GeroThemenstarter105 Beiträge · seit 200806. Apr. 2022 · #1
Zeila Shipwreck Abzocke
"I come in peace,“ waren die ersten Worte des schwarzen Verkäufers, der mir schon seinen Pappkarton mit Steinen unter die Nase hielt als ich noch kaum aus dem Auto ausgestiegen war.
Nach der Besichtigung des Wracks (mein Auto stand auch mal längere Zeit alleine auf dem Parkplatz) fiel mein Blick auf den zur Hälfte platten Hinterreifen auf der Fahrerseite - wenn er weiter in diesem Tempo an Luft verlieren würde, käme ich nirgendwo mehr hin (Swakopmund 50 km, Henties Bay 20 km entfernt).
Der Schwarze mit seinen Steinen wollte jetzt verkaufen, nun war aber der Reifen wichtiger. "I can change it!“ Ich traute es ihm nicht so recht zu, aber es war die einzige Möglichkeit. - Mama (?) und Papa (?) halfen auch mit, aber das Auto war klar eine Nummer zu groß für alle. Schließlich hatte er den Ersatzreifen auf der Achse und machte sich ans Festziehen der Schrauben. Ich bat einen kräftigen Buren, der mit seinem Auto hergefahren war, um Hilfe, weil die ganze Aktion so dilettantisch verlief. Dieser bemerkte gleich, dass die Schrauben nicht alle richtig im Gewinde saßen und ließ sie wieder herausdrehen. Er setzte dann den Reifen korrekt auf die Nabe und zog selbst die Schrauben fest. Ich möchte mir nicht vorstellen, was passieren hätte können wenn ich mit einem nicht sitzenden Reifen losgefahren wäre, deshalb würde ich die Beteuerung des Schwarzen "I am not a criminal“ widerlegen wollen. Mit 200 N$ war er nicht ganz zufrieden (100 for Mama, 100 for Papa, 100 for me, and a Savanna for the old man - im Kofferraum war noch Savanna). Okay, ich war ja froh, dass erst mal alles in Ordnung war.
Zurück gen Swakop fahrend keimte in mir der Verdacht, dass womöglich die Luft aus dem Reifen gelassen wurde, um an Geld zu kommen. Leider bestätigte sich dieser Verdacht dann nach Besuch des Tire Center: der Überdruck im „platten“ Reifen hielt problemlos über 24 Stunden…
Auto möglichst nicht allein / unbeaufsichtigt am Wrack stehen lassen.
SESeyko1'096 Beiträge · seit 200906. Apr. 2022 · #2
Hallo Gero
Deine Interpretation ist zulässig allerdings keinesfalls gesichert. Insofern habe ich grosse Mühe damit. Wenn du das weiterdenkst - worin sollte der Nutzen liegen, den Reifen falsch aufzuziehen? Woher hat der „Täter“ gewusst, dass du keinen Kompressor im Auto hast? Dann wäre das Kartenhaus ja unmittelbar zusammengestürzt.
Ich zitiere mich selbst aus einem Blogbeitrag:
Vor Henties Bay liegt noch ein Schiffswrack nahe der Küste, das in einem guten Zustand ist und nun als Kormoran-Nistplatz dient. Wir bogen am Wrack der Zeila von der Strasse ab und sahen einige Menschen in zwei Gruppen in den Dünen um ein Feuer sitzen. Das Wetter war an der Küste wieder rau. Kaum waren wir abgebogen, standen mehrere dieser Personen auf und näherten sich uns – es waren Verkäufer die auf Touristen warteten.
Ihre Ware bestand aus diversen Steinen. Zumeist Halbedelsteine, gelegentlich poliert, ansonsten als Rohsteine in einer grossen Pappschachtel dargeboten. „Hey Boss, we are not criminals, we just want to show you some beautiful stones“, begrüssten uns die Jungs. Zwei junge Männer und eine ältere Frau standen vor uns und schauten uns erwartungsvoll an. Guido packte sein Stativ aus, montierte seine Filter und antwortete ihnen, dass er zunächst fotografieren möchte und dann wiederkomme. Guido hielt sich länger an dem Strand auf und während er fotografierte, kamen weitere fünf Autos mit Touristen den Weg hinauf gefahren. Während er mit Langzeitbelichtungen fotografierte, beobachtete er das Geschehen und wurde traurig. Ausnahmslos alle Touristen reagierten sehr harsch. Manche drohten mit der Körpersprache, andere flüchteten – die Partner blieben bei laufendem Motor in den Autos sitzen – allzeit bereit den ausgestiegenen Partner zu retten.
Wenn die Vorsicht regiert
Die Fotografierenden stiegen meist schnell aus, entfernten sich wenige Meter vom Auto, sahen sich dabei ständig links und rechts um, führten schnell die Kamera vors Auge und ‘klack’ war das Bild im Kasten. Millisekunden später sassen sie wieder im Auto, den Kopf noch schüttelnd beim Einsteigen und schwupp waren sie bereits wieder weg. Wir nahmen ihnen das Verhalten nicht übel, aber es machte uns dennoch traurig. Wir wissen aufgrund unserer eigenen Recherchen, dass man beim Lesen so mancher Afrika-Foren den Eindruck gewinnen kann, das hinter jeder Ecke böse Buben lauern. Wenn man diesem Thema zu viel Raum gibt, entsteht eine Touristen-Blase. Ein Raum, der es niemandem mehr ermöglicht, mit einem guten Gefühl und mit Neugierde Menschen kennenzulernen.
Unser Instinkt funktioniert, wenn wir es zulassen. Diese Menschen hier waren sicher keine cleveren Marketing-Spezialisten. Sie fanden es bspw. total witzig, auf dem Strand vor dem Wrack aus Seehund-Knochen menschliche Skelette zu formen. Der Anführer der Drei, ein junger Mann von etwa Ende zwanzig, gluckste laut, als er Guido stolz erzählte, dass sie das gebaut haben. Guido interessierte sich für sie und sie unterhielten sich sicher noch zwanzig Minuten lang. Ihre Familien leben im Norden des Landes und sie versuchen nichts anderes, als irgendwie Geld zu verdienen, um diese Familien durchzubringen. Je länger sie miteinander sprachen, desto fröhlicher und ausgelassener wurde der Anführer.
und weiter
ES IST KOMPLIZIERT
Während der Fahrt zum Erongo waren wir gedankenversunken und still. Dinge sind wie sie sind und es ist nicht so recht möglich herauszuarbeiten, wer da welche Verantwortung trägt. Klar gibt es kriminelle Gruppen, die Autos ausbremsen, Scheiben einschlagen, Wertsachen stehlen und verstörte Touristen zurücklassen. Auf der anderen Seite gibt es Touristen die sich fast schon hysterisch in so etwas hineinsteigern. Da werden dann hinter jeder Ecke schlimme Dinge vermutet. Für sie ist fast jeder Weg zwischen zwei Destinationen ein gefährliches Abenteuer.
Wir hoffen, dass sich das irgendwie entwirrt. Nach unseren Erlebnissen ist Namibia nicht anders als andere Orte dieser Welt. Welche Qualität haben denn Ferien, wenn die Neugierde auf die Menschen, die Kultur und das Land von Ängsten und Sorgen überschattet wird? Am frühen Nachmittag trafen wir im Erongo Gebirge ein und fuhren auf die Farm Eileen zum Erongo Plateau Camp – einer immer wieder lobend erwähnten Campsite. Uns erwartete eine tolle Campsite in einer atemberaubenden Gegend.
Liebe Grüsse Guido
HAHans-Wolf272 Beiträge · seit 201906. Apr. 2022 · #3
Ich finde, jeder der mit dem Mietwagen durch Namibia fährt, sollte notfalls in der Lage sein, auch selbst einen Reifen zu wechseln. Sonst wird's kritisch.
GeroThemenstarter105 Beiträge · seit 200806. Apr. 2022 · #4
Hallo Guido, ich gebe dir und deinen Ausführungen vollkommen recht. Auch ich bin dagegen, "hinter jedem Busch" einen Kriminellen zu vermuten. Im Gegenteil, wir haben auf unseren Reisen im Land fast immer nur Gutes erlebt und hatten eine Menge sehr positiver Kontakte zu den Einheimischen.
Allerdings bin ich mir schon recht sicher, dass das Erlebnis am Zeila Shipwreck nur dem Zweck diente, Geld aus einer Situation zu "generieren", die absichtlich "eingefädelt" wurde. Wie sich später herausstellte, war der "platte" Reifen einwandfrei. Im Tire Center in Swakop wurde der Reifen mit erheblichem Überdruck aufgepumpt, um zu schauen, ob er nach 24 Stunden den Druck gehalten hat oder ob eine undichte Stelle drin war. Ergebnis: Auch 24 Stunden später kein Druckverlust.
Zurück gen Swakop fahrend keimte in mir der Verdacht, dass womöglich die Luft aus dem Reifen gelassen wurde, um an Geld zu kommen. Leider bestätigte sich dieser Verdacht dann nach Besuch des Tire Center: der Überdruck im „platten“ Reifen hielt problemlos über 24 Stunden…
Auto möglichst nicht allein / unbeaufsichtigt am Wrack stehen lassen.
ca. 18 Euro "Lehrgeld" für den Wechsel eines Reifens, aus dem man vielleicht vorher die Luft abgelassen hat, ist wohl ärgerlich, aber diese Menschen sind so arm, dass sie zum Überleben zu nicht nur lauteren Methoden greifen. Ist natürlich nicht in Ordnung, aber du hast die Möglichkeit, mit einem freundlichen Hinweis auf die nicht gelungene Reparatur die Summe, die du dort lässt, selber zu bestimmen oder es eben ganz zu lassen.
"Ich traute es ihm nicht so recht zu, aber es war die einzige Möglichkeit. " Dabei ist das Vermögen, selber einen Reifen zu wechseln, wenn man sich so weit ab von einer Siedlung und Werkstatt befindet, auch immer hilfreich. Ich würde mich ohne diese Kenntnis gar nicht in solche Gegenden trauen.
Viele Grüße Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland
Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide
Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
mir kommt da ernsthaft die Galle hoch, so einen tendenziösen Schrott zu lesen wie in Ihrem Beitrag.
Die "Schwarzen" die eine zweideutige / evtl. sogar kriminelle Lage erzeugen, die dann glücklicherweise vom "kräftigen Buren" entschärft wird.
Dann gibts auch noch den Sidekick von einer anderen Userin, die die doch so naheliegende Erklärung beibringt, dass die Kollegen aus purer Armut zu "unlauteren" Dingen greifen und na klar die Lauft aus den Reifen abgelassen haben. Was denn auch sonst.
Wahnsinn, dass ein solches Geschreibsel aus den 60ern auch noch unwidersprochen bleibt.
Dabei hilft auch der romantisierende Schluss mit dem kräftigen weissen Ritter nicht.
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200808. Apr. 2022 · #7
CGNNAM schrieb:
mir kommt da ernsthaft die Galle hoch, so einen tendenziösen Schrott zu lesen wie in Ihrem Beitrag. Die "Schwarzen" die eine zweideutige / evtl. sogar kriminelle Lage erzeugen, die dann glücklicherweise vom "kräftigen Buren" entschärft wird. Dann gibts auch noch den Sidekick von einer anderen Userin, die die doch so naheliegende Erklärung beibringt, dass die Kollegen aus purer Armut zu "unlauteren" Dingen greifen und na klar die Lauft aus den Reifen abgelassen haben. Was denn auch sonst. Wahnsinn, dass ein solches Geschreibsel aus den 60ern auch noch unwidersprochen bleibt. Dabei hilft auch der romantisierende Schluss mit dem kräftigen weissen Ritter nicht.
Die "Schwarzen" - in Tüddelchen 😣
und keine klaren Zusammenhänge
so ist das, wenn man nur bittere Galle ins Forum speien will.
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
GeroThemenstarter105 Beiträge · seit 200808. Apr. 2022 · #8
@CGNNAM
Zunächst mal: was soll die blöde Anrede mit "Sie". Hier im Forum sind wir alle per du.
Nun, es ist halt so, dass das Leben andere Geschichten schreibt, die eben nicht in dein (naives) Weltbild passen. Lies doch noch mal die ganze Story, dann wird dir auffallen, dass fraglicher Reifen im Swakop Tire Center mit erheblichem Überdruck aufgepumpt wurde und diesen Überdruck auch nach 24 Stunden noch hielt. Was schließt du daraus?
Mein Beitrag ist kein "Geschreibsel aus den 60ern". Er ist die Schilderung einer Situation, die du nicht begreifst, weil es in deiner Welt so was nicht geben kann.
Ich habe diese Episode hier nur deshalb reingesetzt, damit andere, die evtl. in die gleiche Situation kommen, etwas wachsamer sind als ich es war.
Gero
SESeyko1'096 Beiträge · seit 200908. Apr. 2022 · #9
Gero schrieb:@CGNNAM
Zunächst mal: was soll die blöde Anrede mit "Sie". Hier im Forum sind wir alle per du.
Nun, es ist halt so, dass das Leben andere Geschichten schreibt, die eben nicht in dein (naives) Weltbild passen. Lies doch noch mal die ganze Story, dann wird dir auffallen, dass fraglicher Reifen im Swakop Tire Center mit erheblichem Überdruck aufgepumpt wurde und diesen Überdruck auch nach 24 Stunden noch hielt. Was schließt du daraus?
Es mag dir komisch vorkommen aber das ist kein Beleg für irgendwas. Reifendruck kann auch entweichen, wenn sich bspw. kleine Steinchen zwischen Felge und Mantel setzen. Hat es alles schon gegeben 😉
Liebe Grüsse Guido
CGCGNNAM14 Beiträge · seit 201108. Apr. 2022 · #10
Hier geht es nicht um mein naives Weltbild. Mir ist durchaus klar, dass wir hier nicht im PollyPocket-Wunderland leben.
Die Anekdote von Ihnen ist kein neutraler Hinweis im Sinne von: Wagenheber mitnehmen / KFZ im Blick behalten.
Hier geht es um die absolut vermeidbare und bewusste Darstellung von guten / schlechten handelnden Personen entlang ihrer ethnischen Herkunft.
das von Gero geschilderte ist, neben der extremen Aufdringlichkeit der Steinchenverkäufer, bei der Zeila leider ein seit Jahren bekanntes Problem. Und da geht es nicht um irgendeine "ethnische Herkunft" (denn wer die Luft ablässt ist total wurscht), sondern um Tatsachen. "Solche Maschen" werden an dem Ort immer wieder von Reisenden geschildert. Ob es nun bei Gero ein zufälliges Reifendruckproblem war oder unter die bekannte Vorgehensweise fällt, kann man natürlich nicht beweisen. Ist im Endeffekt aber auch egal. Bei einem Stopp beim Wrack kommt es schlichtweg immer wieder zu Vorfällen und Problemen. Also entweder bleibt jemand bei Wagen oder man meidet das Wrack lieber gänzlich.
Viele Grüße Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Ob das ganze nun eine gezielte Masche war oder nicht, werden wir ohne Befragung sämtlicher Beteiligter nicht mehr aufklären können. Entsprechende Taktiken zum Geldverdienen gibt es in unterschiedlicher Ausprägung überall auf der Welt. Ich gehe mit den übrigen Schreiben d'accord, dass man in Namibia in der Lage sein sollte, selbst einen Reifen zu wechseln.
Was mich sehr traurig stimmt, ist dass es aufgrund der tatsächlich bestehenden Kriminalität unnötig schwer ist, ärmer wirkenden Einheimischen offen und ohne Sorge vor irgendwelchen "Maschen" im Hintergrund zu begegnen. Berichte wie hier befeuern dieses Grundmisstrauen, welches natürlich auch durch die überall zu lesenden (und leider zu oft auch berechtigten) Warnhinweise schon besteht. Ähnlich ist es z.B. in manchen arabischen Ländern (Marokko, Ägypten..), in denen man als Tourist leider oftmals davon ausgehen muss, dass ein einheimischer Kontakt einen primär übers Ohr hauen will. So führen die unlauteren Tätigeiten einer kleinen Minderheit dazu, dass eine unsichtbare Trennmauer zwischen den Kulturen gezogen wird. Diese Mauer können wir als Touristen nur bekämpfen, wenn wir nicht in jedem Kontakt mit Einheimischen sofort Gefahr sehen. Es erfordert zugegebenermaßen eine gewisse Portion Gelassenheit und Erfahrenheit, trotzdem offen auf Einheimische zuzugehen und erst bei Verdachtsanzeichen für unlautere Hintergründe entsprechend zu reagieren/abzuhauen/abzublocken. Man muss insoweit auch berücksichtigten, dass es für die meisten Touristen in derartigen Situationen um Peanuts geht, verglichen mit dem Gesamtzeitaufwand und -preis einer Fernreise. Aber das muss jeder für sich in jeder Situation neu bewerten.
Kritischstes Beispiel insoweit ist sicher eine (gefakte) Panne am Arsch der Welt - da würde ich, so leid es mir um die Betroffenen und die Gesamtsituation auch tut, im Zweifelsfall lieber weiter fahren, wenn mein Bauchgefühl mir das empfiehlt. Ja, das trifft dann wohl oftmals Unschuldige. Aber die dürfen sich dann auch bei den unfeineren Mitgliedern ihrer Gesellschaft dafür bedanken, dass Touristen lieber weiter fahren, als zu helfen.
ich weis nicht so recht, was ich zu dem ersttext schreiben soll.
wir alle hier im forum sind gerne in africa. dass warnungen ausgesprochen werden ist hilfreich und wichtig. und muss auch weiter so sein.
und ich schreibe jetzt mal, was ich denke und ich möchte hierzu auch keine weiteren statements/ kommentare von anderen haben.
aber wer keinen reifen wechseln kann, sollte überlegen, ob er nicht andere urlaubsformen suchen sollte....
und natürlich: die "schwarzen". die sind es ja immer. ja auch wir haben unsere erfahrungen und wurden in über 22 jahren africa-fahren auch ab und an "überlistet".
aber waren wir "weissen" in unserem leben immer ehrlich im privatleben oder im job? oder haben wir auch ab und an geschummelt - wenn es uns von vorteil war?
um nicht missverstanden zu werden: WARNUNGEN JA immer. aber drückt euch dann anders aus. es ist nicht der "schwarze" als solches. 😉 denn schon mein opa hat immer gesagt, der ton macht die musik. und der ton war leider nicht so schön.
gauner gibt es überall, in deutschland sind sie fast alle weiß.
mein wunsch wäre es, wenn wir alle etwas nachdenklicher agieren würden und uns an den schönen seiten von nam erfreuen.
und vor ort helfen, wo wir es können. oft ist es hilfe zur selbsthilfe.
Lokale Handwerker, die am Schiffswrack Zeila in der Nähe von Swakopmund arbeiten, weisen Vorwürfe zurück, sie würden Touristen einschüchtern. Sie sagen, sie versuchten lediglich, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und wollten offiziell als Teil des namibischen Tourismussektors anerkannt werden. ... In letzter Zeit haben einige Besucher in den sozialen Medien ihr Unbehagen geäußert und die Anwesenheit von Händlergruppen als einschüchternd beschrieben. Daraufhin sagte eine Gruppe von Händlern am Wrack, sie hätten sich bemüht, sich zu organisieren, um Gedränge zu vermeiden und ein einladendes Erlebnis zu gewährleisten. „Wir haben uns in Gruppen aufgeteilt“, erklärte ein Handwerker. „Es gehen immer nur drei Leute gleichzeitig zu einem Touristenfahrzeug. Wir wechseln uns ab, damit niemand überwältigt wird.“ ... Die Händler sagen, sie wollen offiziell anerkannt und in Namibias Tourismuswirtschaft integriert werden. Derzeit arbeiten sie daran, Namensschilder mit Fotos einzuführen, die ihnen helfen, sich als Teil einer organisierten Gruppe zu identifizieren. „Wir wollen Teil des namibischen Tourismus sein, nicht davon ausgeschlossen“, sagte ein Händler. „Wir wollen, dass die Leute wissen, wer wir sind. Wir sind nicht hier, um einzuschüchtern. Wir sind hier, um zu überleben“, versicherte ein anderer. ...
LG Logi
OceanView241 Beiträge · seit 202503. Juli 2025 · #15
Das Problem dort sind die Händler oder Möchtegern-Händler, die das Gelände sozusagen besetzt halten, und meinen, mit aggressiver Belästigung der Besucher etwas oder mehr verkaufen zu können. Das gelingt ihnen leider auch immer wieder, weil sich Leute eingeschüchtert fühlen und ängstlich etwas kaufen. Sie haben nicht begriffen, daß sie somit weniger Besucher und potentielle Käufer anlocken durch ihr unsägliches Benehmen. Das alles erinnert an die lästigen Makalanischnitzer in Swakopmund, Okahandja oder Windhoek, die wie kriminelle Banden organisiert sind und entsprechend agieren. Wer bei den Aggressiven kauft, fördert das Problem.
YAyanjep1'014 Beiträge · seit 201603. Juli 2025 · #16
Ist ja schön, wenn die Leute da Teil der Tourismusindustrie werden möchten und mit Namenschild und Foto ausgestattet mit 3 Leuten je Fahrzeug den Touris einen "einladenden Empfang" bieten wollen. Nur besteht das Interesse der Besucher darin, das Wrack anzusehen und zu fotografieren. Da braucht es keinen Empfang oder sonst was. Und wie kann man auf das schmale Brett kommen, ein Wrack würde bei den Besuchern das spontane Bedürfnis auslösen, dringend Halbedelsteine oder sonst irgendwas kaufen zu wollen? Ich war jedenfalls sehr froh, dass bei unserem Besuch zeitgleich eine Reisegruppe im Bus eingetroffen ist und wir angesichts der zahlreichen potentiellen "Kunden" in Ruhe gelassen wurden. Sonst wären wir direkt wieder abgehauen, Wrack hin oder her...
Yanjep
TAtacitus1'127 Beiträge · seit 202203. Juli 2025 · #17
yanjep schrieb:..... Und wie kann man auf das schmale Brett kommen, ein Wrack würde bei den Besuchern das spontane Bedürfnis auslösen, dringend Halbedelsteine oder sonst irgendwas kaufen zu wollen?....
für "seasoned travellers" ist das schon eine ungewöhnliche Frage, weil überall auf der Welt gleich, aber mancherorts ist auch Not im Spiel. Aber zugegeben, Swarovski macht das Anbieten der Klunker, die auch keiner braucht, "kultivierter" 😎 . mM
YAyanjep1'014 Beiträge · seit 201603. Juli 2025 · #18
Das verstehe ich nicht. Was haben Swarovski-Klunker im Geschäft (das ich bewußt und aus freien Stücken betrete) und ungebeten aufgedrängte Halbedelsteine an einem Wrack miteinander zu tun? Und muß ich es gut heißen, belästigt und bedrängt zu werden? Sicher sind Armut und die Notwendigkeit, irgendwie seinen Lebensunterhalt zu verdienen, nicht von der Hand zu weisen. Aber ich persönlich mag es nicht, wenn ich bedrängt werde, irgendwas zu kaufen, wenn ich nur ein Wrack ansehen möchte. Dann verzichte ich lieber und drehe wieder um.
Yanjep
Sanne2'462 Beiträge · seit 200604. Juli 2025 · #19
Ich verstehe die Aufregung nicht. Swarovski macht keine Halbedelsteine, sondern geschliffenes Glas. Das verticken die sicher nicht an Wrack-Hotspots. Natürlich versuchen Einheimische, ihre Produkte an Touristenspots zu verticken, warum auch nicht? Das ist in Deutschland auch nicht anders. In Berlin wollen Menschen auch nur Checkpoint-Charlie besuchen und sollen Devotionalien aus dem kalten Krieg kaufen.
Zum Ursprungspost: Selbst keinen Reifen wechseln zu können, bedeutet halt, dass Du den Preis dafür zu zahlen hast, den jemand, der hilft, aufruft. Ich kann auch keine Fliesen verlegen, dann zu behaupten, derjenige, der sie mir verlegt, hätte mich abgezockt, ist absurd. Du kannst es nicht, Du zahlst. Du willst nicht zahlen, dann lerne, es zu können.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
TAtacitus1'127 Beiträge · seit 202204. Juli 2025 · #20
Guten Tag Yanjep, dann doch noch eine Erklärung und bitte nichts für ungut Reagiert habe ich auf das " .... ein Wrack würde bei den Besuchern das spontane Bedürfnis auslösen, dringend Halbedelsteine oder sonstirgendwas kaufen zu wollen? .... " denn das kann man sich genauso gut für unzählige andere „Souvenirs“ fragen. Denn wer braucht schon den Eifelturm in der Schneekugel ….. den Alpenkitsch aus dem Hallstadtshop …. Oder Kris Bär von Swarovsky (aus Glas natürlich, nicht Edelstein 😉 )? Wo immer viele Touristen sind, gibt es derartiges Angebot in Massen. Diese Geschäfte und Kioske (und Imbissstuben) haben sogar mancherorts das einheimische Leben und Einkaufen weitgehend verdrängt.
Und dann gibt es eben auch noch die mobilen Händler. Seit so 40 Jahren woll(t)en mir schon in Italien nord- oder schwarzafrikanische Händler Gürtel … Halsketten … Lacoste-Artikel 😎 usw. verkaufen, obwohl ich auf der Piazzale Michelangelo wegen der Aussicht war und nicht zum shoppen. Man kann das bedauern, aber es ist einfach vielerorts „üblich“. Und meistens nicht aufdringlich aber in Afrika vielleicht mit mehr "persönlichen Einsatz" 😎 . Wenn doch aggressiv aufdringlich, geht es mir wie dir und ich würde mich fern halten.
Ich kaufe übrigens fast nix bei derartigen Gelegenheiten, nur ein mal bin ich schwach geworden, denn wer kann schon einer Rolex für 50 Euro widerstehen? 😎 😄 😄