Es ist wieder so weit. Wir sind befallen von einem Virus, welches wir seit nunmehr 10 Jahren in uns tragen. Während fast die gesamte Welt gegen das Corona-Virus kämpft geben wir uns unserem Virus gerne und bereitwillig hin.
Es heißt Virus africanus. Ist hochansteckend und es gibt kaum eine Aussicht auf Heilung. Und die meisten von euch kennen es und sind ebenfalls damit infiziert.
Und so geben wir uns auch dieses Jahr geschlagen und wollen die Qualen, die dieses Virus erzeugt nicht länger ertragen.
Die zeitweilige Heilung davon ist ganz einfach.
Flug buchen – Auto reservieren – Route planen.
Und schon hat die schöne Sehnsucht Platz, sich in meinem Kopf auszubreiten.
Erster Gedanke: Wo wollen wir überhaupt hin – tatsächlich haben wir fast alle Regionen bereist.
Zweiter Gedanke: Wow- es ist unsere 10. Reise ins südliche Afrika. Soll es nun eine Best-off-Tour werden?
Dritter Gedanke: Wo ist Best-off? Im Prinzip gefällt es uns überall in Nambia. Doch unsere absoluten Lieblingsgebiete sind die Trockenflüsse, das einsame abgelegene Kaokoveld mit Marienflusstal und der Caprivi.
Mit Reisezeit Mitte April bis Anfang Mai birgt dies natürlich einerseits einige Unbekannten (kommen wir überhaupt dort hin, wohin wir wollen) und andererseits ist es viel Fahrerei.
Die Fahrerei ist nicht das Problem und wegen der Regenzeit habe ich für die entsprechenden Gebiete Plan A, B und C ausgearbeitet.
Kurz gesagt: Wir haben es gemacht.
Vorab sei schon mal gesagt, dass wir dieses Mal kein Auto versenkt haben und auch sonst fast alles glatt gelaufen ist.
Hier unsere Route:
14.04. Ankunft – Übernachtung in Düsternbrook 15.04. Spitzkoppe 16.04. Aba Huab Community Camp 17.04 Hoada 18.04 Wildcamp im Tsuxub 19.04. Puros Community Campsite (Ngatutanga) 20.04. Wildcamp 21/22.04 Camp Syncro 23.04. Wildcamp 24.04. Kaoko Mopane 25/26.04 Hakusembe 27/28.04 Mavunje 29.04. Nambwa 30.04/01.05. Mahangu Safari Lodge Campsite 02.05. Onguma Tamboti 03.05. Etosha Halali 04.05. Etosha Okaukuejo 05.05. Monte Christo 06.05. Heimflug
Wer mag ist gerne eingeladen uns auf dieser Tour zu begleiten.
Liebe Grüße Dagmar
Teil 231. Mai 2022
Tag 1 - 14.04.22: Ankunft
Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht in der Abflughalle in Frankfurt durch die Reihen zu schauen – vielleicht findet sich ja ein bekanntes Gesicht. Und schon bleibt mein Blick hängen – sind das nicht .... ? Wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen, daher bin ich mir unsicher. Sind sie’s oder sind sie’s nicht, das ist hier die Frage. Doch mein Blick wird mit einem freudigen Kopfnicken bestätigt. Und dann gibt es erstmal ein freudiges Hallo!! Hier sitzen Ingrid und Hartwig (Tinochika) aus dem Forum.
Na das ist ja eine schöne Überraschung. 😄 Natürlich tauschen wir die Streckenpläne aus und stellen fest, dass wir tatsächlich, obwohl der Schwerpunkt der beiden auf Botswana liegt, während unserer Reise Überschneidungen haben. Die Welt des Namibia Forums ist einfach klein.
Der Flug ist ganz ok. Die Beinfreiheit reicht und da wir uns schon im Vorfeld Plätze reserviert haben, sitzen wir auch schön nebeneinander in einer 2-er Reihe.
Wir landen überpünktlich in Windhoek.
In der langen Schlange vor der Immigration wechseln wir noch ein paar Worte mit Ingrid und Hartwig und schon sind wir auch durch.
Wie gewohnt wartet auch der Fahrer der Autovermietung unseres Vertrauens schon auf uns.
Bereits um 10.00 Uhr sind wir bei Savanna. Dort trinken wir wie immer erst mal einen Kaffee (auch wenn ich sonst keinen trinke), um die Lebensgeister zu wecken. Auch das bestellte Fleisch von der KWS ist schon da. Bezahlen tue es in bar bei Savanna, die dann das Geld weiterleiten. Toller Service von beiden Seiten.
Alles Weitere ist Routine. Autoübernahme – Einkauf – Tanken und dann sind wir auch schon unterwegs zu unserer ersten Anlaufstelle. Wir haben uns dieses Mal für Düsternbrook entschieden, wo wir bereits gegen 15.00 Uhr ankommen. Hier haben wir uns für den Pioneer Campingplatz entschieden, da uns eingezäunte Campsites nicht wirklich gefallen. Die Campsite liegt am Flussbett. Insgesamt gibt es 5 Stellplätze, die weit genug auseinander liegen. Die Duschen sind Gemeinschaftsduschen.
Vielleicht lag es an der Übermüdung am ersten Tag – aber uns hat die Campsite nicht wirklich überzeugt. Jedoch ist die erste Übernachtung für uns auch nicht so wichtig. Einfach nur ankommen, Auto einräumen, noch etwas essen und dann totmüde ins Dachzelt fallen.
Morgen fängt dann der Urlaub an.
Gefahrene KM: 73
Teil 331. Mai 2022
Tag 2 - 15.04.22 – Spitzkoppe
Wir verlassen Düsternbrook gegen 8:40 Uhr. Unser heutiges Ziel in Richtung Norden ist die Spitzkoppe. Noch ist für uns das Ziel das Ziel und so fahren wir über die B1 bis Okahandja und nehmen dann die B2 Richtung Spitzkoppe. Keine schöne Strecke, jedoch für uns hier vollkommen in Ordnung.
Die Spitzkoppe erreichen wir nach knapp 4 Std. Fahrzeit. Hier haben wir wie immer nichts vorgebucht. Da wir ja schon gegen 12.30 Uhr vor Ort sind, ist auch noch unser Lieblingsplatz - Campsite Nr 4 - frei. Warum CS Nr. 4? Für uns liegt diese wundervoll mit Blick auf die Spitzkoppe und angenehmer Gehnähe zur Bridge. Außerdem ist sie nicht so von Besuchern, die ausschließlich zur Bridge wollen, frequentiert.
Angekommen auf unserer Lieblings-Campsite machen wir es uns fürs Erste gemütlich. Während Jürgen in seiner Hängematte relaxt, fotografiere ich ein paar Vögel und Dickpens, von denen es hier nur so wimmelt. Mir gefallen diese Sattelschrecken. Irgendwie wirken sie mit ihren „aufgesetzten“ Augen wie Wesen aus einer längst vergangenen Zeit.
Zum Sonnenuntergang gehen wir zur Bridge.
Diese Steinformation erinnert mich immer an ein Liebespaar, das sich küsst. Für mich eine Art Liebeserklärung an die Spitzkoppe.
Besucher im Gegenlicht.
Im letzten Licht gehen wir zurück zu unserer Campsite.
Heute war gefühlt der erste richtige Urlaubstag.
Abends gibt es leckeres, mariniertes Oryx-Filet mit Salat. Das Fleisch haben wir mittags in einem Zip-Beutel mit Öl und Gewürzen eingelegt. Es war einfach köstlich.
Der Urlaub kann nun beginnen.
Gefahrene Km: 269
Teil 402. Juni 2022
Tag 3 – 16.04.2022: Damaraland
Mit den ersten Weckrufen der Vögel stehen wir auf. Wir lieben die Ruhe am Morgen, wenn der Tag so langsam erwacht.
Während Jürgen sich um ein schnelles Frühstück kümmert, schnappe ich mir meine Kamera und kraxele auf die Felsen direkt hinter unserer Campsite.
Hier warte ich auf den Sonnenaufgang. Ich weiß nicht wie oft ich hier schon morgens gestanden bin. Doch ist es immer wieder schön.
Dann machen wir uns langsam auf den Weg, am Gate bzw. kurz davor, dort wo auch die Duschen sind, füllen wir noch unseren Wassertank im Auto auf und reduzieren den Luftdruck. Teerstraßen gibt es sobald für uns nicht mehr.
Wir nehmen die D 1930 Richtung Uis, wo wir unsere Vorräte auffüllen und ein Eis essen. Dann fahren wir Richtung Brandberg – einfach nur, weil mir die Anfahrt zum Brandberg so gut gefällt.
Ab hier ist der Weg das Ziel.
Nur leider finden wir den von mir ausgearbeiteten Weg nicht und wir „verirren“ uns im Damaraland. Manchmal ist es wohl besser nach Karte zu fahren, als sich auf das Navi zu verlassen. Denn dieses hat nach der ersten falschen Abzweigung direkt eine neue Route erstellt. Nur habe ich dies nicht mitbekommen. Wir fahren immer mit offenen Fenstern und durch das Fahrgeräusch haben wir die Umrechnung nicht registriert. Das Positive daran ist, dass wir mit einer wunderschönen Landschaft belohnt werden.
Irgendwann sind wir dann am Landcruiser Hill. Diesen kommen wir zwar hoch, doch sind wir etwas irritiert und fahren wieder zurück. Kurz gesagt, eigentlich wissen wir nicht wirklich wo wir sind. 🤩 Doch stört uns dies überhaupt nicht. Die einzigartige Landschaft ist mehr als eine Entschädigung. Letztendlich ist es auch egal, denn wir haben unser Schlafzimmer ja auf dem Dach.
Als wir dann nach Stunden am Doroskrater sind, können wir uns wieder orientieren. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir die Aba Huab Community Campsite. Hier erfahren wir, dass die Wüstenelefanten in der Nähe sind. Morgen wollen wir dann nach ihnen Ausschau halten.
Aus den geplanten knapp 5 Std. Fahrzeit sind nun 8,5 Std. geworden. Ein langer Fahrtag mit wenigen Fotostopps, aber für uns toller Landschaft. Mit Dachzelt fährt es sich halt sehr entspannt. Würden wir unser anvisiertes Ziel nicht erreichen, übernachten wir halt wo anders.
Heute bleibt bei uns die Küche kalt und nach einem gemütlichen Glas Wein liegen wir bereits gegen 21.30 Uhr in unserem Dachzelt.
Wir fühlen uns einfach nur glücklich, hier sein zu können. Es braucht nicht immer die besonderen „Highlights“. Uns genügt diese Landschaft, diese Einsamkeit und diese Ruhe.
Gefahrene Km: 242
Teil 502. Juni 2022
Tag 4 – 17.04.2022: Von Aba Huab nach Hoada
Heute wollen wir uns auf die Suche nach den Wüstenelefanten machen. Bereits kurz nach 7.00 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Aba Huab Dam. Was wir vorfinden sind viele Hinterlassenschaften der Elefanten – jedoch keine Elefanten.
Doch so voll Wasser und so schön haben wir den Dam bis jetzt noch nicht gesehen.
Nun sind wir keine Spurenleser, aber in welche Richtung ein Eli geht kann ich schon erkennen. Die Frage war nur, ob es die frischesten Spuren sind?
Kurz und gut – wir fahren 2 Std. durch das Flussbett, treffen dort Ranger, die ebenfalls auf der Suche nach den Wüstenelefanten sind – und wir haben sie letztendlich nicht gefunden.
Nach 2 Std. geben wir auf und beschließen zurück zum Aba Huab Dam zu fahren, um dort in herrlicher Kulisse unseren Morgentee zu trinken.
Unser heutiges Ziel ist Hoada. Wie fast immer fahren wir nicht die direkte Route, sondern suchen uns eine, die wir bis dato noch nicht gefahren sind.
An einer T-junktion kommt uns ein Eselskarren entgegen. Wir halten an und auch sie halten an.
Wir haben seit einigen Jahren immer Äpfel im Gepäck, welche wir den Kindern gerne weitergeben. Lorens – so der Name des Vaters fragt nach meiner Email -Adresse, die ich ihm gerne gebe. Und tatsächlich hat er mich angeschrieben und natürlich habe ich ihm die Bilder geschickt.
Dies ist nichts Besonderes –sondern nur eine kleine Episode am Rande unseres Weges. Es zeigt uns aber, dass wir auf Augenhöhe wunderbare Begegnungen haben können.
Die Campsite Hoada besuchen wir nun zum 2. Mal. Wir bekommen Campsite Nr. 2. Herrlich in den Felsen gelegen mit Open-Air Dusche in den Felsen. Hoada ist eine 100%ige Empfehlung.
Leider habe ich davon keine Bilder.
Zum Abendessen gibt es heute Spaghetti mit Hackfleisch und Tomatensoße.
Hier backen wir auch unser 1. Brot für diesen Urlaub. Wer uns kennt weiß, dass damit unser Urlaub gefühlsmäßig richtig beginnt.
Gefahren Km: 306
Teil 606. Juni 2022
Tag 5- 18.04.2022: Durch die Trockenflüsse
Hoada bei Sonnenaufgang.
Wir genießen noch etwas die Campsite.
Unter anderem haben wir die Hoada Campsite gewählt, um endlich mal über den Grootberg Pass zu fahren. Dies haben wir bis dato noch nie geschafft. Der Pass lag nie auf unserer Route. So fahren wir also über die C40 zum Grootberg Pass. An der Auffahrt zur Grootberg Lodge fragen wir, ob wir auch ohne Reservierung zur Lodge fahren dürften, einfach nur um die Aussicht zu genießen und etwas zu trinken. Natürlich ist das kein Problem. Es wird zuerst angerufen, um sicher zu gehen, dass uns kein Fahrzeug entgegenkommt. Und das ist auch gut! Für meine Verhältnisse geht es ganz schön steil bergauf. 🤩 Jürgen macht die Fahrt natürlich Spaß.
Der Blick von der Lodge ins Tal ist einfach grandios.
Wir trinken einen Rock Shandy und halten mehrere kleine Small Talks mit den Angestellten.
Kurz bevor wir aufbrechen wollen, kommt eine Angestellte auf uns zu und fragt, ob wir ihr einen Gefallen tun könnten. In den Händen hält sie einen Brief bzw. ein gefaltetes Papier, welches sie zugetackert hat. Es fällt ihr nicht leicht, sie dreht den Brief in den Händen und schließlich fragt sie uns, ob wir diesen Brief mitnehmen könnten. Zuerst dachte ich, wir sollten ihn irgendwo in einen Briefkasten werfen. Aber nein – der Brief ist für ihren Bruder, der morgen wieder zur Schule geht. Es ist unschwer zu erkennen, dass der Inhalt des Briefes Geld ist. Wow - welches Vertrauen setzt sie in uns.
Es ist gleich die erste Farm links, es steht ein blaues Auto davor und ihr Bruder würde am Straßenrand stehen. Sein Name ist Ismael … ihr Name ist Thekla. Das sind die einzigen Informationen, die wir haben. Wir willigen ein.
Wir fahren die Abfahrt hinunter, biegen links ab und ich hoffe, dass wir die Farm finden. Ansonsten wären wir wieder zurückgefahren. Denn ein solches Vertrauen, möchten wir nicht missbrauchen.
Dann endlich … die erste Farm … blaues Auto steht davor … und wir werden schon erwartet. Ich frage nach dem Namen und von wem der Brief sein soll. Als die Angaben übereinstimmen übergebe ich den Brief. Und für alle, es stehen nämlich alle Geschwister an der Straße, gibt es noch eine Runde „Äpfel“.
Wir setzen unseren Weg Richtung Palmwag fort.
Nur langsam kommen wir voran, da das Landschaftsbild sagenhaft schön ist und wir immer wieder einen Fotostopp einlegen.
Herrlich, wie sich das Steppengras im Wind leicht wiegt.
Auch eine Gruppe Hartmann’s Bergzebras steht malerisch für uns bereit.
In Palmwag tanken wir voll, es ist die letzte sichere Gelegenheit für die nächste Woche.
In Seisfontein erkundigen wir uns nach der Befahrbarkeit der Trockenflüsse. Diese sind laut Auskunft des Tankwarts befahrbar. Sicherheitshalber tanken wir die verbrauchten ca 10 l nach. Kein gutes Geschäft für den Tankwart, aber ein sicheres Gefühl für uns.
Um in den Hoanib zu gelangen, wählen wir die Fahrt durch den Ganamub. Hier kommen wir an einem Friedhof vorbei, der uns noch nie aufgefallen ist.
Es sind 39°C und kein Wölkchen zeigt sich am Himmel.
Zu Beginn ist der Ganamub noch gut befahrbar, doch schon bald wird er sehr, sehr tiefsandig. Alles loser Schwemmsand. Den ursprünglichen Plan hier im Ganamub zu übernachten verwerfen wir. Momentan heißt die Devise: Nur nicht anhalten !! 😉
Wir fahren in den Hoanib. Beruhigend ist, dass bereits Spuren gefahren sind.
Anfangs ist auch dieser sehr tiefsandig, Richtung Amspoort wird es besser.
Allerdings zeigen nur sehr wenig Tiere.
Ein paar Giraffen im schönen Abendlicht,
Eine Gruppe Oryx Antilopen.
Und eine wunderschöne Landschaft.
Unser Weg führt uns Richtung Amspoort Viewpunkt und weiter Richtung Puros via Tsuxub. Hier finden wir auf einer kleinen Anhöhe den perfekten Übernachtungsplatz.
Wir genießen die Ruhe, die Einsamkeit und die Aussicht.
Abends gibt es dann Bratkartoffeln, Boerewurst und Gurkensalat.
Gefahren Km: 254
Teil 712. Juni 2022
Tag 6 – 19.04.2022: Richtung Puros
In dieser himmlischen Einsamkeit haben wir wunderbar geschlafen. Gleich mit den ersten Sonnenstrahlen klettern wir aus dem Dachzelt.
Die Landschaft ist einfach unwahrscheinlich schön.
Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir weiter Richtung Puros.
Herrliche, einsame Landschaft mit viel NICHTS !!! Wir lieben das.
Das Landschaftsbild ändert sich ständig. Es fast ohne Vegetation, dann wird es „grüner“ mit vielen Büschen.
Der Hoarusib und der Puros-Canyon sind noch nicht befahrbar. Daher biegen wir auf die Parallel-Route Richtung Sawurogab ab.
Bereits gegen 13.00 Uhr erreichen wir Puros.
An der Manchester United Bar halten wir an und fragen nach Diesel. Zum Glück hatten wir in Palmwag und in Seisfontein vollgetankt - denn es gibt keinen Diesel. Colin, der „Dieselmann“ ist unterwegs, um neuen Diesel zu kaufen. Es kann noch 1-3 Tage dauern, bis er wieder zurück ist.
„Seid ihr knapp an Diesel?“ werden wir gefragt und „Wo habt ihr zum letzten Mal getankt?“ und „Wo wollt ihr hin?“ Wir erklären Ihnen unsere geplante Route und alle sind der Meinung, dass dies kein Problem ist. Dadurch bestärken sie uns in unserer Meinung und unserer Spritberechnung. Wir haben ja auch noch 20 l zusätzlich im Ersatzkanister dabei.
In Puros tanken wir immer gerne für alle Fälle noch 20 l nach.
Wir bedanken uns für die Auskunft und sorgen noch für etwas Umsatz. Wir haben ja nicht mehr weit und trinken ein kühles Savanna.
Bei der Wahl der Campsite, mittlerweile gibt es hier viele davon, entscheiden wir uns dieses Mal für die Community-Campsite Ngatutanga.
Es ist heiß, nahezu 40°C. Wir können die Campsite frei wählen und bleiben letztendlich auf Site Nr. 2. Zum Glück gibt es hier unter den Bäumen Schatten.
Immer wieder schön sind die Toilette und Dusche, welche sich in den Bäumen befinden.
Jürgen findet ein Plätzchen für seine Hängematte und auch ich mache es mir bequem. Denn jetzt ist erst mal Siesta angesagt.
Abends fahren wir dann zum Sundowner zur Jan Joubert Koppie.
Dies wurde dann mehr ein „Raindowner“.
Genossen haben wir es trotzdem.
Gefahrene Km: 160
Teil 814. Juni 2022
Tag 7 – 20.0422: Auf dem Weg nach Norden
Wieder Mal hat es uns in Puros sehr gut gefallen.
Gegen 10.00 Uhr verlassen wir die Campsite, verabschieden uns von dem jungen Caretaker und fahren Richtung ….
Nein … wer meinen Mann kennt ... ahnt es schon. Er gibt sich mit der Auskunft der jungen Männer in der Manchester United Bar nicht zufrieden. >>Vielleicht haben sie ja selbst nur noch wenig Diesel und wollen diesen verständlicher Weise nicht an uns verkaufen oder vielleicht ist Colin ja mittlerweile zurückgekehrt<<
Klar über Nacht.??!! 🤨
Da wir ja den Weg zum Haus des Dieselmannes kennen, lässt sich Jürgen also nicht davon abhalten, bei ihm vorbeizufahren.
Vor dem Haus sitzen 3 Frauen und sind freudig überrascht über die Abwechslung, die wir bieten.
Nein, Colin ist noch nicht zurück. Vielleicht heute oder morgen oder später wird er kommen. Er sei unterwegs, um neuen Diesel zu besorgen. 😉
Obwohl Schule ist, kommen immer mehr Kinder aus der nahegelegenen Schule angelaufen. Unser Apfel-Vorrat ist schon ganz schön geschrumpft und somit greifen wir, in unseren Augen einzig gerechten Methode. Wir halbieren die Äpfel, damit jedes Kind ½ Apfel bekommt.
Sie sitzen im Kreis um uns herum und beißen herzhaft in ihre Apfelhälften.
Dann werde ich noch in eine Hütte geführt, in der ein ca. 2-3 Monate altes Baby liegt. Die Frau erzählt mir, dass sie auf das Baby aufpasst, während seine Mutter in der Schule ist.
Das sind dann die Momente, in denen sich mein Herz etwas zusammenzieht. Schon wieder eine Kinderschwangerschaft. Es gibt eben nicht nur die schönen Seiten Namibias – diese gehören auch dazu. 🙁
Irgendwann reißen wir uns dann los, mit einem freundlichen Lachen und Winken werden wir verabschiedet und die Kinder laufen wieder Richtung Schule.
Unser heutiger 1. Streckenabschnitt ist der Skeleton View Punkt.
Und wieder sind wir überwältigt von der Schönheit dieser Landschaft und der Einsamkeit. Immer wieder halten wir an, laufen ein paar Schritte und nehmen alles tief in uns auf. Was für Glück wir doch haben, dies alles erleben zu dürfen.
Apropos Einsamkeit … da fahren wir gefühlt bis zum Ende der Welt … und als wir den Anstieg zum Viewpunkt hoch fahren wollen, kommen uns 2 Lodge Fahrzeuge entgegen. Man ist wirklich nirgendswo mehr ganz alleine. 🤪
Doch an dem Viewpunkt sind wir ganz alleine. Einfach nur fantastisch. Die Aussicht ist unbeschreiblich schön.
Nach einer Weile reißen wir los und fahren ein kleines Stück durch den Khumib. Hier begrüßen uns Springböcke und Oryx-Antilopen.
Den Khumib verlassen wir jedoch schon wieder recht schnell, da unser nächstes Ziel der Grizzly Felsen ist.
Dort machen wir eine kleine Picknick Pause.
Unseren heutigen Übernachtungsplatz finden wir gegen 16.00 Uhr in der Nähe des Overhang Cliff Picnic Spots.
Was für ein herrliches Fleckchen Erde.
Nachdem wir unsere Feuerstelle vorbereitet haben und Jürgen das Feuer entzündet, beginne ich mit damit mal wieder einen Brotteig vorzubereiten.
Zum Abendessen gibt es heute Bratkartoffeln mit Salat aus Lauch, unserem letzten Apfel und Eiern.
Danach kommt das Brot auf die Glut.
Bis zur Dunkelheit sitzen wir hier draußen und genießen die Ruhe und Einsamkeit, während der „Indianer“ alles im Blick hat und auf uns aufpasst.
Ach ja, und da wären ja auch noch die „Lone men“. Aber das ist eine eigene Geschichte, damit nicht jeder gleich weiß, wo sie zu finden sind. Denn das Entdecken macht viel Spaß.
Teil 929. Juni 2022
Zwischenkapitel – Lone Men
Gefunden haben wir auf unserer diesjährigen Tour 5 dieser Figuren.
Meines Wissens ist der Künstler noch immer unbekannt und auch werden diese teilweise umgesetzt. An Plätzen, an den wir vor 3 Jahren noch einen Lone Men entdeckt hatten, war dieser dieses Jahr nicht mehr an seinem Platz.
Witzig finde ich auch die Plaketten mit Nummer und einem kleinen Spruch.
Hier unsere Entdeckungen in diesem Jahr.
Nr. 5
Nr. 10
Nr. 28
Nr. 17
Nr. 27
Teil 1030. Juni 2022
Tag 8 – 21.04.22: Marienflusstal
Als die Sonne über den Berg kommt ist es bereits 7.30 Uhr. Schnell stehen wir auf. Wir haben wieder wunderbar geschlafen in dieser Stille und Einsamkeit.
Schon bald durchströmt der Duft von gebackenen Eiern mit Speck die Luft. Wir frühstücken ausgiebig … mit dem Brot, welches wir gestern Abend in der letzten Glut gebacken haben und uns sehr gut gelungen ist.
Unser heutiges Ziel ist eine Campsite am Kunene. Geplant haben wir die Fahrt über die Bloudrom und Rooidrom Richtung Kunene.
Bis zur Bloudrom ist es landschaftlich wunderschön.
Hier die „8-spurige Autobahn“ Richtung Bloudrom.
Springböckchen begleiten uns auf dem Weg.
Bloudrom
Nicht mehr funktionsfähige Wasserpumpe.
Diese habe ich so fotografiert, dass man die vielen "Schmierereien" in Form von "Ich war da" nicht sieht. Es wird sich mir nie erschließen, warum manche Reisende sich überall verewigen müssen.
Zwischen der Bloudrom und der Rooidrom wird die Strecke etwas rauer, da wir nun quer zu den Berg-Ausläufern fahren. Bei genügend Bodenfreiheit des Fahrzeuges, ist es aber nicht schwierig zu fahren. Jedoch ist noch überall zu sehen, wie stark auch hier die Reviere gelaufen sind.
Rooidrom
Von hier fahren wir die östliche Route ins Marienflusstal Richtung Kunene.
Landschaftlich ein Traum.
Unser Ziel ist ursprünglich die Community Campsite Okarohombo. Irgendwie deuten wir die Schilder falsch, fahren vorbei an einer privaten Landebahn und kommen letztendlich bei der Okakirongo River Lodge an.
Na … wenn wir schon mal da sind … fragen wir natürlich, ob wir uns die Lodge auch einmal ansehen dürfen.
Wir dürfen.
Der Blick auf den Kunene ist zweifelsohne sehr schön.
Aber muss man dafür in dieser Gegend eine solche Lodge mit Pool und privater Flugbahn bauen? Für uns nicht ganz verständlich, doch gibt es auch Menschen die anders als wir reisen.
Trotzdem war es nett, dass wir uns hier frei bewegen konnten.
Wir fragen nochmals nach dem Weg zu der Community Campsite Okarohombo und finden diese nun auch. Wir sind auf dem Hinweg nur einmal „falsch“ 😕 abgebogen.
Die Campsite liegt nett am Kunene und hat schattenspende Bäume und Palmen.
Doch als wir uns unseren Stellplatz aussuchen wollen, versinkt unser Auto im tiefen, losen Sand. Wahrscheinlich die Auswirkungen der Überschwemmungen.
Nun heißt es erst einmal buddeln. 🤩 Und hier wieder ein Erlebnis am Rande: 8 Jungs im Alter von ca. 8 -10 Jahren schauen uns aus geringem Abstand zu. Zuvor haben wir sie gesehen, wie sie mit 1 Fahrrad den Berg herunterkamen. Einer auf dem Fahrrad und 7 sind hinterhergelaufen. Dabei haben alle gelacht und hatten viel Spaß. Nun schauen sie zu, wie wir uns zunächst vergeblich bemühen wieder aus dem Tiefsand zu kommen.
Nun stehen sie da, in einer Reihe aufgereiht und beobachten uns.
„Excuse me“ - Ja?
„Can we help you?“ - Oh, das ist nett von euch, aber ich glaube nicht.
„We could push the car“ - Danke , aber das ist zu schwer für euch.
„Yes, but we are many!“ Ich muss lachen. Sie sind wirklich zu nett und höflich.
Unbeirrt bleiben sie stehen und beobachten unser Tun.
Jürgen holt einen großen Palmwedel, um ihn quasi als „Sandblech“ unter einen Reifen zu legen. Sofort strömen sie aus und bringen uns einen 2. Palmwedel für das andere Rad.
Tatsächlich gelingt es uns, uns damit aus dem Tiefsand zu befreien.
„Will you stay here the night?“ - Ich glaube nicht, hier ist der Sand überall zu lose.
Etwas enttäuscht schauen sie uns an. Dann nimmt Jürgen einen Fußball aus unserem Auto, pumpt ihn mit dem Kompressor auf und gibt ihn den Jungs. Ich glaube, diese strahlenden Augen werde ich nicht mehr vergessen! Dann glückliches Kinderlachen und sofort stürmen sie los, um Fußball zu spielen …. drehen sich nochmals um … stahlen uns an … falten die Hände zu einem Danke … und laufen lachend davon. Für uns war dieses Lachen und diese Art des „Dankes“ sehr berührend.
Danach fahren wir die paar Kilometer zurück zum Camp Syncro. Dieses wir noch immer von Anna geleitet.
Das Camp ist sehr ordentlich und die Ablutions sind sehr sauber. Hier werden für 2 Nächte bleiben.
Wir sind bis jetzt die einzigen Gäste und stellen uns auf Platz 1.
Später kommt noch ein Auto mit 2 Personen. Sie stellten sich auf CS 4. Die beiden werden wir wieder treffen. Dazu später mehr.
Es ist herrlich hier. Nur das leise Rauschen des Kunene und das Zwitschern der Vögel ist zu hören.
Zum Essen gibt es heute Kudu-Spieße, Avocado Dip und Brot
Gefahren Km: 149
Teil 1104. Juli 2022
Tag 9 – 22.04.2022: Immer noch Camp Syncro
Wen wir schon den weiten Ritt durch das Marienflusstal bis an den Kunene machen, dann wollen wir dies auch genießen. Natürlich ist für uns alleine schon die Fahrt durch diese sensationell schöne Landschaft purer Genuss. Was ich meine ist: Wir bleiben hier für 2 Nächte.
Nach den langen Tagen im Auto, wollen wir mal wieder zu Fuß unterwegs sein. Auf unserem „Plan“ für heute steht eine kleine Wanderung durch die Berge.
Und eigentlich wollten wir auch wegen der Hitze frühzeitig los. Doch daraus wird zunächst nichts.
4 junge Mädchen kommen schüchtern näher und breiten ihre „Verkaufsdecke“ vor uns auf. Natürlich gehen wir hin, es entwickelt sich ein schüchternes Gespräch mit den Mädchen und wir kaufen allen 4er jeweils etwas im gleichen Wert ab. Es ist uns wichtig, dass jede von ihnen etwas verkauft.
Danach frage ich noch nach einem Bild. Sie zoppeln noch gegenseitig an ihrer Kleidung, so wie das junge Mädchen eben tun, wenn ein Foto gemacht wird und schauen teils freudig strahlend, teils kokett und teils etwas unsicher zu mir rüber.
So nun ist aber Zeit endlich aufzubrechen.
Doch nun kommt der Sohn von Anna vorbei und fragt, ob wir Wäsche zu waschen hätten. Er würde sie uns heute Abend gegen 18.00 Uhr wieder bringen. So wirklich viel schmutzige Wäsche haben wir nicht, doch suche ich ein paar Teile zusammen, um sie ihm zu geben. Pro Stück nennt er einen Preis von 10 Nam$. Ich finde den Preis ok – wobei ich hier wirklich keine Ahnung habe, was sonst so dafür verlangt wird. Wir finden es einfach gut, wenn junge Menschen sich durch Arbeit und nicht durch Betteln ein Zubrot verdienen. Und so üppig sind die Möglichkeiten in dieser Gegend ja auch nicht.
Jetzt ist es schon gleich 9.30 Uhr und wir ziehen endlich los. Bepackt mit Rucksack mit Wasser und meiner Kamera ziehen wir los. Nur leider hatte ich ein „falsches Objektiv“ auf der Kamera. So kann ich leider keine Weitwinkel-Aufnahmen machen.
Blick vom ersten Anstieg auf Camp Syncro.
Es geht bergauf und wieder bergab. Nach jedem Hügel kommt ein nächster.
In der ferne sehen wir den Kunene. Dort wollen wir hin.
Ein verlassener Himba-Kral zeigt, dass auch die hier ansässigen Himba wissen wo es schön ist und vorallem wo Wasser in der Nähe ist.
Endlich haben wir den Kunene erreicht.
Wir setzen uns auf einen Absatz und genießen den Ausblick. Um uns herum schwirrt es nur so von Schmetterlingen. Diese sind auf diesem Suchbild vielleicht auch zu erkennen.
Tja und dann …. Müssen wir den ganzen Weg auch wieder zurück.
Zum Glück können wir, wenn wir oben auf dem Berg stehen das Camp erkennen und kennen somit die Richtung in die wir gehen müssen.
Und dann ist immer wieder noch ein Tal und noch ein Hügel.
Gegen 13.30 Uhr sind wir wieder zurück.
Im Camp ist reges Treiben. Die Männer und auch Jungs fangen mit einer einfachen Angelschnur Fische aus dem Kunene. Für die Frauen ist Waschtag an dem kleinen Strand.
Wir gehen zurück zu unserer Campsite und relaxen.
Pünktlich um 18.00 Uhr kommt auch unsere saubere Wäsche. Richtig schön ordentlich zusammengefaltet und tiefenrein.
Dann kommt noch Anna vorbei und fragt mich nach Schmerztabletten. Nachdem ich abgeklärt habe für welche Art von Schmerzen sie sein sollen und für wen, gebe ich ihr ein paar Paracetamol und erkläre ihr die Einnahme. Mit dem Begriff morgens 1, mittags 1 und abends 1 Tablette kann sie nicht wirklich viel anfangen. Doch zeigt sie mir, dass sie es verstanden hat, in dem sie mir den Sonnenstand zeigt. 1 bei Sonnenaufgang, 1 wenn die Sonne hoch im Zenit steht und 1 wenn die Sonne untergeht. 😄 Wunderbar, somit habe ich gelernt, wie man es verständlich erklären kann. 😎
Den Abend genießen wir mit einem Glas Rotwein. Für uns ist Camp Syncro noch immer eine Empfehlung.
Gefahrene Km: 0
Teil 1208. Juli 2022
Tag 10 – 23.04.22: Richtung Opuwo mit ungeplantem Stopp
Unsere für heute geplante Route soll uns von Camp Syncro zu einem „Wild Campground“ im Kaokoveld führen.
Daher verlassen wir Camp Syncro sehr früh, um den Sonnenaufgang im Marienflussflusstal zu genießen.
Dieses ist ein Traum.
Die Farben, in dem sanften Licht ….einfach unbeschreiblich schön. Hier kommen wir nicht wirklich voran … entweder halten wir an um ein Bild zu machen oder um diese einzigartige Umgebung in Ruhe zu genießen.
Wir bekommen das Dauergrinsen nicht mehr aus unseren Gesichtern.
Es ist nur unsagbar schön … für alle, die wie wir … viel- Nichts lieben. Wir lieben es einfach in diese Landschaft einzutauchen .
Es ist ein Traum.
Vorbei an unbewohnten und bewohnten Himba-Siedlungen.
Springbockherden
Und blühenden Landschaften
Je weiter wir nach Süden kommen, ändert sich das Landschaftsbild.
Springböcke und Giraffen vor den Bergen.
Wir fahren weiter Richtung Süden in der Hoffnung im Shop Nr. 1 unsere Getränkevorräte (Bier) auffüllen zu können.
Doch Fehlanzeige – der Shop ist geschlossen – weil ausverkauft! 🤩 Hatten wir so auch noch nicht erlebt.
Ok – kein Problem.
Es gibt ja eine „Straße“, die uns wieder auf die von uns ausgewählte Route führt. Nur … wurde diese teilweise durch die starken Regenfälle irgendwie weggespült. So suchen wir uns unseren Weg durch unwegsames Gelände mit Blick auf die Himmelrichtung selbst. Darin sind wir ja geübt. 😗
Bezwingen steile Anstiege, wo man noch die Kraft der Wassermassen erahnen kann. Und siehe da, irgendwann gelangen wir auf die gewünschte D3707.
Dort hatten wir uns eigentlich den in T4A ausgewiesenen Lovely Picnic Spot als Übernachtungsmöglichkeit ausgedacht. Dieser ist wirklich lovely 😁 , doch leider war dieser besetzt durch eine Himba Family. 😐 Ist okay – schließlich ist es ihr Land. So fahren wir weiter und kurz hinter dem Himbadorf höre ich ein … ZZZisch … so etwas hatten wir bis jetzt noch nicht gehört ... und doch war uns direkt klar … Plattfuss!!
Ein Ast oder ein spitzer Stein hat uns auf einfachem und ebenen Gelände, den linken hinteren Reifen aufgeschlitzt.
Nun ja, es hätte uns schlimmer treffen können. Bedenkt man die Strecke die wir zuvor gefahren sind. Trotzdem ärgerlich.
Durch die Nähe zu der beschriebenen Himbasiedlung wurde dieses Ereignis natürlich zur Attraktion des Tages. Zuerst kamen die Kinder angelaufen, dann die Frauen und zum Schluss die Männer.
Letztendlich war das ganze Dorf versammelt.
Und es machte ihnen sichtlich Spaß uns, bzw. Jürgen beim Reifenwechsel zuzuschauen. Es gab einen regen Meinungsaustausch unter ihnen, den wir allerdings nicht verstanden. Die Kinder beobachteten das ganze Geschehen sehr kritisch.
Die Frauen hatten sichtlich Spaß
Und die Männer passten auf … auf wen und was auch immer.
Das Problem ist nicht das Reifenwechseln an sich, sondern der Untergrund. Dieser besteht aus losem Sand. Dadurch müssen wir erstens das defekte Rad freischaufeln und um dann das Auto hoch genug aufbocken zu können, mussten Holzklötze untergelegt werden.
Und das Ganze natürlich so, dass das Auto nicht abrutschen konnte.
Aber wie das in Namibia so ist, sieht man den ganzen Tag kein weiteres Fahrzeug. Jürgen liegt halb unter dem Auto, um die geeignete Stelle für den Wagenheber zu finden,
als uns die Himba-Ladies das deutsche Wort „Auto“ zuriefen. (Wir sind immer wieder erstaunt!)
Und wirklich, kaum zu glauben, just in diesem Moment kommen die beiden „Bayern“, die wir in Camp Syncro kurz kennengelernt hatten vorbei. Wir wussten, dass sie auch über die D3707 fahren wollten, aber dass sie gerade jetzt hier eintreffen!!?
Ehrensache, dass hier geholfen wird.
Dank der tatkräftigen Unterstützung ist der Schaden bald behoben. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Beiden, können ihnen aber leider kein Bier anbieten, da wir keines mehr haben. (Ihr erinnert euch – Shop Nr 1 war ausverkauft!!!) Danke noch mal an die Beiden!!!
Nachdem der Schaden behoben war, setzen wir alle unseren Weg fort. Die beiden Helfer fuhren vor und nachdem wir all unser Werkzeug wieder eingesammelt hatten, folgten wir.
Es scheint so, als könnten wir nicht einmal eine „normal“ Urlaubsreise absolvieren – irgendetwas passiert immer. Jedoch sind dies doch die Geschichten, an die wir uns noch lange erinnern werden. Und sie beginnen dann immer mit: „Weißt du noch…?“
Für uns stellte sich nun die Frage nach einem geeigneten Stellplatz für die Nacht. Denn wie schon beschrieben, war der geplante ja bereits besetzt.
An einer schönen Stelle mitten im Kaokoveld jedoch nahe der D3707 beschließen wir zu übernachten.
Wir bauen unsere Außendusche auf, spülen Sand und Schweiß ab und fühlen uns hier mitten im Nirgendwo pudelwohl.
Belohnt wurde unsere (bzw. Jürgens Tagesleistung) mit einem herrlichen Sonnenuntergang.
Es wurde langsam dunkel und wir waren der Meinung, dass auf dieser Straße nachts kein Auto unterwegs ist. Doch weit gefehlt. Jetzt kam uns die Straße fast wie eine Autobahn vor. Von LKW bis Touri-Autos fuhren noch einige im1/2 Stunden-Takt an uns vorbei. Für uns unvorstellbar eine solche Strecke im Dunkeln zu fahren.
Gefahren Km: 185
Teil 1315. Juli 2022
Tag 11 – 24.04.22: Opuwo
So schön wie der Sonnenuntergang gestern Abend war, so ist auch der Sonnenaufgang. Die Farben verändern sich binnen Minuten von orange nach lila.
Heute gibt es ein kleines Frühstück im Stehen, bestehend aus einer Tasse Tee und einigen Rusks. Und so sind wir bereits wieder um 8.00 Uhr auf Pad.
Doch richtig voran kommen wir auch heute nicht. Weniger wegen der Fotostopps,
sondern hier müssen wir teileweise im Schritttempo fahren, da der Hoarusib, den wir des Öfteren queren müssen noch nicht ganz trocken ist und wir uns des Öfteren erst eine geeignete Fuhrt suchen müssen.
Trotz der langsamen Fahrweisen sind wir bereits gegen 11.00 Uhr in Opuwo.
Stopp 1 ist an der Puma Fuel Stop Tankstelle. Hier herrscht das übliche Schauspiel. Die Frauen wollen uns die Armreifen verkaufen …. Wir kaufen die gefühlt 1000sten Armreife, feilschen und haben Spaß miteinander. Wir mögen es.
Stopp 2 ist der Opuwo OK Bazaar, wo wir auch unser Auto abstellen und parken. Sofort werden wir umringt von Kindern, die auf unser Auto aufpassen wollen. Freundlich aber bestimmt dürfen 3 dies tun … doch es kann dauern bis wir wieder zurückkommen. Das ist ok.
So füllen wir in dem Supermarkt unsere Vorräte auf, besonders das ausgegangene Bier.
Dann führt uns unser Weg in das Kaokoland Restaurant. Hier legen wir fast immer eine Pause ein, wenn wir in Opuwo sind. Zum einen weil man hier schön sitzt, und zum anderen weil es hier Internet gibt. So können wir schnell die Nachrichten checken und mal wieder ein Lebenszeichen an unsere Söhne in Deutschland senden.
Tja … man sieht sich im leben immer 2-3 mal. Während wir hier gemütlich hier sitzen und ein kühles Bier genießen, kommen unsere „2 Bayern“ angeschlendert. Wir freuen uns sie zu sehen. Wir unterhalten uns lange und hören ihre haarsträubende Geschichte der Anreise. Unglaublich, dass die beiden dies mit soviel Gleichmut und Gelassenheit ertragen haben. Außerdem haben wir nun Gelegenheit ihnen ein „Helferbier“ auszugeben.
Dann fahren wir zu unserer Campsite. Dieses Mal haben wir die Kaoko Mopane Campsite gewählt.
Wir sind freudig überrascht. Große Stellplätze, jeder mit eigener Dusche und alles sehr liebevoll hergerichtet. Heißes Wasser je nach eigenem Gusto morgens und abends durch den Donkie, welcher von den Angestellten befeuert wird. Überhaupt ist hier alles sehr sauber und gepflegt. Die CS hat auch einen sehr hüschen und sehr sauberen Pool. Hier macht das Schwimmen Spaß. Außerdem gibt es auch eine Bar, die wir allerdings nicht besucht haben.
Für mich eine 100%ige Empfehlung. Leider habe ich davon keine Bilder gemacht.
Den Abend lassen wir gemütlich ausklingen und gehen früh zu Bett, da wir morgen ordentlich Strecke vor uns haben.
Gefahren Km: 120
Teil 1425. Juli 2022
Tag 12: 25.04.2022 - Nicht geplanter langer Fahrtag
Wie die Überschrift schon erahnen lässt, verläuft der Tag nicht ganz nach Plan.
Kurz nach 8.00 Uhr verlassen wir schon Kaoko Mopane. Wir brauchen noch ein paar Kleinigkeiten, die wir noch in Opuwo einkaufen wollen. Und mit Opuwo verlassen wir auch das Kaokoveld. Uns hat es hier wieder ausgesprochen gut gefallen. Wir lieben eben die karge, raue Landschaft und viel „Nichts“ um uns herum. Und wir lieben die einsamen, stillen Nächte irgendwo im Nirgendwo. Ganz alleine unter dem Sternenhimmel zu stehen ist Balsam für unser Seele.
Doch wenn wir unsere Lieblingsziele – das Kaokoveld und den Caprivi – in einer Tour vereinbaren wollen, dann gehört auch die lange Passage zwischen den beiden Zielen dazu.
Hierzu haben wir uns wieder für die Route durch das Ovamboland entschieden. Dicht besiedelt und teils quirlig ist es ein Kontrastprogramm zum Kaokoveld.
Unser Ziel für heute ist oder wäre eigentlich die Omauni oder Okongo Community Camsite gewesen. Daher sind wir sehr entspannt und kümmern uns in Okahao erst mal um unseren kaputten Reifen. Natürlich haben wir noch einen intakten Ersatzreifen, aber manchmal ist der Zufall ein Eichhörnchen, und hier möchten wir für unsere weitere Fahrt durch den Caprivi kein Risiko eingehen. Nach längerem Suchen finden wir eine Werkstatt, die einen Reifen in der richtigen Größe hat. Nach einer knappen halben Stunde ist dieser Ersatzrad wieder auf dem Wagen und wir setzen unseren Weg fort.
Gegen 16 Uhr kommen wir in Omauni an. Doch die CS wird nicht mehr betrieben und das Gelände sieht nicht wirklich einladend aus.
Eigentlich haben wir keine Lust mehr weiterzufahren. Aber was solls. Augen zu und durch 😣 . Wir beschließen bis Hakusembe durchzufahren. Da wir nun über Teer fahren ist dies auch noch gut machbar. Nach rund 9 Std. kommen wir gegen 18.00 Uhr dort an. Wir haben Glück!!!! Unsere Campsite Nr. 4 ist auch heute schon frei. Sie ist sehr großzügig angelegt und hat einen direkten Zugang zu einem kleinen Steg.
Nach diesem langen Fahrtag haben wir keine Lust mehr auf Kochen und essen im Restaurant.
Heute gibt es Buffet, welches sehr lecker und vielfältig ist.
Bereits um 21.30 liegen wir in unserem Dachzelt.
Gefahrene Km: 815 🤩
Teil 1525. Juli 2022
Tag 13: 26.04.22 – Hakusembe
Nach dem gestrigen langen Ritt bewegen wir das Auto heute keinen Meter.
Wir relaxen auf dem Bootssteg, beobachten die Vögel und backen am Spätnachmittag mal wieder Brot.
Wire-tailed Swallow Das letzte Bild dürfte eine Seeschwalbe sein, bei den beiden anderen habe ich nicht wirklich eine Ahnung.
Vielen Dank an die Formis zur Bestimmungshilfe.
Zwischendurch erkunden wir die Umgebung etwas zu Fuß. Invasion der Perlhühner - immer in Bewegung und immer sehr aufgeregt.
Für einen Relax-Tag ist Hakusembe genau richtig für uns.
Zum Abendbrot grillen wir leckere Eland-Spieße, dazu gibt es einen Tomaten-Gurken-Salat und ein gutes Gläschen Wein.
So erholt, sind wir nun bereit für den Caprivi.
Gefahrene Km: 0
Teil 1631. Juli 2022
Tag 14 – 27.04.22: Auf in den Caprivi
Nur noch 4,5 Std Fahrt auf langweiliger Teerstraße trennen uns vor unserem nächsten Ziel - denn wir fangen im Caprivi „hinten“ an und arbeiten uns langsam vor. Zuerst die etwas wilderen Parks und dann die einfacheren. 🤪
Nein nun im Ernst: Wir haben uns dazu entschieden, da wir dann ab Mavunje ganz entspannt 5 Tage im Caprivi verbringen können, ohne zu lange Fahrstrecken. Die hatten wir ja schon.
Und wie gerade schon erwähnt, haben wir uns wieder einmal für die Mavunje Campsite bei Dan für entschieden. Es ist nun unser 3. Aufenthalt dort. Außerdem werden wir dort 2 Nächte bleiben und natürliche eine Bootsfahrt mit Dan über den Kwando machen.
Und so fahren wir froh gelaunt gegen 8.30 Uhr los. Die Straße ist in einem guten Zustand und geht ab Divundu immer schnurstracks gerade aus. Das kennen wir ja bereits und dementsprechend langweilig ist auch die Fahrt. Da kann die Konzentration schon mal etwas nachlassen.
Doch kurz vor Kongola müssen wir dann fast eine Vollbremsung hinlegen. Wie aus dem Nichts kommt von rechts eine Giraffe 🤩 (die sind ja auch so klein) und überquert die Straße. Glück gehabt. Es zeigt uns wieder, dass wir immer mit allem rechnen müssen.
In Kongola halten wir noch an dem Craft Center an. Natürlich finden wir wieder etwas, was wir noch gebrauche n können. An der Kasse erhalte ich einen 30 N$ Schein zurück und schaue etwas irritiert. Es ist tatsächlich der erste 30 $Schein, den ich sehe. Naja, durch die Pandemie fehlt uns ja auch 2020.
Sofort packe ich diesen Schein unter dem Schmunzeln der Kassierer gut weg. Den gebe ich nicht aus!!!
Von hier trennen uns nun nur noch ca 15 km von unserem Ziel.
Das Prozedere bei Dan kennen wir ja schon. Irgenwann biegen wir von der C49 rechts ab in Richtung Mavunje. Mittlerweile sind die Hinweisschilder auch von beiden Seiten zu lesen. Wir folgen dem Weg bis zum Camp. An dem Schild anhalten … 3 x hupen … und schon kommt jemand und zeigt uns unser Campsite. Wir haben eine Riverside Campsite gebucht und erhalten CS Nr.1 mit schönem Blick über den River. Die Campsite ist sehr großzügig angelegt. Wie immer fühlen wir uns hier sofort sehr wohl.
Da es ja noch früh am Tag ist, brechen wir auch gleich nochmal auf, um in den Mudumu zu fahren. Vom Camp sind es nur ca. 25 Km bis zum Eingang des Nationalparks. Wir lösen unser Tages-Ticket (100 Nam$ pro Person und ich glaube es waren 50 Nam$ pro Auto)
Wir nehmen im Park gleich die nächste Möglichkeit rechts, um entlang der Riverside zu fahren. Allerdings ist der Mudumo ziemlich zugebuscht. Plötzlich kommt ein Eli aus dem Gebüsch er hat sich erschrocken und ich hatte meine Kamera noch nicht bereit. So ist er ohne Bild wieder im Gebüsch verschwunden. Dafür sitzt dieser Gelbschnabel-Toko sehr schön auf dem Ast.
Da wir den Park ja schon kennen, wissen wir wie tiefsandig er werden kann und reduzieren den Luftdruck schon rechtzeitig. Bedingt durch die gute Regenzeit und dadurch, dass der Park wirklich sehr zugebuscht ist, lässt sich auch nur wenig Wild blicken.
Unser Ziel sind die Campsites (nicht zum Übernachten) und die Hide.
Die Campsite 3, sie ist in unseren Augen sie größte und am besten gelegene, ist von 3 südafrikanischen Autos besetzt. Da wir ja hier nicht übernachten wollen, grüßen wir nett und fahren zur Hide.
Weit entfernt tummeln sich Hippos im Wasser.
Swallow-tailed Bee-eater Little Bee Eater
Hier bin ich mir nicht sicher, ob es sich um einen Jungvogel handelt
African jacana
Gegen 17.00 Uhr machen wir uns auf den Rückweg.
Es zeigen sich noch ein paar Impalas
und Zebras.
Zufrieden kehren wir zurück und genießen den Sonnenuntergang von unserer Campsite bei Dan.
Gefahren km: 496
Teil 1702. Aug. 2022
Tag 15 – 28.04.2022: Bootstrip mit Dan
Bevor wir mit Dan zu dem Bootstrip starten, machen wir noch einen kleinen Fußmarsch zur CS 2, welche auch schön an der Lagoon liegt.
Es sollte ja nur ein kleiner Spaziergang sein, trotzdem nehme ich natürlich die Kamera mit. Man weiß ja nie. Da war wieder die Frage des Objektives. Da wir ja keine besondere Ausrichtung hatten, habe ich mich für das 50-140 entschieden.
Falsche Entscheidung!!! Wie sich schon bald herausstellen sollte. Während wir langsam Richtung Lagoon schlendern sehen wir ihn fast zeitgleich. Einen Schreiseeadler, welcher so schön auf einem Ast in der morgendlichen Stille sitzt.
Natürlich ist das Objektiv zu kurz. Langsam, Schritt für Schritt pirsche ich mich ran, um wenigstens ein einigermaßen gutes Bild hinzubekommen. Erschwert wird es natürlich durch die vielen Grashalme, die irgendwie dazugehören doch immer im Bild stören.
Als ich endlich auf eine nahe Distanz komme, wird es unserem Schreiseeadler zu unruhig und er fliegt weg. Trotzdem ein wunderschönes Erlebnis.
Wir schlendern langsam weiter, als plötzlich ein lautes Geschrei zu hören ist. Welche Vögel sind denn so laut? Das Geheimnis lüftet sich schnell es sind Ibisse, die sich auf einem Baum niederlassen mit lautem Gezeter wegfliegen. Was für ein Morgen.
Gekrönt wird er noch durch eine Gruppe Letschwe im wogenden Gras.
Sehr zufrieden gehen wir zur Campsite.
Ich packe jetzt das richtige Objektiv auf die Kamera und dann gehen wir zum Ablegeplatz. Um 10.00 Uhr soll es losgehen. Es wird 10.15, 10.30 Uhr. Wir überlegen uns, ob unsere Uhren im Caprivi stimmen?! Da war doch mal was.
10.45 Uhr - kurz vor 11.00 Uhr kommt ein etwas gestresster Dan, beladen mit noch diversen Kisten an. Sorry – ich musste heute überall Feuerwehr spielen. 😐 😕
Alles gut Dan, wir haben den ganzen Tag Zeit auf dem Fluss. Kein Grund zur Aufregung.
Die Situation entspannt sich innerhalb von Minuten und gut gelaunt, legen wir ab.
Was nun folgt, ist ein wunderschöner Tag auf dem Kwando. Unterhaltsam und mit dem Wissen von Dan gespickt.
Ich denke die Bilder werden für sich sprechen.
Hier und da füge ich ein paar Anmerkungen hinzu.
Unsere ersten Hippos für den Tag
Seerosen
Keine Ahnung
Gabelracke
White-fronted bee-eater
Afrikanischer Schlangenhalsvogel
Und wieder Little Bee-Eater ?
Es ist so herrlich hier dem Kwando zu folgen.
Und dem geübten Augen von Dan entgeht nichts.
Kingfisher
Und wieder treffen wir auf eine Hippo-Familie
Letschwe
Waran
Unsere letzten Hippos für diesen Tag Wir stehen ruhig und beobachten die Tiere.
Aus einem Seitenarm des Kwando kommt ebenfalls ein Boot von der Nambwa Lodge.
Als dieses an uns vorbei fährt trauen wir unseren Augen nicht. Wild winkt uns eine Dame zu ... und dann macht es auch bei mir "KLICK" ... es sind Ingrid und Hartwig, die bereits heute auf Nambwa sind. Schnell rufen wir uns die Daten zu, dass auch wir morgen dort sein werden. OK ... ein bisserl irritiert sind die anderen Gäste schon, dass wir hier so laut sprechen ... Sorry dafür.
Gelblappenkiebitz
Langsam machen wir uns auf den Rückweg zum Camp. Links ein Leberwurstbaum.
Krokodil
Rückfahrt in den Sonnenuntergang
Was für ein toller Tag geht hier zu Ende. Abends kommt Dan noch ans Feuer zu uns und wir reden noch ein wenig über "Gott und die Welt"
Wir werden bestimmt wieder kommen.
Für heute erst mal gute Nacht.
Selbst gefahrene Km: 0
Teil 1809. Aug. 2022
Tag 16 – 29.04.22: Nambwa – Elefantentag
Wir verlassen Mavunje, um gleich wieder um die „Ecke“ unser neues Lager aufzuschlagen. Im Prinzip liegt es fast gegenüber von Mavunje … nur halt auf der anderen Seite des Kwando. Und, was ganz wichtig ist, es ist die einzige Campsite, die innerhalb der Kwando Core Area liegt, was bedeuted, dass es keine Gate Zeiten gibt, sofern man eine Campsite gebucht hat.
Wir fahren also Richtung Kongola, dann links auf die B8 und nur wenige Km danach biegen wir wieder links ab. Gegen 10.00 Uhr sind wir am Gate, zeigen unsere Buchung vor und bezahlen den Eintritt in den Park. Bevor wir losfahren, reduzieren wir den Luftdruck, da die Einfahrt bis Nambwa teils sehr tiefsandig ist. Voller Vorfreude auf viele!!!! Elefanten fahren wir los.
Schon bald zeigen sich die ersten Impalas.
Und schon wenige Km weiter treffen wir auf eine kleine Herde Elefanten, die die Pad überqueren wollen. Ich bin etwas überrascht und die Elefanten sind für mein Tele viel zu nahe. 😈 Schnell nehme ich die andere Kamera. Daher nur dieser Schnappschuss, der mir noch gelungen ist, bevor der Busch sie wieder verschluckt hat.
Auch das ist so ein Phänomen: Elefanten sind nun wirklich ja keine kleinen Tiere. Doch im Busch sind sie oft nicht zu sehen.
Hier noch eine Gabelracke auf dem Weg zur Campsite.
In Nambwa angekommen, suchen wir den Camp Adjutanten und bekommen nach einer kleinen Diskussion Campsite Nr. 1. Herrlich gelegen und mit einem Steg zum Kwando.
Wir stellen Tisch und Stühle ab (so wie es uns der Adjutant geraten hat) und machen uns auf zu einer Pirschfahrt in die Kwando Core Area.
Da wir erst am Nachmittag zum Horseshoe wollen, fahren wir die anderen Wege ab. Dabei ist unsere Orientierung mehr rudimentär. Doch die Himmelsrichtung stimmt. Kein Auto weit und breit. Nur wir und die Natur. Einfach nur wundervoll. An einem Wasserloch, welches mit Wasserhyazinthen übersät ist, versuchen Paviane sich einige davon zu angeln ohne ins Wasser zu müssen.
Bei Erfolg laufen sie schnell auf das sichere Trockene und genießen ihren Fang.
Warzenschweine wollen sich auch dem Wasser laben.
Ein schönes Schauspiel.
Wir fahren weiter und treffen am nächsten Wasserloch auf einen einsamen Elefanten.
Dieser ist weniger am Wasser interessiert, sondern nimmt ein ausgiebiges Staubbad. Das Schlammbad hatte er wohl schon hinter sich.
Wir beobachten ihn eine halbe Stunde, dann fahren wir weiter.
Es ist kurz nach 3 Uhr und wir fahren nun langsam zum Horseshoe, setzen uns in die Hide und warten. Schon bald kommt der 1. Elefant. Trinkt ganz ausgiebig, bevor es sich wieder zurück in die Büsche schlägt.
Nun kommen im Wechsel immer wieder verschiedene Herden. Die einen kommen, die anderen gehen.
Einfach herrlich.
Nach einer gewissen Zeit reißen wir uns von dem Schauspiel los, um noch eine Runde zu drehen. Weit kommen wir nicht. Da steht doch ein Auto, das wir kennen. Es ist unfassbar – Tinochika – Ingrid und Hartwig. Wir fahren Seite an Seite und erzählen von unseren Erlebnisssen.
Dann fahren wir beide weiter. Irgendwie finden wir nicht die Pad, die wir eigentlich fahren wollten. Doch auch hier ist es schön.
Langsam wird es Zeit zurück zum Camp zu fahren. Insgeheim hoffe ich auf Elefanten im Abendlicht, hatten wir hier ja schon einmal.
Als wir näher zur Campsite kommen hören wir schon das Trompeten. Und tatsächlich tut eine Herde uns den Gefallen dort in der untergehenden Sonne auf uns zu warten.
Was für ein herrlicher Tag.
Wir bereiten den Grill vor, als plötzlich wieder dieses weiße (oder ehemals weiße) Auto auftaucht. Was für eine schöne Überraschung.
Ingrid und Hartwig haben unsere Campsite gefunden und kommen mit einem leckeren Sundowner – Einem Old Brown Sherry vorbei. (Leider ohne Bilder meinerseits. Vielleicht kann ja Ingrid aushelfen.)
So lässt sich der Sonnenuntergang genießen. Wenn ich mich recht erinnere, war die Flasche hinterher leer. 😗 Na ja – es gibt halt Sonnenuntergänge die dauern etwas länger.
Somit endet ein ohnehin perfekter Tag noch schöner.
Die beiden fahren zur Lodge und wir essen unser Impala Steak mit gerösteten Zwiebeln.
Gefahren Km: 88
(Anmerkung: die Signatur in den Bildern war nicht beabsichtigt, da hatte ich noch die falsche Einstellung beim Hochladen)
Teil 1915. Aug. 2022
Tag 17 – 30.04.22: Mahangu Safari Lodge Teil 1
Es ist 6.00 Uhr morgens. Irgendetwas lässt mich nicht mehr schlafen. Leise stehe ich auf, nehme meine Kamera aus dem Auto und gehe zu dem Steg auf CS 1 in Nambwa.
Noch schläft das Camp und ich genieße die aufgehende Sonne und die Nebelfelder.
Ist zwar kitschig, jedoch liebe ich diese Momente der aufgehenden Sonne.
Auch Jürgen kommt früh aus dem Dachzelt geklettert, stellt sich noch eine Weile neben mich und ohne Worte zu wechseln, sind wir nur glücklich hier zu sein. Irgendwann bleiben wir hier länger.
Nach einem schnellen Frühstück sind wir bereits um 8.00 Uhr wieder auf Pad Richtung Mahangu Safari Lodge. Die Strecke ist wieder langweilig – wie könnte es auch anders sein – doch schon nach 3 Stunden erreichen wir unser Ziel.
Etwas „abenteuerlich“ ist die Anfahrt über die Brücke aus Stämmen ja schon. Doch sie hat gehalten.
Die Mahangu Safari Lodge liegt sehr schön am Kavango. Der Pool und die Bar können auch von Campern benutzt werden.
Wir bekommen die CS Nr 3, welche schön direkt am Fluss liegt.
Nachdem wir uns kurz auf der CS eingerichtet haben, machen wir uns auch schon gleich wieder auf den Weg.
Denn für heute steht die Buffalo Core Area auf unserem Plan. Also fahren wir wieder das kleine Stück zurück, um dort hinzugelangen.
Am Permit Office erhalten wir die Information, dass die Riverside wegen Überflutung nicht befahrbar wäre. Wir überlegen kurz, fahren dann aber doch in den Park. Wir hatten so schöne Erinnerungen daran.
Doch leider wurden wir diesmal enttäuscht. Der Park war sehr zugebuscht und tatsächlich war die Riverside wirklich nicht befahrbar. (Wir hatten uns das natürlich erst mal selbst angeschaut, da wir ja ein gutes Auto haben 😗 ).
Kurz und gut – wir verlassen den Park nach gut 2 Stunden wieder ohne nennenswerte Sichtungen. Beim sichten der Bilder habe ich festgestellt, dass ich nicht einmal ein Foto geschossen habe.
Etwas enttäuscht fahren wir wieder zurück. Es ist erst 15.45 Uhr – also beschließen wir auch noch in den Mango NP zu fahren. Immerhin bleiben uns ja noch 2,5 Std. bis zum Verlassen des Parkes.
Die Dame am Entrance Gate ist außergewöhnlich nett. Wir haben immer kleine „give aways“ dabei. Wir schenken ihr eine Nagelfeile – sie schaut darauf und strahlt uns an.
Dann erzählt sie: Gestern sei ihr ein Fingernagel abgebrochen und sie hätte überlegt, wie sie diesen nun glatt feilen könne. „Oh God“ hätte sie gesagt, "wo bekomme ich nun eine Nagelfeile her." Und Gott hätte geantwortet: „Warte nur ab, es wird jemand kommen und sie dir geben“
Wir lachen alle herzlich über die kleine Geschichte am Rande. 😄
Dann fahren wir in den Park.
Die Entscheidung war richtig.
Zufrieden und glücklich fahren wir zurück zur Campsite.
Zum Essen gibt es Gulasch mit Reis und den Abend beschließen wir mit einem Glas Rotwein an der Bar.
Gefahrene Km: ca. 350
Teil 2018. Aug. 2022
Tag 18 – 01.05.22: Mahangu Safari Lodge Teil 2
Auch heute beginnt der Tag wieder mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Ein Grund warum wir Afrika und speziell den Caprivi so lieben.
In vielen Reiseberichten über die Mahangu Safari Lodge wurde die Breakfast Cruise hoch gelobt. Und entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten, beschließen wir, diese zu buchen.
Mit einem großen Boot und nach Corona-Regeln gedeckten Tischen, schippern wir gegen 8.00 Uhr los. Das Frühstück ist umfangreich.
Zum Glück ist unser Sitzplatz ganz am Ende der Tafel und des Bootes, wodurch wir leicht aufstehen können und die Umgebung beobachten können.
Fazit: Die Fahrt ist ganz ok, für diejenigen die das mögen. Für uns eher weniger. Da war die Bootstour mit Dan mehr nach unserem Geschmack. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, gleich bei Gate Öffnung in den Mahango NP zu fahren. Immerhin kommen wir gut gesättigt wieder zurück und ein paar Sichtungen hatten wir auch.
Die Fahrt kostet lt. Preisliste für Lodge Gäste 310 N$ und für Camper 490 N$. Allerdings wurden uns nur 310 N$ pro Person berechnet.
Zurück auf der Campsite ist erst mal Waschtag angesagt.
Doch dann hält uns nichts mehr. Nicht der Pool, nicht die schöne Lodge … der Mahango ruft. 😁
Und welche Freude … die nette „Lady“ vom Vortag hat wieder Dienst im Office-Häuschen. Wir haben gehofft, dass sie wieder da ist und haben ein kleines Fläschen roten Nagellack für sie dabei … da die Nägel ja jetzt gefeilt sind. Einfach so, weil wir es gerne tun. Natürlich hat sie uns direkt wieder erkannt und strahlt über das ganze Gesicht wegen des kleinen Mitbringsels. (Anmerkung: Bevor wir Besserwisser besserwisserisch daherkommen. Das hat nichts mit Afrika, nichts mit reich/arm, nichts mit Wohlwollen usw. zu tun. Wir freuen uns einfach, anderen Menschen eine Freude bereiten zu können. Ich selbst freue mich auch, wenn ein Vertreter mir ein kleines give-away gibt. Das sind ganz normale zwischenmenschliche Beziehungen)
Auch heute enttäuscht uns der Park nicht.
Als erstes sichten wir eine Gruppe Giraffen im noch schönen Morgenlicht.
Ein einsames Straußmännchen am Wegesrand.
Dann Zebras
Die Rufe der Büffel hören wir schon von weitem. Doch sind sie noch am Wasser. Wir fahren hin und her, um einen Blick auf sie zu erhaschen.
Unserem Wunsch, vor uns die Pad zu überqueren, folgen sie allerdings nicht.
Etwas weiter in Richtung Süden, entdecken wir einen Elefanten. Wir beobachten ihn eine Weile und uns fällt auf, dass er humpelt und sein linkes Vorderbein nicht belasten kann.
Wir merken uns die Stelle und wollen bei der Rückfahrt nochmals schauen, ob er noch da ist.
Wir fahren weiter Richtung Süden.
Wieder erweckt ein Strauß unsere Aufmerksamkeit.
Er kommt nahe ans Auto, bis wir bemerken, dass die Straußenfrau auf der anderen Seite steht und er ihr den Weg frei machen möchte. Es gibt also auch im Tierreich noch Kavaliere. 🤪
Am Kwetche Picnic Platz halten wir an. Ich gehe mal schnell in die Büsche, da sich meine Blase meldet. Das Bild, das sich mir hier im Wald zeigt, ist unglaublich. Überall liegen Tempos, Damenbinden usw. verstreut. Haben die Leute denn überhaupt keine Ehrfurcht vor der Natur. Man könnte z.B. einen Spaten und ein Feuerzeug mitnehmen oder eine Plastiktüte, in welche man dies hineintuen könnte und dann später entsorgen. Und dann wundern wir uns, dass es Touristen nicht mehr erlaubt ist, in solch schöne Gegenden alleine zu fahren. Da kann ich einfach nur empört mit dem Kopf schütteln.
Abgesehen davon ist es ein Stückchen weiter wie im Garten Eden. Wir stehen hier eine Stunde und genießen diesen Frieden.
Auf der Rückfahrt treffen wir wieder auf eine Herde Büffel, die die Straße überqueren.
Dann kommen wir an die Stelle, wo wir heute morgen den verletzten Elefanten gesehen haben. Er ist nur etwa 10 m weitergekommen.
Wir merken uns die Stelle und machen ein Bild mit dem Handy.
Nun wird es langsam Zeit wieder ans Gate zu fahren.
Am Gate angekommen, halten wir an und gehen wieder zu unserer netten „Lady“, die mittlerweile die Fingernägel rot lackiert hat.
Wir berichten von dem verletzten Elefanten und zeigen ihr die Stelle, an der wir ihn gesichtet haben. Sofort ruft sie die Ranger an, die noch heute nach dem verletzten Elefanten suchen wollen.
Danach unterhalten wir uns noch über „Gott und die Welt“ mit der Lady. Wir lachen viel und vielleicht sehen wir uns ja mal wieder.
Zum Abschied kommt sie extra aus ihrem Office und verabschiedet sich überschwänglich mit Kusshand und Winken. Und das hat nichts mit den Mitbringsel zu tun … wir haben uns einfach gut unterhalten und verstanden.
Am Abend gehen wir wieder zur Bar, checken unsere Emails und beenden den schönen Tag mit einem Glas Wein.
Fazit: Uns hat der Manhango und die Mahangu Safari Lodge sehr gut gefallen. Einschlafen mit dem Grunzen der Hippos und Aufwachen durch den Gesang der Vögel. Etwas Schöneres gibt es für uns nicht.