Radtour geplant - Route unsicher

26 Antworten · 4'135 Aufrufe · gestartet 18. Mai 2022 von Alcertraz
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Themenstarter8 Beiträge · seit 202218. Mai 2022 · #1
Hallo zusammen,

ich habe schon viele Beiträge hier gelesen und konnte mir damit auch schon ein paar Fragen zu meinem geplanten Vorhaben beantworten. Ich hoffe, mein Beitrag ist hier im richtige Unterforum.

Das Vorhaben: ich werde in die Gelegenheit kommen, mitsamt Fahrrad Mitte August in WDH zu sein. Was liegt bei diesen Umständen näher, als via besagtem Rad nach CPT zu fahren? Für mich: nichts.

Die Route: über Komoot und ohne jegliche Ortskenntnisse zusammengestellt (Route speichern ist leider nicht drin weil ich da kein Mitglied bin) und beträgt 1.637km und hat dabei 6.760m Steigung. Für die Strecke habe ich +/- 3-4 Wochen Zeit, wobei ich nicht zwingend jeden Tag eine Mindestdistanz fahren will. Auch komplette Ruhetage (vom Fahrrad, nicht bzgl. jeglicher Fortbewegung) sind für mich kein Problem. Ein Rückflugticket gibt es (noch) nicht, soll eigentlich auch erst kurz vor/in Kapstadt gebucht werden.
Der Verlauf: insgesamt will ich dem wohl recht starken Verkehr auf der B1 entgehen. Deshalb will ich zunächst über die C26 bis hinter Hoffnungsfeld, danach die D1237 nach Rehoboth nehmen. Von da auf die C24 (wird im weiteren Verlauf zur M47?) bis sie auf die C14 stößt. Da östlich abbiegen und der C14 folgen durch Maltahöhe und später Helmeringhausen. Ab dort der C13 folgend in den Süden nach Alexander Bay. Im weiteren Verlauf soll es auf der R382 bis Port Nolloth gehen und dann über mir größtenteils namentlich unbekannte Wege so nah es der Untergrund erlaubt an der Küste entlang bis CPT.
Was sind eure spontanen Gedanken, wenn ihr den Streckenverlauf seht? Ist da etwas – aus welchen Gründen auch immer – nicht schaffbares/nicht ansehnliches/nicht empfehlenswertes dabei?
Ist da ein Abschnitt dabei, auf dem es für eine sehr lange Strecke (so ab 150km und dadurch zwingend 2 Tagen) keine Versorgungsmöglichkeit gibt?

Zu meinen größten Fragen:
- was wäre bzgl. des Verkehrs auf der gewählten Route zu erwarten?
- wie ist die Untergrundbeschaffenheit auf den Strecken? Nach meinen Recherchen sind die C-Straßen größtenteils fester Sand? Was würde mich auf der D1237 bis Rehoboth erwarten?
- wie ist die Verpflegungssituation vor Ort? Ich würde bevorzugt campen, gibt es üblicherweise an Campingplätzen die Möglichkeit, Essen (& vor allem Trinken) zu kaufen?
- eine Überlegung ist, ohne Kocher zu reisen. Dafür wäre bestenfalls haltbares, nicht zwingend zu erhitzendes Essen in einer Konserve sinnvoll. Fällt euch dazu etwas ein?
- Wie groß schätzt ihr den Wasserverbrauch? Ich würde grob mit 6l pro Tag kalkulieren, ist das (deutlich) zu wenig?
- ich meine, beim AA gelesen zu haben, dass man kein Visum benötigt, wenn man ein gültiges Abflugticket für in weniger als 90 Tagen vorlegen kann (oder so ähnlich). Demnach brauche ich wohl zwingend ein Visum? (https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/suedafrikasicherheit/208400#content_4)
- einen Reise-Gesundheitsfragebogen muss ich vor der Einreise nach Südafrika auch ausfüllen? (https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/suedafrika-node/suedafrikasicherheit/208400)
- für erfahrene Radfahrer: ich habe hier im Forum (Beitrag finde ich leider grade nicht) gelesen, dass die unkaputtbaren von Schwalbe nicht zwingend empfohlen werden. Welche Mäntel sind im Kontext des zu erwartenden Untergrundes sinnvoll?
- was für ein Packvolumen durch Fahrradtaschen ist die Mindestempfehlung, wenn mind. das Zelt auf dem Gepäckträger transportiert wird?

Gerne auch alle weiteren Anregungen.

LG
2'536 Beiträge · seit 200719. Mai 2022 · #2
Hi,
kann dir zu den Rad-Fragen nicht viel weiterhelfen, nur zum Thema Flug:
Es ist insgesamt auf jeden Fall besser, billiger und einfacher, du buchst ein Rückflugticket mit Möglichkeit zum Umbuchen gleich dazu. Gabelflüge sollten da kein Problem sein und du sparst dir die gesamte Visum-Geschichte.
LG Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
7'296 Beiträge · seit 200619. Mai 2022 · #3
Hallo,
ich habe gerade keine Landkarte mit den Streckenbezeichnungen zur Hand, aber alles ist besser, als die B1 zu fahren. Ich bin die vor über 20 Jahren mal bis Keetmannshoop geradelt. Damals kam da gefühlt alle halbe Stunde mal ein Auto vorbei. Vor einigen Jahren war ich nochmal dort und es ging zu wie auf der Autobahn.

Mit dem Wasser müsstest Du so hinkommen. Ich war (fast) immer im dortigen Sommer unterwegs und habe um die 14 Liter am Tag getrunken. Einmal war ich im September unterwegs. Da brauchte ich bedeutend weniger.

Was die Reifen angeht … die meisten Radler bevorzugen Schwalbe. Ich persönlich war enttäuscht von der Reaktion der Firma nach einem zerfetzten Reifen nach nur einer Woche in Kamerun. Der Reifen kostete damals mehr als ein Winterreifen für mein Auto. Das ist ein persönlicher Hintergrund und kein objektiver Grund, aber ich verwende nun andere Reifen, mache da aber auch keine Raketenwissenschaft draus.

Was Essen angeht, ist Biltong und Droewors klasse. Das ist getrocknetes Fleisch bzw. Wurst. Weil es quasi kein Wasser mehr enthält, ist es nicht mehr so schwer, enthält aber noch die Nährstoffe und es lässt sich ungekühlt transportieren.

Gruß
Wolfgang

Ergänzung:
So sah mein Rad mit Wasservorräten im dortigen Sommer aus. 😉

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Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zuletzt bearbeitet 19. Mai 2022
486 Beiträge · seit 202019. Mai 2022 · #4
ich bin ja nun wahrlich kein Radfahrer, kann also nicht wirklich was dazu sagen. Aber wenn ich mich so an die B1 erinnere als Autofahrer ..... 🤨

- 120 kmH Geschwindigkeitsbegrenzung (an die sich nicht alle halten.....)
- relativ schmale Teer-Straße, da kommen sich die (Kraft -) Fahrzeuge mit 240kmH Differenz entgegen....
- es wird überholt ohne großen Leistungs-Überschuss (dauert manchmal ewig ....) = beide Richtungen "voll" belegt ....

jetzt stelle ich mir gerade einen langsameren Radfahrer auf dem Asphalt vor ... 😏 😏
der fährt vermutlich sowieso gleich auf den Schotter-Seitenstreifen (machen die Fußgänger auch meistens oder weichen sofort aus, wenn sie einen kommen sehen.....)
da dürfte dem Radler die befestigte Straße auch nichts mehr bringen per Saldo, abgesehen von der heftigen Gefährdung dort .....
Gruß Burkhard
zuletzt bearbeitet 19. Mai 2022
807 Beiträge · seit 201719. Mai 2022 · #5
Vielleicht hilft dir der Film -Anderswo. Allein in Afrika- weiter.
Mein Mann ist Radfahrer, aber bedauert die einzelnen Radfahrer, die wir sahen zumeist. Es gibt bestimmt auch Radforen, wo du wahrscheinlich besser aufgehoben bist. . Hier sind 99 Prozent mit dem Auto unterwegs.
Mein Ersttäter- Reisebericht Namibia 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297472-5711-km-namibia-abenteuer-grosse-ersttaeter-runde.html Seychellen: Inselhopping: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299153-seychellen-inselhopping-im-tropischen-paradies.html Kurzbericht Namibia 2021 mit Fotobuch: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301218-fotobuch-und-kurzbericht-namibia-herbst-21.html Reisebericht Namibia 2021: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301521-5-056-km-zweittaeter-im-caprivi-herbst-2021.html?start=0 SÜDAFRIKA 2022 -Fotobuch und kleiner Reisebericht https://www.cewe-community.com/global/example/suedafrika-2022-68145 Costa Rica 2023 https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/303311-2-349-km-durch-costa-ricas-regenwaelder-und-vulkane.html Costa Rica Fotobuch www.cewe-myphotos.co...40289853b4efd18f584d Ein kleiner Auszug bereister Reiseziele: Liparische Inseln - Madeira - Azoren - Schottland - Island - Neuseeland -Australien- Singapur - Namibia -Gambia - La Réunion- Mauritius - Seychellen -Südafrika- Costa Rica uvm.
Themenstarter8 Beiträge · seit 202219. Mai 2022 · #6
Hierüber sollte die Route angezeigt werden: https://www.komoot.de/plan/tour/d08_qeIgwEEnPI=F2wABPzAAft7pn1_X_r2JSILan4OgR3NDXyAx8jCpL91BOfsaE6vg8PktgfVW2kd-4MvHESonKN9tJwA/@-28.4167714,15.9103389,6.379z
Es ist insgesamt auf jeden Fall besser, billiger und einfacher, du buchst ein Rückflugticket mit Möglichkeit zum Umbuchen gleich dazu. Gabelflüge sollten da kein Problem sein und du sparst dir die gesamte Visum-Geschichte.
Klingt sinnvoll, ja. Werde mal die Reisedauer überschlagen, ein paar Tage draufhauen und dann für den veranschlagten Tag buchen. Aber halt so, dass ich im Zweifel noch ein paar Tage mehr in Kapstadt verbringen "muss" 😉
Was die Reifen angeht … die meisten Radler bevorzugen Schwalbe.
Eignen die sich denn deiner Einschätzung nach für Fahrten auf festem Sand?
Was Essen angeht, ist Biltong und Droewors klasse. Das ist getrocknetes Fleisch bzw. Wurst. Weil es quasi kein Wasser mehr enthält, ist es nicht mehr so schwer, enthält aber noch die Nährstoffe und es lässt sich ungekühlt transportieren.
Klingt gut. Muss man das noch Erhitzen vorm Verzehr?

Aus allen Beiträgen lese ich raus, dass es eine gute Idee war, ohne die B1 zu planen. Das beruhigt mich schon mal.
Mein Mann ist Radfahrer, aber bedauert die einzelnen Radfahrer, die wir sahen zumeist. Es gibt bestimmt auch Radforen, wo du wahrscheinlich besser aufgehoben bist. . Hier sind 99 Prozent mit dem Auto unterwegs.
Filmtipp schaue ich mir mal an, danke.
Alleine zu sein ist zum Glück kein Problem bei mir.
Habe bei den erstellten Themen gesehen, dass hier auch einige mit Campern unterwegs sind. Deshalb dachte ich, erbitte ich hier v.a. Antwort auf die nicht fahrradspezifischen Fragen (Verkehr und Untergrundbeschaffenheit auf den genannten Strecken, Versorgungsmöglichkeit an Campingplätzen, sonstige Hinweise ortkundlicher Namibia-Reisender). Für die Fragen rund ums Radfahren wollte ich dann speziell Radreisende anfragen. Dachte, so bekomme ich jeweils von den Experten im Themenfeld die Anregungen und Hinweise.
1'014 Beiträge · seit 201619. Mai 2022 · #7
Biltong muß nicht erhitzt werden, das ist einfach Dörrfleisch in Streifen das man so kauen kann. Bevor man seine Ernährungsplanung darauf ausrichtet, sollte man es vorher mal probieren. Viele lieben es, viele (mich eingeschlossen) finden es grauslich.
Bei Globetrotter z.B. gibt es gewichtsoptimierte Trockenfertiggerichte. Keine Ahnung, ob man die einführen darf aber ich könnte mir vorstellen, daß man in den sehr gut sortierten Campingläden in Windhoek sowas auch bekommt. Tabletten zur Wasserreinigung würde ich mir für den Notfall auch besorgen, falls mal kein Trinkwasser in Flaschen oder aus sonst vertrauenswürdigen Quellen verfügbar ist.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 20. Mai 2022
7'296 Beiträge · seit 200619. Mai 2022 · #8
Superfanti schrieb:
Mein Mann ist Radfahrer, aber bedauert die einzelnen Radfahrer, die wir sahen zumeist.

Ich kann Dir nach ca. 6.200 km per Rad in Namibia aus Erfahrung sagen, dass es keinen Grund zum Bedauern gibt.
Ein besseres Gefühl von Natur und Einsamkeit kann man nur schwer haben.
Es gibt bestimmt auch Radforen, wo du wahrscheinlich besser aufgehoben bist. . Hier sind 99 Prozent mit dem Auto unterwegs.

In den Radforen sind kaum Leute in Afrika unterwegs, hier kaum welche mit dem Rad. Es macht wenig Unterschied.

Gruß
Wolfgang
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7'296 Beiträge · seit 200619. Mai 2022 · #9
… was die Reifen angeht, montiere ich in Afrika immer die breitesten, die passen und welche mit Profil. Ich hatte es schon erlebt, dass ich noch radeln konnte und mein Reisepartner mit schmäleren Reifen schieben musste.

Biltong ist roh getrocknetes Fleisch (ähnlich wie geräucherter Schinken). Man bekommt das in Namibia in jedem Supermarkt und an vielen anderen Stellen. Ich habe das zuhause auch schon selbstgemacht. Um es vorher auszuprobieren, bekommt man es z.B. auch bei Globetrotter unter dem Namen "Beef Jerky" (das ist der amerikanische Name). Man isst das kalt und einfach so wie Chips.
Droewors ist ähnlich, aber eben halt aus Wurst, die getrocknet ist. Die ist manchmal allerdings sehr grob. Ich mag normalerweise gerne z.B. grobe Bratwurst (viel lieber als feine), aber die ist schon manchmal grenzwertig.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter8 Beiträge · seit 202220. Mai 2022 · #11
Perfekt, danke für eure Antworten. Werde Biltong mal Zuhause probieren. Und dann vor Ort essen, ob es schmeckt oder nicht 😉

Kann jemand irgendwas über den Untergrund oder sonstwie über die Route sagen? Ist da irgendein für euch offensichtlicher Schnitzer (unpassierbarer/gefährlicher Abschnitt, etc.) enthalten?
7'296 Beiträge · seit 200620. Mai 2022 · #12
Alcertraz schrieb:Perfekt, danke für eure Antworten. Werde Biltong mal Zuhause probieren. Und dann vor Ort essen, ob es schmeckt oder nicht 😉
… probiere es einfach mal. Die meisten, die ich kenne, mögen das Zeug.
Zuhause habe ich es aus Rinderroulade gemacht, aber in Namibia wird meist Wildfleisch (aber auch Rind) verwendet. Es gibt es auch in verschiedenen Würzungen. Wenn man es gar nicht mag, ist natürlich die Würzrichtung auch nicht so entscheidend.

Kann jemand irgendwas über den Untergrund oder sonstwie über die Route sagen? Ist da irgendein für euch offensichtlicher Schnitzer (unpassierbarer/gefährlicher Abschnitt, etc.) enthalten?

C-Straßen sind gerade für Radler immer eine Art Überraschungsei. Manche sind gerade geschoben und hervorragend zu fahren. Da rollst Du mit 20 km/h wie durch 'nen deutschen Stadtpark. Anderswo brauchst Du für fünf Kilometer zwei Stunden. Das weiß man vorher nicht, aber in der Regel kommt man ganz gut voran. Ich rechne immer mit ca. 10 km in der Stunde (man macht ja auch mal Fotos oder 'ne Pause.

Zwei ganz wichtige Dinge noch von Radfahrer zu Radfahrer:
Viele Farmen sind nicht eingezäunt. Da laufen Rinder frei rum. Jetzt dachte ich mir nach meiner Vergangenheit (bin ja als Sechsjähriger schon auf ein Kalb geklettert), da radle ich doch einfach durch. Doofe Idee. Da waren Bullen dabei und die wollten die Kühe beschützen. Das wurde 'ne ganz enge Kiste - wohl meine gefährlichste Situation auf Reisen.

Der zweite Punkt sind Wachhunde an Farmen. Die wissen genau, wo die Löcher im Zaun sind. Manchmal kann man abhauen, aber zu 70-80% sind die Hunde schneller. Dann am besten stehenbleiben, das Fahrrad quer vor sich stellen und ruhig bleiben. Im Normalfall beruhige sich die Hunde wieder. Notfalls anschreien oder einen Stein aufheben. Das verbinden sie häufig mit der Erinnerung, dass ein schmerzhafter Steinwurf folgt. Ich hatte einmal sechs Wachhunde gegenüber. Das war bisschen doof und brauchte Geduld. Einmal zu schnell bewegt, hat sofort ein Hund alle anderen wieder angestachelt und ich hatte wieder wütendes Gekläffe um mich. In Summe alles nicht so wild.

Viel Spaß auf der Reise!

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter8 Beiträge · seit 202221. Mai 2022 · #13
Ja, das Rennen gegen Bullen und Hunde werde ich wohl kaum gewinnen.
Der Umgang mit den Hunden erscheint logisch und naheliegend. Und bei angreifenden Bullen hilft was?
C-Straßen sind gerade für Radler immer eine Art Überraschungsei.
Dann werde ich mich von meinen Überraschungseiern einfach überraschen lassen. Bisschen Abenteuer soll es ja auch bleiben.
7'296 Beiträge · seit 200621. Mai 2022 · #14
Alcertraz schrieb:Ja, das Rennen gegen Bullen und Hunde werde ich wohl kaum gewinnen.
Der Umgang mit den Hunden erscheint logisch und naheliegend. Und bei angreifenden Bullen hilft was?

… als erstes mal die Augen auf. Ich hatte damals ja keine Ahnung, dass da Bullen dabei sein könnten und rechnete einfach nur mit Kühen. Wenn Bullen zu sehen sind, dann nicht in die Herde fahren.
Wenn es doch passiert ist hilft nur Gas geben. Diskutieren bringt da vermutlich nicht viel. 😉

In meinem Fall war es damals so, dass ich durch die Herde gefahren bin, aber mich vorsichtshalber immer mal umgedreht habe. Dann sah ich drei Jungbullen von schräg hinten auf mich zustürmen und habe so schnell in die Pedale getreten wie es ging. Natürlich waren die viel schneller als ich und kamen näher, denn ich hatte außerdem noch 'nen Anhänger mit zu dem Zeitpunkt vielleicht 20 Litern Wasser angehängt. Ein weiterer Bulle stand direkt am Pistenrand und fraß. Er erschrak, als ich an ihm vorbeifuhr. Hätte der drei Sekunden vorher den Kopf gehoben, könntest Du das jetzt nicht mehr lesen. Bevor mich die drei Jungbullen einholten, hatte ich zum Glück die Herde durchquert und die drei Bullen drehten ab. Man denkt bei Afrika per Rad immer an Löwen, Elefanten usw. - die größte Gefahr sind Dinge, mit denen man nicht rechnet. Ich fahre übrigens in Afrika immer nur mit Rückspiegel. Das hat mir auch schon mehrfach das Leben gerettet, wobei das eher in anderen Ländern war. Auf der B1 würdest Du den aber unbedingt auch brauchen.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter8 Beiträge · seit 202223. Mai 2022 · #15
Man denkt bei Afrika per Rad immer an Löwen, Elefanten usw. - die größte Gefahr sind Dinge, mit denen man nicht rechnet.
Das werde ich auf jeden Fall beherzigen.

Vielen Dank für alle Tipps 🙂
1'127 Beiträge · seit 202226. Mai 2022 · #16
Du hast Post.
(Die PN-Benachrichtigung scheint nicht zu funktionieren, daher auf diesem Weg)
zuletzt bearbeitet 26. Mai 2022
Themenstarter8 Beiträge · seit 202201. Juni 2022 · #17
Hi zusammen, mir kam noch eine weitere Frage auf: ich habe geplant, größtenteils zu zelten. Habt ihr Tipps für eine Karte mit möglichst vollständiger Einzeichnung von Campingplätzen oder sind die Campingplätze quasi immer auch bei Google Maps zu finden?
16,9k Beiträge · seit 201201. Juni 2022 · #18
Eine interaktive, kostenlose Karte mit vielen Campingplätzen, die einigermaßen auf dem aktuellen Stand ist, findest Du hier: https://www.info-namibia.com/de/karte

LG
Logi
7'296 Beiträge · seit 200602. Juni 2022 · #19
Es gibt/gab manchmal Campingmöglichkeiten bei Farmen, die auf der Karte nicht verzeichnet sind. Ich musste aber auch öfter mal neben der Piste zelten.

Übrigens besteht in Namibia und Südafrika Helmpflicht für Radfahrer. In Windhoek oder entlang Asphaltstraßen hält sich offenbar auch jeder dran. Auf den Pisten habe ich ihn hinten aufs Gepäck geschnallt. Der Helm behinderte das Tragen einer Schirmmütze und die war mir wegen Sonnenbrandgefahr wichtig.
In Südafrika habe ich mal eine Polizeistreife erst nach dem Weg und dann nach der Helmpflicht gefragt. Die Helmpflicht wurde mir bestätigt und den müsse ich tragen. Die Erklärung des Weges führte direkt nach einem Kilometer zur bereits ausgeschilderten Autobahn. Als ich meinte, auf der Autobahn dürfe ich mit dem Rad doch nicht fahren, antworteten sie, das sei schon ok. Ich bin dann etwa 60 km Autobahn geradelt, abends an einem Dorf abgefahren, um eine Unterkunft zu finden. Am nächsten Tag bin ich wieder auf die Autobahn und nochmal so 40-50 km geradelt. Ich habe mehrere Mautstationen passiert, an denen immer ein Verbotsschild für Radfahrer stand. Es hat niemanden interessiert, dass ich da locker 100 km Autobahn geradelt bin. Versuche das mal in Deutschland. Da kommst Du nach wenigen Kilometern bereits im Verkehrsfunk und die Polizei kassiert Dich ein … 😉

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter8 Beiträge · seit 202221. Juni 2022 · #20
Es sind nochmal ein paar Fragen bei mir aufgekommen, welche ich über andere Themen im Forum schon etwas beantworten konnte, z.T. sind die Auskünfte aber auch schon einige Jahre alt und/oder ich habe die neusten Themen dazu nicht gefunden.

Inwiefern ist Kartenzahlung in Namibia und Südafrika möglich? V.a. für Campingplätze, deren Läden und Einkaufsmöglichkeiten in Dörfern würde mich das interessieren.

Wie sind die Möglichkeiten zum Geld abheben in Namibia und Südafrika ausgebaut?

Was vermutet ihr für Kosten für Unterkünfte, Essen und Trinken? Ich würde versuchen, für 1 Woche Bargeld parat zu haben, falls ich längere Zeit keine Möglichkeit habe, Geld abzuheben. Oder braucht es mehr Bargeld weil es im Süden Namibias und der Westküste Südafrikas kaum Abhebemöglichkeiten gibt?

Vielen Dank bereits vorab!