BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200909. Feb. 2022 · #1
Liebe Fomis, an den Anfang meines Reiseberichtes muss ich zuerst einige Entschuldigungen stellen. 1. Dass ich überhaupt noch einen Namibia-Reisebericht schreibe, obwohl ich doch schon zwei "Abschiedsreiseberichte" geschrieben habe. 2. Für die teilweise schlechte Bildqualität und 3. Für sicher etliche Tastaturstolperer, die sich in Rechtschreibfehlern niederschlagen. Letzteres ist meinem Alter und gesundheitlichen Problemen mit den Fingern geschuldet, die Bildqualität meist dem Wetter. Doch gerade deshalb wollte ich auch den Bericht schreiben, um damit einige Fragen zu beantworten, wie sich denn eine Reise zur Regenzeit gestaltet und was man zu erwarten hat. Vielleicht ist das für eine Reiseplanung hilfreich. Dann hatte ich ja versprochen, dass es keine Reisen nach Namibia mehr geben wird, Wieso also doch wieder eine? Es war meine 20. Reise, doch das Jubiläum war nicht der Grund dafür. Es ist zum Einen dieser unendlich schwierig zu bekämpfende, nicht heilbare, mit lang anhaltenden Gemütsschäden verbundene Suchtvirus, der Afrikavirus, der, wenn man ihn einmal hat, immer wieder nach Afrika zieht. 😉 Der andere Grund war aber auch ein großer Fortschritt in den Sozialprojekten, die ich in Namibia seit 16 Jahren mithelfe zu betreuen und untzerstütze. Davon mehr aber am Ende des Reiseberichtes. Und schließlich wollte ich noch einmal liebgewordene Freunde treffen, denn man weiß in dieser Zeit nie, ob es überhaupt noch einmal möglich sein wird. Und damit zu einer weiteren Motivation den Bericht zu schreiben, denn viele sind sich in Corona-Zeiten unsicher, ob und wann sie reisen können / sollen. An den Anfang möchte ich mal diese Bild stellen:
Es symbolisiert ein wenig diesen Bericht. Auf den ersten Blick ein toller Sonnenuntergang. Doch von der Sonne ist nicht allzu viel zu sehen, eher dominieren Wolken die Szenerie. Die Farben wirken beeindruckend und bedrohlich zugleich. Und die Frage stellt sich: Wie geht es weiter, zieht es sich zu oder setzt sich die Sonne durch? Das ist auch eine Frage, die sich insgesamt derzeit in Namibia stellt. Ein Schwanken zwischen Hoffnung und Depression! Das Ergebnis vorweg: Fliegt nach Namiba! Es lohnt sich immer! Helft dem Land dadurch in einer schweren Krise! So, und nun zum "Vorbericht": 🙂 😉 Wie gewohnt wird es keine langen Fotostrecken immer desselben Tieres geben, keine Kloschüsseln, aber beispielhafte Bilder für Unterkünfte, auch ihrer Speisenangebote, von Tieren und Landschaften. Dazu hilfreiche Tipps und auch Kritik. Ich habe den Flug gebucht, als er extrem billig war und bei uns die Inzidenzen niedrig, also etwa im Mai 2021. Der Flug war so günstig, dass ich mir das erste Mal "Premium economy" genehmigte. Wollte das mal ausprobieren, ob das im Alter vielleicht eine Reisealternative ist. Außerdem habe ich einen Gabelflug gebucht: Nürnberg - Frank furt - Windhoek. Sonst bin ich immer mit dem ICE nach Ffm angereist, doch man höre und staune, der Flug mit Anschlussflug nach Nürnberg war um 50 € billiger als der alleinige Direktflug Ffm-Windh. 🤩 Erklärung habe ich dafür nicht. Ich musste zwar 5 Stunden Aufenthalt am Flughafen in Ffm in Kauf nehmen, aber das war nicht so schlimm. Doch dann kam Omikron! Virusvariantengebiet! Quarantäne in einem Hotel bei Rückkehr auf eigene Kosten! 🤩 😈 Was tun? Da hat sich dann eine Strategie bewährt, die ich seit Jahren pflege. Fast alle Stationen und Unterkünfte in Namibia habe ich über einen lokalen Reiseanbieter gebucht. In meinem Fall bei Eva Schreiber von "Abenteuer in Namibia". Sie hat für mich den gesamten Schriftverkehr und die Stornierung erledigt. Auch die Buchungen bei NWR! Vielen Dank! Wenn ich da die Klagen im Forum lese über nicht erreichbare Lodges oder dgl. dann kann ich mich nur entspannt zurücklehnen. Ich habe meine Unterkünfte selbst rausgesucht und mich dann beraten und sie dann buchen lassen. Alles problemlos, wie dann auch die Stornierung. Im Reisebüro hat man mir dann geraten mit der Stornierung des Fluges zu warten und erst in letzter Minute eine Umbuchung vorzunehmen. Ich hatte bereits den Termin für eine Umbuchung des Fluges, dann kam die Rückstufung zum "Hochrisikogebiet"! 🤩 🙂 Also keine Quarantäne mehr! Also Kommando zurück! Flug nicht umgebucht, alle Stornierungen in Namibia wieder aufgehoben. Dazu war natürlich die Gesamtbuchung vor Ort wieder sehr hilfreich, ob es nun bei "Abenteuer in Afrika" ist oder bei einem anderen Anbieter. Zugleich unterstützt man damit ja auch ein Unternehmen vor Ort, denen es ja wegen kaum erteilter Aufträge auch nicht gut geht. Gleiches gilt für den Autoanbieter. Ich habe bei Asco gebucht, angezahlt, storniert, Betrag stehen lassen, wieder gebucht. Alles problemlos! Die Korrespondenz in Deutsch (Danke Janka!) und die Überweisungen auf ein deutsches Konto erleichtern den Vorgang! Ich buche seit 15 Jahren die Autos bei Asco und war immer zufrieden. Als Stammkunde erhalte ich Rabatt, die Autos sind top - ich hatte bei ca. 80.000 Fahrkilometern in Namibia nur einen (!) Platten - und der Service stimmt auch. Ich war am Ankunftstag der einzige Kunde und habe beim Toyota Hilux 4x4 ein kostenloses Upgrade auf einen Automatik erhalten. Das war eine feine Sache, besonders beim Einsatz von 4x4 und ein ganz entspanntes Fahren. Abflug war in Nürnberg am 8. Januar, bei kaltem, regnerischen Wetter. Weiterflug in Frankfurt dann bei gleicher Szenerie mit ein wenig Aufregung. Da ich lange Wartezeit hatte, saß ich schon lange vor Abflug beim Gate. So habe ich nicht mitbekommen, dass LH zwei Stunden vor Abfluag das Gate gewechselt hat, von 25 auf 28! Erst als ich aufgerufen wurde und niemanden am Abfluggate antraf, wurde ich nervös. Niemand da an der Info bei LH, niemand von den Damen bei der VIP-Longe konnte mir Auskunft geben, bis ich zufällig eine nette Flugbegleiterin fand, die den Gatewechsel bestätigte. Also, schnell dorthin und - welch Überraschung! - "Sie bekommen ein Upgrade von PE nach Business!" Daaanke! 🤩 😄 😄 Das nenn ich mal Glück. Nach dem ganzen Ärger im Vorfeld, mal was Angenehmes. Von dem einmaligen Schlafkomfort in einem Liegebett mal abgesehen, wurde man ständig betütelt. Sekt zum Empfang, Menüauswahl in drei Gängen beim Abendessen und ein sehr gutes Frühstück, nicht dieser Einheitsfraß in der Holzklasse, den ich sonst immer runterwürgen musste.
Vorspeise (Oryx) Hauptgang (Lachsfilet) Frühstück Ankunft in Windhoek: Alles problemlos! Die Einreiseformulare hatte ich bereits zu Hause ausgefüllt, Reiseplan wollte niemand sehen, auch die Krankenkassenbestätigung nicht, TTS war noch nicht notwenig, auch wenn sie mir das in Deutschland an den Flughäfen einreden wollten, aber ich konnte sie dann mit Hilfe eines Ausdruckes des namibischen Ministeriums (Danke Christian!) überzeugen. So, das war´s dann für heute, wer mitfahren will, kann einsteigen. Liebe Grüße: Burschi
Champagner8'672 Beiträge · seit 201009. Feb. 2022 · #2
Guten Morgen Peter,
ich hatte auf dem Kanal eines gemeinsamen Bekannten von uns bereits gesehen, dass du in Namibia bist/warst 😎 und dachte damals schon "Hmm, hatten wir Burschi's letzte Namibiareise nicht schon 😐 ?" 😉 🙂 .
Es freut mich, dass du es doch nochmal "gepackt" hast und bin natürlich gespannt auf deine Erlebnisse vor Ort!
Burschi schrieb:So habe ich nicht mitbekommen, dass LH zwei Stunden vor Abfluag das Gate gewechselt hat, von 25 auf 28! Erst als ich aufgerufen wurde und niemanden am Abfluggate antraf, wurde ich nervös.
Moin Peter,
da bin ich doch auch gerne dabei, da wir zur exakt gleichen Zeit in Namibia waren. Als Du am Flughafen ausgerufen wurdest, sagte ich noch zu meiner Frau: "Schau an, Burschi ist auch an Bord." 😉
Anmerkung zu Deinen Mahlzeiten: Was ca. 10 Reihen Differenz im Flieger doch für einen Unterschied machen können... 🤪
hallo Peter, ich kann Dich sehr gut verstehen, dass Du nochmals nach Namibia gereist bist - wenn einem danach ist , dann soll man das auch machen. Leider bin ich da im Moment etwas blokiert, aber die Sehnsucht ist natürlich da. Ich freu mich wirklich für Dich und bin gespannt über deinen Bericht. Einen schönen Tag wünscht Dir Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Enilorac65768 Beiträge · seit 201709. Feb. 2022 · #9
Hallo Peter, da bin ich gespannt und komme auch gerne mit! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
freshy3'883 Beiträge · seit 201109. Feb. 2022 · #10
Gromi schrieb:Hallo!!! und freufreu!! 😄 😄 Nicht ganz uneigennützig auch in Erwartung eines tollen Kalenders für 2023. Die dankbare Margitta
Graskop960 Beiträge · seit 201309. Feb. 2022 · #11
Hallo Peter! Warst du am 24.01. auf Omandumba? Ich meine deinen Namen im Gästebuch gelesen zu haben. Wir waren da für 2 Nächte in der "Höhle". Ich freu mich auf den Bericht! Gruß Silvio
MichaelAC350 Beiträge · seit 201409. Feb. 2022 · #12
Hallo Burschi (Peter?)
Burschi schrieb: ... der Flug mit Anschlussflug nach Nürnberg war um 50 € billiger als der alleinige Direktflug Ffm-Windh. 🤩 Burschi
Die Erklärung liegt darin, dass sowohl die Fluggesellschaften also auch (vor allem) die Flughäfen den Reiseverkehr in ihren Hubs haben wollen. Dafür senken Hub-Flughäfen (wie FRA, AMS, Paris, Heathrow u.v.m) zum Teil drastisch die Start/Lande/Flughafen-Gebühren, aber auch die Lufthansa möchte ihre Langstreckenflieger füllen und macht dafür immer mal Umsteige-Sonderpreise. Also LH zahlt für einen Umsteigepassagier an FRA wenig bis nichts, während die volle Gebühr fällig ist für die Passagiere, die in FRA die Reise starten.
So buche ich als Aachener immer einen Umsteigeflug (QKL-FRA-xxx, oder DUS-AMS-xxx), die sind immer mindestens 50€ günstiger als der Direktflug FRA-xxx oder AMS-XXX, oft 100€ und mehr günstiger. (Ist aber auch einfach, denn ich nehme ab Köln Hbf (=QKL) den ICE mit LH-Flugnummer, der zählt als Zubringerflug, und ich reise sowieso nach FRA immer mit dem Zug an.)
Diese LH-ICE's gibt es mittlerweile auch ab Düsseldorf, Essen, Stuttgart. Ob ab Nürnberg weiß ich nicht.
wie gut kann ich das mit dem Virus nachvollziehen…. 🤪
Ich finde, da ist es sch…egal, ob Du bereits einen letzten Bericht Deiner letzten Reise geschrieben hast! 😎 Dann ist es eben jetzt die letze oder vorletzte oder vorvorletzte Tour gewesen 😛
Auf jeden Fall werde ich Dich gerne virtuell begleiten und bin auf Deine Erlebnisse und Schilderungen schon sehr gespannt.
Viele Grüße aus Heidelberg Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200909. Feb. 2022 · #14
Oh, sooo viele wollen mitfahren? 🤩 Da muss ich ja einen Bus chartern! Apropos Bus! ich habe keinen einzigen während der ganzen Zeit in Namibia gesehen. Auch nicht einen einzigen "Overlander"! Der gesamte Pauschaltourismus ist weggebrochen! Auf der einen Seite für den Selbstfahrer derzeit ein großes Glück, weil am Wasserloch keine zwei Busse davorstehen, die die Sicht verstellen, auf der anderen Seite ist aber ein Tourismuszweig, der auch viel Geld in so manche Kasse gespült hat, völlig verschwunden. Wie war das mit den zwei Augen? 🙁 🙂 @ Michael: Vielen Dank für die Erklärung. Genauso habe ich mir das gedacht! @ Silvio: Ja ich war am 24.1. auf Omandumba, habe mich aber nicht ins Gästebuch eingetragen! 😗 Davon wede ich noch berichten. Bis morgen! Burschi
ja hoppala, bist du schon wieder zurück? Sehr gerne fahren wir mit, wenn noch a Platzerl frei ist. Wir waren fei a auf Omandumba, allerdings bei den 3 Elephants 😏 😏 Allerdings ca. 8 Wochen vor dir..... So ein Glück mit dem upgrade hatten wir leider noch nie 🙄 Bin gespannt, wie es dir so ergangen ist. lg Uwe
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200910. Feb. 2022 · #18
Guten Morgen, hatte ja schon angedeutet, dass ich das Auto bei Asco übernommen habe. Ich war an diesem Tag der einzige Kunde, der Hof war vollgestopft mit Autos, eben auch hier wenig Kunden in der Pandemie. Die Autoübernahme war schnell und problemlos abgewickelt und die erste Fahrt ging in den Wernhill Park zum Einkaufen. Es war Sonntag, keine Parkgebühr und die Supermärkte haben ja alle vormittags offen. Also habe ich alle Dinge besorgt - leider gibt es am Sonntag Alkoholverkaufsverbot, also auch kein Bier 🙁 🙁 - die man zum Überleben so braucht. Ein kurzer Spaziergang in die Fußgängerzone zeigte auch hier Tristesse. Ich will gleich erwähnen, dass ich am nächsten Morgen noch einmal nach Windhoek fuhr, weil ich Geschäftliches zu erledigen hatte. Touristen sind dünn gesät. Gewandelt haben sich die vielen Souvenirstände in der Fußgängerzone. Es sind etwa um 50% weniger, viele Lücken, und das Angebot hat sich auch gewandelt. Es werden viel mehr Dinge des "täglichen Bedarfs" (Handyhüllen und Zubehör, Flipflops, leichte Bekleidung usw.) angeboten als die klassischen Holzsouvenirs. Auch hat meinem Eindruck nach das Ansprechen von Touristen nachgelassen. Viele sind einfach frustriert, es geht eben kaum noch ein Geschäft. Wer von den Touristen jetzt kommt, ist mit den typischen Souvenirs meist schon eingedeckt aus früheren Besuchen und die typischen Massentouristen, die das kleine Holzerdmännchen mitnehmen, fehlen. Dafür kann man z.B. den Meteoritenbrunnen fast ohne Menschen fotografieren (wohlgemerkt an einem Werktag!) Mich hat noch eine andere Skulptur gleich daneben überrascht, die ich noch nicht gesehen hatte: Mehr musste ich von Windhoek nicht sehen und bin deshalb gleich zu meiner ersten Station zur Guestfarm Voigtland gefahren. Sie liegt auf dem Weg von Windhoek zum Flughafen, kurz nach der Abzweigung nach Dordabis, eignet sich also für Unterkunft gleich nach der Ankunft oder kurz vor dem Abflug. Ich will gleich anmerken, das ich hier zweiTage nach der Ankunft und - der Grund lag bei der Lufthansa - noch einmal zwei Tage vor dem Abfklug verbrachte. Die Lufthansa hat nämlich mitten in der Reise meinen Rückflug gecancelt (Informiert wurde ich durch mein Reisebüro, von der Lufthansa habe ich keine Meldung erhalten!) und ich musste um zwei Tage verlängern. Voigtland ist eine Guestfarm, heißt, neben den Unterkünften gibt es auch den normalen landwirtschaftlichen Betrieb mit Rinderzucht. Solche Betriebe haben es etwas leichter, die Folgen der Pandemie zu überstehen, da der Tourismus nicht das einzige Standbein ist. Die Farm bestand schon zur Kolonialzeit und ist in ununterbrochener Folge in der Familie geblieben,. Geführt wird sie von Gabi und Stephan und Tochter Kim. Alle drei sind sehr freundlich und stets bemüht, den Gästen den Aufenthalt schön zu gestalten. Ich hatte Zimmer Nr. 5, etwas außerhalb des Haupthauses mit kleiner Terrasse und schönem Blick auf die Berge. Das Zimmer ist bestens mit allem ausgestattet, Es fehlt an nichts! Das Farmhaus mit großem Pool Das Häuschen, das ich bezogen habe:
Die Aussicht von meiner Terrasse: Und damit bin ich gleich beim "Problem" des Aufenthaltes hier. es hat gleich nach meiner Ankunft geregnet und alle haben sich gefreut, dass ich den Regen mitgebracht habe. 🙁 🙂 Das war aber gar nicht so schlimm, denn es gab immer wieder Pausen mit Sonnenschein, in denen man auf dem Farmgelände spazieren gehen konnte. Lediglich am Schluss hat es mal einen ganzen Tag durchgeregnet, was aber eher ungewöhnlich ist.
Eine Gewitterwolke, die zu dieser Zeit über Windhoek stand, sich dann aber verdichtete und über Voigtland ca. 10 Stunden sich ausgeregnet hat. Von einer Sache muss ich unbedingt noch berichten. Voigtland hat ein "Alleinstellungsmerkmal", etwas, was es von vielen anderen Lodges unterscheidet: Drei fast zahme Giraffen, mit denen man zusammen ein Frühstück buchen kann. Sie werden gefüttert und man darf sie unter Aufsicht auch selbst mit Kameldornschoten füttern. Ein beeindruckendes Erlebnis, diese Tiere mal so nahe bei sich zu haben. Hier kann man dann in aller Ruhe Portraitaufnahmen von den Tieren machen. Doch die Giraffen begegnen einem noch einmal und zwar auf dem Teller! NEIN! Sie werden nicht geschlachtet, aber der extrem leckere Schokoladenkuchen, den es am Nachmittag gibt (Zum Reinlegen! 😄 ) wird mit ihrer Silhouette verziert. Und damit zum Essen: Das ist ganz vorzüglich, schön angerichtet und immer von bester Qualität und sehr reichlich. Besonders hervorzuheben sind Gabis Biomüslis zum Frühstück. Einfach lecker! Das Elandsteak war das beste auf der Reise. Aber was macht man, wenn es regnet? Nun, dann geht man aufs Zimmer und liest ein Buch und in den Regenpausen spaziert man durch die Farm und sucht sich Vogelmotive. Da bauen z.B. Maskenweber gerade an ihrem Nest: Oder ein Schwarm Rosenpapageien fällt ein: Die Vögel werden angefüttert und wenn man genau beobachtet, dann fällt einem dieser kleine Papagei auf, der ein anders gefärbtes Gefieder hat. (Kreuzung? Ausreißer aus einer Zucht? Mutation?) Ihr könnt ja mal darüber nachdenken. Es gäbe noch eine ganze Reihe weiterer Vögel, doch ich will den Bericht nicht zu vogellastig machen. Ich will nur feststellen, dass man auch in der "Regenzeit", auch wenn sie mal heftiger ausfällt wie in diesem Jahr, nicht mit Trauermiene herumlaufen muss. Selbst am Abend kann man ein schönes Motiv erhaschen, wenn die Sonne schnell mal durch eine Wolkenlücke spitzt. Das waren kurz zusammengefasst die 4 Tage auf Voigtland. Es wird dazu auch ein Gamedrive angeboten, allerdings war der zuerst wegen Regens nicht möglich und dann relativ ergebnislos, weil sich die Tiere versteckt hatten. Aber zu empfehlen ist diese Unterkunft auf jeden Fall. Na denn Prost bis morgen: LG Burschi
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200911. Feb. 2022 · #19
Guten Morgen, nach zwei erholsamen Einstiegstagen auf Voigtland geht die Reise eigentlich heute erst richtig los. Das heißt, die erste Etappe ist relativ kurz, denn ich wollte noch mal eine Lodge aufsuchen, die ich vor vielen Jahren schon dreimal besucht hatte. Düsternbrook war mein Ziel! Auf dem Highway nach Okahandja bin ich erst einmal an der Ausfahrt vorbeigefahren, weil da die entsprechende Ausfahrt Okapuka heißt. Und dort wollte ich ja nicht hin. Da kurz danach ein Polizeiposten ist, erlaubte mir ein freundlicher Polizist über den Mittelstreifen zu fahren und zu wenden. Die weitere Anfahrt war dann, wie ich sie vor Jahren schon kannte, außer, das keine Wasserdurchfahrt mehr erforderlich ist. Auf Düsternbrook herrscht noch immer Johann Vaatz 😉 , der mich auch an der neu gebauten Rezeption begrüßte. Außer mir war nur noch ein Logisgast da, sodass man mir freundlicherweise das schöne Felsenhaus in Aussicht stellte. Ich war dann auch schon drin, aber die Klimaanlage funktionierte nicht, weshalb ich in die "Tankstelle" neben der Rezeption umziehen musste. Hier habe ich schon einmal genächtigt und seit 15 Jahren hat sich nichts verändert. Grober Lodge-Gründerzeitstil!
Es ist ein wenig so, als wenn man in Deutschland in ein Fünfziger Jahre Hotel kommt, aber es hat auch seinen eigenen Charme. Am Nachmittag stand natürlich "Cats Unlimited" auf dem Programm. Erst ging es ins Leopardengehege. Es gibt derzeit zwei Leoparden, die jeweils im Wechsel gefüttert werden. Ich habe früher schon tolle Aufnahmen hier gemacht und war gespannt, ob das so geblieben ist. Doch Guide ist eben nicht Guide. Der inzwischen leider verstorbene Elias hat sich nicht nur mit den Tieren ausgekannt, sondern verstand es auch, die Tiere richtig in Szene zu setzen. Dieses Mal aber bemerkte ich schon bei der Anfahrt zum Fütterungsbaum, dass das Auto falsch stand. Nicht nur, dass ein dicker Ast im Weg war, auch der Fotowinkel - das Tier von hinten zu fotografieren! - war falsch gewählt. So gelang dann nur beim Abstieg ein vernünftiges Foto und der kam schnell, weil die kleinen Fleischhäppchen ruckzuck geschluckt waren. Was dann kam, erinnerte mich zu sehr an die früheren Tanzbärenvorführungen in den Zirkussen. Der Leopard musste die restlichen Fleischstückchen aus der Luft fangen. Hat er auch toll gemacht, aber was soll ich mit solchen Fotos anfangen? Anschließend ging es ins Gepardengehege. Hier wieder Gepardentanz, zu dem sich nur ein Gepard einstellte. Auch hier wieder ein Problem: Der Gepard hatte absolut keine Lust auf die Tanzvorführung und kam so nahe an das Auto ran, dass er im Schatten stand - bei der Hitze erklärlich 😄 😉 - aber eben wenig brauchbar für Fotos. Wer zum ersten Mal diese Tiere in Namibia zu sehen bekommt, ist wohl begeistert, mich hat dieses Mal die Vorführung aber eher befremdet. Nach einer kurzen Pause dann der Gamedrive. Hier gab es all die üblichen Verdächtigen zu sehen: Kudu, Oryx, Pavian, Gnu, Springbock usw. Bis zum Hippopool! Die Hippogruppe hat sich in dem aufgestauten Damm inzwischen ziemlich vermehrt. Vor Jahren war ich mal da, als die ersten beiden ankamen. Nun gibt es zwei Häuschen direkt am Pool, in die man einziehen kann. Die Lage ist sicherlich nicht schlecht, denn an das Wasser kommen den ganzen Tag Tiere und man hat immer etwas zu beobachten. Es wurde auch extra eine Aussichtskanzel gebaut, wo man erhöht auf die Wasserfläche schauen kann und im Schatten sitzt. In Ruhe dort die Natur und die Tiere zu genießen, ist sicher ein schönes Erlebnis. Leider waren aber bei meinem Gamedrive, der am Hippopool mit einem Sundownerdrink endete, noch einige Tagesgäste dabei, die absolut kein Interesse hatten und sich abseits stehend mit der Bierflasche in der Hand laut unterhielten. Hier hätte ich durchaus länger verweilen können, denn neben den Hippos gab es noch eine ganze Reihe von Vögeln zu beobachten.
Nicht nur den Dreibandregenpfeifer, sondern auch Kampfläufer, Bruchwasserläufer, Stelzenläufer u.a., alles was bei Watvögeln Rang und Namen hat und den Winter in Afrika verbringen will, war da. Somit war für mich die Verweildauer am Hippopool zu kurz. 🙁 Hätte wohl doch eines der Häuschen dort buchen sollen. Beim Abendessen war ich dann mit dem anderen Gast allein. Das Essen muss ich loben, es war sehr schmackhaft und sehr reichlich. Der Frangge sagt: "Kannst ned meggern!" (Hohes Lob eines Franken!) 😄 Am nächsten Morgen war das Frühstück, bei dem ich wieder ganz allein war, auch in Ordnung. Ich stehe gerne sehr früh auf, fahre dann in den Morgenstunden bis Mittag weiter und bin in der Regel mittags am neuen Ziel. Dazu dann morgen! Viele Grüße: Burschi