Automat für Botswana Tiefsand???

31 Antworten · 6'492 Aufrufe · gestartet 05. Juni 2022 von Sadie
Antworten
1'564 Beiträge · seit 200629. Feb. 2024 · #22
Moin,moin,
Ich werde in diesem Jahr das erste Mal mit einem Autom. Hi-Lux unterwges sein und noch bin ich nicht begeistert.
Ich bin seit Ende der 70 iger auf diversen extremen Reisen in der Sahara unterwegs gewesen und war froh kein
Automatik-Fahrzeug zu haben. Bei etlichen Situationen war es notwendig mit den Gängen und der Kupplung zu spielen,
also mit "Ruckeln" sich aus dem Sand zu befreien oder aus einem Dünenkessel rauszukommen. Sandbleche waren natürlich auch
im Einsatz.
Bei der Automatik ist das"Spielen" mit der Kupplung und den Gängen nicht möglich und man muss im Fall einer "Festfahre"
die Schaufel und Bleche (wenn vorhanden) benutzten.
Auf unserer letzten Reise war ein VW-Touareg Automatik (Allrad) dabei und hatte sich durch eine Unachtsamkeit im Sand festgefahren.
Mit einem Schaltgetriebe hätte man sich "rausruckeln" können, nun aber haben sich die Reifen beim Gasgeben immer tiefer
eingegraben. Wir mussten den Wagen mühsam ausgraben.
Also, sofern sich das Automatk-Fahrzeug nicht festfährt, ist alles wunderbar, ansonsten ist Arbeit angesagt.
Ich bin sehr gespannt!!!
Allen eine gute Fahrt!!!

Gruß Hermann
zuletzt bearbeitet 29. Feb. 2024
2'536 Beiträge · seit 200729. Feb. 2024 · #23
Hi,
also meiner Erfahrung nach fährst du dich mit einem Automat weniger oft fest. Und die Chance, dass du dir in den Dünen dann die Kupplung verbrennst, ist sehr hoch, wenn man den Autovermietern Glauben schenken mag.
Ich hatte heuer das erste Mal einen Schalter und werde beim nächsten Mal wieder auf einen Automat wechseln.
LG Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
197 Beiträge · seit 200729. Feb. 2024 · #24
Hallo Hermann,
wir hatten letztes Jahr auch einen Automatik Hilux. Läßt sich wirklich gut fahren, vor allem im Sand klar von Vorteil.
Der zieht sich gut durch den Sand und macht das von alleine mit der passenden Geschwindigkeit. Festfahren geht allerdings auch, hab ich geschafft. Allerdings lag es an mir, hab nicht genau gewußt, wie die Sperren einzuschalten sind bzw. funktioniert das bei meinem Schalter Hilux zuhause (ist auch noch nicht mit soviel Elektronik ausgestattet) anders, hätte vorher mal die Beschreibung lesen sollen. Man muss den Automatik-Hebel auf N stellen, dann gehen die Sperren rein. Ruckeln geht allerdings auch ein bißchen.

LG
Alex
1 x Kenia, 2 x Tansania, 2 x Südafrika, 5 x Botswana, 6 x Namibia
1'564 Beiträge · seit 200629. Feb. 2024 · #25
Im Endefekt kommt es ja in erster Linie auf den Fahrer an!!
Vielleicht ändere ich ja meine Meinung nach 40 Jahren??

Gruß Hermann
1'223 Beiträge · seit 201029. Feb. 2024 · #26
Hallo,
seid mir bitte nicht böse, aber die meisten Mitteleuropäer haben keine Ahnung vom Sandfahren.
Zuallererst kapieren sie nicht daß man nicht mit 2-3 bar Reifendruck in den Tiefsand fährt, sondern mit 0,8-1 bar. Eine Reifenpumpe und Druckmesser sind unabdingbares Equipment, weil man mit 1 Bar auch nicht in steiniges Gelände fährt.
Ja, ich bin auch faul und versuche es auch so durch zu kommen, höre aber sofort auf und blase die Reifen ab wenn es schwierig wird.
Der Reifendruck ist das Ausschlaggebende bei 90% aller Probleme im Tiefsand. Früher sind alle dort mit 2x4 gefahren!

Es gibt einfach nichts Besseres als einen Toyota mit Automatikgetriebe. Dieses Getriebe macht keine Schaltfehler wie nervöse Menschen die mit der Situation nicht umgehen können.
Zuallererst schaltet man runter wenn es kritisch wird. Mit der Automatik.
Und außerdem geben die meisten noch weiter Gas statt weniger und buddeln sich so lange fest bis das Auto aufliegt.
Und: wenn man in solche Gegenden fährt, dann kauft man sich im Baumarkt eine ordentliche Schaufel und nimmt sie mit, und läßt den Pfadfinderspaten beim Autovermieter zurück.
Wer sich richtig verhält, braucht auch keine Sandbleche.
Und, entgegen dem Irrglauben: Dicke fette Stollenreifen bringen im Sand keine Vorteile, höchstens im steinigen Gelände. Deren Anblick ist primär gut für die Eitelkeit der Autobesitzer. Auch dieser Irrglaube trägt bei daß Leute fest hängen.
Das mal in wenigen Worten. Nur mal zum Nachdenken. Einwände herzlich willkommen.
Gruß
Hajo
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
605 Beiträge · seit 201229. Feb. 2024 · #27
Hej,
wir sind mit dem Automaten durch die Namib (von der Kunene-Mündung quer durch bis Rooi-Drum) gefahren. Der Automat war das einzige von 15 Fahrzeugen, das zwar 2 x steckengeblieben ist, sich aber aus eigener Kraft befreien konnte. ALLE anderen Fahrzeuge brauchten externe Hilfe.
Für uns NUR noch Automat im südlichen Afrika.
Cheers, HeiVi
7'272 Beiträge · seit 200601. März 2024 · #28
Auf unseren Offroad Touren haben wir immer einen Mix aus Hilux Automatik und Landcruiser Manuell geschaltet dabei. Alle Fahrzeuge schlagen sich auf diesen Touren sehr gut. Ob jemand stecken bleibt hängt da weniger von den Fahrzeugen als von den Fahrern ab.

Anfangs machen wir immer ein Fahrtraining, bei dem versucht wird das Fahrzeug einzubuddeln und auch wieder zu befreien.

Bei YouTube ansehen ↗



Dank Difflock kommen die Fahrzeuge recht einfach aus dem Sand, wenn man mal weiss was man machen muss.

Herzliche Grüsse
Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
zuletzt bearbeitet 01. März 2024
1'564 Beiträge · seit 200601. März 2024 · #29
Also, wir sind uns also alle einig, dass es überwiegend auf den Fahrer ankommt!!

Gruß Hermann
Gast01. März 2024 · #30
Swakop52 schrieb:Zuallererst kapieren sie nicht daß man nicht mit 2-3 bar Reifendruck in den Tiefsand fährt, sondern mit 0,8-1 bar.
Viele Mietwagen (Hiluxe und anderes) haben heute nicht mehr wie früher 15 oder 16 Zoll Stahlfelgen mit 255/70 Reifen o.ä., sondern 17 oder teils 18 Zoll Alufelgen mit flacheren Reifenquerschnitten. Da würde ich mich nicht trauen, auf 0,8 bar zu gehen. So bei 1,2 bar ist dann bei mir Schluss. Wirklich nur zum Rausfahren nach dem Festfahren vielleicht ganz kurz auch mal 1,0. Eine repräsentative Statistik, wie oft man sich mit 0,8 bar bei heute gebräuchlichen Felgen und Reifen größere Probleme als einmal Festfahren einhandelt, habe ich aber nicht. Insofern ist das nur meine subjektive Einschätzung.

Grüße
zuletzt bearbeitet 01. März 2024
1'564 Beiträge · seit 200601. März 2024 · #31
Zu unseren Sahara-Zeiten hatten wir ja noch Schläuche in den u.a. Sprengringfelgen.
Es gab dann oft lange Weichsandpassagen die wir mit 0,7 -0,8 bar durchfuhren.
Nachteil war, dass der Schlauch sich dadurch oft verschoben hat, weil der Reifenmantel sich verdrehte.

Gruß Hermann
1'223 Beiträge · seit 201001. März 2024 · #32
mitglied19210 schrieb:
Swakop52 schrieb:Zuallererst kapieren sie nicht daß man nicht mit 2-3 bar Reifendruck in den Tiefsand fährt, sondern mit 0,8-1 bar.
Viele Mietwagen (Hiluxe und anderes) haben heute nicht mehr wie früher 15 oder 16 Zoll Stahlfelgen mit 255/70 Reifen o.ä., sondern 17 oder teils 18 Zoll Alufelgen mit flacheren Reifenquerschnitten. Da würde ich mich nicht trauen, auf 0,8 bar zu gehen. So bei 1,2 bar ist dann bei mir Schluss. Wirklich nur zum Rausfahren nach dem Festfahren vielleicht ganz kurz auch mal 1,0. Eine repräsentative Statistik, wie oft man sich mit 0,8 bar bei heute gebräuchlichen Felgen und Reifen größere Probleme als einmal Festfahren einhandelt, habe ich aber nicht. Insofern ist das nur meine subjektive Einschätzung.

Grüße
Du hast natürlich Recht, es hängt auch recht viel von der Ausstattung des jeweiligen Fahrzeuges ab.
Die genannten Alufelgen habe ich auch auf meinem Landcruiser Prado, aber da kann ich kompensieren mit Dauer-4x4, und brauche daher bei diesem Fahrzeug nur selten die Reifen abzublasen. Kritisch wird es im richtigen Muschelsand, wie der u.a. in Oranjemund vorkommt. Hier gilt die Regel, sofort aufzuhören, wenn die Räder anfangen zu buddeln. Abblasen, und vor und hinter den Rädern Sand wegschaufeln, untersetzt hin und her fahren daß der Untergrund stabiler wird, und dann im richtigen Moment Gas geben und raus. Aber nicht so, daß die Räder durchdrehen.
Dieses Fahrzeug fahre ich in Afrika seit 2004, und habe noch nie fest gesessen. Selbst nicht im Moremi in absoluter Trockenheit, wo die Pickups reihenweise fest stecken. Die umfährt man einfach. Die Automatik trägt dazu natürlich nicht unerheblich zu dem Komfort bei. Hat aber den Vorteil, daß ich noch nie im Sand festgehangen habe.
Fährst Du in den Modder wie z.B. in Moremi, Savuti oder North Luangwa, gelten da natürlich wieder andere Regeln. Aber auch da ist das Automatikgetriebe von riesigem Vorteil, weil Du mit dem Schalthebel wie mit einem Joystick zum Vorwärts- und Rückwärtsfahren "spielen" kannst ohne die typischen hektischen Schalt- und Gasfehler in einer kritischen Paniksituation.
Das wahre Problem beginnt immer, wenn das Fahrzeug sich so tief einbuddelt daß es mittig aufliegt. Wer Fahrzeuge aus dem Modder zieht, bekommt bei mittiger Auflage unwillkürlich den Eindruck, daß sich das Fahrzeug am Boden "festsaugt". Daher immer darauf achten, daß es nicht so weit kommt. Lieber auch mal wenden und eine Strecke nicht fahren wenn es kritisch wird.
Gruß
Hajo
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
zuletzt bearbeitet 01. März 2024