der Wäsche und dem Faulenzen.

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Zum Sundowner begeben wir uns in die kleinen Sanddünen hinter dem Stellplatz und bewundern den herrlichen Sonnenuntergang. Dabei vernachlässigen wir nicht die Umgebung, um nicht nochmals von den Elefanten überrascht zu werden.

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Auf einem ordentlichen Lagerfeuer bereiten wir unser Abendessen zu und lassen den Tag an diesem wunderbaren Ort ausklingen.

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Nach einer ruhigen Nacht gibt es ein schnelles Frühstück und wir packen unser Zeug, für eine neue Etappe unserer Traumreise.

Kurze Bewertung:
Meine Anmerkungen zu Puros und dem Camp habe ich bereits am Vortag vermerkt.
Zwei Tage hier einzuplanen war eine richtige Entscheidung und wir haben die Zeit hier extrem genossen. Die Fahrt durch den Canyon hat uns 2018 mehr begeistert, da es wesentlich mehr Tiere gab. Landschaftlich ist die Fahrt durch den Hoarusib von Puros aus, ein Traum.
Teil 1101. Dez. 2022
25.07. Puros nach Orupembe ins Land der „Lonely Stone Men“, die einsame Weite kann so
schön sein


Heute haben wir zum Frühstück keinen Besuch und fahren erst einmal einige Meter in die benachbarte „Bush Lodge“ um dort unseren Stellplatz und das Feuerholz zu zahlen. Die Lodge liegt ein wenig verdeckt am Rand des Flussbettes, wir zahlen dort und schauen sie uns jedoch nicht näher an. Das Comunnity Camp und die Bush Lodge scheinen zusammen zu gehören. Man hätte hier sicher am Abend einen Drink an der Bar bekommen.
Kurz nach der Lodge steht eine junge Giraffe auf dem Weg. In diesem Alter könnte man Sie sofort mit einem Kuscheltier verwechseln.

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Da wir Puros über die D3707 in Richtung Nod-Westen verlassen wollen, fahren wir zuerst zurück nach Puros. Da mich unser Benzin Vorrat doch sehr beunruhigt, möchte ich nochmals im Shop nachfragen. Nach Aussage der Bardame sollte ja noch Jemand mit Benzin kommen.

Kleiner Einschub:
Ich ärgere mich über mich selbst, dass ich bei meiner akribischen Planung den Spritverbrauch etwas unbeachtet gelassen habe. Bei unseren Reisen 2016 und 2018 hatten wir ebenfalls Strecken ohne offizielle Tankmöglichkeit, es hat sich jedoch immer ergeben, dass man irgendwo ein paar Liter bekommen hat. Es war nie ein Problem. Daher bin ich ein wenig blauäugig an diese Sache heran gegangen und habe mich darauf verlassen, in Puros ein wenig nachtanken zu können. Eine kleine Kritik geht hier auch an Bwana Tucke Tucke, die uns auf dieses Problem hätten hinweisen müssen. Man hätte 2 Kanister mitgenommen und die Sache wäre entspannt gelaufen. Schuld bin jedoch ich, denn mir war die Gefahr bewusst und ich habe es verdrängt.

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Am Shop angekommen gibt es natürlich keinen Treibstoff aber ich kann wenigstens meine Biervorräte auffüllen. Auch einige merkwürdig aussehende Nudelsoßen finden den Weg in unsere Vorratsschublade. Inzwischen ist auch unser Freund Dachs aufgetaucht und es bildet sich eine kleine Gruppe vor dem Laden. Er fragt, ob wir einen kleinen Jungen verarzten könnten der sich den Arm verbrannt hat. Wir sind keine Ärzte, wollen uns die Sache aber mal anschauen. Ein kleiner Junge rennt los und holt schnell seinen verletzten Freund. Dieser zeigt uns seine nässende und leicht eiternde Brandwunde. Er ist sehr tapfer und hält die Schmerzen eisern aus. Glücklicher Weise haben wir Brandsalbe und Verbandsmaterial dabei und können so dem kleinen Kerl helfen. Bei der Verarztung verzieht er keine Miene und beobachtet nur sehr skeptisch, was wir mit seinem Arm machen.

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Frisch verbunden zieht er danach mit seinem Freund von dannen. Er bekommt auch noch frisches Verbandszeug und Brandsalbe für die kommenden Tage. Dachs der alte Fuchs, nutzt sofort die Gelegenheit und fragt mich nach einer kleinen Spende für Ihn bzw. den Jungen, da er mit Ihm in den kommenden Tagen nach Sesfontein zu einem Arzt fahren möchte. Daran mag ich nicht recht glauben, lasse mich jedoch wieder einmal breitschlagen und geben ihm ein paar Scheine.
Noch über den kleinen Jungen nachdenkend suchen wir die Ausfahrt zur D3707. Es gibt hier ein Gewirr von Wegen und wir landen letztlich auf der Zufahrt zur Okahirongo Elephant Lodge. Mitten durch müssen wir fahren und können uns dabei das Lodge Gelände anschauen. Sie liegt recht steinig und staubig auf einer Anhöhe mit tollem Blick. Bei unserer Durchfahrt gab es rege Bauarbeiten an der Anlage.
Kurz nach Puros wird es sehr einsam, das Gelände wird weit und steinig. Berge und Grünzeug treten in den Hintergrund. So stelle ich mir die Marsoberfläche vor. Feiner Kies, Sand und kleine Steine in den verschiedenen Rottönen soweit das Auge reicht.

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Ein Perlhuhn treffen wir in dieser lebensfeindlichen Landschaft, sonst können wir keine Tiere entdecken.

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Wir nutzen die erste Gelegenheit und biegen Richtung Westen ab. Hier fahren wir zum Skeleton Coast Viewpoint und nehmen die wirklich steile Auffahrt in Angriff. Oben auf der Spitze dieses Aussichthügels parken wir unser Auto und genießen den 360° Rundumblick.

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Trotz des leicht diesigen Wetters ist der Blick von hier oben phänomenal und die Sanddünen der Wüste schimmern in verschiedenen Farben. Wir essen eine Kleinigkeit und sehen unser erstes Steinmännchen dieser Reise. Ich möchte dem Erschaffer meinen Dank aussprechen, da es ein großer Spaß ist, nach diesen Kunstwerken Ausschau zu halten und man freut sich wie ein kleines Kind, wenn man einen gefunden hat. Sie sind eine Bereicherung des Kaokoveldes.

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Wir halten und auf den westlichen Strecken und fahren entlang der Grenze zum Skeleton Coast Nationalpark. Die Strecke verändert immer wieder Ihr Gesicht und so geht es vorbei am Bärenfelsen über Kies, Sand und kleine Steine, breite Pisten und mit Felsen gesäumte Engstellen durch eine herrliche Wüstenlandschaft.

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Mir gefällt dieses „Nichts“ besonders gut. An einer großen Ebene halten wir an, setzen oder legen uns einfach nur auf den Boden und bestaunen die Einsamkeit. Toll.

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Der Boden scheint aus erodiertem Granit zu bestehen und glitzert in der Sonne in verschiedenen Farben.

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Erst nach fast einer Stunde können wir uns dazu bewegen weiter zu fahren. Die Strecke bis nach Orupembe zieht sich am Ende ein wenig und wir sind froh als am Horizont die ersten Hütten auftauchen. Schnell finden wir den roten Shop No. 1 und freuen uns auf ein kaltes Bier. 2018 hatten wir hier eine witzige Pause mit einigen anderen verrückten Urlaubern. Leider werden wir dieses Jahr enttäuscht, der kleine Laden hat geschlossen.

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Ich komme aber gleich zu einer alternativen Empfehlung hier in der Gegend.
Orupembe selbst, ist ein Ort der aus einzelnen, weit verstreuten, Hütten und Himbakrals besteht. Es hat nichts mit einem Dorf oder kleinem Ort gemeinsam.

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Vom Shop No. 1 geht es noch ca. 1 Stunde weiter, bis zu unserem Ziel dem Marble Community Camp. Man durchfährt die landschaftlich sehr schönen Otjiha Plains und trifft hier wenige Antilopen und Strauße, jedoch Unmengen an Ziegen und Rindern.

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Bis hier hin haben wir heute insgesamt noch vier weitere Steinmänner gefunden. Leider sind uns einige entgangen, denn Bele hatte in Ihrem Bericht noch weitere entdeckt.

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Nach dem Durchfahren der Ebene kommen wir an eine Kreuzung. Rechts ist die Auffahrt zum Etambura Camp, hier haben wir erst in drei Tagen, zwei Nächte gebucht. Für uns geht es weiter zum Marble Camp. Hier zweigt auch die Strecke zum stillgelegten Steinbruch und weiter über den Jouberts Pass zur Rooidrom ab. Kurz vor dieser Abzweigung gibt es linker Hand eine unscheinbare Wellblechhütte.

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Im Vorbeifahren entdeckt mein Sohn Moritz ein altes verrostetes Schild mit der Aufschrift „Cold Drinks and Pertrol“ oder so ähnlich. Ich dachte ich hätte ein Foto gemacht, kann es jedoch nicht finden. Ich sage noch zu meiner Familie, die werden doch nicht wirklich Benzin haben, und drehe bereits das Auto. Im kleinen Laden begrüßt uns eine nette Dame und wir erstehen erstmals etwas zu trinken. Wenn es eine Sache in ganz Namibia gibt, selbst an den entlegensten Orten, dann ist es kaltes Bier in verschiedenen Größen und Sorten. Namibia ist eben ein Land genau nach meinem Geschmack.
Meine zögerliche Frage nach Benzin wird lässig bejaht und ein kräftiger Kerl mit Gold Uhr taucht umgehend mit 20 Liter Super auf. Schnell mit dem Mund angesaugt und mit dem Schlauch umgefüllt fragt er mich, ob ich noch mehr benötige. Ich bejahe ungläubig und er fragt wie viel. Ich antworte und sage Ihm, naja so 60 Liter währen ein Traum. Er meint kein Problem und verschwindet mit seinem Wagen. Dieser ist mit ca. 20 Ziegen beladen und er brettert ordentlich von dannen. Hoffentlich verliert er keine seiner Ziegen von der Ladefläche. Wir vertreiben uns die Zeit und unterhalten uns mit der etwas schüchternen Shop Dame. Nach kurzer Zeit fragt Sie uns, ob wir in drei Tagen nach Etambura kommen würden, sie würden bereits auf uns warten. Ich kann diesen kleinen Laden, mit seiner netten Besitzerin, nur empfehlen.
Kurze Zeit später erscheint der Benzinhändler und wir befüllen unseren Dicken. Gerne bezahle ich hier einiges mehr und gebe noch eine Runde Bier aus. Während wir trinken, muss ich mich noch des Angebotes erwehren, eine Ziege zu erstehen. Er möchte sie mir unbedingt andrehen und meint, er würde sie schnell zerlegen. Das Angebot klingt verlockend, wir stehen jedoch nicht so auf Ziegenfleisch.

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Wie sich herausstellt handelt es sich bei dem Treibstoff wohl um die Vorräte des Etambura Camps. Unverhofft kommt oft und unser Dicker ist wieder voll betankt. Erleichtert verteilen wir an die Kinder noch ein wenig Obst und fahren glücklich noch ein paar Meter bis zum Camp.

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Mir fallen wegen des Benzins etliche Steine vom Herzen und ich bin froh, unsere Strecke weiter wie geplant, in Angriff nehmen zu können. Direkt oberhalb des Camps liegt das House On The Hill, dass von Weitem einen guten Eindruck macht. Hier würde ich mich das nächste Mal einquartieren.


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Wir checken im Camp ein und können uns einen Stellplatz aussuchen. Wir sind die einzigen Gäste und bauen schnell unser Lager auf. Nach einer guten Dusche bereiten wir unser Abendessen zu und lassen am Lagerfeuer, den tollen aber auch sehr anstrengenden Tag, Revue passieren.

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Kurze Bewertung:
Die Strecke entlang der Skeleton Coast ist wunderschön, der kleine Laden ist einen Besuch wert. Die Lage des Marble Camps hat uns nicht gefallen. Die Stellplätze sind sehr eng zusammen, man hat keine Aussicht und durch eine benachbarte Ansiedlung von Hütten ist es etwas laut. Der Camp Manager war bei unserer Ankunft voll wie ein Amtmann und fast nicht mehr in der Lage uns abzukassieren. Wir wollten bereits abends zahlen um am nächsten Morgen zügig los zu kommen. Die Ablutions waren in Ordnung. Hier übernachtet man nur als notwendigen Zwischenstopp.
Teil 1202. Dez. 2022
26.07. Von Puros in die Hartmannberge, die schönste Etappe unserer Reise

Wir starten sehr zeitig und verlassen das Camp in Richtung Norden. Anfangs treffen wir noch einige Himbakinder die hier mit Ihren Ziegen unterwegs sind.

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Wir verteilen unsere letzten Apfelvorräte und zuckeln durch eine nicht sehr ansprechende Landschaft.

Über den Jouberts Pass (Rooidrom Pass) habe ich mich im Vorfeld informiert, da wir ihn auf dem Rückweg nochmals fahren müssen. Entsprechend einiger Berichte, habe ich ihn als nicht so schlimm eingestuft. Er ist aber nicht ohne. Er hat auf mich einen sehr ausgewaschenen Eindruck gemacht. Es gibt etliche Stufen gespickt mit scharfkantigen Steinen. Echte Reifenschlitzer. Wie wir diesen Pass zwei Mal ohne Reifenschaden bezwingen konnten ist mir schleierhaft.

Sicher ist es besser, solche Etappen mit zwei Fahrzeugen zu fahren. So kann man sich in einer Notsituation oder einem Schaden, gegenseitig helfen. Wir sind alleine unterwegs und müssen daher extrem vorsichtig sein.

Nach den ersten kniffligen Passagen erhöhe ich den Reifendruck auf fast 3 Bar, um die „Ausbeulung“ der Reifenflanken zu vermindern. Hier zählt jeder cm Reifenbreite. Langsam tasten wir uns durch die schlimmsten Stellen und sind erleichtert als das Gelände flacher wird und sich zu einem Quertal öffnet. Kurze Zeit später taucht die rote Orientierungstonne auf und wir haben einen schweren Streckenabschnitt hinter uns. Wir freuen uns und steigen für ein kurzes Foto aus.

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Neben der Tonne gibt es tatsächlich einen kleinen Verkaufsstand an dem einige gebastelte Schmuckteile angeboten werden. Einen zugehörigen Verkäufer können wir nicht ausmachen. Hier biegen wir nach Westen ab und folgen der Tonnen-Strecke. Von der roten Tonne geht es über die blaue Tonne zur orangenen Tonne. An jeder wird gestoppt und ein Erinnerungsbild geknipst.

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Die verbuschte Landschaft weicht langsam einer sandigen und die Berge rücken in den Hintergrund. Noch einige Kilometer weiter kommen wir an die grüne und letzte Tonne und müssen hier nach Norden abbiegen.

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Unsere Strecke führt uns nun entlang des Skeleton Coast Nationalparks, durch sanfte Dünen, über sandige Strecken, bis hoch an die Grenze zu Angola. Im Osten flankieren uns die Hartmannberge und im Westen die Namib. Der goldfarbene Sand, durchsetzt vom zarten Grün frischen Grases und diese unfassbare Weite und Einsamkeit, machen dies Streckenabschnitt zu etwas ganz Besonderem. Auch heute noch, beim Schreiben dieses Berichtes, bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an diese Landschaft denke. Wir genießen das herrliche Wetter mit den sehr angenehmen Temperaturen und wandern ein wenig in den Dünen herum.

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Unser Ziel ist eine Felsformation im Norden, die sich als Übernachtungsplatz eignen soll. Unser Weg schlängelt sich wunderbar durch Sandhügel und kleine Felsformationen.

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Auch einen weiteres Steinmännchen können wir in dieser Einsamkeit finden.

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Der angedachte Übernachtungsplatz erweist sich als wunderbare Stelle, an der wir eine längere Pause einlegen.

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Eine Übernachtung ist für uns hier leider nicht möglich, da der Wind immer mehr auffrischt und Unmengen an Sand durch die Luft bläst. Ein etwas tiefer liegender und somit etwas windgeschützterer Platz ist für uns nicht erreichbar, da wir Angst haben uns im losen Sand festzufahren. Wir sind ja solo unterwegs und hätten keine Bergehilfe. So entscheiden wir schweren Herzens weiter zu fahren und uns einen windgeschützten Platz zu suchen. Wir biegen nun nach Osten ab und verlassen den Rand der Namib. Wir fahren hinab in eine wunderschöne Ebene die komplett mit goldenem Gras bewachsen ist. Hier entdeckt Silke den einzigen ausgewachsenen Oryx unserer Reise.

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Die Aussichten bei der Abfahrt sind atemberaubend. Die Abendsonne taucht diese Landschaft in ein ganz besonderes Licht. Leider können wir es nicht ausgiebig genießen, da es immer später wird und wir noch keinen geschützten Stellplatz gefunden haben. Dies ist nicht so einfach, da wir es vermeiden neue Fahrspuren zu hinterlassen und somit nur an Stellen, die direkt neben der Piste liegen, suchen. Als es anfängt zu dämmern, führt uns unser Weg in ein Trockenflußbett, das ausreichend Windschutz und eine gute Feuerstelle unter einem Felsen bietet. Schnell wird unser Lager aufgeschlagen, ein Feuer entfacht und mit dem Kochen begonnen. Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir hier die letzte zähe Rindersteak Scheibe aus Kamanjab verzehrt. Die Dinger waren wirklich wie Schuhleder und haben selbst mit großem Hunger nur sehr eingeschränkt Freude bereitet.

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Silke ist es hier fast zu einsam und hat eine unruhige und mit wirren Träumen gespickte Nacht vor sich. Moritz und ich schlafen gut.


Kurze Bewertung:
Eine unserer längsten und schönsten und abwechslungsreichsten Etappen. Tolle, sich immer verändernde Landschaft, am Pass kann man sich seine Reifen ruinieren und im Sand kann man sich wunderbar festfahren. Aber es ist einfach klasse hier.
Teil 1305. Dez. 2022
27.07. Marienflusstal über die ungewollte Abkürzung

Manchmal muss man sich wundern. Wir dachten hier komplett alleine zu sein, mitten in der Nacht kam ein Auto an gerumpelt und zwei freundlich winkende Einheimische sind an uns vorbeigefahren. Sie hatten sich noch vergewissert, ob bei uns alles ok ist.
Am Morgen bereiten wir uns noch ein leckeres Frühstück, packen unsere Sachen und starten in den Tag. Auch hier merken wir, dass wir nicht so einsam waren wie gedacht. Einige Meter weiter gibt es einen sehr großen, jedoch zurzeit unbewohnten, Himba Kraal.

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Wir fahren um die nächste Ecke und eine winkende Himba Familie springt auf die Piste. Wir halten an und verteilen noch etwas Obst an die Kleinen. Die Mutter zerrt jedoch Ihre Kinder sehr unsanft zur Seite und fragt extrem unhöflich nach Tabak. Den haben wir nicht dabei und so verlassen wir diese unfreundliche Frau.

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Mein Sohn übernimmt heute die Navigation und ich zeige Ihm die Strecke die wir nehmen möchten. Es soll zurück über die rote Tonne in das Marienflusstal gehen. Hier haben wir vor, im Camp Syncro zu übernachten. Den Shortcut ins Marienflusstal möchte ich bewusst nicht fahren, da mich einige Berichte der letzten Jahre abgeschreckt haben. Nach kurzer Fahrzeit wundere ich mich jedoch über den Zustand des Weges und die seitlich in die Höhe wachsenden Berge. Hier stimmt was nicht, wir müssten eigentlich langsam in das „Tonnental“ zurückkommen. Eine kurze Überprüfung zeigt, dass wir uns doch im Shrortcut befinden. Moritz meint nur, es wäre doch der wesentlich kürzere Weg. Damit hat er natürlich recht. Der Weg wird immer schlimmer und schlängelt sich die Berge hoch.

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Irgendwann geht es auch wieder Bergab und wir erreichen eine kleine Ebene.

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Ich freue mich etwas zu früh und sage noch, der Shortcut ist nicht schlimm und das Marienflusstal nicht so schön wie ich es mir vorgestellt habe. Fünf Minuten später vergeht uns das Lachen, denn nun geht es erst richtig los. Auf einer Anhöhe biege ich um eine Kehre und es geht Bergab. Hier bleibe ich kurz stehen und schaue mir den Hang an. Kopfschüttelnd denke ich, hier kann man nicht runterfahren. Zurück geht es aber auch nicht mehr, also vorsichtig die Stufen und Absätze mit unserem Dicken runter gekraxelt.

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Dies verläuft nur ohne Aufsetzen und Anecken, wegen der sehr guten Einweisung meiner Frau. Silke muss die halbe Strecke rückwärts durch dieses Geröll bewältigen und mir zeigen, wie ich fahren muss.
Hier in einer Schlucht entdecken wir zahlreiche ausgetrocknete Zebragerippe mit Fell. Warum ausgerechnet in dieser Schlucht so viele liegen ist mir ein Rätsel.

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Auch ein Steinmännchen können wir entdecken.

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Vom Stress und der Anspannung durchgeschwitzt erreichen wir einen Aussichtspunkt in das Marienflusstal. Es ist ein Traum. Dieses Tal, eingebettet durch Berge, mit rötlich schimmerndem Sand und dem goldenen Gras, durchsetzt von grünen Bäumen ist einfach nur schön. Wir stehen eine ganze Weile an diesem Platz und bewundern den Ort.

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Die weitere Fahrt nach Norden zum Grenzfluss Kunene ist ein Genuss und wir cruisen auf dieser herrlichen Sandpiste dahin. Hier gibt es ein wenig mehr Leben und die hier heimischen Himba ziehen mit Ihren Herden, meist Rinder, durch das Tal.

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Nach etwa einer Stunde fahrt durch das Tal, erreichen wir den Kunene und somit den nördlichsten Rand Namibias. Auf der anderen Flussseite liegt Angola. Wir checken im Camp Syncro ein und sind von diesem Ort sofort begeistert. Hübsche Stellplätze unter schattigen Bäumen mit sauberen Duschen und einem schönen Blick auf den Fluss.

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Die sehr nette Betreiberin Maria zeigt uns das Camp und den Spielgefährten Ihrer Tochter, einen putzigen Hundewelpen.

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Bei einem kleinen Spaziergang am Fluss entlang, können wir ein noch sehr kleines Krokodil entdecken. Es soll hier aber auch wesentlich größere Exemplare geben, weshalb am Ufer Vorsicht und etwas Abstand zum Wasser angebracht ist.

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Wir nutzen die hübschen Duschen und beenden den Tag mit Lagerfeuer, Abendessen und einem tollen HTHHP-Phänomen.

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Anfänglich sind wir die einzigen Gäste hier. Darüber sind wir recht froh, da die Stellplätze sehr nahe aneinander liegen. Später kommt noch eine südafrikanische Familie, mit der wir uns nett unterhalten und wir bekommen Ihr Campinggefährt gezeigt. Ein Wahnsinn was da alles verbaut ist und wie super dieser Wagen ausgestattet ist. Leider kommt am Abend auch noch eine größere Truppe älterer Camper an, die sofort mit dem Aufbau einer kleinen Zeltstadt mitten im Camp beginnen. Warum man abends am Lagerfeuer unter Flutlichtstrahlern sitzen muss, die das gesamte Areal mehr beleuchten, als das heimische Fußballstadion meiner Eintracht, ist mir schleierhaft. Abgesehen von einigen Bellattacken der Camp Hunde haben wir eine sehr entspannte Nacht. Morgens beim Frühstück müssen scheinbar einige Wagen der Seniorencamper unbedingt geladen werden, den die Motoren laufen über eine Stunde. Ich bin kurz vorm Platzen. 😈

Kurze Bewertung:
Der Shortcut ist eine echte Herausforderung und das übelste Gelände durch das ich bisher gefahren bin. Hier kann man sich seinen Wagen ruinieren und ich habe keine Ahnung was man macht, wenn man sich in einem solch steilen Gelände den Reifen fetzt oder auf einem Felsen so richtig aufsitzt. Der Blick von oben in das Marienflusstal ist unbeschreiblich schön. Man könnte jedoch auch von der Talseite bis zum Aussichtspunkt fahren um den herrlichen Blick zu genießen.
Camp Syncro ist sehr schön und sauber. Maria ist freundlich und hilfsbereit.
Teil 1406. Dez. 2022
28. und 29.07. Etambura und ein wenig Alfred Hitchcock

Während wir noch unseren Kaffee trinken und ich versuche das Treiben unserer Platznachbarn zu ignorieren, bauen zwei Himba Frauen einen kleinen Verkaufsstand auf. Etliche Schmuckstücke werden hier angeboten. Silke verliebt sich in eine Halskette die von einer der Beiden getragen wird. Nach kurzer Verhandlung wechselt die Kette den Besitzer und ziert nun den wesentlich käsigeren Hals meiner Frau. Ein kleines Baby ist mit dabei und ich bewundere die Windeltechnik. Der kleine Zwerg hat einfach einen groben Müllsack umgebunden. Sicher nicht bequem und auch nicht hygienisch. Auch seine mega coole Frisur kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er sich nicht ganz wohl fühlt.

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Nach dem erfolgreichen Einkaufsbummel starten wir zu unserer Fahrt nach Etambura. Hierzu dürfen wir nochmals durch das schöne Marienflusstal fahren und werden über die rote Tonne und den Jouberts Pass hoffentlich Etambura erreichen.

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Das Straußen Ei habe ich so gefunden und nicht platt gefahren. 😎
Es ist witzig, dass einem die Strecke, nur in die andere Richtung gefahren, völlig neu vorkommt. Wir sind erneut von der grandiosen Landschaft und der gut zu fahrenden Piste begeistert. Leider werden hier so viele neue Spuren gefahren, dass die Pisten breiter als unsere Autobahnen sind. Vor Ort wird versucht, durch auslegen großer Steinbrocken, ein Verbreitern der Strecke zu verhindern. Schade, dass es so viele Menschen gibt, die bedenkenlos die Natur der Art kaputtfahren.
Wir erreichen die rote Tonne und ich bin gar nicht begeistert den Jouberts Pass nun in die andere Richtung fahren zu müssen. Wir erhöhen unseren Reifendruck um die Reifenflanken zu schützen und stellen hierbei fest, dass unserer Batterie sich gelöst hat und locker im Motorraum herumrutsch. Endlich kommt mein mitgebrachtes Werkzeug und meine diversen Kabelbinder zum Einsatz. Die marode Batteriehalterung, ein viel zu großer verrotteter Metallbügel mit einem Holzbrett und nicht mehr bewegbarer Schrauben, wird durch Kabelbinder und kleiner Holzkeile ersetzt. Leider werde ich in den kommenden Tagen meine provisorische Befestigung noch öfters nachjustieren müssen.
Irgendwo am Jouberts Pass entdecken wir doch tatsächlich ein Steinmännlein, welches wir bei unserer ersten Überfahrt übersehen haben.

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Sicherlich fahren wir nun etwas abgebrühter und könnten so den ein oder anderen Blick in die Landschaft riskieren. Auf einer mit sehr spitzen und scharfen Steinen gespickten Stelle, begegnet uns eine Himba Frau mit Ihrem Sohn. Sie lässt sich von einem Esel tragen und er läuft ohne besondere Vorsicht über diesen Boden. Ich würde mir beim ersten Schritt beide Fußsohlen zerfetzen.

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Nach dem wir nun zum zweiten Mal diese Strecke ohne Reifenpanne geschafft haben, da bin ich echt ein wenig stolz darauf, machen wir einen kurzen Stopp, an unserer neuen Lieblings-Tankstellen-Shopping-Mall. Hier werden unsere Getränke Vorräte aufgestockt und wir nehmen die Auffahrt nach Etambura in Angriff.

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Diesen Ort kennen wir bereits von unserer Reise 2018 und wollten Ihne unbedingt nochmals besuchen. Wir haben diesmal zwei Übernachtungen eingeplant um uns ein wenig, von der vielen Fahrerei, zu erholen.
Die Etambura Lodge hat seit unserem letzten Besuch nichts von Ihrem Charm eingebüßt. Wir fühlen uns hier sofort wohl und werden von den beiden Lodge Betreibern herzlich begrüßt. Uns wird alles gezeigt und wir beziehen unsere Bungalows.

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Heute haben wir die kleine Lodge für uns alleine und können uns auf der fantastischen Aussichtsterrasse breit machen. Duschen, kochen, essen und in die Landschaft schauen. Mehr möchte man hier nicht machen.

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Nach einem spektakulären Sonnenuntergang mit tollem HTHHP begeben wir uns auf unsere Zimmer. Der Schlafraum hat zwar eine Scheibe zum Balkon, ist jedoch zum Dach völlig offen. Wir machen das Licht an und die Birder- und Hitchcock-Fans unter euch, hätten einen riesen Spaß gehabt. Die Stange sitzt voller schwarzer Vögel, ich vermute es handelt sich um eine Staren Art.

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Geblendet von unserem Licht und sicher Tagaktiv, haben sie überhaupt keine Lust unsere Zimmer zu verlassen. Da ich aber auch nicht gerne ihre Hinterlassenschaften in meinem Bett habe und mir das dauernde Geflattere den Nerv raubt, werden sie von mir in die Dunkelheit befördert. Wir haben dieses Problem in beiden Zimmern. Der Vogelkot trägt nicht zur Sauberkeit der Räume bei und ich hätte, den etwas 10cm breiten Spalt unter dem Dach, längst abgedichtet.
Die Vögel und einige summende Blutsauger sind schuld an einer etwas unruhigen Nacht.

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Den neuen Tag verbringen wir komplett auf dem Lodge Gelände und bewegen unseren Dicken keinen Meter. Sonnenaufgang aus dem Bett anschauen, auf der herrlichen Terrasse frühstücken, etwas Wäsche waschen, ein Schachspiel aus Steinen und Hölzern bauen, die Gegend mit dem Fernglas absuchen, Vögel und Klippschliefer beobachten und ansonsten, mit einem etwas verträumten Blick, in die Ferne starren. Mittags unternehmen wir einen kleinen Spaziergang in die Umgebung und können uns an dieser Landschaft nicht satt sehen.

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So wie Moritz schaut und den Steinen auf dem Tisch nach, habe ich sicher diese Partie verloren.

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Zurück auf der Terrasse packen wir unser geliehenes Sat-Telefon aus und senden ein Lebenszeichen an unser Lieben in Deutschland.

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So vergeht der Tag rasend schnell. Gegend Abend wird der Tisch für uns gedeckt und das Feuer zum kochen angeheizt. Auch für warmes Wasser wird gesorgt und das Geschirr später abgespült. Man wir hier umsorgt, nur kochen muss man selbst. Neuerdings gibt es auch eine Kühlbox mit kalten Getränken. Gegen späten Abend reist noch ein Pärchen an und wir unterhalten uns ein wenig. Sie zeigen mir Ihren Reiseplan und ich stelle fest, man kann noch mehr im Auto sitzen, als wir es tun. Ihre Reise ist sehr schlecht durchdacht und so kommen sie sehr oft, sehr spät an ihrem Übernachtungsplatz an und können selten die Schönheit eines Ortes nutzen. Auch die traumhafte Aussicht von Etambura können sie bei ihrer dies jährigen Reise nur bei Dunkelheit erleben, denn Sie wollen, wie auch wir, am nächsten Morgen bereits im Dunklen starten. Warum man sich für solch eine Übernachtung Etambura aussucht kann ich nicht nachvollziehen. Auch die Bereifung und Ihr Fahrzeug passen zum Reiseplan, jedoch nicht in diese raue Gegend.
Aber auch wir machen unvernünftige Sachen und starten im kommenden Morgengrauen in Richtung Caprivi. Eine echte Wahnsinnsetappe steht uns bevor.

Kurze Bewertung:
Etambura ist klasse. Hier kann man sich gut einen Tag erholen. Die Lodge wie auch das Marble Camp und das House on The Hill wird von der ortsansässigen Community betrieben und die machen es recht gut.
Teil 1509. Dez. 2022
30.07. Etambura nach Ondangwa, 470km ins Owamboland

Unsere Sachen haben wir bereits am Abend vor gepackt und können so in der Dämmerung auf unsere lange Etappe starten. 2018 sind wir bereits von Etambura nach Opuwo gefahren und ich hatte diese Strecke als schlecht zu fahren und als öde Route in Erinnerung. Wie auch damals wollen wir über die südliche 😗 Strecke, also über die D3707 nach Opuwo. Die letzten Informationen aus dem Forum, kurz vor unserer Reise, ließen nichts Gutes erwarten. Bekam ich dort die Informationen, die D3707 wären schlecht zu fahren, da es starke Ausspülungen gäbe. Wegen der längeren Fahrzeit und der abratenden Berichte, kommt die D3703 für uns als Alternative nicht in Betracht.
Kurz nach dem Start durchfahren wir, bei aufgehender Sonne, nochmals die Otjiha Plains und einigen Strauße begrüßen uns.

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Nach den Plains wird es steiniger und die Landschaft weniger spektakulär. Nicht lange nach den Plains verabschiedet uns auch ein letztes Steinmänchen aus dem Kaokoveld und ich muss sagen, der Nord-Westen Namibias hat das übertroffen, was ich mir erwartet hatte. Ich liebe diese Landschaft und sie ist voll nach meinem Geschmack.

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So zuckeln und ruckeln wir den Weg entlang und treffen gelegentlich Menschen, die zu Fuß Wasserkanister, Treibstoff oder sonstiges Zeug durch diese Landschaft schleppen. Mit ist nicht ganz klar, wohin hier immer gelaufen wird. Ansiedlungen können wir hier nur sehr wenige sehen.
Aus 2018 habe ich noch einige schlimme Wegabschnitte in Erinnerung und merke, dass große Teile dieser Straße erneuert wurden. Auch die Befürchtungen, der Zustand wegen der letzten Regenzeit sei sehr schlecht, erweisen sich als unnötig. Wir kommen recht gut voran und erreichen bald den Hoarusib und somit den schöneren und interessanteren Streckenabschnitt. Die Landschaft verändert sich hier erneut und wird weiter, sandiger und grüner.

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Im Hoarusib gibt es Stellen mit Wasser und der Fluss ist mit Palmen bewachsen. Die Ortschaften nehmen zu und somit gibt es einiges am Rand der Straße zu sehen. Später werden wir auf einem Feld eine große Feier mit einigen hundert Menschen, kleinen Ständen, geschlachteten Rindern und Ziegen sehen. Dies hat sich durch die große Anzahl an voll besetzten, teilweise witzig beladenen Autos gezeigt, die wir auf den letzten Kilometern überholt haben. Am Straßenrand gab es auch den ein oder anderen, der eine Panne hatte oder sich festgefahren hatte. Witzigerweise haben wir unsere südafrikanischen Nachbarn von Camp Syncro getroffen, sie haben versucht einen liegengebliebenen Wagen flott zu bekommen. Immer wieder müssen wir den Hoarusib durchfahren und finden es sehr schön hier. Irgendwann erreichen wir Opuwo und besuchen als erstes eine Tankstelle.

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Dank der Jungs von Etambura haben wir es mit unserem Benzin tatsächlich bis hierhergeschafft. Dies muss bei meiner nächsten Reise besser geplant werden. Opuwo mag ich nicht besonders. Hier tobt das Leben und es gibt sehr aufdringliche Straßenverkäufer und Bettler. Dies muss eine Junge Frau erfahren, die als Wache an Ihrem Fahrzeug zurückgelassen wurde und wohl einer Himba Dame etwas abgekauft hat. Ein vorher- nachher Bild zeigt deutlich den Unterschied.

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Irgendwo in der Verkäufertraube, kann man den blonden Kopf der überforderten Autowache erkennen.
Auch ich mache einen Fehler und möchte meine geschrumpften Bargeldvorräte hier auffüllen. Man kann ja nie wissen, wann der nächste funktionsfähige und nicht total überlaufende ATM auftaucht. Hier in Opuwo gibt es mehrere Anbieter zur Auswahl. Vor allen Automaten stehen jedoch lange Schlangen. Ich such mir die kürzeste aus und reihe mich ein. Nach 10 Minuten Beobachtung, muss ich feststellen, warum auch immer, es in keinen Millimeter vorwärts geht. Also wechsele ich die Bank und stelle mich in eine andere Schlange. Hier gibt es einiges zu beobachten, lustige Frisuren und diverse Varianten von Perücken und tollste Taktiken uns etwas zu verkaufen. Ein leicht oder auch ziemlich betrunkener Kerl, möchte meinem am Auto wartendem Sohn, einen Ring andrehen. Nachdem er merkt, dass Moritz zu mir gehört, habe ich Ihn, in meiner Warteschlange, am Hals. Erst ist er noch recht freundlich und ich begegne Ihm genauso. Meine Schlangennachbaren belächeln bereits seine Verkaufsversuche und meine Erwiderungen. Er wird jedoch immer aufdringlicher und nach dem er beginnt, nun auch meine Frau zu belästigen, reicht es mir und ich gebe Ihm unmissverständlich zu verstehen, dass es nun genug ist. Den Mitwartenden haben wir mit unserer Aufführung sicher die Wartezeit ein wenig interessanter gestaltet. Nach gefühlt einer Stunde sind auch wir an der Reihe und dürfen Geld ziehen. Den möglichen Höchstbetrag erfrage ich beim Wachmann und hebe ihn dreimal ab. Mit vollgestopften Hosentaschen geht es nun schnell zu unserem Wagen und wir verlassen Opuwo. So sollte man sich sicher nicht verhalten und wir werden es, so dumm auch nicht mehr machen. Wir waren eine Einladung an jeden Kleinkriminellen uns abzukassieren.
Nebenbei bemerkt, fahren wir nach Opuwo durch etliche kleinere Städte und Dörfer, alle mit ATMs ohne Warteschlangen und zweifelhaften Beobachtern.

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In Opuwo zu tanken lies sich nicht umgehen, Bargeld und Einkäufe hätten wir eine halbe Stunde später bequemer und wesentlich sicherer erledigen können.
Über die C41 geht es nun für weitere 280km nach Ondangwa. Die Fahrt zieht sich und wir haben langsam für heute genug vom Autofahren. In der Dämmerung erreichen wir endlich die Ongula Village Homestead Lodge und werden mit feuchten Tüchern und einem Trink empfangen. Wir fragen nach einem freien Stellplatz und bekommen sofort das Gelände und die Lodge gezeigt. Die Mitarbeiter sind extrem freundlich und wir können noch ein Abendessen und ein Frühstück für den kommenden Morgen ordern. Hier gefällt es uns auf Anhieb. Die Stellplätze sind sauber aber sehr einfach. Es gibt nur kaltes Wasser und wir nehmen mutig eine Dusche. Schnell noch die Zelte aufgeschlagen und wir begeben uns zum Abendessen. Hier bekommen wir einen sehr hübsch gedeckten Tisch im Freien. Er steht im weißen Sand und alles wird mit Kerzen beleuchtet. Die restliche Umgebung wird vom HTHHP wunderbar angestrahlt.

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Auch die Kellnerin gibt sich aller größte Mühe, uns jeden Wunsch zu erfüllen und wir sind sehr positiv von dieser Lodge überrascht. Nach dem guten Essen können wir uns am inzwischen angefachten Lagerfeuer noch einen Trink gönnen und haben mit anderen Gästen der Lodge eine nette Unterhaltung.

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Später können wir nur noch müde in die Zelte krabbeln. Unseren ersten langen Transittag haben wir somit gut überstanden.

Kurze Bewertung:
Die D3707 ist sehr gut zu fahren. Opuwo nur zum tanken nutzen. Ongula Village Homestead Lodge ist ein sehr guter Übernachtungsplatz im Ovamboland.
Teil 1613. Dez. 2022
31.07. Immer nach Osten, 620 Kilometer bis zur Mobola Island Lodge

Wegen des langen Fahrtages finden wir uns recht früh zum Frühstück ein. Dieses gibt es im Hauptgebäude und es ist sehr umfangreich und lecker. Hier sitzt man zwischen verschiedenen Kunstgegenständen, die hier hergestellt werden und die zum Teil käuflich erworben werden können. Nach dem Bezahlen verlassen wir diese sehr nette Unterkunft und begeben uns auf einen langen Fahrtag.
Über gut zu fahrenden Straßen geht es immer nach Osten. Über die B10 steuern wir als Zwischenziel Rundu an, danach geht es über die B8 bis kurz vor Divundu. Entlang der Strecke gibt es einiges zu sehen. Kleine Dörfer und viele Menschen, Warenstände, Felder, Schulen, Sportveranstaltungen, hier ist einiges los und die Gegend ist recht dicht besiedelt.

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Als Europäer ist man hier eher der Exot und fällt doch sehr auf. Ich kann mich nicht erinnern, dass uns auf der gesamten Strecke ein anderes, als Touristen Fahrzeug erkennbares Auto, entgegengekommen ist. Wenn wir anhalten um etwas zu kaufen, werden wir immer sehr freundlich behandelt.

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Zu unserer Linken, also nördlich von uns, befindet sich Angola. Wir fahren quasi entlang der Grenze die kurz vor Rundu entlang des Okavango Flusses verläuft. Der Fluss ist immer mal wieder zu sehen und auf der angolanischen Seite muss es große Feuer geben, denn immer wieder sind am Horizont, riesige Rauchsäulen zu erkennen. Fotos gibt es von diesem Fahrtag nur sehr wenige. Am späten Nachmittag erreichen wir endlich die herrlich gelegene Mobola Lodge, auf der wir einen Stellplatz reserviert haben.

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Hier werden wir sehr freundlich von dem Eigentümer, einem Sachsen, empfangen und er erklärt uns alles Notwendige. Bei Ihm können wir auch leckeres Wildfleisch und einige andere benötigte Kleinigkeiten einkaufen. Danach suchen wir uns einen Stellplatz aus, denn wir sind hier fast alleine. Auf einem kleinen Damm direkt am Okavango bauen wir unsere Dachzelte auf und richten uns ein. Die Stellplätze sind toll, auf dem üppig mit exotischen Pflanzen bewachsenem Areal, verteilt und bieten genügend Abstand untereinander. Jeder Platz hat einen gepflasterten Sitzbereich, einen gemauerten Grill mit Waschbecken und zusätzlicher Wasserzapfstelle, sowie eine Außen Dusche mit kaltem Wasser.

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Die Sanitärgebäude liegen zentral und sind sehr sauber und schön. Wir gönnen uns eine Dusche und frische Kleidung. So aufgehübscht erkunden wir die tolle Anlage. Vorbei an den mit Blumen bewachsenen Bugalows und einem kleinen Naturpool mit künstlichem Wasserfall und Ruhe-Terrasse geht es über eine schmale und wacklige Hängebrücke zu Mobola Island.

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Hier erwartet uns, die meiner Meinung nach genialste Bar Namibias. Über weißen Sand erreicht man eine schön gebaute Bar, die Ihre Terrasse über den Ufern des Okavango hat. Hier kann man die Seele baumeln lassen und bei einem Gin Tonic, einen atemberaubenden Sonnenuntergang beobachten.

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Auch das rote Nachglühen bietet uns hier nochmals ein ganz besonderes Erlebnis und wie genießen, diesen Hübschen Ort in vollen Zügen.

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Georg, der Sohn des Chefs, kümmert sich hier an der Bar um das Wohl der Gäste und er erzählt uns viel über das Leben hier in Namibia. Für uns ist es sehr interessant, zu erfahren, wie er hier lebt und sich fühlt, haben wir doch auch einen Sohn in seinem Alter.
Den tollen Abend hier auf Mombola lassen wir an unserem Lagerfeuer und mit gut gegrilltem Zebra, ausklingen. Ein langer, anstrengender, aber auch sehr schöner Tag geht zu ende.

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Den kommenden Morgen können wir sehr entspannt angehen lassen, da wir nur eine kurze Strecke vor uns haben. So richten wir nach einer ruhigen Nacht ein üppiges Frühstück her und lassen es uns, mit Blick auf den Fluss, in der bereits wärmenden Sonne schmecken. Wir schlendern noch ein wenig über die Anlage und schauen uns die neu gebauten Zelte auf der Insel an. Sie liegen wie die Bar direkt am, oder besser über, dem Okavango. Hier her möchten wir nochmals kommen und würden versuchen, für zwei Tage ein solches Zelt zu bekommen.

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Nach unserem kleinen Spaziergang bezahlen wir noch unsere Schulden und fahren in Richtung Divundu los.

Kurze Bewertung:
Langer aber interessanter Fahrtag. Es gibt entlang der Straße immer etwas zu sehen. Mombola Island Lodge ist toll und die Eigentümer mit Ihren Mitarbeitern sind extrem nett und freundlich.
Teil 1714. Dez. 2022
01.08. und 02.08. Angekommen im Caprivi, Ngepi Camp

Nach kurzer Fahrzeit erreichen wir Divundu. Hier gibt es eine große und gut ausgestattete Tankstelle. Schnell wird unser Dicker mit fast 200 Liter Super gefüllt und einige Einkäufe erledigt. Kurz hinter Bagani, etwas abseits der C48, liegt das hübsche und auf uns, ein wenig alternativ wirkende, Ngepi Camp. Hier hat es uns bereits 2018 so gut gefallen, dass wir gerne zurückgekommen sind. Die Lage direkt am Cubango ist toll. Gegenüber liegt die Buffalo- und etwas weiter Flussabwärts die Mahango - Core Area. Vom Camp aus kann man etliche Tiere beobachten. Sehr stark vertreten sind Flusspferde, etliche Arten Gazellen und auch Elefanten sowie Büffel besuchen gern das gegenüberliegende Ufer. Wir melden uns an der Rezeption und sollen zuerst zwei Tree Houses bekommen. Auf Nachfrage wird uns ein Family Treehouse angeboten und wir nehmen es erfreut an. So können wir unter einem Dach schlafen und müssen nicht zwei Häuser beziehen.

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Über kleine Holzstege gelangen wir zu unserem Treehouse und sind begeistert. Die Terrasse liegt quasi über dem Fluss und alles ist offen gestaltet und mit natürlichen Baustoffen hergestellt. Geduscht wird auf der Terrasse und einschlafen sowie aufwachen kann man zur Musik Afrikas, mit Blick auf eine herrliche Natur.

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Wir richten uns ein und verbringen einige Zeit auf unserer Terrasse und beobachten die Flusspferde im Wasser und am Ufer.

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Ich bewundere den Mut einer Gruppe Reisender, die mit Mokoros auf dem Fluss unterwegs sind. Bei der großen Anzahl an Flusspferden, hätte ich zu viel Angst in diesen wackligen Dingern. Am Morgen unserer Abreise wird sich zeigen, dass meine Bedenken nicht ganz zu Unrecht bestehen.

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Hier kann man es wirklich aushalten und wir freuen uns für zwei Tage hier zu sein.

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Nachmittags erkunden wir das Camp und gönnen uns einen Gin Tonic an der witzigen Bar.

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Hier gibt es viele Hinterlassenschaften und Andenken an unzählige Gäste und abenteuerliche Reisen. Im Barbereich gibt es auch ein funktionierendes W-Lan das von den Gästen kräftig genutzt wird. Später wird ein Lagerfeuer angezündet auf dem das Abendessen zubereitet wird. Heute gibt es Spareribs die über der Glut lecker brutzeln.

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Auf dem Weg hier her, sind uns zahlreich Straßen Stände aufgefallen, an denen jegliche Art von Fleisch dargeboten wird. Die Fleischbrocken hängen an einem Gestell oder einem Baum im Freien und sind Sonne und Fliegen schutzlos ausgesetzt. Um zu erkennen, wie frisch das Fleisch ist, oder um Sie auch zu verkaufen, liegen die abgeschlagenen Häupter der Tiere daneben. Unsere heimischen Veterinärämter hätten ihre wahre Freude.
Das Abendessen wird gemeinsam mit anderen Gästen auf einer Kleinen Terrasse eingenommen. Man sitzt hier bei fackelndem Kerzenschein und Hippogekrunze direkt am Fluss und lässt sich das Essen schmecken. Die Atmosphäre ist wesentlich besser als das essen, man wird aber satt.

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Wir nehmen noch einen Absacker an der Bar und einen auf unserer Terrasse und schlafen zur Musik der Hippos und diversen Nachttieren ein.
Frühstücken kann man im Ngepi Camp rund um die Uhr. So lassen wir uns am Morgen viel Zeit und beobachten erstmal die Tierwelt aus unseren Betten. Eichhörnchen und Vögel amüsieren sich auf unserer Terrasse, Flusspferde versammeln sich am gegenüber liegendem Ufer zum Sonnenbad und Gazellen verschiedenster Sorten stillen Ihren Durst am Fluss.

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Auch das Frühstück nehmen wir auf der Aussichtsterrasse zu uns und genießen einen hervorragenden Kaffee. Am frühen Mittag fahren wir zurück nach Divundu und biegen nach Osten auf die B8 ab. Auf einer großen Brücke überqueren wir den Cubango, werden an einer Polizeikontrolle kontrolliert und biegen kurz danach in die Buffalo Core Area ab.

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Hier zahlen wir den Parkeintritt und fahren entlang des Flusses durch den Park. An einer Stelle können wir Ngepi von der anderen Seite sehen und sind von diesem Park begeistert. Es zeigen sich etliche Tiere und eine sehr große Elefanten- sowie Büffel Herde.

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Einer der jungen Elefanten hat leider nur drei Beine. Er kommt mit seiner Situation sehr gut zurecht und der Stumpf scheint auch gut verheilt zu sein.

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Lange zuckeln wir durch diese schöne Gegend und bestaunen den Tierreichtum. Nach dem doch sehr tierarmen Kaokoveld ist es hier wie im Tierparadies.
Am späten Nachmittag geht es zurück nach Ngepi, hier widmen wir uns erneut dem Abendessen und der Bar. Auch wir hinterlassen ein Andenken an einer Wand und wer dort zukünftig seinen Urlaub verbringt, kann ja mal nachschauen, ob unser 5er noch hinter dem Tresen hängt.

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Den Abend lassen wir am großen Lagerfeuer ausklingen.
Morgens erwachen wir mit Vogelgezwitscher und ich beobachte im Morgengrauen mehrere Mokoros besetzt mit Fischern, die sich am Ufer entlang, Flussaufwärts bewegen. Sie scheinen vom Fischen zurück zu kehren und sind offensichtlich sehr vorsichtig wegen der Hippos. Eins dieser Einbaum Boote ist mit einem Fischer besetzt und ich beobachte Ihn mit meinem Fernglas, als plötzlich ein Hippo ca. 10m vor Ihm aus dem Wasser schießt und auf Ihn zurast. Er ist sofort aus seinem Boot gesprungen und schnell an das Ufer gerannt. Er hatte riesen Glück, dass dies an dieser Stelle möglich war. Wäre die Attacke 20m später passiert, hätte er am Steilufer sicher nicht so schnell aus dem Wasser fliehen können.
Nach dem sich das Hippo beruhigt hat, wird er von einem anderen Fischer aufgenommen und sie kreuzen den Fluss auf unsere Seite und schleichen sich am Ufer entlang, um das abgetriebene Mokoro einzusammeln und das wütende Hippo zu umgehen. Die ganze Sache geschah an der Stelle, an der ich die Touristengruppe bei Ihrem Bootsausflug beobachtet habe. Keine Ahnung wie der Flusspferdangriff, bei solch einer Gruppe, ausgegangen wäre.
Später erfahre ich, dass die Fischer illegal unterwegs sind und aus dem benachbarten Mahango Park kommen, in dem Sie unerlaubter Weise fischen und dabei hohe Risiken in kauf nehmen.
Nach einem ansonsten wunderbaren Morgen auf unserer Terrasse, packen wir unser Auto, gehen noch Frühstücken und brechen zu unserer abenteuerlichsten Unternehmung auf.

Kurze Bewertung:
Ngepi gefällt uns gut, es ist sicher nicht das sauberste und ordentlichste Camp, aber die etwas laxe Stimmung und Führung der Anlage, macht gerade den Reiz dieses Ortes aus. Die Lage ist klasse, man kann von hier zwei tolle Parks in kürzester Zeit erreichen und auch das Camp selbst liegt wunderbar im Grünen und am Flussufer. Die Buffalo Core Area ist teilweise etwas verbuscht, der hintere Bereich liegt jedoch wunderbar am Panhandle des dort beginnenden Okavango Deltas. Er hat uns sehr gut gefallen. Den Mahango werden wir später noch besuchen.
Teil 1815. Dez. 2022
03. bis 05.08. Mavunje Camping oder die Frage, warum tust du mir sowas an?

Ehe ich mit dem Bericht über diese Super-Etappe beginne, möchte ich kurz etwas zur Überschrift sagen. Silke ist taff und mutig und macht ohne zu murren jegliche Abenteuer mit und hat Ihren Spaß daran. Wir haben ja bereits einige Abenteuer in Namibia und Botswana erlebt und so schnell kann Sie nichts mehr abschrecken. Nach dem ich die diesjährige Reise geplant hatte, zeigte ich Ihr vorsichtig einige Berichte und tolle Bilder von einer Tour ins Delta mit einer Übernachtung auf einer kleinen Insel, ohne jegliche Infrastruktur. Ich dachte, Sie nickt es ab und denkt nicht weiter darüber nach. Da habe ich falsch gedacht. Sie wollte absolut nicht auf einer Insel im Zelt übernachten und dabei von Elefanten, Krokodilen und Flusspferden umgeben sein.
Naja, gemeiner Weise habe ich es dennoch so gebucht. Sie war darüber, bis ca. 2 Stunde nach Bootsabfahrt und einigen Gin Tonics, nicht sehr glücklich und sagte immer wieder: „Warum tust du mir so etwas an?“ Mehr dazu gibt es später.

Am Morgen starten wir in Richtung Kongola und unser Ziel ist das Mavunje Camp. Erneut geht es über die Brücke nach Osten und wir durchfahren, die bereits bekannte, Polizeikontrolle. Einer der Wachleute, ein hünenhafter Kerl mit Uniform, Schirmmütze und goldener Fliegerbrille, winkt uns lässig durch. Er hätte in jedem James Bond Film den Fiesling spielen können.
Einige Kilometer nach Divundu entdecken wir etwas großes Graues im Busch am Straßenrand. Wir halten an und sehen viele Elefanten die den Plan haben die Straße zu überqueren. Wir befinden uns hier ja auch im großen Bwata National Park und man sollte hier immer mit solchen Begegnungen rechnen.

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Der Leitbulle begibt sich zögernd auf die Straße und alle anderen Elefanten warten geduldig im Wald und am Fahrbahnrand. Nachdem das große Leittier die Verkehrssituation gecheckt hat und wir ein wenig zurückgesetzt haben, scheint er ein unsichtbares Zeichen zu geben und alle setzen sich in Bewegung. Nun staunen wir nicht schlecht, da die Elefantenkolonne kein Ende zu nehmen scheint. Sicher über 100 dieser beeindruckenden Tiere kreuzen vor uns die B8. Wir filmen und fotografieren dieses Schauspiel und sind begeistert. Als die letzten Elefanten auftauchen kehrt ein altes Tier zurück, rüsselt (so nenne ich das Rüssel umschlingen und abtasten) die letzten 3 oder 4 Elefanten ab und scheint diese zu fragen, ob Sie wirklich die Letzten der Truppe sind. Danach läuft er noch einmal am Waldrand hin und her und überprüft ob wirklich alle die Straße überquert haben und keiner im Wald vergessen wurde. Erst nach dieser gründlichen Überprüfung eilt er der Herde nach. Dieses Verhalten beindruckt mich immer wieder aufs Neue und daher sind Elefanten für mich die beeindruckendsten Tiere die ich kenne. Ich bin fasziniert von Ihnen.

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Die restlichen 200 Kilometer bis Kongola sind langweilig und ereignislos. Hier gibt es wegen des Nationalparks keine Bewohner, oder nur sehr wenige und daher auch nichts zu sehen. Auch die Landschaft ist unspektakulär und man fährt durch endlose Wälder. Ab und an brennt es entlang der Strecke, auch größere Flächen sind verbrannt, doch dies scheint keinen zu stören und hier normal zu sein.
Gegen Mittag erreichen wir Kongola und entschließen uns die Kwando Core Area mit dem berühmten Horseshoe zu besuchen. Am Eingang entrichten wir den Eintritt und erhalten eine kleine Karte mit den möglichen Wegen. Zuerst geht es recht unspektakulär durch dichten Wald und die Strecke wird immer tiefsandiger.

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Einige Passagen sind recht knifflig und ich überlege den Reifendruck abzusenken. Der Wald wird nun lichter und man hat immer häufiger einen wunderbaren Blick auf die tieferliegenden Sumpf- und Wasserflächen des Kwando. Der Weg schlängelt sich bald am Wasser entlang und wir erreichen den ein oder anderen Pausen bzw. Aussichtspunkt. So vergeht die Zeit und wir finden diesen Park landschaftlich wunderbar und auch Tiersichtungen sind keine Mangelware.

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Zebras, Giraffen, Elefanten und etliche Antilopen zeigen sich uns und wir können uns kaum satt sehen.

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Kurz nach dem, heute jedoch recht unspektakulärem, Horseshoe müssen wir drehen und uns Richtung Ausgang bewegen. Heute hätten wir hier noch Stunden umherfahren können, so gut hat es uns gefallen. An einer üblen Tiefsandstelle blockieren uns zwei festgefahrene Defender, mit einer größeren Touristengruppe den Weg. Der erste Wagen steckt übel fest, erst auf mein Zuraten wird der Reifendruck abgesenkt und ich staune, mit welch abgefahrenem Profil, sich manche in solch tiefen Sand trauen.
Auch wir senken nun unseren Reifendruck und hängen an ein Bergeseil den festgefahrenen Defender an. Locker zieht unser Bolide im Rückwärtsgang die andere Karre aus dem Sand. Nachdem wir nun den Weg freigeräumt haben, wünschen wir der Gruppe noch eine gute Weiterfahrt und begeben uns Richtung Ausgang. Kurz vor diesem werden wir erneut gestoppt, ein entgegen kommendes Fahrzeug bittet uns anzuhalten und wir werden gefragt, ob wir ein ipad auf der Piste gesehen hätten. Er hat es wohl bei einem Foto stopp auf dem Dach liegen gelassen und es irgendwo im Park verloren. Wir können Ihm leider nicht helfen, hoffen jedoch es nicht im Sand plattgefahren zu haben und setzten unsere Reise nach Mavunje fort.
Das Camp ist schnell gefunden und wir werden von einer netten Dame zu unserem Stellplatz gebracht. Wir bekommen Nr.3 und es gefällt uns hier auf Anhieb.

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Schnell sind die Zelte aufgeschlagen, das Feuer entfacht und mit dem Abendessen begonnen. Unter dem Dach des Toilettenhauses hängen zwei kleine Fledermäuse und beobachten jeden Toilettengänger skeptisch.

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Dan, der Campbetreiber, erzählt uns später, dass es sich um eine sehr seltene Art handeln soll, wegen der bereits Wissenschaftler sein Camp besucht hätten. Es wird dunkel und wir sitzen noch am Lagerfeuer als Dan aus der Dunkelheit auftaucht und sich vorstellt. Er ist ein sehr sympathischer Kerl und er leistet uns bei einem Bier noch länger Gesellschaft. Zum Abschied verabreden wir uns für den morgigen Bootstripp und legen uns müde schlafen.
Nach einer erholsamen Nacht, einige Hippos haben uns in den Schlaf gegrunzt, macht uns Moritz Rührei und wir lassen uns ein leckeres Frühstück schmecken. Etwas später werden wir von Dan abgeholt. Wir schnappen unsere Schlafsäcke und besteigen mit Ihm und seinem Freund und Helfer Clemens, das Boot und starten in unser Abenteuer auf dem Kwando.

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Es geht durch herrliche Papyrus- und Schilfwälder, über fast zugewachsene Flussarme und kleine Seen, immer weiter und tiefer in die Natur.

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Es ist ein Traum und wir sehen unfassbar viele Tiere.

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Dieser Ausflug gestaltet sich locker und entspannt und man kann sich völlig der Natur hingeben. Spannung kommt immer nur dann auf, wenn Hippoverbände den Weg blockieren oder unverhofft vor dem Boot auftauchen. Clemens hat hier einen sehr geschulten Blick und zeigt Dan des Öfteren den richtigen Weg, um diese Kolosse sicher zu umfahren.

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Manchmal macht der Wasserstand es notwendig, dass wir mithelfen, mit langen Stangen, anstelle des Motors, durch flache Passagen zu kommen.

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Gegen Mittag richten die beiden uns einen Salat mit einigen Zutaten her und wir lassen es uns auf dem Bötchen schmecken.

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Kurz danach startet auch die gemeinsame Aktion von Dan und mir, Silke mit einigen Gin Tonics auf die kommende Nacht einzustimmen.
Moritz bekommt eine Angel in die Hand gedrückt und versucht erfolgreich einige Tigerfische zu fangen. Auch ich versuch mein Glück und erwische einen Kleinen.

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Die Beißerchen dieser Fische sind beeindruckend. Dan sagt, sie würden nicht gut schmecken und so dürfen die hübschen Kerle zurück in Ihr Wasser.

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Am späten Nachmittag finden wir eine große Gruppe Elefanten, die es sich im flachen Wasser gut gehen lassen. Wir legen an einer steilen Böschung an und gehen einige Meter am Ufer entlang um die Elefanten besser beobachten zu können. So setzten wir uns ans Ufer und genießen den Anblick. Plötzlich taucht ein Elefant kurz vor uns aus den Büschen auf und wir sind genauso erschrocken wie er. Die Situation ist nicht ganz ungefährlich und wir gehen langsam Rückwärts um etwas Distanz zwischen Ihn und uns zu bekommen. Jetzt wird es noch lustiger, da unverhofft noch mehr Elefanten oberhalb der kleinen Böschung auftauchen und zum Wasser wollen. Blöd nur, dass wir dazwischenstehen. Der Herzschlag von uns allen beschleunigt sich enorm und Dan und ich gehen auf einen nahen Elefanten zu um Ihn von uns wegzudrängen. Dies funktioniert auch und der Rückweg zu unserem Boot ist frei. Auf dem Boot fühlen wir uns wieder sicher und ich benötige schnell ein kaltes Bier.

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Lange beobachten wir noch die Elefantentruppe und cruisen langsam in Richtung Sonnenuntergang.

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Im letzten Licht erreichen wir eine sandige Insel und laden gemeinsam das Boot aus. Wir sammeln Feuerholz, treten vorher immer dagegen, um nicht von einem Skorpion oder Schlange überrascht zu werden und schichten es zum Lagerfeuer auf.

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Dan und Clemens bauen zwei Zelte auf und beginnen mit dem kochen des Abendessens. Wir legen unsere Schlafsäcke in unser Zelt und setzten uns mit einem Bier und einem Gin Tonic, Silke trinkt den mittlerweile aus einem Kaffeebecher, an das bereits prasselnde Lagerfeuer. Moritz versucht noch einen Tigerfisch am Ufer zu fangen und kommt kurze Zeit später zu uns ans Feuer.

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Wir sind alle gut gelaunt und es gefällt uns hier sehr gut. Meine Familie ist wirklich mutig, hier zu übernachten. Der gesamte Sand der Insel ist mit Elefantenspuren, Hippoabdrücken und den Schleifspuren großer Krokodil-Schwänze übersäht. Hier gibt es keinen Quadratmeter ohne Spuren. Das einsetzende Konzert der Klingelfrösche ist einzigartig und wird nur durch gelegentliches Elefantentröten und Hippo gegrunze unterbrochen. Immer wieder hört man auch das sehr nahe platschen von ins Wasser rennenden Flusspferden.
Clemens bereitet uns ein leckeres Hähnchen mit allerlei Zutaten im Potje zu.

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Wir lassen es uns schmecken und haben mit Dan und Clemens noch einen langen und unterhaltsamen Abend am Feuer. Später verkriecht sich Clemens in das eine Bodenzelt und wir uns in das Zweite. Dan legt sich in den Sand am Feuer und übernachtet im Freien. Wir haben eine unerwartet ruhige Nacht und nur Silke wird von dem Schnarchen, der Sie umgebenden Männer, kurz geweckt. Morgens, noch vor Sonnenaufgang bricht ein wenig Hektik aus. Wir können Löwengebrüll hören und wollen uns beeilen die Verursacher mit dem Boot zu suchen. Wir schnappen uns schnell einen heißen Kaffee und packen alles auf das Boot. Hier wird die Landschaft so verlassen, wie wir sie vorgefunden haben. Selbst die verkohlten Holzstücke werden beseitigt. Später als wir nochmals an Land gehen, werden sogar die Fußabdrücke verwischt, um nicht von den Wildhütern, als von Wilderen hinterlassen, gedeutet zu werden. Dan steht mit Ihnen in Kontakt und tauscht Sichtungen und Informationen mit Ihnen aus.
So brechen wir im Morgengrauen auf und begeben uns auf die Suche nach den Löwen. Leider können wir Sie nur noch einige Male hören, im sehr hohen Gras und dem an dieser Stelle unübersichtlichen Gelände, jedoch nicht finden. Auf unserem Rückweg in Dans Camp legen wir nochmal an einer hübschen Stelle an und lassen uns ein Frühstück, an diesem traumhaften Ort, schmecken.

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Danach geht es langsam zurück und wir sind uns einig, dass dies einer der besten Ausflüge war. Auch Silke ist restlos begeistert und würde so Etwas jeder Zeit erneut machen.

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Zurück im Camp spazieren wir noch ein wenig herum, ich erstehe von Clemens noch einen speziellen Kochlöffel und ansonsten chillen wir den Rest vom Tag.

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Nach einer ruhigen Nacht, geht es für uns zurück nach Divundu.

Kurze Bewertung:
Die Kwando Core Area ist landschaftlich und vom Tierreichtum ein Traum. Die Wege sind jedoch teilweise sehr tiefsandig und sicher an manchen Stellen nicht einfach zu fahren.
Mavunje und die Inselübernachtung mit Dan und Clemens haben uns begeistert. Einfach einmalig.
Teil 1916. Dez. 2022
06. und 07.08. Ndhovu, zurück an den Cubango

Unspektakulär und ein wenig traurig, geht es die 200km zurück nach Divundu. Traurig daher, da sich die langweilige Fahrt über die B8 bereits wie eine Heimfahrt anfühlt und somit langsam aber sicher das Ende unserer Reise bedeutet.
Leider können wir entlang der B8 diesmal keine Elefanten sehen und stoppen in Divundu erst einmal an unserer Tankstelle und stillen den Durst unseres Dicken. Diesmal geht es vorbei am hübschen Ngepi Camp und wir fahren zur benachbarten Ndhovu Lodge. Vorbei an einigen Straßenständen geht es über eine kurze sandige Zufahrt.

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Hier werden wir sehr freundlich vom Betreiber Ralf und seinen Hunden begrüßt. Die Lodge hat ein hübsches Hauptgebäude mit einer fantastischen Terrasse über dem Fluss. Wir bekommen zwei Zelte ganz am nördlichen Rand der Anlage und sind von der Ausstattung begeistert. Besonders schön sind die wohl noch sehr neuen Badanbauten die extrem sauber und geschmackvoll gestaltet sind.

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Wir besichtigen die Anlage und gönnen uns einen kleinen Snack auf der Terrasse.

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Von hier hat man einen guten Blick auf das gegenüberliegende Ufer, an dem man etliche Tiere beobachten kann. Diese bekommen dort größere Mengen an Lecksalz und finden sich daher, gegenüber der Terrasse, für uns Touristen gut sichtbar ein.

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Gegen Abend gibt es ein gemeinsames, sehr gut schmeckendes Essen. Es wird von dem jungen Koch Abisai mit seinem Team zubereitet und er zeigt bei der Bekanntgabe des Speiseplanes, wie stolz er darauf ist. Zurecht, denn es ist wirklich gut.

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Eigentlich sind gemeinsame Essensveranstaltungen nicht so unser Ding, heute ist es jedoch angenehm, haben wir doch nette Tischnachbarn, mit denen sich gute Gespräche entwickeln.
Auf der Terrasse wird nach dem Essen ein Lagerfeuer entfacht und man kann hier den Abend mit einem netten Plausch ausklingen lassen.

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Zurück in unseren Zelten hören wir noch lange die Flusspferde und haben eine geruhsame Nacht.
Das Frühstück wird ebenfalls im Haupthaus serviert, wir schnappen uns das Geschirr und setzen uns in die Sonne auf die Terrasse. Hier lässt es sich prima Frühstücken.

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Ich bin kein so großer Freund von geführten Bootsfahrten, mit voll besetzten Booten. Ich habe diese Veranstaltungen bereits von Ngepi beobachten können und dachte noch, gut dass ich da nicht mitfahre. So kurz nach unserer Fahrt mit Dan, kann ich es mir noch weniger vorstellen. Auch hier liegen große Boote mit etlichen Stuhlreihen vor Anker und wir werden gefragt, ob wir zum Sundowner mitfahren möchten. Wir lehnen ab und brechen erstmal Richtung Mahango auf. Bis zum Parkeingang sind es nur einige Minuten Fahrzeit.

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Hier zahlen wir den Eintritt und Moritz übernimmt das Steuer. Er fährt uns wunderbar durch den Park und ich kann mich voll der schönen Landschaft und dem Artenreichtum widmen.

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Hier waren wir bereits vor 4 Jahren, mir kommt der Park jedoch völlig neu vor. Wir fahren wunderbar am Fluss entlang und können unzählige Tiere auf den weiten Flächen der Flussauen beobachten.
Als Highlight unserer Fahrt, kreuzen auf sehr nahe Distanz, eine große Herde Büffel unseren Weg und wir können sie lange beobachten.

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Nach dieser schönen Rundfahrt durch den Mahango, erstehen wir noch ein geschnitztes Mokoro am Straßenrand als Andenken an diesen tollen Urlaub.
Zurück auf Ndhovu lasse ich mich überreden und wir nehmen doch an der Sundowner Bootsfahrt teil. Jetzt muss ich darüber lächeln, aber es kam wie es kommenden musste. Das Boot ist mit einer größeren Familie und Ihrem extrem übergewichtigen Guide und uns voll besetzt. Unser Bootsführer ist ein schmaler und sehr zurückhaltender Kerl und wir schippern los. Die Großfamilie spricht untereinander eine für mich nicht erkennbare Sprache und mit Ihrem Guide englisch. Kurz gesagt, ihr Benehmen ist unmöglich und ich stehe kurze vor einem Sprung das mit Hippos und Krokodilen verseuchte Wasser oder muss alternativ den Guide erschlagen. Stühle werden gerückt, es wird sich extrem laut unterhalten und gelacht, jede Bemerkung unseres Bootsführers wird vom Guide minutenlang ausgeschmückt und ergänzt, als gegen Ende auch noch künstliche Furzgeräusche der Kinder, zu Lachkrämpfen bei den Eltern führen, ist der Höhepunkt dieses Sundowner Cruises erreicht. Ich muss mir noch ein Bier nehmen und Silke versuchte mich zu beruhigen. Wenigstens entschuldigte sich der Vater beim Aussteigen für Ihren Lärm. Vom Lodgebetreiber Ralf gefragt, ob es uns, nach anfänglicher Ablehnung der Sundowner fahrt, doch gefallen habe, platzt mir ein wenig der Kragen und er bekommt meinen angestauten Frust zu spüren. Schnell beruhige ich mich, denn er kann ja nichts für das Verhalten der anderen Idioten.

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Nach einem erneut sehr guten Abendessen gehen wir etwas früher schlafen, da wir am kommenden Tag eine lange Fahrt vor uns haben.
Gut ausgeschlafen packen wir unsere Sachen, gehen Frühstücken und erstehen im Shop einige hübsche von Hand bemalte Eierbecher. Wir bezahlen unsere Rechnung, bedanken uns bei Ralf für den schönen Aufenthalt und starten über die B8 in Richtung Rundu.

Kurze Bewertung:
Von den drei Parks die wir im Caprivi besucht haben, war der Mahango der mit den meisten Mitbesuchern und kommt einem ein wenig wie ein Zoo vor. Landschaftlich jedoch schön und wir haben viele Tiere gesehen.
Die Ndhovu Lodge ist schön, die Zeltunterkünfte sind super, sehr gut sehen auch die beiden Hausboote aus, von denen eins ganz neu gebaut wurde. Dieses ist sehr exklusiv über einen eigenen Steg zu erreichen und liegt mitten in einem Hippopol.

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Der Service und das Essen war bestens. Über den Sundowner Cruise schreib ich nichts mehr.
Teil 2019. Dez. 2022
08.08. Frans Indongo Lodge, langweilige 660 Kilometer

Heute haben wir einen langweiligen Fahrtag vor uns. Über Rundu, Grootfontein und Otavi geht es bis kurz vor Otjiwarongo zur Frans Indongo Lodge. In Grootfontein müssen wir mal wieder den Durst unseres Dicken stillen und so halten wir an der Total Tankstelle, am Ortseingang. Während wir unseren Tank füllen, beobachte ich einen Wandersmann mit Rucksack und Wasserflaschen. Die Tankstellenmädels machen mit Ihm Selfies und behandeln Ihn wie einen Popstar. Ich gehe zu Ihm und frage was er so macht. Er durchquert Namibia, oder war es das südliche Afrika? Ich kann es nicht mehr sagen, er war jedoch lange unterwegs und verteilt Flyer die zum Unterstützen bzw. Mitwandern einladen. Heute geht es für Ihn weiter Richtung Rundu. Ich staune nicht schlecht, ist es doch unsere soeben gefahrene Etappe, über die schnurgerade verlaufende B8, über 260 Kilometer durch sehr dünn besiedeltes Gebiet, ohne Städte oder Dörfer, nur Farmland, sonst ist da nichts. Er wird mehrere Tage dafür benötigen und ich zolle Ihm meinen Respekt und wünsche Ihm, dass er dort gesund ankommt. Ein Lustiger Kautz der wohl die Einsamkeit sehr liebt.
Kurz vor Otjiwarongo biegen wir von der B1 ab, überqueren die Bahnstrecke und fahren die letzten Kilometer zur Lodge über eine Gravel Road. Hinter dem Bahndamm stoppe ich den Wagen für eine Pipipause und wir erleben eine kleine Überraschung. Silke spring plötzlich schreien zurück in den Wagen und ich frage noch was los ist, da werde auch ich bereits durch das offene Fenster von Hummeln oder Bienen oder was auch immer für Brummer attackiert. Eine sticht mich sofort in den Arm, ehe ich schnell diesen unglücklich gewählten Parkplatz verlasse.
Auf der hübschen Lodge angekommen werden wir sehr freundlich begrüßt und uns wird die Örtlichkeit gezeigt.

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Ich bin positiv überrascht, hatte ich mir warum auch immer, diese Unterkunft älter und abgenutzter vorgestellt. Wir bekommen zwei sehr hübsche und saubere Bungalows und entstauben uns ein wenig. Moritz und ich sind mutig und testen das eiskalte Wasser des kleinen Pools. Nach dem sehr beherzten, jedoch nur wenige Sekunden dauernden Bad, lassen wir uns kühle Drinks, in den letzten Sonnenstrahlen schmecken.

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Auf der tollen Terrasse mit Blick auf ein kleines beleuchtetes Wasserloch, schreibt Silke an unserem Tagebuch und wir beobachten diverse Tiere in der Umgebung. Hier ist ein buntes Sammelsurium an Gazellen zusammengestellt, die zum Teil in Namibia nicht ansässig sind.

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Hier wird es nach Sonnenuntergang recht frisch und so begeben wir uns zum Abendessen in das sehr schöne Hauptgebäude.

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Das Essen wird serviert und es schmeckt hervorragend und das Personal ist extrem freundlich. Leider befindet sich im nahegelegenem, künstlichen Bachlauf vor unserem Essplatz ein Frosch, der ein noch nie gehörtes Spektakel veranstaltet. Er macht einen solchen Lärm, dass eine Unterhaltung nur mit schreien möglich ist. Zwischenzeitlich frage ich um Erlaubnis, dem Kerl den Hals umzudrehen. Diese wird mir lachend erteilt und ich begebe mich umgehend auf die Jagd. Leider kann ich den Schreihals im dicht bewachsenen Bachbett nicht entdecken und so müssen wir uns den restlichen Abend, wie übrigens auch alle anderen Gäste, schreiend unterhalten. Mit einer Partie Schach am Kaminfeuer und Amarula, lassen wir den Tag ausklingen.

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Am Morgen frühstücken wir ohne Froschkonzert und erstehen an der Rezeption noch ein Mitbringsel. Hier gibt es handgemachte Kunst aus der Umgebung. Beim Bezahlen unserer Rechnung, lernen wir den deutschen Manager kennen und wir plaudern noch ein wenig. Wir haben es heute nicht mehr so weit und so können wir uns richtig Zeitlassen. Am späten Vormittag starten wir auf unsere letzte Etappe nach Windhoek.

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Kurze Bewertung:
Die Fahrt aus dem Caprivi bis Otjiwarongo ist extrem eintönig und ewig lang, muss aber sein. Frans Indongo Lodge hat uns positiv überrascht und ist ein wunderbarer Platz für einen Zwischenstopp.



09.08. Windhoek und die rekordverdächtige Autorückgabe

Auf dem Weg zurück nach Windhoek gehen wir noch zum Touristennepp und besuchen den Holzschnitzer Markt in Otjiwarongo. Zumindest hatten wir dies so vor. Wie auch bereits 2018 landen wir bei den Holzschnitzer Buden am Ortsanfang (von Norden kommend) und shoppen ein wenig. Hier sind die Preise recht hoch und man kann ordentlich handeln. Einige vermeintliche Schnäppchen werden wir später in Windhoek um einiges günstiger in einem Souvenirshop wiederfinden. Nachdem wir unsere Shoppingrunde beendet haben, meine ich mich zu erinnern, dass der „richtige“ Markt am Ortsausgang ist. Wir fahren los und stellen fest, dass wir wie auch damals an falscher Stelle einkaufen waren. Hier am Ortsausgang scheint der Markt größer und hier wird auch mit dem Holz gearbeitet. Zu einer weiteren Einkaufsrunde haben wir keine Lust und fahren so die verbleibenden 250 Kilometer bis nach Windhoek. Hier checken wir in dem uns bereits bekannten Pension Tamboti ein und ruhen uns ein wenig aus. Tamboti liegt zentral und man kann seinen Wagen im großzügigen Hof parken. Bei Wagenübernahme habe ich gefragt, ob wir unser Auto anstatt es heute abzugeben, auch bis zum kommenden Morgen behalten könnten. Nach Kontrolle der nachfolgenden Vermietung wurde mir dies vor vier Wochen zugestanden und ich freute mich, das Auto heute nicht mehr abgeben zu müssen. Hatten wir ja auch unser Gepäck bei Bwana Tucke Tucke umgepackt und dort unsere Koffer zurückgelassen. Diese wollen wir morgen abholen und unser Gepäck dort für den Rückflug vorbereiten.
Nach unserer kurzen Ruhepause brechen wir zu Fuß auf, um ein wenig durch Windhoek zu bummeln. Vorher reservierte uns, unsere nette Gastgeberin, noch einen Tisch im Joes Bierhaus und einen Taxitransfer.
Am frühen Vormittag geht es zu Fuß in die Stadt. Ohne rechtes Ziel geht es durch einige Läden und Straßen mit kleinen Ständen.

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Plötzlich klingelt mein Handy und eine, doch etwas unfreundlich klingende Dame von Africa on Wheels, fragt mich, wann wir endlich unseren Wagen abgeben würden. Ich sage Ihr, dass die Rückgabe für morgen vereinbart ist und Sie antwortet mir, dass dies nicht stimmen würde und Sie den Wagen in einer halben Stunde aufgetankt benötigt. Nachdem ich Ihr erkläre, dass wir zu Fuß in der Stadt unterwegs sind, schickt Sie mir einen Fahrer und sagt, wir sollen uns beeilen, sie machen gleich Feierabend.
Etwas angefressen beenden wir somit unser Stadttour und werden von einem netten Fahrer eingesammelt. Zurück im Tamboti, laden wir unseren Wagen aus, Silke und Moritz bringen unser gesamtes Zeug ins Zimmer, es sollte ja eigentlich morgen bei Carsten in Ruhe in die Koffer gepackt werden und ich fahre zum Tanken und weiter zu Autovermietung.
Dort angekommen entschuldigt sich die Mitarbeiterin bei mir und sagt, Sie hätte den Abgabetermin nochmals geprüft und gesehen, dass wir den kommenden Vormittag vereinbart hätten. Naja, Fehler können passieren und nun ist der Wagen, nach 4.325 staubigen Kilometern, wieder zurück.

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Die Übergabe erfolgt ohne jegliche Prüfung und ich werde gefragt ob alles ok war. Die lose Batterie und die nicht mehr so gut funktionierenden Bremsen merke ich an und Sie gibt es umgehend an die Mechaniker weiter, da der Wagen für morgen bereits wieder auf Tour gehen muss.
Der nette Fahrer wartet bis alle Formalitäten erledigt sind und bringt mich zurück nach Tamboti. Hier vereinbaren wir den Flughafentransfer für morgen und er verabschiedet sich.
Meine Familie wartet bereits hungrig auf mich und wir müssen los zum Abendessen. Schnell gönne ich mir noch eine Dusche und wir besteigen das wartende Taxi. Ein lustiger Fahrer bringt uns zu Joes und legt sich im Wagen schlafen. Er will auf uns warten und wir sollen Ihn wecken, wenn wir zurückwollen. Auf der kurzen Autofahrt, lässt der HTHHP Windhoek nochmals im schönsten Abendrot erglühen.

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In Joes Bierhaus bekommen wir ein gewohnt gutes Abendessen und ich staune erneut über diese doch sehr skurrile Kneipe.
Gemeinsam stoßen wir mit einem Bier auf unsere abenteuerliche und auch sehr facettenreiche Reise an und freuen uns gemeinsam, dass wir so viel erlebt haben und einen unvergesslichen Urlaub zusammen verbracht haben. Ich frage Silke und Moritz, was Ihnen nicht gefallen hat, oder was man hätte anders planen sollen und bekomme nach kurzer Überlegung mitgeteilt, dass alles bestens war. Auch bei den gebuchten oder eingeplanten Unterkünften gab es nichts zu bemängeln. Und ich wurde für meine Organisation gelobt. Ein wenig stolz auf diese Aussagen gönne ich mir noch ein Bier und bin froh meine Familie gesund nach Windhoek zurück gebracht zu haben.

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Nach dem Essen werden wir zurück zu Tamboti gefahren und schlafen dort schnell und müde ein.

Kurze Bewertung:
Guesthouse Tamboti ist eine einfache Unterkunft in Windhoek. Die Eigentümerin ist sehr nett und hilfsbereit, das Frühstück ist klasse, die Zimmer und Betten sind sehr in die Jahre gekommen und benötigen eine Erneuerung.
Joes Bierhaus ist rummelig und abgefahren, uns schmeckt es dort und wir gehen gerne hin.
Die Autovermietung „Africa on Wheels“ ist gut und ich kann sie nur empfehlen. Unser Wagen war alt aber gut gepflegt und für unsere Reise optimal. Auch die Übergaben bzw. Rücknahme war absolut unkompliziert und bestens.
Bwana Tucke Tucke mit Carsten Möhle und seinen Mitarbeiter, vor allem Manuela, sind professionell und super. Man kann sich auf sie verlassen. Wir haben dort nicht umsonst bereits zum dritten Mal gebucht.


10.08. Abflug, eine Traumreise geht zu Ende

Da wir eine Abendflug für die Heimreise haben, können wir ausschlafen und in ruhe Frühstücken.

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Danach bereiten Silke und Moritz unsere Sachen vor und ich werde zu Bwana Tucke Tucke gefahren. Hier hole ich unsere Koffer, gebe Satellitentelefon und einen Spaten zurück und melde mich bei Carsten ab. Er möchte wissen wie alles gelaufen ist und wie zufrieden wir mit den gebuchten Unterkünften waren. Nach einer Unterhaltung mit Ihm werde ich zu Tamboti zurückgebracht und wir packen dort unsere Koffer für den Flug.

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Nachmittags kommt der Fahrer von „AoW“ und bringt uns zum Flughafen. Mit Ihm unterhalten wir uns über Elektroautos und das deutsche Straßennetz und ernten bei der Aussage, bei uns gibt es keine Schotterpisten, sondern nur asphaltierte Straßen, ungläubige Blicke. Auch als es um Strafen für zu schnelles Fahren oder Alkohol am Steuer geht, glaubt er mir nicht so recht und sagt, hier gehe es wesentlich entspannter zu.

Am Flughafen geben wir unser Gepäck ab und gönnen uns noch einen Snack in der kleinen Kneipe vor dem Eingang.

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Ich beneide einige Gäste die gerade ankommen und überlege was diese wohl in den kommenden Wochen erleben werden.
Später passieren wir die Sicherheitskontrolle und warten noch ewig in der Abflughalle. Auch bei uns wird hier ein versuch gestartet, erneut die Passagiere zu kontrollieren. Es endet aber in einem Chaos und wird mit dem Boarden beendet. Mit etwa einer Stunde Verspätung betreten wir das Rollfeld und können zum Flugzeug. Namibia verabschiedet uns ein letztes Mal mit einem feuerroten Nachthimmel und ich bekomme bei dem Anblick feuchte Augen.

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Der Rückflug gestaltet sich unspektakulär und wir erreich pünktlich Frankfurt. Hier warten bereits meine Mutter, unsere Hunde und vor allem Moritz Freundin auf uns. Vier Wochen waren lang, mir kam es wie eine vor.
Namibia wir kommen wieder.

Ich danke euch für das Lesen des Berichtes und hoffe er hat euch gefallen.

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