Dillinger796 Beiträge · seit 201505. Juni 2022 · #21
Hallo Dagmar,
ich freue mich sehr über deinen Bericht und verfolge Ihn mit großem Interesse. Wir wollen im Juli, für 4 Wochen, zur fast gleichen Tour aufbrechen. Wir starten ein wenig anders über den Erongo und Khowarib, danach sind wir auf euren Spuren. Später lassen wir jedoch die Etosha aus.
Dein Bericht steigert meine Vorfreude extrem. Danke.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201206. Juni 2022 · #23
Tag 5- 18.04.2022: Durch die Trockenflüsse
Hoada bei Sonnenaufgang.
Wir genießen noch etwas die Campsite.
Unter anderem haben wir die Hoada Campsite gewählt, um endlich mal über den Grootberg Pass zu fahren. Dies haben wir bis dato noch nie geschafft. Der Pass lag nie auf unserer Route. So fahren wir also über die C40 zum Grootberg Pass. An der Auffahrt zur Grootberg Lodge fragen wir, ob wir auch ohne Reservierung zur Lodge fahren dürften, einfach nur um die Aussicht zu genießen und etwas zu trinken. Natürlich ist das kein Problem. Es wird zuerst angerufen, um sicher zu gehen, dass uns kein Fahrzeug entgegenkommt. Und das ist auch gut! Für meine Verhältnisse geht es ganz schön steil bergauf. 🤩 Jürgen macht die Fahrt natürlich Spaß.
Der Blick von der Lodge ins Tal ist einfach grandios.
Wir trinken einen Rock Shandy und halten mehrere kleine Small Talks mit den Angestellten.
Kurz bevor wir aufbrechen wollen, kommt eine Angestellte auf uns zu und fragt, ob wir ihr einen Gefallen tun könnten. In den Händen hält sie einen Brief bzw. ein gefaltetes Papier, welches sie zugetackert hat. Es fällt ihr nicht leicht, sie dreht den Brief in den Händen und schließlich fragt sie uns, ob wir diesen Brief mitnehmen könnten. Zuerst dachte ich, wir sollten ihn irgendwo in einen Briefkasten werfen. Aber nein – der Brief ist für ihren Bruder, der morgen wieder zur Schule geht. Es ist unschwer zu erkennen, dass der Inhalt des Briefes Geld ist. Wow - welches Vertrauen setzt sie in uns.
Es ist gleich die erste Farm links, es steht ein blaues Auto davor und ihr Bruder würde am Straßenrand stehen. Sein Name ist Ismael … ihr Name ist Thekla. Das sind die einzigen Informationen, die wir haben. Wir willigen ein.
Wir fahren die Abfahrt hinunter, biegen links ab und ich hoffe, dass wir die Farm finden. Ansonsten wären wir wieder zurückgefahren. Denn ein solches Vertrauen, möchten wir nicht missbrauchen.
Dann endlich … die erste Farm … blaues Auto steht davor … und wir werden schon erwartet. Ich frage nach dem Namen und von wem der Brief sein soll. Als die Angaben übereinstimmen übergebe ich den Brief. Und für alle, es stehen nämlich alle Geschwister an der Straße, gibt es noch eine Runde „Äpfel“.
Wir setzen unseren Weg Richtung Palmwag fort.
Nur langsam kommen wir voran, da das Landschaftsbild sagenhaft schön ist und wir immer wieder einen Fotostopp einlegen.
Herrlich, wie sich das Steppengras im Wind leicht wiegt.
Auch eine Gruppe Hartmann’s Bergzebras steht malerisch für uns bereit.
In Palmwag tanken wir voll, es ist die letzte sichere Gelegenheit für die nächste Woche.
In Seisfontein erkundigen wir uns nach der Befahrbarkeit der Trockenflüsse. Diese sind laut Auskunft des Tankwarts befahrbar. Sicherheitshalber tanken wir die verbrauchten ca 10 l nach. Kein gutes Geschäft für den Tankwart, aber ein sicheres Gefühl für uns.
Um in den Hoanib zu gelangen, wählen wir die Fahrt durch den Ganamub. Hier kommen wir an einem Friedhof vorbei, der uns noch nie aufgefallen ist.
Es sind 39°C und kein Wölkchen zeigt sich am Himmel.
Zu Beginn ist der Ganamub noch gut befahrbar, doch schon bald wird er sehr, sehr tiefsandig. Alles loser Schwemmsand. Den ursprünglichen Plan hier im Ganamub zu übernachten verwerfen wir. Momentan heißt die Devise: Nur nicht anhalten !! 😉
Wir fahren in den Hoanib. Beruhigend ist, dass bereits Spuren gefahren sind.
Anfangs ist auch dieser sehr tiefsandig, Richtung Amspoort wird es besser.
Allerdings zeigen nur sehr wenig Tiere.
Ein paar Giraffen im schönen Abendlicht,
Eine Gruppe Oryx Antilopen.
Und eine wunderschöne Landschaft.
Unser Weg führt uns Richtung Amspoort Viewpunkt und weiter Richtung Puros via Tsuxub. Hier finden wir auf einer kleinen Anhöhe den perfekten Übernachtungsplatz.
Wir genießen die Ruhe, die Einsamkeit und die Aussicht.
Abends gibt es dann Bratkartoffeln, Boerewurst und Gurkensalat.
MatzeHH441 Beiträge · seit 201407. Juni 2022 · #24
Der Friedhof ist uns im Februar auch aufgefallen. Schon erstaunlich in der Gegend solche aufwendigen und daher irre teuren Gräber zu finden.
Danke und Gruß
Matze
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201212. Juni 2022 · #25
@MatzeHH
Der Friedhof ist uns im Februar auch aufgefallen.
Die Gräber sind ja zum Teil von 2013 (Sterbe-Datum)! Es hat uns sehr gewundert, dass wir diese nicht schon voher gesehen hatten. Denn wir waren ja schon des Öfteren in dieser Gegend.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201212. Juni 2022 · #26
Tag 6 – 19.04.2022: Richtung Puros
In dieser himmlischen Einsamkeit haben wir wunderbar geschlafen. Gleich mit den ersten Sonnenstrahlen klettern wir aus dem Dachzelt.
Die Landschaft ist einfach unwahrscheinlich schön.
Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir weiter Richtung Puros.
Herrliche, einsame Landschaft mit viel NICHTS !!! Wir lieben das.
Das Landschaftsbild ändert sich ständig. Es fast ohne Vegetation, dann wird es „grüner“ mit vielen Büschen.
Der Hoarusib und der Puros-Canyon sind noch nicht befahrbar. Daher biegen wir auf die Parallel-Route Richtung Sawurogab ab.
Bereits gegen 13.00 Uhr erreichen wir Puros.
An der Manchester United Bar halten wir an und fragen nach Diesel. Zum Glück hatten wir in Palmwag und in Seisfontein vollgetankt - denn es gibt keinen Diesel. Colin, der „Dieselmann“ ist unterwegs, um neuen Diesel zu kaufen. Es kann noch 1-3 Tage dauern, bis er wieder zurück ist.
„Seid ihr knapp an Diesel?“ werden wir gefragt und „Wo habt ihr zum letzten Mal getankt?“ und „Wo wollt ihr hin?“ Wir erklären Ihnen unsere geplante Route und alle sind der Meinung, dass dies kein Problem ist. Dadurch bestärken sie uns in unserer Meinung und unserer Spritberechnung. Wir haben ja auch noch 20 l zusätzlich im Ersatzkanister dabei.
In Puros tanken wir immer gerne für alle Fälle noch 20 l nach.
Wir bedanken uns für die Auskunft und sorgen noch für etwas Umsatz. Wir haben ja nicht mehr weit und trinken ein kühles Savanna.
Bei der Wahl der Campsite, mittlerweile gibt es hier viele davon, entscheiden wir uns dieses Mal für die Community-Campsite Ngatutanga.
Es ist heiß, nahezu 40°C. Wir können die Campsite frei wählen und bleiben letztendlich auf Site Nr. 2. Zum Glück gibt es hier unter den Bäumen Schatten.
Immer wieder schön sind die Toilette und Dusche, welche sich in den Bäumen befinden.
Jürgen findet ein Plätzchen für seine Hängematte und auch ich mache es mir bequem. Denn jetzt ist erst mal Siesta angesagt.
Abends fahren wir dann zum Sundowner zur Jan Joubert Koppie.
Kurz bevor wir aufbrechen wollen, kommt eine Angestellte auf uns zu und fragt, ob wir ihr einen Gefallen tun könnten. In den Händen hält sie einen Brief bzw. ein gefaltetes Papier, welches sie zugetackert hat. Es fällt ihr nicht leicht, sie dreht den Brief in den Händen und schließlich fragt sie uns, ob wir diesen Brief mitnehmen könnten. Zuerst dachte ich, wir sollten ihn irgendwo in einen Briefkasten werfen. Aber nein – der Brief ist für ihren Bruder, der morgen wieder zur Schule geht. Es ist unschwer zu erkennen, dass der Inhalt des Briefes Geld ist. Wow - welches Vertrauen setzt sie in uns. Es ist gleich die erste Farm links, es steht ein blaues Auto davor und ihr Bruder würde am Straßenrand stehen. Sein Name ist Ismael … ihr Name ist Thekla. Das sind die einzigen Informationen, die wir haben. Wir willigen ein.
Wir fahren die Abfahrt hinunter, biegen links ab und ich hoffe, dass wir die Farm finden. Ansonsten wären wir wieder zurückgefahren. Denn ein solches Vertrauen, möchten wir nicht missbrauchen.
Dann endlich … die erste Farm … blaues Auto steht davor … und wir werden schon erwartet. Ich frage nach dem Namen und von wem der Brief sein soll. Als die Angaben übereinstimmen übergebe ich den Brief. Und für alle, es stehen nämlich alle Geschwister an der Straße, gibt es noch eine Runde „Äpfel“.
Ohne Worte .... 😘 🙂 😘
Dagmar, Du wärst mir um ein Haar durchgerutscht mit Deinem RB! Vielen Dank, dass Du uns wieder an Eueren Erlebnissen teilhaben lässt.
tiggi1'558 Beiträge · seit 201113. Juni 2022 · #28
Hallo Daggi, ich habe euren Start verpasst 😐 und bisher nur ein paar Fotos bei Facebook bestaunt. Ich bin wieder ganz begeistert von den tollen Farben in Namibia, tolle Bilder. Es ist so ein tolles Land! Ich freue mich schon auf die Weiterreise ....
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201214. Juni 2022 · #29
@ bayern schorsch es freut mich, dass ich dir nicht ganz durch die Lappen gegangen bin 😉 , und du meinen Reisebericht verfolgst. Ja ... das sind die kleinen Erlebnisse am Rande, die uns so gut gefallen.
@tiggi Liebe Biggi, schön, dass auch du dabei bist.
Es ist so ein tolles Land!
Genau auf den Punkt gebracht. Und deshalb fahren wir wieder und wieder und wieder dort hin. Auch wenn dies, bei unseren Bekannten auf Unverständnis stößt. Doch sie haben es noch nicht erlebt "unser Namibia" 😄 😄
@ all Herzlichen Dank an alle, die uns begleiten. Ich werde versuchen jetzt noch 1-2 Kapitel einzustellen, bevor mich ein "Kurzurlaub" von der Weiterführung trennt.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201214. Juni 2022 · #30
Bevor es weitergeht mit dem Reisebericht, vielleicht noch ein kleines Zwischenwort.
Das was uns an Namibia fasziniert, sind neben den spektakulären Landschaften und den Tiersichtungen, genau diese Erlebnisse am Rande der Reise. Es ist die Offenheit, die Natürlichkeit und das Vertrauen dem wir begegnen.
Auf all unseren Reisen haben wir noch nie wirklich etwas Schlimmes erlebt. Im Gegenteil, uns wurde immer geholfen, ohne zu fragen, wenn wir in einer schwierigen Situation waren.
Bei der Ankunft bei dem Autovermieter unseres Vertrauens, werden wir als Freunde empfangen. Wenn uns etwas kaputt geht, wofür wir verantwortlich sind, so sagen wir das. Genauso wie wir es auch von Anderen erwarten würden. Dies schafft auf Dauer ein Vertauensverhältnis.
Unverständnis habe ich für all die Verewigungen auf Bäumen, Felsen oder anderen Gegenständen. Es wird sich mir nie erschließen, warum Menschen dies tun.
So, das war ein kleines Zwischenwort. Musste einfach mal raus.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201214. Juni 2022 · #31
Tag 7 – 20.0422: Auf dem Weg nach Norden
Wieder Mal hat es uns in Puros sehr gut gefallen.
Gegen 10.00 Uhr verlassen wir die Campsite, verabschieden uns von dem jungen Caretaker und fahren Richtung ….
Nein … wer meinen Mann kennt ... ahnt es schon. Er gibt sich mit der Auskunft der jungen Männer in der Manchester United Bar nicht zufrieden. >>Vielleicht haben sie ja selbst nur noch wenig Diesel und wollen diesen verständlicher Weise nicht an uns verkaufen oder vielleicht ist Colin ja mittlerweile zurückgekehrt<<
Klar über Nacht.??!! 🤨
Da wir ja den Weg zum Haus des Dieselmannes kennen, lässt sich Jürgen also nicht davon abhalten, bei ihm vorbeizufahren.
Vor dem Haus sitzen 3 Frauen und sind freudig überrascht über die Abwechslung, die wir bieten.
Nein, Colin ist noch nicht zurück. Vielleicht heute oder morgen oder später wird er kommen. Er sei unterwegs, um neuen Diesel zu besorgen. 😉
Obwohl Schule ist, kommen immer mehr Kinder aus der nahegelegenen Schule angelaufen. Unser Apfel-Vorrat ist schon ganz schön geschrumpft und somit greifen wir, in unseren Augen einzig gerechten Methode. Wir halbieren die Äpfel, damit jedes Kind ½ Apfel bekommt.
Sie sitzen im Kreis um uns herum und beißen herzhaft in ihre Apfelhälften.
Dann werde ich noch in eine Hütte geführt, in der ein ca. 2-3 Monate altes Baby liegt. Die Frau erzählt mir, dass sie auf das Baby aufpasst, während seine Mutter in der Schule ist.
Das sind dann die Momente, in denen sich mein Herz etwas zusammenzieht. Schon wieder eine Kinderschwangerschaft. Es gibt eben nicht nur die schönen Seiten Namibias – diese gehören auch dazu. 🙁
Irgendwann reißen wir uns dann los, mit einem freundlichen Lachen und Winken werden wir verabschiedet und die Kinder laufen wieder Richtung Schule.
Unser heutiger 1. Streckenabschnitt ist der Skeleton View Punkt.
Und wieder sind wir überwältigt von der Schönheit dieser Landschaft und der Einsamkeit. Immer wieder halten wir an, laufen ein paar Schritte und nehmen alles tief in uns auf. Was für Glück wir doch haben, dies alles erleben zu dürfen.
Apropos Einsamkeit … da fahren wir gefühlt bis zum Ende der Welt … und als wir den Anstieg zum Viewpunkt hoch fahren wollen, kommen uns 2 Lodge Fahrzeuge entgegen. Man ist wirklich nirgendswo mehr ganz alleine. 🤪
Doch an dem Viewpunkt sind wir ganz alleine. Einfach nur fantastisch. Die Aussicht ist unbeschreiblich schön.
Nach einer Weile reißen wir los und fahren ein kleines Stück durch den Khumib. Hier begrüßen uns Springböcke und Oryx-Antilopen.
Den Khumib verlassen wir jedoch schon wieder recht schnell, da unser nächstes Ziel der Grizzly Felsen ist.
Dort machen wir eine kleine Picknick Pause.
Unseren heutigen Übernachtungsplatz finden wir gegen 16.00 Uhr in der Nähe des Overhang Cliff Picnic Spots.
Was für ein herrliches Fleckchen Erde.
Nachdem wir unsere Feuerstelle vorbereitet haben und Jürgen das Feuer entzündet, beginne ich mit damit mal wieder einen Brotteig vorzubereiten.
Zum Abendessen gibt es heute Bratkartoffeln mit Salat aus Lauch, unserem letzten Apfel und Eiern.
Danach kommt das Brot auf die Glut.
Bis zur Dunkelheit sitzen wir hier draußen und genießen die Ruhe und Einsamkeit, während der „Indianer“ alles im Blick hat und auf uns aufpasst.
Ach ja, und da wären ja auch noch die „Lone men“. Aber das ist eine eigene Geschichte, damit nicht jeder gleich weiß, wo sie zu finden sind. Denn das Entdecken macht viel Spaß.
Superfanti807 Beiträge · seit 201714. Juni 2022 · #32
Hallo Dagmar
Tolle Fotos von der unendlichen Weite... Auch ein super Idee mit dem Äpfel verteilen.Diese werde ich mir merken . Trotz vieler Einzelübernachtungen wirkt eure Reise sehr entspannt. Fand es auch gut, dass du auf die negativen Seiten wie die Kinderschwangerschaft hinweist. Aber trotz allem Unglück können /dürfen die Mütter noch in die Schule. Das ist sicher nicht überall auf der Welt so. .. Meine Freunde verstehen die Art des Reisens auch nicht. Aber es ist auch schwer, wenn man wenig aus Deutschland , Europa rauskommt. Ich hätte mir das vorher auch nicht so vorstellen können. Man muss den Zauber /Magie der Einsamkeit und der Tierwelt selbst erleben.
Ich freue mich weiterhin auf deinen Bericht und frage mich insgeheim ' wie unsere dritte Reise mit Epupa Falls und Caprivi abläuft. Viele Grüße Silke
Einfach eine traumhafte Gegend - und die Erinnerung an die Skeleton Coast und unsere Übernachtung beim Grizzlifelsen bleiben prägende Erlebnisse. Eure wunderschönen Bilder vertiefen diese Erinnerungen noch!
Gruss Regina
Reiseberichte:
2015 - von Kapstadt nach Windhoek durch den KTP
2017 - der Leopard kommt nur am Sonntag...
2019 - Namibia Nov.2019 - auf der Suche der Lone Men
2021 - vom Winde verweht - Skeleton Coast Campingtour
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201229. Juni 2022 · #34
Soderle, so langsam geht es nach meinem kurzen Zwischenurlaub hier wieder weiter.
@Superfanti
Trotz vieler Einzelübernachtungen wirkt eure Reise sehr entspannt.
In der Tat ist es für uns Entspannung durch diese einsame Gegend zu fahren. Und als Camper, wenn du eh alles zusammenpackst, ist es egal ob wir 1 oder 2 Nächte am gleichen Platz bleiben.
@Regsal
Einfach eine traumhafte Gegend
Jaaaa, doch das empfinden nur Menschen, die diese Einsamkeit lieben. Irgendwann steht auch noch die Skeleton Coast auf unserem Programm. Eure Bilder dazu hatten einen gewissen Sehnsuchtsfaktor. 😄
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201229. Juni 2022 · #35
Zwischenkapitel – Lone Men
Gefunden haben wir auf unserer diesjährigen Tour 5 dieser Figuren.
Meines Wissens ist der Künstler noch immer unbekannt und auch werden diese teilweise umgesetzt. An Plätzen, an den wir vor 3 Jahren noch einen Lone Men entdeckt hatten, war dieser dieses Jahr nicht mehr an seinem Platz.
Witzig finde ich auch die Plaketten mit Nummer und einem kleinen Spruch.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201230. Juni 2022 · #36
Tag 8 – 21.04.22: Marienflusstal
Als die Sonne über den Berg kommt ist es bereits 7.30 Uhr. Schnell stehen wir auf. Wir haben wieder wunderbar geschlafen in dieser Stille und Einsamkeit.
Schon bald durchströmt der Duft von gebackenen Eiern mit Speck die Luft. Wir frühstücken ausgiebig … mit dem Brot, welches wir gestern Abend in der letzten Glut gebacken haben und uns sehr gut gelungen ist.
Unser heutiges Ziel ist eine Campsite am Kunene. Geplant haben wir die Fahrt über die Bloudrom und Rooidrom Richtung Kunene.
Bis zur Bloudrom ist es landschaftlich wunderschön.
Hier die „8-spurige Autobahn“ Richtung Bloudrom.
Springböckchen begleiten uns auf dem Weg.
Bloudrom
Nicht mehr funktionsfähige Wasserpumpe.
Diese habe ich so fotografiert, dass man die vielen "Schmierereien" in Form von "Ich war da" nicht sieht. Es wird sich mir nie erschließen, warum manche Reisende sich überall verewigen müssen.
Zwischen der Bloudrom und der Rooidrom wird die Strecke etwas rauer, da wir nun quer zu den Berg-Ausläufern fahren. Bei genügend Bodenfreiheit des Fahrzeuges, ist es aber nicht schwierig zu fahren. Jedoch ist noch überall zu sehen, wie stark auch hier die Reviere gelaufen sind.
Rooidrom
Von hier fahren wir die östliche Route ins Marienflusstal Richtung Kunene.
Landschaftlich ein Traum.
Unser Ziel ist ursprünglich die Community Campsite Okarohombo. Irgendwie deuten wir die Schilder falsch, fahren vorbei an einer privaten Landebahn und kommen letztendlich bei der Okakirongo River Lodge an.
Na … wenn wir schon mal da sind … fragen wir natürlich, ob wir uns die Lodge auch einmal ansehen dürfen.
Wir dürfen.
Der Blick auf den Kunene ist zweifelsohne sehr schön.
Aber muss man dafür in dieser Gegend eine solche Lodge mit Pool und privater Flugbahn bauen? Für uns nicht ganz verständlich, doch gibt es auch Menschen die anders als wir reisen.
Trotzdem war es nett, dass wir uns hier frei bewegen konnten.
Wir fragen nochmals nach dem Weg zu der Community Campsite Okarohombo und finden diese nun auch. Wir sind auf dem Hinweg nur einmal „falsch“ 😕 abgebogen.
Die Campsite liegt nett am Kunene und hat schattenspende Bäume und Palmen.
Doch als wir uns unseren Stellplatz aussuchen wollen, versinkt unser Auto im tiefen, losen Sand. Wahrscheinlich die Auswirkungen der Überschwemmungen.
Nun heißt es erst einmal buddeln. 🤩 Und hier wieder ein Erlebnis am Rande: 8 Jungs im Alter von ca. 8 -10 Jahren schauen uns aus geringem Abstand zu. Zuvor haben wir sie gesehen, wie sie mit 1 Fahrrad den Berg herunterkamen. Einer auf dem Fahrrad und 7 sind hinterhergelaufen. Dabei haben alle gelacht und hatten viel Spaß. Nun schauen sie zu, wie wir uns zunächst vergeblich bemühen wieder aus dem Tiefsand zu kommen.
Nun stehen sie da, in einer Reihe aufgereiht und beobachten uns.
„Excuse me“ - Ja?
„Can we help you?“ - Oh, das ist nett von euch, aber ich glaube nicht.
„We could push the car“ - Danke , aber das ist zu schwer für euch.
„Yes, but we are many!“ Ich muss lachen. Sie sind wirklich zu nett und höflich.
Unbeirrt bleiben sie stehen und beobachten unser Tun.
Jürgen holt einen großen Palmwedel, um ihn quasi als „Sandblech“ unter einen Reifen zu legen. Sofort strömen sie aus und bringen uns einen 2. Palmwedel für das andere Rad.
Tatsächlich gelingt es uns, uns damit aus dem Tiefsand zu befreien.
„Will you stay here the night?“ - Ich glaube nicht, hier ist der Sand überall zu lose.
Etwas enttäuscht schauen sie uns an. Dann nimmt Jürgen einen Fußball aus unserem Auto, pumpt ihn mit dem Kompressor auf und gibt ihn den Jungs. Ich glaube, diese strahlenden Augen werde ich nicht mehr vergessen! Dann glückliches Kinderlachen und sofort stürmen sie los, um Fußball zu spielen …. drehen sich nochmals um … stahlen uns an … falten die Hände zu einem Danke … und laufen lachend davon. Für uns war dieses Lachen und diese Art des „Dankes“ sehr berührend.
Danach fahren wir die paar Kilometer zurück zum Camp Syncro. Dieses wir noch immer von Anna geleitet.
Das Camp ist sehr ordentlich und die Ablutions sind sehr sauber. Hier werden für 2 Nächte bleiben.
Wir sind bis jetzt die einzigen Gäste und stellen uns auf Platz 1.
Später kommt noch ein Auto mit 2 Personen. Sie stellten sich auf CS 4. Die beiden werden wir wieder treffen. Dazu später mehr.
Es ist herrlich hier. Nur das leise Rauschen des Kunene und das Zwitschern der Vögel ist zu hören.
Zum Essen gibt es heute Kudu-Spieße, Avocado Dip und Brot
Es wird sich mir nie erschließen, warum manche Reisende sich überall verewigen müssen.
….das geschieht zur Vertuschung der eigenen Bedeutungslosigkeit…. Trotz dieser „Begleiterscheinungen“ genieße ich Deine Schilderungen weiterhin und schwelge in Erinnerungen… Liebe Grüße Friederike
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201204. Juli 2022 · #39
Tag 9 – 22.04.2022: Immer noch Camp Syncro
Wen wir schon den weiten Ritt durch das Marienflusstal bis an den Kunene machen, dann wollen wir dies auch genießen. Natürlich ist für uns alleine schon die Fahrt durch diese sensationell schöne Landschaft purer Genuss. Was ich meine ist: Wir bleiben hier für 2 Nächte.
Nach den langen Tagen im Auto, wollen wir mal wieder zu Fuß unterwegs sein. Auf unserem „Plan“ für heute steht eine kleine Wanderung durch die Berge.
Und eigentlich wollten wir auch wegen der Hitze frühzeitig los. Doch daraus wird zunächst nichts.
4 junge Mädchen kommen schüchtern näher und breiten ihre „Verkaufsdecke“ vor uns auf. Natürlich gehen wir hin, es entwickelt sich ein schüchternes Gespräch mit den Mädchen und wir kaufen allen 4er jeweils etwas im gleichen Wert ab. Es ist uns wichtig, dass jede von ihnen etwas verkauft.
Danach frage ich noch nach einem Bild. Sie zoppeln noch gegenseitig an ihrer Kleidung, so wie das junge Mädchen eben tun, wenn ein Foto gemacht wird und schauen teils freudig strahlend, teils kokett und teils etwas unsicher zu mir rüber.
So nun ist aber Zeit endlich aufzubrechen.
Doch nun kommt der Sohn von Anna vorbei und fragt, ob wir Wäsche zu waschen hätten. Er würde sie uns heute Abend gegen 18.00 Uhr wieder bringen. So wirklich viel schmutzige Wäsche haben wir nicht, doch suche ich ein paar Teile zusammen, um sie ihm zu geben. Pro Stück nennt er einen Preis von 10 Nam$. Ich finde den Preis ok – wobei ich hier wirklich keine Ahnung habe, was sonst so dafür verlangt wird. Wir finden es einfach gut, wenn junge Menschen sich durch Arbeit und nicht durch Betteln ein Zubrot verdienen. Und so üppig sind die Möglichkeiten in dieser Gegend ja auch nicht.
Jetzt ist es schon gleich 9.30 Uhr und wir ziehen endlich los. Bepackt mit Rucksack mit Wasser und meiner Kamera ziehen wir los. Nur leider hatte ich ein „falsches Objektiv“ auf der Kamera. So kann ich leider keine Weitwinkel-Aufnahmen machen.
Blick vom ersten Anstieg auf Camp Syncro.
Es geht bergauf und wieder bergab. Nach jedem Hügel kommt ein nächster.
In der ferne sehen wir den Kunene. Dort wollen wir hin.
Ein verlassener Himba-Kral zeigt, dass auch die hier ansässigen Himba wissen wo es schön ist und vorallem wo Wasser in der Nähe ist.
Endlich haben wir den Kunene erreicht.
Wir setzen uns auf einen Absatz und genießen den Ausblick. Um uns herum schwirrt es nur so von Schmetterlingen. Diese sind auf diesem Suchbild vielleicht auch zu erkennen.
Tja und dann …. Müssen wir den ganzen Weg auch wieder zurück.
Zum Glück können wir, wenn wir oben auf dem Berg stehen das Camp erkennen und kennen somit die Richtung in die wir gehen müssen.
Und dann ist immer wieder noch ein Tal und noch ein Hügel.
Gegen 13.30 Uhr sind wir wieder zurück.
Im Camp ist reges Treiben. Die Männer und auch Jungs fangen mit einer einfachen Angelschnur Fische aus dem Kunene. Für die Frauen ist Waschtag an dem kleinen Strand.
Wir gehen zurück zu unserer Campsite und relaxen.
Pünktlich um 18.00 Uhr kommt auch unsere saubere Wäsche. Richtig schön ordentlich zusammengefaltet und tiefenrein.
Dann kommt noch Anna vorbei und fragt mich nach Schmerztabletten. Nachdem ich abgeklärt habe für welche Art von Schmerzen sie sein sollen und für wen, gebe ich ihr ein paar Paracetamol und erkläre ihr die Einnahme. Mit dem Begriff morgens 1, mittags 1 und abends 1 Tablette kann sie nicht wirklich viel anfangen. Doch zeigt sie mir, dass sie es verstanden hat, in dem sie mir den Sonnenstand zeigt. 1 bei Sonnenaufgang, 1 wenn die Sonne hoch im Zenit steht und 1 wenn die Sonne untergeht. 😄 Wunderbar, somit habe ich gelernt, wie man es verständlich erklären kann. 😎
Den Abend genießen wir mit einem Glas Rotwein. Für uns ist Camp Syncro noch immer eine Empfehlung.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201208. Juli 2022 · #40
Herzlichen Dank an die Leser und Danke Button-Drücker.
Gleich geht es weiter mit einer weiteren Episode aus dem Kaokoveld. Für all jene, die mit viel "Nichts" wenig anfangen können --- ihr müsst euch noch etwas gedulden bis wir dann in den grünen Teil Namibias vordringen.